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    Tips für Diplomarbeit

    Comment
    Hallo zusammen!

    Ich schreibe gerade an meiner Diplomarbeit in Informatik und schlage mich einer Menge englischer Fachwörter herum:

    * model checking
    * labelled transition system
    * pushout

    Diese Fachwörter werde ich so übernehmen (Eindeutschungen würden die Sache nur verkomplizieren), aber: Wie gehe ich mit Konjugationen/Deklinationen dieser Begriffe um?

    zB: kann ich wohl schlecht schreiben, Zustände werden "gelabelled", etc

    Eindeutschungen sind meist so unverständlich, wie die Anglizismen hässlich klingen.

    Tips, Anregungen?

    Gruß, Sebastian
    Authorbastl19 Aug 04, 11:11
    Comment
    Wenn Du uns kurze Definitionen oder das Umfeld, in dem diese Ausdruecke gebraucht werden, dazugeben koenntest, waere es einfacher Dir zu helfen.

    Statt "labeled" verwende ich auf Deutsch oft "markiert" oder "gekennzeichnet".
    "Model checking" wuerde ich auf jeden Fall uebersetzen - "(Ueber-)Pruefung des Modells", "Modellpruefung" oder aehnliches - und bei der ersten Erwaehnung den englischen Fachausdruck in Klammern angeben. Dann sind die Fragen nach Deklination oder Konjugation auch beantwortet.
    Fuer "pushout" fehlt mir der Kontext, um zu entscheiden, ob eine Uebernahme des englischen Begriffs oder eine Uebersetzung sinnvoller ist.

    Als Faustregel verwende ich immer "alles , was sich aus mehreren Woertern zusammensetzt, wird uebersetzt; einzelne Woerter koennen uebernommen werden".

    Ach ja, es kann helfen auch mal nach deutschsprachiger Literatur zu suchen, Vorlesungsskripten sollen da mitunter sehr hilfreich sein :-)
    #1AuthorAGB19 Aug 04, 14:09
    Comment
    Es kann hilfreich sein, für längere Begriffe Abkürzungen zu verwenden und diese Abkürzungen in einem Abkürzungsverzeichnis aufzunehmen.

    Weiterhin empfehle ich Dir, Deinen Professor (bzw. Betreuer) zu fragen, ob es vom Lehrstuhl Vorgaben gibt. Es hilft auch, zu schauen, welche Begriffe in den deutschsprachigen Veröffentlichungen des Lehrstuhls verwendet werden.

    Generell würde ich es vermeiden, englische Verben zu verwenden. Also statt gelabelled besser mit einem Label versehen.
    #2AuthorMarkusW20 Aug 04, 14:22
    Comment
    Stimmt, MarkusW.
    Ich erinnere mich da an einen Professor in Karlsruhe, der selbst den "Mauszeiger" als "handgefuehrten Deutezeiger" benannt sehen wollte. Gepriessen sei der Herr, dieser Herr Professor ist inzwischen emeritiert.
    Von daher ist es immer sinnvoll alle deutschsprachigen Veroeffentlichungen des Lehrstuhls, insbesondere Vorlesungsskripten und andere Diplomarbeiten, auf solche Verwendung hin anzuschauen.

    @bastl:
    Ich gehe davon aus, dass Deine Diplomarbeit auf den Arbeiten von anderen aufbaut und nicht ein vollstaendig neues Gebiet erstmalig anreisst. Schau Dir an, wie Deine deutschsprachigen Quellen das Problem handhaben. Und stelle sicher, dass Du den Stilregeln Deines Lehrstuhls folgst - auch im Aufbau der Arbeit und wie Du zitierst.
    #3AuthorAGB20 Aug 04, 15:23
    Comment
    Hi!

    Danke für die Tips.

    Ich bin inzwischen soweit, dass ich echte Fachbegriffe nicht übersetzen werde. Das versucht man mit lateinischen Fremdwörtern ja auch nicht zwanghaft ... Ausserdem soll man ja an die Leser denken, und die kennen die Fachbegriffe eher, als meine "Kunstübersetzungen".

    Bleibt die Frage wie man solche Fachwörter mit der deutschen Grammatik vereinbart:

    Wie bildet man den Plural von englischen Wörtern und Abkürzungen?

    Oder das Genus z.B. von "View"?

    Das Verb zu "Modelchecking"?



    Ich habe mal gelesen, dass Eindeuscthungen von Wörtern für die es keine gute deutsche Übersetzung gibt in Ordnung seien. zB Display. Ein wichtiger Faktor dabei sei, dass man es im deutschen gut aussprechen könne.

    Für das Verb "to label" gibt es keine wirklich überzeugende Überzetzung. "beschriften" ist lang und umständlich, und bezieht sich eben auf die Schrift, "markieren" ist besser, aber Markierungen sind für mich auch spezieller als "Label". Wenn man google nach "labeln" oder "gelabelt" durchsucht findet man erstaunlich viele Einträge. Und in meinem Umgangsdeutsch benutze ich "labeln" und "gelabelt" eh schon... Ich habe also den Eindruck, dass sich das Wort sowieso in die deutsche Sprache einschleicht, wieso sollte man sich dagegen wehren?

    Ich suche nicht direkt nach konkreten Antworten sondern eher nach Richtlinien oder weiterführender Literatur etc. Ich werd ja wohl nicht der erste sein, der darüber nachdenkt :-)

    Grüße, Sebastian.
    #4Authorbastl24 Aug 04, 22:42
    Comment
    @Bastl: das hängt vom engl,. Wort ab, meist kannst Du ein s für Plural anhängen, z. B. die Views, die Interfaces, die Clients, aber die Server (für Plural), Genitiv: der View, des Servers, des Interface (wenn ein Wort lautlich auf "s" endet, würde ich beim Genitiv kein zweites s anhängen)

    to label würde ich "mit einem Label versehen" oder "kennzeichnen" übersetzen, manchmal ist das Deutsche halt länger als das Englische.

    modelchecking würde ich mit "Prüfung des Modells durchführen" übersetzen.

    Das sind Tipps aus der Praxis, man kann sicherlich noch darüber diskutieren, ob man bei Genitiv ein s anhängt oder nicht etc., aber wichtig ist, dass Du Dich für ein Vorgehen entscheidest und das durchziehst. Gutes Gelingen!
    #5Authordodo25 Aug 04, 10:16
    Comment
    ...Für das Verb "to label" gibt es keine wirklich überzeugende Überzetzung...
    Ohne Dir zu nahe zu treten, aber dies ist Mist. Im Deutschen gibt es mehr Übersetzungen zu diesem Wort (z.B. benennen, beschildern, markieren, kennzeichnen, etikettieren, auszeichen, versehen) Für all diese Wörter wird im Englischen gemeinhin nur das Wort "to label" benutzt).

    ..."beschriften" ist lang und umständlich...
    Korrekte Übersetzungen sind manchmal länger als im Original; sie zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie auf Anhieb verstanden werden, wenn sie gut übersetzt wurden.

    ...dass Eindeuscthungen von Wörtern für die es keine gute deutsche Übersetzung gibt in Ordnung seien. zB Display...
    Wie wärs z.B. mit Anzeige oder Anzeigetafel?


    ...Ich habe also den Eindruck, dass sich das Wort sowieso in die deutsche Sprache einschleicht, wieso sollte man sich dagegen wehren? ...
    Genau aus dem Grunde, weil immer mehr Personen so schreiben wie von Du und man als Leser einem Fach-Kauderwelsch (Denglisch) ausgesetzt ist.

    Ralf
    #6AuthorRalf25 Aug 04, 11:00
    Comment
    @Ralf. Ich wollte ja niemanden so provozieren ... Ich habe auch nicht vor, das Wort "labeln" in meiner Arbeit zu benutzen. Trotzdem trifft keine deiner Übersetzungen das was mit dem Original (Ursprünglichen) gemeint ist.

    Das "labelled transition system" lässt nämlich bewust offen, womit die Transitionen (oder lieber Übergänge?) markiert, beschriftet, was auch immer sind. Und jede deutsche Übersetzung die einem einfällt würde einen Leser mehr verwirren, als ihm dabei zu helfen den Sachverhalt zu verstehen.

    Ich finde, wenn es in einer Sprache keine gute Übersetzung für eine Sache gibt, soll man ruhig, das "übliche" Wort nehmen. Schliesslich ist Sprache ein Vehikel (Fahrzeug) zur Kommunikation (Verständigung). Ich fänd es nicht schlimm, wenn in 200 Jahren alle Menschen englisch sprechen.

    Wie übersetzt Du Online-Service?
    Wusstest Du das "Keks" von "cakes" kommt?
    Willst Du ehrlich elektronische Briefe über deinen Zwischennetz-Dienst-Zurverfügungsteller versenden?
    Wie ist deine Meinung zu lateinischen und griechischen Fremdwörtern, sollen die auch alle gestrichen werden, und durch gute germanische ersetzt werden?

    Ich finde man sollte bewusst mit der Sprache umgehen. (deshalb schreibe ich ja hier) Aber die Sprache mit Gewalt vor allen internationalen (...) Einflüssen schützen zu wollen ist ein Kampf gegen Windmühlen.

    Die Sprache lebt. Da kann man sich nicht gegen wehren. Man kann höchstens bewusst damit umgehen...

    Sebastian.
    #7Authorbastl30 Aug 04, 13:36
    Comment
    Hilfe wird hier angeboten, ebenso Vorschläge.
    Wer soll Deinen Text verstehen? bzw Wer ist der Empfänger?
    Demnach orientiert sich der Schreiber.
    Wenn ich es lesen sollte, würde ich klare deutsche Sprache erwarten. Sofern dies nicht möglich ist, eine Erklärung in (english).
    #8AuthorNatz30 Aug 04, 14:17
    Comment
    Hallo Sebastian,

    ich gehe mal davon aus, dass Du Dir den Einsatz der englischen (Fach-)Begriffe gut ünberlegt hast...

    Ich unterschreibe die Hinweise, Dir den Gebrauch in deutschsprachiger einschlägiger Literatur oder am Lehrstuhl anzusehen.

    Meuine 2 cents:

    Deklinationen würde ich durchführen wie im Deutschen: der pushout, des pushouts, dem pushout, den pushout (was auch immer das ist)

    Konjugationen und Verbalisierungen würde ich vermeiden, sondern versuchen, Umschreibungen zu finden. "mit einem Label versehen" wurde hier schon mehrfach genannt; ähnlich: einen Modellcheck (oder von mir aus ein model checking) durchführen.

    Oder schreib Deine Arbeit auf Englisch... :-)
    #9AuthorCorinna30 Aug 04, 14:26
    Comment
    @bastl: ich fühlte mich auch nicht provoziert, genauso wenig wie ich dies selbst im Sinn hatte. Grundsätzlich bin ich Deiner Meinung, zumal Du in Deiner Fragestellung den Zusammenhang zur Informatik erwähnt hast.

    Und vor dem Anschein , ich möchte "gute" germanische Wörter beibehalten, distanziere ich mich genauso, wie ich das Wort "Weltnetz" u. ähnliches verwende verwende (siehe http://home.t-online.de/home/Robert.Borsch)

    Meine Bemerkung zielt eher darauf ab, nicht gedankenlos englische Wörter als deutsche auszugeben oder sie ersatztlos zu verwenden, wie dies heutzutage leidlich geschieht (vor allem von den Medien - und oftmals erst noch falsch z.B. Handy, Wellness, Facility Manger = Hausmeister et.)

    Dass sich Sprache laufend verändert ist mir auch klar, doch wenn man meint die Aussagekraft durch Verwendung solcher Wörter zu erhöhen, bin ich anderer Meinung.

    Nichts für ungut...

    Ralf
    #10AuthorRalf30 Aug 04, 15:17
     
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