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    Land und Leute

    Saugglocke / "Pömpel" (Plunger)

    Betrifft

    Saugglocke / "Pömpel" (Plunger)

    Kommentar
    Für dieses nützliche Gerät gibt es so viele Bezeichnungen wie kaum für etwas anderes:
    "Eine Saugglocke, umgangssprachlich und mundartlich auch Pümpel (Diminutiv von Pumpe), Pumpfix, Stopfstecken, Klostampfer, Fluppi, Gummistampfer, Gummistumpen, Gummistopfer, Planscher, Plunscher, Strempfler oder Ausgussreiniger, ebenso Plömper, Plömpel, Plöppel, Hebamme und im norddeutschen Dialekt Pömpel, Plümper oder Plumper, in Franken Siphonreiniger oder Bömbl, in der Oberlausitz Prömpel, in Österreich auch Saug-Hektor (nach dem ersten Hersteller) oder Steßl (zu „stoßen“), ist ein Haushaltsgerät, das der Beseitigung von Verstopfungen in Abflüssen (Waschbecken, Toiletten, Badewannen, Spülen …) dient. Sie besteht aus einer Gummiglocke, die sich meist am Ende eines Holzstabes befindet und mit der Verstopfungen in Siphons beseitigt werden können, indem mit ihr sowohl Über- als auch Unterdruck erzeugt wird."

    25 Bezeichnungen - welche davon ist in Eurer Gegend üblich? In meinem mittelfränkischen Umfeld sagt man schriftdeutsch "Pömpel", mundartlich "Bömbl".

    Und: Heißt das Ding auf Englisch wirklich nur "plunger"?
    Verfasser MiMo (236780) 27 Feb. 16, 06:59
    Kommentar
    Obwohl es so viele Bezeichnungen für dieses Werkzeug gibt (ein Teil der genannten kannte ich, ein Teil war mir neu) , habe ich eigntlich kein Wort dafür und neige dazu, irgendeine Umschreibung (so in der Art "das Ding da") zu verwenden.
    Meine Frau hat das Wort "Pömpel" in die Ehe mitgebracht. Das ist aber nicht wirklich in meinen aktiven Wortschatz übergegangen.
    #1Verfasser eineing (771776) 27 Feb. 16, 07:59
    Kommentar
    Siehe auch: Toilet Plunger
    Siehe auch: "Gummiding", um eine Toilettenverstopfung zu ...
    Siehe auch: Pümpel
    Siehe auch: lexical gaps - #9
    Diskussion wurde gelöscht



    ___________________________


    >>Heißt das Ding auf Englisch wirklich nur "plunger"?

    Yep, pretty much. Sorry about that. (-:

    But that doesn't have to stop anyone from suggesting it as a new topic for the Atlas zur deutschen Alltagssprache, where I don't see anything about it so far.

    http://www.atlas-alltagssprache.de/liste-alle...

    Or in the meantime, this LEO survey could be groundbreaking. (-:
    #2Verfasser hm -- us (236141) 27 Feb. 16, 08:19
    Kommentar
    Im rheinfränkischen mit kurzem - ö- : "Bömmbl" ...
    :-)
    #3Verfasser no me bré (700807) 27 Feb. 16, 11:50
    Kommentar
    Stößl bei mir.
    Gerne auch Pümpel, da gab's vor Urzeiten eine Fernsehwerbung für was weiß ich was, nach der sich dieser in meinen aktiven Wortschatz gedrängt hat. (Ja danke, ich hab den Spot schon gefunden auf der notorischen Website.)
    #4Verfasser tigger (236106) 27 Feb. 16, 22:07
    Kommentar
    Mir geht's wie eineing - ich umschreibe (am vertrautesten ist mir noch 'Pömpel', aber den habe ich erst später kennengelernt). Da ich aber über verstopfte Klos oder Spülbecken noch am ehesten (häufig ist das Thema nicht) mit Mr Gibson rede, bietet sich praktischerweise da der 'plunger' an.

    Bei 'Saugglocke' denke ich an komplizierte Geburten.
    #5Verfasser Gibson (418762) 27 Feb. 16, 22:43
    Kommentar
    Mal eine Nebenfrage in dem Zusammenhang: Der in Rede stehende Gegenstand wird gerne auch als Klostampfer bezeichnet, aber gibt es wirklich jemanden, der damit Toliettenverstopfungen bekämpft? Die mir zu Gebote stehende Version wäre viel zu klein, um den bestimmungsgemäß doch recht großen Kloabfluss einigermaßen abzudecken, aber selbst, wenn das ginge, würde das kaum viel nützen, denn das Funktionsprinzip erfordert ja einen einigermaßen wasser- und luftdichten Anschluss zwischen der Gummiglocke und dem Porzellan, welcher in einem typischen, unregelmäßig geformten WC-Becken gar nicht herstellbar wäre. Ganz abgesehen davon geht eine Toilettenverstopfung im Allgemeinen mit einer recht unappetitlichen Füllung des Beckens einher, in die den Stampfer einzutauchen mich doch einige Überwindung kosten würde. Anschließend könnte man das Ding eigentlich nur noch entsorgen ...
    #6Verfasser dirk (236321) 28 Feb. 16, 12:50
    Kommentar
    #6:
    Glücklicherweise bin ich bisher nicht in eine Situation geraten, in der ich mir über solche Details Gedanken machen muss.

    #0:
    Als Wahlfränkin ist mir für diese Gummiglocke der Begriff 'Bömbl' ebenfalls bekannt. Im Baumarkt heißt sie Saugglocke, manchmal auch Pümpel oder Pömpel.
    #7Verfassercookie crumbler (484354) 28 Feb. 16, 13:51
    Kommentar
    Raum Hannover: der Pümpel. Verb dazu: pümpeln.

    "Saugglocke" ist für uns das medizinische Gerät, mit dem steckengebliebenen Babys auf die Welt geholfen wird. (Ist gelegentlich Thema bei uns in der Familie, da unsere Tochter noch eine kleine Narbe davon hat.)
    #8Verfasser Raudona (255425) 28 Feb. 16, 14:05
    Kommentar
    #6
    "aber gibt es wirklich jemanden, der damit Toliettenverstopfungen bekämpft?" Ja, der Unterzeichnete hat damit schon mehrfach Toilettenverstopfungen behoben, die meist entstehen, wenn jemand zu viel (Toiletten-)Papier in den Abfluss stopft. Normalerweise geht die Verstopfung nicht mit einer "unappetlichen Füllung des Beckens" einher, da ja das verstopfende Papier die unappetlichen Dinge abdeckt und das Becken meist mit dem Wasser gefüllt ist, das vergeblich hinterhergespült wurde.
    #9Verfasser MiMo (236780) 28 Feb. 16, 15:15
    Kommentar
    #8:
    Für die Hausgeburt:
    ;-)

    ed.:
    Spaß beiseite und zurück zu MiMos Ausgangsfrage:
    In Deutschland habe ich hier und da gelebt, wobei die nördlichste Gegend der Raum Köln Bonn war. Wenn ich 'Saugglocke' höre, denke ich weder sofort an den 'Bömbl' noch an Geburt, sondern ganz allgemein an einen etwas größeren Saugnapf mit Stiel bzw. Griff.
    #10Verfassercookie crumbler (484354) 28 Feb. 16, 15:49
    Kommentar
    Dochdoch, so ein Ding ist mir von den Klos im Elternhaus bekannt. Mein Vater fand es auch unabdingbar, uns so etwas fürs neue Haus zu schenken, aber es passt tatsächlich nicht in unsere eher eckigen Klos. Für die Badewanne hingegen erweist es sich als praktisch, wenn mir mal wieder zu viel Fell ausgegangen ist.

    (Hausgeburt? Aber sicher, es gibt auch mechanische Saugglocken für die mobile Hebamme.)
    #11Verfasser tigger (236106) 28 Feb. 16, 22:09
    Kommentar
    Frage an diejenigen, die bei "Saugglocke" nicht (wie Gibson und ich) an Geburten denken: Wie nennt ihr denn den Vorgang, bei dem ihr die Saugglocke (alternativ das Gummidings oder den Klostampfer) einsetzt? Wie schon erwähnt, ist für mich das Verb "pümpeln" - was mal wieder ein Beleg dafür ist, dass in Hannover das beste Deutsch gesprochen wird: Da ist das Pumpen drin, und das Verbmorphem "-el-" bezeichnet eine schnelle Wiederholung (wie in hüsteln, schütteln, tätscheln ...).
    #12Verfasser Raudona (255425) 29 Feb. 16, 11:52
    Kommentar
    Mir (Westfalen) ist das Ding nur als Pömpel bekannt, zumindest in der Umgangssprache. Im Baumarkt würde ich einen Verkäufer vielleicht nach einem Gummi-Abflussreiniger oder -Saugglocke fragen.
    #13Verfasser Harri Beau (812872) 29 Feb. 16, 12:00
    Kommentar
    OT: Da ist das Pumpen drin, und das Verbmorphem "-el-" bezeichnet eine schnelle Wiederholung (wie in hüsteln, schütteln, tätscheln ...).

    Interessant, ich habe mal gelesen, dass das "-el-" eine Art Diminutiv sei. Das passt zumindest bei manchen Wörtern auch besser als deine Interpretation (z.B. "lächeln").
    #14Verfasser JanZ (805098) 29 Feb. 16, 12:01
    Kommentar
    Zu #14:

    Das Suffix -(e)l(n) kann eben, wie viele andere Affixe auch, mehrere Bedeutungen haben:

    – 'in eine bestimmte Form bringen': häufeln, fälteln, stückeln
    – iterativ: kränkeln, tätscheln, schnitzeln
    – diminutiv: lächeln, tänzeln, französeln ('ein wenig in der Art eines Franzosen sprechen')

    Manchmal lässt sich schwer sagen, ob das iterative oder das diminutive Element überwiegt: frösteln, kriseln, werkeln, hüsteln

    In anderen Fällen ist die Bildung idiomatisiert, d. h. die inhaltliche Herleitung ist gegenwartssprachlich nicht mehr (ohne Weiteres) erkennbar: hänseln (von Hans), (rum-)wursteln

    (Quelle: Fleischer/Barz: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache, 2. Aufl. 1995, S. 310)
    #15Verfasser Cro-Mignon (751134) 29 Feb. 16, 12:32
    Kommentar
    In AE, it's called by various names, including "plunger," "plumber's helper" and "plumber's friend."

    #16Verfasser hbberlin (420040) 29 Feb. 16, 12:52
    Kommentar
    Zu #14/#15:
    OT
    Was ich schon lange mal fragen wollte: Wir kennen "fränkeln", "schwäbeln", "sächseln" (gibt es noch weitere Verben für mundartlich gefärbtes Sprechen?), aber warum gibt es so etwas wie "baierln" nicht?
    #17Verfasser MiMo (236780) 29 Feb. 16, 14:09
    Kommentar
    #12: Ich persönlich kenne kein Verb, kann mir aber vorstellen, dass man hier in Franken 'bömbld'.

    #11: Wenn mir die Hebamma middam Bömbl kämerd, dädichs gleich widda nausschmeißn!

    #17:
    Ich wollt' ich könnte thüringeln... ;-)




    #18Verfassercookie crumbler (484354) 29 Feb. 16, 15:05
    Kommentar
    Ich glaube, es gibt einfach zu viele bairische Dialekte.
    #19Verfasser tigger (236106) 29 Feb. 16, 18:17
    Kommentar
    Ob das der Grund ist? Zur Beruhigung der Bayern kann ich aber sagen, dass es die -eln-Verben längst nicht für jeden Dialekt gibt. CC hat schon erwähnt, dass es kein Thüringeln gibt, ebenso wenig kann man platteln, hesseln oder badeln. Und das Berlinern kommt ohne -l- aus.
    #20Verfasser JanZ (805098) 29 Feb. 16, 18:47
    Kommentar
    Ein Bekannter (Nähe Düsseldorf) verwendet das (selbst erfundene?) Verb "baiern", was ich immer sehr lustig finde.

    Als höflicher Mensch spreche ich mit Nicht-Bayern üblicherweise automatisch Hochdeutsch. Besagter Bekannter reagiert dann jedoch öfter mal so: "Warum baierst du nicht? Jetzt baier doch mal, das klingt so nett ... ;)


    #21Verfasser Fragezeichen (240970) 03 Mär. 16, 19:39
    Kommentar
    Ein Bekannter verwendet das (selbst erfundene?) Verb "baiern" ... statt "pümpeln"???

    Oh. Der Faden ist irgendwie mittlerweile nicht mehr im Sanitärbereich.
    #22Verfasser Raudona (255425) 03 Mär. 16, 19:45
    Kommentar
    @ 20 - 22: ... nicht mehr im Sanitärbereich? Dann kann ichs ja verraten: Manche Baiern können auch platteln!
    #23Verfasser manni3 (305129) 03 Mär. 16, 20:13
    Kommentar
    Zu #22: Ich bin zutiefst zerknirscht. Wirklich unverzeihlich, dass ich nicht ausdrücklich erwähnt habe, dass sich mein Beitrag #21 auf die vier (!) Beiträge vorher bezieht ...
    #24Verfasser Fragezeichen (240970) 03 Mär. 16, 20:25
    Kommentar
    Pfff, brauchte meine #22 tatsächlich ein ;-) oder ein SCNR?

    Im Ernst: Ich hatte mich via Beitragszähler ans Ende des Fadens geklickt und tatsächlich einen Sekundenbruchteil lang gegrübelt ....
    #25Verfasser Raudona (255425) 03 Mär. 16, 20:54
    Kommentar
    Den Beitragszähler sehe ich jetzt zum ersten Mal, danke für den Tipp! Jetzt brauche ich nicht immer Strg+Ende zu drücken.

    Das Verb "baiern" habe ich übrigens auch schon benutzt. Man sollte aber nicht auf die Idee kommen, analog dazu auch von "kölschen" zu sprechen, denn das bedeutet auf Kölsch wohl "auswerfend husten" - warum auch immer.
    #26Verfasser JanZ (805098) 03 Mär. 16, 22:02
    Kommentar
    #26: "kölschen" als Verb habe ich - immerhin seit einem Vierteljahrhundert in diese schönen Stadt ansässig - noch nie gehört. Auch das Standardwerk der kölschen Sprooch kennt es nicht: http://www.koelsch-woerterbuch.de/
    Dafür ist Kölsch die einzige Sprache, die man sowohl sprechen als auch trinken kann ;)
    #27Verfasser soopay (1126699) 03 Mär. 16, 22:28
     
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