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Astrology in "The Luminaries"

50 Antworten    
Kommentar
Hat jemand hier "The Luminaries" / "Die Gestirne" von Eleanor Catton gelesen und kann mir sagen, wie groß die Rolle ist, die Astrologie in dem Roman spielt? Ich frage, da ich gestern auf einer Lesung war und die Leseproben zwar sehr interessant fand, was die Autorin dazu zu sagen hatte aber eher abschreckend. So stünden z.B. sämtliche Hauptpersonen für ein Sternzeichen oder einen Planet und benähmen sich dann auch entsprechend der diesen Gestirnen von der Astrologie (oder auch Jung, wenn ich das richtig verstanden haben) zugeschriebenen Eigenschaften.
Es gab keine "Fragen an die Autorin"-Session nach der Lesung, also dann eben hier: wie aufdringlich ist das Astrologie-Gedöns im Roman? Wird es dauernd in den Text eingeflochten, so à la "and like a true sagittarius she fell for the most unsuitable man, a gemini." ? Oder ist das zwar ein Gedanken- und Romankonstrukt der Autorin, kann aber getrost von der Leserin ignoriert werden?
Die Leseproben waren etwas zu kurz, um das für mich zu beantworten...
VerfasserSpinatwachtel (341764) 19 Nov 15, 08:58
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Ich fand "The Luminaries" sehr gut - war richtig etwas zum "Eintauchen". Die Handlung funktioniert auch ohne das astrologische Konstrukt, und es wird auch nicht in den Vordergrund geschoben - nur die Kapitelüberschriften nehmen darauf Bezug, nie der Text selbst (man bekommt es also nicht "unter die Nase gerieben", obwohl es natürlich eine faszinierende zusätzliche Ebene und ev. auch eine Erklärung der Geschehnisse darstellt). Ich fand auch nicht, dass sich die Protagonisten besonders "sternzeichengetreu" verhalten, also es fiel mir beim Lesen zumindest nicht auf.
Kann das Buch jedenfalls sehr empfehlen! Einer Kollegin von mir ging es ähnlich. In der Zeit, in der wir das Buch gelesen haben (und da es ein ziemlicher Wälzer ist, dauert das ja durchaus länger), sind wir irgendwie traumwandlerisch durch den Alltag gegangen :-)
#1Verfasserunderwater butterfly (870229) 19 Nov 15, 09:49
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muss man denn wissen, was z.B. ein typischer Steinbock ist, oder wird das immer kurz umrissen?
#2VerfasserSpinatwachtel (341764) 19 Nov 15, 09:52
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Nein, muss man nicht wissen, um der Handlung folgen zu können - wird aber auch nicht erklärt. Man weiß aus der Personenliste (oder kommt das aus einer Grafik heraus, da bin ich mir jetzt selbst nicht mehr sicher... hab das Buch vor 2 Jahren gelesen), dass XY ein Steinbock ist, aber ob man diese Information einbezieht oder damit etwas anfangen kann/will, bleibt der Leserin/dem Leser überlassen.
Im Text gibt es eigentlich überhaupt keine erklärenden Passagen, deshalb muss man selbst eine Erklärung finden. Wie gesagt, bei mir hat's eine ziemliche Sogwirkung entfaltet :-)
#3Verfasserunderwater butterfly (870229) 19 Nov 15, 10:01
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vielen Dank!
Ich rate im Gegenzug vom Besuch einer Lesung mit Autorin ab, sie hat eine schrecklich tutende Stimme und leider nur ziemlich viel wirres Zeug zu sagen. Aber vielleicht hatte sie auch gestern nur einen schlechten Tag. Immerhin hat sie nicht gleich hysterisch schreiend auf die Interviewerin eingeschlagen, als sie zum bestimmt dreimillionsten Mal zu ihrem so jungen Alter befragt wurde...
#4VerfasserSpinatwachtel (341764) 19 Nov 15, 10:15
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:-D
Danke für die Warnung, werde ich beherzigen! Aber das Buch ist wirklich toll - ich habe es sicher nicht auf allen Ebenen 100%ig verstanden, aber toll fand ich's trotzdem. Die Autorin/den Autor von tollen Büchern muss man ja nicht in allen Fällen unbedingt kennenlernen :-)
#5Verfasserunderwater butterfly (870229) 19 Nov 15, 10:48
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Ich packe gerade meine Urlaubslektüre und hatte dieses Buch in der Hand - wie war denn jetzt die Erfahrung? So ohne astrologische Vorkenntnisse ...
#6VerfasserDixie (426973) 06 Sep 16, 20:09
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Ich schließe mich Dixies Frage an - ich habe eine hymnische Rezension gelesen und überlege auch, das Buch zu kaufen.
#7VerfasserGibson (418762) 06 Sep 16, 20:12
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Ein fantastischer Schmöker. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Eine faszinierende Geschichte in die man sofort hineingesogen wird, sehr originelle Charaktere, über deren Schicksal man unbedingt alles herausfinden möchte, ein überaus  gekonnter Schreibstil, usw usw. Kann man wirklich nicht genung loben.
Und dass der gesamte astrologische Überbau völlig an mich verschwendet war, schien mir auch kein Verlust. Ich habe zumindest nichts vermisst und auch nicht das Gefühl gehabt, etwas zu verpassen.
#8VerfasserSpinatwachtel (341764) 07 Sep 16, 08:41
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I absolutely loved it too. If I'd seen this last year I'd have told you to go for it! No astrological knowledge necessary. (I have no time for astrology and I'm not sure the author does either -- seems to me her interest is purely literary, how can she manipulate astrology for literary ends.)

Would love to go to that part of the world if it wasn't so far away! There are some great websites of phototours of the sites: http://www.beckieandjeremy.com/2014/01/07/the...

edit, just noticed it was Dixie who revived this thread. Go for it! But don't look at the photo tour above (spoilers!)
#9Verfasserpapousek (343122) 07 Sep 16, 11:09
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Danke euch beiden, ich werde es in den Koffer legen ...
#10VerfasserDixie (426973) 07 Sep 16, 11:27
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Freut mich, dass Dir das Buch gefallen hat, Spinatwachtel :-) - und Dixie und Gibson, die es noch "vor sich" haben, wünsche ich viel Vergnügen!
Ich werde es wohl irgendwann demnächst ein 2. Mal lesen - und dabei die astrologischen Zusammenhänge vielleicht bewusster wahrnehmen als beim 1. Mal, mal sehen, ob sich dadurch neue Facetten ergeben...
#11Verfasserunderwater butterfly (870229) 07 Sep 16, 13:09
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Ich beneide jede(n), der/die das Buch noch lesen darf ! Ich hatte auch erst Bammel vor dem Astrologie-Gedöns, aber die bildhafte Sprache und die interessanten Charaktere haben mich sofort vollständig in ihren Bann gezogen ! Es ist hinterher nur leider so schwierig, Lesestoff auf ähnlich hohem Niveau zu finden ...     
#12Verfassersantacrocce (799098) 07 Sep 16, 14:17
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Ihr legt die Latte aber hoch.... :) Liegt im Einkaufswagen.

Gleich noch eine dumme Frage hinterher: Amazon bietet mir auch gerne das Audiobook an, wenn ein Buch für den Kindle kaufe. Ich habe das noch nie gemacht und weiß überhaupt nicht, wie das geht - hat der Kindle überhaupt eine Sprachausgabe? Oder kriege ich ein MP3-File, das ich überall verwenden kann? (Wenn, höre ich Hörbücher im Auto). Weiß jemand Näheres?
#13VerfasserGibson (418762) 07 Sep 16, 18:54
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Ich nicht, aber die Amazon-Hilfe:

Aber Vorsicht, nach der kostenlosen Probephase kostet Audible Geld.
#14Verfasserpenguin (236245) 07 Sep 16, 19:17
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Ah, danke. Das hilft mir.

(Es geht aber nicht um ein kostenloses Probeabo, sondern darum, dass ich, wenn ich ein Buch kaufe, das Hörbuch dazu für kleines Geld angeboten wird. Ich muss es aber trotzdem bezahlen. Das ist - nehme ich zumindest schwer an - etwas anderes.)
#15VerfasserGibson (418762) 07 Sep 16, 19:30
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Ich habe erst ein einziges Mal ein Hörbuch ge"lesen", und zwar im Krankenhaus, das ist Jahre her, und ich fand es mindestens ebenso gewöhnungsbedürftig wie E-Book-Lesen. Deshalb sage ich dazu auch nichts mehr.
#16Verfasserpenguin (236245) 07 Sep 16, 23:31
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Ich fand es auch gewöhnungsbedürftig, und ich könnte kein Hörbuch hören, wenn ich vorher das Buch gelesen habe (und schon gar nicht gleichzeitig, wie Amazon vorschlägt) - mein Lesen und das des Sprechers ist einfach zu unterschiedlich. Aber im Auto höre ich gerne Audiobooks, das finde ich entspannend, und da die Dinger schweineteuer sind, überlege ich, dass es sich lohnen würde, ein billiges E-book mit dem Audiobook für 4 oder 5 Euro zu kaufen, und es wäre immer noch viel billiger als das reguläre Hörbuch. Ich würde das Buch dann einfach nicht selbst lesen.
#17VerfasserGibson (418762) 07 Sep 16, 23:48
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Gibson, die Amazon bzw. Audible Hörbücher sind meines Wissens nicht mit allen Geräten ohne weiteres kompatibel, es handelt sich also nicht um ein normales MP3 file, das Du einfach auf einen Stick ziehen kannst und gut.
Falls Du z.B. Dein Smartphone via Bluetooth mit deinem Autoradio verbinden kannst, wäre die Audible-App in diesem speziellen Fall eine Option. Die App selbst ist kostenlos und es besteht auch keine Pflicht ein Abo zu haben. Man kann auch ohne Abo jederzeit Hörbücher dort kaufen, die kosten dann halt einfach mehr als im Abo, wobei es auch immer wieder Angebote gibt.
#18VerfasserReisigbesen (1082761) 08 Sep 16, 07:11
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Ich könnte mir gut vorstellen, z.B. Ulysses als Hörbuch zu 'konsumieren', da Joyce sehr mit den lautlichen Qualitäten der Sprache spielt. Nicht als Ersatz zum regulären Lesen, sondern als Ergänzung.

Davon abgesehen habe ich 2-3 Hörbücher gehört, aber das Format gefällt mir deutlich besser für Non-fiction. Romane lese ich lieber selber, da es mich intensiver in die Welt reinzieht.
#19VerfasserThirith (1037221) 08 Sep 16, 09:10
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Does the Kindle perhaps synch the two together, so that for example you could read text at home and play the audio version (from where you left off) while you're driving to work? That could be kind of handy ...

I've been really skeptical about Audible.com, though, because their TV commercials (on PBS, grrr) are so incredibly hokey -- overly melodramatic, hammily acted, not just (unobtrusively) well read.
#20Verfasserhm -- us (236141) 08 Sep 16, 09:18
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Does the Kindle perhaps synch the two together...

Das ist die Idee hinter dem Angebot als Paket, ich habs aber ehrlich gesagt auch noch nie ausprobiert, obwohl ich ein paar Bücher auch in der Hörbuchversion habe, die darauf ausgelegt sind, aber das wechseln mag ich auch irgendwie nicht, entweder lesen oder hören.
Was ich schon gemacht habe ist ein Buch anzuhören nach dem ich es schon mal selbst gelesen hatte.

Was den Lesestil betrifft, so war ich bisher in der Regel sehr zufrieden mit der Art wie vorgetragen wurde, mich stört es aber auch nicht, wenn der Leser für jede Person eine andere Stimme/Sprechweise benutzt etc. Kommt halt drauf an was man sucht.
Man kann aber in jedes Buch zumindest ein paar Minuten reinhören. Ich hab daraufhin auch schon Audiobooks, die mich interessiert hätten nicht gekauft.  Meist weil mir die Stimme, oder die Art des Vortragens nicht gepasst haben.
#21VerfasserReisigbesen (1082761) 08 Sep 16, 11:21
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so that for example you could read text at home and play the audio version (from where you left off) while you're driving to work?

But that's exactly what I wouldn't like. The voices in my head are totally different form the voices on the CD (or whatever), so I'd just be irritated the entire time... ;)

Reisigbesen, so I can't just download the thing as an mp3 and burn it on a CD? My car radio plays mp3 but it doesn't have a usb port.

Dein Smartphone via Bluetooth mit deinem Autoradio verbinden kannst,

ROFL. I'm happy when I find the 'on' button ;-)) Leaving aside if my phone is capable, I certainly don't have a clue how to do that.
#22VerfasserGibson (418762) 08 Sep 16, 18:12
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Nein, Gibson, soweit ich weiss geht das mit den Audible files eben nicht so ohne weiteres.
Wir haben das mal mit einem relativ komplizierten Workaround versucht, aber dann genervt aufgegeben...
 
#23VerfasserReisigbesen (1082761) 09 Sep 16, 09:12
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Die Audible Hörbücher können mit dem Kindle gehört werden. Ich habe das schon gemacht. Die Ausgabequalität ist nicht ganz so gut wie z.B. am PC oder iPod, aber es geht. Im Auto hat es leider nicht so wirklich funktioniert, weil die Lautstärke nicht ausreichte. Allerdings weiß ich nicht, ob der Kindle evtl. über USB an die Radioanlage im Auto angeschlossen werden kann. Da kenn ich mich nicht so aus.
#24VerfasserK_L (238028) 09 Sep 16, 09:31
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Danke, dann kann ich den Plan ja erst mal knicken... Aber gut, das vorher zu wissen.
#25VerfasserGibson (418762) 09 Sep 16, 10:33
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Nach euren begeisterten Kommentaren habe ich mir das Buch bestellt. Danke für den Tipp! Freu mich schon aufs Lesen...
#26VerfasserAnne_7 (731158) 09 Sep 16, 12:06
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Ich habe dieses Buch gerade im selben Atemzug genannt gehört wie The Luminaries: "The Quincunx" von Charles Palliser.
Kennt das jemand? Ist es so lesenswert, wie der Wikipedia-Artikel suggeriert?
Auch dieses Zitat aus einem Guardian-Artikel macht neugierig: " Charles Palliser wrote a magnificent reinvention of the Victorian novel. The Quincunx, an utterly absorbing combination of Dickens and Wilkie Collins, cast such a long shadow that nobody attempting to write mystery novels set in Victorian times can escape from it"

Es wurde auch ins Deutsche übersetzt, also falls es vielleicht jemand auf Deutsch gelesen hat, würde mich deren/dessen Meinung natürlich auch interessieren.
#27VerfasserSpinatwachtel (341764) 15 Feb 17, 12:35
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Hier kannst Du schon mal einen Blick reinwerfern : https://books.google.de/books?id=6BfSAgAAQBAJ...
#28Verfasserno me bré (700807) 15 Feb 17, 12:48
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"The Quincunx" hat mir sehr gefallen. Auch eines von den Büchern, die ich nach einiger Zeit noch einmal gelesen habe, weil ich beim 1. Mal den Charakteren zu sehr vertraut habe (i.e. I accepted the "facts" at face value), und das Ende dann für mich einige Fragen aufgeworfen hat. Beim 2. Mal habe ich mir dann während des Lesens einen Stammbaum gezeichnet, das hat geholfen :-) 
Also durchaus auch etwas zum "Eintauchen", das einen noch länger beschäftigt, wie die "Luminaries".
#29Verfasserunderwater butterfly (870229) 15 Feb 17, 12:54
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I haven't read it, although I recognised the author's name from an article he wrote -- https://www.theguardian.com/books/2014/dec/10... -- which mentions one of our authors (I work in publishing). He doesn't include his own novel in his Top 10, but several of the comments below do:

"Since he can't really sing his own praises, it's probably worth my saying that I've read both The Unburied and The Quincunx and if anyone but Charles Palliser were compiling a top ten they'd both be on it. I haven't read his Rustication yet, though I've high hopes for it."

"I would add the author's own QUINCUNX, most definitely."

"The Quincunx by Charles Palliser. The only novel of other 1,000 pages where not a single word is wasted. Breath-taking. You will not be able to put it down - so plan to read it when you don't need to eat for a week."
#30Verfasserpapousek (343122) 15 Feb 17, 13:03
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Not quite as long, Spinatwachtel, is Oscar and Lucinda. Have you read that? It's one of my top 5 books ever. Not dissimilar to The Luminaries.
#31Verfasserpapousek (343122) 15 Feb 17, 13:09
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papousek, danke für den Link, da sind ja gleich einige Titel dabei, nach denen ich mal Ausschau halten könnte...!
Die anderen Bücher von Palliser kann ich auch sehr empfehlen ("The Unburied" und "Rustication"), aber "Quincunx" ist das komplizierteste und (für mich) das faszinierendste der 3
#32Verfasserunderwater butterfly (870229) 15 Feb 17, 13:40
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Die "Luminaries" liegen bei mir übrigens nach einem ersten Leseversuch jetzt wieder auf dem Stapel der noch zu lesenden Bücher. Ich habe es einfach nicht geschafft, mich einzulesen; musste jeden Abend wieder mehrere Seiten zurückblättern, konnte mir nicht merken, wer wer ist, habe nicht alles verstanden...
Ich war erstaunt, nach all den begeisterten Kommentaren hier.
#33VerfasserAnne_7 (731158) 15 Feb 17, 14:45
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Mir ging es ähnlich. Ich habe das Buch über Wochen gelesen, was wirklich sehr lang für mich ist, weil es mich auch nicht sonderlich gefesselt hat. Mir gingen auch irgendwann die detaillierten Beschreibungen der Innenleben so ziemlich sämtlicher Personen auf den Wecker - sowas erfahre ich lieber durch Handlung und Dialoge statt durch Zusammenfassung des Autors.
Zugegeben, die Erwartung war nach den Beschreibungen hier und in den Rezensionen auch hoch. Aber ich war eher enttäuscht. Ich bin allerdings auch bei 'Oscar and Lucinda' nicht besonders weit gekommen...

#34VerfasserGibson (418762) 15 Feb 17, 15:47
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Diese "Sogwirkung" entfaltet "The Luminaries" nicht bei allen - meine Mama hat es auch erst mal wieder weggelegt, dabei haben wir eigentlich bei Büchern sonst meist genau den gleichen Geschmack.
Verstanden habe ich am Anfang auch nicht alles, aber vieles wird klarer, wenn man einfach weiterliest. Und einen kleinen Rest muss man sich dann am Ende ohnehin selbst zusammenreimen, eine ganz eindeutige Lösung bekommt man bei Catton ja nicht.

Ich habe mir jetzt mal 2 Bücher aus der "Guardian"-Liste bestellt, "The Convictions of John Delahunt" (Andrew Hughes) und "The Asylum" (John Harwood). Bin schon sehr neugierig. Von Harwood kenne ich "The Seance", das hat mir sehr gefallen. "The meaning of night" (Michael Cox) fand ich nicht so uneingeschränkt toll (aber auch nicht schlecht), und "The dark clue" (James Wilson) hat mich (allerdings auf Deutsch) sehr gepackt.
#35Verfasserunderwater butterfly (870229) 17 Feb 17, 09:28
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Das ist halt immer Geschmackssache. In meinem Umfeld wurde "The Luminaries" von Leuten gemocht, die sich auch für viktorianische Literatur erwärmen können (zu denen gehöre auch ich), der Rest fand es auch eher langatmig. "The Quincunx" habe ich damals beim Lesen auch geliebt, könnte aber ähnlich empfunden werden.    
#36Verfassersantacrocce (799098) 17 Feb 17, 11:21
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von Leuten gemocht, die sich auch für viktorianische Literatur erwärmen können

Das passt. Die finde ich auch eher langatmig, und den Kult um die noch frühere Jane Austin verstehe ich auch nicht :)  Im Nachhinein ergibt es also total Sinn (wie sagt man denn 'perfect sense'? Mir fällt gerade nichts ein.)
#37VerfasserGibson (418762) 17 Feb 17, 11:36
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Viktorianische Literatur finde ich oft auch eher langatmig. Die "neo-viktorianischen" Romane liegen mir eigentlich viel mehr. Ich finde es spannend, wenn eine zusätzliche Ebene oder ein "twist" eingebaut oder etwas thematisiert wird, über das man im 19. Jh. nie geschrieben hätte (Matthew Kneale kann das z.B. ziemlich gut, in "Sweet Thames" oder "English Passengers").
#38Verfasserunderwater butterfly (870229) 17 Feb 17, 11:47
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Da ich gerade darauf hingewiesen wurde, dass Jane Austen immer noch nicht mit Austin Powers verwandt ist, egal, wie oft ich es falsch schreibe, hier noch die Korrektur :(

Unlogischerweise fand ich "An Instance of the Fingerpost", was ich auch in dieser Richtung einorden würde, super. Hab ich gleich zweimal gelesen (mit ein paar Jahren dazwischen). Aber das ist vielleicht auch wieder eher neo-Etwas.
#39VerfasserGibson (418762) 17 Feb 17, 11:52
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@Gibson - Neo-Restoration? ;-)
Danke für all die Vorschläge, da werde ich in nächster Zeit jede Menge "pastiche reading" betreiben!
#40Verfasserunderwater butterfly (870229) 17 Feb 17, 12:16
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OT/ Wer es nicht so mit Langatmigkeit und ausfühlichen Beschreibungen hat, dem empfehle ich meine neueste Entdeckung, Lucia Berlin, amerikanische Autorin von Kurzgeschichten. Kein. Wort. Zuviel. Und dennoch unglaublich bewegend. / OT
#41VerfasserSpinatwachtel (341764) 17 Feb 17, 12:21
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Ich wollte mich noch mal ganz herzlich für den Oscar & Lucinda-Tipp hier aus dem Forum bedanken. Ich habe mir das Buch gebraucht besorgt & letzte Woche verschlungen. Ein tolles Buch, welches den Booker-Preis wirklich verdient hat :-)   
#42Verfassersantacrocce (799098) 20 Mär 17, 11:21
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Ich habe Oscar and Lucinda tatsächlich auch schon einmal gelesen (apologies to papousek for somehow overlooking her/his question in #31), aber zu einer schwierigen Zeit in meinem Leben, und irgendwie kann ich mich an gar nichts mehr erinnern, außer, dass es mich irgendwie enttäuscht hat. Ich werde es jetzt nach eurer Empfehlung doch noch einmal heraussuchen...
#43VerfasserSpinatwachtel (341764) 20 Mär 17, 11:26
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Nun ja, es ist ganz sicher kein "Glücklichmacher-Buch", ich war am Ende auch etwas geschockt. Aber mir hat es sprachlich sehr gut gefallen und die skurrilen Figuren haben mich teilweise an Charles Dickens erinnert. Ich kann aber wirklich nachvollziehen, dass das keine Geschichte für schwierige Zeiten ist.    
#44Verfassersantacrocce (799098) 20 Mär 17, 11:41
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you're very welcome, santacrocce, always nice to find a fellow O&L fan!
#45Verfasserpapousek (343122) 21 Mär 17, 11:22
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I really have to thank you, papousek - it´s due to you that I´ve had a number of interesting evenings with this great book ! 
#46Verfassersantacrocce (799098) 21 Mär 17, 14:31
Kommentar
Kennst du auch "Lempriere's Dictionary" von Lawrence Norfolk? Das würde ich auch in diese Kategorie Bücher einordnen, so ungefähr.
#47VerfasserSpinatwachtel (341764) 22 Mär 17, 10:00
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Ja, wurde auch verschlungen & geliebt, QUINCUNX auch schon. Weitere Tipps nehme ich natürlich gerne entgegen :-) 
#48Verfassersantacrocce (799098) 22 Mär 17, 11:26
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Ich habe gerade "The Fingersmith" von Sarah Waters gelesen, ein Roman in der Art der anderen hier erwähnten - kann ich sehr empfehlen! (Der koreanische Film der auf diesem Buch basiert, The Handmaiden, ist auch ganz famos. Die Übertragung nach Asien fuktioniert perfekt - ich hatte den Film gesehen, bevor ich das Buch gelesen habe, und war sehr überrascht, als ich dann beim Lesen des Buches gemerkt habe, dass das dieselbe Geschichte ist. War mir zuerst gar nicht bewusst.)
#49VerfasserSpinatwachtel (341764) 14 Aug 17, 08:56
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Ich habe Anfang des Jahres ein Audible-Probeabo abgeschlossen und als allererstes Hörbuch "The Luminaries" heruntergeladen, auch weil ich mich an diesen Faden erinnerte und neugierig war - das Buch hatte ich schon öfter in der Buchhandlung in der Hand. Leider bin ich bislang nicht über die Einführung der Personen am Anfang hinweggekommen, das war für meine Begriffe außerordentlich langatmig. Ich habe mich aber auch nicht getraut, den Teil zu überspringen, weil man in Büchern, die so viele Personen vorab vorstellen, erfahrungsgemäß schnell verwirrt ist. Ich denke, ich müsste mir tatsächlich doch das Buch kaufen, da kann man auch leichter zurückblättern, wenn man wissen will, wer diese oder jene Figur genau war. Vorzugsweise tatsächlich das "echte Buch" und nicht die Kindle-Version, da finde ich Blättern in so einem Fall auch doof.

Das Probeabo habe ich dennoch in ein "richtiges" Abo übergehen lassen, mit anderen Hörbüchern und -spielen komme ich auch gut zurecht.
#50VerfasserDragon (238202) 14 Aug 17, 10:00
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