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Betrifft

Bedrohte Wörter II

242 Antworten    
Kommentar
Wir kommen von hier :-)

Siehe auch: Bedrohte Wörter
VerfasserCarly-AE (237428) 12 Aug 13, 18:15
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Doch, Bierwärmer gibt's noch, zumindest in älteren Wirtschaften für ältere Leute wie mich. ;-)
#1Verfasserbluesky (236159) 12 Aug 13, 20:32
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Bierwärmer hat man benötigt für "a gstauchts Bier" (schwäbisch für ein gestauchtes Bier), bei den Galliern eine lauwarme Cervisia
#2VerfasserDiburg (438605) 12 Aug 13, 20:42
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Mein Pappa hatte im Falle einer Erkältung seine Bierflasche im Spargeltopf warmgemacht ...
:-)
#3Verfasserno me bré (700807) 12 Aug 13, 20:56
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Fiel mir heute ein, als meine Tochter sich über einen nach Kaffee schmeckenden Pseudokakao in ihrer Milch beschwerte: der Muckefuck.

Gibt es beim Fernsehen eigentlich noch eine MAZ? Sind noch die umständlichen Mikrofiches aus meiner Praktikantenzeit im Gebrauch?

Faden 1, Nr. 273: Schreibmaschine - "Papi, Papi, schau mal: Ein Keyboard mit integriertem Printer!"

Das ist aber kein Witz: Als meine damals Vierjährige auf dem Antikmarkt auf eine 1950er-Schreibmaschine stieß, lief sie einmal rundherum und wollte dann wissen, wo man bei diesem Gerät den Bildschirm anschloss.
#4VerfasserValeriana Ebonstar (894625) 12 Aug 13, 21:47
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Gekellnert habe ich regelmäßig bis 1999, und damals hatte jedes Lokal, Restaurant oder Wirtschaft mindestens ein Bierwärmer (meistens mehrere). Jetzt helfe ich gelegentlich bei meinen Vermietern aus (Hotel, Restaurant und Wirtschaft). Bisher hat nur ein Gast nach einem Bierwärmer gefragt...sie mußten lange suchen, bis sie ihn wieder gefunden haben :-)) Dabei fällt mir gerade "Bonbuch" ein. Irgendwann in den späten 90igern wurden per Gesetzt die elektronische Erfassung von Speisen/Getränke festgeschrieben.

Süß, Valeriana :-)) Vor 9 Jahren habe ich mich SOOO gefreut, endlich das hier gefunden zu haben: http://www.besttoy.de/wp-content/uploads/2012...
Ich hatte als Kind einen, meine Kinder auch und ich wollte meine Enkelin (damals 2) damit auch eine Freude machen. Sie packte es aus, schaute es an, reichte es ihre Mama weiter mit fragende Stimme: anmachen? :-)
#5VerfasserCarly-AE (237428) 12 Aug 13, 22:55
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Ich meine, das wäre noch nicht dran gekommen:
Nasenfahrrad; Brillenschlange
Dreikäsehoch
Fete (heute sagt man wohl eher Party)
fipsig (vielleicht sowas wie fimschig?)
Kuponschneider (oder eher: Couponschneider)- die Tätigkeit wurde zwar in einem der Fäden erwähnt, nicht jedoch das schöne Substantiv für den schlechthinigen (:-)) Kapitalisten, der die Zins- und Dividendencoupons von seinen physisch gehaltenen Wertpapieren abschnippelt und einreicht und davon leben kann.
Die Salatsauce weicht zunehmend dem Dressing, auch wenn erstere noch nicht den Status vieler anderer französischer Lehnwörter hat, die schon weiter in den Abgrund des Vergessens gerutscht sind (hinlänglich oft zitierte Mannequins, Trottoirs, Plumeaus...).
Fähnchen für Billigkleider, die nach dem zweiten oder dritten Waschen perdu oder zumindest nicht mehr ansehnlich sind.
I-Pünktchen oder i-Dötzchen für Schulanfänger sind m.E. auch nicht mehr so gebräuchlich.
Kujonieren ist mir ebenfalls schon lange nicht mehr begegnet (die Tätigkeit leider schon).
#6VerfasserBuchhalterin (764090) 13 Aug 13, 00:48
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Noch so ein Wort/Ding der Vergangenheit: Um Disketten (die 5 1/2 "-Teile, die schlabberigen "Floppy Disks") mit einem Schreibschutz zu versehen, wurden sie gelocht. Um den Schreibschutz aufzuheben, wurde das Loch überklebt ...
Das war aber andersrum:
Die 5,25" oder auch 5 1/4"-Disketten wurden bereits mit einer Schreibschutzkerbe geliefert und konnten so beschrieben werden. Wollte man sie gegen Überschreiben schützen, klebte man einen der beiliegenden schwarzen* undurchsichtigen Schreibschutzaufkleber über diese Kerbe.
Wozu der Locher? Nun, der damals weit verbreitete Homecomputer C-64 hatte ein Diskettenlaufwerk, das nur einen Schreib/Lesekopf besaß. Wenn man die zweite Diskettenseite nutzen wollte, musste man sie umgedreht ins Laufwerk stecken und vorher mit diesem speziellen Diskettenlocher an einer genau definierten Stelle ein rechteckiges Loch in die äußere Hülle stanzen. Bei den damaligen PCs war dies nicht notwendig, da deren Diskettenlaufwerke schon zweiseitige Schreib-/Leseköpfe hatten.

*Da diese Kerbe durch eine Lichtschranke abgefragt wurde, machte es wenig Sinn, hierfür durchsichtiges Klebeband zu verwenden
#7Verfasserdrkimble (463961) 13 Aug 13, 08:06
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Ältere Rechner, das waren doch die mit dem monochromen Röhrenmonitor. Später ersetzt durch Farbmonitore mit Anschluus an der EGA-, VGA- oder Herkulesgrafikkarte.
Und für die Verbindung zum Internet (aber noch ohne "www") gab es Akkustikkoppler. In meiner bevorzugten Computerzeitschrift gab es dann auch immer die Telefonnummern für das Usenet
#8VerfasserDiburg (438605) 13 Aug 13, 08:27
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Die Hälfte des Inhalts besagter Computerzeitschriften waren mit Programm-Listings zum Abtippen gefüllt, stundenlange Fehlersuche wegen Tippfehlern inbegriffen.
So einfach Downloaden war damals nicht.
#9Verfasserdrkimble (463961) 13 Aug 13, 09:00
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Das erinnert mich an die Kassetten. Wenn ich keine Leerkassette mehr zum Aufnehmen der Hitparade (noch so ein aussterbendes Wort) hatte, habe ich eine Kinderkassette genommen und die beiden Plastikstückchen oben herausgebrochen (da waren so rechteckige Löcher halb mit Plastikstückchen verschlossen). Dann konnte man die Kassette überspielen.
#10VerfasserQual der Wal (877524) 14 Aug 13, 11:45
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War das nicht umgekehrt? Der "Schreibschutz" musste mit Tesafilm wieder aufgehoben werden.
#11VerfasserHarri Beau (812872) 14 Aug 13, 11:52
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Richtig.
#12Verfasserbluesky (236159) 14 Aug 13, 13:03
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Re #11:
Bei den Floppies musste man zum Überschreiben ein Loch stanzen. Bei den Musikkassetten (MC) und Videokassetten (VHS) musste man ein Loch überkleben.
Ach ja, da waren noch Beta und Video2000.
Wie das bei der Videodisk, dem DAT oder der MiniDisc (MD) war, weiss ich nicht mehr ;-)

Re #8:
Inzwischen ist wohl auch das Telefonmodem von Aussterben bedroht. Das Fidonet gibt es wohl immer noch.
#13Verfassertraveler in time (757476) 14 Aug 13, 13:40
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Vielleicht nicht aussterbend, aber jedenfalls schon sehr fossil:
http://mentalfloss.com/article/51150/12-old-w...
:-)
#14VerfasserIrene (236484) 14 Aug 13, 20:09
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Ich musste kürzlich meinem 12jährigen Neffen das Geräusch des Telefonmodems beim Einwählen vorsingen. (Er fand's witzig.)

Aber wie heißt das aussterbende Wort dazu?
#15Verfassertigger (236106) 14 Aug 13, 21:24
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Ach so, ganz einfach:
Didiidiidööfruuutbrchchchgroo.
#16Verfassertigger (236106) 14 Aug 13, 21:27
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Damals haben sie (die Radio-Ansager) auch SEHR gerne bei gerade "in" Liedern dazwischen geredet, oder am Anfang/Ende auch, um die häusliche Kassetten-Aufnahme zu stören...
#17VerfasserCarly-AE (237428) 14 Aug 13, 23:45
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#18Verfasserno me bré (700807) 14 Aug 13, 23:58
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Angelegentlich (Präp. + G) dieses Fadens möchte ich es mir aufs angelegentlichste/aufs Angelegentlichste angelegen (Adj.) sein lassen zu erwähnen, dass es sich beim Wort "angelegen/-tlich" tatsächlich um ein bedrohtes Wort im eigentlichen Sinne handelt und nicht wie in den allermeisten Fällen der hier besprochenen Angelegenheiten nur um ein in Verbindung mit einer verschwindenden Sache einhergehendes Verschwinden auch dessen Bezeichnung! Gell!

#19Verfassermanni3 (305129) 15 Aug 13, 07:34
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Bitte. Danke.
#20VerfasserValeriana Ebonstar (894625) 15 Aug 13, 08:40
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Ceylon, Bombay*, Tschechei, Böhmen, Mähren

* Kommen die Filme jetzt eigentlich aus Mullywood?
#21Verfassermanni3 (305129) 15 Aug 13, 08:49
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Tja, die Tschechei gibt es halt nicht mehr. Aber wieso sollen Böhmen und Mähren aussterben, das sind halt Landstriche, wie die Provence oder Flandern...?
#22Verfassertigger (236106) 15 Aug 13, 17:43
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vorprogrammiert, überfrierende Nässe, einzigste

Wobei diese Wörter nicht ausgestorben sind, sondern gezielt ausgerottet wurden ;-)
#23VerfasserYora Unfug (694297) 15 Aug 13, 18:21
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Aber "einzigste" gabs doch noch nie, außer vielleicht im Schwäbischen...?
#24VerfasserQual der Wal (877524) 15 Aug 13, 18:30
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Wie, "vorprogrammiert" wurde ausgerottet? In meinem Umfeld hat es manch lauschiges Biotop :(

Und dass ich das mit dem Schreibschutz, den ich selbst oft genug gesetzt und aufgehoben habe, nicht mehr richtig hinkriege, was bedeutet das? Zumindest nicht Demenz, dann würde ich mich ja an das, was in meiner Jugend war, noch genau erinnern und z.B. gelegentlich meine Maus versuchen zu öffnen, um die Kugel und die Achsen zu reinigen.
#25VerfasserRaudona (255425) 15 Aug 13, 19:40
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Was allerdings stimmt: überfrierende Nässe ist in Deutschland vom Hoch Anna und der heißen Luft aus der Sahara mit Temperaturen bis 36 Grad endgültig ausgerottet worden, nachdem Yasmine, Zlatka und Antonia schon gute Vorarbeit geleistet hatten.
#26Verfassermanni3 (305129) 15 Aug 13, 20:28
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Vorprogrammiert?
Wie wäre es mit einem neuen Faden "Wörter die ausgerottet werden solten".
Meine ersten beiden Vorschläge sind: Vorprogrammiert und Blitzeis

Und "einzigste" ist doch nur die normale Steigerung von "einzige", so wie bei "weiß", "weißer", "Waschmittelwerbungweiß" :-)
#27VerfasserDiburg (438605) 16 Aug 13, 07:43
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Hey, welches Problem hast du mit "Blitzeis"? Man muss nicht im Außendienst sein (wie ich), um einschätzen zu können, dass Blitzeis etwas Spezielles ist, das wegen seines Gefährdungspotenzials (was für ein Wort!) speziell benannt werden sollte.
#28VerfasserRaudona (255425) 16 Aug 13, 08:34
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Und "Blitz"-"ice" verstehen sogar die Engländer ;-)

Unbedingt ausrotten: ausrotten

#29Verfassermanni3 (305129) 16 Aug 13, 08:49
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Wieso sind vorprogrammiert und überfrierende Nässe bedrohte Wörter??? Ist das ein "Insider", der an mir vorbeigegangen ist? In Frau Holle-Land hatten wir auf jeden Fall in den letzten 5 Jahren bis Mitte Juni gegen vorprogrammierte, überfrierende Nässe zu kämpfen - und das bereits ab Ende September...
#30VerfasserCarly-AE (237428) 16 Aug 13, 10:07
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Der einzigste Hinweis war der smilie in #23. Da waren es wohl vorprogrammiert, das einige Leos durch überfrierende Nässe auf das Blitzeis geführt wurden.

Jo is denn scho wieda Freitag? - SCNR
#31Verfassertraveler in time (757476) 16 Aug 13, 10:42
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Gerade nachgeschaut: Jo, scho!!
#32Verfassermanni3 (305129) 16 Aug 13, 10:44
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Was heißt hier "scho(n)"? ENDLICH!

Apropos Wochentage und Blitz(eis): Vor vielen Jahren gab es mal einen Versuch (ich kann nicht mehr erinnern, von wem - die Gesellschaft für deutsche Sprache war es nicht, wenn ich mich recht entsinne), das Wort "Mittwoch" zu ersetzen, weil die deutschen Kalender schon lange nicht mehr den Mittwoch als Mitte der Woche ausweisen, da der Sonntag eindeutig Wochenende und nicht mehr erster Tag der Woche ist. Die meisten Stimmen entfielen auf den Vorschlag "Blitztag" (weil danach "Donnerstag" kommt - huch, wie witzig). Hat sich aber nicht durchgesetzt.

Edith sagt, eine kurze Recherche habe ergeben, dass es mittwochs tatsächlich am häufigsten blitzt: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-6807400...
#33VerfasserRaudona (255425) 16 Aug 13, 12:38
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Bssd: Scho ist hier (KONTEXT!) die süddeutsche Entsprechung zu isn't it ;-)
#34Verfassermanni3 (305129) 16 Aug 13, 12:47
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Aber "scho wieda" ist doch die süddeutsche Entsprechung zu "schon wieder", odr? ;-)
#35VerfasserRaudona (255425) 16 Aug 13, 12:48
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Scho aa! (bair.,fränk.?)
Scho oo! (schwäb.)
;-)


Edit @ Wochentage auf pc*-isch
Weil der Wotan so mächtig in den Köpfen rumspukte, wurde der Wotanstag durch Mittwoch ersetzt. Im Bistum Augsburg wurde auch Tiu entmachtet und der Tag Aftermontag genannt ;-)
Bair. Ertag von Ares, volksetym. von Arius

* pc steht hier für päpstlich-christlich
#36Verfassermanni3 (305129) 16 Aug 13, 12:49
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manni3, damit hätten wir dann in einer christliche geprägten Region:
- 3 Tage die nach nordischen Göttern benannt sind (Tyr, Thor und Frija), im Englischen und anderen Sprachen als vierten noch Wotan / Odin
- 3 Tage die nach Himmelskörpern benannt sind (Mond, Saturn und Sonne)
- und den Mittwoch.

Und wer soll da noch über "Heiden" schimpfen?
#37VerfasserDiburg (438605) 16 Aug 13, 13:19
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Dabei fällt mir ein Wort ein, dass nicht nur bedroht, sondern schon fast ganz verschwunden ist: unser norddeutscher "Sonnabend" (gesprochen "Son-naamt"). Der heißt jetzt "Samstag" (gesprochen "Sams-tach").

#37: Der Samstag ist doch aber nicht der Saturntag wie im Englischen, sondern der Sabbat-Tag, oder?
#38VerfasserRaudona (255425) 16 Aug 13, 13:22
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Diburg - schimpfen? Die werden mit schöner Musik gelockt ;-)
#39Verfassermanni3 (305129) 16 Aug 13, 13:25
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Wieso ist der Sonnabend plötzlich verschwunden?

Und nur in Norddeutschland? Na, hoffentlich hat er in Berlin noch ein Refugium.
#40VerfasserUljae (831733) 16 Aug 13, 13:27
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Also, in meinem Umfeld (Region Hannover) sagt kaum noch jemand "Sonnabend".

Und was die Sache mit "Sabbat" und "Saturn" betrifft: Wiki hat mich aufgeklärt, dass das wohl eine Etymologie ist. http://de.wikipedia.org/wiki/Samstag#Samstag
#41VerfasserRaudona (255425) 16 Aug 13, 13:30
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Raudona, ja, der Samstag/Sabbatstag ist vom Griechischen aus die Donaustraße hochgekommen und hat vom Bairischen aus den Weißwurstäquator übersprungen.
#42Verfassermanni3 (305129) 16 Aug 13, 13:32
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Überfrierende Nässe - die Formulierung war eigentlich nie Teil meiner aktiven und passiven Kommunikation, kenne ich nur aus Wetterbericht und -vorhersage. Und dort ist es mir seit Jahren konsequent nicht mehr begegnet...ungefähr zeitgleich, als einer der unzähligen Zwiebelfisch-Vorläufer die Frage des Wortes in Zweifel stellte.

Vorprogrammiert - benutze ich und meine Gesprächspartner nicht sooo oft, aber stimmt, da ist es teilweise erhalten geblieben. In den Medien habe ich aber auch die gefühlte Beobachtung gemacht, dass ein Zwiebelfisch-Vorläufer das Wort für tautologisch erklärt hat (pro hieße ja schon vor...) - und danach haben einige Zeitungen ernsthaft "da ist Ärger programmiert" oder so geschrieben....manche bis heute.

einzigste - mag vielleicht nur im Schwäbischen/Süddeutschen/... verbreitet (gewesen) sein, aber ich habe das Gefühl, die Leute trauen sich das auch nicht mehr so recht.
Und irgendwie hat die Anzahl der Leute zugenommen, die einem erzählen, das Wort sei inhaltlich unsinnig (was soll den die Steigerung von "einzig" sein, ha ha), und sich dabei unglaublich witzig/schlau/intellektuell vorkommen.


Der Sonnabend ist mir auch schon lange nicht mehr begegnet...
#43VerfasserYora Unfug (694297) 16 Aug 13, 14:08
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Und irgendwie hat die Anzahl der Leute zugenommen, die einem erzählen, das Wort sei inhaltlich unsinnig (...), und sich dabei unglaublich witzig/schlau/intellektuell vorkommen.

In der Tat, Yora, in der Tat - seit dieser Typ mit dem sprechenden Nachnamen gegen echte und vermeintliche "Fehler" zu Felde zieht, sind wir plötzlich von lauter linguistischen Klugscheißern umgeben. "Das macht Sinn" - bäh, pöser pöser Anglizismus. "optimalste" - höhö, kannst wohl kein Latein, wa? (Äh, ich* zwar auch nich, hab ich aber bei Sick gelesen.) Usw.

*"Erzählendes Ich", nicht ich=Raudona.
#44VerfasserRaudona (255425) 16 Aug 13, 14:15
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Wenn mir jemand sagt, ein Adjektiv "könne man nicht steigern", sage ich immer, dass man die ganzen Adjektive auf -los ja auch "steigern könne ", (das Geschmack-/Niveau-/Sinnloseste, was ich je gehört habe) - und das obwohl diese Adjektive eigentlich noch viel unsteigerbarer sind ;-)

Naja, überzeugt habe ich damit bisher noch niemanden, aber mit der Zeit habe ich meine Ruhe...
#45VerfasserYora Unfug (694297) 16 Aug 13, 14:21
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Na aber "optimaler" muss wirklich nicht sein, Latein hin oder her.

einzigst habe ich lange Zeit für eine Hinterlassenschaft des tausendjährigen Reiches und seiner totalsten Übersteigerungssucht gehalten. Belegen konnte ich das nie, allein die Abneigung gegen einzigst ist geblieben. Ich war wohl auf dem Holzweg/ barking up the wrong tree würde besser passen.
#46VerfasserUljae (831733) 16 Aug 13, 14:27
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"muss wirklich nicht sein" - ist aber, genauso wie der "Hochaltar" ;-)
... oder "hat gestanden" statt ursprünglich "ist gestanden"
... oder "die Butter" statt ursprünglich "der Butter"
... oder ...

#47Verfassermanni3 (305129) 16 Aug 13, 14:36
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Früher wurde "Sonnabend" auch in Hessen verwendet - aber schon lange nicht mehr gehört/gelesen!

Yora, wenn ich mich recht entsinne, wurde ich hier in LEOLand auch wegen "vorprogrammiert" korrigiert - aber für meine Begriffe ist es logisch, weil was-auch-immer nur "angedacht/noch nicht in den Tat umgesetzt" ist, und irgendwer dazu meint: Probleme sind aber wegen blah blah blah vorprogrammiert. Programmiert dagegen signalisiert (für mich), daß was-auch-immer bereits feststeht.
#48VerfasserCarly-AE (237428) 16 Aug 13, 15:22
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Carly, so würde ich das auch sehen. Wenn Probleme/Ärger programmiert sind/ist, würde das für mich heißen, dass der genaue Ablauf feststeht, das ist inhaltlich unplausibel, deswegen klingt die Formulierung für mich nach Regelgehorsam ohne Sprachverständnis.

Wenn sie hingegen vorprogrammiert sind, heißt das, dass sie sicher in irgeneiner Form auftauchen werden.

Wenn man das konsequent zu Ende denkt:

"Die Zukunft vorhersagen" -> "die Zukuft sagen"
...jede Aussage über die Zukunft ist vorher.

"Eine Prognose fürs kommende Jahr" -> "Eine Gnose fürs kommende Jahr"
..."pro" heißt ja schließlich "vor"[sick], und das steckt ja bereits im kommenden Jahr.

"Sein oder nicht Sein" -> Streichen
...ist eine Tautologie
#49VerfasserYora Unfug (694297) 16 Aug 13, 15:42
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Yora, Du hast nicht zufällig auch im IT-Bereich gearbeitet, oder? :-) Ich war acht Jahre lang Assistentin des CIOs, bis wir beiden wegrationalisiert wurden (new owners). Und egal welches Projekt anstand, es gab fast immer jemand (außerhalb IT) der meinte: Probleme vorprogrammiert :-))

Dabei fallen mir noch zwei bedrohte Wörter: Aus Chefsekretärin wurde Assistentin...und seit ca. 2 Jahren scheint aus die "klassische" Assistentin, ein(e) Assistent(in) geworden zu sein, der/die Betriebswirtschaftslehre studiert hat. Sprich: die Aufgaben werden völlig neu definiert.

Edith: stockende Verkehr hört man auch immer weniger - anstatt dessen: Fließgeschwindigkeit
#50VerfasserCarly-AE (237428) 16 Aug 13, 16:40
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Wo wir gerade bei Verkehrsdurchsagen sind, fällt mir das Wetter ein: "gefühlte Temperatur" war mal so ein Trend in den Neunzigern. Ich fand das ganz nützlich, weil ich mich ja für mein subjektives Empfinden (jaja, ist tautologisch) anziehe und nicht für irgendwelche absoluten physikalischen Werte.
#51VerfasserRaudona (255425) 16 Aug 13, 17:07
Kommentar
Das steht auch noch so bei wetter.com:

19 / 25 °C
gefühlt wie
20 / 27 °C

#52Verfassermanni3 (305129) 16 Aug 13, 21:22
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Kennt noch jemand den Kawenzmann? Und was ist eigentlich ein Kawenz?
#53VerfasserValeriana Ebonstar (894625) 16 Aug 13, 22:19
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ein Bürge
#54Verfassermanni3 (305129) 16 Aug 13, 22:27
Kommentar
"Boah, guck dir mal DEN Kawenzmann an!" Der Kawenzmann kann z.B. sein:
- ein besonders fetter Kater
- ein Berg
- ein Baum
- ein kräftig gebauter Mann
...
#55VerfasserRaudona (255425) 16 Aug 13, 23:50
Kommentar
... und für Seeleute eine besonders hohe Welle.
#56Verfassermanni3 (305129) 16 Aug 13, 23:55
Kommentar
traun

gerade neu gelernt, schön, aber wird mir wohl ausser bei Schiller nicht mehr begegnen

mittelhochdeutsch in triuwen, entriuwen = in Treue, in Wahrheit, eigentlich Dativ Plural von: triuwe, Treue (Quelle:online Duden)
#57Verfasserbel (253478) 17 Aug 13, 07:36
Kommentar
Kennt noch jemand den Kawenzmann?

Nein, aber den Kaventsmann.

Hast du irgendwann in den letzten Jahren mal Das Boot gesehen? Da stehen sie im Turm ihres aufgetauchten U-Bootes und ein Kaventsmann nach dem andern rauscht über sie hinweg.
#58Verfasserbluesky (236159) 17 Aug 13, 12:00
Kommentar
Danke, bluesky - "Kaventsmann" gehört zu den Wörtern, die ich selbst gelegentlich benutze, aber meines Wissen bis zu diesem Faden noch nie gelesen, geschweige denn selbst geschrieben habe.
#59VerfasserRaudona (255425) 17 Aug 13, 14:44
Kommentar
Kaventsmann kenne ich nicht, aber der Bibabutzemann schon :-)
#60VerfasserCarly-AE (237428) 17 Aug 13, 14:46
Kommentar
#57: Daher Traunstein, Traunsee, Traunkirchen?

#61VerfasserValeriana Ebonstar (894625) 17 Aug 13, 18:28
Kommentar
milliard (BE)

Zu wertvoll, um es vergessen zu lassen.
Siehe auch: Abkürzung für Milliarde im Britischen Englisch
#62VerfasserValeriana Ebonstar (894625) 28 Aug 13, 11:45
Kommentar
Der Kaventsmann hat mich etwas weiteres Großes erinnert, das bedroht ist - der Oschi

Leo und Wiki kennen ihn nicht :-(
Dict.cc und Duden allerdings schon :-)

http://www.duden.de/rechtschreibung/Oschi
#63Verfassertraveler in time (757476) 28 Aug 13, 12:31
Kommentar
possierlich
#64VerfasserGart (646339) 28 Aug 13, 12:48
Kommentar
Der Poussierstengel.
#65VerfasserMiMo (236780) 28 Aug 13, 15:32
Kommentar
Das hier ist ein Kaventsmann: Siehe auch: freak wave - die Monsterwelle
#66VerfasserHarri Beau (812872) 28 Aug 13, 15:36
Kommentar
Poussierstengel - genauu *hihi*
#67Verfassermanni3 (305129) 28 Aug 13, 16:08
Kommentar
@ #40: Ich habe sehr lange geglaubt, Sonnabend ist eine Abkürzung für Sonntag Abend. Monabend oder Dienstabend habe ich aber Gott sei Dank noch nicht gefunden. Vielleicht ist der Sonnabend aufgrund von Verwechslungsgefahr verschwunden?

Hoppsala höre ich auch nicht mehr oft.
#68Verfasserfjällräven (949117) 28 Aug 13, 19:26
Kommentar
Als Kind kannte ich noch "Sonnaamt'aamt" (Sonnabend Abend). Heute heißt das auch in Hannover meist "Samstach'aamt".
#69VerfasserRaudona (255425) 28 Aug 13, 19:45
Kommentar
Das hat das Sams sich weggewünscht.
#70VerfasserValeriana Ebonstar (894625) 28 Aug 13, 20:11
Kommentar
Bin mal gespannt, wann Ihr "hoija" für "dieses Jahr" sagt ;-)
#71Verfassermanni3 (305129) 28 Aug 13, 20:17
Kommentar
Mit "Sonnabend morgen" habe ich schon viel Verwirrung geerntet. Ich bemühe mich zwar, im Umgang mit eingeborenen Rheinländern und aus Samstag-Gebieten Zugewanderten "Samstag" zu sagen, aber der Sonnabend mogelt sich halt doch immer wieder dazwischen.
Die Wettervorhersage auf ARD und ZDF wechselt übrigens brav wochenweise: einmal "Und nun die Wettervorhersage für morgen, Sonnabend, den 3. August." und beim nächsten Mal "Und nun die Wettervorhersage für morgen, Samstag, den 10. August."
#72VerfasserChaja (236098) 29 Aug 13, 09:17
Kommentar
Die sagen aber nicht "Montag, den 5. Jänner", oder?
#73VerfasserValeriana Ebonstar (894625) 29 Aug 13, 13:08
Kommentar
"Jänner" ist keine binnendeutsche Variante, oder? (Und "heuer" auch nicht.) "Samstag" und "Sonnabend" hingegen schon.
#74VerfasserRaudona (255425) 29 Aug 13, 13:23
Kommentar
Jänner ist tatsächlich ein Austriazismus, auch wenn er überall im hochdeutschen (heute: oberdeutschen) Sprachraum verstanden wird. "Heuer" wird hier ganz normal benutzt.
#75Verfasserbluesky (236159) 29 Aug 13, 14:56
Kommentar
Die Bezeichnung Jänner hat dieselben Namenswurzeln wie Januar, jedoch ist die Form Jänner/Jenner schon in frühneuhochdeutscher Zeit aus der spätlateinischen Variante Ienuarius übernommen worden, während die Form Januar eine gelehrte Entlehnung aus dem 18. Jahrhundert durch Rückgriff auf das klassische Latein – (mensis) Ianuarius – ist.[2]

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4nner#J.C3...

Jänner [ugs. veralt.] - Januar [geh., norddt.]
#76Verfassertraveler in time (757476) 29 Aug 13, 15:03
Kommentar
#75: Jänner ist tatsächlich ein Austriazismus, auch wenn er überall im hochdeutschen (heute: oberdeutschen) Sprachraum verstanden wird. "Heuer" wird hier ganz normal benutzt.

Kommt darauf an, wo "hier" ist. In meiner Region (Westfalen) kann man weder mit Jänner noch mit heuer etwas anfangen. Klar gibt es Leute die es verstehen würden. Aber benutzen, Nein.
#77VerfasserHarri Beau (812872) 29 Aug 13, 15:16
Kommentar
#43: bei uns sind Oschis große Busen.
#78Verfassernaka-naka (629692) 29 Aug 13, 22:18
Kommentar
"Salzburger" (ehem. "Augsburger") Karte zu dieses Jahr - heuer

Bedroht ist von denen wohl dieses Jahr und nicht heuer. Es dauert halt noch ein bisschen, bis sich nach heute für diesen Tag auch heuer für dieses Jahr überall rumgesprochen hat ;-)

#79Verfassermanni3 (305129) 29 Aug 13, 23:31
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Heun = diesen Monat?
#80VerfasserValeriana Ebonstar (894625) 30 Aug 13, 08:25
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Heun ist schon vergeben für diesen Deppen ;-(
#81Verfassermanni3 (305129) 30 Aug 13, 09:03
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In der Deutschschweiz nicht bedroht, aber in Deutschland?

Obschon (synonym für obwohl)
#82Verfasservirus (343741) 30 Aug 13, 13:44
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Der Poussierstengel, ach wie nett. Den kenne ich ausschließlich aus Astrid Lindgrens Kalle Blomquist und hab die betreffende Geschichte eigentlich gar nie verstanden als lesendes Kind. :-)
#83Verfassertigger (236106) 31 Aug 13, 17:55
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Der Zimmerherr.

Na, wer kennt das?
#84Verfasserbluesky (236159) 01 Sep 13, 18:05
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@84

I do, but only from 'Die Verwandlung'.
#85Verfasserescoville (237761) 01 Sep 13, 18:15
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Zu # 82 möchte ich noch die (bedeutungsgleichen?) Worte obgleich und obzwar hinzufügen.
Insbesondere obzwar habe ich wohl seit mindestens zwanzig Jahren nicht mehr gehört.
#86Verfasserted (236428) 01 Sep 13, 18:58
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Amalgam muß man wohl auch auf die Liste setzen.

Gestern Abend beim Jauch war eine junge Frau, die das Wort absolut nicht kannte.
#87Verfasserbluesky (236159) 03 Sep 13, 14:40
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Man lernt es aber noch im Chemieunterricht, oder? Habe gerade diverse historische Spiegel auf die Zusammensetzung ihrer Spieglschicht untersucht: Alles Zinn-Amalgam!
#88Verfasservirus (343741) 03 Sep 13, 14:46
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@bluesky: nach der Logik muss aber auch das Breitbandantibiotikum unter Artenschutz gestellt werden.
#89VerfasserDarth (563277) 03 Sep 13, 15:46
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Der Zimmerherr der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahre wurde früher auch als möblierter Herr bezeichnet, heute wäre er einfach nur ein Untermieter, obwohl feine Unterschiede zwischen beiden bestehen (können).

Der 'möblierte Herr' (grammatikalisch dieselbe Konstruktion wie 'stehender Beifall') kommt oft in Romanen vor, z. B. Geständnisse eines möblierten Herrn von Oliver Hassencamp. So gut wie ausgestorben dürfte dagegen der Ausdruck arrivierter Herr (Bekenntnisse eines arrivierten Herrn) sein.

Weitere vermutlich bedrohte Wörter:
Kammerkätzchen
Offiziersbursche und Stiefelknecht (die Person, nicht das Gerät)
Operettengeneral
Stift (= Lehrling)
Schutenhut und Kompotthütchen
Pompadour
Puderkabinett
Hut- und Mantelzimmer] - ein 'Degenzimmer' existiert meines Wissens nicht
sich verlustieren
lustwandeln
Badewannenkapitän und Unterhosencowboy
Durchschreibebuchhaltung - da längst von der EDV abgelöst
Deutsche Einheitskurzschrift und Eilschriftprotokolle
Farbbandtinte und Tintenpulver zum Anrühren
Teletext (nicht die heutigen Teletextanzeigen am TV-Gerät, sondern der ca. 30 Jahre alte kostenpflichtige Nachrichtendienst der damaligen Bundespost aus der Prä-Internet-Aera)
Tippexblättchen und Tintenradiergummi
Ärmelschoner, Wickelgamaschen und Kotdeckchen
Orlonmäntel und Nyltesthemden
#90VerfasserLeseratz (238114) 03 Sep 13, 16:34
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Ist ein Kammerkätzchen der Vorläufer des Callgirls?
(Die Frage ist ernst gemeint.)
#91VerfasserValeriana Ebonstar (894625) 03 Sep 13, 17:56
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Die spannende Frage habe ich mir tatsächlich noch nie gestellt, das wäre aber durchaus möglich.
Kammerkätzchen kenne ich eigentlich nur als scherzhafte Bezeichnung, die beim Publikum bestimmte Erwartungen und Rollenklischees weckt, für jüngere, hübsche und unbedingt pfiffige Zofen und Hausmädchen in älteren Romanen, Boulevardkomödien, Operetten, 50er-Jahre-Musikfilmen und Schnulzen (Fledermaus, Ernst Marischka, Peter Alexander und dergleichen).
#92VerfasserLeseratz (238114) 04 Sep 13, 11:42
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*ausgrab*

die Boutique ....
eine Herrenboutique ....

---

Heute stellten wir in der Arbeit fest:

Fax haben wir auch lange nicht mehr gesagt.
#93VerfasserBraunbärin (757733) 12 Dez 16, 19:46
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Die Phonetikvariante ohne s am Schluss vermutlich aber schon ;-)
#94Verfassermanni3 (305129) 12 Dez 16, 21:00
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eitel in der Bedeutung ganz, völlig, lauter : Eitel Freude griff um sich.

#95VerfasserAnalphabet (1034545) 12 Dez 16, 21:12
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... oder eitel Sonnenschein

der Gotha
Halbunterrock
Imbiss - anstatt: Snack
Kaiserwetter
Kindergarten; Kinderhort - anstatt: "Kita"
Laufschuhe
Leuchtstift
Nietenhose
ein Pfund gelbe Rüben - statt "ein halbes Kilo Karotten"
Schuhwichse
Sockenhalter
Tanztee
Tintentod
Zehensandalen

#96VerfasserLeseratz (238114) 12 Dez 16, 21:44
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#96 ... fleißig irgendwas gelistet. Sorry, aber
'Kindergarten' ist sicher noch kein bedrohtes Wort.
Dito 'Imbiss' nicht. ("Willst du auch irgendeinen kleinen Imbiss?" sage ich oft.)
'Laufschuhe' höre oder lese ich auch mal,
'Gelbe Rüben' ebenfalls.
Auch 'Hast du mir mal so'n Leuchtstift' ist m.E. üblich. In meiner Welt...

#97VerfasserBraunbärin (757733) 12 Dez 16, 22:05
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'Kindergarten' ist sicher noch kein bedrohtes Wort.

Das sehe ich auch so.

Dito 'Imbiss' nicht. ("Willst du auch irgendeinen kleinen Imbiss?" sage ich oft.)

Ich benutze "Imbiss" fast nur im Sinne von "Imbissbude". Ein "Snack" ist für mich übrigens nicht dasselbe wie ein "Imbiss". Letzterer ist für mich klar gegen den Hunger, während ersterer eher dem Genuss dient. Aber häufig benutzen tue ich beide Wörter nicht, eher benenne ich das, was ich esse, konkret oder sage "Ich brauche was zu essen".

'Gelbe Rüben' ebenfalls.
Ist das nicht ohnehin regional? Für mich heißen die Dinger "Möhren", da, wo ich wohne "Karotten". Ich weiß gerade nicht, in welche Region "gelbe Rüben" gehören. Ob sie da seltener geworden sind, kann ich demzufolge auch nicht sagen.

Den "Leuchtstift" habe ich allerdings schon immer "Textmarker" genannt.
#98VerfasserJanZ (805098) 12 Dez 16, 22:48
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'Gelbe Rüben' ebenfalls. - Ist das nicht ohnehin regional? - Hier im rheinfränkischen Dialekt heißen die "Gälleriiwe" ... im moselfränkischen "Moade" ... im lothringischen "Woazele" ...
#99Verfasserno me bré (700807) 12 Dez 16, 22:56
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@ ein Pfund gelbe Rüben - statt "ein halbes Kilo Karotten" ??? - Wo lebst Du?
#100Verfassermanni3 (305129) 13 Dez 16, 01:02
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Lernt heute eigentlich noch irgend jemand Steno?
#101VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 13 Dez 16, 09:05
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Nachdem ich nach Schwaben umgesiedelt bin, habe ich zwei Dinge gelernt:
1. Es gibt tatsächlich gelbe Rüben.
2. Die Schwaben (manche zumindest) bezeichnen trotzdem die normale orange Möhre als "gelbe Rübe".
Einen Sinn kann ich da nicht erkennen.
#102VerfasserCaptain Albern (744380) 13 Dez 16, 10:38
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Gelberüben (als ein Wort gesprochen) gibt es aber auch in Frankfurt am Main.
Vielleicht im Gegensatz zu weißen Rübchen?
#103VerfasserSpinatwachtel (341764) 13 Dez 16, 10:42
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#102 Einen Sinn kann ich da nicht erkennen. -
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen!
(Mephisto in Faust)


#104Verfassermanni3 (305129) 13 Dez 16, 12:47
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Lernt heute eigentlich noch irgend jemand Steno?

Lernen weiß ich nicht, aber ich kenne zwei Leute, die es beherrschen, der eine Ende 30, der andere Ende 40.
#105VerfasserJanZ (805098) 13 Dez 16, 13:16
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Käpten #102:
In der Langform heißt die Möhre halt Mohrrübe und gelb dürfte ein Relikt aus der Zeit sein, als in manchen deutschen Gegenden die Farbe orange nicht bekannt (vielleicht auch wegen des Nasals verpönt) war. Je nach Helligkeits- oder Dunkelheitsgrad von orange wurde gelb oder rot eingesetzt.
#106VerfasserAnalphabet (1034545) 13 Dez 16, 21:29
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@104: Ja, das glaubt er wohl. Und tatsächlich lässt sich meist etwas denken. Nur nützt das nicht immer. Aber versuchen sollte man es auf jeden Fall. Kann nicht schaden.
#107VerfasserCaptain Albern (744380) 14 Dez 16, 09:18
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Letzthin beim Wandern bezeichnete mein Begleiter einen etwas heruntergekommenen kleinen Schuppen auf einer Wiese als pittoresk.
Das ist auch ein wunderschönes Wort, das leider fast komplett in der Versenkung verschwunden ist.
#108Verfasserted (236428) 14 Dez 16, 11:02
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kapriziös

Vor über 20 Jahren war das die Bezeichnung meiner Mutter für meine Kollegin (Situation: die Kollegin und ich waren in Litauen als Lektorinnen tätig, meine Eltern besuchten mich und lernten eben auch die Leute kennen, mit denen ich zusammenarbeitet). Die Kollegin merkte, dass meine Mutter sie nicht besonders mochte, und meinte: "Deine Mutter findet mich zickig, oder?" Meine beschwichtigende Antwort: "Sie findet dich kapriziös."

Am nächsten Tag rief mich die Kollegin an und verkündete triumphierend: "Ich hab's nachgeschlagen. Capra, italienisch für Ziege." Ups.

Ich finde dennoch "kapriziös" viel schöner als "zickig". Es hat auch eine etwas andere Nuance. Bitte nicht aussterben lassen.
#109VerfasserRaudona (255425) 14 Dez 16, 13:29
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dauern

Es dauert mich, so viele schöne Wörter bedroht zu sehen.
#110VerfasserHarri Beau (812872) 14 Dez 16, 16:51
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... und mich jammert's.

"Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn." (Lukas 11,33 – Lutherbibel 2017)
#111VerfasserStravinsky (637051) 14 Dez 16, 17:30
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XYZ - mit Pfiff! 

Ich habe sehr lang nicht mehr diese Wendung gelesen, außer in alten Hausfrauenzeitschriften und Kochbüchern; sie war, geschätzt, en vogue in den 50ern bis vielleicht späten 80er Jahre. ...

------

Haken und Ösen
abgelöst von Reißverschlüssen, Klettverschlüssen - und Knöpfe gibt's auch noch....

#112VerfasserBraunbärin (757733) 30 Dez 16, 17:09
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Keine Reiß- und Klettverschlüsse an LKW-Planen, als Planenzubehör nur Haken Ösen Krampe Drehverschluss ... ;-)
#113Verfassermanni3 (305129) 30 Dez 16, 22:13
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Haken und Ösen, also Hafteln, hat z.B. mein Dirndl. Da muss man aufpassen wie ein Haftelmacher, dass man alle richtig erwischt! (Zugegeben, ich trage es nicht täglich, nicht mal jährlich.)

Täglich in den Kindergarten gehen die Kinder aber, später wird es nach der Schule der Hort sein. Die Kita ist rein bundesdeutsch.
#114Verfassertigger (236106) 31 Dez 16, 04:53
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@ Die Kita ist rein bundesdeutsch: das scheint eine Frage der Wortwahl zu sein:
Mit Kindertagesstätte (Kita), in Österreich auch Ganztagskindergarten, wird eine Einrichtung der institutionellen Kindertagesbetreuung bezeichnet. Die genaue Definition ist national oder sogar regional unterschiedlich. (wikipedia)
#115Verfassermanni3 (305129) 31 Dez 16, 07:59
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Der Kaskadeur, den ich viel ansprechender finde als den Stuntman, der ihn in den 1980ern ganz plötzlich ersetzt hat. Ich glaube, in der tschechischen Filmindustrie hat er als kaskader (543 gefühlte Strichlein schenke ich mir) bis heute überdauert?
#116VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 31 Dez 16, 12:37
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Polente - heute eher als "Bullen" bezeichnet - scheint fast vergessen zu sein.
#117Verfasserthisismyknick (1117613) 31 Dez 16, 12:45
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#117

... und auch Polypen. ("Pozilei" darf man übrigens auch nicht zur Polizei sagen.)
#118VerfasserMiMo (236780) 31 Dez 16, 17:30
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Ich habe in Österreich noch nie von einer so abgekürzten Kita gehört - außer natürlich von deutschen Eltern, die es z.B. in unserer Gemeinde in großer Zahl gibt. Was wäre eine Ganztageskita, mehr als 7-18:00? Gibts auch nur in Krankenhäusern für die Kinder der Nachtschichtler, oder?
#119Verfassertigger (236106) 31 Dez 16, 20:34
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Ich meinte nicht die Abkürzung, sondern die Einrichtung, nachdem Du nur von Kindergarten und Hort schriebst, aber nicht von Ganztagskindergarten.
#120Verfassermanni3 (305129) 31 Dez 16, 21:43
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Die Zeitungsente steht auf der roten Liste, seit arbeitsscheue Übersetzer nur noch von Fake News faseln.

#121VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 04 Jan 17, 09:05
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@#105: JanZ, Steno wird immer noch unterrichtet und es gibt nach wie vor Parlaments- und Gerichtsstenografen, meines Wissens gab oder gibt es außerdem eine Zeitschrift des Stenografievereins und Schreibwettbewerbe.

@#118: MiMo, auch "Sie Polizist, Sie!", darf man nicht ungestraft zu den Ordnungshütern sagen, habe ich kürzlich gelesen.

Das Austrag(s)häusl steht vermutlich inzwischen auch auf der roten Liste.
#122VerfasserLeseratz (238114) 04 Jan 17, 21:50
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gibt es außerdem eine Zeitschrift des Stenografievereins

Ich weiß, in einem dieser Vereine ist mein Cousin aktiv :-).

@#118: MiMo, auch "Sie Polizist, Sie!", darf man nicht ungestraft zu den Ordnungshütern sagen, habe ich kürzlich gelesen.

Auch da macht wahrscheinlich der Ton die Musik. Wahrscheinlich kann man sogar für ein drohend gegrolltes "Schönen Tag noch" verurteilt werden.
#123VerfasserJanZ (805098) 04 Jan 17, 22:38
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Nach ziemlich langer Zeit wieder einmal wegixen / ausixen (also: mit 'xxxx' überschreiben bzw. unleserlich machen) und wegtippexen gehört.
#124VerfasserLeseratz (238114) 30 Jan 17, 20:03
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Auch das schöne Wort Katharrzeltln
Siehe auch: Katarrhzelteln scheint am Aussterben zu sein.
#125VerfasserLeseratz (238114) 05 Mär 17, 10:57
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Schade finde ich, dass man heutzutage zwar verrückt, gaga, bekloppt, durchgeknallt und so weiter sein kann, aber, so dünkt mich, nicht mehr plemplem. Dabei ist das so ein hübsches Wort.
#126Verfasserted (236428) 06 Mär 17, 08:21
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... und auch nicht mehr ballaballa oder meschugge oder nicht ganz knusper/knäcke. Wirklich jammerschade.

Schreibt/sagt eigentlich im öffentlichen Leben im Falle eines Missgeschicks oder großer Überraschung noch jemand Hopp(a)la! oder Ö'ha?!? 
Man hört und liest überwiegend nur noch das nicht übersetzte Oops! oder das vermeintlich eingedeutschte, auch nicht schönere Uups!
#127VerfasserLeseratz (238114) 15 Mär 17, 19:59
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Also bei Missgeschick fängt's bei mir eher mit Sch... an. Große Überraschung? Da kommt hier und da der imperative Erikativ Huch! heraus.
#128VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 15 Mär 17, 23:17
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Da paßt auch hinein: eine Meise haben
...du hast ja wohl ´ne Meise!


Mir gefällt das Wort stantepede, was ich aber auch nie höre.
#129Verfasserulinne (894128) 16 Mär 17, 07:52
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@ Cua...: Wieso ist "Huch" ein Erikativ? *aufdemschlauchsteh*
#130VerfasserAndiH (335362) 16 Mär 17, 09:08
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#129
Ich wehre mich dagegen, wenn mir jemand eine Meise attestiert
- ich hab 'nen ganzen Schwarm!
#131VerfasserMasu (613197) 16 Mär 17, 09:30
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#116: Sein Aufgabenbereich hat sich erweitert, während er zu Stummfilmzeiten hauptsächlich nur irgendwo runterfallen musste. :-)

#126:Finde 'plemplem' auch sehr schön und bewahrenswert.
#132Verfassercorbie (745439) 16 Mär 17, 13:16
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strullern    ist sehr nett.
#133Verfasserulinne (894128) 16 Mär 17, 13:50
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Man könnte etwas für den Erhalt tun: Siehe auch: to take a leak - strullen, auch strullern 
#134VerfasserHarri Beau (812872) 16 Mär 17, 13:58
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Die Zeitungsente steht auf der roten Liste, seit arbeitsscheue Übersetzer nur noch von Fake News faseln. (#121)
 
Aha, jetzt wissen wir’s: Donald Trump ist ein arbeitsscheuer Übersetzer.
#135VerfasserStravinsky (637051) 16 Mär 17, 14:03
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Längliche orange Aufkleber mit schwarzem Schriftzug "Keine heiße Asche einfüllen"
#136VerfasserTTMM (236247) 16 Mär 17, 15:40
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@128 / 130:

... und "imperativ" soll der "Erikativ" hier auch noch sein ...

also etwa im Sinne von "Huchen Sie gefälligst, wenn ich huche!"?
#137VerfasserWoody 1 (455616) 16 Mär 17, 16:00
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Das hat schon etwas Loriotisches. *ROTFL*
#138VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 16 Mär 17, 16:40
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Früher war das Wort "Esse" noch ein Begriff.
#139Verfasserulinne (894128) 28 Mär 17, 14:49
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Welcher Jugendliche weiß auf Anhieb, was eine Telefongabel ist? Also Gabel, nicht Kabel.
#140VerfasserHarri Beau (812872) 28 Mär 17, 15:21
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#139

"Esse" gehört immer noch zum aktiven Wortschatz der Kreuzworträtsler.
#141VerfasserMiMo (236780) 28 Mär 17, 18:48
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Oder der Kücheneinrichter. Eine Dunstabzugshaube heißt bei denen Wandesse.
#142VerfasserHarri Beau (812872) 28 Mär 17, 19:24
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Wandesse oder - noch schöner - Wrasenabzugshaube ;-)
#143Verfassermanni3 (305129) 28 Mär 17, 19:32
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Welcher Jugendliche weiß auf Anhieb, was eine Telefongabel ist? Also Gabel, nicht Kabel.

Die meisten Telefone, die ein Kabel haben, haben auch eine Gabel :-). Ob Jugendliche das wissen, weiß ich allerdings nicht.
#144VerfasserJanZ (805098) 28 Mär 17, 20:11
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"Esse" gehört immer noch zum aktiven Wortschatz der Kreuzworträtsler. (#141)

Genau wie Ern und Edo.
#145VerfasserStravinsky (637051) 28 Mär 17, 23:28
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@ #145 ... und Ree und Lee
#146VerfasserAndiH (335362) 29 Mär 17, 07:23
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Seni ("Astrologe Wallensteins") gleichfalls, gehört als Personenname aber so wenig zu den bedrohten Wörtern wie Belisar oder Bonaventura, die auch nicht gerade heißes Gesprächsthema an der betriebseigenen Kaffeemaschine sind :-)
#147VerfasserGart (646339) 29 Mär 17, 08:59
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der normannische Kleiderschrank. Ist mir allerdings nur in Verbindung mit Curd Jürgens bekannt.
#148VerfasserJule (236478) 29 Mär 17, 09:36
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das Betragen
#149VerfasserBraunbärin (757733) 29 Mär 17, 09:38
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Weil ich es gerade in einem anderen Faden gelesen und mich darüber gefreut hab: Behuf
#150VerfasserYarith (877626) 29 Mär 17, 11:05
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und mich darüber gefreut hab: Behuf

... bzw. darob gefreut
#151VerfasserStravinsky (637051) 29 Mär 17, 12:24
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schurigeln: Ich hab das Wort seit einer Ewigkeit nicht mehr gehört.
#152Verfasserlyri (236943) 29 Mär 17, 14:27
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#151: nice :)
#153VerfasserYarith (877626) 29 Mär 17, 15:32
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@144: Also die meisten Telefone mit Schnur (wenn nicht alle) haben keine Gabel mehr, sondern nur noch eine Lichtschranke, die deren Funktion übernimmt.
#154Verfasserkpf (de) (794049) 29 Mär 17, 16:33
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Hatten wir hier "uzen", "necken" und "foppen" schon?


Im Österreichischen (Wienerischen?) gibt's meines Wissens immerhin noch das schöne "Heast, wüüst mi pflanzn?!" ...
#155VerfasserWoody 1 (455616) 29 Mär 17, 17:16
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@144: Also die meisten Telefone mit Schnur (wenn nicht alle) haben keine Gabel mehr, sondern nur noch eine Lichtschranke, die deren Funktion übernimmt.

Hmm, was verstehst du genau unter "Gabel"? Ich meine diesen kleinen Kontakt, den der Hörer herunterdrückt, wenn man ihn auflegt, den man aber bei Bedarf auch selber herunterdrücken kann. Den hat mein schnurgebundenes Telefon im Büro durchaus noch, auch wenn er nicht mehr wie eine Gabel aussieht. Ob das Teil nun im Inneren eine Lichtschranke oder irgendeinen mechanischen Kontakt auslöst, kann ich nicht sagen, möchte auch nicht das Eigentum meines Arbeitgebers auseinandernehmen :-).
#156VerfasserJanZ (805098) 29 Mär 17, 20:31
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Also die Telefone meiner Arbeitgeber haben schon seit vielen Jahren (ca. 15 - 20?) keinen Kontakt mehr, den man irgendwie betätigen kann. Da sind in der Schale, wo der "Lautsprecher" liegt, links und rechts kleine "Fensterchen", durch die die Lichtschranke schaut. Der Strahlengang zwischen den beiden Fensterchen wird unterbrochen, wenn man den Hörer auflegt (oder mit dem Finger ein Fensterchen zuhält ...).
Jedenfalls ist da keinerlei Mechanik mehr im Spiel, die ich für die Bezeichnung als "Gabel" voraussetzen würde.

Privat habe ich schon lange eh nur noch Handys bzw. Wischkastl.
#157Verfasserkpf (de) (794049) 29 Mär 17, 23:32
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"verkohlen" (="veräppeln") habe ich schon lange nicht mehr gehört... :(
#158VerfasserPizzaburger (978634) 05 Apr 17, 10:28
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Es ist ja auch schon eine Weile her, als Hans Apel uns veräppelte und Helmut Kohl uns verkohlte.

Verkohlen hat aber eine leicht andere Bedeutung als veräppeln.
#159VerfasserHarri Beau (812872) 05 Apr 17, 10:43
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Es gab eine Zeit, da fühlten sich viele vom Fiskus "abgewaigelt".
#160VerfasserMiMo (236780) 05 Apr 17, 11:25
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#159 Ich kenne es schon in diesem Sinn...

Mit Helmut Kohl hatte das doch nicht wirklich zu tun?
#161VerfasserPizzaburger (978634) 05 Apr 17, 12:38
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Vermutlich genau so wenig wie Hans Apel mit "veräppeln", aber es passte halt so schön. Wie die Redensart "das macht den Kohl nicht fett" ;-).

Kpf: Da ist dein Arbeitgeber anscheinend moderner als meiner. Ich habe mich gerade davon überzeugt, dass mein Bürotelefon noch eine mechanische Gabel hat.
#162VerfasserJanZ (805098) 05 Apr 17, 13:32
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Aber eine Wählscheibe ist nicht dran?
#163VerfasserPizzaburger (978634) 05 Apr 17, 13:57
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Nee, so schlimm ist es dann auch wieder nicht.
#164VerfasserJanZ (805098) 05 Apr 17, 13:59
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Wählscheibe? Neumodisches Gelumpe! Eine Kurbel gehört da dran, jawoll!
#165Verfasserkpf (de) (794049) 06 Apr 17, 11:40
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Das *krr krrrrrr krrr krrrrr kr kr krrrrrrrr* war doch schön...
#166VerfasserBraunbärin (757733) 06 Apr 17, 13:29
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Mir scheint, pommes frites (in der zwei Worte umfassenden Vollform und einer sich halbwegs dem Französischen gerecht zu werden bemühten Aussprache) sind noch gar nicht vorgekommen, und die gehören dringendst auf die Rote Liste gesetzt.
Die hoch invasiven Pomm-Ess und Fritten haben den Vernichtungs-Feldzug freilich fast schon gewonnen...
#167Verfasserlate bird (666148) 07 Apr 17, 08:59
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Stimmt natürlich, mir persönlich kommt "Pommes frites" allerdings auch nicht über die Lippen. Das ist für mich Fast Food (welches ich allerdings innig liebe), da brauche ich keinen umständlichen französischen Ausdruck ;-p
#168VerfasserPizzaburger (978634) 07 Apr 17, 09:06
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Stimmt, auch bei uns in der Familie wurden schon vor Jahren die französisch ausgesprochenen Pommes frites durch deutsch ausgesprochene Pommes ersetzt.

Das ist für mich Fast Food (welches ich allerdings innig liebe)

Da wäre ich bei dem Namen überhaupt nicht drauf gekommen ;-).
#169VerfasserJanZ (805098) 07 Apr 17, 09:26
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#161: Nein, verkohlen hat nichts mit Helmut Kohl zu tun, das Wort gibt es schon länger. Für mich steht es in Verbindung mit Lüge, veräppeln dagegen mit Spott.

Kann es sein, daß Pommes in Westfalen hauptsächlich verzehrt werden, während die Fritten im Rheinland zu Hause sind?

Pomm' Frit sagen ist ja schon etwas hautevoleeisch, üblicherweise sind es Pomm-Fritz.

Was ich noch nie jemand habe sagen hören ist: Siehe Wörterbuch: die Fisch- und Pommes frites-Bude 
#170VerfasserHarri Beau (812872) 07 Apr 17, 10:26
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Kann es sein, daß Pommes in Westfalen hauptsächlich verzehrt werden, während die Fritten im Rheinland zu Hause sind?

Ja, das ist auch mein Eindruck. Wobei sich die Pommes nicht auf Westfalen beschränken, hier im hessischen Sprachgebiet kennt man die genauso.

Pomm' Frit sagen ist ja schon etwas hautevoleeisch, üblicherweise sind es Pomm-Fritz.

Natürlich haben wir früher zur Hautevolee gehört :-).

Was ich noch nie jemand habe sagen hören ist: Siehe Wörterbuch: die Fisch- und Pommes frites-Bude.

Nee, das ist eine sehr krampfige Übersetzung. Wenn es eine Übertragung des Britischen sein soll, dann wohl "Fish-and-Chips-Bude", wenn es näher am Deutschen sein soll, dann wohl "Fritten-" oder "Pommesbude".
#171VerfasserJanZ (805098) 07 Apr 17, 10:32
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Da war mal auf einem Schild an einer spanischen Brutzelbude zu lesen:

Pomms Fritz
#172Verfasserulinne (894128) 07 Apr 17, 11:40
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Da, wo ich gerade unterwegs bin, las ich vorgestern auf einem Schild "Pomfrit". (Kapieren amerikanische Touristen eigentlich, dass das alles dasselbe belgische Zeugs ist, was bei ihnen und nur bei ihnen aus unerfindlichen Gründen "French Fries" heißt?)
#173VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 11 Apr 17, 11:35
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Während meiner Schulzeit waren coole Dinge astrein, heute sind sie es wohl bei Jugendlichen nicht mehr, bei mir selbst auch nicht. Erst viel später kam mir übrigens in den Sinn, dass der Begriff womöglich aus der Holzwirtschaft stammen könnte.
#174VerfasserEarlGreyHey (1188618) 19 Apr 17, 18:54
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(Kapieren amerikanische Touristen eigentlich, dass das alles dasselbe belgische Zeugs ist, was bei ihnen und nur bei ihnen aus unerfindlichen Gründen "French Fries" heißt?)

Sind die in irgendeinem Land nach Belgien benannt? In Finnland heißen die jedenfalls ranskalaiset (Franzosen), was die Kurzform für ranskalaiset perunat (französische Kartoffeln) ist.
#175VerfasserJanZ (805098) 19 Apr 17, 19:43
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Hoffacker als Macher? Nein, eher als Arbeiter. Früh ans Wullacken gewöhnt, die Tiere im Stall waren immer erst mal wichtiger als Hausaufgaben, früh Verantwortung gelernt.

Schon lange nicht mehr gehört, ungefähr bedeutungsgleich mit Siehe auch: Maloche - labour, labor 
#176VerfasserHarri Beau (812872) 20 Apr 17, 10:32
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RE #166: Nicht zu vergessen das Geräusch des Telefonmodems: kr-krrr-bi-bii-biiiiep-frrrt-tüdldüüüü...

tiggerchen kam übrigens mit dem für sie neuen Gesang nach Hause, "Angsthase, Pfeffernase, morgen kommt der Osterhase!" - Manche Dinge ändern sich eben nie. :-)
Immerhin war mir die Ergänzung neu: "Bringt nichts mit, außer ein Pomm' frit'!"
#177Verfassertigger (236106) 20 Apr 17, 10:56
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Ich wollte meinen Senf noch zu einigen Sachen aus dem Altfaden dazugeben:

Mittwoch nachmittags geschlossen is - unfortunately - alive and well in rural areas like the one I lived in. But I (24) have never read Draußen nur Kännchen (neither "blasenfrei zapfen" nor "Tropfmengen bitte sofort aufnehmen", but I don't fill up cars generally)

And most of the words I knew, but I have never used such objects. There were words that I (even though I have conversed with up to 77-year-olds or so, and even a 92-year-old) did not know. For example this "Grude", or "Gehaltsstreifen". Or "Karbolmaus", and quite a few other words...

Und von wegen "Rabattmarken" seien "alive and well"! Heute höre ich nur noch: "Sammeln Sie _____-Punkte? Payback-Punkte?" oder "Haben Sie eine ____-Karte!"

Lügen oder ganz normale Propaganda stirbt aber aus - zugunsten von "Fake News". Neulich hat die ARD mal beleuchtet, dass schon Tiberius als römischer Kaiser und irgendein gut bezahlter Mensch bei der Papstwahl 1521 das verwendet hat, was wir heute "Fake News" nennen!

____erhöhung ist ja unpopulär, aber eine ______anpassung oder _____angleichung ist schlicht verharmlosend und unpopulär dazu! Generell sterben ehrliche Begriffe und Wendungen bei Politikern immer mehr aus!
#178VerfasserBenatarsComrade (1182552) 22 Apr 17, 00:16
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Nachtrag zur Diskussion über die verschiedenen Bezeichnungen für gebackene/bachene Kartoffelstaberl:
In meinem ererbten Kochbuch aus der Gründerzeit (etwa um 1900) für bürgerliche Haushalte, also diejenigen, die sich zumindest eine Köchin oder Hausgehilfin leisten konnten, regelmäßig Gäste und oft eine französische Gouvernante hatten, heißen sie völlig korrekt Pommes de terre frites (= ausgebackene/frittierte Erdäpfel) und werden fein säuberlich von Pommes frites (= Bratäpfel, gebratene Apfelscheiben) unterschieden. Den meisten modernen Pommes-Essern dürfte die Etymologie vermutlich so egal wie unbekannt sein.
#179VerfasserLeseratz (238114) 23 Apr 17, 20:00
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verbleit, verbleites Benzin, bleifrei - Ich weiß nicht, wie viele noch wirklich wissen, dass Benzin einst Tetraethylblei enthielt!

PDA, Organiser, evtl. auch Desktop-PC - könnte durch Fortschritte bedroht sein

56k
Minutentarif
ISDN
ISDN-Anlage
Eumex
DOS, MS-DOS
Kommandozeile, Befehlszeile
Diskette, Diskettenlaufwerk
CD-ROM

Wörter, die hoffentlich einmal bedroht sind/sein werden:
Zusatzstoff, Lebensmittelzusatzstoff, E-Nummer

Nationalismus, Nationalkonservativ, rechtsradikal, rechtspopulistisch, rechtsextrem, ausländerfeindlich, homophob, Homophobie, Xenophobie

totalitär, Diktatur, autokratisch,

Flüchtlingskrise, Auffanglager, Transitzone(n)

Reichsbürger, Reichsbürgerbewegung

Handystrahlung, PC-Strahlung, "Kein Mobilfunkmast auf dem _____!", WLAN-Empfindlichkeit, Elektrosmog, Strahlenschutz (im Bezug auf angebliche Strahlung von Handy/PC), PC-Limit, Slogan wie "Nur 1 Stunde pro Tag!" bei Eltern, Schulpflicht,

#180VerfasserBenatarsComrade (1182552) 23 Apr 17, 23:27
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#180
"Wörter, die hoffentlich einmal bedroht sind/sein werden:"

Ein seltsames Konzept. Soll man eine Diktatur nicht mehr als Diktatur bezeichnen, Rechtsradikale nicht mehr Rechtsradikale nennen dürfen? (Irgendwie ist da anscheinend Big Brother mit Neusprech am Werk.)


#181VerfasserMiMo (236780) 24 Apr 17, 06:28
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@181: Ich glaube eher, dass er/sie sich wünscht, dass diese Wörter aussterben, weil das, was sie bezeichnen, nicht mehr existiert. Also dass es z.B. keine Rechtsradikalen mehr gibt, so dass der Begriff "rechtsradikal" allmählich in Vergessenheit gerät und nur noch in Geschichtsbüchern auftaucht. Auf Deine Interpretation wäre ich dagegen nicht gekommen.
#182VerfasserDragon (238202) 24 Apr 17, 07:37
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#182

Zu erwarten, dass Rechtsradikale oder Diktaturen aussterben, ist (leider) naiv. Rechtsgerichtete Parteien erleben ein Revival; Diktaturen werden neu etabliert (Türkei, Ungarn, Polen u.a.) oder restauriert (Russland, China, Nordkorea, Venezuela). Auch Donald Trump würde gern eine Diktatur errichten, wenn er nur könnte. Wir werden die entsprechenden Bezeichnungen auch weiterhin in unseren Wörterbüchern behalten müssen. Wie die Wörter Krebs, Herzinfarkt, Parkinson, Tremor, Diabetes, Multiple Sklerose etc.
#183VerfasserMiMo (236780) 24 Apr 17, 09:47
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Zu erwarten, dass Rechtsradikale oder Diktaturen aussterben, ist (leider) naiv.

Ja, sicher. Aber "Wörter, die hoffentlich einmal bedroht sind" drückt ja nicht unbedingt die Erwartung aus, dass das tatsächlich eintreten wird, sondern vielmehr einen Wunsch. Und wünschen kann man sich viel. Ich wünsche mir auch den Weltfrieden, wohl wissend, dass das wohl auf ewig ein frommer Wunsch bleiben wird.
#184VerfasserDragon (238202) 24 Apr 17, 10:28
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#180 "DFÜ" wäre auch so ein aussterbender Computerbegriff. Da klingt bei mir im Hintergrund dieses schlimme Kreischen des 33.6K-Modems mit.
#185VerfasserPizzaburger (978634) 24 Apr 17, 10:34
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@180

Solange Wörter wie Hexenverbrennung existieren, wird man nicht vergessen, dass Hexen einst verbrannt wurden, was hoffentlich dazu führt, dass sie nicht mehr verbrannt werden. Deshalb: Lang lebe das Wort Hexenverbrennung.

The list is not uncontroversial; BenatarsComrade is also seeking to prevent discussion of personal bugbears.
#186Verfasserescoville (237761) 24 Apr 17, 11:04
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Re #180 Befehlszeile: Hast wohl noch nie an einem Unix-System gesessen, oder? Die ist da Standard.
#187Verfasserbluesky (236159) 24 Apr 17, 11:42
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Re #185: Das habe ich doch schon in #177 nachgepfiffen.

Ich weiß auch nicht, was ich von den frommen Wünschen halten soll. Die Geschichte wiederholt sich umso einfacher, je mehr man sie vergisst... und man trägt jetzt schon die Mode der 1990er und sagt "Revival" dazu! 😵
#188Verfassertigger (236106) 24 Apr 17, 21:21
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Das Wörtchen "Reform" hat seine Bedeutung eingebüßt.

Früher hieß das mal eine Neuerung im Sinn von Verbesserung.
Wenn ich heutzutage das Wort Reform höre, bekomme ich direkt Gänsehaut.
#189Verfasserulinne (894128) 25 Apr 17, 07:47
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Ich bin nicht der erste hier im Forum, den es bass erstaunt, dass diese Bedeutung von "bass" im LEO-Wörterbuch nicht aufgeführt wird.
#190Verfasserharambee (91833) 25 Apr 17, 13:32
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Die Interpretation bei #182 ist genau richtig, natürlich. In Geschichtsbüchern sollen die Termini natürlich weiter auftauchen, so wie bis heute "Hexenverbrennung" oder "Kreuzzug" oder "Christenverfolgung" gesagt wird, obwohl es - zumindest in der EU - keine mehr gibt (geben sollte?). Aber die Dinge, die die oben genannten Begriffe bezeichnen, sollten langsam, aber sicher, aussterben.

Und, wenn man "langsam aber sicher" nimmt, ist es - denke ich - auch nicht ganz naiv, dies zu hoffen...

Ich hoffe natürlich auch, dass die Ungefährlichkeit moderner Medien endlich mal bewiesen wird/sich durchsetzt. Ich gebe zu, dass ich die ganzen Theorien um "Handystrahlung", "Elektrosmog" u.Ä. für pseudowissenschaftlichen, haltlosen Kokolores halte, gebe ich ja zu...

Zu #189: Mittlerweile gibt es nur noch "Reförmchen", eine echte "Reform" habe ich von Seiten der Politik glaube ich noch nie erlebt - auch dann nicht, wenn das Gesetz so hieß ("Gesundheitsreform")!
#191VerfasserBenatarsComrade (1182552) 26 Apr 17, 01:00
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Wer eine echte Reform erleben möchte, sollte in ein Reformhaus gehen. Dort gibt es milchfreien Käse.
#192VerfasserHarri Beau (812872) 26 Apr 17, 08:22
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191 @ Aber die Dinge, die die oben genannten Begriffe bezeichnen, sollten langsam, aber sicher, aussterben. - Und welche folgen denen nach?
Gibts dann nur noch das Gute auf der Welt? Wie naiv, das zu glauben.

#193Verfassermanni3 (305129) 26 Apr 17, 08:24
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Ich weiß, dass der Faden nicht dazu da ist, aber mich würde doch interessieren, welche Reform aus vergangenen Zeiten die Anhänger der "Früher war alles besser"-Theorie denn als richtige Reform ansehen.
#194Verfasserharambee (91833) 26 Apr 17, 13:49
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Die Rechtschreibreform.

Die von 1902. Die Änderungen hat nämlich keiner am eigenen Leib durchgemacht, sondern nur die Ergebnisse als "richtig" übernommen ;-)
#195Verfassermanni3 (305129) 26 Apr 17, 17:14
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Wer eine echte Reform erleben möchte, sollte in ein Reformhaus gehen. Dort gibt es milchfreien Käse. - und im nächsten Supermarkt zwei Straßen weiter gibt es schon länger fleischfreie Steaks und Wurst ...
#196Verfasserno me bré (700807) 26 Apr 17, 17:49
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#195 finde ich ausgesprochen nett. Können wir diesen Hinweis gerahmt über allen müßigen Rechtschreibdiskussionen anbringen?
#197Verfassertigger (236106) 26 Apr 17, 22:21
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Diaprojektor
#198VerfasserBraunbärin (757733) 27 Apr 17, 22:50
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Super-8
#199Verfasserno me bré (700807) 27 Apr 17, 22:55
Kommentar
Super 8

Edith meint: ich hab 2 Minuten länger gebraucht, um die Schreibung ohne Bindestrich zu verifizieren ;-))
#200Verfassermanni3 (305129) 27 Apr 17, 22:57
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00 (= WC)
#201VerfasserStravinsky (637051) 29 Apr 17, 18:17
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#189. Das Wörtchen "Reform" hat seine Bedeutung eingebüßt.
Früher hieß das mal eine Neuerung im Sinn von Verbesserung. ...

I'm very conscious of this in English too. These days, so-called reforms (by the government) are usually anything but improvements.
#202VerfasserHecuba - UK (250280) 29 Apr 17, 18:32
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Kühlerfigur
#203VerfasserBraunbärin (757733) 04 Mai 17, 19:30
Kommentar
Re "Kühlerfigur": Ich hatte gedacht, die seien aus Sicherheitsgründen längst verboten, aber es gibt sie doch noch, allerdings mit Sollknickstelle oder Einfahrmechanismus.
OT dazu: Die witzigste Kühlerfigur, die ich jemals gesehen habe, befand sich auf einem weißen Ford Fiesta und hatte die Form eines springenden Corgi.

Verwendet noch jemand das Wort "Haarnadelkurven"? Wo es doch offenbar gar keine Haarnadeln mehr gibt? Daran musste ich heute Morgen denken, als ich bei 5 Grad und dichtem Nebel durch den Harz fuhr. (It's May, for crying out loud!!)
#204VerfasserRaudona (255425) 04 Mai 17, 19:52
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Gibts nicht mehr? Ich seh sie ab und zu in den Frisuren und bei einem   südamerikanischen Versandladen kostet die 500er-Box 13 € :-)
#205Verfassermanni3 (305129) 04 Mai 17, 20:26
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ORMIG; gibt's nicht mehr. Den Geruch würde ich aber sofort wiedererkennen.
#206VerfasserPonyPaul (481257) 04 Mai 17, 21:20
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#205: manni, das sind nach meinem Verständnis keine Haarnadeln (auch wenn sie als solche verkauft werden), sondern Klemmen. Eine solche Kurve würde ich niemals zu durchfahren versuchen! Haarnadeln sind diese hier: https://www.amazon.de/Efalock-Haarnadel-Madem...
#207VerfasserRaudona (255425) 04 Mai 17, 22:03
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Videorekorder und Videokassette...

werden nur noch selten verwendet oder gar nicht mehr?

Genauso wie Disketten und Diskettenlaufwerke. So mit 720 kB oder 1,44 MB! Ich habe sie in den Jahren um 1998 noch verwendet und regelmäßig in Geräte wie den Brother LW-840i oder Ähnliche eingeschoben. Wie heißen die eigentlich?

In Wikipedia werden sie als "Schreibmaschinen mit Diskettenlaufwerk" bezeichnet, englisch-Amerikanisch "PDP" (Portable Desktop Publisher)
#208VerfasserBenatarsComrade (1182552) 04 Mai 17, 23:26
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Ich habe eine große Sammlung von Videokassetten und verwende sie immer wieder. Das Wort V. ist hier nicht bedroht.
#209VerfasserMiMo (236780) 05 Mai 17, 01:25
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#207 - Raudona, diese Kurven sind doch laaangweilig; die richtig schönen Haarnadelkurven hat     wikipedia :-))   
Der Volksmund mags halt gern drastisch und übertreibt bisweilen ein bisschen ;-)
#210Verfassermanni3 (305129) 05 Mai 17, 04:21
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#210: Na gut, du hast wohl Recht (und mir wird schlecht). Für mich sind Haarnadeln eben die gebogenen Drahtdinger, die durch Lockenwickler gepiekst werden.

#208: Videokassetten haben wir noch, auch einen funktionstüchtigen Videorekorder, den wir gefühlt alle drei Jahre einmal anschließen, wenn wir beim Aussortieren ein besonders hübsches Video in die Finger bekommen. Das wird dann allerdings sofort auf dem Festplattenrekorder digitalisiert und auf DVD gebrannt.

Und Disketten habe ich gestern jede Menge aussortiert, die kommen in den nächsten Tagen - zusammen mit ebenfalls reichlich aussortierten DVDs mit alten Sicherheitskopien - zum Wertstoffhof.

Ich bin ja im Schulbuch-Vertrieb, und zahlreiche Schulen haben in den vergangenen zwei, drei Jahren Disketten und Videokassetten zum Anlass genommen, neue Französischbücher einzuführen: Bei der Vorstellung der Schule, an der die Geschichten angesiedelt sind, wird auch das Medienzentrum beschrieben, und die SchülerInnen fragen sich immer, was für seltsame eckige Dinger da ausgeliehen werden können. Das ist für Französischlehrkräfte dann oft der Hinweis: "Unser Buch ist zu alt."
#211VerfasserRaudona (255425) 05 Mai 17, 08:37
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Immerhin, unser Videorecorder samt Kassetten läuft noch.
Der erste Festplattenrecorder war kaum voll (die gespeicherten Filme wurden nie angesehen) als er schon nicht mehr mit dem neu angeschafften Fernseher harmonierte und gewissermaßen direkt nach dem Auspacken zum Sondermüll mutierte.
#212VerfasserMasu (613197) 05 Mai 17, 08:53
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Haarnadel: Zur Hochzeit meines Bruders habe ich mir eine Grace-Kelly-Rolle stecken lassen (wie heisst die Frisur richtig?). Da waren gefühlte 100 Haarnadeln drin. Allerdings ist das auch schon ca. 20 Jahre her...
#213Verfasservirus (343741) 05 Mai 17, 09:40
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#210: Bei Haarnadelkurven denke ich direkt an den Trollstigen (Trollstiegund den Stelvio (Stilfser Joch). Heute sagt man eher Serpentinen dazu.
#214VerfasserHarri Beau (812872) 05 Mai 17, 10:08
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Der Vatermörder war bei uns immer die Kravatte.
Die Liebestöter waren halblange Feinripp-Unterhosen im Winter.
#215Verfasserulinne (894128) 05 Mai 17, 10:23
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Der Vatermörder ist ein hoher, steifer Stehkragen.
#216Verfasserbluesky (236159) 05 Mai 17, 11:22
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Mit Karacho...
#217VerfasserHarri Beau (812872) 18 Mai 17, 11:15
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With panache...
#218VerfasserStravinsky (637051) 18 Mai 17, 11:45
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OT
@Raudona
Von diesen Haarnadeln habe ich noch einige wenige. Die sind sehr gut zum Entkernen von Kirschen geeignet!


#219VerfasserHe-le-na (743297) 18 Mai 17, 11:46
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Wieso sollen Haarnadeln aussterben, die braucht frau doch auf jeden Fall für eine Hochsteckfrisur. Und ich habe den Eindruck, dass nicht alle Kopftuchträgerinnen simple Stecknadeln verwenden, sondern dass dafür kleinere Hutnadeln verwendet werden.

Der Vatermörderkragen ist übrigens ein ganz wunderbares Übersetzungsmissverständnis: Auf Französisch heißt er - aus naheliegenden Gründen - parasite, was - aus wenig nachvollziehbaren Gründen - als parricide missverstanden wurde und entsprechend übersetzt.
#220Verfassertigger (236106) 18 Mai 17, 12:16
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Das mit dem Vatermörder wußte ich nicht.
Ich dachte immer, das käme davon, daß die Kravatte dem Vater den Hals zuschnürt. :-)
#221Verfasserulinne (894128) 18 Mai 17, 13:30
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Krawatte!

Ist das irgendwie ansteckend, dieses "das-V-ist-dem-W-sein-Tod"?

"Vodka" ist nämlich auch so ein schreckliches Beispiel.
#222VerfasserSerendipity_4 (677936) 18 Mai 17, 13:36
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Das ist wie mit den Strozzapreti, dem Pfaffenwürger.
#223Verfasserbluesky (236159) 18 Mai 17, 13:37
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....jedenfalls möchte ich ungern Wodka oder Krawatte für Bedrohte-Wörter-Kandidaten halten müssen.
#224VerfasserSerendipity_4 (677936) 18 Mai 17, 13:38
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... oder Wikinger?
#225VerfasserStravinsky (637051) 18 Mai 17, 13:41
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Don't give them ideas, Stravinsky ;-)
#226VerfasserSerendipity_4 (677936) 18 Mai 17, 13:44
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Das V in der Krawatte kam vom Vatermörder, obwohl, wie ich ja jetzt gelernt habe, der Vatermörder für die Krawatte gar nichts kann oder umgekehrt, die Krawatte den Vater nicht mordet.

Kompliziert.
#227Verfasserulinne (894128) 18 Mai 17, 14:10
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Vikinger vandalieren im Vatikan.
#228VerfasserOhrenkneifer (807118) 18 Mai 17, 14:30
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Möven* verunreinigen die Vaterkant.

*Wegen der Markennamen "Möve" und "Mövenpick" sieht "Möwe" irgendwie schon richtig falsch aus ;-)
#229VerfasserRaudona (255425) 18 Mai 17, 19:33
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Möven* verunreinigen die Vaterkant.

... aber doch nicht in Köln-Lövenich.
#230VerfasserStravinsky (637051) 18 Mai 17, 20:40
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Ist in Köln Lövenich der Löve los?
#231Verfasserulinne (894128) 19 Mai 17, 06:20
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Der Vatermörderkragen ist übrigens ein ganz wunderbares Übersetzungsmissverständnis: Auf Französisch heißt er - aus naheliegenden Gründen - parasite, was - aus wenig nachvollziehbaren Gründen - als parricide missverstanden wurde und entsprechend übersetzt.

I would swap your 'naheliegend' and 'wenig nachvollziehbar' around. In any case, there seems to be no evidence for this story, which is inherently implausible. The published explanations are full of words like 'soll', 'wohl' or 'vermutlich'. When in doubt, wield Occam's Razor.
#232Verfasserescoville (237761) 19 Mai 17, 08:53
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Die Gebr. Grimm kannten in ihrem WB den "Vatermörder" schon, schrieben aber zur Herkunft des Wortes "Ursprung dunkel".
#233VerfasserMiMo (236780) 19 Mai 17, 09:47
Kommentar
Kluge 1975 stützt #220:
Der Hemdkragen mit langen Spitzen ist in Gefahr, Suppen etc. mitzuessen.
#234Verfassermanni3 (305129) 19 Mai 17, 13:24
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# 230: eben nich!
#235Verfassermbshu (874725) 19 Mai 17, 14:21
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#191: Der bedeutendste Hexenverfolgte unserer Tage ist nach eigenen Angaben doch Don Trumpone.

#178: Lügen oder ganz normale Propaganda stirbt aber aus - zugunsten von "Fake News".

Ebenfalls gebenedeit seien die Agitation, der Agitprop und die schnöde Ente. Dies ist aber schlichtweg der Faulheit der Übersetzer und Dolmetscher geschuldet.
#236VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 19 Mai 17, 14:36
Kommentar
Propaganda gibt es immer noch, aber immer nur im Zusammenhang mit China oder Russland. Nur die "Linken" verbreiten "Propaganda".
#237Verfasserulinne (894128) 22 Mai 17, 08:18
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Was haben Russland und China noch mit "Links" zu tun?
#238VerfasserSerendipity_4 (677936) 22 Mai 17, 09:38
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Nichts, aber darum geht´s dabei ja nicht.
#239Verfasserulinne (894128) 22 Mai 17, 10:20
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Wieso schaffst du dann diesen Zusammenhang?
#240VerfasserSerendipity_4 (677936) 22 Mai 17, 10:27
Kommentar
Weil dieses Wort häufig in Gebrauch mit "angeblich" linken Ländern fällt, bei uns nur im Zusammenhang mit Extremisten von rechts oder links, gehört habe ich es aber noch nie im Zusammenhang mit Ländern, die ausgesprochen rechts orientiert sind. Deshalb. Geht ja nicht drum, was sie wirklich sind, sondern nur darum, wie sie offiziell  eingeordnet werden.
Und da es um bedrohte Wörter geht, meines Erachtens ist Propaganda aus diesem Grund keins.
Pamphlet gehört auch in diese Kategorie. Man verwendet es nur in ganz bestimmten Zusammenhängen.

Ich glaube nicht, daß ich bislang z.B. bei irgendeinem Thema in Amerika oder Deutschland die Bezeichnungen gehört habe. Nehmen wir mal Bush, dort heißt sowas dann nicht Propaganda, sondern höchstens Fehlinformation (Kriegsgrund) oder sowas.
#241Verfasserulinne (894128) 22 Mai 17, 13:24
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Achja, die gute alte Agitprop. Überhaupt besteht das Lexikon des Sozialismus (ISBN 3-7663-0596-4) zum Großteil aus bedrohten Wörtern... ob Sahra Wagenknecht das auch so sieht?
#242Verfassertigger (236106) 22 Mai 17, 14:47
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