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Bedrohte Wörter III

33 replies    
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Wir kommen von hier: related discussion: Bedrohte Wörter II

Heute morgen erst habe ich überlegt, seit wann eigentlich der Knicks aus der Mode und somit auch aus der Sprache gekommen ist.

Knickst man überhaupt noch? Bzw. knicksen Mädchen und jungen Frauen noch? Debütantinnen beim Wiener Opernball? Vor der Queen?
Im "normalen" Leben kann ich mich nicht erinnern, nach Anfang/Mitte der 1970er Jahre noch jemanden knicksen gesehen zu haben.
Authorted (236428) 05 Jul 17, 15:49
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Ebenso das männliche Pendant, der Diener. Wollte meine Oma mir noch anerziehen - mit wenig Erfolg.
#1Authordirk (236321) 05 Jul 17, 16:09
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Meine Schwester knickst manchmal spaßeshalber.
#2AuthorJanZ (805098) 05 Jul 17, 16:17
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Bei der Münchner Française wird immer noch geknickst.

#3AuthorKarin H. (236988) 05 Jul 17, 16:38
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Ich hab noch um ca. 1980 geknickst und eine Freundin auch (mit ca. 16 J.).
Dann mich rapide entwöhnt.

Weiter mit bedrohten Wörtern? Ich blätterte gerade zum Spaß in einem 70er Jahre Kochbuch und finde einen Schatz an Veraltendem. Hier exemplarisch angeführt: Ragout. (Pikantes Hammelragout!)

#4AuthorBraunbärin (757733) 05 Jul 17, 16:52
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Debütantinnen beim Wiener Opernball? Vor der Queen?

Aber selbstverfreilich.

#5Authorbluesky (236159) 05 Jul 17, 17:00
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Ein Ragout ist ein geschmortes Fleischgericht. Kann ich nicht sagen, daß das Wort bedroht wäre.
#6Authorbluesky (236159) 05 Jul 17, 17:03
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Das Wort "Ragout" ist in meinem Sprachgebrauch fest verankert. M.M.n. ein ganz normaler Begriff.

Meistens gehen ja Wörter verloren von Handarbeiten/Handlungen, die man einfach nicht mehr macht - oder die Meisten nicht mehr machen - oder Dingen, die nicht mehr benutzt werden, wie ein Kohleofen, der früher üblich war und daher auch die Kohle im Kohlenkeller.
Darunter auch z.B. ein Stopfei. Ich kenne heute kaum noch jemanden, der stopft.
#7Authorulinne (894128) 06 Jul 17, 07:17
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Neben meiner Tastatur liegt eins. Ich hab es aber, zugegebenermaßen, schon länger nicht mehr benutzt.
#8Authorbluesky (236159) 06 Jul 17, 11:23
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Bei uns war es der Stopfpilz :-).
#9AuthorIngeborg (274140) 06 Jul 17, 11:44
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und bei uns ist es der Stopfschwammerl;
ich benutze ihn öfters, da es schade um die selbstgestrickten Sachen der Oma wäre

#7, 6, 4:
kennts ihr koa Rehragout ned? Des gibt's bei uns dahoam meistens af d'Nocht ;-)
#10AuthorSiss (1091233) 06 Jul 17, 12:23
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Aber klar. Und Wildschweinragout. Aber meistens im Winter.
#11Authorulinne (894128) 06 Jul 17, 12:54
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Und gemäß Wiki-Definition fällt auch Hühnerfrikasse oder Ratatouille darunter.
#12Authorbluesky (236159) 06 Jul 17, 13:02
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knorke
#13AuthorChrysalis66 (1189140) 13 Jul 17, 06:53
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Zumindest in der Schweiz ist Ragout der Standardbegriff.
#14AuthorThirith (1037221) 13 Jul 17, 08:33
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Gemäß Duden: Frikassee
#15Authormanni3 (305129) 13 Jul 17, 08:56
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ein Stopfei (#7)
Bei uns war es der Stopfpilz :-). (#9)
 
My grandmother had a darning egg, too.
#16AuthorStravinsky (637051) 13 Jul 17, 09:03
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Also Ragout und Frikassee sind doch ganz klar beide noch im Umlauf, mir beides geläufig.

Bei der weiteren Lektüre von Klaus Manns Mephisto erschien mir neben der Kapitelüberschrift "knorke" (#13) das Wort "Konsumation" - für das, was man in einer Gastwirtschaft verzehrt hat -, als ebenso veraltet.
#17AuthorChrysalis66 (1189140) 13 Jul 17, 09:35
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flying saucer / fliegende Untertasse

These days they're just plain old UFOs.
#18AuthorStravinsky (637051) 19 Aug 17, 10:04
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Darunter auch z.B. ein Stopfei. Ich kenne heute kaum noch jemanden, der stopft.
Ich kenne mich und auch noch mindestens drei, vier Personen, die die 5 oder 10 min investieren, um kleine Löcher in den Söckchen rechtzeitig zu stopfen.
Heute habe ich 15 min an einer mir wichtigen, teuren Hose gefädelt, mit Stopfei.
Und meine Haus-Wollstrümpfe auch nochmal, diesmal an der Ferse.
Dabei Radio hören - und alles läuft.
#19AuthorBraunbärin (757733) 19 Aug 17, 14:52
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@17: Duden.de:

Konsumation, die
Wortart: Substantiv, feminin
Gebrauch: österreichisch, schweizerisch

Nicht veraltet.
#20Authorvirus (343741) 20 Aug 17, 17:06
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Re 'curtsey'

I think the problem is, you can't do it in trousers (or you can, but it looks ridiculous).

I remember being curtseyed to by a small girl when I was working behind the counter at the London Zoo cafeteria. Ca. 1964. I think she was Swedish.
#21Authorescoville (237761) 20 Aug 17, 17:27
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@17/20

In Südtirol wird in Hinweisschildern, dass Leute, die nichts essen und trinken, für die Toilettennutzung zu zahlen haben, sehr oft der Begriff Konsumation benutzt.
#22AuthorPottkieker (871812) 20 Aug 17, 17:31
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 "Im Weichbild der Stadt".
Früher alltäglich, seit Jahren nicht mehr gehört bzw. gelesen.

Als Kind habe ich mich immer gefragt, was an einem Bild weich sein soll. Ach so, weil man die Stadt von da nur im Dunst sieht, also quasi wie durch einen Weichzeichner ...
Irgendwann hatte ich dann mein "Etymological Eureka"!
#23Authorkpf (de) (794049) 11 Sep 17, 13:37
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Der Duden erklärt "Weichbild" so:

"mittelhochdeutsch wīchbilde, 1. Bestandteil mittelhochdeutsch wīch- (in Zusammensetzungen), althochdeutsch wīh = Wohnstätte, Siedlung < lateinisch vicus = Dorf, Gehöft, 2. Bestandteil im Sinne von »Recht«, vielleicht verwandt mit mittelhochdeutsch unbil (Unbill), also eigentlich = Ortsrecht"
#24AuthorMiMo (236780) 11 Sep 17, 15:49
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Ich hab's irgendwann mal nachgeschaut, ja.
Wikipedia erklärt es aber etwas anders:
"Zum sichtbaren Weichbild, oder, mit einem geläufigeren Wort, der Silhouette, bei Städten Skyline, gehören prägende Elemente wie hohe Häuser, Kirchen mit ihren Türmen oder umgebende Begrünung oder auch innerörtliche Objekte, die ein städtebauliches Ensemble, wie z. B. einen Platz, gestalten."
So wurde es auch früher oft in Zeitungen usw. gebraucht.

Jedenfalls bedroht, habs schon sehr lange nicht mehr gelesen.

#25Authorkpf (de) (794049) 11 Sep 17, 16:11
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Liegt wahrscheinlich daran, dass die Luft in deutschen Städten im Allgemeinen besser geworden ist und es nicht mehr so viel Industriedunst gibt. :-)
#26Authortigger (236106) 11 Sep 17, 16:19
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Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, ob es in den Vorgängerfäden schon erwähnt wurde, aber ich halte das Stelldichein für bedroht. (Stattdessen gibt es wohl Dates und auch ab und an noch ein Rendez-vous).

Was mich seit heute morgen beschäftigt ist der Plural davon: Stelldicheins? Stelldicheine? Stelldichzwei? :-)
Weiß es jemand?
#27AuthorHenriette DE (1151406) 12 Sep 17, 12:56
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Der gute alte Konny meint :

                        SINGULAR            PLURAL
NOMINATIV    das Stelldichein    die Stelldichein, Stelldicheins
#28Authorno me bré (700807) 12 Sep 17, 13:19
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An der Büchse, die meinen Lieblingstee enthält, haftet ein kleines Magnetschildchen, das den Inhalt schön beschreibt: Labsal.

(In der Bedeutung "Wohltat, Erquickung" selbstverständlich. Der Tee ist zu gut, um ihn über Segelbootsausrüstung zu gießen).


#29Authorfrischwasser (689006) 12 Sep 17, 13:58
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@28: no me bré

Danke! Es fiel mir heute auf dem Weg in die Arbeit ein und hat mich seither nicht losgelassen.
(Auf Duden kann ich hier nicht zugreifen.)

#30AuthorHenriette DE (1151406) 12 Sep 17, 14:14
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Dann ist ja gut, dass Du wenigstens freien Zugang zu Leo hast ...
:-)
#31Authorno me bré (700807) 12 Sep 17, 17:31
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Hier ein interessaner Artikel:
"Academics uncover 30 words 'lost' from English language"
#32AuthorIngeborg (274140) 15 Sep 17, 12:49
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Gestern war ich in einer Tanzlokalität. Man geht viele Treppen runter in den Keller. Unten ist es recht düster. Mir fielen die Begriffe ein:
schummrig - und - Kellerschuppen.
Diese klingen für mich vor allem nach 60er, 70er Jahre, vielleicht auch 50er.
#33AuthorBraunbärin (757733) 16 Sep 17, 14:22
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