| Comment | Ich bin weder Übersetzer noch Lektor, und die Texte , die ich verfasse, sind eher technischer Natur, also hier meine Antwort als einfache Leserin:
Ich mag Nebensätze; es gefällt mir nicht so gut, wenn in einem Text nur Hauptsatz an Hauptsatz gereiht wird. Verschachtelte Sätze - da kommt es auf den Verfasser und den Inhalt an, ob ich sie verstehe und gut finde oder nicht, es gibt solche und solche. Und ein exzessiver Gebrauch von Fremdwörtern, der allem Anschein nach nur dazu dient, zu demonstrieren, wie furchtbar gebildet der Schreiber doch ist, am besten zusammen mit ein paar lateinischen Redewendungen und ein paar Wendungen der Art "wie allgemein bekannt ist", "wie bereits jedem Fünftklässler bekannt sein dürfte" usw., bringt mich auf die Palme, selbst wenn ich jedes einzelne Wort verstehe.
Ansonsten sind die Dinge, die mich als Leserin stören, eher formaler Natur: Schlampig redigierte Texte mit vielen Tippfehlern, fehlende Kommata, Missachtung der Regeln für Groß- und Kleinschreibung, viel "würde" und "wäre" und wenige korrekte Konjunktive, etc. Das ist aber weniger eine Frage des Stils.
Ich muss aber auch sagen, dass mir beim Lesen eines Romans oft der Stil als solcher nicht sonderlich auffällt, wenn mir das Buch gefällt. Wenn es mir allerdings nicht gefällt, halte ich öfter inne und achte auch mehr auf den Stil, der natürlich zu meinem Nichtgefallen beitragen kann. So geschehen z.B. bei dem ersten "Twilight"-Buch, das ich geschenkt bekam, weil ich das nun einmal unbedingt lesen müsse und es so toll sein und überhaupt. Bei Autoren wie Terry Pratchett oder Douglas Adams mag ich "die Art zu schreiben", also im Grunde auch den Stil, ohne dass ich das an irgendwelchen Stilmitteln festmachen könnte (abgesehen vom Humor natürlich, der sich ziemlich gut mit meinem deckt). Ganz anders, aber mir ebenfalls positiv aufgefallen: Ferdinand von Schirach, "Der Fall Collini". Und David Lodge, den ich ebenfalls schätze, spielt sehr gerne mit verschiedenen Stilrichtungen, mischt Tagebucheinträge der handelnden Personen mit Parodien verschiedener Schriftsteller, Dialogsequenzen, stream-of-consciousness... Das würde ich auch gern können. |
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