Eingabehelfer öffnen?
 
NEU
leo-esde

BetrifftPräzise, umfangreiche und hilfreiche Grammatik7 Antworten    
Kommentar
Hallo, hallo!

Ich besuchte in der Schule zwei Pflichtjahre Spanisch. Später habe ich meine einschlägigen Kenntnisse im Selbststudium auf ein Niveau gebracht, mit dem ich zufrieden bin. Gleichwohl habe ich das Augenmerk dabei auf Stilsicherheit, Ausdruck und Konversationsfähigkeit gelegt und mithin die Grammatik, namentlich komplexere Konstruktionen, ein wenig vernachlässigt und, wenn notwendig, zumeist nach Gefühl übersetzt.

Jetzt absolviere ich allerdings an der Universität eine Fachprüfung, wo neben einer composición auch ein umfangreicher Grammatik-Teil zu erledigen ist, der, selbstredend, fast ausschließlich aus sehr komplexen Sachverhalten (Zeitenfolge im Subjunktiv, indirekte Sätze, Anwendung der Zeiten, Auswahl der richtigen Präpositionen...) besteht.

Bisher habe ich mich diesen Punkten vor allen Dingen durch »Analyse« von Sätzen genähert, frage mich aber, ob es im Internet, oder in (eher günstiger) Buchform eine wirklich gute und tief greifende Grammatik gibt. Typischerweise gehen einschlägige Behelfe nicht über die einfachen Regeln zum Subjuntivo und Verwendung der Zeiten hinaus. Gerade was diese beiden Punkte betrifft, bräuchte ich aber gutes Material.

Kann mir jemand weiterhelfen? Danke!
VerfasserRiverplatense (710262) 06 Okt 10, 09:45
Kommentar
Wir hatten damals an der Uni folgendes Buch (wurde vom Linguistik-Prof als "Grammatik-Bibel" angepriesen):

http://www.casadellibro.com/libro-gramatica-de-la-lengua-espanola/2900000684996

ALARCOS LLORACH, Emilio: Gramática de la lengua española, Madrid (Espasa-Calpe) 2005, 14a reimpr. (= Colección Nebrija y Bello).

Ich weiss nicht, ob das deinen Vorstellungen entspricht? Hier wäre eine Adresse, wo man es offenbar gratis als PDF runterladen kann (wie legal das ist, weiss ich allerdings nicht):
http://www.taringa.net/posts/ebooks-tutoriales/3951906/Gramatica-de-la-lengua-es...
#1Verfassereria06 Okt 10, 10:14
Kommentar
Danke, eria. Klingt sehr gut.
#2VerfasserRiverplatense (710262) 06 Okt 10, 10:30
Kommentar
Hola, gallináceo ;-) Ich habe mir dieses Buch gekauft und kann es nur weiterempfehlen (versión manual):

http://www.casadellibro.com/libro-nueva-gramatica-de-la-lengua-espanola-manual-/...

Viel Erfolg!

Edit. / Hier geht's zur Beschreibung: http://www.rae.es/rae/gestores/gespub000016.nsf/(voAnexos)/arch81783F098CA4E696C...

Edit. 2 / Manual. Un volumen de 750 páginas, conciso y didáctico, dirigido especialmente a los profesores y estudiantes de español en los niveles no universitarios y a todos los hispanohablantes de nivel culto medio. Se presentará en el V Congreso de la Lengua Española.

Das stimmt nicht: der Band zählt 993 Seiten.
#3VerfasserDoktor Faustus (397365) 06 Okt 10, 11:18
Kommentar
Also, ich habe das von eria in #1 verlinkte Buch heruntergeladen (auch mein Dankeschön!): 406 Seiten, gute Darstellung. Was mir überhaupt nicht gefiel, sind folgende lakonische Worte zu dieser entscheidenden Frage (S. 76f.):

La cortesía y el respeto social hacia el interlocutor han impuesto en el uso de la lengua unidades que sustituyen a los personales de segunda persona. Como en otras lenguas, el español medieval utilizó el plural vos en lugar de tú. Este uso ha persistido en zonas de América central y del Río de la Plata, originando el conocido voseo (que afecta sobre todo a la conjugación verbal). [...] La confusión, en América, de tú y vos y la total eliminación de vosotros, ha originado un uso diferente, que sobre todo tiene consecuencias en las formas de la conjugación verbal.

Für so ein Phänomen finde ich das definitiv viel zu wenig. Dadurch kann ich jetzt mehr von der Geschichte verstehen, wie es überhaupt zu einer panhispanischen Politik bzw. zur neuen Grammatik gekommen ist.
#4VerfasserDoktor Faustus (397365) 06 Okt 10, 12:01
Kommentar
Danke auch an Doktor Faustus! Das Manual de la Nueva gramática de la lengua española scheint mir sehr umfassend, interessant und reizvoll, zumal es definitiv und ausdrücklich das panhispanische Sprachgut beschreibt und behandelt.

Ich habe mich im Verlauf des Tages eingehend mit der Grammatik von Alarcos Llorach beschäftigt und finde das Buch sehr interessant, insbesondere da ich zuvor keines dieser Art gelesen habe, das auch gründlich Hintergründe und Geschichte der Formen beleuchtet und interessante Vergleiche anstellt. Ähnliches habe ich bisher nur in bedeutend allgemeiner gehaltener Literatur gefunden.

Zusammen mit diversen anderen Behelfsmitteln habe ich schon einiges Licht in das Dunkel mancher Grammatik-Ecken in meinem Gehirn bringen und manche Zusammenhänge erkennen können.

@Doktor Faustus in 4: Für den Anspruch einer Gramática de la lengua española nehmen sich diese Ausführungen ziemlich bescheiden und auch ein wenig unpräzise aus. Was vielleicht auch dazu passt und mich ein wenig im Zweifel gelassen hat, war folgende Formulierung zum Imperativ auf der Seite 150:

Deben evitarse las formas dialectales o vulgares en que la -d se omite (decí, pasá, poné)....

Ist nun hier vom Imperativ der 2. Person Sing. im Voseo die Rede (wobei die Wendung »deben evitarse« mäßig angebracht scheint), oder von einer, mir unbekannten, Dialektform im Plural, da ja vom finalen 'd' die Rede ist, das weggelassen wird.

Saludos desde mi pequeño Gallinero... ;),
#5VerfasserRiverplatense (710262) 06 Okt 10, 21:48
Kommentar
Con su permiso, Doktor :-)

Dieses Deben evitarse las formas dialectales o vulgares en que la -d se omite (decí, pasá, poné).... bezieht sich nicht auf die Verbformen des voseo (2. Pers. Sing.), sondern auf die (verbreitete?) Form der Aussprache des Imperativs der 2. Pers. PLURAL: Poned --> poné, haced --> hacé, etc.
#6Verfassereria (580975) 06 Okt 10, 22:00
Kommentar
Aha, danke. Mir ist diese Form als Dialekt so nicht bekannt, allenfalls der Umstand, dass sich das Endungs-d oftmals sehr stark an ein »verstummtes« ð annähert. Das würde dann allerdings nicht nur auf den Imperativ zutreffen, sondern auch auf Wörter wir ciudad oder merced und hätte mithin mehr phonetische denn grammatikalische Bedeutung, was im Übrigen ja auch bei vielen Sprachen und Dialekten, namentlich im Italienischen, der Fall ist und auch in der Orthografie augenscheinlich wird.
#7VerfasserRiverplatense (710262) 06 Okt 10, 22:12
i Nur registrierte Benutzer können in diesem Forum posten