äÄöÖüÜß

Lautschrift

Deutsch
Monophthonge
ɛɪɔɶøʏ
Diphthonge
au̯ai̯ɔʏ̯
Konsonantensystem
çʤŋʃʀʁʒ
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Monophthonge
ɛɜɪɔʊəɑɐɒæ
Konsonantensystem
ŋθʃʒçʍɹɻɫɾ
Diakritische Zeichen
ˈː
 
leo-ende

Subjectaufobtruieren [verb] [adj.] [form.]
Sources
Der Auftrag wurde ihm aufobtruiert. Er konnte nichts dagen unternehmen.
Eine Meinung aufobtruieren.
Oder vielliecht auch hier: http://www.msvportal.de/forum/archive/index.php/t-8344.html (hat nur ein Vorkommen von "aufobtruieren")
Comment
Hoffe es ist klar, was gemeint ist... Hab leider keine besseren Quellen/Beispiele.
Vielleicht forced upon?
Author GE.org (265377) 06 Mai 13, 08:56
Sources
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Sicher ein Missverständnis. "Aufobtruieren" gibt es IMHO nicht.
#1Author Mr Chekov (DE) (522758) 06 Mai 13, 09:02
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Aufoktroyieren gibt es auch nicht, da "oktroyieren" bereits das "auf" beinhaltet (auferlegen). LEO und die meisten Anwender des Wortes liegen damit falsch.
#2Author Werner (236488) 06 Mai 13, 09:14
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Mr Chekov, du hast zweifellos Recht. Wobei ich das Wort "aufoktroyieren" für einen Pleonasmus halte, weil bereits das Wort "oktroyieren", ohne "auf-", soviel wie "aufzwingen" bedeutet.
#3Author Chris (AT) (237739) 06 Mai 13, 09:15
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#2: Das gibt einen Synchronpunkt! :)
#4Author Chris (AT) (237739) 06 Mai 13, 09:16
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Wenn es aber nun mal so verwendet wird? *Schmoll*
#5Author Mr Chekov (DE) (522758) 06 Mai 13, 09:18
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Sag ich doch, die Mehrzahl der Anwender und sogar LEO benutzen es, aber das macht es nicht richtig.
#6Author Werner (236488) 06 Mai 13, 09:21
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Nein, das hast du nicht gesagt. In #2 hast du behauptet, dass es das Wort nicht gibt.

Also: das Wort gibt es, es ist gar nicht so selten, und über die Frage, ob "oktroyieren" nur "zwingen" oder "aufzwingen" heißt, kann man streiten. Es ist jedenfalls ein weniger augenfälliger Pleonasmus als Neubeginn oder Volksdemokratie.
#7Author Illdiko (763882) 06 Mai 13, 09:28
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#7: ... "Neubeginn" halte ich nicht für einen Pleonasmus, sondern ich interpretiere das als einen neuerlichen (zweiten) Beginn nach einem (zB schiefgegangenen) "ersten" Beginn. Sozusagen "zurück an den Start".
#8Author Chris (AT) (237739) 06 Mai 13, 09:35
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#9Author MiMo (236780) 06 Mai 13, 09:37
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Jedenfalls ist es in den meisten Fällen ein unnötig geschwollener Ausdruck für "aufzwingen".

Ich glaube aber, GE.org sucht eine englische Übersetzung und will keine Diskussion zur deutschen Stilistik aufobtruiert bekommen.
#10Author Mr Chekov (DE) (522758) 06 Mai 13, 09:40
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Werner, sogar auf duden.de steht aufoktroyieren,
ich glaube, du musst umdenken!
#11Author ad.joe (236303) 06 Mai 13, 09:52
Sources
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Nö. Ich weiß schon lange, dass der Duden kein Rechtschreibvorbild mehr ist.
#12Author Werner (236488) 06 Mai 13, 09:56
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Jetzt lasst doch mal den Werner in Ruhe :-)

Der Duden sagt ja selbst, dass er das wiedergibt, was 'das Volk' schreibt und spricht. Ich habe auch noch gelernt, dass man sich mit 'aufoktruieren' nur blamieren kann (benutze keine Fremdwörter, die du nicht verstehst).

Vielleicht muss man hier unterscheiden zwischen gesprochener Sprache und Schriftsprache. In einem Dokument würde ich nie 'aufoktruieren' verwenden, während es mir während einer Unterhaltung vielleicht mal rausrutschen könnte.
In einem Sprachforum sollte man .... :-)

Viel Spaß beim Lesen:
http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-zweifach-doppelt-gemoppel...

#13Author Sch.Lawiner (900199) 06 Mai 13, 10:08
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Oh ja, der Duden hat auch den beliebten Dauerbrenner vorprogrammieren.
vor = pro
http://www.duden.de/rechtschreibung/vorprogrammieren
#14Author AMS (247184) 06 Mai 13, 10:16
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Ich glaube aber, GE.org sucht eine englische Übersetzung und will... Ach, was soll's.
#15Author Mr Chekov (DE) (522758) 06 Mai 13, 10:20
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AMS, aber würdest du wirklich sagen: "Bei den kontroversen Gästen war der Ärger ja schon _programmiert." ?

Ich bin ja auch gegen Doppelungen, aber ich habe wirklich noch nie jemanden "oktroyiert" sagen hören, in normalem Sprachgebrauch, "aufoktroyiert" hingegen höre ich häufiger, auch von Leuten, die sich nun wirklich nicht besonders gestelzt ausdrücken.

edit: Mr. Chekov, die Übersetzung hast du doch schon in #1 geliefert. Ist doch alles gut!
#16Author Spinatwachtel (341764) 06 Mai 13, 10:21
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"Da ist der Ärger programmiert." - Klar kann man das sagen, warum nicht?

Es gibt Herde, bei denen man eine spätere Einschaltzeit einstellen kann. "Hast du den Herd schon programmiert?" klingt völlig normal. "Hast du den Herd schon vorprogrammiert?" hingegen klingt für mich doppeltgemoppelt. Ist doch logisch das das Programmieren vorher stattfindet, nicht nachträglich.
#17Author Birgila/DE (172576) 06 Mai 13, 10:35
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beim technischen Gebrauch reicht mir auch _programmiert, aber im übertragenen Sinn, dem vorhersehbaren Ärger, fehlt mir dann doch das vor_ davor.
#18Author Spinatwachtel (341764) 06 Mai 13, 10:39
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Auch wenn es nichts mit der Anfrage hier zu tun hat: Danke Sch.Lawiner für den Link!!! Ich habe mich gerade gekugelt vor Lachen und mich doch tatsächlich das ein oder andere Mal auch dabei erwischt, den Pleonasmus anfangs gar nicht zu bemerken :-)
#19Author Sunjana (291674) 06 Mai 13, 10:52
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Fremdwörter, auch wenn vielleicht mehr eingebürgert als gerade oktroyieren, sind eben Glücksache :-)

Mir rollen sich die Fußnägel, wenn etwas vorprogrammiert wird.
#20Author waltherwithh (554696) 06 Mai 13, 10:53
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@20: Wenn das nicht ein Grund, beim Duden Widerspruch einzulegen. :-)
#21Author AMS (247184) 06 Mai 13, 10:58
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Das "vor" vor "pogrammiert" fehlt einem halt deshalb, weil man es schon zu oft falsch gehört hat. Das geht einem mit anderen falschen Ausdrücke ja auch so: Wie viele Millionen Male in der Woche bekommt man "diesen Jahres" serviert!
#22Author Birgila/DE (172576) 06 Mai 13, 17:51
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Da kommen wir jetzt ins Philosophieren: was ist bei einer Sprache "falsch"? In der Sprachgeschichte sind wir ständig mit dem Phänomen konfrontiert, dass die ursprüngliche Bedeutung eines Ausdrucks verblasst und dann ein Präfix vorgesetzt wird, um die frühere Aussagekraft wiederherzustellen. Ich möchte nicht wissen, wie viele unserer modernen Ausdrücke von unseren Urahnen als "falsch" gewertet würden, weil sie diesen Prozess durchlaufen haben. Wir müssen aber sinnvollerweise vom aktuellen Sprachzustand ausgehen, und da kann man bei "vorprogrammieren" wohl kaum von "falsch" sprechen, wenn niemand mehr die Bedeutung der 2000 Jahre alten griechischen Einzelmorpheme pro und gráphein kennt. Morphem- und Wortverbindungen werden mit der Zeit mehr als die Summe ihrer Einzelteile, siehe Chris Interpretation von Neubeginn (#8) oder die übertragene Bedeutung von "vorprogrammiert" (= unausweichlich, obwohl (noch) gar nicht bewusst geplant).
#23Author Illdiko (763882) 06 Mai 13, 18:00
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"programmiert" bedeutet für mich, dass das Ergebnis absichtlich herbeigeführt wurde, "vorprogrammiert", dass es unabsichtlich aufgetreten ist, dass aber nachträglich festgestellt werden konnte, dass das Ergebnis zwangsläufig eintreten musste (hinterher ist man bekanntlich immer klüger).
Dieser Bedeutungsunterschied mag aus den Wortbestandteilen nicht schlüssig hergeleitet werden können, ich sehe ihn aber trotzdem.
#24Author eineing (771776) 06 Mai 13, 18:58
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