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Ortsangaben wie "Anaheim, California" auf deutsch?

25 Antworten    
Kommentar
Ahoi zusammen,
wahrscheinlich gibt es schon einen Thread dazu, ich weiß aber nicht, wie ich den mit der Suche finden könnte.
Im (vorwiegend amerikanischen?) Englisch wird bei Ortsangaben ja üblicherweise der Bundesstaat angehängt, z. B. "Anaheim, California". Im ganzen Satz wirkt das Komma auf mich (als deutschen Leser) dabei immer etwas irritierend, z. B. "Discover Anaheim, California with the help of your friends." (wahllos aus Facebook kopiert)

Wie deutscht man diese Form korrekt ein? Gibt es dafür eine Norm? Meistens schreibe ich in solchen Fällen die Erweiterung in Klammern: "Anaheim (Kalifornien)", eventuell auch noch mit der "richtigen" Länderangabe, also "Anaheim (Kalifornien, USA)". Die Form mit Komma würde man im Deutschen normalerweise nicht verwenden, oder doch?
VerfasserNaturalBornKieler (570913) 08 Mär 17, 16:53
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Meistens schreibe ich in solchen Fällen die Erweiterung in Klammern: "Anaheim (Kalifornien)"

Ob es da eine Norm gibt, weiß ich nicht, aber die deutschsprachige Wikipedia macht es genauso und es scheint mir auch idiomatischer (passt der Begriff hier?) und weniger missverständlich zu sein als das Komma.
#1VerfasserJanZ (805098) 08 Mär 17, 17:09
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Ich mache es in der Regel auch wie du, lasse sogar den Bundesstaat manchmal weg, z. B. Miami, FL -> Miami (USA)
#2VerfasserMattes (236368) 08 Mär 17, 17:13
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In einem Fließtext würde ich das - zumindest bei erstmaliger Nennung - auch so machen wie in #1 ...
#3Verfasserno me bré (700807) 08 Mär 17, 17:26
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Re #2: I see that often in German texts. It's fine, perhaps, when there is only one city in the USA with that name, or when the city in question is well known. However, it's about the equivalent of writing "Frankfurt (Germany)," making it impossible to know if Frankfurt am Main is meant or Frankfurt an der Oder is meant.

OT: The cited English text needs a comma between "California" and "with." California is an insertion there and should be set off by commas on both side. Common mistake, just as when dates are written in AE style (mmmm dd, yyyy) within a sentence so that the year is followed by additional text there should be a comma after the year as well.
#4Verfasserhbberlin (420040) 08 Mär 17, 18:19
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Ich bilde mir ein, dass es eine DIN gäbe, die vorsieht, die Länderbezeichnung in Klammern zu setzen: "Amerika (Sachsen)".

#5VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 08 Mär 17, 20:39
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I have a vague recollection of having seen it done also with a slash mark in German. Something like Anaheim/California, perhaps on analogy with Frankfurt/Main.

No idea whether that would be a norm or not.

Though knowing how many things DIN makes norms for, it wouldn't surprise me if they had made one. (-:

PS: I agree with hb about the second comma -- that's a very common mistake even among native speakers, so much so that the AP or something may even now allow it to be dropped. But traditionally it should be treated as if it were in apposition.

Discover Anaheim, California, with the help of ...
March 15, 2017, will be the next ...
#6Verfasserhm -- us (236141) 08 Mär 17, 21:21
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Yes to #4 and #6.

Re #2.

More than one city called Miami exists in the USA.
#7VerfasserHappyWarrior (964133) 08 Mär 17, 21:27
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In einem deutschen Text sollte man sich auf jeden Fall an die deutschen Regeln und Konventionen zur Zeichensetzung halten.

Ob man erklärend hinzufügen muss, dass Kalifornien in den USA liegt, hängt wohl im Einzelfall von der Zielgruppe ab ...
#8VerfasserWoody 1 (455616) 09 Mär 17, 08:15
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But, so, have you seen the slash mark used in German for American states? Or is that not in fact an acceptable German norm?
#9Verfasserhm -- us (236141) 09 Mär 17, 08:45
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Der Schrägstrich hat eine andere Funktion als die Klammern, er dient zur Abkürzung: "Neustadt an der Weinstraße" > "Neustadt/Weinstraße". Aber der andere Ort heißt ja nicht "Anaheim upon California", also sollte man den Schrägstrich vermeiden.
#10VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 09 Mär 17, 09:10
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#4, #7: Selbstverständlich. Aber ernsthaft, ist irgendwie fraglich, welches Miami bei "Miami (USA)" gemeint ist? Ich behaupte: für einen Deutschen nicht. Fragt irgendein Amerikaner bei "Frankfurt, Germany" ernsthaft nach, welches Frankfurt gemeint ist? Also nicht um deutlich zu machen, dass er weiss, dass es noch andere gibt, sondern wirklich, weil er sich nicht sicher ist, ob Frankfurt am Main gemeint ist?

(Die deutsche Schreibweise "Miami/Florida" kommt mir nicht bekannt vor.)
(Das fehlende Komma hinter Einschüben wie in #4 und 6 beschrieben habe ich so regelmäßig in englischen Texten gesehen, dass ich es schon als korrekt abgespeichert habe.)
#11VerfasserMattes (236368) 09 Mär 17, 09:56
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More than one city called Miami exists in the USA. (#7)

That's right – and the one in Florida is about 200 km from the centre of Melbourne.
#12VerfasserStravinsky (637051) 09 Mär 17, 10:01
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Aber ernsthaft, ist irgendwie fraglich, welches Miami bei "Miami (USA)" gemeint ist? Ich behaupte: für einen Deutschen nicht.
Given how little many Germans actually know about US geography apart from the major tourist destinations, that may be true. But I have to ask why one finds it necessary to be so lazy about actually giving correct and sufficient information. The full designation needs to be given only once in a text. Are letters that expensive? ;-)

Fragt irgendein Amerikaner bei "Frankfurt, Germany" ernsthaft nach, welches Frankfurt gemeint ist?
Perhaps those who have spent time in Germany outside of the west and have seen local trains in Berlin, for example, that say "Frankfurt/Oder" as their destination. Again, why create opportunities for confusion?
#13Verfasserhbberlin (420040) 09 Mär 17, 10:29
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Again, why create opportunities for confusion?

Exactly right.
#14VerfasserHappyWarrior (964133) 09 Mär 17, 10:35
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#13, 14: Es ist eine Frage der Lesbarkeit. Wenn über Veranstaltungen in mehreren Großstädten berichtet wird, dann ist für einen Deutschen, der anders als US-Bürger nicht an die häufige Nennung eines Bundesstaates nach einem Stadtnamen gewöhnt ist, folgendes besser lesbar:
Heute wurde in Valencia (Spanien), Las Vegas (USA) und Montevideo (Uruguay) der neue Mercedes vorgestellt.
als das hier
Heute wurde in Valencia (Spanien), Las Vegas (Nevada, USA) und Montevideo (Uruguay) der neue Mercedes vorgestellt.*

Und zu "Frankfurt, Germany": Das ist aber doch in den USA die üblichste Art, die Stadt zu erwähnen, oder? Weder "Frankfurt am Main, Germany" noch "Frankfurt, Hessia, Germany"?

*Nochmal, warum das "Nevada" erwähnen? Wird sich auch nur ein einziger deutscher Leser des Textes jemals fragen: "Moment, es gibt ja nicht nur das Las Vegas in Nevada sondern auch noch eins in New Mexico! Jetzt weiß ich ja gar nicht, wo genau das Auto vorgestellt wurde." Nein. Erstens darum nicht, weil das zweite Las Vegas hier nicht bekannt ist, und zweitens darum nicht, weil ohne weitere Angaben natürlich die Stadt gemeint ist, die einem als erste einfällt. Als Deutscher liest man da einfach drüber und stellt sich nicht - wie offenbar manche Amerikaner - automatisch die Frage "Welcher Bundesstaat?", wenn dieser nicht genannt ist.
#15VerfasserMattes (236368) 09 Mär 17, 11:02
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Nochmal, warum das "Nevada" erwähnen?
 
Eben. Las Vegas ist nicht Neustadt.
#16VerfasserStravinsky (637051) 09 Mär 17, 11:37
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Re #15.

Compare your specialized scenario with the question posed in #0.
#17VerfasserHappyWarrior (964133) 09 Mär 17, 11:40
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I don't recall the source any more, but as I was reading a respected German publication, I noticed that they used the name of the US state in parentheses following the name of the city for the first time they mentioned a city in an article.
#18Verfasserhbberlin (420040) 19 Mär 17, 13:04
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@Stravinsky #16: Weinstadt oder Ruebenberge oder noch mal ein anderes?
Kirchheim ist noch schlimmer :-)

Und ansosnten stimme ich zu, dass die Lesbarkeit im Deutschen besser ist, wenn das Land - in Ausnahmen der "state" - in Klammern genannt wird. In einem deutschen Text verwirren Kommas in dem Zusammnehang.
#19VerfasserAGB (236120) 20 Mär 17, 13:43
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Noch eine Stimme für Klammern.

Was die Exaktheit betrifft: Es kommt immer auf die Zielgruppe an. Wenn zu erwarten ist, dass nur die Existenz von Miami in Florida bekannt ist, dann muss das nicht extra genannt werden. Aber eine gewisse Überpräzisierung schadet sicherlich nicht, wie u.a. in #13 erwähnt. Dazu zwei Anekdoten:

Ich war vor 25 Jahren in Kanada unterwegs und wollte ein R-Gespräch nach Deutschland anmelden. Der deutsche Mitarbeiter, den ich in der Leitung hatte, fragte drei Mal nach, als ich sagte, ich sei in London, Victoria, Kanada.

Und ich hörte kürzlich von einer Bekannten C., deren Freundin R. aus Hannover eine Wegbeschreibung zum Urlaubsort an der polnischen Grenze erhielt: "Fahr immer Richtung Frankfurt!" R. rief irgendwann völlig verzweifelt aus Frankfurt/Oder an.

Übrigens gibt es in Schleswig-Holstein einen Ort namens Kalifornien.
#20VerfasserRaudona (255425) 20 Mär 17, 17:43
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Raudona, bitte hilf mir vom Schlauch runter!
Wenn sie nach Polen wollte, hätte ich Verzweiflung eher bei einem Main-Frankfurt-Anruf vermutet, an der Oder ist sie doch richtig....
Hmmmm *grübel*
#21Verfasserschwäble (951819) 20 Mär 17, 20:03
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Gah! Pointe völlig versemmelt! Sie rief natürlich aus Frankfurt/Main an!!
#22VerfasserRaudona (255425) 20 Mär 17, 20:22
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#23VerfasserStravinsky (637051) 20 Mär 17, 21:35
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Vorsicht ist innerhalb der USA immer geboten.
Wenn man nämlich allein beispielsweise das genannte "Miami" bei en-Wikipedia eingibt und oben auf die disambiguation geht, kann man in:
Arizona
California
Indiana
Ohio
New Mexico
Missouri
Oklahoma
und Texas landen. Nicht zu vergessen die diversen Miami Counties.

Zusätzlich werden noch Orte in Kanada, Australien, Spanien (Miami Platja) und dem Iran (anderer/veralteter Name von "Meyami") angegeben.

Und wenn man erstmal im Iran gelandet ist, dürfte man nie wieder die Angabe des Landes und (Bundes-)Staates für unwichtig halten...
#24VerfasserBenatarsComrade (1182552) 26 Mär 17, 01:32
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Warum es nötig ist, es dazuzusagen:

Meine Tochter ließ vom Limeskastell Pohl einmal einen Ballon mit Adresskarte daran steigen. Einige Tage später rief mich ein älterer Herr an und sagte, seine Frau und er hätten ihren Ballon bei einem Spaziergang in den Auen unweit von Frankfurt gefunden. OK, dachte ich, Frankfurt ist von Pohl aus grob geschätzt 50 km Luftlinie oder so, das kommt hin; ich wunderte mich nur ein wenig, dass der Frankfurter mit solch einem markant ostdeutschen Zungenschlag redete. Erst, als er hinzufügte, der Ballon sei um ein Haar in Polen gelandet, wurde mir klar, dass er das andere Frankfurt meinte, das an der Oder!

Es war übrigens der Rekordflug dieses Tages, fast 600 km Luftlinie, und meine Tochter gewann den ersten Preis damit. Ich hätte nicht gedacht, dass diese kleinen Heliumballone so weit herumkommen können!
#25VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 26 Mär 17, 21:25
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