Werbung - LEO ohne Werbung? LEO Pur
LEO

Sie scheinen einen AdBlocker zu verwenden.

Wollen Sie LEO unterstützen?

Dann deaktivieren Sie AdBlock für LEO, spenden Sie oder nutzen Sie LEO Pur!

 
  •  
  • Betrifft

    Wahl 2. Fremdsprache

    Kommentar
    Hallo,
    unser Großer ist in der 5. Klasse und soll in den nächsten Tagen seine 2. Fremdsprache nach Englisch wählen. Zur Wahl stehen Spanisch, Französisch und Lateinisch. Er ist sich nicht ganz sicher, tendiert aber zu Latein. Französisch und Spanisch kennt er ein wenig aus einem Sprachkarussel der Grundschule, Latein konnte mangels Lehrkraft nicht angeboten werden.
    Heute findet eine Informationsveranstaltung für Eltern und Schüler statt. Daher möchte ich Euch fragen, welche Vor- und Nachteile Ihr als Fachleute bei den einzelnen Sprachen seht. Ausschlaggebend könnte ja auch die Lehrkraft (die stellen sich heute vor) und die Wahl der Freunde sein.

    Vielen Dank für gute Argumente.
    Verfasser KYA (297607) 17 Mär. 15, 11:56
    Kommentar
    There are two relevant factors, as far as I am concerned.

    1. What are the teachers (and the teaching) like? Is there an exchange on offer (when and where?) Is there a lively and enthusiastic department?

    2. Are there any family reasons - holidays, contacts, etx. to prefer one over the other?

    Addendum. Latin? I can never really understand why it is taught in schools. IMO Germany would benefit from moving away from three subjects (Schönschrift, Latein and Religion) and teaching more arts and sciences (music and theatre, in particular, seem to be underresourced).
    #1Verfasser Graeme (Ecosse) (630892) 17 Mär. 15, 12:03
    Kommentar
    Wenn er Freude am Sprachenlernen und Sprechen hat, wäre Latein eigentlich schade (er könnte nie nach 'Lateinien' zum Schüleraustausch fahren).

    #2Verfasser Anne_7 (731158) 17 Mär. 15, 12:10
    Kommentar
    Ich habe alle drei Sprachen (in unterschiedlichem Umfang) gelernt. Sicher ist es nicht zu vernachlässigen, dass Latein für viele Fächer und Sprachen eine wichtige Grundlage ist, aber das entscheidende Kriterium für mich ist, mit welcher der Sprachen kann man letztlich das meiste anfangen. Bei mir war das ganz klar Spanisch, bedingt sicher auch durch die Wahl meines Berufes und meiner Urlaubsziele. Berufswahl spielt für einen Fünftklässler sicher noch nicht die Rolle, aber wohin die Familie in den Urlaub fährt, ist zum Beispiel wichtig. Es macht unheimlich stolz, das Gelernte anzuwenden und für das nächste Schuljahr motiviert zu werden.
    #3Verfasser whirlwind (869480) 17 Mär. 15, 12:12
    Kommentar
    Das Thema ist schon öfter aufgekommen, z.B. da: Siehe auch: Latein in der Schule?

    Vielleicht findest Du da auch Informationen und Argumente, die Dir weiterhelfen.

    Ich hatte Latein ab der 5. und Griechisch ab der 9. und bin heute noch sehr froh, daß das so war. Was ich sonst dazu zu sagen habe, steht im verlinkten Faden.

    #4Verfasser Selima (107) 17 Mär. 15, 12:15
    Kommentar
    Ich hatte Latein an der Schule, und wenn ich irgendwas bereut habe, dann, dass ich damals nicht noch besser aufgepasst habe. Die Sprache schult das logische Denken, vereinfacht das Erlernen und gegebenenfalls Vertiefen weiterer Sprachen bei weitem und trägt zur Allgemeinbildung bei. Dafür lasse ich leichter Hand jeden Kunstunterricht (wenn ich irgendwas von Kunst verstehe, dann nicht, weil ich dort was darüber erfahren habe) und jedes Fach nach Art von "Szenische Darstellung" sausen. Nach "Lateinien" kann er fahren, es umfasst sogar so gut wie die halbe Welt - wer Latein beherrscht, findet sich in Italien und Spanien auch zurecht, mit ein paar Grundkenntnissen auch im Französischen und Portugiesischen. Ist aber bloß meine persönliche Meinung.
    #5Verfasser Gart (646339) 17 Mär. 15, 12:16
    Kommentar
    Ich habe Latein sogar als erste Fremdsprache gelernt (dafür aber keinen Religionsunterricht besucht...:-)), und ich fand es unglaublich hilfreich für spätere Sprachen, vor allem das Vokabular. Vieles im Englischen musste ich gar nicht mehr nachschlagen (timid, aquatic, domestic etc.), und auf Spanisch / Italienisch kann ich jetzt improvisiert radebrechen, obwohl ich das nie richtig gelernt habe.
    #6Verfasser Spinatwachtel (341764) 17 Mär. 15, 12:18
    Kommentar
    Und re #1: Wirklich überflüssig ist das Fach 'Sport' - zumindest bei den Mädchen ... Rhythmische Sportgymnastik mit Bällen und Bändern. Eine einzige Qual.
    Ich kann mich nicht erinnern, daß mein Sohn noch Schrift als benotetes Fach hatte - und, wenn, dann allenfalls bis zur 4.
    #7Verfasser Selima (107) 17 Mär. 15, 12:21
    Kommentar
    Als Schüler hab ich auch nicht verstanden, warum und weshalb man Latein lernen soll. Entsprechend waren auch die Leistungen. Aber heute staune ich immer wieder, wieviel dann doch hängen geblieben ist und wieviel man versteht, wenn man spanisch, italienich oder französisch liest.

    Ich finde, dass diese Sparache durchaus seinen Sinn hat - ob sie dann als Hauptfach oder versetzungsrelevant geltend sein muss, darüber kann man streiten.
    #8Verfasser Svetogor (958319) 17 Mär. 15, 12:27
    Kommentar
    Es hängt sicher viel vom Lehrer ab, wie sinnvoll Latein ist.
    Meine Schwester und ich hatten beide Latein als erste Fremdsprache, dann Englisch als zweite.

    Sie sagt im Rückblick, dass es richtig war und sie es wieder so wollen würde. Ich hatte eher schlechte Lateinlehrer und bedaure sehr, dass ich keine Chance hatte, mehr als 3 Jahre Französisch zu lernen.

    Ich würde immer einer lebenden Sprache den Vorzug geben, den da besteht die Chance, dass man sie im späteren Leben auch mal anwenden kann oder sie sogar braucht.
    Und wenn es eine romanische Sprache ist, dann zieht auch das Argument, dass man mit Latein viel Italienisch, Spanisch und Französisch versteht, nicht allzu sehr.
    Denn vermutlich kommt man mit guten Französischkenntnissen in Spanien oder Italien ungefähr genauso weit wie mit Lateinkenntnissen.

    Warum Latein angeblich das logische Denken schult, habe ich noch nie verstanden und ich bin Mathematiker geworden.
    Klar muss man jeden Satz entschlüsseln und die Struktur der Grammatik verstehen.
    Aber hauptsächlich muss man stur auswendig lernen, welches Wort jetzt nach welchen Schema A,B, oder C dekliniert oder konjugiert wird. Für mich war da keine Logik und ich habe auch selten was besseres als eine vier bekommen.

    Klar sind doch einige Wortstämme hängengeblieben, aber das wäre vermutlich genauso, wenn ich so lange Französisch gehabt hätte. Dann hätte ich die Wortstämme auch in anderen Sprachen wiedererkennen können.
    #9Verfasser kubik (586667) 17 Mär. 15, 12:50
    Kommentar
    Rhythmische Sportgymnastik mit Bällen und Bändern. Eine einzige Qual. - oh ja, wir hatten auch noch so eine Fräulein Rottenmeyer in "Sport" - wir nannten das immer abfällig Schwangerschaftsgymnastik...:-)

    Denn vermutlich kommt man mit guten Französischkenntnissen in Spanien oder Italien ungefähr genauso weit wie mit Lateinkenntnissen. - good point. Ist das tatsächlich so? Ich habe zumindest bisher immer nur ehemalige Lateineleven von der vielseitigen Anwendbarkeit schwärmen hören, aber das muss ja nichts heißen...

    Latein, heißt es, fällt denen recht leicht, die gut im logisch Denken sind, also eher gut in Mathematik als in Fremdsprachen. Das deckt sich mit meiner Beobachtung / Erfahrung.
    #10Verfasser Spinatwachtel (341764) 17 Mär. 15, 12:57
    Kommentar
    Vielen Dank für die Argumente. Der Große ist ein musikalisch-technischer Typ. Grammatik liegt ihm auch recht gut, die Orthographie ist da eher eine Baustelle (in Deutsch und Englisch). Berufswünsche hat er noch keine (berühmter Jazz-Musiker zähle ich jetzt nicht).
    Wir besuchen heute die Veranstaltung und er soll dann seine Entscheidung treffen....
    #11Verfasser KYA (297607) 17 Mär. 15, 13:05
    Kommentar
    Wie gesagt, Spinatwachtel, für mich war Mathe in Physik immer klar und einfach und wurde auch zu meinem Beruf.

    Latein war dagegen für mich immer eine Qual, das deckt sich also durchaus nicht immer. Genauso waren auch Englisch und die Ansätze von Französisch nie meine leistungsstarken Fächer.
    Mein Englisch wurde erst gut, als ich in die USA gezogen bin und mein Französisch ist fast so vergessen wie mein Latein.

    Ich habe nie verstanden, wie irgendeine lebendige (oder früher mal lebendige) Sprache mit Logik zusammenhängen soll. Es gibt immer Ausnahmen, man muss immer pauken und auswendig lernen, welches Wort jetzt nach welcher Regel gebildet wird.

    Wenn Rechtschreibung ein Problem ist, dann ist allerdings Französisch vielleicht schwierig, denn da gibt es viele Laute, die man nicht hört.
    Latein als überwiegend schriftliche Sprache wird meist so ausgesprochen, wie es geschrieben wird, das dürfte dann leichter fallen. Wenn ihm Grammatik leicht fällt, dürfte das auch in Latein nicht zum Problem werden.
    #12Verfasser kubik (586667) 17 Mär. 15, 13:17
    Kommentar
    Wenn er vorhat, Geisteswissenschaftler, Pfarrer, Philosoph oder Mediziner werden zu wollen, dann würde ich Latein empfehlen. Ansonsten finde ich das überholt. Zur Not kann man es immer noch nachholen.

    Es wird behauptet, man könne danach besser Französisch lernen. Das mag zwar sein, aber wenn ich drei Jahre Latein lerne und dann erst Französisch, ist derjenige der bereits diese drei Jahre Französisch hatte, schon sehr weit gekommen. Und wer Französisch kann, dem fällt auch Italienisch und Spanisch leichter, dazu braucht es kein Latein.

    In NRW wird derzeit diskutiert, ob man das Latinum für Lehramtsstudenten nicht abschafft. Denn wer zB. Sport, Physik und Mathematik unterrichten will, braucht Cicero nicht gelesen zu haben.
    #13Verfasser Harri Beau (812872) 17 Mär. 15, 13:17
    Kommentar
    Ich würde es auch ein bisschen an der Persönlichkeit festmachen.
    Ist er ein eher extrovertierter Typ, der leicht Freundschaften schließt und gern kommuniziert? Und gibt es an der Schule Schüleraustausch mit Frankreich / Spanien? Dann würde ich zu einer dieser Sprachen raten.
    Wenn er eher introvertiert ist und gern allein am Schreibtisch Probleme löst, eher Latein. Denn Latein ist nicht aktive Kommunikation, sondern eine eher "theoretische" Auseinandersetzung mit der Sprache.
    Ich persönlich hatte Latein als zweite Fremdsprache und habe es nicht bereut.

    Noch ein Nachtrag: Wie gut ist er in Englisch? Wenn er Schwierigkeiten mit den naturgemäßen Unregelmäßigkeiten einer gesprochenen Sprache hat und immer nach allgemeingültigen Regeln für die Sprache sucht, ist Latein vielleicht auch die bessere Wahl.
    #14VerfasserKopfloser_Nick (1064761) 17 Mär. 15, 13:24
    Kommentar
    Kya, ich kann das ja verstehen, aber ob es wirklich gut ist ihn das selber wählen zu lassen? Ich finde, in diesem Alter müssen Eltern noch ein wenig steuern. Wenn seine Begründung ist, alle seine Freunde gehen in diesen Kurs, dann ist das zwar nachvollziehbar, aber doch ein wenig schwach als Argument. Dafür braucht er sich doch nicht zu quälen!
    Aber wenn er gut begründen kann warum er glaubt, für seine Zukunft braucht er Latein unbedingt, dann sieht das schon anders aus.

    Wenn der Lateinlehrer die Informationsveranstaltung hält, dann braucht man sich das nicht anhören. Ich kann mir denken, was er sagen wird :-)
    #15Verfasser Puppengesicht (807439) 17 Mär. 15, 13:29
    Kommentar
    Ich habe zwar Latein und Griechisch gerne gelernt, kann aber das Argument von der tollen Grundlage für andere Sprachen nicht nachvollziehen. Jede Fremdsprache ist gut für die nächste, wer gut Französisch kann, wird sich mit Spanisch leicht tun, auch ohne Latein.
    Latein empfehle ich lieber Schülern, die nicht so sprachbegabt sind, weil man es im Notfall am ehesten "derstrebern" kann, also mit Gewalt auswendig lernen, damit man sich den Abschluss nicht vermasselt.

    Wer sprachbegabt ist, lerne doch lieber eine lebende Fremdsprache, so leicht wie in der Jugend wird das nie wieder.
    Ob Französisch oder Spanisch ist ziemlich schnurz, das soll sich dein Sohn doch aus dem Bauch heraus nach Sympathie aussuchen.

    Graeme, die Person des Lehrers ist ein ganz schlechtes Kriterium, der kann ja jederzeit wechseln. Da fängt man bei seiner Lieblingslehrerin an, im nächsten Halbjahr sitzt man plötzlich vor dem angeblich strengsten Lehrer der Schule - und mag den trotzdem, weil er vielleicht nicht lieb, aber gerecht ist. (So erlebt in der Oberstufe in Deutsch...)
    #16Verfasser tigger (236106) 17 Mär. 15, 13:36
    Kommentar
    Wenn er eher introvertiert ist und gern allein am Schreibtisch Probleme löst, eher Latein.

    Haha, genau das war der Grund, warum meine Eltern mich für Latein angemeldet haben, obwohl ich selber lieber Französisch gelernt hätte. Der Witz war, dass ich auch sehr gut in Latein war, aber es nie wirklich gemocht habe. Ich habe sogar einen Preis in einem Wettbewerb gewonnen, und der Zeitungsartikel dazu war betitelt mit "Sieger Jan mag die Sprache nicht" :-). Ich habe heute leider auch relativ wenig Wissen aus dem Lateinunterricht direkt abrufbar. Inwieweit der Unterricht mein allgemeines Wissen über (romanische) Sprachen positiv beeinflusst hat, kann ich nicht sagen. Französisch habe ich dann jedenfalls in der 11 noch angefangen, und für Italienisch gab es in der Oberstufe eine AG.
    Eine gute Freundin von mir mochte dagegen Latein so gerne, dass sie Lateinlehrerin geworden ist und regelmäßig auf Treffen fährt, bei denen nur Latein gesprochen wird. Daher: Für Knobler/"language geeks" kann Latein durchaus etwas sein, sonst würde ich eher Französisch oder Spanisch empfehlen.
    #17Verfasser JanZ (805098) 17 Mär. 15, 13:39
    Kommentar
    Laut Einladung werden alle drei Lehrer ihr Fach vorstellen. Die Schüler bekommen auch noch je eine Stunde Probeuntericht. Leider haben ihm Spanisch und Französisch im Sprachenkarussel nicht so zugesagt (wurde zweistündig jeweils ein halbes Schuljahr lang "spielerisch" unterichtet).
    Wir als Eltern sind uns nicht sicher, welche Sprache die richtige ist. Er ist doch eher introvertiert und Englisch ist nicht sein Lieblingsfach. Ich würde nicht energisch mit dem Kopf schütteln und mich wundern, wenn er uns in der Oberstufe erzählt, dass er Theologe werden möchte. Ich kann mir aber genauso Ingenieurswesen vorstellen.
    Wenn er die falsche Wahl getroffen hat, dann kann er glaube ich erst in der Oberstufe die 2. Fremdsprache abwählen. Ab Klasse 8 kann noch eine 3. Sprache gewählt werden.
    #18Verfasser KYA (297607) 17 Mär. 15, 13:41
    Kommentar
    Puppengesicht, ich fände es schon gut, ihn selbst wählen zu lassen.
    Ich habe damals Latein genommen, weil ich es wollte - ich fand es einfach spannend, so intensiv mit einer so alten Sprache in Kontakt zu kommen. Und ich habe die Sprache immer gern gelernt.
    Französisch hatte ich dann als 3. Fremdsprache, hatte aber zu dieser Sprache nie wirklich Zugang. Von daher finde ich die persönliche "Sympathie" schon auch ein wichtiges Kriterium.
    (Sympathie für die Sprache, nicht für den aktuellen Lehrer oder die Mitschüler, die die Sprache auch wählen.)
    Edit: KYA, wenn ihm Französisch und Spanisch nicht wirklich zugesagt haben, spricht das doch durchaus für Latein?
    #19VerfasserKopfloser_Nick (1064761) 17 Mär. 15, 13:44
    Kommentar
    #18 klingt für mich sehr nach Latein.
    #20Verfasser tigger (236106) 17 Mär. 15, 13:50
    Kommentar
    Ich habe auch Latein als erste Fremdsprache gelernt und Englisch als zweite Fremdsprache und möchte Latein nicht missen.

    Wir haben praktisch alle Grundlagen der Grammatik (auch für Deutsch) im Lateinunterricht gelernt. Ich habe später auch Französisch, Russisch und jetzt Italienisch angefangen zu lernen. Bei jeder der Sprachen gab es Aspekte, die mich an Latein erinnert haben und mir daher leicht gefallen sind. Mal waren es Wörter, die ich schon kannte oder mir erschließen konnte, mal war es grammatikalische Strukturen, die ich völlig selbstverständlich fand, weil ich es vom Lateinische kannte (war bei mir bei Russisch so).

    Außerdem hat mich schon in der Schule fasziniert, dass man durch Latein ein Blick in die Welt vor 2000 Jahren hatte. Wir haben im Leistungskurs römische Liebeslyrik übersetzt (v.a. Catull) und mich hat es mit 17/18 Jahren fasziniert, zu sehen, dass jemand schon vor 2000 Jahren genauso Liebeskummer hatte und nicht von seiner Geliebten loskam. ;-)

    Letztlich denke ich aber, dass er am besten das Lernen soll, worauf er Lust hat. Wenn er dazu überredet wird eine Sprache zu lernen, die ihn nicht interessiert, dann ist das ohnehin schwierig.
    #21Verfasser Jenna2708 (36198) 17 Mär. 15, 13:54
    Kommentar
    A propos, auch ein wichtiges Argument: Wenn schon, muss man Latein gscheit lernen. In Österreich setzt sich Latein immer mehr ab der 9. Schulstufe durch, dann hat man es also vier Jahre bis zur Matura. Da kommt man doch kaum über den langweiligen Caesar hinaus! Um Catull oder Horaz lesen zu können, muss man schon ordentlich was können, und erst bei diesen Schriftstellern wird es interessant.

    - Das war übrigens auch das Problem mit Griechisch, ich kann vielleicht noch das in einfachem Griechisch gehaltene Neue Testament lesen, die klassischen Dramen, weil ich den Inhalt kenne, aber bei den Philosophen steig ich leider aus.
    #22Verfasser tigger (236106) 17 Mär. 15, 13:57
    Kommentar
    Spanisch ist nach Englisch die am meisten verwendete Sprache in der internationalen Kommunikation.
    http://www.weltsprachen.net/weltsprache-spani...

    Die Tendenz soll sogar angeblich steigend sein. Es ist jedenfalls neu, daß es überhaupt in der Schule angeboten wird.

    #12: Latein als überwiegend schriftliche Sprache wird meist so ausgesprochen, wie es geschrieben wird, das dürfte dann leichter fallen. Wenn ihm Grammatik leicht fällt, dürfte das auch in Latein nicht zum Problem werden.

    Soweit ich das beurteilen kann, trifft das mit der Aussprache auch auf Spanisch zu.
    #23Verfasser Harri Beau (812872) 17 Mär. 15, 13:57
    Kommentar
    Ich hatte (wahlfrei) Englisch als erste Fremdspache und dann ab der siebten klasse Latein, Alternative wäre Französisch gewesen. Das war für mich jedoch keinerlei Alternative, da ich ganz subjektiv Französisch einfach nicht mag, Rom aber immer schon faszinierend fand. Mein ganz großes Problem war dann aber, daß ich nichts von Grammatik verstehe, auch nicht von deutscher oder englischer. Es hat mir also nichts geholfen müsam rauszuknobeln, daß das da zweiter Ablativ Plural bei Sonnenaufgang (Abb. ähnlich) von currere ist, weil ich keinen blassen Schimmer hatte, wie der zweite Ablativ Plural bei Sonnenaufgang von laufen lautet. Dann wurde Latein damals auch rein über Übersetzungen Latein nach Deutsch unterrichtet, man konnte nie mal einen eigenen Dreiwortsatz bilden. Wenn ich genau diese Wahl nochmal hätte, würde ich trotzdem wieder Latein nehmen, da Französisch für mich einfach *bäh* ist. Stünde stattdessen auch Spanisch, Italienisch oder Niederländisch zur Wahl, würde es nicht Latein werden.
    #24Verfasser Russisch Brot (340782) 17 Mär. 15, 14:12
    Kommentar
    Es hat mir also nichts geholfen müsam rauszuknobeln, daß das da zweiter Ablativ Plural bei Sonnenaufgang (Abb. ähnlich) von currere ist, weil ich keinen blassen Schimmer hatte, wie der zweite Ablativ Plural bei Sonnenaufgang von laufen lautet.

    Konntest du ja auch oft nicht haben, weil es die entsprechende Form im Deutschen gar nicht gibt. Im Idealfall schult der Lateinunterricht das Denken für genau solche grammatischen Phänomene :-).

    Dann wurde Latein damals auch rein über Übersetzungen Latein nach Deutsch unterrichtet, man konnte nie mal einen eigenen Dreiwortsatz bilden.

    Das ist meines Wissens immer noch so, weil das vermutlich der Hauptanwendungsfall sein dürfte (außer in Bayern, lernt man da nicht auch Übersetzungen ins Lateinische?).
    #25Verfasser JanZ (805098) 17 Mär. 15, 14:43
    Kommentar
    Oh Janz, sein Denken an grammatischen Phänomen wie das des Vokativs könnte man auch an der polnischen Sprache schulen.
    #26Verfasser Harri Beau (812872) 17 Mär. 15, 14:51
    Kommentar
    Ich habe damals auch selbst beschlossen, in der 5. Klasse mit Latein anzufangen und es nie bereut. Ich habe damals alle römischen und griechischen Sagen gelesen und wollte mehr wissen. Die Begeisterung hat zwar nicht bis zum Abitur gereicht (nur bis zur 10. Klasse), aber bis dahin fand ich es gut.
    Daher bin ich ein Anhänger des Selbst-wählens. Mein Sohn ist auch gerade 10 und ich würde mich auch mit ihm hinsetzen und Vor- und Nachteile besprechen, ihn dann aber selbst bestimmen lassen.

    Latein kann man wohl wirklich nur in der Schule lernen, während man für jede andere Sprache einfach einige Zeit in das entsprechende Land geht und dort z.B. studiert oder jobbt oder sonst was.

    In Sachen Beruf gibts nicht nur die Theologen, sondern auch die Ärzte und Pharmazeuten, für die Latein nützlich ist, und die Juristen (zumindest die, die ich kenne, halten sich viel auf ihr Latein zu gute).
    #27Verfasser Qual der Wal (877524) 17 Mär. 15, 15:11
    Kommentar
    Latein kann man wohl wirklich nur in der Schule lernen

    a. A. Wilhelm Müller http://www.zeno.org/Literatur/M/M%C3%BCller,+... ;-))
    #28Verfasser Gart (646339) 17 Mär. 15, 15:19
    Kommentar
    Die Juristen müssen doch nur "in dubio pro reo" können :-)
    #29Verfasser Puppengesicht (807439) 17 Mär. 15, 15:19
    Kommentar
    I never took Latin, and like skye in the thread Selima linked, I've always sort of regretted it. tigger's point in #22 makes a lot of sense to me. Of all the choices, Latin is the one that's probably hardest to begin from scratch as an adult, so if you think you'll ever want to have taken it, you should probably start as early as you can.

    Caesar is indeed deadly dull -- I tried an intensive Latin class in college (designed for exactly those people who have to have it for medicine or theology or whatever and never took it in school) and quickly gave up because it was just sooooo boring and I couldn't see any light at the end of the tunnel, any hope of ever reaching the point at which you could use it to actually read something you wanted to read. If starting in 5th grade (and being locked into the choice until 8th grade, which forces you to keep going and not give up) makes that possible, then I think 5th grade is the time to do it.

    On the other hand, I don't think it's tragic to have missed out on Latin. The overlap of romance languages also works the other way -- even though I never formally studied it, between choral singing, Spanish, and French I've picked up enough that I can often at least make out the gist of things like inscriptions in museums. I also regret never having really learned to read, say, medieval calligraphy, but I can live with that regret. (-:

    #30Verfasser hm -- us (236141) 17 Mär. 15, 15:20
    Kommentar
    Zum Thema praktische Verwertbarkeit: Interessant wäre auch die Frage, wer (außer ÜbersetzerInnen, Fremdsprachensekretärinnen und FranzösischlehrerInnen natürlich) Französisch dann tatsächlich für den Beruf braucht.
    Ich habe zwar einige Sprachen gelernt, mache aber immer wieder die Erfahrung, dass letztlich doch alles über Englisch läuft. Der Rest war beruflich mehr oder minder für die Katz.
    (Dass Französisch für den Urlaub sehr praktisch sein kann, ist unbestritten.)
    #31VerfasserKopfloser_Nick (1064761) 17 Mär. 15, 15:48
    Kommentar
    #31: Na ja, mein erstes selbstverdientes Geld direkt nach der Schule stammte aus einem Job im französischsprachigen Ausland. Und wer mit Franzosen als Kaufmann Geschäfte machen will, spricht besser die Landessprache als in der Relaissprache Englisch.
    #32Verfasser Harri Beau (812872) 17 Mär. 15, 16:02
    Kommentar
    @31: Französisch ist z.B. eine der drei Amtssprachen des Europäischen Patentamts (neben Deutsch und Englisch). Insofern ist es für Patentanwälte zwar nicht absolute Voraussetzung, aber schon sehr hilfreich, wenn man diese Sprache ein wenig beherrscht, und natürlich gilt das auch für die Patentprüfer im Europäischen Patentamt.

    Und dann sollte man auch an verschiedene internationale Organisationen, beispielsweise die NATO oder das Europaparlament, denken, die einen Amtssitz in Frankreich, Belgien oder der französischsprachigen Schweiz haben. Wenn man dort arbeiten möchte, bleibt es nicht aus, dass man auch im französischsprachigen Ausland leben muss, so dass man, selbst wenn im Büro möglicherweise eher Englisch gesprochen wird und die Kinder zur internationalen Schule gehen, für den Alltag mit Einkaufen, Essen gehen oder Handwerker bestellen ohne Französischkenntnisse schnell alt aussehen kann.

    Ich könnte mir auch vorstellen, das weiß ich aber nicht, dass man als Entwicklungshelfer, Mitarbeiter von Ärzte Ohne Grenzen usw. In den afrikanischen Ländern, die früher französische Kolonien waren und französisch als eine Amtssprache haben, mit Französischkenntnissen zumindest besser klarkommt.

    Mir fallen jedenfalls wesentlich mehr Berufe ein, in denen Französischkenntnisse entweder vorausgesetzt werden oder einen zumindest beruflich weiterbringen, als solche, bei denen es auf Latein ankommt.
    #33Verfasser Dragon (238202) 17 Mär. 15, 16:14
    Kommentar
    Oh, sag das nicht! Meine österreichische Firma mit Firmensprache Englisch ist vor einem Jahr zusammengegangen ("merged") mit einer französischen Firma. Natürlich können alle neuen Kollegen Englisch, aber man weiß ja wie... wenn ich mein etwas rostiges Französisch auspacke, geht gleich alles besser. Rein von der Sympathie. Da kann der eine oder andere dann sogar plötzlich ein bisschen Deutsch.
    #34Verfasser tigger (236106) 17 Mär. 15, 16:17
    Kommentar
    Mir fallen jedenfalls wesentlich mehr Berufe ein, in denen Französischkenntnisse entweder vorausgesetzt werden oder einen zumindest beruflich weiterbringen, als solche, bei denen es auf Latein ankommt.

    ... zumal sich das Latein in den häufig genannten Fächern Medizin und Jura auf die jeweiligen Fachbegriffe beschränkt, die man dann im Studium lernt. Ein Latinum ist dafür jedenfalls keine Voraussetzung.
    #35Verfasser JanZ (805098) 17 Mär. 15, 16:18
    Kommentar
    Ich hatte kein Latein in der Schule, siehe auch den weiter oben verlinkten Faden, spreche also ein wenig wie der Blinde vom Farbensehen, aber mir erscheinen Lateinkenntnisse generell arg überschätzt. Mein Bruder, der nicht sprachbegabt ist, aber immer sehr gut in Mathe und Physik war, hatte Latein, man glaubte wohl, das würde ihm und seinen Neigungen entgegenkommen. Ich glaube, er hat es von Anfang an gehasst und auch nie eingesehen, was er damit soll. Seine Noten waren auch von Anfang an nicht berühmt,und er ist wegen Latein sitzengeblieben. Ich bin dank meiner Französischkenntnisse ganz gut in der Lage, Texte in italienischer oder spanischer Sprache zu verstehen, ohne diese Sprachen je richtig gelernt zu haben (ich glaube, ein Semester VHS-Italienisch zählt nicht wirklich). Klar verstehe ich nicht jede Vokabel, aber den Sinn kriege ich ganz gut hin. Ohne Latein zu können, ich beherrsche nur ein paar Poser-Redewendungen und ein paar Anfängervokabeln aus der Zeit, als ich meine Geschwister gelegentlich abgehört habe.

    In meinem Freundeskreis (überwiegend Naturwissenschaftler) kenne ich auch niemanden, der sich gern an seinen Lateinunterricht erinnert, dafür einige, die sich im Nachhinein wünschen, stattdessen Französisch, Spanisch oder irgendeine andere lebende Sprache gelernt zu haben. Wegen "vielleicht willst du ja mal Medizin studieren" haben sie sich seinerzeit zu Latein überreden lassen, und heutzutage können sie mir weder die lateinischen Inschriften auf irgendwelchen Denkmälern übersetzen, das kriege ich mit meinem Französischwissen teils noch besser hin, noch können sie sich irgendetwas in einer romanischen Sprache erarbeiten. Und man fährt ja doch mal ab und zu nach Spanien, Italien, Frankreich, Portugal, Südamerika, auf die Kapverden usw. in Urlaub, Lateinien hingegen steht auf keiner Weltkarte...

    Die Mediziner, die ich kannte, die kein Latinum hatten, mussten halt zu Anfang des Studiums den Terminologieschein machen, und gut. Wie so vieles im Medizinstudium stupides in-den-Kopf-Gekloppe und hinterher schnell vergessen. Das macht sie bestimmt nicht zu schlechteren Ärzten, schlimmstenfalls haben sie prätenziöses Geschwafel nicht ganz so gut drauf wie die Lateiner ;o))
    #36Verfasser Dragon (238202) 17 Mär. 15, 16:32
    Kommentar
    Kopfloser_Nick, ob du es glaubst oder nicht, auch als Mathematikerin begegnen mir ab und zu unübersetzte französische Fachtexte.
    Zugegebenermaßen eher selten, aber es passiert. Zwar braucht man dafür keine große Grammatik, aber helfen täte mir ein besseres Französisch schon.

    Und ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass man auf Konferenzen in den meisten Ländern mit Englisch ganz gut klar kommt. Aber in Frankreich wird es ohne Französisch-Kenntnisse gelegentlich in Unterkunft und unterwegs in der Stadt schwierig.
    Da bin ich oft froh über meine halb vergessenen Französischkenntnisse aus der Schule und wünschte mit, ich hätte mehr davon. Aber dank Latein ab Klasse 5 hatte ich nur Französisch in den Klassenstufen 9-11, mehr wäre heute sehr sinnvoll, um zumindest nach dem Weg fragen zu können und die Antwort auch zu verstehen.

    Dazu kommt im akademischen Leben, dass man sich quasi nicht in Frankreich oder der französischsprachigen Schweiz bewerben kann, wenn man nicht bereits Französisch beherrscht. Soweit ich weiß, sind alle anderen Länder da offener und erwarten Lehre in der Landessprache erst nach 1-2 Jahren vor Ort.
    Das dürfte für die meisten Fachrichtungen gelten, denn gerade in Mathematik und den Naturwissenschaften gibt es fast alles nur auf Englisch und selbst da bestehen französische Unis aufsofortiger Lehre in Französisch.
    #37Verfasser Dodolina (379349) 17 Mär. 15, 16:49
    Kommentar
    #33: Ich könnte mir auch vorstellen, das weiß ich aber nicht, dass man als Entwicklungshelfer, Mitarbeiter von Ärzte Ohne Grenzen usw. In den afrikanischen Ländern, die früher französische Kolonien waren und französisch als eine Amtssprache haben, mit Französischkenntnissen zumindest besser klarkommt.

    Auf jeden Fall. Man kann sich mit der Bevölkerung unterhalten und alles lesen. Das ist zB. bei Warnhinweisen nicht zu verachten. Ich kann mir nicht vorstellen, daß eine internationale Hilfsorganisation für ein Projekt im Kongo eine Krankenschwester anwirbt, die keine Französischkenntnisse hat.
    #38Verfasser Harri Beau (812872) 17 Mär. 15, 17:07
    Kommentar
    Das war auch mein Gedanke, aber da ich das eben mangels eigener Erfahrung nicht sicher weiß, habe ich das lieber etwas vorsichtiger formuliert.
    #39Verfasser Dragon (238202) 17 Mär. 15, 17:10
    Kommentar
    Mein Vater hatte Latein in der Schule und behauptet immer, er könne jeden französischen oder spanischen Text verstehen, nur nicht aussprechen. Wenn er mit Leuten in Frankreich oder Spanien reden will, versucht er es immer mit englisch. Damit kommt er aber nicht wirklich überall durch...
    #40Verfasser Anne_7 (731158) 17 Mär. 15, 17:13
    Kommentar
    Aber wer gut Spanisch kann, versteht einen italienischen Text genauso.

    Im Laufe der Diskussion wird zumindest mir immer mehr klar, dass man Latein wie alle Sprachen um seiner selbst willen lernen sollte.
    #41Verfasser tigger (236106) 17 Mär. 15, 17:27
    Kommentar
    Of course, the really useful, forward-looking thing in the 21st century might be to get a group of parents together and request that the school organize a class in Arabic or Chinese. I bet any students with either of those would be a hot commodity in any job market -- and they might be able to do more for the cause of world peace than with any Western European language.
    #42Verfasser hm -- us (236141) 17 Mär. 15, 17:28
    Kommentar
    Im Laufe der Diskussion wird zumindest mir immer mehr klar, dass man Latein wie alle Sprachen um seiner selbst willen lernen sollte.

    Tigger, das stimmt. Aber das zu erkennen, traue ich einem 10-jährigen nicht zu. Für den sind die Entscheidungen seiner Freunde im Augenblick wichtiger. Er kann noch nicht abschätzen, wie wichtig Spanisch oder Französisch im späteren Leben sein könnte. Nicht weil ich selber auch einmal 10 war, ich denke da an meine Kinder.

    hm-us, ich glaube das sofort! Wer Deutsch, Englisch und Chinesisch kann, der ist ein gefragter Mitarbeiter in vielen Firmen.
    #43Verfasser Puppengesicht (807439) 17 Mär. 15, 17:43
    Kommentar
    #42: Ich finde das ja immer etwas schwierig mit der Forderung nach Arabisch oder Chinesisch, da das so wichtig ist.

    Vielleicht liegt mein Unbehange auch zum Teil daran, dass wir vor kurzem eine Praktikantin hatten (nach dem Abitur und vor dem Studium), die insgesamt unschlüssig war, was sie machen will, aber deren Vater ihr ganz klar geraten hat, dass sie Chinesisch studieren solle, wegen der späteren Chancen.

    Sie war noch in China und hatte auch sonst keine Berührungspunkte zur chinesischen Kultur, hat aber wegen der späteren Berufschancen ernsthaft das Studium überlegt.

    Ich denke, dass die beste Motivation für das Sprachenlernen, das eigene Interesse an Sprache und Kultur sind und nicht die potentielle spätere Verwendbarkeit im Beruf. Jedenfalls hätte ich mir an Ihrer Stelle überlegt, ob ich zumindest mal nach China fahre und sehe, wie ich mit der Kultur zurecht komme, bevor ich mein Leben darauf einstelle, diese Sprache zu studieren.
    #44Verfasser Jenna2708 (36198) 17 Mär. 15, 18:19
    Kommentar
    Dragon, er ist wegen Latein sitzengeblieben - wegen einer schlechten Note im Hauptfach bleibt man aber nicht sitzen, da gehören noch ein paar andere schlechte Noten dazu, oder? Vor allem auch, dass man die Note nicht mit einer guten ausgleichen kann z.B.

    #45Verfasser Spinatwachtel (341764) 17 Mär. 15, 19:15
    Kommentar
    Für die Wahl einer Sprache können Aspekte des Nutzens ausschlaggebend sein (mit welcher Sprache komme ich wo weiter oder erreiche berufliche Ziele?), es kann aber auch der Charakter und das Wesen einer Sprache entscheidend sein. Latein ist auf den ersten Blick nicht so nutzbringend wie die oben erwähnten Sprachen, aber es ist die Mutter vieler europäischer Sprachen.

    Ich bin noch auf ein klassisches (bayerisches) humanistisches Gymnasium gegangen: 1. Sprache Latein (9 Jahre), 2. Sprache (Alt-)Griechisch (5 Jahre), 3. Sprache Englisch (3 Jahre). In den oberen Klassen lernten wir auch noch, uns auf Latein zu unterhalten. Mit einem Klassenkamaeraden benutzte ich Latein als private Geheimsprache (geheim zu Hause, nicht in der Schule). Außerdem war ich Ministrant in der noch vorkonziliaren katholischen Kirche und hatte dabei allerhand lateinische Gebete aufzusagen, was für die Sprachfertigkeit in dieser gar nicht so toten Sprache hilfreich war.

    Der Umgang mit Latein befähigte mich noch im Gymnasialalter halbdidakt Französisch, Italienisch und Esperanto zu lernen. Englisch war auf der Schule übrigens sowohl von der Grammatik wie vom Wortschatz her auf der Grundlage des Latein ein Kinderspiel.

    Latein war indirekt auch hilfreich, als ich mit nur 3 Jahren Schulenglisch das Studium der Anglistik (ein Nebenfach: Italianistik) begann. Während des Studiums lernte ich Spanisch und Portugiesisch zu lesen, in späteren Jahren Katalanisch und Rätoromanisch (Engadinisch) zu sprechen. Schließlich konnte ich mir noch Grundkenntnisse des Okzitanischen und Rumänischen aneignen.

    Für mich war also Latein der Schlüssel zu 9 Sprachen (10, wenn ich Englisch dazu rechne). Ich gabe allerdings zu, dass mein Fall wahrscheinlich eine Ausnahme ist, weil ich von Kindheit an ein besonderes Faible für Sprachen hatte, u.a. weil ich dreisprachig aufgewachsen bin.

    Meine Kinder hatten auf derselben Schule die gleichen Sprachen, nur in der Reihenfolge 1. Latein, 2. Englisch, 3. Griechisch. (Beide haben vor dem Abitur einen Leistungskurs in Griechisch gemacht.) Auch sie sind vom Wert des Lateins als 1. Sprache überzeugt. Meine Tochter hat nach ihrem Studium (Japanologie, Sinologie, Koreanistik) noch relativ schnell und leicht Französisch und Italienisch gelernt, sodass sie einige Zeit in einem französischen Verlag arbeiten konnte.

    Langer Rede knapper Sinn: Wenn jemand sprachlich besonders begabt ist, sollte er Latein lernen, weil es eben der Schlüssel zu so vielen Sprachen ist. Wer sprachlich eher mittelmäßig begabt ist, der sollte das wählen, was praktisch erscheint. Da kann man nach Nützlichkeit entscheiden, aber auch nach gewissen Vorlieben. Wenn ich mich z.B. zwischen Italienisch, Spanisch oder Französisch entscheiden müsste, dann würde ich Italienisch nehmen, oder doch Portugiesisch (eigentlich Brasilianisch) oder gar Katalanisch (wenn ich in der Barcelona-Filiale einer internationalen Firma arbeiten wollte) ...

    (Der Beitrag des Latein zur Schulung des Denkens wäre noch ein weiteres Thema, aber dieses Fass möchte ich heute abend nicht mehr aufmachen.)

    ;-)

    #46Verfasser MiMo (236780) 17 Mär. 15, 20:48
    Kommentar
    Was sagt denn die Klassenlehrerin? Meine hat mich damals sehr für Französisch empfohlen und meinte, ich wäre zu hibbelig für Latein und hätte da keinen Spaß dran, und da wir zudem oft im Frankreich Urlaub machten, war die Sache damit erledigt.
    Ich habe dann später festgestellt, dass ich Französisch nicht besonders mochte, was die Entscheidung aber nicht schlechter machte. Latein hätte ich deutlich weniger gemocht, nehme ich stark an.

    Es wurde schon angesprochen, aber auch ich verstehe nicht, wieso Latein als Grundlage für andere romanische Sprachen so viel sinniger ist als eine Kombination aus Deutsch (Grammatik) und Französisch (Vokabeln). Oder sogar Englisch. Ist es nicht egal, woher ich mir 'information' ableite?
    #47Verfasser Gibson (418762) 17 Mär. 15, 21:18
    Kommentar
    @45: Ja, das war etwas verkürzt wiedergegeben. Latein war eines der zwei Fächer, in denen er eine Fünf auf dem Zeugnis hatte. Und zumindest zu der Zeit ist man mit zwei Fünfen sitzengeblieben. Sein restliches Zeugnis war natürlich nicht das eines Überfliegers, aber es waren auch nicht nur Vieren drauf, wie gesagt, in den Naturwissenschaften und Mathe war er richtig gut.
    Man kann oder konnte zumindest damals in den Achtzigern aber durchaus auch wegen nur eines Fachs sitzenbleiben, wenn ich mich recht erinnere. Nämlich dann, wenn man eine Sechs hatte.
    #48Verfasser Dragon (238202) 17 Mär. 15, 21:39
    Kommentar
    Es mag sich seit meiner Schulzeit einiges getan haben, was den Sprachunterricht interessanter und mehr gegenwartsbezogen macht.

    Ich habe als zweite Fremdsprache (nach Englisch) Französisch gehabt. Gut, ich hatte Glück und hatte keine Klasse wiederholen müssen. Hätte ich Latein gehabt, wäre ich wie 30% der Klassenkameraden durchgeflogen.

    Zugegeben, ich habe mich nicht für die Lektionen über alte französische Könige interessiert. Aber ich gehe davon aus, dass heutige Lehrmaterialien wirklichkeitsbezogener sind, als unsere Lehrbücher am Gymnasium.

    Ich arbeite seit etlichen Jahren in der französischsprachigen Schweiz. Mit Latein käme ich dort sicher nicht weiter.

    Versuche doch mal einem Garagisten auf lateinisch klar zu machen, dass der Auspufftopf Deines Autos ein Loch hat. Ich muss bei solchen Dingen vorher im Französchwörterbuch nachschlagen.

    Bei all dem hatte ich während des Studiums kein Problem die wissenschaftlichen Namen von irgendwelchen Mikroorganismen zu verstehen.

    Ob ich einen Wortstamm aus dem Deutschen, dem Französischen oder dem Lateinischen aufschließen kann, ist unerheblich. Ich verstehe auch die brasilianische Frau eines Freundes, wenn diese für spezielle brasilianisch Begriffe den deutschen Begriff nicht kennt.
    #49Verfasser WH-BY (237148) 17 Mär. 15, 22:28
    Kommentar
    *schulterzuck* Kinder müssen so vieles Lernen ohne eine Wahl zu haben. Wenn sie schon zwischen 3 Sprachen wählen können, warum soll man es nicht ihnen überlassen? Die Chancen, dass sie dann länger dran bleiben, sind wesentlich höher.
    Ich habe viele Bekannte, die über ihre gesamte Schulzeit eine Sprache lernen mussten. Und was können sie noch? "Darf ich (bitte) austreten?" Und sie können wirklich nicht die einfachsten Sachen beantworten. Gelernt und für immer vergessen.
    Dann doch lieber 3 Jahre Französisch, etwas ist hängengeblieben und irgendwann hilft es, in Belgien Pommes und Muschel zu bestellen ...
    Es macht sich doch auch niemand Gedanken drum, was ich mit all meinen Jahren Schul-Chemie mache. (nix, absolut nix)

    Arabisch oder Chinesisch - eine Freundin von mir spricht fließend Arabisch, hat ihr aber noch nie bei der Jobsuche geholfen. Da ist es praktischer, dass sie fließend Französisch spricht (und auch Spanisch kann).

    #50VerfasserDixie (426973) 18 Mär. 15, 01:40
    Kommentar
    > eine Freundin von mir spricht fließend Arabisch, hat ihr aber noch nie bei der Jobsuche geholfen.

    Wär sie Amerikanerin, dann hätte sie mit solchen Arabisch-Kenntnissen sofort einen gutbezahlten Job in der "Intelligence Community". Warum eigentlich nicht in Deutschland? Es sei denn natürlich sie ist Araberin oder arabisch-stämmig. Dann sähe die Sache natürlich anders aus.
    #51Verfasser Himalia (970475) 18 Mär. 15, 03:56
    Kommentar
    I am not a language expert, I am a software engineer with a degree in computer science. While I excelled in math and sciences in high school (Gymnasium) I struggled with foreign languages, resulting in poor grades and considerable stress. I endured seven years of English and five years of Latin. I could have picked French instead of Latin; no third choice existed at the time.

    Curiously, my conclusion about Latin is the opposite of MiMo's. For someone who is struggling with foreign languages, I would recommend taking Latin, even if it is of limited utility later on. Learning Latin is very different from acquiring a living language: it is more about puzzling out grammatical constructs and pattern matching, with the puzzles becoming harder as one advances. Logical thinking and hard work can get one through this. As someone interested in history from an early age, I actually enjoyed the historical aspects one learned on the side and did not find Caesar boring for the most part.

    If I had picked French, it would have just compounded the stress caused by learning English. So in retrospect I am glad that I picked Latin. As I recall I made that choice by myself and wasn't influenced by my parents or by teachers.

    I agree with MiMo that Latin has some utility in learning other languages: I can determine the meaning of "uxoricide" without resorting to an English dictionary, and I picked up some minimal vocabulary in Spanish, Italian, and French as an adult helped by the Latin origin of the Romance languages.

    For global utility, I would recommend Spanish over French any day of the week, although my perspective is likely biased since I live in the US, where knowledge of Spanish is definitely an asset (obviously in some parts of the country more so than in others).
    #52Verfasser Norbert Juffa (236158) 18 Mär. 15, 04:48
    Kommentar
    If an important element in your son's choice of a second language is how useful it will be in learning further languages, then I think that Spanish or French would be as good a key to studying further Romance languages as Latin.

    At least that seems to have been the case with me. My first foreign language was Spanish (5 years), and learning it made it possible to read and speak Italian with only minimal study of the grammar, and was of significant help when I studied French, and (many years later), Portuguese.

    So I think the choice of foreign language should be based on grounds other than how useful it will be in learning further languages.
    #53Verfasser Martin--cal (272273) 18 Mär. 15, 05:37
    Kommentar
    Taking Latin helped me with French, obviously, and is good for English vocabulary, although perhaps overrated for legal studies. I too liked the history, and the grammar did me (as ENS) some good when I first learned German. But learning to actually speak a language is much easier for younger people and French pronunciation isn't that easy, so if he is ever going to learn French, the sooner the better. Still, absent geographic or other reasons to prefer French, I might encourage him to take Spanish.

    OT: The high school my son attended offers Spanish, French, Chinese and Japanese, having dropped German just a few years ago. No Latin or Greek. He had umpteen years of French, with mediocre teachers, mostly, and some Spanish in elementary school. Having almost died out in normal public schools here a while back, Latin might be making a bit of a comeback in some places.
    #54Verfasser Jurist (US) (804041) 18 Mär. 15, 07:17
    Kommentar
    ("Uxoricide"? Norbert? :-D)
    #55Verfasser tigger (236106) 18 Mär. 15, 08:46
    Kommentar
    Guten Morgen und vielen Dank für das umfangreiche Feedback. Der Informationsnachmittag hat auf jeden Fall auch weitergeholfen. 2/3 der Schüler entscheiden sich für Spanisch. Daher sind diese Lerngruppen sehr groß und die andere beiden Gruppen schön klein. Die Englischlehrerin vom Großen hat das Fach Latein vertreten und sie meint, dass Latein zu ihm passen würde. Ich denke aber, dass sie da auch ein wenig voreingenommen ist ;-)
    Anfang April wird je eine Stunde Probeuntericht für die Schüler erteilt. Ich denke aber, die Würfel sind gefallen....

    Einen schönen Tag!
    #56Verfasser KYA (297607) 18 Mär. 15, 09:11
    Kommentar
    20 Schüler der Klasse Spanisch, und nur je fünf für Französisch und Latein? Das Verhältnis überrascht mich ein wenig.
    #57Verfasser Harri Beau (812872) 18 Mär. 15, 09:32
    Kommentar
    Nein, der Unterricht mit nur 5 Kindern pro Klasse ist nicht zu bezahlen. Da werden sicher mehrere Klassen zusammengefasst.
    #58Verfasser Puppengesicht (807439) 18 Mär. 15, 09:39
    Kommentar
    Der Jahrgang ist vierzügig. Erwartet werden ca. 18-20 Schüler für die Latein- bzw. Französischgruppe und aus dem Rest werden 2-3 Spanischgruppen. Die Fachbereichsleiterin hat berichtet, dass im aktuellen 9. Jahrgang keine Französischgruppe existiert, weil sich nur 8 Schüler angemeldet haben und sich nicht genug "Spanier" gefunden haben, die doch wechseln wollten.
    #59Verfasser KYA (297607) 18 Mär. 15, 09:57
    Kommentar
    Aha. Wenn wir davon ausgehen, daß 40 Kinder pro Klasse heutzutage ein wenig viel sind, wird es wohl auf 3 Spanischgruppen mit je 26 Schülern hinauslaufen.

    Daß Französisch so unbeliebt ist, überrascht mich wirklich.
    #60Verfasser Harri Beau (812872) 18 Mär. 15, 10:04
    Kommentar
    Es heißt, Deutsch als Unterrichtsfach sei in Frankreich auch unbeliebt. Es hat den Ruf, zu "schwierig" zu sein und nicht "schön" zu klingen. Deswegen wird extra ein "Deutschmobil" eingesetzt, um Werbung für Deutschunterricht zu machen.
    #61Verfasser Anne_7 (731158) 18 Mär. 15, 12:35
    Kommentar
    Ich glaube nicht, dass Französisch an sich unbeliebt ist, es ist nur so, dass Spanisch viel beliebter ist. Zum einen, nehme ich an, weil es den Ruf hat, 'leichter' zu sein, und zum anderen, weil Spanisch in der US-Kultur viel stärker vertreten ist als Französisch, und daran orientieren sich viele Jugendliche halt.
    #62Verfasser Gibson (418762) 18 Mär. 15, 13:20
    Kommentar
    @tigger: Re #55. Nothing nefarious going on :-) That was an example from one of the online vocabulary tests that people here link to occasionally.
    #63Verfasser Norbert Juffa (236158) 18 Mär. 15, 14:17
    Kommentar
    Die spanische Aussprache ist auf jeden Fall leichter, da gibt's ja richtig Regeln. :-)

    Schade, dass 8 Schüler schon zu wenig sind für Französisch. An meinem alten Gymnasium gibt es glaube ich Griechisch noch immer, weil da 5 das Minimum sind und sich die Schule das halt leistet (bis auch der jüngere der zu meiner Zeit zwei Griechischlehrer in Pension geht...)
    #64Verfasser tigger (236106) 18 Mär. 15, 14:22
    Kommentar
    Vielleicht ändert sich ja noch etwas. Das kann doch nicht sein, dass an einem Info-Abend sofort endgültig entschieden wird. Man muss doch erst einmal alle Informationen in Ruhe verarbeiten und auch mit seinem Kind darüber sprechen.

    So geht es mir jedenfalls, ich kann mich nie so schnell entscheiden.

    Vielleicht ist Spanisch so beliebt, weil es noch ein wenig exotisch ist in Deutschland? Welche Eltern haben das denn schon gelernt, das wird doch bestimmt noch nicht so lange angeboten.
    #65Verfasser Puppengesicht (807439) 18 Mär. 15, 14:44
    Kommentar
    Die Verteilung der Interessen ergab sich nicht aus dem aktuellen 5. Jahrgang, es sind Erfahrungswerte der letzten Jahre. Es kann also sein, dass sich doch mehr Schüler für Französisch und Lateinisch entscheiden, als in den Jahren zuvor. Die gehen aber nicht davon aus.
    Es wird auch immer in Klasse 8 eine 3. Fremdsprache angeboten, es kommt aber nie ein Kurs zustande, da die Schüler lieber Informatik oder Medienpraxis wählen.
    #66Verfasser KYA (297607) 18 Mär. 15, 14:57
    Kommentar
    Ach dann verstehe ich. Ja, wenn ich meine Kinder frei entscheiden ließe zwischen einer Fremdsprache oder Medienpraxis (da machen wir irgendwas mit Computer und Musik und drehen coole Videoclips...), dann weiß ich sofort was die gerne möchten ;-)
    #67Verfasser Puppengesicht (807439) 18 Mär. 15, 15:09
    Kommentar
    Das hat sich bei uns darüber geregelt, dass es für jedes Fach nur einen Kurs gab. Es konnten also nicht alle in "Grundkurs neue Technologien", wie das damals hieß, unterkommen, sondern einige wurden dann in ihre Zweitwahl Französisch oder Russisch gesteckt. Bei mir war es Letzteres, die Erstwahl "Chemie in der Lebenswelt" ist gar nicht zustande gekommen.
    #68Verfasser JanZ (805098) 18 Mär. 15, 15:29
    Kommentar
    Russian, was that in the east? But I imagine it was useful; or at least more useful than Spanish, which is what probably 80% or more take here. (Though our area still has a strong German program -- maybe it's French that has fallen by the wayside.)

    I understand that Spanish is a lot of kids' home language in the US, that a lot of jobs look for Spanish/English knowledge, that it has the reputation of being easy, and that there are a lot of places you can go as a tourist. I took it in high school myself for some of those reasons, or rather, because at that age I didn't really think about the decision very hard.

    But in retrospect, I wish I had used those years to do a more challenging language early, when my brain was young and I had the time and energy for studying. If I were young Mr. KYA and had it to do over again, I would definitely not do the language that 'everybody else' takes, if only because the class will be better without those people who want an easy ride in it, and with a smaller group.

    So I would vote for either French or Latin, whatever makes. Maybe some of the kids who like a challenge could just get together and agree which one they'd like to campaign for -- even persuade a few friends to do it with them.

    #69Verfasser hm -- us (236141) 18 Mär. 15, 16:12
    Kommentar
    Russian, was that in the east?

    Das werde ich oft gefragt, aber es gab auch im Westen Schulen, die Russisch anboten. Meine war eine davon :-).
    #70Verfasser JanZ (805098) 18 Mär. 15, 16:13
    Kommentar
    Sorry, then, I'm probably one of the people who's asked that before. \-:

    *what I meant to edit in*

    OT: Could we by any chance use a New Entry for

    to make (v.i.) - zustande kommen (ein Kurs)

    ?

    Meaning, to have enough people to be offered?
    #71Verfasser hm -- us (236141) 18 Mär. 15, 16:15
    Kommentar
    #70: Ich kenne da von früher nur eine Waldorfschule, die Russisch als Pflichtfach vorschrieb. Mit der etwas kuriosen Begründung, dann wäre im Sprachkonzept das Gleichgewicht zwischen der westlichen und der östlichen politischen Hemisphäre wieder hergestellt. So eine Art Yin und Yang im neuronalen Netzwerk des Hirns.

    #65: Falls Spanisch ein wenig exotisch ist, ist Französisch dann zu spießig?
    #72Verfasser Harri Beau (812872) 18 Mär. 15, 16:35
    Kommentar
    Ich kenne mindestens zwei Nicht-Waldorfschulen im Westen mit Russischunterricht. Wobei ich nicht weiß, ob es das an der, an der mein Opa unterrichtet hat, nur als AG gab. Wären als Gegensatz zu Englisch nicht Chinesisch oder Japanisch besser? Das würde auch gut zu Yin und Yang passen :-).
    #73Verfasser JanZ (805098) 18 Mär. 15, 16:43
    Kommentar
    Das Gymnasium, auf das ich Ende der 1970er Jahre kam und in dem ich Französisch als erste Fremdsprache im bilingualen Zweig belegte, war generell ganz gut aufgestellt, was den Fremdsprachenunterricht anging (dafür waren die Naturwissenschaften..., nun ja, lassen wir das). So hätte ich, wenn wir nicht vorher weggezogen wären, ab der achten Klasse an der Russisch-AG teilgenommen, und soweit ich weiß, konnte in der Oberstufe auch Spanisch gewählt werden (damals reichlich exotisch, Standardfremdsprachen in den allermeisten Schulen waren Englisch, Französisch, Latein und an manchen Gymnasien noch Altgriechisch). Und das war eine Schule in einer Stadt an der Westgrenze der Bundesrepublik. Russisch-AGs gab es aber auch an anderen bundesdeutschen Gymnasien zu dieser Zeit, Herr Dragon hat zum Beispiel an einer teilgenommen. Das empfinde ich nicht als sonderlich exotisch oder ausgefallen. Als reguläres Unterrichtsfach ist es mir dagegen nicht begegnet, bzw. alle Bekannten, von denen ich weiß, dass sie Russisch als Schulfach und nicht bloß als AG hatten, sind in der DDR zur Schule gegangen.
    Von einem Schulfach "Chemie in der Lebenswelt" habe ich allerdings auch noch nie gehört, und "Grundkurs neue Technologien" oder gar "Medienpraxis" als Schulfach ist mir ebensowenig geläufig. Bei uns gab es Informatik, in der Mittelstufe als AG (wurde erstmals angeboten, als ich in die 10. Klasse kam, und richtete sich an Schüler_innen der 9. und 10. Klasse) und in der Oberstufe als wählbarer Kurs. Das war damals absolutes Neuland... Tja, ich habe halt auch schon das silberne Abitur hinter mir gelassen...
    #74Verfasser Dragon (238202) 18 Mär. 15, 17:56
    Kommentar
    Bei uns am Gymnasium konnte man in der 9. Klasse Russisch als ganz reguläres Fach wählen. Hätte ich auch sehr gern gemacht, aber Französisch war mir wichtiger. Ich hätte nämlich in der 7. Klasse Latein gewählt mit dem Wissen, dass ich zwei Jahre später immer noch mit Französisch anfangen konnte. Hätte es die Möglichkeit nicht gegeben, hätte ich schon bei der ersten Wahl Französisch genommen. Es gab in der 9 auch noch nicht-sprachliche Alternativen, aber die kamen für mich überhaupt nicht in Frage. In der Oberstufe wurde auch noch Spanisch angeboten, allerdings lag das zeitlich parallel zu Latein, wo nur noch ein Halbjahr zum Latinum fehlte. An der Stelle aufzuhören, war mir dann doch zu blöd, auch wenn ich es schade fand. Hab ich dann eben im Studium Spanisch gelernt, aber richtig warmgeworden bin ich damit nicht.

    Wir 9er-Franzosen haben übrigens keinen großen Unterschied zu den 7er-Franzosen gemerkt, als wir dann in der 11 alle zusammenkamen. Der Wortschatz war bei denen, die es vier Jahre lang hatten, wohl etwas größer, aber notentechnisch waren wir auf einer Höhe. Ob das daran lag, dass wir Latein als Grundlage hatten, oder dass uns, weil wir ja zwei Jahre älter/reifer waren, einfach ein höheres Lerntempo zugemutet werden konnte, oder dass jede zuvor gelernte Sprache den Erwerb einer neuen Sprache erleichtert, oder dass diejenigen, die statt Informatik oder Pädagogik noch eine 3. Fremdsprache wählen, daran einfach mehr Interesse und vielleicht auch mehr Talent haben, vermag ich nicht zu sagen.

    Ich habe Latein immer sehr gern gemocht, hatte aber auch großes Glück mit meinem ersten Lehrer. Er hat Latein zwar fachfremd, aber mit sehr viel Enthusiasmus und Humor unterrichtet, so dass wir es gar nicht als tote Sprache empfunden haben. Wir haben z. B. einmal eine römische Hochzeit nachgespielt, mit Verkleidungen usw. War sehr lustig! Nach nur einem Jahr kam dann eine "echte" Lateinerin, die wesentlich dröger war, aber viele waren da schon ziemlich gut dabei. In Naturwissenschaften war ich übrigens immer ziemlich schwach, in Latein dagegen sehr gut. (Nicht, dass davon heute noch viel übrig wäre.) Mir liegt zwar das methodische, regelbasierte Lernen etwas besser als die modernere Konversationsschiene, aber deswegen habe ich trotzdem auch gute Französisch-Noten gehabt. Da gibt's schließlich auch Regeln, die man lernen und verstehen und anweden muss. Ich hätte Französisch auch gern als LK genommen, aber da gab es leider nicht genügend Gleichgesinnte.

    Der Russisch-Kurs war übrigens immer sehr klein, aber fast alle in meiner Stufe, die damit angefangen haben, haben es auch durchgezogen, so sie nicht sitzengeblieben oder von der Schule abgegangen sind. Am Ende hatte der GK glaub ich noch 4 oder 5 Schüler. Die haben da bestimmt richtig viel gelernt ...
    #75Verfasser lykke (757175) 18 Mär. 15, 23:30
    Kommentar
    #76Verfasser no me bré (700807) 18 Mär. 15, 23:55
    Kommentar
    Vielleicht ist Spanisch so beliebt, weil es noch ein wenig exotisch ist in Deutschland? Welche Eltern haben das denn schon gelernt, das wird doch bestimmt noch nicht so lange angeboten.
    Da jetzt schon ein paar eine ähnliche Aussage machten:
    Ich habe Spanisch in den frühen 80ern in der Oberstufe gehabt (und ich war in einer Kleinststadt im Gymnasium). Dafür konnten wir kein Latein oder Griechisch lernen. Eine Freundin (nein, nicht die, die Arabisch spricht) hat es auch im Gymnasium gehabt (und wir stammen aus unterschiedlichen Bundesländern, also keine Bundesland-Macke).
    Es war vielleicht nicht so häufig wie Französisch oder Latein, aber doch auch schon "früher" möglich. Ich habe das auch nie als exotisch angesehen.

    Wär sie Amerikanerin, dann hätte sie mit solchen Arabisch-Kenntnissen sofort einen gutbezahlten Job in der "Intelligence Community".
    Sie hat einen amerikanischen Pass. Aber nicht jeder will so einen Job.
    #77VerfasserDixie (426973) 19 Mär. 15, 00:34
    Kommentar
    ...und auch andere Staaten suchen händeringend nach Arabisten, in der ZEIT und im STANDARD sind immer wieder mal Stellenangebote.
    #78Verfasser tigger (236106) 19 Mär. 15, 02:41
    Kommentar
    @Dragon: doch, Du kennst eine, die Russisch ganz regulär im Westen gelernt und sogar ihre Abiprüfung drin gemacht hat: mich ;-)
    Sprachreihenfolge bei mir: Englisch - Latein - Französisch - Russisch.
    Die ersten beiden waren Pflicht und nicht verhandelbar. In der 9 bestand die Wahl aus Französisch und Altgriechisch (Altgriechisch ist nicht zustandegekommen).
    In der 11 gab's die Wahl zwischen Russisch, Niederländisch, Spanisch und Italienisch.
    Ruhrgebiet, Gymnasialzeit 83-92.
    #79Verfasser Chaja (236098) 19 Mär. 15, 09:15
    Kommentar
    Ich habe 1983 Abitur in NRW gemacht und in meinem Jahrgang waren einige, die Russisch (und Niederländisch) bis zum Abitur hatten.
    Das ist wirklich kein ostdeutsches oder modernes Phänomen.

    #80Verfasser Kahena (421339) 19 Mär. 15, 09:28
    Kommentar
    Von einem Schulfach "Chemie in der Lebenswelt" habe ich allerdings auch noch nie gehört, und "Grundkurs neue Technologien" oder gar "Medienpraxis" als Schulfach ist mir ebensowenig geläufig.

    Das waren die sogenannten Diff(erenzierungs)kurse in den Stufen 9 und 10. Zumindest in meinem Jahrgang war es so, dass als Diffkurse (mit Ausnahme von Fremdsprachen) keine Fächer angeboten werden durften, die es auch sonst (z.B. in der Oberstufe) gab, deswegen diese merkwürdigen Konstruktionen.
    #81Verfasser JanZ (805098) 19 Mär. 15, 09:58
    Kommentar
    @81: OK, zu meiner Zeit (Abi '88, also haben die Differenzierungskurse Mitte der 1980er Jahre stattgefunden, NRW) waren diese Differenzierungskurse entweder die dritte Fremdsprache (Latein ist damals leider nicht zustandegekommen) oder aber sogenannte "Aufbaukurse" bzw. "Ergänzungskurse" in normalen Schulfächern, die wir zu dem Zeitpunkt auch schon hatten. Ich meine, mich zu erinnern, dass Aufbaukurse nur von Schülern belegt werden durften, die in dem betreffenden Fach mindestens eine Drei hatten (vielleicht war die Untergrenze sogar eine Zwei?), die Ergänzungskurse waren für die schwächeren Schüler. Letztere waren wohl eher eine Art Nachhilfe, erstere nahmen Dinge durch, die über den normalen Lehrplan hinausgingen. Der Chemie-Aufbaukurs ist mir da z.B. in guter Erinnerung geblieben, da wurden auch mehr Schülerversuche gemacht als im normalen Chemieunterricht. Ich weiß, dass ich auch mal Mathe-Aufbau hatte und auch mal Erdkunde-Aufbau, wobei ich mich da weder an die Kursinhalte erinnern kann noch daran, warum ich das eine ab-und das andere dazugezählt habe. Beim Mathekurs weiß ich noch nicht einmal mehr, welchen Lehrer wir da hatten...

    @Chaja: nicht schlecht, so viele Sprachen wurden an meiner Schule nicht angeboten, und ich wüsste auch nicht, dass irgendeines der 8 oder 10 Gymnasien in meinem damaligen Wohnort solch ein Angebot hatten. An ein oder zwei gab es Altgriechisch und ich glaube, an einem gab es Spanisch, alle anderen haben sich mit Englisch, Französisch, Latein begnügt. AGs mag es gegeben haben, aber nicht reguläre Unterrichtsfächer. Ein Jahr vor meinem Abi wurde bei uns z.B. eine Chinesisch-AG gestartet. Ich wollte dort teilnehmen, durfte aber nicht, weil sie nur Schüler aufnehmen wollten, die noch mindestens zwei Schuljahre vor sich hatten...
    #82Verfasser Dragon (238202) 19 Mär. 15, 12:01
    Kommentar
    Mir wurde seinerzeit in der 6. Klasse auch vom Dorfpastor nahegelegt (weiß der Geier, warum ausgerechnet von ihm), Latein als zweite Fremdsprache zu nehmen. Fand ich aber öde, ich wollte nach Frankreich zum Schüleraustausch, hab also nach Englisch (5. Klasse) dann in der 7. Französisch genommen. In der 9. dann Latein und später hab ich dann noch Spanisch und ein wenig Italienisch gelernt.

    Und hab mir alles immer wunderbar vom Französischen und später wild durcheinander von den verschiedenen Sprachen ableiten können.

    Also würde ich auch einfach nach persönlicher Vorliebe gehen.

    Der einzige (für mich nicht relevante) Nachteil war damals, dass ich mit Latein ab 9. Klasse das große Latinum nur mit Leistungskurs Latein erreicht hätte, wenn ich mich recht erinner. Und darauf hatte ich nun ganz bestimmt keine Lust. Aber das große und kleine Latinum gibt's eh nicht mehr, oder?

    Ach ja, und wir haben durchaus unterhaltsame Sachen übersetzt. "Asterix" und "Das Gastmahl des Trimalchio".

    PS: Chaja, ich bin neidisch - so viele Sprachen! Bei uns gab's nur Englisch, Französisch, Latein.
    #83Verfasser anorak (489071) 19 Mär. 15, 15:49
    Kommentar
    #83: ...vom Dorfpastor nahegelegt (weiß der Geier, warum ausgerechnet von ihm),

    Wahrscheinlich schulterklopfend: "Mak dat man mal, ik heb dat ooch nie bereut"
    #84Verfasser Harri Beau (812872) 19 Mär. 15, 15:58
    Kommentar
    Wahrscheinlich wollte er nicht der einzige im Dorf bleiben, der Latein kann *g*.

    Aber das große und kleine Latinum gibt's eh nicht mehr, oder?

    Nee, es gibt nur noch ein Latinum, das früher das Große war. Ein kleines gab es zumindest zu meiner Zeit noch, wenn ich mich recht erinnere, galt das dann aber nur in NRW.

    In der 9. dann Latein

    Wenn ich mich recht erinnere, war ein Grund, warum meine Eltern mich in der 7 Latein lernen ließen, dass es in der 9 höchstwahrscheinlich nicht zustande kommen würde, was dann auch so war.
    #85Verfasser JanZ (805098) 19 Mär. 15, 16:26
    Kommentar
    @Harri Beau und @JanZ: Jo, so weer dat wohl... :)
    #86Verfasser anorak (489071) 19 Mär. 15, 16:48
    Kommentar
    Habe bisher nur mitgelesen - SEHR interessant :-)) Ist das Latinum immernoch eine Voraussetzung für das Dolmetscherstudium - eine Entscheidung steht im Familienkreis an (sie ist im 7. Schuljahr, und wirklich begabt - möchte Dolmetscherin werden)
    #87Verfasser Carly-AE (237428) 19 Mär. 15, 18:17
    Kommentar
    *schubs* :-)
    #88Verfasser Carly-AE (237428) 20 Mär. 15, 09:03
    Kommentar
    Ich habe an einer deutschen Hochschule Übersetzen studiert, wo man auch Dolmetscher werden konnte. Das Latinum war keine Voraussetzung. War es das jemals? Wäre mir neu. Es erschiene mir auch übertrieben. Ich habe zwar das Latinum und bin auch froh darüber, aber Kommilitonen ohne Lateinkenntnisse haben das Studium auch ohne Probleme bewältigt.
    #89Verfasser Kahena (421339) 20 Mär. 15, 09:27
    Kommentar
    Meine Schwester hat auch "nur" Übersetzung studiert, aber ein Latinum hat sie jedenfalls nicht. Mir leuchtet es auch nicht ein, warum ein Latinum, bei dem man nur schriftliches Übersetzen einer toten Sprache in die eigene Muttersprache lernt, ausgerechnet für Dolmetschen Voraussetzung sein soll.
    #90Verfasser JanZ (805098) 20 Mär. 15, 09:54
    Kommentar
    Meine Schulzeit liegt lange zurück, von Latein weiß ich nur noch "hic, haec, hoc, huius, huius, huius" -- ein etwas dünnes Ergebnis für mehrjährigen Unterricht. Allerdings habe ich im richtigen Leben nicht mal das gebraucht. Und ja, Struktur und Schönheit von Sprachen lernt man sinnvoller an lebenden.
    #91VerfasserMr Chekov (DE) (522758) 20 Mär. 15, 10:06
    Kommentar
    Ich hatte als Wessi auch Russisch, als sog. Wahlpflichtfach in der 9. und 10. Klasse, höchst freiwillig. Leider wurde das Fach ab der 11. Klasse nicht mehr angeboten, was ich extrem schade fand.
    #92Verfasser Serendipity_4 (677936) 20 Mär. 15, 10:10
    Kommentar
    Nachdem mir meine erstsemestrige Nachbarin erklärt hat, dass sie für Deutsch Lehramt kein Mittelhochdeutsch mehr lernen muss, glaub ich gar nix mehr. Immerhin braucht sie für Deutsch/Geschichte-Lehramt noch ein Latinum.
    #93Verfasser tigger (236106) 20 Mär. 15, 10:22
    Kommentar
    Die Forderung gibt es schon seit Jahren: Latinum ad Latrinam!
    Aber gleichzeitig gilt auch: Lingua Latina mortua est. Vivat lingua Latina!

    Wer sich weiterbilden will, wird hier so manchen interessanten Artikel finden: http://la.wikipedia.org/wiki/Lingua_Latina

    Wer Französisch oder Spanisch kann, der kann einiges davon verstehen.
    #94Verfasser Harri Beau (812872) 20 Mär. 15, 10:33
    Kommentar
    Harri Beau, vielleicht habe ich es anno damals falsch verstanden - arbeitete Halbtags an eine Uni, und ganz viele Erst-Semestler mußten in einen "Crash Course" die kleine Latinum nachholen. An dieser Uni wurde allerdings kein Dolmetscherstudium angeboten, und ich habe selbst nicht studiert, sondern eine Privatschule besucht, die staatlich anerkannt war (und noch ist :-))
    #95Verfasser Carly-AE (237428) 20 Mär. 15, 12:56
    Kommentar
    Carly-AE, ich kenne das aus meiner eigenen Studienzeit (schon eine Weile her) noch so, dass man für ein geisteswissenschaftlich geprägtes Sprachenstudium ein Latinum brauchte. Nicht in allen Sprachen, aber z.B. für Anglistik im Hauptfach.
    Vielleicht kommt deine Erinnerung von daher? Dass man es fürs Dolmetscherstudium zwingend braucht, kann ich mir nicht vorstellen.
    #96VerfasserKopfloser_Nick (1064761) 20 Mär. 15, 13:37
    Kommentar
    Apropos Latinum:

    Mitte der 1960-er Jahre bat mich ein befreundeter japanischer Kommilitone, Herr K., um Nachhilfe in Latein, denn er musste das große Latinum machen, um an der Uni (Würzburg) promovieren zu können.

    Er beschwerte sich bitterlich über die Unlogik und Ungerechtigkeit des universitären Systems, das von ihm als Voraussetzung für die Promotion in Sinologie über den chinesischen Philosophen Chuang-tse das große Latinum verlangte, während eine andere japanische Studentin, Frl. O., die an einer Dissertation über Hegel arbeitete, nur das kleine Latinum machen musste. "Wieso braucht man für Sinologie das große Latinum, und für deutsche Philosophie nur das kleine? Latein hat für die chinesische Philosophie keinerlei Bedeutung, während die deutsche Philosophie doch auf der Antike fußt?", klagte er.

    Die Antwort darauf war recht einfach: Der Philosophie-Professor von Frl. O. hatte eine sehr starke, einflussreiche Stellung in der Philosophischen Fakultät und konnte ihr eine Sonderregelung für das kleine Latinum erwirken, während der Sinologie-Professor von Herrn K. in der Fakultät eine Randfigur mit wenig Einfluss darstellte und somit keinen Einfluss auf die Dissertationsvorschriften hatte. Soviel zur (deutschen) akademischen Logik ...
    #97Verfasser MiMo (236780) 20 Mär. 15, 15:41
    Kommentar
    Och je...
    In meinem letzten Schuljahr habe ich verschiedene Informationsveranstaltungen zu mich interessierenden Studiengängen besucht, so auch eine über das Sinologiestudium. Die Referentin zählte auf, welche Sprachen man sinnvollerweise können sollte und was vorausgesetzt würde. Demnach hätte ich wohl schleunigst mein Latinum und mein Graicum machen sollen, Hebraicum wäre auch ganz nett gewesen, am besten auch noch Sanskrit, dazu jede Menge moderne Sprachen... Das und die Schilderung der weiteren Lerninhalte haben mich sehr schnell dazu gebracht, doch lieber etwas völlig Anderes zu studieren ;o))
    #98Verfasser Dragon (238202) 20 Mär. 15, 15:53
    Kommentar
    OT re #69: So I would vote for either French or Latin, whatever makes.
    + #71

    That use of "make" is unfamiliar to me.
    #99VerfasserKinkyAfro (587241) 20 Mär. 15, 17:22
    Kommentar
    Carly, I studied translation/interpretation in Heidelberg / Erlangen, more years ago than I care to remember.
    Latin was never required, although I had 5 years of it.
    I'd suggest asking at the faculties themselves - so easy nowadays with email.
    #100Verfasser RES-can (330291) 20 Mär. 15, 17:33
    Kommentar
    RES, I did a quick check of the various universities, and not one of them specified that a "Latinum" was required. This thread was opened only two days after the question had come up - so, just thought I'd ask :-) Particularly because of all those "Erstsemestlers" trying to cram enough Latin into their heads back then :-)
    #101Verfasser Carly-AE (237428) 20 Mär. 15, 17:38
    Kommentar
    Since you're both here, are either of you familiar with 'to make' in the sense of a course being offered? E.g., 'They were going to offer Italian, but the last two semesters it didn't make' (= there wasn't enough demand/interest).
    #102Verfasser hm -- us (236141) 20 Mär. 15, 17:54
    Kommentar
    re: Latin. In our high school, Latin was mandatory in grades 9-10. I hated it. After grade 10, I switched high schools and decided to take it again anyway - won't go into the reasons here, but complacency was likely one of them. Well, the only Latin teacher at that high school was a young, extremely motivated and very well-liked teacher who made you LOVE Latin. He expected excellence and got it from every single person in the class. He made it fun and interesting, even organizing an annual assembly with a "Latin" play (well, that's a stretch... but still.. usually some Shakespeare thing based in Rome), a toga day for the entire school, etc. etc. We (every single student in that class) stayed the course until the end of high school.
    Unfortunately, today I can't remember a darn thing about Latin itself, at least not consciously. I do believe that it helped with other languages... I can't say I've ever regretted learning it.
    Strangely enough, both my daughters also chose to take Latin in high school (in addition to French, German, and one of them, Spanish).
    #103Verfasser RES-can (330291) 20 Mär. 15, 17:57
    Kommentar
    @ hm -- us
    Sorry, never heard that usage.
    #104Verfasser RES-can (330291) 20 Mär. 15, 17:58
    Kommentar
    hm, I've never heard of that usage, either.
    RES, They started French last year, and either Latin or Spanish will be offered as a third language in the upcoming year (don't think either one is mandatory, but not quite sure on that point). Sounds like you at least had a GREAT teacher :-) My Daddy had to take it in high school, way back when, and hated it :-)
    #105Verfasser Carly-AE (237428) 20 Mär. 15, 18:10
    Kommentar
    Zur "Nützlichkeit" ist hier alles gesagt worden. Aus meiner Erfahrung kann ich nur beisteuern: Wenn es keine sonstigen Gründe gibt (Verwandte in Frankreich, Urlaube in Spanien, Berufswunsch Theologe), ist es ganz egal. Am wichtigsten ist das Drumrum, also die kleine Gruppe, die gute Lehrkraft, die Freunde ...

    Ich selbst habe auch Latein als erste Fremdsprache gelernt, dann Englisch (ab 7. Klasse), Russisch (ab 9. Klasse, und ja, auch im Westen) und Französisch (ab 11. Klasse). Bei allen späteren Sprachen hat mir Latein sehr geholfen, ich hatte aber auch viel Spaß daran.

    Unsere Tochter hatte Latein als zweite Fremdsprache, weil sie damals noch sehr introvertiert war und auf keinen Fall am Frankreichaustausch teilnehmen wollte - der wurde beim Tag der offenen Tür offensiv beworben, und sie war erst 9 Jahre alt und fürchtete sich schrecklich vor so einer Reise. Dass die Teilnahme am Austausch freiwillig gewesen wäre, tröstete sie nicht: "Wenn alle fahren und nur ich nicht, ist das auch blöd." Kluges Kind. Leider hatte sie im ersten Jahr einen lausigen Lehrer, der keine Grundlagen legte, und in den Folgejahren quälte sie sich nur noch durch, bis sie nach der 9. Klasse Latein aufgeben und in der 10. Klasse Spanisch wählen konnte. Sie findet es schade, noch kein Französisch gelernt zu haben, aber das kann sie im Studium nachholen.

    Fazit: Man weiß erst hinterher, ob die Entscheidung richtig war, also dürfen scheinbar irrationale Gründe ausschlaggebend sein.
    #106Verfasser Raudona (255425) 20 Mär. 15, 21:54
    Kommentar
    @Raudona, ein französischer Freund bringt ihr die Sprache schneller bei als das Klassenzimmer....
    ..couldn't resist, sorry (since I don't have a clue how old she is)
    Have a great weekend :) :)
    #107Verfasser RES-can (330291) 20 Mär. 15, 23:44
    Kommentar
    are either of you familiar with 'to make' in the sense of a course being offered? E.g., 'They were going to offer Italian, but the last two semesters it didn't make' (= there wasn't enough demand/interest)

    I've never heard of it. Frankly it strikes me as one of those constructions (i.e. a mistake) only non-native speakers would come up with, if it weren't for the fact that hm--us seems to think it sounds all right. Maybe it's a very limited regional construction?

    #108Verfasser Amy-MiMi (236989) 21 Mär. 15, 01:13
    Kommentar
    I hadn't read the entire thread, and just now realized that hm used "make." Was the "up" dropped somewhere along the line in your region?

    ...enough people to make up a course, team, etc.

    https://www.google.de/search?q="enough+people+to+make+up+a"&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=bEoNVaafE5L
    #109Verfasser Carly-AE (237428) 21 Mär. 15, 11:46
    Kommentar
    #10: RES, sie ist 16, also im besten Alter für die erwähnte Methode ;-)
    #110Verfasser Raudona (255425) 21 Mär. 15, 12:53
    Kommentar
    OT

    Will hm -- us's New Entry idea make?

    ;-)
    #111VerfasserKinkyAfro (587241) 21 Mär. 15, 13:32
    Kommentar
    Falls es noch jemanden interessiert, Junior hat sich nach Infoveranstaltung und Probeuntericht für Latein entschieden.... Mit ihm wollen noch drei andere Jungs Latein wählen (von 14), von den Mädchen hat er kein Meinungsbild eingeholt ;-)
    #112Verfasser KYA (297607) 24 Apr. 15, 08:59
    Kommentar
    Thanks for the update and good luck to Junior. (-:

    Belatedly OT re 'make = zustandekommen' in the sense of a class: No, evidently a New Entry will not make, alas. But Robert--US did at least find a piece of evidence that I wasn't imagining it:
     
    Siehe auch: Crossover Chat *321* - #50 #50

    #113Verfasser hm -- us (236141) 24 Apr. 15, 23:49
     
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  
 
 
 
 
 ­ automatisch zu ­ ­ umgewandelt