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    Sprachlabor

    Außer mich kümmert das niemanden.

    Betrifft

    Außer mich kümmert das niemanden.

    Kommentar
    Heute in der FAZ in einem Artikel über den Bahnsteik:

    "Aus unerfindlichen Gründen haben wir nun Verspätung. Außer mich aber kümmert das niemanden."

    Ich hätte in diesem Zusammenhang "außer mir" geschrieben (wg. außer + Dativ.)
    Ist "außer mich" auch richtig (wg. jn. kümmern = Akkusativ)?
    Verfasser Oedipa (676921) 08 Mai 15, 09:55
    Kommentar
    Also mir (nicht mich ;-)) rollt's bei dem Satz alle, aber ausnahmslos alle Fußnägel hoch, die ich so zur Verfügung habe. Ich halte es für falsch.
    #1Verfasser B.L.Z. Bubb (601295) 08 Mai 15, 09:58
    Kommentar
    Geht es um diesen Absatz?

    Jetzt sollten wir ankommen. Jetzt sollte ich loslaufen, um es rechtzeitig zur Modelleisenbahn zu schaffen. Doch jetzt bin ich noch im Zug. Der ganze Tag lief reibungslos, und aus unerfindlichen Gründen haben wir nun Verspätung. Außer mir aber kümmert das niemanden.

    So wie es da steht, ist es nicht nobelpreisverdächtig aber richtig.
    Wurde in der Zwischenzeit bei der FAZ redigiert?
    #2Verfasser NonNee (478187) 08 Mai 15, 10:10
    Kommentar
    Ist m.E. nicht ganz eindeutig.

    .. außer (i.S. von "mit Ausnahme von") mir kümmert es niemanden ..

    .. außer (i.S. von "bis auf") mich kümmert es niemanden ..

    Wo sind den die Grammatikfreaks, wenn man sie mal braucht?
    Die haben bestimmt noch schicke lateinische Begriffe dafür. :-)
    #3Verfasser Advohannes (785343) 08 Mai 15, 10:11
    Kommentar
    My ha'porth
    Since the "mich" is tied to the "außer", it should be a "mir".
    Alternatively you could say: Das kümmert nur mich.

    Do I get a point? Win an exclamation mark?

    @#3 oh, I see... No gilded punctuation mark for me then :(
    #4Verfasserlaalaa (238508) 08 Mai 15, 10:12
    Kommentar
    @NonNee: In der Printausgabe, Seite 8, steht "mich" (unverändert, ich habe nachgesehen ;-)).

    Offensichtlich findet die FAZ das selber fragwürdig, wenn sie es in der Online-Version inzwischen geändert hat...
    #5Verfasser Oedipa (676921) 08 Mai 15, 10:15
    Kommentar
    laalaa gets a gold star! :-)

    Laut Duden: außer
    Präposition mit Dativ: niemand kann es lesen außer ihm selbst; außer allem Zweifel; ich bin außer mir (empört)

    (M.M.n die Bedeutung in diesem Text)

    Präp. mit Akkusativ (bei Verben der Bewegung): außer allen Zweifel setzen; ich gerate außer mich (od. mir) vor Freude

    (im gegebenen Satz bewegt sich aber nixi)

    Präp. mit Gen nur in: außer Landes gehen.

    "mich" ist m.E. hier ganz eindeutig falsch. Der Kasus muss der Präposition folgen.
    #6Verfasser Pinscheline (1070141) 08 Mai 15, 10:20
    Kommentar
    Es geht beides:

    Die Präposition außer regiert in der Bedeutung »ausgenommen, abgesehen von« den Dativ: Man hörte nichts außer dem Ticken der Uhr.
    [...]
    Wenn das Bezugswort des auf außer folgenden Substantivs im Nominativ, Genitiv oder Akkusativ steht, ist es möglich, dieses in den gleichen Kasus zu setzen; außer ist dann Konjunktion. [...] Akkusativ: Ich kenne niemanden außer ihn.

    © Duden - Richtiges und gutes Deutsch, 6. Aufl. Mannheim 2007 [CD-ROM]
    #7Verfasser dirk (236321) 08 Mai 15, 10:35
    Kommentar
    Außer mich klingt falsch
    #8Verfasser flieger85 (993152) 08 Mai 15, 10:40
    Kommentar
    Yaay! Thank you, Pinscheline *proudlypinninggoldstaronlapel* ☺️
    #9Verfasserlaalaa (238508) 08 Mai 15, 10:52
    Kommentar
    Wenn Dirk bzw. der Duden (#7) recht haben, was zu vermuten ist, ist beides richtig, auch wenn der Akkusativ seltsam klingt. Der Duden-Beispielsatz "Ich kenne niemanden außer ihn" hat für mich jedenfalls einen ebenso eigenartigen Klang wie der aus der FAZ.
    (Doch kein goldenes Sternchen, sorry...)
    #10Verfasser Oedipa (676921) 08 Mai 15, 11:27
    Kommentar
    Interessant:

    Ebenfalls Duden (online version), Deklination von "niemand":
    Der Akkusativ und Dativ von niemand kann sowohl eine Flexionsendung haben als auch endungslos sein: Sie hat niemand[en] gesehen und mit niemand[em] gesprochen. Im Akkusativ wird die endungslose Form oft sogar bevorzugt: Ich kenne niemand (seltener: niemanden), der so etwas kann.

    Das würde darauf schließen lassen, dass in dem Satz "Außer ... kümmert das niemanden" tatsächlich mit einem Akkusativ gearbeitet wird und "mich" eingefügt gehört.

    Allerdings möchte ich laalaa sehr wohl ihr goldenes Sternchen belassen, weil sie als nicht-Muttersprachlerin ein ausgezeichnetes Sprachgefühl hat. :-)

    Es mag wohl technisch korrekt sein, aber die lange Diskussion und die mehrfache Bemühung des Dudens deuten wohl darauf hin, dass "außer mir kümmert das niemanden" die wesentlich intuitivere Form ist. Für die meisten hier klingt "außer mich" einfach falsch was "außer mir" als den lebendigeren Sprachgebrauch anzeigt. Was sicher auch an der Satzkonstruktion liegt.

    Danke dirk für Deine Recherche, denn schließlich sind solche Diskussionen das, was ein Sprachforum ausmachen!
    #11Verfasser Pinscheline (1070141) 08 Mai 15, 12:01
    Kommentar
    ...deuten wohl darauf hin, dass "außer mir kümmert das niemanden" die wesentlich intuitivere Form ist.

    Zumindest für mich ist es das aber nur in dieser Reihenfolge (vermutlich weil man "außer" bei der Stellung am Anfang als Präposition auffasst), andersherum, "das kümmert niemanden außer mir/mich", würde ich zu "mich" tendieren, wohl weil "außer" hier eher wie eine Konjunktion erscheint (analog zu "das kümmert niemanden, nur mich").
    #12Verfasser RE1 (236905) 08 Mai 15, 12:14
    Kommentar
    Na ja, es ist vielleicht eher unüblich, einen Satz mit einer Konjunktion zu beginnen. Wenn der Satz mit außer mich anfängt, dann läuten die Fehlerglocken schon, bevor das den Akkusativ rechtfertigende Verb überhaupt vorgekommen ist. Daher vielleicht die überwiegend ablehnende Haltung gegenüber dieser Variante (die ich übrigens auch nicht verwenden würde).
    #13Verfasser dirk (236321) 08 Mai 15, 12:44
    Kommentar
    Aber man sagt doch "das kümmert mich nicht" und nicht "das kümmert mir nicht"?
    #14Verfasser whynotme (913760) 08 Mai 15, 16:23
    Kommentar
    Stimmt schon, aber #11, 12 und 13 meinten, dass die Satzstellung, bei der das "außer" am Anfang steht, einen instinktiv zum Dativ verführt. Darin wird wohl der Hund begraben liegen.
    #15Verfasser Pinscheline (1070141) 08 Mai 15, 16:49
     
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