Noch 'ne Oper, am Samstag, 30-07-11 :
http://www.3sat.de/programm/?viewlong=viewlong&d=2011073020:15Stereo-Ton16:9 Format
Hoffmanns Erzählungen
Fantastische Oper von Jacques Offenbach in drei Akten mit
einem Prolog und einem Epilog
Darsteller:
HoffmannNeil Shicoff
GiuliettaWaltraud Meier
Die Muse/NiklasAngelika Kirchschlager
OlympiaL'ubica Vargicová
AntoniaSoile Isokoski
Lindorf/Coppélius/Dapertutto/Ruggero Raimondi
Doktor MirakelJeffrey Francis
Andrés/Cochenille/Dan Dumitrescu
Pitichinaccio/FrantzRobert Tear
CrespelJohn Nuzzo
SpalanzaniMarjana Lipovsek
NathanaelPeter Loehle
Die Stimme der MutterMarkus Eiche
Meister Luther
Hermann
Eine Aufführung von den Salzburger Festspielen 2003
Text von Jules Barbier nach dem gleichnamigen Drama
von Jules Barbier und Michel Carré
Es singen und spielen die
Konzertvereinigung Wiener
Staatsopernchor und die Wiener Philharmonikerunter der Leitung von
Kent NaganoBühnenbild: Paule Constable
Kostüme: Tanya McCallin
Musik: Jacques Offenbach
Inszenierung: David McVicar
Fernsehregie: Andreas Morell
Kurz vor seinem Tod beschloss Jacques Offenbach (1819 - 1880), der Meister der Operette, endlich die große Oper seiner Träume zu komponieren: Fantastische Erzählungen aus der Feder E.T.A. Hoffmanns wollte er auf die Bühne bringen, mit der Figur des Autors als Titelheld, der seine Geschichten unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen in einem Wirtshaus zum Besten gibt. In der Geschichte verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Offenbach starb 1880 während der Proben zur Uraufführung an der Pariser Opéra Comique. Sein handschriftliches Manuskript verbrannte. Doch seit einigen Jahren sind in Archiven und Nachlässen verschiedene Fragmente aufgetaucht, die neue Facetten des Werks erschlossen haben.
In der Inszenierung von David McVicar für die Salzburger Festspiele 2003 wurden wiederentdeckte Fragmente aus Jacques Offenbachs Aufzeichnungen integriert.
und :
http://www.arte.tv/de/programm/242,date=14/8/2011.html20:15
Live von den Bayreuther Festspielen 2011:
Richard Wagner: "Lohengrin" - III. Akt
Sonntag, 14. August 2011 um 20.15 UhrWiederholungen:
Keine Wiederholungen
ZDF
Regie: Michael Beyer
Darsteller: Annette Dasch (Elsa von Brabant), Christian Tschelebiew (4. Edler), Georg Zeppenfeld (Heinrich der Vogler), Klaus Florian Vogt (Lohengrin), Petra Lang (Ortrud), Rainer Zaun (3. Edler), Samuel Youn (Der Heerrufer des Königs), Stefan Heibach (1. Edler), Tómas Tómasson (Friedrich von Telramund), Willem Van der Heyden (2. Edler)
Chorleiter: Eberhard Friedrich
Kostüme: Reinhard von der Thannen
Dirigent: Andris Nelsons
Ausstattung: Reinhard von der Thannen
Inszenierung: Hans Neuenfels
16:9 (Breitbildformat) Nativ HD
Mit der ersten Neuinszenierung ihrer Intendanz gelang im vergangenen Sommer Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier ein fulminanter Start. In der Regie von Hans Neuenfels wurde der Bayreuther "Lohengrin" zum überwältigenden Erfolg bei Publikum und Feuilleton: bildgewaltig, deutungsstark und, wie von Neuenfels zu erwarten, auch ein wenig provokant und ironisch gegen den Strich gebürstet. Musikalisch verspricht der Bayreuther "Lohengrin" Operngenuss auf höchstem Niveau mit einer herausragenden Garde von Sängern und dem jungen, lettischen Dirigenten Andris Nelsons.
Erstmalig ist das Fernsehen live mit dabei in Bayreuth. In den beiden Pausen vermittelt Annette Gerlach das besondere Flair des "grünen Hügels", spricht mit Mitwirkenden und Gästen und blickt zusammen mit Stephan Mösch, dem Chefredakteur der "Opernwelt", auch anhand von historischen Filmausschnitten zurück auf die Geschichte der Bayreuther Festspiele.
Für sein Debüt auf dem Grünen Hügel bricht Starregisseur Hans Neuenfels, der Nestor des Regietheaters, radikal mit der Tradition des märchenhaften "Lohengrin"-Pathos. Er geht auf Distanz zu mythischer Entrücktheit und raunenden Heilsversprechen - und versetzt die Handlung ins Versuchslabor. Zusammen mit seinem nie um eine surreale Bildidee verlegenen Bühnenbildner Reinhard von der Thannen suchte Neuenfels nach einer Bildmetapher für das wankelmütige Volk im Lohengrin - eine opportunistische und führerbegeisterte Masse in Waffen klirrender Kriegsstimmung.
Anstelle des im Libretto vorgeschriebenen sächsischen, thüringischen und brabantischen Edelvolks stehen nun ganze Rudel von Ratten auf der Bühne: der berühmte Hochzeitsmarsch "Treulich geführt" - ein Zug des Ratten-Chores; das Volk von Brabant als Laborratten, geduckte Kreaturen, eingesperrt im klinisch weißen Labor. Diese Tiere, bekannt für ihre Anpassungsfähigkeit und ihren Überlebensinstinkt, sind possierlich und bösartig zugleich - und eine provokante Zumutung für Bayreuther Traditionalisten.
Neuenfels dekliniert die ironische Tiermetapher konsequent durch die Handlung und findet suggestive und anspielungsreiche Bilder, die unter die Haut gehen und im Gedächtnis haften: der Mensch als Laborversuch, als Ratte unter Kontrolle einer anonymen Macht, die ihn in klinischen Schutzanzügen und mit Spritzen kontrolliert.
Wagner selbst hat den "Lohengrin" als seine traurigste Oper bezeichnet, weil hier Märchenfiguren in einer ausweglosen Welt scheitern. Diese Trauer bricht Neuenfels mit burlesken Regieeinfällen und witzigen Anspielungen - um am Ende doch die ernste Kernbotschaft zu vermitteln. So erleidet zum Beispiel der Schwan, der Lohengrin nach Brabant brachte, ein ebenso tragisches wie komisches Schicksal: Die Nager packen ihn in einen sargähnlichen Bräter und rupfen ihn, bis er am Ende des ersten Aufzugs als nackter Braten über der Szenerie schwebt. Spätestens hier ahnt der Zuschauer: Der Mensch zerstört, was er lieben sollte, und lässt wohl auch den heilsbringenden Gralsritter nicht ungerupft.
Der Dirigent Andris Nelsons war für sein Bayreuth-Debüt im vergangenen Jahr von der Kritik einhellig gefeiert worden: "Wunder an Harmonie, luftig-leichte Orchesterführung und differenzierte Gestaltung" wurden Nelsons attestiert, und die "Die Zeit" vergleicht ihn mit der Weltspitze der Dirigenten: "Seit Christian Thielemann ist kein Dirigent mehr am Grünen Hügel auf Anhieb so gut mit der heiklen, zauberisch indirekten Akustik des Festspielhauses klargekommen wie Andris Nelsons."
Zur Entstehung und Geschichte des Werks
Mit dem „Lohengrin“-Stoff beschäftigte sich Wagner erstmals während seiner Zeit in Paris. Die Anregung kam von derselben Abhandlung, die ihn schon zum „Tannhäuser“ inspiriert hatte. Für sein neues Werk betrieb Wagner intensives Quellenstudium: Joseph Görres' Ausgabe des „Lohengrin“-Epos, eine Neuübertragung von Wolfram von Eschenbachs „Parsifal“, die Sagen- und Mythensammlungen der Brüder Grimm, Jacob Grimms „Deutsche Rechtsaltertümer“ und eine „Flandrische Staats- und Rechtsgeschichte bis zum Jahr 1305“.
Im Sommer 1845 schrieb er während eines Kuraufenthalts in Marienbad in nur wenigen Tagen den gesamten Prosaentwurf nieder, im Spätherbst vollendete Wagner die Dichtung. Mit der Vertonung begann er im folgenden Sommer, am 28. April 1848 vollendete Richard Wagner endlich die Komposition des „Lohengrin“ – und schließt damit seine „romantische“ Schaffensperiode ab.
Die Uraufführung war ursprünglich an der Dresdner Hofoper vorgesehen, doch wegen Wagners Bekenntnis zur Pariser Revolution von 1848 war daran nicht mehr zu denken. Schließlich wagte Franz Liszt 1850 die Uraufführung in Weimar. Zu dem Zeitpunkt war Wagner bereits ein steckbrieflich gesuchter Barrikadenkämpfer, der in der Schweiz politisches Asyl genoss.
Die Weimarer Uraufführung vom 28. August 1850 wurde weitgehend verständnislos aufgenommen, das Werk schien zu anspruchsvoll, seine Gestalten zu weit entfernt vom Gewohnten. Doch der „Lohengrin“ setzte sich durch, allein in den folgenden zehn Jahren führten ihn nicht weniger als 21 Theater auf. 1861 sah dann der 15-jährige bayerische Kronprinz Ludwig das Werk zum ersten Mal – ein folgenreiches Erlebnis, denn es veranlasste Ludwig, unmittelbar nach seiner Thronbesteigung 1864 Wagner an den Münchner Hof zu binden.
Über eine Neuinszenierung der Oper kam es 1867 zum Streit zwischen dem König und Wagner. Dieser wollte nämlich schlichtes („frühmittelalterliches“) Dekor, während Ludwig auf einer prachtvollen Ausstattung im „Neuschwanstein“-Stil bestand. Der König setzte sich durch und begründete damit eine Aufführungstradition, in der der „Lohengrin“ meist als aufwendig dekoriertes Märchenspektakel in Szene gesetzt wurde.
In der Folge war die „Lohengrin“-Rezeption zunehmend nationalistisch gefärbt. Die Identifikation mit dem Heilsbringer Lohengrin wurde Teil einer offiziellen Ideologie. So ließ sich Kaiser Wilhelm II. bei seinem Einzug in Hamburg in einem von einem Schwan gezogenen Boot sehen. Und noch Adolf Hitler wurde von der nationalsozialistischen Propaganda ohne Umschweife mit dem „Führer von Brabant“ gleichgesetzt.
Hans Neuenfels
Hans Neuenfels wurde 1941 in Krefeld geboren. Er veröffentlichte schon in frühen Jahren Lyrik und Prosa, 1991 erschien sein Roman „Isaakaros“, 2001 seine Erzählung „Neapel oder die Reise nach Stuttgart“. Seine Schauspiel- und Regieausbildung erhielt er am Max-Reinhart-Seminar in Wien. Er inszenierte unter anderem am Schauspiel Frankfurt, das er unter der Leitung von Peter Palitzsch mitprägte, in Stuttgart, Hamburg, Berlin, München, Zürich und Wien.
Von 1986 bis 1990 war er Intendant der Freien Volksbühne Berlin. Er drehte Filme über Kleist, Musil, Genet und Strindberg.1994 erhielt er die Kainz-Medaille der Stadt Wien. Seit 1974 führt er Opernregie, er erarbeitete unter anderem in Frankfurt Aida und Macbeth, Schrekers „Die Gezeichneten“ und Busonis „Doktor Faust“. In Paris die Uraufführung von York Höllers „Der Meister und Margarita“, an der Staatsoper Stuttgart „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Die Entführung aus dem Serail“, „Don Giovanni“ und die Uraufführung von Adriana Hölszkys Oper „Giuseppe et Sylvia“, zu der er das Libretto schrieb. Für die Wiener Festwochen inszenierte er die Uraufführung von Hölszkys „Die Wände nach Genet“, in der Wiener Volksoper „Der König Kandaules“ von Alexander Zemlinsky und in der Wiener Staatsoper Giacomo Meyerbeers „Le Prophète“, bei den Salzburger Festspielen 2000 „Cosí fan tutte“ und im Jahr darauf „Die Fledermaus“.
An der Deutschen Oper in Berlin inszenierte er „Die Macht des Schicksals“, „Rigoletto“, „Der Troubadour“, „Nabucco“, Zimmermanns „Die Soldaten“ und im Frühjahr 2003 „Idomeneo“.
An der Staatsoper Stuttgart 2004 „Die Sache Makropulos“ von Janácek und an der Hamburgischen Staatsoper „Fidelio“. Am Nationaltheater Mannheim inszenierte er die Uraufführung „Die Schnecke“ von Moritz Eggert, für die er das Libretto schrieb, im Winter 2004 erarbeitete er an der Komischen Oper Berlin „Lady Macbeth von Minsk“ von Dimitri Schostakowitsch. Bei der Ruhrtriennale in Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin inszenierte er „Schumann, Schubert und der Schnee“, eine Oper für Klavier nach seinem eigenen Libretto, 2006 an der Komischen Oper, „Die Zauberflöte“ von Mozart, in Basel 2007 Penthesilea von Othmar Schoeck, 2008 „Tannhäuser“ von Richard Wagner am Aalto Theater in Essen und „La Traviata“ an der Oper Berlin. Bei den Schwetzinger Festspielen brachte er 2009 Wolfgang Rihms Oper „Proserpina“ zur Uraufführung und inszenierte an der Komischen Oper Berlin Aribert Reimanns „Lear“.
Er ist Mitglied der Akademie der Künste und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 2005 und 2008 wurde er zum Opernregisseur des Jahres gewählt. 2009 erschienen seine Essays unter dem Titel “Wie viel Musik braucht der Mensch“. Er ist mit der Schauspielerin Elisabeth Trissenaar verheiratet. Der gemeinsame Sohn ist der Kameramann Benedict Neuenfels.
Andris Nelsons
Andris Nelsons ist einer der gefragtesten jungen Dirigenten in der internationalen Musikszene, der sowohl an den Opern- als auch an den Konzerthäusern einen exzellenten Ruf genießt. In den kommenden Jahren wird er die Zusammenarbeit mit Orchestern wie dem Koninklijk Concertgebouworkest, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, der Staatskapelle Berlin, dem Philharmonia Orchestra, Pittsburgh Symphony und dem Tonhalle-Orchester Zürich fortsetzen. Erstmals dirigieren wird Nelsons die Wiener Philharmoniker im Musikverein, die Berliner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, das London Symphony Orchestra, das Orchestre de Paris, die Accademia Nazionale di Santa Cecilia und das New York Philharmonic Orchestra. Außerdem wird er auf einer Tournee mit den Wiener Philharmonikern zum ersten Mal in Japan auftreten und dort im Verlauf der Saison Aufführungen des Lohengrin an der Tokyo Opera Nomori leiten.
In der Saison 2009/2010 trat Andris Nelsons am Royal Opera House Covent Garden, an der Metropolitan Opera New York sowie an der Wiener Staatsoper auf und erhielt von allen drei Häusern Wiedereinladungen. Bei den Bayreuther Festspielen debütiert er im Sommer 2010 als musikalischer Leiter von „Lohengrin“, der neuen Produktion von Hans Neuenfels.
2008 wurde Nelsons zum musikalischen Leiter des City of Birmingham Symphony Orchestra ernannt und hat für seine ersten beiden Saisons in Birmingham höchstes Lob erhalten. Nach einer Sommerfestival-Tournee 2009 mit Auftritten beim Lucerne Festival, den Berliner Festspielen und den BBC Proms folgte im März 2010 eine umfangreiche Europa-Tournee. Die nächste Tournee im Sommer 2010 umfasst erneute Auftritte beim Lucerne Festival und den BBC Proms sowie ein Konzert in der Berliner Waldbühne. Erschienen sind bereits Aufnahmen von Tschaikowskys Symphonie Nr. 5 und der Hamlet-Ouvertüre (ausgezeichnet mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik) und eine CD mit Orchesterwerken von Richard Strauss, zu der die „Times“ schrieb, es sei eine der „kostbarsten und raffiniertesten Wiedergaben, die es je auf CD gegeben hat“. Zuletzt erschien eine Aufnahme mit Strawinskys „Feuervogel“ und der Psalmensymphonie.
1978 in Riga geboren, wuchs Andris Nelsons als Kind einer Musikerfamilie auf und begann seine Karriere als Trompeter im Orchester der Lettischen Nationaloper, außerdem erhielt er diverse Preise als Sänger. 2001 wurde er mit dem renommierten Großen Lettischen Musikpreis für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Im selben Jahr schloss er sein Studium in Riga ab und ging nach Sankt Petersburg, um dort bei Professor Alexander Titov seine Ausbildung fortzusetzen. Seit 2002 studiert er privat bei Mariss Jansons und beendete 2009 seine Tätigkeit als Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford. Von 2003 bis 2007 war er Generalmusikdirektor der Lettischen Staatsoper.
21:50
Oper entdecken
Wagners Rienzi inszeniert von Philipp Stölzl
Sonntag, 14. August 2011 um 21.50 UhrWiederholungen:
Keine Wiederholungen
Oper entdecken
(Deutschland, 2010, 51mn)
ZDF
Regie: Johannes Grebert
Darsteller: Camilla Nylund, Kate Aldrich, Torsten Kerl
Dirigent: Sebastian Lang-Lessing
Inszenierung: Philipp Stölzl
Orchester: Orchester der Deutschen Oper Berlin
Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD
Kein anderes Werk Wagners ist derart mit dem Namen Adolf Hitler verknüpft wie "Rienzi". Der war als junger Mann tief beeindruckt von der bereits 1842 entstandenen Oper, die sein Weltbild prägen sollte. Auf fast unheimliche Weise scheint die Handlung Aufstieg und Fall des Tyrannen vorwegzunehmen. Zufall, Geistesverwandtschaft oder Missverständnis? Dieser Frage geht der Film nach und stellt die spektakuläre Berliner Inszenierung von Philipp Stölzl aus dem Jahr 2010 in den Mittelpunkt.
Mit "Rienzi" vertonte Richard Wagner die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines römischen Tribunen, der den Rückhalt des Volkes verliert. Ein historischer Stoff, der den noch aufstrebenden und revolutionär gesinnten Komponisten offenbar ebenso faszinierte wie später, verpackt in die oft mitreißende Musik, den noch jugendlichen Adolf Hitler. "Rienzi" wurde zu einer "Erweckungsoper" des Tyrannen, der hier früh seine Bestimmung zu finden glaubte.
Dass "Rienzi" heutzutage recht selten gespielt wird, liegt freilich nicht nur an der historischen Last. Das Frühwerk des Komponisten bringt es bei Aufführung in voller Länge auf über fünf Stunden, ohne dass es die Strahlkraft des späteren Werkes von Wagner besäße.
Regisseur Philipp Stölzl befreite das Mammutwerk 2010 von seinem erzählerischen Ballast zugunsten der Hauptgeschichte um den Tribunen Rienzi. Gut zwei Stunden Spielzeit und eine beeindruckende visuelle Qualität: Dem Ergebnis merkt man die Herkunft Stölzls von Musikclip und Kinofilm ("Nordwand", "Goethe!") im besten Sinne an. Stölzl stellte sich die Frage, wie man ein derart von der Geschichte belastetes Werk heutzutage überhaupt noch auf die Bühne bringen könne und lieferte mit seiner Inszenierung die beste Voraussetzung für einen Fernsehfilm, der sich genau dieser Frage widmet.
Filmemacher Johannes Grebert konzentriert sich in seiner spannungsreichen Dokumentation ganz auf Stölzls Inszenierung und die Interviewpartner - wie Dieter David Scholz, Udo Bermbach und andere -, die die Historie und Inszenierung kontrovers diskutieren. Dabei bleibt genügend Raum für die Musik mit ihren überwältigenden Chorpassagen und der überzeugenden Darstellung von Torsten Kerl als Rienzi.