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Etymologie von Wörtern, Redensarten, Namen Nr. 16

23 Antworten    
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Von hier kommen wir : Siehe auch: Etymologie von Wörtern, Redensarten, Namen ...


Ich sagte es schon einmal: In den meisten Museen werden uns interessante Dinge der Vergangenheit präsentiert: Dokumente, Kunstwerke, Erfindungen usw. Nur die Entwicklung der Sprache kann schlecht in einem Museum vorgestellt werden, dafür brauchen wir Etymologien, dicke Bücher oder eben auch einmal Fäden wie diesen neuen, den ich mich freue, als bereits sechzehnten  seiner Serie eröffnen zu können. 

Wie der Fadentitel zeigt, geht es neben der  Etymologie einzelner Wörter auch um Eigennamen  oder solche aus der Geographie sowie um die Herkunft von vielen Redensarten. Nach diesen Etymologien könnt ihr fragen, oder ihr teilt sie einfach als interessanten Fund mit. Das darf ruhig wie Kraut und Rüben durcheinandergehen.

Als besonders kommunikativ hat es sich auch bewährt, passende Etymologien als Rätsel zu verpacken. Für das Procedere schlage ich wieder vor: Wer glaubt, die Antwort gefunden zu haben, nennt sie nicht gleich direkt, sondern deutet sie nur an, um den anderen das Weitersuchen / Weiterspekulieren zu ermöglichen. Und wer die Rätselfrage gestellt hat, erläutert sie abschließend selbst, und zwar zu einem Zeitpunkt, den er für richtig hält, in der Regel nicht früher als 48 Stunden nach dem ersten Impuls.

Nun wünsche ich allen Teilnehmern an diesem neuen Faden viel Spaß. Ich beginne gleich mit einem hoffentlich nicht allzu schwierigen Rätsel:

Welches dt. Adjektiv hat seine ursprüngliche, sehr pejorative Bedeutung fast ganz abgelegt und eine ausgesprochen positive entwickelt? 

Verfassermars (236327) 16 Jun 17, 21:14
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https://www.youtube.com/watch?v=-M4R-7ScZ_I

En ce qui concerne le charme, j'allais poster celui-ci http://image.stern.de/7012830/uncropped-0-0/7... mais je l'avais vu trop tard.
#1VerfasserCeesem (719060) 17 Jun 17, 10:26
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Der erste Link in #1 führt sehr deutlich zur Lösung des Rätsels in #0. Ich kam auf die Aufgabe durch den Duden-Newsletter für den laufenden Monat. Dort heißt es: 

Das Adjektiv toll (mhd. tol, dol, ahd. tol „dumm, töricht“) gehört im Sinne von „getrübt, umnebelt, verwirrt“ zu der Wortgruppe, der auch das Nomen Dunst zuzuordnen ist. 

Diese ursprüngliche Bedeutung „trübe, verwirrt“ spiegelt sich in Begriffen wie Tollhaus wider (veraltet für „psychiatrische Klinik“), Tollkirsche (der Genuss der Beeren dieses Nachtschattengewächses ruft beim Menschen Erregungs- und Verwirrtheitszustände hervor) oder Tollwut (eine Viruserkrankung, die einen Zustand der Übererregtheit auslöst). Und bevor sich jemand tollkühn verhält, sollte er über sein Agieren vielleicht noch einmal gründlich nachdenken …

Auch im Mittelhochdeutschen trat das Adjektiv aber schon in der Bedeutung „ansehnlich, bewundernswert“ auf, im Frühneuhochdeutschen dann auch im Sinne von „erstaunlich, sehr stark“. Auf dieser Schiene fahren wir auch heute noch, wenn wir von einem tollen Mann, einer tollen Figur oder tollen Autos schwärmen.“


#2Verfassermars (236327) 21 Jun 17, 09:46
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Zur Abwechslung mal wieder die Frage nach Städtenamen:

Welche dt. Stadt wurde nach einem Kaiser benannt, während der fast gleiche Name  einer großen osteuropäischen Stadt auf den Namen der  Schwester eines anderen Kaisers zurückgeht?
#3Verfassermars (236327) 25 Jun 17, 19:46
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Laut Wikipedia streiten sich die Forscher darum, ob die deutsche Stadt nach dem Großvater oder seinem Enkel beannt wurde. Die osteuropäische Stadt aber wurde nach der Schwester des Enkels benannt.

Beide Städte liegen am Wasser. Die deutsche an einem See, die andere an einem Meer.
#4VerfasserCeesem (719060) 26 Jun 17, 14:12
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Richtig!
In dem Duden-Tb. „Geographische Namen in Deutschland“ heißt es:  „Der Name Konstanz geht zurück auf den eines Römerkastells, das zu Ehren des römischen Kaisers  Constantius Chlorus benannt war.“ Und Wikipedia schreibt zu diesem Kaiser:  “Flavius Valerius Constantius (nicht zeitgenössischer Beiname Chlorus „der Grüne, Blasse“, kurz Constantius I.; * um 250; † 306) war ein Kaiser der römischen Tetrarchie. Zunächst von 293 bis 305 untergeordneter Caesar, war er in den Jahren 305/306 Augustus im westlichen Reichsteil. Als Kaiser sorgte er vor allem für die Beendigung des Aufstands in Britannien und die Wiedereingliederung des britannischen Sonderreiches unter Carausius und Allectus. Mit seinem Sohn Konstantin begründete er die konstantinische Dynastie.

Andererseits gibt es in Rumänien am Schwarzen Meer die Stadt Constanța. Mit 283.872 Einwohnern war sie 2011 die fünftgrößte Stadt des Landes und Sitz des gleichnamigen Kreises. Sie wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. von Griechen aus der ionischen Mutterstadt Milet (in Kleinasien) als Tomoi (Τόμοι) gegründet, eine später römische Stadt (Tomi), in der auch der aus Rom verbannte Dichter Ovid ab 8 n. Chr. lebte und um das Jahr 17 starb. Zeitweise stand sie unter dakischer, skythischer und keltischer Herrschaft. Unter dem römischen Kaiser Konstantin I. wurde die Stadt zu Ehren seiner Schwester in Constantiana umbenannt und war eine wichtige Metropole. https://de.wikipedia.org/wiki/Constanța

#5Verfassermars (236327) 30 Jun 17, 17:56
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Welche abfällige frz. Bezeichnung für einen Menschen hängt etymologisch mit einer Gestalt aus dem Neuen Testament zusammen? 

#6Verfassermars (236327) 08 Jul 17, 19:22
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Un roman de Leo Perutz utilise ce nom dans son titre ?
#7Verfasserpatapon (677402) 09 Jul 17, 09:26
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Das ist auch eine brauchbare Lösung, patapon, aber an den Judas dachte ich nicht.
#8Verfassermars (236327) 09 Jul 17, 19:49
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Ein Tipp: Die Bezeichnung und die Gestalt beginnen mit n- / N- .
#9Verfassermars (236327) 11 Jul 17, 16:43
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Ein letzter, wichtiger Tipp: N. erscheint dreimal im Johannesevangelium ...
#10Verfassermars (236327) 14 Jul 17, 11:38
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Naïf et niais, on l‘attrape facilement  …. 6 lettres
 
Il existe également le substantif éponyme du personnage biblique.
#11VerfasserJohanna (236135) 14 Jul 17, 14:18
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Chez Brassens rime avec "fort en thème" :


à 0 s 17
#12Verfasserpatapon (677402) 14 Jul 17, 17:06
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@ Johanna
SIX (?) lettres?
#13VerfasserCeesem (719060) 15 Jul 17, 09:52
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Je pense que mars demandait initialement un adjectif  étymologiquement dérivé du nom du personnage en question.
En 6 lettres :    A – I – U –D – G - N

J’ai ajouté le substantif éponyme qui signifie en gros la même chose que l’adjectif recherché.
 
Bon, tout le monde aura trouvé …
#14VerfasserJohanna (236135) 15 Jul 17, 10:22
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Quant à moi, je n'ai pas su compter jusqu'à six.
#15Verfasserpatapon (677402) 15 Jul 17, 12:52
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avec patapon nous en sommes deux ...

(sagt man das so ?
Ich wollte sagen, ich hab es auch noch immer nicht verstanden, und mit patapon sind wir schon zwei...) :-)
#16Verfasserweigelie (1081929) 15 Jul 17, 14:07
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Ich gratuliere Johanna, die die komplette Lösung gefunden hat, und patapon, die bei Brassens die Stelle nannte, an der der Name der von mir gemeinten Person aus dem Johannesevangelium reimend vorkommt ...

Aus Wikipedia zitiere ich zwei für die Lösung entscheidenden Passagen:

Le nom de Nicodème a donné naissance au substantif et adjectif « nigaud ». En effet, dans l'évangile attribué à Jean (III, 4), Nicodème pose des questions à Jésus qui ont été jugées ingénues par la tradition chrétienne. Son nom a donc été utilisé pour désigner quelqu'un de naïf ou de niais.

Nicodème est un des premiers disciples de Jésus. Pharisien et membre du sanhédrin, Nicodème apparaît trois fois dans l’Évangile selon Jean : il va écouter son enseignement , il prend sa défense lorsqu’il est malmené par les Pharisiens, il aide Joseph d’Arimathie lors de la descente de croix et la mise au tombeau.

#17Verfassermars (236327) 15 Jul 17, 14:49
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auch wenn ich patapons #6 irgendwie falsch verstanden habe, wüsste ich doch gerne, ob es richtig ist zu sagen:
avec xy nous en sommes deux,
wenn ich sagen will, xy und ich sind schon zwei,
oder mit xy sind wir schon zu zweit.
Ich freu mich auf Info hierzu :-)
#18Verfasserweigelie (1081929) 16 Jul 17, 19:14
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"nous sommes deux " pas besoin du "en"

(à la différence de nous en sommes:
"en être"faire partie d'un groupe (en général et plus particulièrement d'un groupe plus ou moins singulier) [Fam.] sous-entendu ... être de ce groupe (politique, social, d'orientation sexuelle ...)
#19Verfasserpatapon (677402) 16 Jul 17, 21:04
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danke, patapon :-)
#20Verfasserweigelie (1081929) 17 Jul 17, 10:02
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Ich ergänze meine Aufgabe #6 mit einem inhaltlch verwandten Rätsel: 

Im Fall Nicomède > nigaud führte laut Wiki die christliche Tradition selbst zu dem abwertenden Adjektiv. Bekannter ist, dass die Zugehörigkeit zu dieser Religion ihrerseits zu einem sehr pejorativen Adj. / Substantiv geführt hat.

Wer kann auf diese  zweite Bedeutungsverschlechterung so diskret anspielen, dass auch andere noch Gelegenheit zum Mitraten haben? 

#21Verfassermars (236327) 20 Jul 17, 10:49
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eine walliser Krankheit ?

#22VerfasserCham_aar (1044067) 20 Jul 17, 13:54
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Richtig, Cham_aar! Nach meinem etym. Wb. von Larousse ist das gesuchte Wort ursprünglich "un mot bas-valaisin et savoyard".
#23Verfassermars (236327) 22 Jul 17, 10:03
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