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* - wenn schon: der pflanzliche Schädling
Exemples/ définitions avec sources
Siehe Wörterbuch: plante nuisible :
plante nuisible / der Schädling
Commentaire
Ich versuche mich hier als spezialisierter Unkrautvertilger um plantes nuisibles (pflanzliche Schädlinge) auszrotten (ein Feldzug und Feldversuch):

Was um Gottes Willen ist ein pflanzlicher Schädling?
Meine Vorstellung wenn ich diese Wortkombination höre: Eine Schädlings-Pflanze, ein Schaden-Baum oder Killer-Geranien, die sich nächtens in meine Küche schleichen und dann den Kuchen im Kühlschrank verschlingen, meine Beutelsuppe vernaschen und sich zum Nachtisch ne Scheibe Salami reinziehen. Vollgefressen begeben sich diese pflanzlichen Schädlinge zurück in meinen Garten um dort die Rosen zu kappen oder meinen kurzgeschorenen englischen Rasen zu infizieren, so dass er vergilbt abstirbt.

Was mir allenfalls schlaflose Nächte bereitet stört mich jedoch nicht wirklich bei meiner täglichen Gartenarbeit. Dort kämpfe ich mit Unkraut, welches ich noch selber gesät habe als Kulturpflanze. So beispielsweise der Rucola (nein, dann ist die Rauke schon Salat geworden), also die Rucola (Eruca sativa), welche ich nicht vollständig geerntet hatte und die dann (leider) abgesamt hat und nun im ganzen Kräutergarten wuchert. Im Rasen kämpfe ich mit bellis perrennis (Tausendschön...) oder mit Elymus repens (Quecke), aber auch mit verschiedenen acer (Ahörnern). Da ich viel Ahorn im Park habe und die Autorotation der Früchte zu einer grossen Ausbreitung der hunderttausenden Nüsse führt ist auch mein Rasen vom Unkraut Ahorn befallen. Ist das nun eine schädigende Pflanze?

Neben dem störenden Unkraut kann eine Pflanze als Parasit leben und andere Pflanzen schwächen. Ich kämpfe gegen viscum album (Mistel - nicht Mispel [mespillus germanicus, aus Asien stammend]) und gegen Lathraea clandestina (Schuppenwurz). Es handelt sich hierbei um Spross- und Wurzelparasiten.

Einige meiner Ahorne haben mit ihrem Wurzelwerk den Weg in meine Zisterne (Wasserreservoir) gefunden und zerstören dort sukzessive Mauerwerk und Verputz.
Alors, les érables sont des plantes nuisible à ma citerne. Sie sind also planzliche Schädlinge für meine Zisterne? Nein, sie beschädigen meine Zisterne.

"pflanzlicher Schädling" findet man 2000 Mal bei Gluglu
"plantes nuisible" ergibt ca. 15'000 Einträge (nicht zuletzt da nuisible in der Kombination qc. est nuisible à qn./qc.. relativ häufig vorkommt).

Weder CNRTL noch Duden, weder Wiki deutsch noch französisch kennen den Begriff plante nuisible / pflanzlicher Schädling. Die Mehrzahl der Einträge unter Gluglu stammen aus dictionaires und vermehren sich offenbar unkontrolliert und invasiv in allen Sprachen.

Auteurstevelefrancais (725002) 01 Mar 12, 09:28
Commentaire
Ich sehe keinen Unterschied darin, wenn man von tierischen oder pflanzlichen Schädlingen spricht. Sowohl Tier als auch Pflanze haben, betrachtet man ihr Dasein nicht von der Warte eines Geschädigten aus, ihre Daseinsberechtigung. Erst in einem ganz bestimmten Kontext werden sie zu Schädlingen. Warum sollte z. B. ein Borkenkäfer ein Schädling sein, weil er Waldbestände vernichtet, und z. B. dem Riesen-Bärenklau, der als Neophyt hier überhaupt nicht beheimatet ist und, wo er sich breit macht, heimische Pflanzenarten massiv verdrängt, die Ehre verweigert werden, ein Schädling sein zu dürfen?
#1AuteurCeesem (719060) 01 Mar 12, 14:14
Contexte/ Exemples
http://www.bern.ch/stadtrat/sitzungen/termine/2007/06.000320/file
06.000320 (07/078) - Reg. 67/-00
Interpellation Fraktion FDP (Stephan Hügli-Schaad): Ausländer raus – nun
offiziell in der Stadt Bern? Umgang mit nicht-einheimischen Pflanzen
.
Mit Entsetzen mussten wir vor kurzem der Zeitung resp. der Medienmitteilung der Stadt entnehmen,
in der Engehalde würden kräftige junge Bäume gefällt – und zwar gesunde, glückliche
Bäume. Sie seien wild gewachsen, hiess es – was eigentlich in einer grünen Öko-Stadt
noch kein Problem sein sollte. Sie behinderten niemandes Sicht, warfen keinen ungebührlichen
Schatten und führten sich anständig auf. Ihre einzige Verfehlung und mithin ihr Todesurteil:
Ausländer! Robinien, so führt der Zeitungsbericht weiter aus, Robinien seien ausländische
Gewächse und hätten, selbst wild gewachsen, auf einheimischem Boden nichts zu suchen
(Aber auch an einer ganzen Reihe jüngerer Robinien, die sich als fremdländische Bäume
an der Engehaldestrasse unkontrolliert vermehren, wird bald die Motorsäge angesetzt.
Der Bund, 16.11.2006, S. 23).
....

http://de.wikipedia.org/wiki/Riesen-B%C3%A4renklau :
Der Riesen-Bärenklau wird als invasiver (=eindringender) Neophyt eingestuft und seine Ausbreitung häufig sehr emotional wahrgenommen oder reißerisch in der Presse kommentiert. Diese Reaktion ist teilweise darauf zurückzuführen, dass die Pflanze erhebliche gesundheitliche Risiken in sich birgt und bereits bloße Berührungen ernsthafte gesundheitliche Schädigungen nach sich ziehen können.

Der ökologische Schaden, der vom Riesen-Bärenklau ausgeht, ist verglichen mit anderen invasiven Neophyten wie beispielsweise der Späten Traubenkirsche oder der Gewöhnlichen Robinie eher gering. Die breite öffentliche Wahrnehmung des Riesen-Bärenklaus als problematischer Neophyt resultiert daher vor allem aus den Risiken für die menschliche Gesundheit.
Commentaire
Mir hat mal bei einer Führung ein Gärtner zum Thema Riesen-Bärenklau gesagt, dass der keine natürlichen Feinde bei uns hat. Welches sind die natürlichen Feinde von Alpengräsern?

Der Riesenbärenklau ist vielleicht ein Plage, lästig, verdrängt einheimische Populationen ab kein Schädling, da er keiner einzigen einheimischen Pflanze schadet. Die Tatsache, dass er nicht von vielen Tieren gefressen wird heisst noch nicht, dass er ein Schädling ist. Welches sind übrigens die natürlichen Fressfeinde von Eichen, Ahorn, Zedern? Ich habe eine vielleicht 400 jährige Libanon-Zeder im Park, die immer ncoh nicht gefressen ist. Und auch die über hundertjährigen Eschen, Buchen und Ahorne sind noch immer nicht gefressen. Selbstverständlich sind mir auch schon alte und grosse gestorben; am schlimmsten war es nach de beiden Hitzesommern 2003 und 2005. 2005 hat es in Mâcon 7 Monate lang nur 2 mm geregnet. Erst drei Jahre später und in Zusammenarbeit mit dem procéssionaire de pin gab dann eine zweihundertjährige Schwarkiefer den Geist auf (die übrigen 3 der Gruppe stehen immer noch).

Fast alle Pflanzen haben ihre Strategie um das Überleben der Art zu begünstigen
- Quecken wachsn zuerst in die Breite, dann in die Höhe
- Rosen sondern "Giftstoffe" ab, die andere daran hindern sollen am selben Ort zu wachsen (deshalb nie am gleichen Ort Rosen ausreissen und dann neue pflanzen)
- Ahorn macht wesentlich kleinere und damit mehr Früchte als eine Eiche und verteilt dann diese Früchte auch noch auf eine weit grössere Fläche.
- Moose und Flechten wachsen an Orten wo andere nicht wachsen können
- Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum) werfen erst nch einem Waldbrand ihre Samen ab und alle anderen Pflanzen tot sind und überleben meist einen Waldbrand (Wie sollten sie sonst auch 4000 Jahre alt werden?
- Ginkos wachsen auf Müllhalden oder strahlenverseuchten Deponin wo sonst kein Kraut mehr wächst
- Der Apfelbaum (Malus) schützt seine Früchte durch Gifte in- und unterhalb der Schale gegen Fressfeinde, weshalb man nicht zu viele ungekochte Äpfel essen sollte, zudem ist der Vitamin C-Gehalt zwar vorhanden aber doch eher gering. Das Sprichwort "an apple a day keeps the doctor away" stimmt so nicht zwingend und wenn, dann nur auf einen Apfel bezogen. Mehrere Äpfel am Tag sind tatsächlich ein Malus und nicht ein Bonus :)

Recht hast Du, dass der Schädling sich meist aus menschlicher Sicht definiert oder doch zumindest aus der Sicht der Geschädigten.

Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist aber kein Schädling sondern eine aus dem Kaukasus stammende Giftpflanze. Ein Knollenblätterpilz ist aber doch kein pflanzlicher Schädling oder ab welcher Giftmenge wird man zum Schädling? Der ökologische Schaden des Riesen-Bärenklau wird als gering eingestuft im Gegnsatz zur späten Traubenkirsche ode der Robinie.

Zum Thema einheimische Pflanzen oder Ausländer raus kann ich Dir bestens eine Interpellation im Berner Stadtparlament aus dem Jahre 2006 empfehlen, vgl. den ersten Link.

Bevor wir so ein Wort übersetzen soll mir zuerst einmal jemand sagen was ein pflanzlicher Schädling ist und mir ein oder mehrere Beispiele geben.

Und wenn mir meine Frau Gemahlin die letzte Praline stibitzt und damit meine ganzen diesbezüglichen Vorräte vernichtet ist sie deswegen doch kein Schädling (im Gegenteil, sie ist mein Liebling). :)
#2Auteurstevelefrancais (725002) 02 Mar 12, 12:23
Commentaire
Ich hatte keine einzige Recherche bei Google gemacht, keine Trefferzahlen, nichts dergleichen. Ich bin einfach nur konsequent vom tierischen zum pflanzlichen Schädling gegangen. Willst du den "Schädling" insgesamt nicht haben?

Was die "Ausländer" betrifft (und giftig ist der Riesen-Bärenklau ja auch noch), darum geht es mir auch nicht. Früher, als es noch keine "Ausländer" gab und auch keine Herbizide (gegen welche Schädlinge wurden die denn erfunden?) zum Versprühen, hatten Bauern z. B. oft Ernteausfälle wegen zu viel Mohn- und Kornblumen.

Nun habe ich aber doch mal einen Blick ins Netz geworfen und siehe da - die pflanzlichen Schädlinge sind vor allem Schwämme und Pilze, die zwar sicherlich keine "plantes nuisibles" sind, aber unter bestimmten Gesichtspunkten sicherlich als "Schädling" bezeichnet werden könnten.

Alle Übersetzungen für "Schädling" müssten m. E. noch einmal neu überdacht werden....z. B. auch die Übersetzung "parasite". Es gibt Parasiten, die ihr Parasitenleben führen und dabei u. U. völlig unschädlich bleiben.

Ansonsten bin ich weitgehend dieser Meinung:

Auch der Begriff Schädlinge und Schädlingsbekämpfungsmittel sollte nicht vorbehaltlos übernommen werden, da es eigentlich keine durch und durch schädlichen Pflanzen und Tiere gibt. Jede Pflanze und jedes Tier hat eine Daseinsberechtigung und eine Aufgabe im ökologischen Gefüge der natürlichen Umwelt. Was schädlich ist, dieses bestimmt allein der Mensch durch sein begrenztes Sichtfeld in bezug auf seine natürliche Umwelt....
http://www.terra-human.de/glossar/pestizide.php
#3AuteurCeesem (719060) 02 Mar 12, 16:08
Contexte/ Exemples
http://de.wikipedia.org/wiki/Pilze : .....
Abgrenzung zu Pflanzen und Tieren

Nachdem Pilze wegen ihrer sesshaften Lebensweise lange dem Reich der Pflanzen zugeordnet wurden, gelten sie heute aufgrund ihrer physiologischen und genetischen Eigenschaften als eigenes Reich und enger mit Tieren als Pflanzen verwandt. Pilze sind heterotroph (speziell chemoorganotroph) und ernähren sich wie Tiere von organischen Nährstoffen ihrer Umgebung, die sie meist durch Abgabe von Enzymen aufschließen und dadurch löslich und für sich verfügbar machen. Eine weitere Gemeinsamkeit von Pilzen und Tieren ist, dass beide das Polysaccharid Glykogen für die Speicherung von Kohlenhydraten benutzen, während Pflanzen dafür Stärke verwenden.

Die Abgrenzung vom Reich der Tiere erfolgt nicht primär durch die Unbeweglichkeit der Pilze, da auch manche Tiere wie Schwämme oder Steinkorallen den größten Teil ihres Lebens ortsfest verbringen. Vielmehr unterscheiden sich Pilze von Tieren auf zellulärer Ebene dadurch, dass Pilzzellen (wie auch Pflanzenzellen) Vakuolen und Zellwände[5] besitzen.

Von den Pflanzen unterscheiden sich die Pilze vor allem durch das Fehlen der auf Chlorophyll basierenden Photosynthese und die dadurch bedingte heterotrophe Lebensweise. Außerdem bilden die meisten Pilze ihre Zellwand aus Chitin, das im Pflanzenreich nicht vorkommt.

Pilze als Pflanzenschädlinge
Viele Pilzarten nutzen nicht nur totes, sondern auch lebendiges Material und werden dadurch bei wirtschaftlich wichtigen Nutzpflanzen als Parasiten zu Pflanzenschädlingen. Als solche können sie schwere Pflanzenkrankheiten hervorrufen.[15] Wichtige Beispiele sind die weit verbreiteten Pilzerkrankungen der Kastanien oder der Ulmen.[16] Pilzliche Erkrankungen der Pflanzen können ohne Vorbeugung oder Gegenmaßnahmen zu Totalausfällen und Missernten führen. Zu den Pflanzenschädlingen gehören auch viele Arten der Baumpilze.

Wirtschaftlich bedeutsame Pilzkrankheiten sind Maisbeulenbrand, Steinbrand bei Weizen, Mutterkorn bei Roggen, Welkekrankheit (Verticillium) bei vielen Kulturpflanzen, Apfelschorf (Venturia), Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae), Obstbaumkrebs (Nectria galligena) und Echter Mehltau (Erisyphaceae). Daneben existieren noch circa 10.000 weitere pilzliche Pflanzenkrankheiten.

http://fr.wikipedia.org/wiki/Fungi :
Les champignons ne sont pas des plantes, mais forment un règne à part entière. Autrefois classés avec les algues dans les végétaux « sans rameaux feuillés » : cryptogames, thallophytes, non chlorophylliens, les mycètes constituent à présent un règne autonome, le cinquième règne ou règne fongique [du latin fungus = champignon].

Commentaire
Nein, gegen den Schädling an sich habe ich sprachlich nichts einzuwenden; aber es gibt einfach keine pflanzlichen Schädlinge, deshalb habe ich etwas dagegen den Begriff auufzunehmen. Die Tatsache, dass auch keine Quellen dafür zu finden sind (ausser in Wörterbüchern und wenigen Ausnhmen) spricht für meine These.

Gewisse Pilze können Schädlinge sein, es sind dann aber, da Pilze keine Pflanzen sind auch keine pflanzlichen Schädlinge sondern im Gegenteil Pflanzenschädlinge:Pilze gehören zu den schlimmsten Pflanzenschädlingen, also zu den Prganismen, die Pflanzen schädigen.

Man kann aber selbst - in gewissen Situationen - schädigende Exemplare nicht als Schädlinge bezeichnen, da sie in anderen Situationen Nützlinge sind: Holz- (Zellulose-) zerstörende Pilze (wie der Hausschwamm, fälschlicherweise als Schamm statt als Pilz bezeichnet) sind in feuchtem Holz- und Mauerwerk nicht gern gesehen und echte Schädlinge. Im Komposthaufen und auf dem Baumstumpf jedoch gern gesehen, da er neben gewissen Bakterien als einziger in der Lage ist, "Holz zu fressen".

Zudem brauchen wir die Dinger, damit ich am Abend einen Wein und ein Bier mit Brot und einem Brie geniessen kann.

Herbizide braucht man um Unkraut mehr oder weniger selektiv oder (mit allen anderen Pflanzen, einer Razzia (engl. roundup) gleich, nicht nur zu dezimieren sondern komplett zu eliminieren, so dass wörtlich kein Kraut mehr wächst.

Im Tier- und Pilzreich kennen wir Schädlinge, im Pflanzenreich Unkraut.

Generell wehre ich mich gegen logisch unmögliche Wortkombinationen und deren Übersetzungen wie:
- das einstöckige Hochhaus der unterirdische Wolkenkratzer
- der vegetarische Fleischfresser
- die stumme Quasselstrippe
- der Ohrenzeuge der das Gesehene wiedergibt
Ich behaupte nicht einmal, dass so eine Kombintaion nicht vorkommen kann und trotzdem Sinn macht, sei es als Analogie oder zur Verdeutlichung eiens Trugschlusses. Man sollte dann das ganze nicht als stehenden Ausdruck übersetzen. Es sei denn, dasses sich um einen solchen handelt, wie etwa die eierelegende Wollmilchsau, auch wenn ich diese ab ovo gzüchtet habe. :)

Meine Anliegen in diesem Faden sind:
der Schädling ist mit plante nuisible falsch übersetzt.
der pflanzliche Schädling / la plante nuisible gibt es nicht und sollte deshalb gar nicht übersetzt werden.
Wer trotzdem diese Worte verwenden und übersetzen will soll dies tun; es geht aber auch ohne diese Kombination, nuisible und plantes sind bereits übersetzt, daraus sollte man auch eine solche Kombination hinkriegen.
#4Auteurstevelefrancais (725002) 02 Mar 12, 19:00
Contexte/ Exemples
Das Internationale Pflanzenschutzübereinkommen (International Plant Protection Convention IPPC) stellt seit mehr als 50 Jahren den internationalen Rahmen für den Schutz von Pflanzen gegen die Einschleppung und Verbreitung von Schadorganismen dar.

Zu diesen Schadorganismen gehören Insekten, Nematoden, Phytoplasmen, Bakterien, Pilze, Viren und Viroide (Wirbeltiere finden traditionell keine Berücksichtigung), aber auch solche Pflanzen, die zu schützende Pflanzen und ihren Lebensraum beeinträchtigen.

http://pflanzengesundheit.jki.bund.de/index.php?menuid=17
Commentaire
"Schadorganismen" ("organismes nuisibles" (?), wie "die da oben" so schön nennen, was "wir da unten2 "Schädlinge" nennen, gibt es der offiziellen Version der dafür zuständigen Leute auch unter den Pflanzen (s. o)...ob dafür der Name "plante nuisible" so schlecht ist? - Es gibt 11 800 Googleinträge dafür, längst nich alle aus zweifelhaften Online-Wörterbüchern.
http://www.google.com/search?q=%22plante+nuisible%22&hl=de#q=%22plante+nuisible%...

FALLS es ein zu akzeptierender Ausdruck wird (es gibt ja schließlich auch "animal nuisible/insecte nuisible" bei LEO), wäre dann "pflanzlicher Schädling", "Pflanzenschädling" oder "Schädling" die richtige Übersetzung? Ich bin für das erste, denn unter Pflanzenschädlingen verstehe ich wie du Organismen, die ein Pflanze schädigen und keine andere Organismen schädigende Pflanzen, und das dritte ist zu allgemein gehalten.
Die Bezeichnungen von Versicherungen und Pestizidherstellern, die Schwämme, Pilze und Insekten im Netz als pflanzliche Schädlinge bezeichnen, halte ich für nicht richtig.

Ich bin demnach nicht für Streichen, sondern für eine Modifikation.

P.S.: Man könnte die o. g. Schädlinge auch Unkraut oder Wildkraut nennen, aber damit betrachtet man sie wieder unter einem etwas anderen Blickwinkel.
#5AuteurCeesem (719060) 02 Mar 12, 20:07
Contexte/ Exemples
"Schadorganismus" bezeichnet alle Arten, Stämme oder Biotypen von Pflanzen , Tieren oder Krankheitserregern, die für Pflanzen oder Pflanzerzeugnisse schädlich sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Idem_per_idem :
Idem per idem (lateinisch idem per idem, ‚dasselbe durch dasselbe‘) ist die lateinische Bezeichnung für den logischen Fehler, der darin besteht, dass bei der Definition eines Begriffs dieser Begriff selbst im Definiens auftritt. Ein verwandter Fehler ist die Diallele.

Begriffsgeschichte
Karl Christian Friedrich Krause (1781-1832, Philosoph) formuliert als erstes "Grundgesetz der Definition":
„Die erste Forderung ist: das zu Definirende darf nicht wieder in der Definition vorkommen (terminus definitus non debet ingredi definitionem), denn wäre Diess, so erführe man ja nicht, Was das zu Definirende ist, es würde Dasselbe durch Dasselbe erklärt, idem per idem. wie man sagt.“

Friedrich Ueberweg (1826-1871, Philosoph) unterscheidet den Fehler idem per idem „wo der zu definirende Begriff entweder ausdrücklich oder verhüllter Weise in der Definition wiederkehrt“ von der Diallele (circulus sive orbis in definiendo), „wo A durch B und B wieder durch A, oder auch A durch B, B durch C, C durch D etc. und D oder überhaupt irgend ein folgendes Glied wieder durch A definirt wird […]“.[

http://de.wikipedia.org/wiki/Schaden :
Der Begriff nach deutschem Recht
Ein Schaden im Sinne des § 249 BGB (aus Sicht der Differenzhypothese) ist ein unfreiwilliges Vermögensopfer [/i](im Gegensatz zur Aufwendung, die ein freiwilliges Vermögensopfer ist.) Klarzustellen ist hierbei, dass § 249 BGB entgegen einer weit verbreiteten Fehlvorstellung gerade keinen Vermögensschaden voraussetzt, wie allein der Wortlaut der Norm deutlich macht. Erfasst wird jede Art von Schäden.

Der Begriff nach österreichischem Recht
Das österreichische Recht geht von einem weiten Schadensbegriff aus. Gemäß § 1293 ABGB ist ein Schade (sic) "jeder Nachtheil, welcher jemanden an Vermögen, Rechten oder seiner Person zugefüget worden ist".

http://pflanzengesundheit.jki.bund.de/index.php?menuid=60&reporeid=73 :
Ambrosie
Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) kommt schon seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland vor, war aber lange unbeständig und selten. In letzter Zeit wird sie jedoch häufiger gefunden. In anderen europäischen Ländern wie Ungarn, Italien und Frankreich ist sie schon länger als Problempflanze bekannt: einerseits als lästiges Unkraut in landwirtschaftlichen Kulturen, andererseits wegen der Gesundheitsgefahr durch ihren stark allergieauslösenden Pollen.
Commentaire
Gut gebrüllt CSM; so lange wie jetzt habe ich noch nie an einem Knochen genagt (ich Schädling).

Ich habe mir die Mühe gemacht und das internationale Pflanzenschutzabkommen vom sprachlichen und juristischen Standpunkt kritisch hiterfragt. Ich habe die original englische Version selber in Französisch und Deutsch übersetzt und mit den bestehenden Übersetzungen verglichen und eine umfangreiche Abhandlung geschrieben. Leider ist dann der ganze Text beim Absenden verlorengegangen. Hier noch mal in Kürze ein paar Überlegungen.

Die Defintion von Schädling ist so unvollständig und konfus, dass sie so keinen Sinn macht. Wenn man hier Wohlwollen zeigen will und die Definition umfassend verstehen will, dann ist jede Pflanze ein Schädling, da ein Schädling ist wer einer Pflanze oder Teilen davon, auch den Samen schädlich sein kann. Also ist jeder Baum seinen eigenen Samen schädlich, wenn er ihnen beispielsweise Schatten macht und ein einziger Samen deshalb nicht zum Baum wird.

Wenn also jede Pflanze gleichzeitig auch ein Pflanzenschädling ist (Tiere sowieso, alle) dann besteht die belebte Welt nur aus Schädlingen. Wenn man die Defintion differenziert betrachten will, dann gehören nicht zu Schädlingen Viren, Viroide und Prionen, sowie Pilze - alles wirkliche Pflanzenschädlinge, hier aber gerade ausgenommen. Was ist zudem unter Krankheitserreger zu subsumieren? Ist der Pilz, der Holz verspeist vielleicht ein Krankheitserreger? Jeder Organismus, der Teile von Pflanzen oder deren Erzeugnisse (ist dann auch wieder nicht definiert) verspeist ist ein Schädling. Ein abgefallener Ast ist ein planzliches Erzeugnis, eine Frucht, Getreide, Pollen oder ein abgefallenes Blütenblatt ist ein pflanzliches Erzeugnis. Wenn als die Biene einer Pflanze den Pollen wegnimmt ist sie ein Planzenschädling. Gemeinhin gelten jedoch Bienen als Nützlinge und gehören bei zahlreichen Pflanzen notwendigerweise zur Fortpflanzungs- und damit Überlebensstrategie.

N.B.1: Pflanzenvernichtungsmittel und Pflanzengift sind weder Kraknkheitserreger noch Organismen und deshalb schaden sie per defintionem nicht den Pflanzen, ebensowenig wie atomare Strahlung mit möglicherweise Erbgut-schädigender Wirkung nicht den Pflanten schadet, allenfalls sind dann die geschdigten Pflanzen dann schädliche Pflanzen.

N.B.2.: Was sind lebende Pflanzen, wann sind sie gestorben, was sind vor allem lebende Pflanzenteile? Hier wird es philosophisch und diese Begriffe müsse auch noch in diesem Abkommen definiert werden. Was ist pflanzteiliges Leben. Lebt ein Reiskorn (pflanzliches Erzeugnis)? Lebt ein Pollenkorn (welches das Transportbehältnis für den männlichen Gametophyten bildet, welches nur einen haploiden Chromosomensatz hat und ohne das entsprechende weibliche Pendant nie ein neues individuelles Pflanzenlebensstadium erreichen wird)?

Bref - neben der Tatsache, dass es sich bei der Definition um einen Verstoss gegen den Grundsatz idem per idem (im weiteren Sinne ein circulus vitiosus) handelt sind die Definitionen so unklar, verworren, widersprüchlich unlogisch und nicht durchdacht, dass man das Abkommen nur mit gequirlte Scheisse bezeichnen kann. Warum gequirlte Scheisse? Weil:
"Gequirlte Scheisse" bezeichnet Scheisse die gequirlt ist und auch die gequirlten Teile davon, sowie alles andere was gerührt oder vermengt oder sonstwie zusammengestellt ist. Somit fällt unter diesen Begriff jegliches literarisches Werk, ein Spinnennetz, Religion, jede Naturwissenschaft oder auch unsere Diskussionen hier und der gesamte Leo. Ich bin der Überzeugung, dass solche Definitionen nicht wirklich weiterhelfen.

Erschwerend kommt hinzu, dass Schaden auch ein Rechtsbegriff ist, der von Menschen für Menschen erarbeitet wurde und in etwa folgendes besagt: Schaden ist ein unfreiwilliges Vermögensopfer. Diese Begriffe wurden von Menschen für Menschen erschaffen. Sie dienen nicht wirklich dazu im Bereich von Pflanzen und Tieren verwendet zu werden, da eine Pflanze im juristischen Sinne kein Vermögen haben. Sie können deshalb auc keinen Vermögensschaden erleiden. Der Schädling im normalen Sprachgebrauch ist ein Organismus, welcher Schaden am Vermögen von Menschen verursacht.

Die Fauna und Flora ist wesentlich komplexer und vor allem nicht rechtsstaatlich organisiert, hier gilt per se der Grundsatz von fressen und gefressen werden oder jeder für sich und alle gegen alle. Hier mit einem Schadensbegriff statt aus menschlicher Sicht aus tierischer oder pflanzlicher Sicht zu agieren kann nicht funktionieren.

Aus juristischer Sicht (und bei einem internationalen Abkommen handelt es sich um Völkerrecht) ist so ein Abkommen unhaltbar. Ich will damit nicht das Kind mit dem Bad ausschütten und die Bemühungen des Gremiums ins Lächerliche ziehen, nur die juristische Grundlage deren Wirkens.

Und jetzt machen wir noch ein konkretes Beispiel: Ambrosie, der erste Schädling (pardon Schadorganismus) auf der IKI-Liste: Sie schadet nicht den Pflanzen, sondern dem Menschen, einerseits weil sie im Kartoffelacker ein Unkraut ist und andererseits wegen ihrer beim Menschen Allergie-auslönden Pollen. Es gibt also wohl eher gute und schlechte Pflanzen (... aus Sicht des Menschen)
Und zum 1.: Plötzich wird der Schädling nicht mehr als solcher bezeichnet sonern jetzt ist es eine Problempflanze - Hoppla: plante nuisible = Problempflanze? Letztere fehlt übrigens in LEO.
Und zum 2.: Wer würde heute den Wolf oder den Eisbären, den Tiger und das Rhinozeros als Schädlinge bezeichnen? Nein, es sind Tiere auf der Liste der bedrohten Tierarten und Schutzobjekte. Gemäss früherer Ansichten waren es gefährliche Tiere, die es auszurotten galt. Das Internationale Pflanzenschutzabkommen bezeicnet sie als Schädlinge. - Uff
#6Auteurstevelefrancais (725002) 03 Mar 12, 20:39
Commentaire
Du brüllst aber wesentlich ausdauernder, Steve. Ich hoffe für dich, dass dir das lange Knochennagen zumindest Spaß gemacht hat und/oder, dass das Team deinen Bemühungen gerecht wird.

Ich poche trotzdem weiter darauf, dass es schädliche Pflanzen/pflanzliche Schädlinge, plantes nuisibles gibt und dass das Wort eine Daseinsberechtigung hat, ganz ohne Rechtsbeistand. Ich gehe nicht so weit und forsche für diese Pflanzen jetzt auch auf juristischem Gebiet. Das Wort braucht keinen juristischen Beistand, weil ein Schädling etwas sehr Subjektives ist, nur aus der Perspektive dessen betrachtet, der den Schaden bei sich vermutet. Ob er recht hat oder nicht, spielt für die Existenz des Wortes keine Rolle.

Ich habe Nachbarn, die Herbizide auf ihrem Rasen im Vorgarten versprühen, weil sie Gänseblümchen, Pusteblumen und Moose als Schädlinge auf dem makellosen Grün betrachten. Ihnen ist es ziemlich egal, ob andere das nicht so sehen.

Natürlich gibt es auch Pflanzen, die von größeren Bevölkerungsgruppen als Schädlinge betrachtet werden. Doch auch dies heißt nicht, dass es nicht andere Gruppen gibt, die sich für dieselben Pflanzen einsetzen. Für die Existenz des Wortes ist auch unerheblich, welche Organisation welche Pflanzen als Schädling bezeichnet.

Im Prinzip hast du recht, jede Pflanze könnte zum Schädling werden - aber ich glaube, das bleibt Theorie, weil nicht alle die Robustheit besitzen, an bestimmten Standorten anderen pflanzlichen Mitbewohnern derart den Lebensraum zu nehmen, dass diese kümmerlich eingehen.

P.S.: All das Gesagte gilt auch für Käfer, Würmer, Larven, Schimmelpilze, Milben etc.
#7AuteurCeesem (719060) 04 Mar 12, 11:02
Commentaire
Mir soll einfach mal gerne jemand einen einzigen planzlichen Schädling durchgeben. Dann fall ich um.
Die Pflanzen, die nicht von allen geliebt werden bezeichnen wir in Deutsch als Unkraut und benützen (allenfalls ) Unkrautvertilger oder agent orange.
Îch bin für die komplette Löschung, da plante und nuisible eine Zusammensetzung aus zwei Worten ist, wo die Übersetzung bereits existiert und schädliche Pflanze ergibt (die es ja nicht gibt...

und... natürlich macht es Spass und was man dabei alles lernt, sensationell. Danke CSM :)
#8Auteurstevelefrancais (725002) 05 Mar 12, 00:21
Commentaire
Ich sage auch meistens Unkraut zu den lästigen Pflanzen in meinem Garten, Steve. Ich könnte mir aber vorstellen, Schädlinge zu sagen, wäre ich Bauer und die Unkräuter hätten mir meine Ernte zunichte gemacht.

Dank auch dir. Ist doch schön, so öffentlich ganz unter sich zu bleiben und "streiten" zu können!
#9AuteurCeesem (719060) 05 Mar 12, 19:27
Commentaire
J'espère que c'était une discussion utile et non nuisible. merci CSM
#10Auteurstevelefrancais (725002) 08 Mar 12, 09:23
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