äÄöÖüÜß

Lautschrift

Deutsch
Monophthonge
ɛɪɔɶøʏ
Diphthonge
au̯ai̯ɔʏ̯
Konsonantensystem
çʤŋʃʀʁʒ
Englisch
Monophthonge
ɛɜɪɔʊəɑɐɒæ
Konsonantensystem
ŋθʃʒçʍɹɻɫɾ
Diakritische Zeichen
ˈː
 
leo-ende

Source language termfun
Proposed translationGaudium - veraltet, formal  
Examples/ definitions with source references
"Die Kinder blaetterten in dem Buch herum und beobachteten, wie ueber den Koepfen gewisser Raupen, die jeweils erst auf den nachfolgenden Seiten erschienen, an manchen Stellen schon im Papier der vorhergehenden Seite kreisrunde Loecher waren. Es hatte wirklich den Anschein, als sei das eine oder das andere der Tiere da richtiggehend aus seiner Rolle gefallen, indem sein Hunger da ein bisschen gar zu sehr mit ihm durchgegangen sei, und die Kleinen erlebten ueber der knochentrockenen, gewissermassen von der Breitseite her sich entfaltenden Lustigkeit, die man ihnen da in dieser Weise praesentierte, wohl so ziemlich das aergste Gaudium dieses ihres gesamten damaligen Winters."

(^^ Frei erfundener Beispielsatz)

Dictionary: gaudium
Comment
Ich glaube nicht, dass man hier von einem veralteten oder auch nur von einem formalen (gehobenen) Begriff reden sollte. Das Wort liegt so voll, so breit im Munde, dass es mir gegenueber "Spass", "Vergnuegen", "Gaudi" usw. durchaus bis heute seine ganz eigene, und eine durchaus lebendige semantische Kraft zu behaupten scheint.

Ich wuesste nicht, welchen anderen Begriff ich in meinem obigen Beispielsatz einsetzen sollte, um auch nur annaehernd den gleichen runden, vollmundigen, so recht eigentlich voll und ganz befriedigenden humoristischen Effekt zu erzielen. Ich meine deshalb, dass das Wort auch im heutigen Deutschen durchaus noch seine ganz eigenen Funktionen erfuelle.

Dass das Wort aus dem Lateinischen stammt, ist ja sowieso offensichtlich. Es wird sowieso niemand daran denken, etwa wieder ins Lateinische zurueckfallen zu muessen, wenn er einen solchen Begriff gebraucht. Ein Wort, das in einer solchen Weise, klar als ein Fremdkoerper zu erkennen, erst einmal in der Sprache, sagen wir, des zwanzigsten Jahrhunderst seinen Platz erobert hat, lebt eigentlich sowieso, von Anfang an, nur gerade daraus, in welcher Weise es das lebendige Idiom vom Alten - vom Eindeutig-Veralteten - her bereichert und besprenkelt.

Es handelt sich um einen recht saloppen Ausdruck und auch um einen Ausdruck, der ein Stueck weit in die eigene Sprache gewisser Literaten hineinfuehrt - so, vielleicht, in die Szene um Martin Walser oder um Reich-Ranicki.

Das Eindeutig-Veraltete bedingt hier, was weitgehend, von Anfang an, den Charakter dieses Ausdrucks und seines Gebrauches im heutigen Deutschen bestimmt haben muss: den saloppen Einschlag. Das Wort kann auf einer solchen Grundlage, auf der das Veraltete also bewusst, jedes Mal von Neuem, durch ein humoristisches Aufgreifen des Uralt-Lateinischen ueberwunden wird und dabei zu etwas ganz Nigel-Nagel-Neuem wird, doch immer wieder von Neuem ploetzlich ganz frisch im Raume stehen.

Dass den Begriff zur Zeit vielleicht nicht gar zu viele in lebendige Rede einzuflechten scheinen, sollte, wie mich deucht ('tschuldigung), wohl eher nur rechtfertigen, diesen Begriff als [auch] literarisch, humoristisch, salopp oder auch - hoechstens - als veraltend zu etikettieren.
Author H. Dunkelberg (9163) 01 Mai 13, 23:22
Comment
Falsches Forum und als Deutschsprachiger sollte Dir der Gebrauch von Umlauten möglich sein ...
#1Author Sachs (638558) 01 Mai 13, 23:47
Comment
Grundsätzlich ist ja nichts dagegen einzuwenden, einzelnen Wörtern aufgrund wortreicher und frei erfundener Beispiele neue Etiketten zuzuweisen. Möglicherweise hat das Leo-Team auch Besseres zu tun, darüber entscheiden seine Mitglieder selbst.
Ansonsten halte ich die meisten Leo-Nutzer aber für pfiffig genug, sich über den Gebrauch relativ seltener Wörter auch einmal außerhalb des Leo-Angebots zu informieren. Die Beispiele bei Wortschatz der Uni Leipzig zeigen vor allem österreichischen Gebrauch sowie den des Wortes als Bestandteil der Bezeichnung eines Dokuments des Zweiten Vatikanischen Konzils, der Pastoralkonstitution "Gaudium et Spes" . Zu Reich-Ranicki fühle ich mich dadurch so gut wie gar nicht hingeführt. Viel eher denk ich doch an Ludwig Thoma, der seinen Zutzen-Peter (in: Der Ruepp) von geistlicher Gaudi reden lässt, aber auch von profanerer: Mir is allaweil dös liabest, bal beim Fensterln no a kloani Gaudi dabei is. Na gut, das war nach "abwerfung der lat. endung", wie die Brüder Grimm uns wissen lassen.
#2Author Erste_Schicht (915436) 02 Mai 13, 02:30
Comment
Zu #1:

Ah ja, ich sehe schon: das richtige Forum waere wohl Falscher Eintrag? gewesen.

Kann man hier irgendwo nachlesen, welches Forum wozu da ist?

>>> Ich habe im richtigen Forum jetzt einen neuen Thread eroeffnet:

related discussion: fun - Gaudium (form.)
#3Author H. Dunkelberg (9163) 02 Mai 13, 17:43
  Only registered users are allowed to post in this forum