| Kommentar | Es wäre mir neu, daß "kucken" jemals als korrekt angesehen worden wäre; sowohl in Schule als auch Uni wurde dies immer wieder mal thematisiert und für "falsch" erklärt.
Der Bezug zum Relativpronomen "was" (anstatt korrekterweise "das") wurde von mir ja auch explizit als Exkurs weg von der Rechtschreibung zum allgemeinen Thema der Grammatik gekennzeichnet.
Ich meinte damit lediglich den ebenfalls sehr häufig vorkommenden Fehlgebrauch von "was", der, wie mir scheint, bei Norddeutschen besonders häufig vorkommt, eben da, wo auch "kucken" besonders häufig erscheint.
Im übrigen möchte ich noch anmerken, daß diejenigen, die "gucken" sagen nicht zwangsläufig zu den Dialektgebieten gehören, in denen es keine initialen "p", "t" oder "k" gibt. Es gibt nämlich auch Dialekte, die intervokalisch kein "p", "t", "k" kennen (sondern nur "b", "d", "g", in der stimmlosen Variante), im Anlaut aber sehr wohl eine Unterscheidung zwischen "k" und "g" vornehmen, jedenfalls wenn ein Vokal folgt.
Mit anderen Worten: Wer "gucken" sagt, wenn er "Hochdeutsch" redet, hat nicht notwendigerweise einen Dialekt zur Muttersprache, in welchem es sowieso nur "gugge", "Gaffee" und ähnliches gibt. ;-)
Sondern es gibt auch Dialekte, in denen es zwar "Ladden" statt "Latten" gibt, dennoch aber auch "Kuuchen" und keinen "Guuchen". ;-)
Ein Gebrauch des "g" in "gucken" erklärt sich also mitnichten durch die dialektal fehlende Unterscheidung zwischen p,t,k gegenüber b,d,g.
Das mag jetzt alles langatmig wirken, sollte aber nur der Verdeutlichung dienen, daß es eben sehr wohl Sprecher gibt, die "gucken" sagen, und dies nicht aufgrund des dialektal vorgeprägten Hintergrundes.
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