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Eine Million Abfragen

Im Juli und August kündigte es sich ja bereits an, doch wenn das Phänomen dann tatsächlich eintritt, erfüllt es einen trotzdem mit Unglauben. Über eine Million Wort-Anfragen (die Zugriffe auf die Seite hatten bereits im Juni die Million überschritten), eine Steigerung innerhalb eines Jahres von ziemlich genau 150%, das ist einfach umwerfend. Am 12.Sep.2001 wurde die magische Zahl erstmals überschritten.

Wie bei jedem unserer Zugriffs-Jubiläen gilt Ihnen, den Besuchern unseres Wörterbuchs, ein ganz herzlicher Dank nicht nur für die Nutzung, sondern in großem Maß auch für die tolle Kooperation!

Eine Million Anfragen, da gehen einem doch allerhand Gedanken durch den Kopf, wie es zu einer solch dynamischen Entwicklung kam - zum Jahreswechsel 1999/2000 waren's an sehr guten Tagen gerade mal 200.000 Anfragen, im gesamten Januar 1999 lag die Zahl knapp doppelt so hoch wie heute an guten Tagen. Über manche Faktoren lassen sich nur Mutmaßungen anstellen, doch die wesentlichen Aspekte dürften im folgenden wiedergegeben sein:

  • Technik: Im Februar 2000 wurde die bislang verwendete Standardtechnologie (Apache, Wais-Datenbank, Perl-Scripten) zur Realisierung der Wörterbuchsoftware durch eine hochperformante Eigenentwicklung auf der Basis von Multithreading ersetzt, die speziell für dieses Anwendungsgebiet ausgelegt ist. Der Umstieg war zum damaligen Zeitpunkt dringlich geworden, denn die zentrale Forderung an einen Online-Wörterbuchservice, dass Antworten auf Anfragen "im selben Augenblick" sichtbar werden, konnte nicht mehr gewährleistet werden. Der damals eingesetzte Rechner (SUN Sparc60-Doppelprozessor) war mit 4-5 Anfragen pro Sekunde "am Ende" - mit der neuen Wörterbuchsoftware stellen Spitzen von 100 Anfragen und eine Dauerlast von 30 Anfragen pro Sekunde keinerlei Probleme mehr dar.
  • Darstellung und Ergebnisvielfalt: Ob Neuanwender oder Standardnutzer - eines der KO-Kriterien für die Akzeptanz eines Online-Service ist die problemlose Bedienung. LEO kommt dieser Forderung in mehrfacher Hinsicht nach: Einfach überschaubares Layout (auch wenn's für manche zu simpel und altmodisch ist); kein Umschalten der Übersetzungsrichtung, da keine Sprachpräferenz voreingestellt ist; auch bei großer Übersetzungsvielfalt schnell auswertbare Ergebnisse; bei Bedarf einfach einstellbare Optionen - doch eine Auswertung der Log-Dateien zeigt, dass die meisten Besucher mit den Voreinstellungen arbeiten.
  • Steigerung der Sucheffizienz durch Realisierung von Datenverarbeitungs-spezifischen Hilfsmitteln: Funktionen, wie die Integration der Morphologie oder der Verlinkung der Ergebnisse erlauben dem Benutzer ein deutlich effizienteres Arbeiten als bei Verwendung von herkömmlichen gedruckten Wörterbüchern: Für Fremdsprachler bietet das 'birgst' in Goethes Erlkönig nicht länger ein nahezu unüberwindbares Hindernis, denn auch die Eingabe von 'birgst' liefert bei LEO dank der Zusammenarbeit mit der Canoo AG Ergebnisse; und Synonyme lassen sich kaum einfacher und schneller ermitteln als über die Ergebnisverlinkung - der Klick auf ein Ergebniswort liefert unmittelbar eine Vielfalt von (Rück)Übersetzungen. Einen weiteren, nicht unerheblichen Effizienzgewinn liefert das Bookmarklet: Für die Übersetzung von Wörtern eines HTML-Dokuments genügt es diese zu markieren, die Wörter müssen nicht in die Wörterbuch-Eingabemaske übertragen werden.
  • Der Wortschatz - Umfang und Qualität: Da LEO eines der ersten Wörterbücher im deutschsprachigen Raum bereitstellte, war die Resonanz von anfang an, auch bei noch "kleinem" Wortschatz sehr positiv. Die Wortschatzpflege wurde über lange Zeit im wesentlichen von linguistischen Amateuren betrieben, wodurch die Qualität des Wortschatzes sehr durchwachsen war. Doch dies spielte bzgl. Akzeptanz offensichtlich keine zu große Rolle: Schnelles Nachschlagen bei "hinreichender" Korrektheit wurde von vielen Nutzern als attraktiv genug erachtet, um nicht auf Papiermedien zurückzugreifen.
    Die Situation hat sich zum heutigen Tage sicher verändert: Wörterbücher mit einem Wortschatz von weniger als 75.000 Einträgen werden heute eher als "Ärgernis" empfunden, da zu viele Anfragen ergebnislos bleiben. Auch an die Korrektheit des Wortschatzes werden heute hohe Anforderungen gestellt - LEO trägt diesem Umstand Rechnung: Der Wortschatz wird seit April dieses Jahres von einer Diplom-Übersetzerin gepflegt.
  • Der Wortschatz - Zusammensetzung: Um einen großen Kreis von Nutzern zu bekommen bzw. zu erhalten bedarf es eines Wortschatzes, der u.a. möglichst viele Fachgebiete umfassend abdeckt, tagesaktuell technisches und umgangssprachliches Vokabular erfasst, ausreichend Anwendungsbeispiele und Idiome beinhaltet, usw. Dass dies bei LEO gelungen ist, zeigt sich daran, dass sowohl Banken und Industrie als Großnutzer reich vertreten sind, als auch Tausende von Individualnutzern auf den Dienst zugreifen (dies spiegelt sich sowohl in den Log-Dateien als auch im guest book wider).
    Ein wesentlicher Schritt vom Allgemeinwörterbuch zu einem Wörterbuch, das zahlreiche Fachgebiete abdeckt, war die Kooperation mit Hrn. Honig , der LEO seinen umfangreichen Finanz- und Wirtschaftswortschatz zur Verfügung stellte - alleine aus diesem Wortschatz stammen ca. 45.000 der heute 260.000 Einträge des Wörterbuchs. Das gute Beispiel machte in der Folge Schule, so dass heute Word listsvon mehreren tausend Einträgen z.B. aus den Bereichen Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Fahrzeug-, Energie-, Verpackungstechnik, und vielen mehr integriert sind.
  • Dialog zwischen Anwender und Entwickler: LEO erhält wöchentlich alleine ca. 600 Wortanfragen bzw. -vorschläge zugeschickt, darüberhinaus Fehlerhinweise, zahlreiche, meist lobende (-: Kommentare, sowie ein breites Spektrum von Anfragen. Nicht nur für die Wörterbuchbetreiber, auch für die Nutzer ist die Abwendung von der starren Rollenverteilung Produzent - Konsument offenkundig nutzbringend und reizvoll. Das Wörterbuch ist wohl eines der besten Beispiele dafür, wieviel "positive Energie" im Internet steckt: Ohne Ihre Kooperation und Hilfe wäre das Wörterbuch heute nur ein Schatten seiner selbst!
    Wir wollen diesem Aspekt dadurch Rechnung tragen, dass wir in Kürze ein Diskussionsforum eröffnen, in dem u.a. Übersetzungen angefragt bzw. diskutiert werden können.
  • Das Team: Es ist schlichtweg wunderbar mit einem derart phantastischen Team zusammenarbeiten zu dürfen, dessen unermüdlicher Einsatz bei Fortentwicklung, Realisierung und Wörterbuchpflege die Umsetzung des Projekts letztendlich erst ermöglicht: Ob die Wörterbuchsoftware, die Elmar Bartel in zahllosen Nacht- und Wochenendstunden entwickelte und weiterentwickelt, ob Verena Nutzingers akribische Wortschatzverbesserungen und -erweiterungen, Daniel Langs Rechnerbetreuung und Maintenance-Scripten, oder Andreas Pauls Forum-Tools (in Kürze sichtbar) - ohne gewaltiges, fortwährendes Engagement wäre dieses Wörterbuch den Weg vieler Projekte gegangen ... Wobei über dem aktuellen Team keineswegs die Pioniere Achim Jung, Kai Peter Wimmer, Mike Gendreyzig, Stephan Haslbeck, Marc Sihling und Christian Werner vergessen werden dürfen, die in den Jahren von 1995-1999 die Grundlagen für das heutige Wörterbuch legten. Weiterhin gilt der Dank Vanessa Dennig, Sybille Frank und Irina Maximtscheva, die intensiv an der Vokabelpflege beteiligt waren bzw. sind.

Angesichts des großen Pflege- und Entwicklungsaufwands einerseits, und der sehr knappen Personaldecke andererseits (nur Verena Nutzinger arbeitet Vollzeit für LEO), dürfte es nicht verwundern, dass wir eigene Ideen und eingesandte Vorschläge zum Ausbau des Wörterbuchs nur begrenzt umsetzen können. Doch Ihr positives Echo stellt eine gute Motivation für weitere Anstrengungen dar (-:

Hans (Kili) Riethmayer, Leitung
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