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  • Betrifft

    vorhaben vs. vornehmen

    Kommentar
    1. Ich habe vor, dass morgen zu tun.
    2. Ich habe mir vorgenommen, das morgen zu tun.

    Is there much difference in meaning? Which is the "stronger" -- i.e., shows the most determination/resolution?
    Verfasser ion1122 (443218) 28 Sep. 12, 12:42
    Kommentar
    "Sich etwas vornehmen" ist meinem Gefühl nach stärker, besonders wenn man es noch mit dem Wort "fest" verstärkt. Auch im Vergleich zu "Ich habe fest vor.." hört man die Willensäußerung im "vornehmen" noch deutlicher.

    Beispiele: "Ich habe vor, morgen ins Kino zu gehen." (Aber wenn es regnet, bleibe ich zu Hause, und das ist dann auch halb so schlimm)
    "Ich habe mir vorgenommen, morgen mit dem Rauchen aufzuhören." (Und wenn ich es nicht schaffe, wäre ich sehr enttäuscht von mir)
    #1Verfasser Lady Grey (235863) 28 Sep. 12, 12:48
    Kommentar
    Ich würde auch sagen, Version 1 klingt entschlossener.

    Aber es gehört kein ss in das das!
    #2Verfasser Harri Beau (812872) 28 Sep. 12, 12:49
    Kommentar
    @2:

    Was heißt "auch"? Die Lady vertritt doch genau die entgegengesetzte Meinung ...
    #3Verfasser Woody 1 (455616) 28 Sep. 12, 12:52
    Kommentar
    Tatsächlich, dann habe ich es falsch verstanden.

    Trotzdem finde ich, Version 1 klingt entschlossener. Nur so ein Gefühl. Ich habe vor, morgen in die Stadt zu gehen. Dann mache ich das auch. Es sei denn, es kommt etwas wichtiges dazwischen.

    Ich habe mir vorgenommen. morgen in die Stadt zu gehen bedeutet für mich etwa so ein: ich habe es geplant, aber ich kenne mich ja, wahrscheinlich wird nichts draus.
    #4Verfasser Harri Beau (812872) 28 Sep. 12, 12:57
    Kommentar
    Non-natively, I would say "Ich habe es vor, das morgen zu erledigen."
    #5Verfasser Ffive (876338) 28 Sep. 12, 12:58
    Kommentar
    "Wann gehst du endlich zum Friseur?" "Ich habe vor, morgen hinzugehen." Kling wie Ja.

    "Wann gehst du endlich zum Friseur?" "Ich habe es mir für morgen vorgenommen." Klingt wie Jaja.

    Wie gesagt, nur so mein persönliches Gefühl. Es kommt hauptsächlich auf den Tonfall an. Das verstärkende 'fest' kann man in beiden Sätzen noch einfügen.
    #6Verfasser Harri Beau (812872) 28 Sep. 12, 13:08
    Kommentar
    @5:

    Well, non-natively and non-idiomatically ...


    Ich selbst möchte mich hier ungern festlegen - m.E. kann man das so und so sehen (#1 vs. #4).
    #7Verfasser Woody 1 (455616) 28 Sep. 12, 13:10
    Kommentar
    Das "es" in Nr. 5 würde ich aber auslassen.
    #8Verfasser virus (343741) 28 Sep. 12, 13:12
    Kommentar
    virus, Would you say "Das habe ich vor."

    ?

    Out of curiosity.
    #9Verfasser Ffive (876338) 28 Sep. 12, 13:14
    Kommentar
    Das "es" brauchst Du nur, wenn Du die Phrase "es morgen zu erledigen" weglassen willst.
    "Wirst Du das morgen erledigen?"
    "Ja, ich habe es vor." (oder: "Ja, ich habe vor, es morgen zu erledigen."
    #10Verfasser Lady Grey (235863) 28 Sep. 12, 13:17
    Kommentar
    Für mich klingt auch "ich habe vor" stärker.

    "Ich habe vor, morgen aufzuräumen." - Das ist mein Plan für morgen.
    "Ich habe mir vorgenommen, morgen aufzuräumen." - Aber vorgenommen habe ich mir das auch schon für die letzten 3 Tage, geworden ist bisher nichts daraus.

    @ ffive:
    Ich verstehe nicht ganz, welchen Beitrag zur Lösung der Frage im OP Deine Postings leisten ...
    #11Verfasser Sachs (638558) 28 Sep. 12, 13:21
    Kommentar
    Ich hätte spontan auch wie #4 und #6 geantwortet.

    "Ich habe mir vorgenommen" ist für mein Gefühl unverbindlicher als "Ich habe vor".
    "Vorgenommen" klingt ein wenig nach den guten Vorsätzen zum Neuen Jahr, die man schon am 2. Januar doch wieder bricht.

    Außerdem ist "Ich habe mir vorgenommen" eine etwas pompösere Ankündigung. "Ich habe vor" ist einfach eine faktische, alltägliche Aussage.
    #12VerfasserCalifornia81 (642214) 28 Sep. 12, 13:40
    Kommentar
    Dann unterstütze ich zur Abwechslung #1; hängt wahrscheinlich von der persönlichen Häufigkeit ab, mit der man Vorgenommenes in die Tat umsetzt ;-)
    #13Verfasserarcus (267523) 28 Sep. 12, 13:48
    Kommentar
    #13 Ts ts ts... ;-)
    #14VerfasserCalifornia81 (642214) 28 Sep. 12, 13:50
    Kommentar
    Ich sehe es aber auch wie in #1:

    Sie etwas vornehmen ist etwas bestimmter, etwas vorhaben ist wie schau mer mal.
    #15Verfasser Uljae (831733) 28 Sep. 12, 13:52
    Kommentar
    Vielleicht ist der Unterschied ja dem Nord-Süd-Gefälle geschuldet?

    Eine Stimme für "vornehmen stärker als vorhaben": Bayern.
    #16Verfasser Lady Grey (235863) 28 Sep. 12, 13:53
    Kommentar
    #16 Vielleicht ist der Unterschied ja dem Nord-Süd-Gefälle geschuldet?

    Nee, nee, in die Falle tappen wir Norddeutschen jetzt nicht. ;-) Nachher bringst Du das dann noch in Verbindung mit #13...
    #17VerfasserCalifornia81 (642214) 28 Sep. 12, 13:55
    Kommentar
    Und eine Stimme für "vornehmen stärker als vorhaben" aus NRW, die Theorie mit dem Nord-Süd-Gefälle bröckelt...
    #18Verfasser Dragon (238202) 28 Sep. 12, 13:55
    Kommentar
    Solange Du mir Recht gibst, ist mir das relativ wurscht, Dragon :-)
    #19Verfasser Lady Grey (235863) 28 Sep. 12, 13:57
    Kommentar
    Ich kann die Erklärung von Lady Grey gut verstehen. Aber es ist nicht so hilfreich, wenn man Kino und rauchen mixt. Bleiben wir doch mal bei dem Friseurbeispiel aus 6. Dann wird es echt schwierig. Ich hebe beide Hände, geht das auch?
    #20Verfasser Puppengesicht (807439) 28 Sep. 12, 13:59
    Kommentar
    aus Franken: vorhaben stärker als vornehmen
    #21Verfasser BigBadWolf (842179) 28 Sep. 12, 14:01
    Kommentar
    Harris Beispiel ist aber, im Gegensatz zum OP, eine Reaktion.
    #22Verfasser Lady Grey (235863) 28 Sep. 12, 14:02
    Kommentar
    #21 Die Nord-Süd-Theorie bröckelt weiter...
    #23VerfasserCalifornia81 (642214) 28 Sep. 12, 14:14
    Kommentar
    Was ich versucht habe, in #1 zu erklären, ist, dass ich bei etwas so trivialem wie einem Kino-/Friseurbesuch gar nicht mit "vornehmen" operieren würde, weil es zu unwichtig ist für ein so bedeutungsschweres Wort. ;-)

    Dazu auch der oft gehörte Satz: "Was ich mir vornehme, das ziehe ich auch durch." Mit "vorhaben" habe ich den noch nie gehört.
    #24Verfasser Lady Grey (235863) 28 Sep. 12, 14:14
    Kommentar
    #25 dass ich bei etwas so trivialem wie einem Kino-/Friseurbesuch gar nicht mit "vornehmen" operieren würde, weil es zu unwichtig ist für ein so bedeutungsschweres Wort. ;-)

    Das würde nun allerdings mit meinem in #12 ausgedrückten Gefühl übereinstimmen, dass "ich habe mir vorgenommen" eine etwas pompösere Ankündigung ist.

    Nur sagt nach meinem Gefühl diese Ankündigung noch nichts darüber aus, wie verbindlich die Einhaltung bzw. Erfüllung des Angekündigten dann auch ist.
    #25VerfasserCalifornia81 (642214) 28 Sep. 12, 14:24
    Kommentar
    Das liegt daran, daß man sein Vorhaben nicht noch extra betonen muß. Daß es jemand auch durchzieht, ist trivial.
    #26Verfasser Harri Beau (812872) 28 Sep. 12, 14:25
    Kommentar
    "Ich habe vor, im Oktober in Urlaub zu fahren." Ein Plan, etwas zu unternehmen, auszuführen. Es stecken nicht viele Emotionen darin, das gerade für Oktoberzhu planen.

    "Ich nehme mir vor, morgen mein Zimmer aufzuräumen." Es liegt eine bestimmte Überwindung darin, etwas Unangenehmes, zumindest etwas seit Langem Aufgeschobenes zu tun.
    #27Verfasser manni3 (305129) 28 Sep. 12, 14:25
    Kommentar
    Wie verbindlich die Aussage ist, darum geht es dem OP doch gar nicht, sondern was "entschlossener" klingt: Which is the "stronger" -- i.e., shows the most determination/resolution?
    #28Verfasser Lady Grey (235863) 28 Sep. 12, 14:26
    Kommentar
    Ich vermag da schon rein logisch keinen Unterschied zu erkennen ...

    Wenn ich etwas vorhabe, muss ich es mir ja irgendwann vorgenommen haben, oder? Woher sollte das "Vorhaben" wohl sonst stammen?

    Faktisch ist das für mich also ein und dasselbe.

    Wie "fest" dieser einmal gefasste Entschluss (um mal zur Abwechslung ein anderes Synonym zu wählen) dann letzten Endes ist, muss jeder im Einzelfall für sich selbst entscheiden - das kann man wohl als Außenstehender kaum beurteilen.

    Die "Unterschiede" sind hier also m.E. bestenfalls rein konnotativer Natur - und auch als solche nur schwer konkret zu fassen.




    #29Verfasser Woody 1 (455616) 28 Sep. 12, 14:27
    Kommentar
    Eine Stimme für "vornehmen stärker als vorhaben": Bayern. (#16)

    Likewise non-natively, I tend to agree (Australian in Württemberg).
    #30Verfasser Stravinsky (637051) 28 Sep. 12, 14:27
    Kommentar
    Edith beschwert sich, wegen Lady nicht zum Zug gekommen zu sein, obwohl sie eine Korrektur vorhatte. Dabei hat sie sich doch vorgenommen, keine Tippfehler mehr zu machen ;-(

    Edith @ 29 Da ist irgendwie ein elementarer Unterschied drin, bloß schwer zu fassen! (s. #27)

    Im 'Vornehmen' gilt es, Widerstände zu überwinden.
    #31Verfasser manni3 (305129) 28 Sep. 12, 14:28
    Kommentar
    #22: Ich habe noch nicht ganz verstanden, warum das Frieseurbeispiel eine Reaktion ist, bzw. was daran anders sein soll.

    1. Ich habe vor, dass morgen zu tun.
    2. Ich habe mir vorgenommen, das morgen zu tun.
     

    Da muß doch in beiden Sätzen noch etwas davor, sonst stehen sie doch ein wenig hilflos im Raum.
    #32Verfasser Harri Beau (812872) 28 Sep. 12, 14:34
    Kommentar
    @31:

    Das Element der "Überwindung" ist hier m.E. doch sehr stark vom Kontext abhängig ...
    #33Verfasser Woody 1 (455616) 28 Sep. 12, 14:35
    Kommentar
    Das "Vornehmen" betont doch den Willensakt, etwas - meistens auch zu einem bestimmten Zeitpunkt - zu tun. "Vorhaben" kann man auch etwas mehr oder weniger unreflektiert - ... so in die Richtung sehe ich den Unterschied.
    #34Verfasserarcus (267523) 28 Sep. 12, 14:36
    Kommentar
    1. Ich habe vor, im Oktober in Urlaub zu fahren.
    2. Ich nehme mir vor, im Oktober in Urlaub zu fahren.

    Ja, vom Kontext abhängig, deshalb nicht synonym.
    #35Verfasser manni3 (305129) 28 Sep. 12, 14:38
    Kommentar
    Edit @33:

    Ein Gegenbeispiel:

    Erster Urlaubstag - was nehmen wir uns vor? Lange ausschlafen, gemütlich frühstücken, ...
    #36Verfasser Woody 1 (455616) 28 Sep. 12, 14:38
    Kommentar
    @34 - genau das wollte ich gerade auch sagen
    #37Verfasser ElkeAUS (525682) 28 Sep. 12, 14:41
    Kommentar
    Ich sehe den Unterschied auch in der Überwindung, die das Vorhaben braucht.

    Fragt jemand, was wir im Strandurlaub den ganzen Tag tun werden, sage ich:
    Ich habe vor, im Liegestuhl zu liegen und Krimis zu lesen. Ich habe mir aber auch vorgenommen, jeden Morgen einen Strandlauf zu machen.

    Mein Mann sagt:
    Ich habe mir vorgenommen, das Buch endlich zu lesen, das seit drei Jahren auf meinem Nachttisch liegt. Ausserdem habe ich vor, viel Sport zu treiben.
    #38Verfasser senggigi (590817) 28 Sep. 12, 15:05
    Kommentar
    Auch hier "Du, ich muss weg, ..
    1) Ich habe noch einiges vor.
    2) Ich habe mir noch einiges vorgenommen."
    ist es wahrscheinlicher, dass mehr Punkte aus 1) erledigt werden als aus 2).
    #39Verfasser ad.joe (236303) 29 Sep. 12, 09:56
    Kommentar
    Quite old threat, but I guess I can explain the difference:

    Keiner von beiden Ausdrücken ist stärker oder schwächer! Sie sind einfach anders:

    1) etwas vorhaben -> einen Plan
    'etwas vorhaben' bedeutet, einen Plan zu haben.

    2) sich vornehmen -> einen Vorsatz
    'sich etwas vornehmen' bedeutet, einen Vorsatz zu fassen, ist also leicht mit Moral assoziiert. Daher klingt das auch "geschwollener" und weniger neutral als 'vorhaben'

    Wenn man die bisherigen Antworten durchliest, merkt man sehr gut, das die Leute das auch irgendwie im Hinterkopf hatten, aber eben nicht formulieren konnten. Und was subjektiv stärker klingt, hängt eben auch damit zusammen, ob man eher seine Pläne einhält, oder eher seine guten Vorsätze...

    Ich hoffe das hilft :)
    #40VerfasserStrangeAge (970999) 30 Nov. 13, 22:45
    Kommentar
    ganz einfach:

    Vorhaben = to plan
    Vornehmen = to intend
    #41Verfasser Todd (275243) 01 Dez. 13, 00:39
    Kommentar
    Wo der Faden schon mal ausgegraben ist:

    Der Unterschied liegt zuerst mal in der Aktionsart, ungeachtet aller sonstigen, situationsabhängigen Konnotationen.

    sich etwas vornehmen ist inchoativ, etwas vorhaben durativ.

    ion hat das durch die unterschieliche Tempuswahl im OP schon ausgedrückt:

    Zuerst nehme ich mir etwas vor, dann habe ich es vor.

    Es kommt also darauf an, welchen Aspekt ich hervorheben möchte. Ähnlich:

    kennenlernen vs kennen

    Er ist eingeschlafen, er schläft.
    #42Verfasser Ingeborg (274140) 01 Dez. 13, 08:58
     
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