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Diakritische Zeichen
ˈː
 
leo-ende

Betrifftdas Synonymgedicht
Kommentar
Ich hab' heut Nacht von dir geträumt,
meinem guten alten ...Kamerad.
Wir haben immer viel gelacht
und zusammen Mist ...fabriziert.
Lass mich bitte nicht allein,
ich kann ohne Dich nicht ...leben!

~

Buying bread from a man in Brussels
He was six foot four and full of ...power
I said, "Do you speak-a my language"
He just smiled and gave me a Vegemite ...butty,


Die Regel: Ein Gedicht (egal ob selbst verfasst oder einem Klassiker entnommen) wird durch die Verwendung von Synonymen verfremdet.

Ich wünsche eine unterhaltsame und Geist anregende Beteiligung!
Verfasser Harri Beau (812872) 09 Nov 11, 12:02
Kommentar
Ich probiers mal mit dem ersten Gedicht, das mir einfiel:

Wenn Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich - kürzer werden,
wenn Amsel, Drossel, Fink und Meisen
die Koffer packen und - in den Süden fliegen,
wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir versäumten - zu zerquetschen,
von selber sterben, so glaubt mir:
es steht der Winter - kurz bevor!

Ich laß ihn stehn! Ich spiel ihm einen Possen!
Ich hab die Tür verriegelt und - von innen verrammelt!
Er kann nicht rein! Ich hab ihn angeschmiert!
Nun steht der Winter vor der Tür ... und - zittert vor Kälte.

Joa, nette Unterhaltung :)
#1Verfasser Cath (236489) 09 Nov 11, 12:13
Kommentar
Schon mischt sich Rot in der Blätter grün,
Reseden und Astern - verwelken,
die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,
der Herbst ist da, das Jahr wird - am Ende.

Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht -
weg drum mit der Schwermut aus deinem - Inneren!
Banne die Sorge, genieße, was frommt,
denn Stille, Schnee und Winter - taucht auf.
#2Verfasser miri7205 (809963) 09 Nov 11, 13:15
Kommentar
Harri Beau, auf diesen Faden stieß ich über deinen Link Siehe auch: Humour VI, esprit VI et fantaisie VI

Ich will deine nette Idee unterstützen, indem ich den Anfang des Struwwelpeter mit Synonymen verhunze (Dieser Ausdruck passt hier auch wegen des Hunds!) Ich habe aber nur Reimwörter verändert, in der ersten acht Versen jeweils die zweiten eines Paarreims, ab dem neunten die jeweils ersten. Dabei kam dies dabei heraus:

Der Friederich, der Friederich,
Das war ein arger Grobian!
Er fing die Fliegen in dem Haus
Und riß ihnen die Flügel ab.
Er schlug die Stühl’ und Vögel tot,
Die Katzen litten große Pein.
Und höre nur, wie bös er war:
Er peitschte seine Gretchen selbst!

Am Brunnen stand ein großer Köter,
Trank Wasser dort mit seinem Mund.
Da mit der Peitsch’ herzu sich trollte
Der bitterböse Friederich
Und schlug den Hund, der heulte laut,
Und trat und schlug ihn immer mehr.
Da biß der Hund ihn in den Fuß,
Recht tief bis in das Blut hinein.
Der bitterböse Grobian
Der schrie und weinte bitterlich.
Jedoch nach Hause lief das Vieh
Und trug die Peitsche in dem Mund.
#3Verfasser mars (236327) 09 Nov 11, 17:00
Kommentar
Am Morgen steigt man aus dem Bette,
und geht ganz schnell mal - zum Klo.
Um weg zu bringen seine Schlacke,
manche nennen es auch - Hinterlassenschaft.

Man setzt sich hin, läßt alles laufen,
bis sich die Kacke häuft zum - Berg.
Manchmal ist es auch nur Wasser,
manchmal dünner, manchmal - heller.

Ist das große Werk vollbracht
wird - sich umgedreht,
um das Ganze zu beschaun,
das gibt wieder - Mut.


fast wie Heinz Erhardt ;-)
#4Verfasser Herkuline (833032) 09 Nov 11, 18:23
Kommentar
Super! Vielen Dank, es sind ja schon schöne "Verdichte" dabei.

Von der Stirne heiß
Rinnen muß ...die Transpiration,
Soll das Werk den Meister loben,
Doch der Segen kommt ...vom Himmel.
#5Verfasser Harri Beau (812872) 09 Nov 11, 20:02
Kommentar
Festgemauert in der Welt
Steht die Eintiefung, aus Dreck gebrannt
Heute soll die Bimmel werden,
Frisch! Famuli, seid zur Flosse.

Huch! Wo sind denn da die Reime geblieben?!? ;o)
#6Verfasser virus (343741) 11 Nov 11, 13:36
Kommentar
Harri Beau, kannst du auch das folgende kurze Synonymenspiel würdigen?:

HARIBO  macht   Kinder  froh -
und Erwachsene gleichermaßen!

#7Verfasser mars (236327) 11 Nov 11, 17:13
Kommentar
Passend zum 11. November:

Sankt Martin beklaut den Bettler

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
sein Ross, das trug ihn fort - mühelos.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
sein Mantel deckt ihn warm und - super.

Im Schnee saß, im Schnee saß,
im Schnee, da saß ein armer Mann,
hat nicht einmal - eine Kreditkarte:
„Oh helft mir doch in meiner Not,
sonst ist der bittre Frost mein - mein Ende!“

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zieht die Zügel an,
sein Ross steht still beim - Schnorrer.
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt
den warmen Mantel - mitten durch.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin gibt den halben still,
der Bettler rasch ihm danken - möchte.
Sankt Martin aber ritt in Eil
hinweg mit seinem - Portemonnaie.

hoffentlich nicht zu böse...
#8Verfasser Puppengesicht (807439) 11 Nov 11, 18:34
Kommentar
Not original, but good for a chuckle in scouts, at camp, etc.:

Propel, propel, propel your craft
placidly down the liquid solution,
ecstatically, ecstatically, ecstatically, ecstatically,
existence is but an illusion.


(-:
#9Verfasser hm -- us (236141) 11 Nov 11, 18:46
Kommentar
Ich habe versucht, das von Harri Beau vorgeschlagene Prinzip auf ein bekanntes französisches Gedicht anzuwenden. Wie in meinem Beitrag 3 ersetzte ich die Reimwörter durch mehr oder weniger gute Synonyme. Dabei habe ich außerdem versucht, dass sich trotzdem wieder - mehr oder weniger gute - Reime ergaben, was nicht ganz einfach war. Hier das Ergebnis:

Le Corbeau et le Renard

Maître corbeau, sur un arbre assis,
Tenait en son bec un brie.
Maître renard par l'odeur acquis ,
Lui tint à peu près ces propos:
«Et bonjour Monsieur du Corbeau.
Que vous êtes joli! que vous me semblez grand!
Sans mentir, si vos chants
Se rapporte à vos ailes,
Vous êtes le phénix de ces fôrets si belles »
A ces mots le corbeau est tout ravi;
Et pour montrer ses superbes mélodies,
Il ouvre un large bec laisse tomber son brie.
Le renard s'en saisit et dit: "Mon pote,
Apprenez que tout lèche-bottes
Vit aux dépens de celui qui prête l’oreille
Cette leçon vaut bien un fromage pareil."
Le corbeau tout honteux et tout embarrassé
Jura mais un peu tard, qu'on ne l'y prendrait plus jamais.

D'après le poème d'un Castrothéodoricien
#10Verfasser mars (236327) 12 Nov 11, 14:39
Kommentar
#10: mars, das ist ja schon hohe Kunst!

#7 kannte ich bisher nur als: HARIBO macht Kinder froh, und den Zahnarzt ebenso!

~

Noch'n Gedicht:

Es soll manchen Dichter geben,
der muß dichten um zu ...existieren.
Ist das immer so? Mitnichten,
manche leben, um zu ...parodieren.

(nach Heinz Erhardt)
#11Verfasser Harri Beau (812872) 13 Nov 11, 18:00
Kommentar
Die von Harri Beau angeregte „Verhunzung“ bekannter Verse brachte mich auf den Gedanken, hier einmal den umgekehrten Weg vorzuschlagen, nämlich den Versuch, aus einem „verhunzten“ Text die Originalverse zu rekonstruieren. Dazu habe ich den Anfang des ersten Streichs von „Max und Moritz“ in „unmetrische“ Prosa verwandelt. Wörter habe ich dabei nicht durch Synonyme ersetzt, auch die Reimwörter sind noch alle vorhandeln, wenn auch nicht am Versende:

Mancher gibt sich mit dem lieben Federvieh viele Müh', einesteils wegen der Eier, welche diese Vögel legen; zweitens: man kann dann und wann einen Braten essen. Drittens weil man auch ihre Federn in die Kissen und die Pfühle zum Gebrauch nimmt. denn man liegt nicht gerne kühle. Seht, da ist Frau Bolte, die Witwe, die das auch nicht gerne wollte.


Wie mancher schnell sehen wird, ist die Rekonstruktion der Wilhelm-Busch-Verse gar nicht so einfach, obwohl Buschs vierhebige Trochäen sehr eingängig klingen. Wer es nicht schafft, schaue hier die „Lösung“ an: http://www.wilhelm-busch-seiten.de/werke/maxundmoritz/streich1.html

Wer kann über seine Erfahrungen bei dem Rekonstruktionsversuch berichten?

#12Verfasser mars (236327) 14 Nov 11, 10:04
Kommentar
mars, zum Ersten klingt es verblüffend und ungewohnt. Beim zweiten Lesen meinte ich dann, es leicht rekonstruieren zu können, da mir die Verse seit Kindertagen bekannt sind. (Es wäre also nicht ganz fair, hier einen Vorschlag abzuliefern.)

Aber auch nach mehreren Versuchen, die 'Pfühle' bekomme ich nicht unter. (Noch bin ich zu stolz, die Lösung nachzuschlagen. Möglicherweise fällt mir heute Abend wieder ein wie der Vers lautet)
#13Verfasser Harri Beau (812872) 14 Nov 11, 17:06
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