•  
  • Betrifft

    Spitze!

    Kommentar
    Ist das ein Ausdruck, der noch oft benutzt wird, oder ist er veraltet? Wenn ich bei meinen Deutschschülern als Feedback etwas sehr Positives sagen will, kann ich dann "Spitze!" schreiben?
    VerfasserElke AUS (334172) 03 Apr. 12, 03:05
    Kommentar
    Mich erinnert der Ausruf "Spitze!" an Hans Rosenthal und seine Rate-Show in den 1970er Jahren. Aber das heißt nicht, es sei veraltet. DWDS verweist auf einige deutlich neuere Fundstellen wie "...in der Forschung sind wir Spitze" oder "...was er inszeniert, ist Spitze".

    Wie oft man es in dieser lobenden Bedeutung hört, hängt sicher auch vom sozialen Kontext ab, aber verstanden wird es auf jeden Fall. Und ich würde mich trotz Rosenthal-Assoziation über ein "Spitze!" mehr freuen als über ein "Super!".
    #1VerfasserDritte_Schicht (804716) 03 Apr. 12, 03:22
    Kommentar
    Danke, Dritte Schicht.
    Gibt es bei leo irgendwo eine Spalte, in der es um veraltetes Deutsch geht? Ich lebe jetzt schon seit 30 Jahren in Australien und mache mir oft Gedanken darüber, ob ich meinen Schülern und Schülerinnen veraltetes Deutsch beibringe.
    #2VerfasserElke AUS (334172) 03 Apr. 12, 03:31
    Kommentar
    und wie steht es mit "prima!" und "toll!"?
    #3VerfasserElke AUS (334172) 03 Apr. 12, 03:35
    Kommentar
    und wie steht es mit "prima!" und "toll!"?

    Ich denke, ebenso wie "Spitze!" sollten auch diese Ausdrücke als lobender Lehrerkommentar eher die Ausnahme bleiben, erst recht, wenn sie schriftlich festgehalten werden. Ein "Sehr gut!" tut es ja auch. – Grundsätzlich besteht ja die Gefahr, dass solche Kommentare tendenziell nicht mehr ernstgenommen werden, wenn sie zu informell sind. Was als "zu informell" gilt, hängt natürlich auch vom Alter der Schüler ab.
    In Deutschland machen sich Lehrer in den Augen jugendlicher Schüler lächerlich, wenn sie einzelne Ausdrücke der Jugendsprache verwenden, um zeitgemäß zu klingen oder sich gar anzubiedern. Spätestens, wenn ein Lehrer (in D) "Geil!" als schriftliches Lob verwendet, hat er sich unglaubwürdig gemacht – oder geholfen, einen neuen Sprachstandard zu etablieren.

    ...und mache mir oft Gedanken darüber, ob ich meinen Schülern und Schülerinnen veraltetes Deutsch beibringe.

    Hierzulande gilt an manchen Schulen schon die Verwendung von Relativ- und anderen Nebensätzen als veraltet und ein Konjunktiv löst zuweilen selbst bei Abiturienten Verwunderung aus. Ich erlebe oft, dass junge Menschen, die im Ausland Deutsch als Fremdsprache gelernt haben, kompliziertere Satzkonstruktionen beherrschen und einen größeren Wortschatz haben als ihre (deutsch-)muttersprachlichen Altersgenossen mit vergleichbarem Schulabschluss. Wenn das unter die Rubrik "veraltet" fällt, finde ich veraltetes Deutsch äußerst erstrebenswert. Sichermuss man auch unterscheiden zwischen aktivem und passivem Sprachgebrauch. Deine Schüler müssen ja nicht in Thomas-Mann-Sätzen nach der U-Bahn fragen, wenn sie in FRA gelandet sind, aber vielleicht haben sie ja Spaß daran, sich während des Fluges die Zeit mit "Königliche Hoheit" zu vertreiben. Natürlich gibt es auch zeitgenössische und sogar noch lebende Autoren, die ich hier hätte nennen können, Juli Zeh zum Beispiel, oder meinetwegen auch Stuckrad-Barre. Noch weiter von Mann entfernt und deutlich näher am aktuellen Sprachgebrauch bist Du, wenn Du bei Youtube nach Beispielen der Redekunst von Dieter Bohlen, Markus Lanz oder Oliver Geissen (jeweils samt ihrer Gäste oder "Gesprächs"partner) suchst. Du kannst dann sicher sehr schnell entscheiden, wie "veraltet" das Deutsch sein darf, das Du Deinen Schülern nahebringst...
    #4VerfasserDritte_Schicht (804716) 03 Apr. 12, 05:22
    Kommentar
    Interessant, das mit den Nebensätzen. Mir ist schon öfters aufgefallen, dass in deutschen Mails das "dass" nicht so oft benutzt wird, wie ich das von meinen (besseren) Schülern erwarten würde.
    Das Niveau ist jedoch kein Thomas Mann Niveau.....
    Trotzdem, vielen Dank für die Tipps.


    #5VerfasserElke AUS (334172) 03 Apr. 12, 05:33
    Kommentar
    @5:

    *kein Thomas Mann Niveau* (sic)

    Der Bindestrich bei Komposita gilt wohl inzwischen auch als "veraltetes Deutsch" ...


    @4:

    *Ein "Sehr gut!" tut es ja auch.*

    M.E. darf es auch gern mal ein "Hervorragend", "Großartig" oder "Ausgezeichnet" sein.
    #6VerfasserWoody 1 (455616) 03 Apr. 12, 05:51
    Kommentar
    OT:

    Werbeaufschrift am Schaufenster einer italienischen Pizza-Bäckerei in einer deutschen Stadt:

    "Unsere Pizza ist Spitza!"
    #7VerfasserMiMo (236780) 03 Apr. 12, 06:41
    Kommentar
    #7: Ich hätte erwartet ... Unsera Pizza ista Spitza! ;-)

    Würde mehr auffallen.
    #8Verfassercryme (795004) 03 Apr. 12, 07:08
    Kommentar
    Auch ich finde, dass es gerne ein 'veraltetes' Deutsch sein darf, wenn damit korrektes Hochdeutsch gemeint ist.

    In Zeiten, in denen Sätze wie "Weil, ich hab das voll verk****" als grammatikalisch korrekt angesehen werden, ist es durchaus sinnvoll, Kindern und Jugendlichen auch die Sprache unserer Kindheit nahe zu bringen. Um nicht zu sagen "...macht es durchaus Sinn...", wie es 'neudeutsch' immer öfter heißt. Das geht so weit, dass Akademiker ihrer Sekretärin das "...es ist sinnvoll..." als falsch anstreichen und "...es macht Sinn..." darüber schreiben!

    Zu Letzterem zitiere ich meinen 12-jährigen Sohn: "Da bekomme ich grüne Pickel, wenn ich das höre!"

    Fazit: Wenn die Schüler Deutsch lernen sollen, dann bringe es ihnen bei - so, wie Du es gelernt hast. Das ist immer noch richtig und keinesfalls veraltet. Es ist höchstens für unsere Jugend, die von RTL, MTV und ähnlichem geprägt ist, etwas ungewohnt. Es spricht ja nichts dagegen, auch mal einen Diskurs in die sogenannte 'Jugendsprache' zu machen. Aber beeile Dich: Ich habe das Gefühl, sie ändert sich fast stündlich. ;o)

    Hier ein Link zu einer Seite, auf der Du viele Worte aus der Sprache der Jugendlichen findest, falls Du dieses Thema im Unterricht behandeln möchtest:

    http://www.klartextsatire.de/kultur/sprache/j...

    Das klingt auch für mich teilweise wie eine Fremdsprache!
    #9Verfasserkürbis-chen (656343) 03 Apr. 12, 09:16
    Kommentar
    kürbis-chen, ich muss dich enttäuschen: mit Komma nach dem "weil" ist es grammatikalisch korrekt. Wenn auch nicht gerade gehoben.
    Aber was ist das für eine Liste? Wer nicht weiß, was ein DJ ist, müsste doch mindestens 70 sein...?

    Elke, du solltest unbedingt deutschsprachige Zeitungen lesen, z.B. die FAZ oder die ZEIT.
    #10Verfassertigger (236106) 03 Apr. 12, 09:20
    Kommentar
    "Prima" oder "toll" lese ich gelegentlich unter den Hausaufgaben meiner Kinder, und durchaus nicht nur von ALTEN Lehrern.

    Hierzulande gilt an manchen Schulen schon die Verwendung von Relativ- und anderen Nebensätzen als veraltet und ein Konjunktiv löst zuweilen selbst bei Abiturienten Verwunderung aus.

    Auch so kann man sich als Ausländer entlarven. Ich begegnete einmal einem jungen Griechen, der perfekt und akzentfrei Deutsch sprach, aber er tat es zu perfekt: Er klang wie ein Grammatikbuch, so rezitativ, dass es für meine Ohren schon wieder unnatürlich war.

    Auf der anderen Seite geriet die Köchin des Kindergartens ins Stolpern, als sie meine damals vierjährige Tochter durch die Gänge brüllen hörte: "So, das Mittagessen ist zubereitet!" Man kann also Kindern auch heutzutage noch anspruchsvolles Deutsch beibringen, und ich kann dich dazu nur ermutigen, Elke.
    #11VerfasserRestitutus (765254) 03 Apr. 12, 09:27
    Kommentar
    FAZ und ZEIT schätze ich auch im Stil eher als konservativ ein.
    Mein Vorschlag: http://www.sueddeutsche.de/
    mit jetzt.de und SZ Magazin, zu finden unter "mehr"
    #12Verfassermanni3 (305129) 03 Apr. 12, 09:28
    Kommentar
    @6 Thomas-Mann-Niveau - ist das besser? Das war sowieso meine eigene Kreation. Ich dachte nicht, dass das überhaupt korrekt ist, auch mit Bindestrich.

    und zum zweiten Punkt - ich brauche hier auf jeden Fall etwas Besseres als "sehr gut". Ich erkläre den Schülern schon immer, dass in deutschen Schulen "sehr gut" die beste Note ist.
    Also "hervorragend" oder "ausgezeichnet" wird normalerweise schon benutzt.
    Vielen Dank an alle Vorschläge. I will take them on board. Ich werde sie ??
    #13VerfasserElke AUS (334172) 03 Apr. 12, 09:30
    Kommentar
    ... mit berücksichtigen.
    #14Verfassercryme (795004) 03 Apr. 12, 09:36
    Kommentar
    danke!
    #15VerfasserElke AUS (334172) 03 Apr. 12, 09:37
    Kommentar
    OT:

    Werbeaufschrift am Schaufenster einer italienischen Pizza-Bäckerei in einer deutschen Stadt:

    "Unsere Pizza ist Spitza!"


    Da gab es doch in den 1980er Jahren diesen Sponti-Spruch:

    Lakritze ist Spitze, aber Pizza ist spizza!

    ;o)


    Thomas-Mann-Niveau - ist das besser? Ja, ist es.

    Das war sowieso meine eigene Kreation. Ich dachte nicht, dass das überhaupt korrekt ist, auch mit Bindestrich. 
    Das ist ja das Schöne an der deutschen Sprache: Man kann solche Komposita bilden, und sie sind korrekt (auch wenn natürlich nicht im Duden auffindbar), vorausgesetzt, man hält sich an die Regeln zu ihrer Bildung, zu denen eben das Setzen von Bindestrichen an der richtigen Stelle gehört.

    ich brauche hier auf jeden Fall etwas Besseres als "sehr gut". Ich erkläre den Schülern schon immer, dass in deutschen Schulen "sehr gut" die beste Note ist.

    Ah ja. Also brauchst Du noch eine Kennzeichnung für etwas, das noch besser ist als die beste Note? Klingt irgendwie wie "weißer als weiß" oder "toter als tot" ;o)
    Aber wenn's denn sein muss, würde ich bei "ausgezeichnet" oder "hervorragend" bleiben und nicht zu "prima" oder "spitze" greifen. Erstens, weil das tatsächlich eher zu Hans Rosenthal und zu Menschen, die wie ich ihre Kindheit oder Jugend in den 1970er Jahren verbracht haben, passt, und zweitens, weil das leicht albern oder anbiedernd wirken kann, wie bereits angemerkt wurde.

    "Knorke" oder "dufte" wären allerdings noch eine Stufe darunter ;o)

    Der Empfehlung, deutsche Zeitungen und Zeitschriften online zu lesen, schließe ich mich auch unbedingt an. Ich weiß nicht, ob die diversen Mediatheken der Fernsehsender auf der ganzen Welt (und speziell in Australien) aufgerufen werden können, das wäre einen Versuch wert. Und auch das Podcast-Angebot ist nicht zu verachten (manche TV-Sendungen gibt es auch als Podcast, aber auch Radioprogramme, und natürlich werden manche Podcasts auch exrta produziert), schau doch einfach, was Dich interessiert.
    #16VerfasserDragon (238202) 03 Apr. 12, 09:49
    Kommentar
    Elke, I think it's great that you are conscious of the "veraltetes Deutsch" issue. I took a class in graduate school 20+ years ago and the professor (a German) had also been in the U.S. for many years. The class was on German business correspondence (writing letters, Angebote, Anfragen, Aufträge usw.) and I only learned AFTER I came to Germany (a year later) that much of what he had taught us was veraltet and no longer done the way he had taught us. So things really do change with time!
    #17VerfasserBill (US) (236753) 03 Apr. 12, 09:49
    Kommentar
    manni, bitte, die ZEIT ist doch nicht konservativ. Zwischen FAZ und ZEIT ist schon noch Raum! Aber die Süddeutsche gehört natürlich auch in diese Gruppe der Qualitätsmedien, die Elke lesen sollte, um sprachlich wie gesellschaftlich am Ball zu bleiben.
    #18Verfassertigger (236106) 03 Apr. 12, 09:54
    Kommentar
    Also ich lese schon deutsche Romane, soviel wie möglich. Deutsche Fersehsendungen gibt es zwar in Australien, aber ich wohne auf dem Land und der Empfang ist hier unmöglich. Meine Familie schickt auch öfters deutsche DVDs. Und Podcasts - die müsste ich mir an für sich zur Gewohnheit machen - auch im Unterricht, zur Motivation der Schüler.
    Alles gute Vorschläge. Es hat sich wohl doch gelohnt, mal wieder bei leo reinzuschauen!
    #19VerfasserElke AUS (334172) 03 Apr. 12, 10:00
    Kommentar
    Zu #13:

    Noch besser als "sehr gut" war zu meiner Schulzeit die "Eins mit Stern".

    Zu #8:

    "Unsera Pizza ista Spitza" wäre lächerliche Radebrecherei, weil es für die -a nach "Unser" und "ist" keinen Grund gibt.
    #20VerfasserMiMo (236780) 03 Apr. 12, 10:12
    Kommentar
    @20 Eine Eins ist hier vergleichbar mit A. Und da ergibt sich das Problem - die beste Note ist A+.
    Hier wird sowieso immer total gelobt. Daher reicht das "sehr gut" nicht.
    #21VerfasserElke AUS (334172) 03 Apr. 12, 10:21
    Kommentar
    Zu tiggers mit Komma nach dem "weil" ist es grammatikalisch korrekt. Wenn auch nicht gerade gehoben (#10):

    Wieso sollte das korrekt sein? Das Komma signalisiert doch allenfalls einen Bruch in der grammatischen Konstruktion, mit einem sich anschließenden neuen Hauptsatz:

    Mir hat der Film nicht gefallen, weil, der geht so traurig aus.

    Ein solches Anakoluth ist aber per definitionem ungrammatisch.

    Und ohne Komma nach weil ist der Satz, da sind wir uns ja einig, ungrammatisch, weil hier eine unterordnende Konjunktion wie eine nebenordnende (z. B. denn) verwendet wird. Das entspricht zwar zunehmend mündlichem Sprachgebrauch, aber die magische Schwelle, an der Quantität in Qualität umschlägt und diese Verwendungsweise standardsprachlich akzeptabel wird, ist wohl noch lange nicht erreicht.
    #22VerfasserCro-Mignon (751134) 03 Apr. 12, 10:29
    Kommentar
    @tigger

    Bist Du sicher, dass es grammatikalisch richtig ist, einen Hauptsatz mit 'weil' zu beginnen oder das 'weil' alleine (also sozusagen als 'Nebensatz') vor dem Komma stehen zu lassen?

    Das kann ich kaum glauben. Als Einschub in den Nebensatz könnte ich mir den Hauptsatz noch vorstellen, sodass das 'weil' dann vor einem Komma steht - aber das wird doch ein sehr kompliziertes Satzgeflecht und natürlich kommt es dann auch darauf an, ob nach dem Hauptsatz noch der Rest des Nebensatzes folgt.

    Worauf begründest Du denn Deine Meinung, dass das richtig sei? Gibt es dazu eine Textstelle? Das würde mich tatsächlich interessieren, ich lerne ja immer gerne etwas Neues. Verwenden würde ich eine solche Formulierung wohl auch dann nicht, aber ich könnte versuchen, mich nicht mehr darüber aufzuregen. :o)

    Dazu kommt, dass es mir hier nicht nur um den grammatikalisch für mich weniger passend klingenden Satzbau ging, sondern auch um das Wort am Ende dieses Satzes. Vielleicht fiel es durch die Sternchen nicht so auf, aber die mussten sein, denn ein solches Wort kommt mir genauso schwer 'über die Finger' wie über die Lippen.
    #23Verfasserkürbis-chen (656343) 03 Apr. 12, 10:35
    Kommentar
    Cro-Mignon hat mir ja schon den "per definitionem ungrammatischen Anakoluth" um die Ohren gehauen. Ich weiß sogar, was das ist, trotzdem bleibt mir wohl nur das Nachgeben vor derart geballter Bildung. :-)
    #24Verfassertigger (236106) 03 Apr. 12, 10:38
    Kommentar
    Unter uns, tigger: alles nur terminologisches Imponiergehabe (wie Du natürlich weißt). Aber Klappern gehört nun mal zum Handwerk ...
    :-)
    #25VerfasserCro-Mignon (751134) 03 Apr. 12, 10:51
    Kommentar
    *räusper* Kann man #25 schon als caedes ioculi bezeichnen?
    #26Verfassertigger (236106) 03 Apr. 12, 10:58
    Kommentar
    tigger, kendologisch amorphe Choreographiebohnen von neugotischen Ioculisten?

    (Ins Barock wollen wir ja eher nicht)
    #27Verfasserad.joe (236303) 03 Apr. 12, 11:00
    Kommentar
    Oh Gott, tigger, jetzt machst Du mich aber fertig! Caedes ioculi: Ignorieren / Durchkreuzen / Nichterkennen / eines Scherzes / einer ironischen Bemerkung?
    Pray enlighten me! Ich will künftig auch wieder ganz brav Satzbruch statt Anakoluth schreiben.
    #28VerfasserCro-Mignon (751134) 03 Apr. 12, 11:09
    Kommentar
    Pointenmord. :-)
    Aber der Anakoluth ist doch viel schöner, ich war zwar immer schlecht in Griechisch, bin aber trotzdem ideologisch Mitglied im Verein zur Erhaltung griechischer Fachausdrücke.
    #29Verfassertigger (236106) 03 Apr. 12, 11:15
    Kommentar
    Ach so. Na dann: ja, vielleicht, aber ungewollt. Wie das eben meinem schlichten Gemüt entspricht ...

    ich war zwar immer schlecht in Griechisch, bin aber trotzdem ideologisch Mitglied im Verein zur Erhaltung griechischer Fachausdrücke.

    Dann sind wir schon zu zweit.
    #30VerfasserCro-Mignon (751134) 03 Apr. 12, 11:23
    Kommentar
    Oh Mann, Leute, jetzt habt euch doch nicht so. Was ist denn bitteschön gegen ein lockeres "Spitze!" einzuwenden? GERADE WENN es von einem Lehrer kommt, ist ein informellerer Ausdruck doch mal ganz nett. "Sehr gut" ist langweilig (und von der Bewertung her sowieso eine Stufe unter "Spitze", also ungeeignet.)

    Trotz Hänschen Rosenthal ist "Spitze" (zumindest in meiner Umgebung) überhaupt nicht veraltet. In der Klasse meiner 11jährigen jedenfalls nicht. Allerdings verwenden sie es nicht in Sätzen. "Das finde ich Spitze" sagt keiner. Die Steigerung ist übrigens (zartbesaitete Weltuntergangserahner bitte weghören) "spitzengeil!"


    @cro-mignon: wie kann etwas "ungrammatisch" sein, wenn man dafür sogar einen eigenen griechisch-grammatikalischen Ausdruck braucht? ;-p "Unschriftlich" ließe ich mir ja noch eingehen. Es ist doch eine ganz wichtige Funktion der Sprache, dass man um der Betonung der Wichtigkeit willen die normalerweise übliche Satzkonstruktion abändert.

    Anakoluth rulez ok!!!

    #31VerfasserBirgila/DE (172576) 03 Apr. 12, 11:42
    Kommentar
    @ 20 "Unsera Pizza ista Spitza" wäre lächerliche Radebrecherei, weil es für die -a nach "Unser" und "ist" keinen Grund gibt.
    MiMo, es gibt einen ganz triftigen Grund, nämlich den, dass ein Italiener kein Wort auf einem Konsonanten enden lassen kann ;-)
    #32Verfassermanni3 (305129) 03 Apr. 12, 11:51
    Kommentar
    @Birgila: Ich versuche mich gerade an meine diversen Lehrer zu erinnern (an sich schon schwierig, inzwischen gehe ich ja auch stramm auf das silberne Abijubiläum zu) und vor allem daran, ob ich mir bei irgendeinem von ihnen nicht veralbert vorgekommen wäre, wenn er oder sie "Spitze" unter eine meiner Klassenarbeiten geschrieben hätte (ungeachtet der Tatsache, dass diese selbstverständlich alle spitzenmäßig waren ;o)). Bisher ist mir noch keiner eingefallen. Es muss halt zum Lehrer passen und wirkt oft gekünstelt. Manche schrieben schon ein "Sehr gut!", "schön" oder "richtig" an den Rand, wenn ich irgendeinen Punkt gut erkannt oder toll formuliert hatte, aber "Spitze" hätte irgendwie nicht gepasst. (Schon gar nicht bei einer Deutscharbeit, in der umgangssprachliche Ausdrücke auf Teufel komm raus vermieden werden mussten, das fing schon in der Grundschule an)
    #33VerfasserDragon (238202) 03 Apr. 12, 11:52
    Kommentar
    manni3, korrekt müsste es heißen: "Unsere Pizze sinde Spitze" (Italiener hängen doch immer ein -e hintendran. Das weiß man spätestens seit Ritter Rost.)

    Dragon, Lehrerkommentare am Rand fallen für mich eher in die Kategorie "mündlich", ob wohl sie aufgeschrieben sind. Haben bei euch die Lehrer nie Sachen wie "hoppla", "oje", "wieso das denn?", "so aber nicht!" "gute Idee!" o.ä. an den Rand geschrieben? Das sind auch keine "grammatisch korrekten Sätze", sondern mehr oder weniger lockere Bemerkungen. Dazu würde ich auch "Spitze" zählen. Aber vielleicht waren eure Lehrer steifer als unsere?
    #34VerfasserBirgila/DE (172576) 03 Apr. 12, 12:05
    Kommentar
    @31 genau! und ich glaub "geil" wird schon langsam zu abgenudelt sein und dann kommen vielleicht irgendwann "Spitze" und sogar "knorcke" wieder. Vielleicht regt man sich dann über das gute alte "geil" auf?

    und heh, Sitzenleistung, das ist doch was alle wollen. Ich mein' mir persönlich würde ja Weltniveau besser gefallen, aber das ist vielleicht bissl zu speziell.

    #35VerfasserUljae (831733) 03 Apr. 12, 12:30
    Kommentar
    Uljae, eine Sitzenleisting muss aber sitzend erbracht werden?
    #36Verfasserad.joe (236303) 03 Apr. 12, 12:34
    Kommentar
    Zu #32/34:

    Warum sollte ein in Deutschland wirkender italienischer Geschäftsmann sich mit Sätzen wie
    "Unsera Pizza ista Spitza" oder "Unsere Pizze sinde Spitze" lächerlich machen? Warum sollte er deutsche Vorurteile über die italienische Art, Deutsch zu sprechen, bestätigen? Die meisten italienischen Wirte, die ich in Deutschland kenne, sprechen sehr gut Deutsch und würden sich beleidigt fühlen, wenn man ihnen solche Sätze in den Mund legte...
    #37VerfasserMiMo (236780) 03 Apr. 12, 12:42
    Kommentar
    Tja, das ist immer so eine Sache, wenn Erwachsene Jugendslang übernehmen ... Leider besteht dabei die Gefahr, sich eher lächerlich zu machen, als cool zu wirken, wenn man nicht wirklich ständig auf dem neuesten Stand der Dinge ist. Und gerade bei Jugendsprache ist es sehr schwer, die aktuellen Trends mitzuverfolgen, wenn man nicht ständig mitten im Geschehen ist.

    Ich habe zum Beispiel den Eindruck, dass "geil" und "hammermäßig" inzwischen eher aus dem Mund von Dieter Bohlen und Konsorten zu hören ist, als von den Jugendlichen selbst. Sobald zu viele Erwachsene so etwas übernehmen (und womöglich auch noch falsch einsetzen), wird das eine oder andere Wort recht schnell ausgemustert und durch etwas Neues ersetzt. Das ist auch gut so, denn mit Jugendsprache will man sich schließlich abgrenzen. Wenn jeder Grufti damit um sich wirft, taugt's nichts mehr.

    Spitze finde ich relativ neutral. Prima würde mir für eine Bewertung besser gefallen, aber warum nicht?
    #38VerfasserFragezeichen (240970) 03 Apr. 12, 12:48
    Kommentar
    Leute, das ist doch egal. Elke unterrichtet Deutsch als Fremdsprache in Australien. Wenn einer ihrer Schüler mal (mit selbstverständlich großartigen Deutschkenntnissen) nach Deutschland kommt, wird er schnell die gerade gängigen Ausdrücke von seinen Altersgenossen lernen. Da kann man gar nicht aktuell sein im Ausland, wer weiß, in welchem Alter man in welche Gegend kommt.
    #39Verfassertigger (236106) 03 Apr. 12, 13:05
    Kommentar
    Also, das Sprachniveau für DaF hier im Land ist nicht so hoch wie in Deutschland für Fremdsprachen. Wenn die Schüler, vor allem die Anfänger (12, 13 Jahre im ersten Jahr), einmal ein "Spitze", dann vielleicht nochmal ein "hervorragend" oder "ausgezeichnet" bekommen, dann haben sie schon wieder drei Wörter mehr gelernt. Also, so wie's aussieht, könnte ich mit dem Spitze weitermachen. "Geil" würde ich nie benutzen, obwohl das in der Zwischenzeit auch im Kursbuch vorkommt. Ich glaube, dass da die (oftmals deutschen) Großeltern im deutschen Klub ein wenig schockiert wären.....auch wenn das in Deutschland in der Zwischenzeit vielleicht wieder aus der Mode kommt.
    #40VerfasserElke AUS (334172) 03 Apr. 12, 13:09
    Kommentar
    "Spitze" ist auf jeden Fall kein "Slang" und man kann damit nicht unangenehm auffallen.

    Dass Nicht-Muttersprachler auch Wörter benutzen, die in der Alltagssprache nicht ganz so gebräuchlich sind, stört doch keinen. Geht doch allen so!
    #41VerfasserBirgila/DE (172576) 03 Apr. 12, 13:44
    Kommentar
    Zu Birgilas #31: Wie kann etwas "ungrammatisch" sein, wenn man dafür sogar einen eigenen griechisch-grammatikalischen Ausdruck braucht? ;-p "Unschriftlich" ließe ich mir ja noch eingehen.

    Ein fast sophistisches Argument :-), aber nicht wirklich stichhaltig:

    Der Begriff "Grammatik" ist ja mehrdeutig: Er bezeichnet zum einen eine Sprachtheorie, zum anderen das Regelwerk einer Sprache. Warum sollte eine Sprachbeschreibungslehre in ihrem Begriffsinventar nicht auch Bezeichnungen für Regelverstöße haben?

    Grundlage der in Grammatiken beschriebenen Sprachvariante ist doch ohnehin die weitgehend von spezifischen Verwendungssituationen unabhängige Schriftsprachnorm. Gesprochene Sprache ist viel stärker abhängig von Sprechern und Sprechsituationen. Wenn man eine Grammatik auf der Grundlage von mündlichen Äußerungen wie den folgenden erstellen wollte, hätte vom etablierten Regelwerk nicht allzu viel Bestand:

    Äh, ich will das, äh, nicht, also, ich mein, wenn, dann aber nicht gleich, ja?

    Das hat er aber nicht so direkt, oder, kann er ja auch gar nicht, weil, wenn er das, ne ... geht ja nicht!

    Ey, hopp jetzt her damit, aber sowas von dalli!

    Und eigentlich kenne ich den Begriff Anakoluth auch eher aus der Rhetorik als der Grammatik, und da gibt's ja eine Reihe von Figuren, bei denen, um der Wirkung willen, bewusst gegen grammatische Normen verstoßen wird, z. B. Solözismen ("Da werden Sie geholfen"), Paralipsen ("Muss ich erwähnen, dass Du ...!") und Zeugmata ("Er fing die Flasche auf und an zu lallen.").

    So, genug terminologisches Imponiergehabe für heute! ;-)

    #42VerfasserCro-Mignon (751134) 03 Apr. 12, 23:03
    Kommentar
    Gerade erst noch in einem Autobild-Test gelesen, das Jahr: Ende 2015.
    #43VerfasserCancun_0 (765940) 28 Okt. 15, 17:50
    Kommentar
    Ich habe keine Ahnung, was Post #43 uns in diesem Zusammenhang sagen will, aber er hat den Faden hochgeholt und 'Zeugmata' ist wunderbar. Mein Wort für diese Woche.


    (Gibt's auch eine Bezeichnung für den etwas seltsamen Satz, den ich oben verbrochen habe?)
    #44VerfasserGibson (418762) 28 Okt. 15, 18:40
    Kommentar
    Gibson, ich sehe #43 im Zusammenhang mit der Frage im OP: Ist das ein Ausdruck, der noch oft benutzt wird, oder ist er veraltet?

    (Es kann allerdings schon etwas irritierend sein, wenn sich jemand in den Vierzigerpostings wieder/noch an die Ausgangsfrage erinnert *hihi*)
    #45Verfassermanni3 (305129) 28 Okt. 15, 18:51
    Kommentar
    Ah ja, das wird's sein. In der Tat, für die Antwort war die Frage entschieden zu lange her ;-)
    #46VerfasserGibson (418762) 28 Okt. 15, 19:10
    Kommentar
    Ich finde es aber überhaupt eine klasse Idee, bei Fragen nach der Up-to-Dateheit - oder heißt das Up-to-dateness? - von Zeit zu Zeit ein Update zu machen und so die Entwicklung von Ausdrücken zu dokumentieren. Das gibt ein authentisches Protokoll des Sprachwandels. Sprachforscher der kommenden Generationen werden uns bei ihrem Quellenstudium dankbar sein ;-)
    #47Verfassermanni3 (305129) 28 Okt. 15, 19:19
     
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  
 
 
  • Pinyin
     
  • Tastatur
     
  • Sonderzeichen
     
  • Lautschrift
     
 
 
:-) automatisch zu 🙂 umgewandelt