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Topicto cast something in a certain light
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Ich habe eine kritische Anmerkung in einem Text erhalten, in dem ich die oben genannte Redewendung angewendet und an den speziellen Fall angepasst habe, indem ich "sarcastic light" verwendet habe. Natürlich klingt sarcastic light blöd, und man kann leicht sagen, das gibt es nicht, allerdings ist es erstens eine Metapher und zweitens ein bestimmter Fall der Redewendung. Wenn etwas in ein bestimmtes Licht gestellt werden kann, ein negatives, ein zweifelhaftes, ja sogar ironisch würden die meisten wahrscheinlich akzeptieren, warum sollte dann "sarkastisch" zu viel sein? Vielleicht kann man daran zweifeln, aber einfach lakonisch anmerken "das gibt es nicht"?
Author MathiasKH (805745) 28 Apr 13, 19:58
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Sarkastisch ist eine Person (oder ihr Standpunkt), nicht ein Licht. Warum nimmst du nicht "from a sarcastic point of view"?
#1Author mordnilap (835133) 28 Apr 13, 20:08
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Weil es nicht allein so "gesehen" wird, sondern durch die Umstände wiederum auf den hypethetischen Betrachter so wirkt. Die Umstände schaffen die Atmosphäre, oder was auch immer, eben dass es sarkastisch ist. Ich hätte natürlich jede einfache Alternative genommen, aber erstens werfen die Umstände es durchaus in ein bestimmtes Licht, und zweites ist es im Resultat sarkastisch zu sehen (es ist ein argumentativer Text).

Ein Licht ist auch nich negativ, zweifelhaft oder was auch immer. Oder erklär mir den Unterschied, wenn das so offensichtlich ist. Da sind immer größere Perspektiven, und dafür gibt es diese (und ähnliche) einfache Redenwendungen, weil sie effektiv sind.

Rein vom Sprachgefühl könnte ich zustimmen, aber Metaphern und Redewendungen sind adaptiv, und da muss der Englischlektor nicht einen auf Naturwissenschaftler machen. Ich wüsste nicht wieso etwas nicht in ein Licht getaucht werden kann (oder einfach durch Umstände bestimmt sein kann), welches es sarkastisch erscheinen lassen, dieses überhaupt anzunehmen.

Sagen wir "gun control". Gewisse Statistiken können die Verbindung von Waffen und Patriotismus ggf. so dastehen lassen.
#2Author MathiasKH (805745) 28 Apr 13, 20:16
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Ich schätze, ich hätte es einfach irgendwie ausformulieren sollen....
#3Author MathiasKH (805745) 28 Apr 13, 20:28
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"to cast a positive light on..." ist für mich in Ordnung, aber nicht "to cast a sarcastic light on...". Der Sarkasmus kommt von innen heraus, das Licht von aussen. Für mich ist es das falsche Bild.

Ich glaube nicht, dass du etwas in einem sarkastischen Licht erscheinen lassen kannst.

Vielleicht wirft ja noch einer ein anderes Licht auf die Sache.
#4Author mordnilap (835133) 28 Apr 13, 20:38
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Nicht "ich", aber "etwas" lässt etwas so erscheinen, dass es sarkastisch wäre, das anzunehmen (nun von mir oder irgendwem), wenn man es unvoreingenommen betrachtet (dem Argument nach, was ja in Ordnung ist).

Generell sind selbst die unproblematischsten Formen wie "zweifelhaft" auf einer metaphorischen, Betrachter-orientierten Ebene. Aber "positive" und "negative" light sind z.B. völlig abstrakt.

Es könnte damit zusammenhängen, wie man gewohnt ist "sarkastisch" zu hören. "in an ironic light" findet einige Treffer.

Ich denke eine Lösung wäre "something is/seems/looks/would be sarcastic in the light of...". Aber eigentlich scheint das keine völlige Umstellung des Sinnes. Bezug und Ausdruck scheinen dieselben zu sein. Aber dabei ist es auch wichtig, dass es "sarkastisch" ist, ohne dass es notwendig so wahrgenommen wird, weil erst darauf hingewiesen wird. Außerdem gibt es durchaus objektive Regeln, wann etwas sarkastisch ist, und darum geht es. "light" ist hier nur der Träger. "Something is made to look sarcastic". Sort of.

Egal. Dann halt nicht.


Edit: Ich muss noch darüber nachdenken, aber vielleicht funktioniert "cynical" besser, weil dahinter nicht so eine Struktur zu stehen scheint, die es so betont "deliberate" macht und die mit der passiven Erscheinung "clashed".
#5Author MathiasKH (805745) 28 Apr 13, 21:42
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Ich glaube inzwischen, es hängt alles davon ab, ob man versteht, dass der Text einen hypothetischen Beobachter positioniert, der gewissermaßen die gegeben Daten aufnimmt und "vernünftig", unvoreingenommen wertet.

Dann ist jedes wertende Adjektiv gleich und es gibt kein Problem.... Argumente? Und kommt nicht mit "sarkastischem Licht", denn wie es nicht wörtlich gemeint ist, habe ich soeben erklärt. Wenn man es aus der Intention mit einem implizierten Beobachter herausnimmt, hat es keinen Sinn. Es ist tatsächlich "so gesehen", und nicht losgelöst in der (im-)materiellen Welt....

Ok, das macht das alles nicht sehr elegant und deutlich, aber es ist nicht sinnlos.
#6Author MathiasKH (805745) 29 Apr 13, 01:52
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Schau, der Unterschied zwischen uns beiden ist:

Ich behaupte, nur der Betrachter kann sarkastisch sein, nicht aber das Objekt, das er betrachtet.

Du behauptest, das Objekt ist/wird/erscheint sarkastisch, nicht jedoch der Betrachter.

Es geht hier nicht ums physikalische Licht, ich weiss schon, dass das nur eine Metapher ist.

Solange unser Verständnis von Sarkasmus (oder Ironie) so grundlegend verschieden ist, werden wir nie übereinstimmen können.
#7Author mordnilap (835133) 29 Apr 13, 02:58
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Also erstmal, so klar ist das nicht notwendig zu trennen. In der Phänomenologie z.B. wird nicht mehr notwendig zwischen Subjekt und Objekt unterschieden. Ich verstehe sehr wohl das Problem, glaube aber dass hier auch eine innere Beziehung übersehen wird, die nicht so einseitig sein muss, wie man sich (besonders allwissende Sprachler) das manchmal gerne vorstellt. Zumal ich immer deutlich betont habe, dass ich sehr wohl den "Beobachter" miteinbeziehe. Wichtig ist vor allem, dass "light" hier gar nicht "Licht" meint, sondern für "Perspektive" steht, also selbst schon anthropomorphisiert ist. Damit passt es zu "sarcastic manner"... Das herauszuziehen und witzelnd von "sarcastic light" zu sprechen, ist daher nicht wirklich korrekt.

Indessen habe ich vor kurzem eine Hausarbeit über Ironie in einem Werk geschrieben, was aber hiermit nichts zu tun hat (nur als Hinweis, dass ich nicht blind bin). Schließlich geht es hier an sich darum, wann etwas sarkastisch ist, was immer von einem Beobachter abhängt, aber auch in einer Gegenüberstellung von Informationen ausgedrückt sein kann (was im Grunde dasselbe ist). Aber diese Diskussion ist es mir nicht mehr wert, der Text selbst war auch nicht sehr wichtig...




Ich glaube das hab ich aufgegeben, aber ich habe an einen anderen Fall gedacht, in dem ich "self-reproducing treadmill" verwendet hab, das scheinbar nicht zusammenpasst, aber im Gesamtzusammenhang dennoch eine notwendige logische Beziehung darstellt (die "treadmill" drückt monotone Wiederholung aus, das "self-reproducing" drückt Variation derselben Prinzipien aus), und mir dazu folgendes überlegt (zunächst nur Theorie): Metaphorische Elemente müssen außerhalb eines literarischen Textes nicht unbedingt in ihrer Bildlichkeit harmonisieren. Sie sind nur in ihrem logischen Beziehungszusammenhang von Bedeutung. Es sind ganz einfach verschiedene sprachliche Ebenen von unterschiedlicher Bedeutung und Funktion. Niemand achtet groß auf die Schönheit und Reinheit von kombinierten oder adjektivierten Metaphern in einem Text, in dem es um rein logische Aussagen geht. Jedes beschreibende Element kann eine logische Funktion erfüllen, die sich vielleicht nicht mit der bildhaften Bedeutung verträgt. Aber hier werden immer schon unbewusst Zugeständnisse gemacht, da man sehen kann, dass es nicht wirklich wichtig ist und weil sonst die Freiheit und Beweglichkeit des Ausdrucks übermäßig eingeschränkt wäre und man eher durch Penibilität auffallen würde. In verschiedenen Textformen kann auf die ästhetische Form und den Wohlklang mehr Acht gegeben werden, aber diese beanspruchen automatisch einen besonderen Stellenwert.
#8Author MathiasKH (805745) 03 Mai 13, 12:45
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Ich weiss nicht, ob das durch höhere Sphären bedingt ist, aber so eine Verschwurbelung im Ausdruck ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Wenn ich einen Satz zu Ende gelesen habe, ist der Anfang schon in nebulöse Entfernung entrückt. Eine leicht hochgestochene Ausdrucksweise mag ich ja, aber so viel verkrafte ich nicht.
#9Author mordnilap (835133) 03 Mai 13, 23:58
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"Sarcastic light" gurgelt aber ganz gut, selbst wenn man die Bezüge auf den gleichnamigen Font ausklammert. https://www.google.de/search?q=%22sarcastic+light%22&num=50&safe=off&source=lnms... Der älteste Nachweis, so weit ich sehe, stammt von 1798 (!):
Despotism and Tyranny were represented in the most sarcastic light
http://books.google.de/books?id=TyQPAAAAIAAJ&pg=PA131&dq=%22sarcastic+light%22&h...

Oder das hier, von 1911:
On the contrary, a sarcastic light is often shed upon the Russian nature, the Russian “soul,” and the barbaric elements in it are pointedly emphasized.
http://books.google.de/books?id=N1haAAAAYAAJ&q=%22sarcastic+light%22&dq=%22sarca...
#10Author Valeriana Ebonstar (894625) 04 Mai 13, 10:09
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look(/ed at) through the prism of sarcasm?
#11Author noli (489500) 04 Mai 13, 11:49
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