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El señor Pérez lo está buscando

15 Antworten   
Kommentar
Sorry, ich fange gerade an, Spanisch zu lernen, im Moment via Babbel. Dieser Satz oben kam gerade als Übersetzung für

Herr Pérez sucht Sie (männlich, Einzahl). El señor Pérez lo está buscando.

Mich verwirren diese direkten und indirekten Objekte sowieso total, aber ich hätte geschworen, dass es in diesem Fall le heißen würde und nicht lo??? Haben die eventuell einen Fehler gemacht (wie ich hoffe)? Sonst muss ich noch mal ganz von vorn anfangen, hmpf.
Verfassergigs12 (1179209) 05 Jul 17, 12:50
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Nix Fehler, nix von vorne anfangen.

Beides, also lo und le, sind richtig und nicht zufälligerweise, sondern aus ganz bestimmten Gründen:

In Kurzform:

lo ist das (grammatikalisch korrektere) männliche Akkusativ-Pronomen (im Spanischen: complemento directo)

le ist das männliche Dativ-Pronomen (im Spanischen: complemento indirecto), aber auch das umgangssprachlich gebräuchlichere männliche Akkusativ-Pronomen (im Spanischen: complemento directo)

Das Ganze nennt sich in der Fachsprache leísmo. (Die Leute weigern sich ganz einfach, das Pronomen lo (das ja auch für Sachverhalte steht: No lo entiendo. = Ich verstehe das nicht.) für eine Person zu benutzen, weil ihnen das unpassend, unnatürlich erscheint.

Diese Haltung ist bei manchen stärker, bei manchen schwächer ausgeprägt, d.h. manche Leute benutzen le immer statt lo, egal, ob es um Personen oder Sachen geht, die in einem Satz ein Akkusativ-Objekt (complemento directo) darstellen.

In der Grammatik ist der leísmo bis zu einem gewissen Grad meines Wissens sogar akzeptiert.

Daneben gibt es noch den laísmo. Und den loísmo.

Zu allen drei Begriffen finden sich im Internet wahrscheinlich unzählige Erklärungen, ganz bestimmt auch in deutscher Sprache.

#1Verfasserk-pax DE-ES (1120957) 05 Jul 17, 13:24
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Vielen Dank für die tolle Erklärung!
#2Verfassergigs12 (1179209) 05 Jul 17, 14:03
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Hier eine forumseigene Diskussion:


Wenn es um eine Frau gehen würde, der man sagt, dass el señor Pérez sie sucht, dann hieße es "El señor Pérez la está buscando." Dies ist grammatikalisch korrekt, da la das weibliche Pronomen für ein complemento directo ist. Und da käme auch kein Spanier auf die Idee, ein anderes Pronomen zu benutzen.

Wenn die weibliche Person aber das complemento indirecto eines Satzes ist, dann schlägt der laísmo zu (so etwa nach dem Motto: wie soll ich denn zu einer Frau le sagen, das ist doch für Männer!). Da hilft auch keine Erklärung zu complemento directo und complemento indirecto.

Wenn man im Supermarkt hört: "Señora, qué la doy?" (statt dem grammatikalisch korrekten "Señora, qué le doy?", wo qué das complemento directo und le das complemento indirecto ist), dann ist das laísmo.
#3Verfasserk-pax DE-ES (1120957) 05 Jul 17, 14:04
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k-pax, du hast ihr/ihm sehr einfach und gut erklärt. :-)
#4VerfasserClamin (969449) 05 Jul 17, 15:16
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Einfach und gut, finde ich auch! (Einfach gut!)
:-)
#5Verfassercookie crumbler (484354) 05 Jul 17, 17:28
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Aus #0:
Herr Pérez sucht Sie (männlich, Einzahl). El señor Pérez lo está buscando.

Wäre es nicht besser, das folgendermaßen zu übersetzen?
Das höfliche SIE sollte wohl rüberkommen.

El señor Pérez está buscando a usted.
El señor Pérez lo está buscando a usted.
El señor Pérez le está buscando a usted.
#6Verfasserriemann (1040979) 05 Jul 17, 18:32
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Ich weiss wirklich nicht so recht, ob man einen Anfänger, der sowieso noch mit dem Akkusativ und dem Dativ zu kämpfen hat, unbedingt mit einer so partikulären Eigenheit wie dem Leismus behelligen und verwirren sollte. Vom La- und Loismus mal ganz zu schweigen. Der leísmo taucht nämlich nur in den zentral- (Madrid!) und nordspanischen Dialekten auf, sowie in Paraguay und in begrenzter und eigener Weise im andinen Spanisch. Von den ca. 450 Millionen Spanischsprechenden sind also, grosszügig gerechnet, nicht mehr als 10 % betroffen.

Im Berlinerischen werden Akkusativ und Dativ ja auch kaum unterschieden, aber das muss ja nicht unbedingt jeder Deutschlernende in den ersten Monaten wissen. Der hat wahrlich schon genug zu beissen.
#7Verfasserqarikani (380368) 09 Jul 17, 14:46
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Wenn ich quarkis Feststellung "Der leísmo taucht nämlich nur in den zentral- (Madrid!) und nordspanischen Dialekten auf" lese, kommen mir erheblich Zweifel auf.

Denn:

Der mir ständig auf den Keks gehende leísmo kommt ja so was von aus der Provinz Segovia, das glaubst du gar nicht, weshalb die geographische Einschränkung auf "zentral- (Madrid!)" nicht richtig ist, mit Verlaub gesagt.

Aber nicht nur Segovia ...

WIKIPEDIA:

El área afectada por esta forma de leísmo comprende la mayor parte de Castilla y León. La forma más pronunciada se manifiesta en Valladolid, el este de León, Palencia y el noroeste burgalés, donde le sustituye a lo y les a los para todos los antecedentes animados de género masculino. El resto de la provincia de Burgos, las zonas aledañas a Valladolid y las regiones leístas de Segovia y Soria oscilan entre les y los para el plural, usando le invariablemente para el singular. En la provincia de Salamanca, Ávila y las zonas de transición entre éstas, Madrid y Cáceres el plural no es leísta salvo en raros casos.

Oder etwas knapper:

«Leísmo: Empleo exclusivo del pronombre le, como complemento directo, en lugar de lo y la. Así, voy a verle, en vez de voy a verlo o voy a verla. La Academia española y el buen uso admiten dicho empleo para el género masculino, siempre que el pronombre se refiera a personas, no a cosas; no puede decirse, por ejemplo, tengo un reloj, pero nunca le llevo. El leísmo es propio de Castilla, aunque ha penetrado en otras regiones del español.»
[Lázaro Carreter, Fernando: Diccionario de términos filológicos. Madrid: Gredos, 51981, p. 258]

Sowie:

(1) Como es bien sabido, leísmo y laísmo son fenómenos presentes fundamentalmente en Castilla-León, Santander, parte de la Rioja, Madrid y Castilla-La Mancha ... (http://cvc.cervantes.es/literatura/aispi/pdf/...)

"Tipos de leísmo y su distribución geográfica" https://ddd.uab.cat/pub/tfg/2016/166463/TFG_j...

Komm mir vor wie Wladimir ...
#8Verfasserk-pax DE-ES (1120957) 09 Jul 17, 21:14
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Como es bien sabido, leísmo y laísmo son fenómenos presentes fundamentalmente en Castilla-León, Santander, parte de la Rioja, Madrid y Castilla-La Mancha ...

Also, mein lieber Freund, ich sehe in Deiner Materialakkumulation nicht das Geringste, was der meinigen widersprechen würde. Im Gegenteil, verdanke ich das gelieferte Material im Namen derjenigen, die es brauchen können.

Quarkis Sprachgeschichtsvorlesungen bei Frau Professor Eva Salomonski in Zürich liegen zwar bald viereinhalb Jahrzehnte zurück, und in Spanien war er schon lange nicht mehr. Aber seinerzeit hat er auch bei dem zitierten Fernando Lázaro Carreter an der Autónoma Vorlesungen besucht. Und wenn er sich nicht schwer täuscht, ging es damals gerade darum oder um Angrenzendes. Wenn Du Dich also mit ihm unbedingt anlegen möchtest, musst Du schon frühmorgens an die Turnübungen und Ovomaltine mit Vollmilch trinken, geschickter argumentieren und Dein Zeug besser fundamentieren. Oder hab ich Dich etwa falsch verstanden (:?
#9Verfasserqarikani (380368) 10 Jul 17, 02:23
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nur in den zentral- (Madrid!) und nordspanischen Dialekten

... klingt so, als wenn die erwähnten ismen nur in Madrid und Baskenland, Kantabrien, Asturien und Galizien präsent wären.

Wahrscheinlich habe ich das missverstanden ...
#10Verfasserk-pax DE-ES (1120957) 11 Jul 17, 10:09
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Ich finde die Erklärungen in # 1 und #3 SUPER hoch drei.
Ich habe nämlich jetzt endlich eine Erklärung, warum es in meinem Lehrbuch heißt: ¿"en qué puedo ayudarle?" und nicht "ayuadarlo", [Frage an der Hotelrezeption an einen Kunden] obwohl nach "ayudar" der Akkusativ (im Gegensatz zum Deutschen) steht und es demnach "lo", oder "la", heißen müsste, wenn man es auf den Singular beschränkt.
#11VerfasserE.W.B. (883771) 16 Jul 17, 20:09
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--- edit ---
#12Verfasserno me bré (700807) 16 Jul 17, 20:31
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Dein Fall ist sehr speziell, lieber E.W.B., und viel komplizierterl, als Du denkst. Der Satz ¿"en qué puedo ayudarle?" kann nämlich aus drei ganz verschiedenen Gründen richtig sein.
- etweder weil der Rezeptionist ein leísta ist.
- oder weil er den "leísmo de cortesía anwendet", der auch bei vielen nicht leístas im formellen Kontext z.B. einer Hotelrezeption Anwendung findet. Ein weiteres Beispiel: Le saludo atentamente, als Briefschluss.
- oder weil der Rezeptionist aus einer Gegend stammt, in der das Verb ayudar immer noch den Dativ und nicht den Akkusativ regiert. Der Prozess des Regimewechsels ist im Falle von ayudar noch im Gange. In veschiedenen Gegenden Spaniens, in Teilen Mexikos, in fast ganz Mittelamerika und in Kolumbien regiert der Dativ immer noch das Verb ayudar. Sonst ist im grössten Teil Amerikas die Transition zum Akkusativ vollzogen. Diese Falltransition besteht auch bei anderen Verben und in jedesmal anderen Konstellationen. Ich will Dich ja nicht verwirren, aber wenn Du Lust hast, liest Du mal den folgenden Link.
#13Verfasserqarikani (380368) 16 Jul 17, 23:26
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Zu #13: SUPER hoch neun.


Tenía perros amaestrados que lo ayudaban en sus fechorías.
Se arrodilló frente a la dama para ayudarle a calzarse.

Lo acusó con el presidente Kardoux de tolerar el narcotráfico.
Las fotografías no le acusaban a ella sino a mí.

Lo llamó por teléfono para decirle que tenía su entera confianza.
Marcel le llamó por teléfono para decirle que Ana estaba muy mal.
#14Verfasservlad (419882) 17 Jul 17, 00:21
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@qarikani + vlad
Ich komme erst jetzt dazu, euch beiden herzlich zu danken für die vertiefenden Ausführungen und weiteren Beispiele.
#15VerfasserE.W.B. (883771) 03 Aug 17, 14:09
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