äÄöÖüÜß

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Deutsch
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ɛɪɔɶøʏ
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Konsonantensystem
çʤŋʃʀʁʒ
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Monophthonge
ɛɜɪɔʊəɑɐɒæ
Konsonantensystem
ŋθʃʒçʍɹɻɫɾ
Diakritische Zeichen
ˈː
 
leo-ende

Betrifftkucken95 Antworten    
Kommentar
Hab grad gelesen, dass kucken mit "k" norddeutsch sein soll. Allerdings kenne ich es auch nur mit "k". Und habe noch nie jemanden "gucken" sagen hören.

Sagt man denn "gucken" überhaupt irgendwo?
VerfasserVinx (424414) 18 Mär 08, 14:50
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#1VerfasserMattes (236368) 18 Mär 08, 14:52
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#2VerfasserReinhard de upl18 Mär 08, 14:54
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They certainly say it with a G here. Gannste mal gucken?
#3VerfasserCM2DD (236324) 18 Mär 08, 14:54
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Ich (aus BaWü), bin der Meinung, dass gucken eher im Süddeutschen Raum gebraucht wird. Von meiner Verwandtschaft aus Berlin hab ich jedenfalls nur kucken, aber nicht wirklich gucken gehört. Ich habs jedenfalls immer eher für umgangssprachlich gehalten
#4Verfasserx-toph (263194) 18 Mär 08, 14:57
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ja, bei uns (Südwesten) gibt es sogar die Version mit 3g: guggen
#5Verfasserla déesse aliénée18 Mär 08, 15:00
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Süddeutsch bzw. Bayrisch und Bairisch (österr. Dialekte) sagt sowieso keiner was mit g oder k, da heißt es "schauen". (Oder im Alemannischen 'luaga'.)
#6Verfassertigger (236106) 18 Mär 08, 15:03
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"Kucken" ist falsches Hochdeutsch, wird aber von vielen Leuten benutzt.
#7VerfasserPCFreak (418532) 18 Mär 08, 15:04
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Achja, für deine Frage, denke ich, dass jeder "gucken" sagt, der auf ein richtiges Deutsch achtet. Also ich sage immer "gucken".

Norddeutscher Dialekt wäre "kieken".
#8VerfasserPCFreak (418532) 18 Mär 08, 15:07
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Autsch, PCFreak, setz dich da mal nicht in die Nesseln. Ich weiß, du bist recht neu im LEO-Forum, aber "falsches Hochdeutsch" hören einige Leute gar nicht gern! Entweder es ist Hochdeutsch oder nicht. Dann kann es noch Umgangssprache und Dialekt sein, was dem einen richtig, muss dem anderen nicht falsch sein. Aber mit den Begriffen musst du vorsichtig sein, sonst tun sich wieder Graben und -kämpfe auf. :-))
#9Verfassertigger (236106) 18 Mär 08, 15:09
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Soweit ich das weiß besteht zwischen "gucken" und "kucken" kein Unterschied außer der - wohl regional bedingten - Aussprache. Aber in der Schule habe ich gelernt das nur "gucken" die richtige Schreibweise ist. (Kann sich aber geändert haben.)
#10VerfasserAurélien (417676) 18 Mär 08, 15:17
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Ich schreibe "gucken", aber gesprochen klingt es bei mir (und bei so ziemlich jedem, den ich kenne) eher wie "kucken". Ich versuche es gerade im Geiste "gucken" auszusprechen, das klingt für mich seeehr ungewohnt.

Und ich glaube schon, dass ich ansonsten einigermaßen richtiges Deutsch (sogar Hochdeutsch) spreche ;o)
#11VerfasserDragon (238202) 18 Mär 08, 15:21
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ku|cken (nordd.): gucken.
(Duden)
#12VerfasserCM2DD (236324) 18 Mär 08, 15:22
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Bei Guckloch wird das G wirklich wie G gesprochen:-)
#13VerfasserHans18 Mär 08, 15:27
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#14Verfasserder Dudenleser18 Mär 08, 15:31
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@Dudenleser: Ja, aber wie schon von CM2DD zitiert, bezeichnet er "kucken" als norddeutsche Form von "gucken".
#15VerfasserRE1 (236905) 18 Mär 08, 15:34
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*hihi* ich vermeide dieses Wort eigentlich weistestgehend, da ich mir immer nicht sicher bin, wie es nu richtig heißt...
sag eher schauen oder sehen.

lg,
#16Verfasserle.rossignol18 Mär 08, 15:36
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@#13 Hans: Nö, bei mir klingt das auch eher "Kucklock".

Es wird wohl nicht nur im Norden so sein, ich spreche es auch "k" aus, aber RP ist nicht norden.
#17VerfasserAurélien (417676) 18 Mär 08, 15:38
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Das erinnert mich an meine Primarschullehrerin, die sich grausam über den TV-Spot 'kuck mal - konika' geärgert hat.. da würden die Schüler ja falsches Zeug lernen...

Meiner Meinung nach ist 'kucken' viel verbreiteter... (gesprochen)
...denke aber nicht, dass es irgendwo auch so geschrieben wird (ausser vielleicht in SMS u.ä.)

...es sieht sogar so komisch aus, dass ich Anfangs des Threads nicht wusste ob's nun um gucken-kucken oder kuchen-kucken geht :)
#18VerfasserSage N. Fer Get K.S.C. (382314) 18 Mär 08, 15:42
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Aussprechen tu' ich es auch mit "g".

@tigger

Ja stell dir vor, wir sind 82mio. Menschen in Deutschland und alle sind Individuen... Ich nicht...

;D

Nein, also Scherz beseite, ich will keinen vor den Kopf stoßen ich schreibe nur das, was ich für richtig halte. Und "gucken" halte ich schon für "gehobener" als "kucken", warum dass speziell norddeutsch sein sollte weiß ich nicht, bin ja Norddeutscher.

Ich zitiere Duden ja selber gerne mal, aber Duden ist in manchen Dingen in meinen Augen verhurt.

Muss man immer sehen was man daraus für zitierfähig hält.
#19VerfasserPCFreak (418532) 18 Mär 08, 15:43
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Doch Aurélien, zum größten Teil:) Alles was nördlich des Weißwurstäquators (Main) ist, ist Norden :)

Mal ernsthaft. Ich (BaWü) sag beides. Oft aber kucken, da ich mit gucken eher Dialekt verbinde und mir das, wenn ich mit FReunden rede zu schwäbisch klingt. Auch wenn das wohl nicht unbedingt eine richtige Einschätzung ist.
#20Verfasserx-toph (263194) 18 Mär 08, 15:44
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@RE1: Das war ja auch die Threaderöffnung ;-)
#21VerfasserVinx (424414) 18 Mär 08, 15:44
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@x-toph: Aber dann sagst Du doch auch nicht "gucken", sondern "gugga" oder sowas.
#22VerfasserVinx (424414) 18 Mär 08, 15:46
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@ Vinx: Z.B. in dem Satz: der guggt/guckt aber scho komisch. Ich sprech, wie viele Jugendliche hier, auch nur halb Schwäbisch. Daher erscheint hier der Unterschied nicht so groß.

Weil das schwäbische gugga und gucken, wenn man beide schnell und vlcht. nicht so deutlich ausspricht, in der Mitte fast identisch sind, hat für mich gucken halt eher einen schwäbischen Touch und kucken klingt für mich eher Hochdeutsch. Wohl aber nur, weil kucken eher im Norden verwendet wird.
#23Verfasserx-toph (263194) 18 Mär 08, 15:53
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Naja, mit einem folgenden T geht's ja auch nicht anders.
#24VerfasserVinx (424414) 18 Mär 08, 16:00
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"Hoch"deutsch hat aber nichts mit "Nord"deutsch zu tun. Und "Kucken" ist nun mal kein richtiges "Hoch"deutsch.
#25VerfasserPCFreak (418532) 18 Mär 08, 16:00
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Hab grad überlegen müssen, was ich immer schreib... mein Handy z.B. kennt zum Glück nur gucken und kein kucken ...
#26VerfasserSternschnuppal (375999) 18 Mär 08, 16:03
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Mir kommt es so vor, als wäre das kucken mit k deutlich weiter verbreitet als mit g. Sowohl im Süden als auch im Norden. (Was man natürlich nicht zählen darf ist, wenn beide Laute als g gesprochen werden.)
#27VerfasserVinx (424414) 18 Mär 08, 16:08
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Ich kenne "kucken" als Klang und "gucken" als Rechtschreibung.
#28Verfassermibiene (419180) 18 Mär 08, 16:09
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@ Vinx, klar, aber wenns um gugga geht, dann ists ja was anderes. Schreiben würde ich sowieso ganz klar gucken, aber sprechen. Naja, im Prinzip mal so mal so. Ich zähls jedenfalls nicht :)

@ PC-Freak: Mir ist schon klar, dass Hochdeutsch und Norddeutsch zwei Paar Schuhe sind. Aber Fakt ist, z. B. um Hannover, (liegt im Norden), sagt man, da spricht man das "beste" Deutsch. Und meiner Meinung haben es die Norddeutschen leichter Hochdeutsch zu sprechen, als wir Schwaben. Wir können das nämlich nicht wirklich :)
#29VerfasserX-toph18 Mär 08, 16:15
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Bei uns ist jeder der g(k)ucken schreibt oder sagt als Deutscher entlarvt. :o)
#30Verfasseralbin (Ö) (236092) 18 Mär 08, 16:16
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Ach, PCFreak, du zählst NRW zu Norddeutschland? Na da werden dir einige LEOniden gleich noch was zu erzählen haben. :-)))
#31Verfassertigger unpl.18 Mär 08, 16:17
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Also, wenn uns jetzt jemand zu Süddeutschland zählt, dann geht es auch rund ;-))!
#32VerfasserRussisch Brot (340782) 18 Mär 08, 16:19
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X-toph, Fakt ist, dass Hochdeutsch ist, was der Duden als solches definiert. Hannover hat einen guten Ruf, was Deutsch betrifft, aber das ist kein Fakt (sondern eine gut belegte Theorie).
#33Verfassercsilla18 Mär 08, 16:19
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Wie kommst du jetzt darauf ich würde NRW zu ND zählen?

Habe ich das irgendwo erwähnt? Würde ich nie machen, für mich sind nur S-H&HH "richtiges" Norddeutschland... dazu dann noch Niedersachsen und M-Vp.
#34VerfasserPCFreak (418532) 18 Mär 08, 16:22
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CSilla, geb dir vollkommen recht. Aber als nicht grad super hochdeutsch sprechender Schwabe empfindet man, bzw. denkt sich einfach, da oben sprechen sie besser hochdeutsch, als hier unten :)
#35VerfasserX-toph18 Mär 08, 16:26
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Also um mal eine Lanze zu brechen:

Lustiger Weise habe ich früher auch geglaubt, dass "hoch" und "nieder" einfach nur auf eine Karte bezogen ist und mit "nord" und "süd" übersetzt werden kann.

Bis ich dann mal auf die Idee kam mich schlau zu lesen.

Gerade "Nieder"deutsch ist was "Nord"deutsches ;)
#36VerfasserPCFreak (418532) 18 Mär 08, 16:31
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Ja, schon lustig. Bei meinem ersten Urlaub in den Niederlanden hab ich mich auch gefragt, warum es hier nur Tulpen und keine Pizza gibt.
#37VerfasserVinx (424414) 18 Mär 08, 16:50
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Moin

Ich komme aus Hamburg und kann mit Sicherheit sagen, das ich folgedne Wörter im Sprachgebrauch:

kiecken
kucken


Jedoch schreibe ich das Wort selbstverständlich folgender maßen:

gucken <<< weil es so Grammatisch korreckt ist.<br/>
lg David
#38VerfasserDavid18 Mär 08, 21:16
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Ist das jetzt hier die stylische Young-grubby-Schlampergeneration?

PCFreak
Also um mal eine Lanze ... (wofür, für wen?) ...zu brechen. (sowas heißt Idiom!)
Lustigerweise ...


Die fehlenden Kommas lass ich mal, und Tippfehler sind bis zu einem gewissen Umfang verzeihlich.

Duden ist in manchen Dingen in meinen Augen verhurt. Abgesehen vom unmöglichen Ausdruck wüsste ich da doch gern Genaueres.


David
folgendermaßen
grammatisch korrekt

#39Verfassermanni3 (305129) 19 Mär 08, 00:16
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@Vinx: thanks for starting this thread. I had been meaning to ask exactly this question for some time now.
#40VerfasserSharper (238296) 19 Mär 08, 02:50
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Wenn ich ehrlich sein soll, schreibe ich auch immer "kucken".

Mir widerstrebt es einfach, das mit einem g zu schreiben, weil das so überhaupt nicht in das normale Sprache-Schrift-Unterschied-Schema passt.
#41VerfasserVinx (424414) 19 Mär 08, 08:46
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frei nach Kaya Yanar : was guckst du? ;-)
#42Verfassercheerup-girl19 Mär 08, 09:22
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Im Folgenden eindeutig G:
Mama guck, Mama guck, Mama guckeruckuguck
ein fremder Han sitzt auf,,,,,,,,,,,,,,,,,,dem Mist:-)
#43VerfasserHans19 Mär 08, 09:24
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Hahn m uss das natürlich heissen
#44VerfasserHans19 Mär 08, 09:24
Kommentar
Hans, Han passt schon auch ;-))
#45Verfassermanni3 (305129) 19 Mär 08, 09:52
Kommentar
"Ist das jetzt hier die stylische Young-grubby-Schlampergeneration?"

Woooh, Schlag unter die Gürtellinie...

Ich bin schlampig, aber ich sehe nirgends ein "stylisches young-grubby" Gehabe.

War vllt. auch nur wieder verkannte Ironie. (Hoffe ich)

Für wen? War gedacht für alle Schwaben die bisher dachten, dass Norddeutsch = Hochdeutsch ist.

"[k]Duden ist in manchen Dingen in meinen Augen verhurt.[/k] Abgesehen vom unmöglichen Ausdruck wüsste ich da doch gern
Genaueres."

Damit meine ich, dass manche Änderungen im Duden sich nur irgendwelchen Gruppen beugt und nicht so sehr auf das Ursprüngliche achtet. Zum Beispiel die Rechtschreibreform...

Salopp gesagt habe ich das folgendermaßen verstanden:

Viele Schüler sind zu doof(wahrsch. inkl. mir, damit jetzt keiner denkt ich halte mich für besser :P) die alte Rechtschreibung zu erlernen, verwenden. Duden beugt daraufhin die Rechtschreibung so dermaßen, dass es bei manchen Wörtern schon weh tut(Majonäse, Kreme), unlogisch erscheint oder einfach bei einigen Dingen verschlimmbessert wurde.
Sicher nicht alles ist schlechter geworden, manches ist auch (logisch) besser geworden, z.B. "Schifffahrt".

Ziel ist natürlich, dass Schüler weniger Fehler machen. Es wurde das Niveau gesenkt um den Schnitt zu heben und das halte ich für falsch! Natürlich könnte man jetzt auch darüber spekulieren, dass der Dudenverlag nicht schlecht an dem ganzen "Tohuwabohu" um die Rechtschreibreform verdient hat, mussten doch ständig aktualisierte Versionen gekauft werden von manchen Institutionen.


Das ganze ist es, was ich "verhurt" nenne. Den begriff finde ich ganz und gar nicht unmöglich, er spiegelt meine Meinung wieder. man kann es auch salopp milder sagen "opportunistisch".
#46VerfasserPCFreak (418532) 19 Mär 08, 11:13
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@PcFreak:

Ich kenne keine Schwaben, die Norddeutsch für Hochdeutsch halten (das soll jetzt aber wiederum nicht heißen, dass die Schwaben andersrum ihren Dialekt für Hochdeutsch halten - Ihr wißt ja: "wir können alles, außer ...") ;-)

Deine Argumentation bzgl. Duden erschließt sich mit gar nicht ... Klar, über die Rechtschreibreform kann man diskutieren. Und klar, dr Duden (und andere) Verlage haben daran gut verdient. Aber: Was für einen Sinn würde denn ein Werk wie der Duden machen, wenn er nicht die jetzt offiziell geltende Version der Schreibweise bringen würde?
#47VerfasserSille74 (272945) 19 Mär 08, 11:23
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Ich finde es auch nicht toll, wenn der Duden Dinge aufnimmt, die eigentlich falsch sind, aber in Teilen der Bevölkerung gängiger Sprachgebrauch sind (z.B. "wegen dem"), und ärgere mich auch, wenn ich das Gefühl habe, dass sich eher an den "Deppen" orientiert wird. Aber was hat das mit der Rechtschreibreform zu tun? Die hat doch nicht die Duden-Redaktion beschlossen.
Und den Ausdruck "verhurt" finde ich auch extrem unpassend.
#48VerfasserDragon (238202) 19 Mär 08, 11:33
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Wahrscheinlich hat PC-Freak mich gemeint. Aber, dann hat er mich missverstanden. Ich (Schwabe) denke keinesfalls, dass Norddeutsch = Hochdeutsch ist. Ich denke aber, und das ist bestimmt richtig, dass die Norddeutschen besser hochdeutsch reden als das die Schwaben tun. Man muss es sich doch nur mal anhören. Außerdem finde ich, dass es dem hochdeutschen ähnlicher ist als das Schwäbische. Und ich rede jetzt nicht von Platt.
#49VerfasserX-toph19 Mär 08, 11:37
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PCFreak, der Duden, der Wahrig, der Brockhaus und alle anderen haben sich an die Vorgaben des Rats für deutsche Rechtschreibung zu halten. Falls es Dir zu viel ist, den Link zu öffnen und das ganze Vorwort zur deutschen Rechtschreibung zu lesen oder gar Dich über Details zu informieren, indem du die Rechtschreibregeln (die im Vergleich zu den alten vereinfacht wurden) sowie die Wortliste als *pdf runterzuladen, hier ein Auszug:

"Neben dem Vorsitzenden besteht der Rat aus 18 Mitgliedern aus Deutschland, jeweils 9 Mitgliedern aus Österreich und der Schweiz sowie je einem Mitglied aus Südtirol, Liechtenstein und der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Neben fachlich ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gehören dem Rat Sprachpraktiker aus dem Verlagswesen, der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, aus dem pädagogischen sowie aus dem journalistischen und schriftstellerischen Bereich an, die über besondere Erfahrungen und Kenntnisse mit Schreibregeln und Schreibpraxis verfügen. Weiterhin wurde bei der Zusammensetzung des Rats besonderes Gewicht darauf gelegt, dass sich in seiner Besetzung die Vielfalt der Meinungen zur Rechtschreibung, die in der öffentlichen Diskussion sichtbar geworden ist, wiederfinden."


Und vielleicht schaust Du Dir Deine Hand mal an, wie die aussieht, wenn Du mit dem Finger auf andere zeigst: drei Finger zeigen auf Dich zurück. Der längste davon hat ja spätestens seit Effenberg einen festen Namen.
#50Verfassermanni3 (305129) 19 Mär 08, 12:34
Kommentar
Bravo, manni3, besser hätte man es nicht ausdrücken können.

Noch mal eben etwas hierzu:
"Das ganze ist es, was ich "verhurt" nenne. Den begriff finde ich ganz und gar nicht unmöglich, er spiegelt meine Meinung wieder. man kann es auch salopp milder sagen "opportunistisch"."
PC Freak, bevor du dich beschwerst, dass andere dir einen Schlag unter die Gürtellinie versetzen: Was mich (und wie ich einigen Beiträgen entnehme auch andere) an deiner Aussage stört, ist nicht einmal in erster Linie der Inhalt, sondern die Wortwahl bzw. die Sprachebene oder - einfacher ausgedrückt - das Niveau. Wenn du schon "opportunistisch" kennst und meinst, warum benutzt du dann nicht das anstatt sich einer Metapher aus dem Rotlichtmilieu zu bedienen, die manche mitunter auch noch als diskriminierend auffasen könnten? Mit so etwas sollte man sehr vorsichtig sein, auch und besonders in einem Sprachforum.
#51Verfasserray-c (408594) 19 Mär 08, 13:04
Kommentar
"auffassen" heißt es natürlich (zu schnell getippt, sorry!).
#52Verfasserray-c (408594) 19 Mär 08, 13:06
Kommentar
Steppe und es ist nur ein Baum zu sehen:

Elch1: "Ick blick wat wat du nich blickst und dat hat n vertikalen stand"

Elch2: "A Bum !"

Schwirt mir schon die ganze Zeit im Kopf rum.

Das dürfte dann ja Nord-Norddeutsch sein. :)
#53VerfasserMach jetzt Feierabend19 Mär 08, 17:06
Kommentar
Noch ein Sturz vom Ross... tut weh, aber ich verschulde mir das selbst...

Ich habe bisher geglaubt der Duden würde festlegen was in der deutschen Sprache, Grammatik und Rechtschreibung als richtig und als falsch gilt.

Dass so etwas wie ein "Rat für deutsche Rechtschreibung" überhaupt existiert, davon wusste ich nichts.

Angesichts dieser Umstände bin ich wohl zu hart in's Gericht gegangen. Das erinnert mich etwas an die Diskussion um "der/die URL" ( http://tinyurl.com/27x8zc )

Die "normative Kraft des Faktischen" wird sich wohl immer durchsetzen.

Zum Begriff "verhurt", den empfinde ich nicht so extrem schlimm, wie er hier aufgefasst wird, er ist mehr... hmmm... vorwurfsvoll gemeint, dabei denke ich nun nicht unbedingt an ein Rotlichtmilieu, sondern mehr an politische Parteien, die alles tun würden um Wählerstimmen zu bekommen. Zwischen "opportunistisch" und "verhurt" würde ich noch "heuchlerisch" stecken.

Jemand der "verhurt" ist ist in meinen Augen jemand der seine Seele verkaufen würde zum eigenen Vorteil... Hach Mensch, das ist ja, als würde man mit dem Begriff "Fräulein" auf eine Feministin treffen, die das auch als Beleidigung auffassen könnte, obwohl es nicht so gemeint ist, wie sie es verstehen würde. Der Vorwurf von ray-c erinnert mich an meinen Geschichtslehrer, der sagt auch bei vielen Antworten von uns "Ich muss mich über ihr Niveau wundern und würde sie bitten das ganze sprachlich nochmal besser aufzuarbeiten"...(oder so ähnlich)

Aber ist schon gut und richtig so, wenn ihr mich zurecht weist... besonders an Manni3, mir war es im Übrigen nicht zu viel den Link zu öffnen und durchzulesen. Ich habe mir sogar die regeln und das Wörterverzeichnis unter "Aktuelles" runtergeladen.

@#53

Für Norddeutschen Humor empfehle ich "DeichTV" (wurde mal kurzzeitig auf Sat.1 ausgestrahlt)
#54VerfasserPCFreak (418532) 20 Mär 08, 21:11
Kommentar
Hallo PCFreak, es gefällt mir, wie Du Dich der Kritik hier stellst :-)
Das muss ja doch manchmal ziemlich schwer für Dich sein.

Bei Formulierungen wie die zum Duden ist es halt ganz gut, wenn Du genauer formulierst. Denken und Sprache hängen ja nach den Erkenntnissen der Hirnforschung sehr eng zusammen und beeinflussen sich gegenseitig sehr direkt.

Wer genau denkt, wird nicht schlampig schreiben. Er würde sich ja damit vor sich selbst und den Lesern um die Früchte seines Denkens bringen.
Ich wünsch Dir viel Freude am scharfen Denken und geschliffenen Formulieren.

Und ein m.E. oder AFAIK zur rechten Zeit brechen mancher harten Kritik die Spitze.

:-)
#55Verfassermanni3 (305129) 20 Mär 08, 22:36
Kommentar
Danke für's Kompliment.

Meintest du ich sollte mehr Afaiks und m.E. einbauen?
#56VerfasserPCFreak (418532) 20 Mär 08, 23:05
Kommentar
Ich mag übrigens norddeutschen trockenen Humor...

http://video.google.de/videosearch?q=deich+tv&so=0

Ein Blick lohnt...

Tjoa, ne...
#57VerfasserPCFreak (418532) 20 Mär 08, 23:18
Kommentar
Ach noch was, damit hier kein falscher Eindruck entsteht:

Es gibt natürlich nicht nur die Folgen mit dem Einem Typen, Deich TV hat verschiedene Sketche mit verschiedenen Leuten an verschiedenen Orten. dass Youtube nur die paar Folgen von immer dem selben Kerl hat...

und zur Versöhnung mit dem Thema:

Na, wollen ma' kucken...
#58VerfasserPCFreak (418532) 20 Mär 08, 23:56
Kommentar
Lieber PC Freak,

ich kann manni3s Kommentar nur unterstützen. Spätestens jetzt hast du bewiesen, dass du kein Troll bist. :-) Leider kann ich online keine Videos anschauen, meine Firma sperrt mir den Zugang auf solche Dateien.

Nichtsdestotrotz (und dann schließe ich auch ab mit dem Thema) noch mal kurz etwas hierzu:
"Zum Begriff "verhurt", den empfinde ich nicht so extrem schlimm, wie er hier aufgefasst wird, er ist mehr... hmmm... vorwurfsvoll gemeint, dabei denke ich nun nicht unbedingt an ein Rotlichtmilieu, sondern mehr an politische Parteien, die alles tun würden um Wählerstimmen zu bekommen. Zwischen "opportunistisch" und "verhurt" würde ich noch "heuchlerisch" stecken."


Ich weiß schon, wie du das gemeint hast, aber in dem Wort "verhurt" steckt einfach das Wort "Hure" und was damit gemeint ist, muss ich dir ja wohl nicht erklären, oder? Dass du das nicht so extrem schlimm findest, ist mir klar, sonst würdest du es nicht verwenden. Ich persönlich finde das Wort immer unpassend, aber selbst wenn man es sonst am Stammtisch verwendet: hier sollte man das vielleicht nicht tun.
#59Verfasserray-c (408594) 25 Mär 08, 13:05
Kommentar
@ PCFreak

- Um eine Seele verkaufen zu können muss man zuerst Eine haben (womit ich selbstverständlich nicht sagen möchte, dass Du keine hast.)

Gutgehen mit dem Verkauf würde das eh nicht, denn Bart Simpson hat seine Seele auch an Milhouse verkauft und es ging schief.(;

Verhurt ist Jemand, der sich (mehr oder minder wahllos) zum Zweck des Gelderwerbs den Männern bzw. den Frauen zur Verfügung stellt, d.h. er bietet eine Dienstleistung, eine Ware an. Für mich lässt dieser Begriff an Eindeutigkeit nichts übrig, egal in welchem Milieu und Zusammenhang er gebraucht wird.

Wenn Du "Fräulein" zu einer Frau/Feministin sagst, kommt es vielleicht darauf an, wie alt sie ist, u.U. würde sie sich sogar geschmeichelt fühlen.(;



#60VerfasserRomy25 Mär 08, 13:41
Kommentar
Man spricht kucken, schreibt aber gucken!
#61VerfasserBirgit18 Aug 08, 16:18
Kommentar
hochdeutsche und verbreiteste aussprache: *k*ucken
gewöhnliche schreibweise: *k*ucken, früher/veraltend: *g*ucken

so wird ich's sagen, aber ich verstehe alles, auch kugg(e)n, gugg(e)n, kieken,...etc.;)
#62Verfasser1992er02 Dez 08, 19:56
Kommentar
NB
Although not directly applicable here, it might be of interest to note that German has a special way of dealing with / b - d - g /:

you write Grenze but say Krenze = "Anlautsverhärtung"
Globus Klobus

you write Mond but say Mont = "Auslautsverhärtung"
Bub Bup
lag lak


This "switch-pronunciation" of consonants, by the bye, makes for the German accent when a foreign language is attempted.
#63VerfasserRichard05 Feb 09, 09:56
Kommentar
Ich sage weder "Krenze" noch "Klobus", Richard, ebensowenig wie die meisten Menschen in meinem Umfeld. Genausowenig sage ich "Prei" oder "Treiundzwanzig". Es gibt zwar Deutsche, die so sprechen, aber das tun längst nicht alle.
#64VerfasserDragon (238202) 05 Feb 09, 10:03
Kommentar
When you learn German as a foreign language, you are made aware of both "Anlauts-" and "Auslautsverhärtung" and of the fact that if you don't use it, you will have a foreign accent.

I remember watching the "Mauerfall" on TV in 1989 and kept hearing all about the "Krenze" and the "Krenzfall" (standard German), and when I'm in Germany, people keep advising me to shop at a "Klobus".

This, by the way, also holds true for some other Germanic languages,e.g. Danish.
#65VerfasserRichard05 Feb 09, 10:16
Kommentar
Richard, da hast Du (oder Dein Deutschlehrer) was durcheinanderbekommen.

Die Anlautverhärtungen, die Du erwähnst, sind nicht die hochdeutsche Standardaussprache. Sie kommen in einigen Mundarten vor; vielleicht ist das der Grund dafür, dass man im Sprachunterricht darauf hinweist.

Vielleicht ist das auch eine Frage der Hörgewohnheit? Ein G, dem ein deutsches Rachen-r folgt, klingt etwas härter als mit einem englischen r.
#66VerfasserLutz B (319260) 05 Feb 09, 10:48
Kommentar
Nope.

I suggest you listen to German radio broadcasts and TV, and you will discover that the b-d-g / p-t-k switch is standard. It is an integral part of standard German.

Certain High-German dialects, however - especially in the south - do have their own variants, i.e. they take this a step or two further, cf. "original Südton" or Arnold Schwarzenegger's vernacular.
#67VerfasserRichard05 Feb 09, 10:56
Kommentar
When you learn German as a foreign language, you are made aware of both "Anlauts-" and "Auslautsverhärtung" and of the fact that if you don't use it, you will have a foreign accent.

Richard, if you really learned that, you learned something wrong.

Die Auslautverhärtung ist tatsächlich allgegenwärtig: Hand -> Hant, Tag -> Tak, u.s.w. Das ist ein ganz typisches Aussprachemerkmal der deutschen Sprache, das selbst exzellente Englisch-Sprecher deutscher Herkunft oft nie ganz ablegen können.

Die Anlautverhärtung (Grenze -> Krenze, drei -> trei) ist dagegen auf bestimmte Dialekte beschränkt und hat in der Hochsprache nichts zu suchen. Die große Mehrheit der Deutschsprachigen sagt wirklich drei, Grenze und Globus.
#68Verfasserdirk (236321) 05 Feb 09, 10:57
Kommentar
In combinations like br/bl - dr - gr/gl the intial sound is unvoiced (stimmlos). This means it is somewhere between, e.g. b and p but more in the latter direction. Why don't you check out a standard dictionary that avails itself of the IPA?
#69VerfasserRichard05 Feb 09, 11:06
Kommentar
Richard,
es mag eine gewisse Tendenz zur "Verstimmlosung" bei initialen stimmhaften Plosiven im Cluster mit -r/l geben, über deren Gründe man trefflich streiten könnte (z. B.: ist es Koartikulation mit dem vorhergehenden Laut, gibt es idiolektale/dialektale Ursachen?). Das Ergebnis aber wäre, wollte man es phonetisch eng transkribieren, allenfalls mit dem Symbol für 'teilverstimmlost' zu bezeichnen.

Kategorisch zu behaupten, wie Du es tust, daß dieses Phänomen durchgängig und, vor allem, ein Charakteristikum der deutschen Hochlautung/-sprache sei, ist schlicht falsch.
#70VerfasserPeter <de> (236455) 05 Feb 09, 11:24
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Ich komme aus Norddeutschland und schreibe auf jeden Fall auch "gucken" gesprochen wird es allerdings eher wie "kucken" Wußte bis dato auch garnicht, dass man es mit K schreiben kann - man lernt halt nie aus *g*
#71VerfasserBrittany1305 Feb 09, 11:31
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Ich denke, wir können uns auf den stimmlosen Zwischenlaut als Standardmerkmal des Hochdeutschen einigen.

Incidentally, just for fun, in the English word "school" do you hear/say
/sgu:l/ or /sku:l/ ?
#72VerfasserRichard05 Feb 09, 11:32
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In combinations like br/bl - dr - gr/gl the intial sound is unvoiced (stimmlos).

Richard, this is simply not true.

In Wörtern wie Glück, Grieß, Braut, blau, Druck, ...
ist der Anlaut eindeutig stimmhaft.

Wäre es anders, könnte man zwischen Gram und Kram, Glätte und Klette etc. nicht unterscheiden. Den Unterschied hört man aber bei den meisten Deutschen eindeutig.
#73Verfasserdirk (236321) 05 Feb 09, 11:41
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Richard,
was, bitte, ist ein "stimmloser Zwischenlaut"?
Und daß das, was ich in #71 beschrieben habe, ein "Standardmerkmal des Hochdeutschen" sei, wage ich entschieden in Zweifel zu ziehen (und ich habe ein Studium der Phonetik hinter mir).
#74VerfasserPeter <de> (236455) 05 Feb 09, 11:42
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Peter, you use the word "teilverstimmlost"; I called it a "stimmloser Zwischenlaut".
There are several of these in both English and German (cf. school).

What about in a German word like "Skandinavien" - do you hear/say k or g?
And in a word like "Stuhl" - do you hear/say t or d?

These sounds are in fact unvoiced and somewhere between the two. As a matter of convenience I called them "Zwischenlaute" in German. In everday-English (as opposed to linguistic terminology) I might refer to them as "intermediary" sounds.
#75VerfasserRichard05 Feb 09, 11:53
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Richard, selbst wenn wir dasselbe Phänomen meinen, ist Deine Nomenklatur nicht in Ordnung, wenigstens aber irreführend, denn der betreffende teilverstimmloste Laut ist eben dies nur zum Teil, also noch als stimmhaft zu klassifzieren, was sich bei der Transkription ja gerade auch im Ansetzen des entsprechenden stimmhaften Lautzeichens niederschlägt.

Deine Beispiele Skandinavien und Stuhl gehen an der Sache vorbei, hier handelt es sich um eindeutig stimmlose Plosive, die möglicherweise etwas weniger aspiriert werden als im direkten Anlaut und deswegen etwas weicher erscheinen, aber sie entsprechen sicher nicht einem (durch Koartikulation) teilverstimmlosten g, z. B. in "großesGlück" (kursiv: stimmlos, fett: tendentiell teilverstimmlost).
Vergleiche dies mit einer durchgängig stimmhaften Umgebung, wie in "[einen] großen Glück[smoment]", so wirst Du feststellen, daß der Plosiv diese Tendenz zur Stimmlosigkeit nicht aufweist.
#76VerfasserPeter <de> (236455) 05 Feb 09, 12:14
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Gotta go, Peter. I'll have a look at what you wrote some other time and will think about it. OK?
#77VerfasserRichard05 Feb 09, 12:32
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That's fine with me, Richard, take your time!
#78VerfasserPeter <de> (236455) 05 Feb 09, 12:57
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Peter, we are probably boring the pants off all the "gucken-kucken people". If this discussion is worth pursuing, we should probably take it somewhere else. What do you think.
#79VerfasserRichard05 Feb 09, 14:31
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Had been off from keyboard for a while, sorry.
Well, I don't think the discussion has gone so far off-topic, but we could surely open another thread, if you'd rather.
#80VerfasserPeter <de> (236455) 05 Feb 09, 15:42
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*amen*
#81VerfasserTTTTTTTTTTTTT09 Aug 09, 21:36
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Irgendwie scheinen hier etliche Schreiber wild die geschriebene Form und die Aaussprache von gucken/kucken zu vermischen. Hier im Ruhrgebiet habe ich jedenfalls immer nur gucken /gelesen/, alles andere würde hier in der Schule wie auch in Publikationen o.ä. eindeutig als Fehler auffallen. Ausgesprochen wird es aber hier ebenso eindeutig /kucken/. Mit G wie in Glucke? LOL. Kann ich mir nur bei den putzigen Dialekten vorstellen - Eii, gugge ma doo, oder wie ich mir eben so'n bäuerlichen Provinzeler/Sachsen oder wen auch immer vorstelle ...
#82Verfasserdff10 Aug 09, 13:26
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@dff, da waren wir in dieser Diskussion vor eineinhalb Jahren mit dem Dudenzitat in #12 schon weiter.
Edit: Der Wahrig von 2006 schreibt unter "kucken" einfach: kucken, gucken.
#83VerfasserMattes (236368) 10 Aug 09, 13:32
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"kucken" zu sprechen, aber "gucken" zu schreiben, betrachte ich als nicht vereinbar mit den Regeln zur Schreibung des Deutschen.

Kein deutsches Wort mit initialem "g" und nachfolgendem Vokal wird anders als mit "g" gesprochen.

In meinem Dialekt gibt es zwar weder ein "gucken", "kucken" noch "schauen", aber wenn ich "Hochdeutsch" spreche, so sage ich selbstverständlich "gucken", mit initialem "g"-Laut.

Die recht weitverbreitete Aussprache "kucken" ordne ich so ein wie eine Reihe anderer Phänomene:
- Aussprache "schemen" statt "schämen"
- Aussprache "Weech" statt "Weg" (bzw. "week")

Offenbar besteht bei vielen Deutschen die etwas irrige Ansicht, norddeutsche Aussprachen seien besonders fein und "etepetete", daher meinen dann viele, "kucken" sei richtig und "gucken" sei süddeutsch und falsch!

Von der reinen Rechtschreibung wegtreibend, könnte ich auch das grammatikalische Phänomen des falschen Relativpronomens "was" (anstatt "das") hier anführen:

Offenbar meinen viele, "das Haus, was ich mir ansehe" sei völlig korrekt, obwohl es ja lauten müßte: "das Haus, *das* ich mir ansehe" usw.

Dies sind natürlich nur Thesen, aber ich gehe davon aus, daß vieles dafür spricht.
#84Verfassergeforce13 Aug 10, 17:54
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Ergänzung:

"Kein deutsches Wort mit initialem "g" und nachfolgendem Vokal wird anders als mit "g" gesprochen."

Natürlich gibt es Wörter wie "Genie", "Gin" usw. mit besonderer Aussprache. Aber eine Aussprache mit "k" bei Schreibung mit "g" dürfte nicht vorkommen.

geforce
#85Verfassergeforce13 Aug 10, 17:57
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# 85: Na ich weiß nicht... Für manche Ausländer klingen deutsche Konsonannten viel härter als gewohnt. Für meine Ohren klingt das g im gucken schon eher wie ein k.
#86VerfasserCARIOCA (324416) 13 Aug 10, 18:20
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@CARIOCA

Das ist ein gänzlich anderes Thema - nämlich der Grad der Stimmhaftigkeit deutscher Plosive (Verschlußlaute).
Diese hängt in der Tat von der jeweiligen Region im deutschen Sprachgebiet ab.

Aber üblicherweise wird selbst ein stimmloses (oder wenigstens stimmreduziertes) "b" von einem "p" (ja selbst von einem ggf. nicht aspirierten p) unterschieden.

Ich bestreite daher keineswegs, daß ein beliebig ausgewählter Deutscher ein weniger stimmhaftes "b" oder "g" oder "d" spricht als ein zufällig ausgesuchter Franzose oder Russe.

Das hat aber mit dem Thema "gucken/kucken" im Grunde nichts zu tun, denn diejenigen, die "kucken" sagen, weisen im hohen Norden Deutschlands in der Regel auch reichlich Aspiration nach dem "k" auf, während diejenigen, die "g" sagen sowieso unaspiriert aussprechen.

Daß mittlerweile sehr viele Deutschsprachige "kucken" sagen (z.T. weil sie es für vermeintlich vornehmer halten), steht auf einem anderen Blatt und wird ja von mir gar nicht bestritten.
#87Verfassergeforce13 Aug 10, 21:19
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Und wieder möchte ich eine Ergänzung nachschicken... ;-)

Ja, es ist völlig richtig, daß Deutsche meist weniger stimmlos sprechen als z.B. Franzosen.

Ich war z.B. mal in sehr jungen Jahren für eine Weile in Frankreich, und mir ist aufgefallen, daß die Franzosen dort den Vornamen einer anderen Deutschen unbestreitbar anders aussprachen als wir Deutschen, den Vornamen "Gabi" nämlich.

Die Franzosen sprachen in diesem Namen das "g" und das "b" so entschieden stimmhaft aus, daß es für uns Deutsche ungewohnt klang, während wir "g" und "b" mit kaum bis nicht vorhandener Stimmhaftigkeit sprachen!

Dennoch waren "g" und "b" auch bei uns klar verschieden von "k" und "p" und NICHT NUR aufgrund der fehlenden Aspiration!

z.B. das "k" in "Kölle", so wie es ebendort gesprochen wird (ohne Aspiration) ist immer noch eindeutig vom stimmlosen "g" zu unterscheiden (oder jedenfalls für den Phonetiker oder sprachlich Geschulten unterscheidbar), z.B. in "ganz", so wie es vielleicht ein Schwabe spricht.

Ein Ausländer (aus einem Land mit sehr stimmhaften Lauten) hört dann vielleicht tatsächlich ein "k" da, wo immer noch ein "g" gesprochen wird, wenn auch ein stimmreduziertes oder stimmloses.


Gruß
geforce
#88Verfassergeforce13 Aug 10, 21:29
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Geforce, die 2008 und 2009 beigebrachten Belege, dass "kucken" durchaus korrekt ist, hast du aber schon gesehen? Dann kann ich den Bezug zu einem falschen Relativpronomen nicht nachvollziehen.

(Wer "gucken" auffallend deutlich mit "g" ausspricht, ist Max Goldt.)
#89VerfasserMattes (236368) 13 Aug 10, 21:33
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Es wäre mir neu, daß "kucken" jemals als korrekt angesehen worden wäre; sowohl in Schule als auch Uni wurde dies immer wieder mal thematisiert und für "falsch" erklärt.

Der Bezug zum Relativpronomen "was" (anstatt korrekterweise "das") wurde von mir ja auch explizit als Exkurs weg von der Rechtschreibung zum allgemeinen Thema der Grammatik gekennzeichnet.

Ich meinte damit lediglich den ebenfalls sehr häufig vorkommenden Fehlgebrauch von "was", der, wie mir scheint, bei Norddeutschen besonders häufig vorkommt, eben da, wo auch "kucken" besonders häufig erscheint.

Im übrigen möchte ich noch anmerken, daß diejenigen, die "gucken" sagen nicht zwangsläufig zu den Dialektgebieten gehören, in denen es keine initialen "p", "t" oder "k" gibt. Es gibt nämlich auch Dialekte, die intervokalisch kein "p", "t", "k" kennen (sondern nur "b", "d", "g", in der stimmlosen Variante), im Anlaut aber sehr wohl eine Unterscheidung zwischen "k" und "g" vornehmen, jedenfalls wenn ein Vokal folgt.

Mit anderen Worten:
Wer "gucken" sagt, wenn er "Hochdeutsch" redet, hat nicht notwendigerweise einen Dialekt zur Muttersprache, in welchem es sowieso nur "gugge", "Gaffee" und ähnliches gibt. ;-)

Sondern es gibt auch Dialekte, in denen es zwar "Ladden" statt "Latten" gibt, dennoch aber auch "Kuuchen" und keinen "Guuchen". ;-)

Ein Gebrauch des "g" in "gucken" erklärt sich also mitnichten durch die dialektal fehlende Unterscheidung zwischen p,t,k gegenüber b,d,g.

Das mag jetzt alles langatmig wirken, sollte aber nur der Verdeutlichung dienen, daß es eben sehr wohl Sprecher gibt, die "gucken" sagen, und dies nicht aufgrund des dialektal vorgeprägten Hintergrundes.


geforce
#90Verfassergeforce13 Aug 10, 23:31
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Und wieder, wie üblich, eine Ergänzung...

Wie lautet denn im aktuellen Wahrig (habe gerade keinen zur Hand) der genaue Eintrag zu "gucken" bzw. "kucken"?

Stehen da beide Formen gleichberechtigt?


Wie auch immer, für mich ist "gucken" sowieso ein Verb, das ich praktisch nie in den Mund nehme, weil es mir vom Dialekt her unvertraut ist - und weil es andererseits in der Hochsprache zu umgangssprachlich klingt.


Gruß, geforce
#91Verfassergeforce13 Aug 10, 23:47
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http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/services/suche/wbger/index.html?gerqry... "> Wahrig: gu·cken = ku·cken

Duden (Rechtschreibung): gucken, kucken, ugs.
#92Verfassermanni3 (305129) 14 Aug 10, 09:06
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This is way off the mark, but just in case any "German learners" got confused, let's remember it's

"Das Haus, das ich gekauft habe, gefällt meiner Oma nicht."

BUT

"Alles, was du sagst, ist Unsinn."

#93VerfasserBos (869702) 14 Jul 12, 20:21
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Auch wenn es mit dem Thema im OP und dem gesamten Faden recht wenig zu tun hat ...

"Alles was du sagst, ist Unsinn."
Da war ein Komma zuviel hinter Alles ... das hinter sagst kann ggf. auch wegfallen ...
#94Verfasserno me bré (700807) 14 Jul 12, 20:50
Kommentar
Nö, no me bré, das stimmt schon so:

"Nebensätze grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so
schließt man sie mit paarigem Komma ein."
(Amtliches Regelwerk, 2006, §74)

http://www.ids-mannheim.de/service/reform/regeln2006.pdf

Beispiele aus dem Duden:

Alles, was ihm gefiel, kaufte er.
Er glaubte alles, was sie ihm erzählte.
Alles, was ich brauche, sind ein Computer und ein Telefon.

(Duden Bd. 9, 6. Aufl. 2007, s. v. all)
#95VerfasserCro-Mignon (751134) 14 Jul 12, 21:18
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