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Translations of children's books.

26 Antworten    
Kommentar
Am feeling quite unnerved by this translation of a classic English picture book, 'Five Minutes Peace' .

'The children were having breakfast. This was not a pleasant sight.'

It has become

'Wenn die Elefantkinder früshtücken, ging es meistens unordentlich und laut zu.'

It is as if one of my favourite stories has become something else entirely. (There are numerous other changes and I feel outraged!)
VerfasserMrsMoose2 (1172312) 14 Mai 17, 17:49
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#1VerfasserCM2DD (236324) 14 Mai 17, 18:51
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#0

"Wenn die Elefantenkinder frühstückten ..."
#2VerfasserMiMo (236780) 14 Mai 17, 19:08
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Thanks CM2DD!
#3VerfasserMrsMoose2 (1172312) 14 Mai 17, 19:15
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Idiotisch, stimmt. Leider werden nicht alle Kinderbücher so liebevoll übersetzt wie die von Julia Donaldson!

Allerdings geht das auch umgekehrt: Als Kind habe ich "In 80 Tagen um die Welt" und "Kim" wirklich hundertmal gelesen. Auf Englisch sagen sie mir gar nichts, weil mir der gewohnte Tonfall fehlt... :-)
#4Verfassertigger (236106) 14 Mai 17, 19:52
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Five Minutes Peace (#0) --> Five Minutes' Peace

#5VerfasserStravinsky (637051) 15 Mai 17, 10:09
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Der in #1 verlinkte Text von Svenja Kranich, die an dieser Stelle wiederum vor allem Juliane House zitiert, ist sehr interessant. Die Parallele zu den oft kritisierten Übersetzungen englischer Filmtitel war mir nicht klar.
Ich finde es aber wichtig, wie in der Arbeit von Frau Kranich darauf hinzuweisen, dass es nicht einfach eine schlechte, entstellende Übersetzung ist, sondern dass kulturelle Filter angewendet werden. Für mich beispielsweise liest sich Elefantenkinder in diesem Text (der im Kinderbuch neben [oder vor?] einem Bild des Elefantenkinderfrühstücks abgedruckt ist) einfacher als Kinder. Bei Kinder hätte ich Menschenkinder vor Augen und würde beim Bild kurz stutzen. Das ist wirklich kulturell, schätze ich. Frau Kranich nennt das German desire for more content-oriented texts that convey their message directly and explicitly.
#6VerfasserMattes (236368) 15 Mai 17, 11:09
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Das ist auch hier immer mal Thema, wenn Vorschläge (vor allem bei belletristischen Fragen) eher erklären als übersetzen, insbesondere, wenn das Original ironisch oder vage ist. Es scheint schon eine gewisse Tendenz zu geben, dem deutschen Leser nicht allzu viel zuzumuten. Sehr verallgemeinernd gesprochen natürlich.
#7VerfasserGibson (418762) 15 Mai 17, 12:15
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Wenn es aus dem Zusammenhang gerissen wird, natürlich. Der Link in #1 sagt aber auch, dass aus dem Kontext leicht zu ermitteln gewesen sei, dass es um Tierkinder gehe, und damit sind die "Elefantenkinder" überflüssig. Vielleicht hätte sich der Übersetzer auch für "Junge" (Pl.) entscheiden können?
#8VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 15 Mai 17, 13:14
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Auch 'Junge' würde den Ton völlig ändern. Im Englischen spricht man bei Tieren ja normalerweise auch nicht von 'children'; der Autor verwendet das Wort also bewusst. Warum ein deutsches Buch unbedingt einen Tierbezug herstellen muss, kann ich nicht nachvollziehen. 'Kinder' hat genau die gleiche Konnotation und führt erst mal genauso in die Irre (wenn es kein Bild gibt).
#9VerfasserGibson (418762) 15 Mai 17, 13:17
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The German translation reproduces the pictures of the English original. Which makes some of the German translations all the odder. Mrs Elephant is clearly shown eating an iced bun - but according to the German it is a Krapfen (doughnut). And one of the elephants is shown playing a recorder. Only the German makes it a flute (Flöte)

There's some nice alliteration in the English. Where the mother is Mrs Large, and the children are called Lester and Laura. But in the German, they are Mutter Elefant, Elefantchen and Elefantinchen. Which isn't half so much fun.
#10VerfasserMrsMoose2 (1172312) 16 Mai 17, 18:45
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At least regarding recorder the translation mimics normal use. Recorder is Blockfloete, which is normally referred to as Floete.
Floete officially is in everyday speech referred to as Querfloete and translates to flute.
Floetenede Kinder or Floete spielende Kinder will have for German native speakers the association of children playing recorder.
#11VerfasserAGB (236120) 16 Mai 17, 18:59
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Und iced bun musste ich erst mal googeln. Das Problem ist, dass es das so in Deutschland nicht gibt. "Krapfen" kommt von der Übersetzung her vielleicht tatsächlich am nächsten. Im Gegensatz zu einem Doughnut hat der normalerweise auch kein Loch.
#12VerfasserJanZ (805098) 16 Mai 17, 19:35
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Aber Elefantchen and Elefantinchen ist wirklich unschön. Warum nicht Frau Groß und Gerd und Greta? Oder wenigstens bei Mutter Elefant dann Emil und Emma?
#13VerfasserMattes (236368) 16 Mai 17, 19:46
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JK Rowling hat mal erklärt, dass sie den Namen "Hermione" gewählt hat, weil der so selten ist - damit keine Kinder damit gehänselt werden. In deutschen Kindergärten tummeln sich Gretas und Emils und Emmas (Gerd habe ich allerdings lange nicht gehört), die vielleicht nicht mit Elefantenkindern verglichen werden möchten ...
#14VerfasserRaudona (255425) 16 Mai 17, 20:14
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Tut mir leid, da müssen sie dann durch. Ich kann doch ein Buch nicht daraufhin übersetzen, was gerade an Vornamen beliebt ist. (Man hofft ja auch, dass das Buch ein bisschen länger aufgelegt wird als die aktuelle Generation Kind ist). Ich finde 'Elefantchen...' auch total blöd. Das ist genau die Art von patronising, die ich bei Kinderbüchern sowieso nicht haben kann, und wenn's dann noch nicht mal so im Original steht, sondern vom Übersetzer verbrochen wurde, hat jemand den falschen Job IMO.

(bzg. Flöte und Krapfen stimme ich JanZ und AGB allerdings zu. Das ist kulturell idiomatisch, um mal einen Begriff zu erfinden.)
#15VerfasserGibson (418762) 16 Mai 17, 20:38
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I think the argument in #14 is important and valid. But then what happens? Thousands of little girls are named Hermione...

As to the original topic, not only do we have the pedantry of the Elefantenkinder (which is misplaced, because the English doesn't say 'elephant children'), we also have the mealy-mouthed 'unordentlich und laut'. (Maybe the translator should have plagiarized Morgenstern: 'ein Anblick grässlich und gemein'. Is this not called 'intertextuality'?)
#16Verfasserescoville (237761) 16 Mai 17, 20:46
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#14, Raudona, im Original heißen die Kinder Lester und Laura, nicht Hermione.
#17VerfasserMattes (236368) 16 Mai 17, 21:44
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Mattes, das ist mir schon klar. Es war einfach ein Beispiel dafür, warum bestimmte Figuren in Kinderbüchern besser keine gängigen Namen erhalten sollten, damit echte Kinder mit eben diesen Namen nicht gehänselt werden.

Mal abgesehen von den Namen finde ich die hier zitierten Übersetzungsbeispiele allerdings auch unglücklich.

Re German desire for more content-oriented texts that convey their message directly and explicitly: Als meine Tochter mit ungefähr neun Jahren zum ersten Mal ansetzte, "Harry Potter und der Stein der Weisen" zu lesen, legte sie das Buch nach der ersten Seite weg. Sie war daran gewöhnt, dass eine Geschichte anfing mit: "Das ist Lilli, die Hauptperson unserer Geschichte. Sie ist ...", also mit einer Art Exposé. Dass eine Geschichte mittendrin beginnt und sich nach und nach entfaltet, musste sie erst entdecken. Ich weiß allerdings nicht, ob diese einführende Vorstellung der Hauptperson(en) eine spezifische Eigenschaft deutscher Kinderbücher ist.

NB: Keine Angst, "Harry Potter" ist dennoch nicht spurlos an ihr vorüber gegangen. Sie ist jetzt ziemlich erwachsen, hat gestern eine Fußmatte mit "Alohomora" und eine Niffler-Tasse gekauft.
#18VerfasserRaudona (255425) 16 Mai 17, 22:18
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Wer sagt denn, dass der Übersetzer das zu verantworten hat? Vielleicht haben die Kaufleute des Verlags ihn dazu gezwungen?

Familie Elefant besteht aus Mama Elefant und Papa Elefant sowie den Kindern Elefantino, Elefantinchen, Elefantchen und Baby Elefant.

*Brr.*
#19VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 17 Mai 17, 09:34
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@#19

I think it is not the translator but the translation that is being criticized. Your scenario is entirely possible. However, a named translator must accept responsibility. I have myself disowned changes to my texts, and specified that I not be named. Conversely, I have had the same reaction from translators of texts I have edited (where the client agreed with me).
#20Verfasserescoville (237761) 17 Mai 17, 11:39
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I have taken a different tack. I am now reading a German children's book that I originally read in an English translation. It's Erich Kästner's 'Der 35 Mai'.
#21VerfasserMrsMoose2 (1172312) 17 Mai 17, 21:22
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"Krapfen" sind aber auch nicht überall verständlich.
#22Verfassereastworld (238866) 18 Mai 17, 10:18
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Immerhin fühlte sich der ursprüngliche deutsche Verlag bemüßigt, Snoopys geliebte Doughnuts als Lochkrapfen zu übersetzen. Und aus seinem Root Beer wurde aus Jugendschutzgründen Sprudel. (Ähnlich dem Doktor bei "Star Blazers", der in der US-Fassung grundsätzlich Quellwässerchen statt Sake trinken muss.)
#23VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 19 Mai 17, 14:42
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Aus Jugendschutzgründen? "Root Beer" ist doch alkoholfrei. Ich vermute eher, dass die Übersetzung die Tatsache berücksichtigt, dass es das Getränk im deutschsprachigen Raum schlicht nicht gibt.

Bei einer neueren Übersetzung würden die Doughnuts wohl einfach zu Donuts. Zumindest glaubte ich bereits vor ca. 25 Jahren, mir würde jemand mit seinem Spitznamen vorgestellt, als ich erstmals einen Donat kennenlernte ...
#24VerfasserRaudona (255425) 19 Mai 17, 14:56
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 aus seinem Root Beer wurde aus Jugendschutzgründen Sprudel

Das ergibt keinen Sinn, Cuau, bist Du sicher, dass du das richtig im Kopf hast? Ich wüsste nicht, was, abgesehen vom geringen Bekanntheitsgrad in DE, gegen "Root Beer" spricht. Statt "Sprudel" hätte man auch gut "Malzbier" nehmen können, da steckt auch das Bier im Namen, aber auch das ist mit dem Jugendschutz vereinbar.


#25VerfasserDragon (238202) 19 Mai 17, 14:59
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# 18: Interessant! Mich hat es auch viele Jahre lang gestört, wenn ein Buch mit einem Dialog anfängt, ohne gleich zu Anfang bekanntzugeben, wer da mit wem spricht.
#26Verfassermbshu (874725) 19 Mai 17, 17:10
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