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DSGVO

81 Antworten   
Kommentar
I know because of Brexit British people couldn't give two figs about this new Datenschutzgrundverordnung but at least Irish Englishspeakers shoud be interested.

I don't want to discuss all the issues involving this act/ by-law / decree / whatever but I would be interested if anybody had a sentence or two with which to warn people that they might be photographed at an event and that by attending they give permission to be photographed and that there photos might be displayed in public unless they specifically withdraw their permissen (which by the way, they can do any time in the future retroactively). I know this sound mixed-up but the DSGVO is mixed up and many people don't know what the future holds for photographers and photography in general.

So, let's assume a running group meets regularly at different venues. Each week an invitation is posted on the group's website with the exact location and any information necessary for the event (i.e. bring a chair, bring food, etc.). After the event, somebody will always write a short report about what happened and add a few photos from the day.

Now there would be another sentence added about the photos.

Any suggestions?
Verfasserthisismyknick (1117613) 14 Mai 18, 13:45
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Ich kann Deine Frage nicht beantworten, aber hier gibt es eine kurze Übersicht betr. Fotos, die leider für die Praxis völlig unverständlich ist :-(((:
#1Verfasserwienergriessler (925617) 14 Mai 18, 14:04
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Danke. Du glaubst gar nicht, wieviel Einschätzungen, Interpretationen. Auslegungen, Erklärungen ich schon gelesen habe. Es wird nicht verständlicher! *soifz*
Der letzte Satz bezüglich "die Rechtsprechung abwarten" ist ein Armutszeugnis für die Politik. Für berufliche oder ab und an beruflich arbeitende Fotografen bedeutet das, dass sie sich bis die ersten Prozesse geführt wurden, unabgesichert im Raum bewegen. Man würde ja gern gesetzeskonform agieren, aber niemand kann dir sagen, was das ist. Und die armen Schweine erst, die als Paradebeispiele bei den ersten Prozessen herhalten müssen.
#2Verfasserthisismyknick (1117613) 14 Mai 18, 18:05
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Unser Chor handhabt das so:
Vor der Aufführung werden wir informiert, dass Fotos gemacht werden, und gebeten, einer Veröffentlichung ausdrücklich zu widersprechen - andernfalls geht man davon aus, dass es OK ist.
#3Verfasserpenguin (236245) 14 Mai 18, 18:10
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Und die Leute im Publikum, penguin? Oder werden die nicht abgelichtet? [Edith: Ach so, die werden auch vor der Aufführung informiert. Und wenn jemand zwischendurch kommt?]

Ich mache regelmäßig für meinen Basketballverein Fotos. Von unseren eigenen Mitgliedern habe ich das Einverständnis. Aber von den Gegnern, den neutralen Schiedsrichtern, den Zuschauern? Absolut unmöglich, das von jedem einzuholen.

Nach meinem aktuellen Verständnis heißt das – ich darf jetzt keine Fotos mehr machen und mein Verein muss seine Homepage in Zukunft bilderlos betreiben.
#4VerfasserJalapeño (236154) 14 Mai 18, 18:19
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#4 Genau das ist das Problem, an das sich keiner rantrauen will. Es gibt das "berechtigte Interesse" und zumindest was Veranstaltungen, die Eintritt kosten, betrifft, habe ich gelesen, dass es reichen würde, es auf die Eintrittskarten zu drucken ... aber nichts genaues weiß man nicht.

Dennoch meine Frage: Eine knackige Formulierung auf Englisch fände ich gut.

Etwa: Please be aware that photos may be taken during the event. If you do not want your photos taken please contract this expressively by speaking to ____ (hier eine Person einsetzen).

Ginge das? Ich rede jetzt mal rein vom Englischen, ob das juristisch wasserdicht ist, weiß wie gesagt, im Moment kein Mensch (oder wenn doch, dann ist es unter all den Meinungen, die herumflirren, begraben).
#5Verfasserthisismyknick (1117613) 14 Mai 18, 19:48
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Ich bin kein Jurist, fürchte aber, dass ein Opt-out (automatische Zustimmung, wenn kein Widerspruch) spätestens mit der DSGVO nicht mehr funktioniert (wenn er es denn je hat), daher würde ich davon dringend abraten.
#6VerfasserJanZ (805098) 14 Mai 18, 23:06
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'Contract' isn't the right word, I don't think -- did you mean something like 'counteract' or 'contradict'? And I believe you mean 'expressly' (ausdrücklich), not expressively (ausdrucksvoll) -- though if they're strongly opposed to being photographed, they might be expressive as well. (-;

If you did decide to try an opt-out, you might word it something like this. It's all a sheer guess and IANA lawyer, but maybe you could use any parts of it that match your context, as at least being better than nothing.

Commercial / noncommercial / amateur / volunteer photography and/or videography will take place as part of this event. Photos and videos of the event will be the property of the organization / club / photographer and will not be sold or given to any third party. Your attendance / your purchase of a ticket constitutes your implicit permission for us to use images containing your likeness in publicity, on our website, or in other ways that benefit our nonprofit organization. If you wish to explicitly opt out, please see X at the ticket office / information table to receive a badge / sticker with the 'No cameras' symbol. Thank you for your understanding.

That is, I can't imagine how else you would do it, unless you took a photo of everyone who didn't want to be photographed, just for a reference file to rule them out later. But I'm not sure it's practical to produce a lot of badges or stickers or whatever either, or that guests would want to wear something that obtrusive if it were a more formal event such as a wedding or classical concert.

I had the vague memory that when this had come up before, someone said that the out in German law previously was that if the image is of a group of people in a public context where privacy is not an expectation (e.g., on the street, in a public place), photographers don't have to get individual permissions. But if the law has recently changed, who knows -- and in any case I'm not sure how they defined a group (3? 6? 50?) under the previous law, or a public place.

What about things like televised sports events, where they show individual shots of fans with funny hats, or celebrities in the crowd? Did, for example, all the ex-players and ex-coaches at the Bayern trophy ceremony have to sign individual releases?

Surely there must be some provision in the law for fair use -- or if not, there are likely to be a lot of court cases all of a sudden?
#7Verfasserhm -- us (236141) 15 Mai 18, 03:29
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Schau mal hier rein

Ausnahmen vom Einwilligungserfordernis
§ 23 Abs. 1 KUG sieht jedoch einige Ausnahmen vor, in denen die Veröffentlichung von Aufnahmen auch ohne Einwilligung der abgebildeten Person(en) zulässig ist. Das ist der Fall bei:
Bildnissen aus dem Bereich der Zeitgeschichte,
Bildern, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen,
Bildern von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben und
Bildnissen, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.
Gleichzeitig ist aber § 23 Abs. 2 KUG zu beachten, wonach dennoch eine Einwilligung einzuholen ist, wenn die Veröffentlichung im Einzelfall berechtigte Interessen des bzw. der Abgebildeten verletzt.
Von diesen Regelungen sind insbesondere die Nr. 1 bis 3 relevant und sollen hier näher dargestellt werden.

3. Bilder von Versammlungen
Die freie Darstellung von Versammlungen gilt für alle Ansammlungen von Menschen, solange sie den kollektiven Willen haben, etwas gemeinsam zu tun. Umfasst sind demnach nicht nur Demonstrationen, sondern z.B. auch Kongresse oder Vereinsveranstaltungen.
Die Veranstaltung muss allerdings in der Öffentlichkeit stattfinden. Rein private Veranstaltungen sind nicht erfasst.
Voraussetzung ist, dass die Versammlung als solche Gegenstand der Abbildung ist und nicht die teilnehmenden Personen. Entsprechend § 23 Abs. 1 Nr. 2 KUG muss das Gesamtgeschehen im Vordergrund stehen und die Personen müssen diesem eindeutig untergeordnet sein. Die Abbildungen einzelner Personen fällt allgemein nicht unter diese Ausnahme.
#8VerfasserMasu (613197) 15 Mai 18, 08:41
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@Masu:

Das ist eben veraltet, weil bald die DSGVO in Kraft tretet und sich damit alles ändert. Nur *wie* es sich im Falle von Fotos bei Veranstaltungen ändert, kann keiner so recht sagen ...
#9VerfasserJalapeño (236154) 15 Mai 18, 08:55
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Es gibt bestimmt eine spezielle Software für Pressefotografen, die Gesichter automatisch erkennt und ihnen einen Verbrecherbalken über den Augen verpasst. Erst dann werden Bilder von Veranstaltungen veröffentlicht. Auf ausdrücklichen Antrag kann dann sein eigenes Gesicht wieder freigeschaltet werden, falls man es möchte.

#10VerfasserHarri Beau (812872) 15 Mai 18, 09:17
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#7 Yes, it was a typo - I meant contradict.
And your questions are exactly the questions discussed amongt photographers in Germany (and I guess all over Europe) at the moment.

One of the problems is that already taking a digital photograph is gathering data and therefore not allowed with the express permission of the subject. The new law also does mean everybody identifyable on a photo, regardless of whether they are the centre of the photo or just on the periphery and not really important to the photo.
#11Verfasserthisismyknick (1117613) 15 Mai 18, 16:30
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Das ist eben veraltet, weil bald die DSGVO in Kraft tretet

Richtig, in zehn Tagen geltet die DSGVO *scnr* ...

And your questions are exactly the questions discussed amongt photographers in Germany (and I guess all over Europe) at the moment.

Richtig, wobei wohl die jeweilige nationale Umsetzung in den Mitgliedsstaaten unterschiedlich aussieht. Und in Deutschland scheint tatsächlich niemand so genau zu wissen, was nun gilt. In einem anderen Forum wurde ein Schreiben des Innenministeriums zitiert, wonach man sich keine Sorgen machen müsse, das KUG mit seinen Ausnahmen gelte einfach weiter. Mag sein, dass das BMI das tatsächlich so bezweckt hat, viele Juristen sind jedoch der Ansicht, dass ohne explizite Ausnahme die DSGVO als Europarecht über dem KUG steht und damit die Veröffentlichung von digitalen Fotos mit erkennbaren Personen sehr viel schwieriger wird.
#12VerfasserJanZ (805098) 15 Mai 18, 17:03
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Re #0: I know because of Brexit British people couldn't give two figs about this new Datenschutzgrundverordnung

Has the UK left the EU? News to me...
#13VerfasserKinkyAfro (587241) 15 Mai 18, 17:22
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Das ist eben veraltet, weil bald die DSGVO in Kraft tretet und sich damit alles ändert.

Genau genommen ist die DSGVO bereits am 24. Mai 2016 in Kraft getreten - am 25. Mai 2018 endet nur die 2-jährige "Übergangsfrist" und sie ist ab dann zwingend anzuwenden.
#14Verfasserskye (236351) 15 Mai 18, 17:23
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Man kann sich demnächst also an möglichst vielen Demonstrationen aller Art beteiligen und eifrig an vorderster Front mitlaufen. Zu Hause wird dann mit einer speziellen Erkennungssoftware gesucht, ob man auf irgendeinem Pressefoto drauf ist. Sehr schön! Da klingelt zuerst das Telefon des Anwalts und dann die Kasse des Klägers.
#15VerfasserHarri Beau (812872) 15 Mai 18, 17:24
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Hört ihr das Scharren? Das sind die Abmahnanwälte, die wetzen ihre Messer.
#16VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 15 Mai 18, 20:25
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Das ist eben veraltet, weil bald die DSGVO in Kraft tretet

Richtig, in zehn Tagen geltet die DSGVO *scnr* ...


*********
Himmel, welcher Teufel hat mich denn da gereitet.
#17VerfasserJalapeño (236154) 15 Mai 18, 20:26
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Meinst du "without" in #11? Sonst verstehe ich den Satz nicht. Und "already" ist da auch etwas schief.
#18VerfasserGibson (418762) 15 Mai 18, 20:49
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#18 Ja, without sollte da stehen, sorry.
and of course "in a photo" (I hate typing on a phone but sometimes it can't be avoided)
 Bereits ein digitales Photo von einer erkennbaren Person aufnehmen, gilt als Verstoß, sofern keine Einwilligung vorliegt.
(is considered data gathering - wäre besser gewesen)

#19Verfasserthisismyknick (1117613) 15 Mai 18, 20:59
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Dann: even taking...
#20VerfasserGibson (418762) 15 Mai 18, 21:09
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Nicht so richtig, denn da ist ein Zeitelement, was bei "even" nicht transportiert wird.
#21Verfasserthisismyknick (1117613) 15 Mai 18, 23:05
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Das verstehe ich nicht. 'bereits' hat doch hier auch kein Zeitelement, sondern definiert 'data gathering': schon allein die Tatsache, dass ein Foto gemacht wird... Oder verstehe ich die Situation falsch?

Aber unabhängig davon ist 'already' an der Stelle falsch.
#22VerfasserGibson (418762) 15 Mai 18, 23:27
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Doch und doch.
Und nein, ich habe Null Lust eine Formulierung, die am Rande in einem Beitrag steht und absolut NICHTS mit meiner Anfrage zu tun hat, bis ins Allerkleinste durchzuhecheln und mich für eine Formulierung zu verteidigen, dich nach wie vor für richtig halte.

#23Verfasserthisismyknick (1117613) 16 Mai 18, 12:55
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Bei LEO ist es üblich, auf alle sprachlichen Aspekte einzugehen, ob sie Teil der eigentlich Frage sind oder nicht. Und das sind ja nicht die einzigen Sachen, die beanstandet wurden.

Ich weiß auch nicht, warum du dich so angegriffen fühlst. Wenn du nach der Formulierung für einen Satz fragst, schon gar in einem unklaren juristischen Zusammenhang, wäre es doch sinnvoll zu erklären, was genau gemeint ist.
#24VerfasserGibson (418762) 16 Mai 18, 13:21
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Da der Satz von thisismyknick, so, wie er jetzt  dasteht, tatsächlich nicht ganz richtig oder idiomatisch klingt, hier zwei Formulierungsvorschläge zur Güte:

Statt

One of the problems is that already taking a digital photograph is gathering data,

entweder:

One of the problems is that even (just) taking a digital photograph is (besser vielleicht: counts as, constitutes o.ä.) gathering data    (mir gefällt "even just" hier besser als nur "even", statt "just" ginge vielleicht auch "simply")

oder:

One of the problems is that taking a digital photograph already counts as gathering data.
#25VerfasserDragon (238202) 16 Mai 18, 14:06
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Alles ist halb so wild. Das deutsche Kunsturhebergesetz von 1907 gilt unverändert und steht höher als das Persönlichkeitsrecht. Abgesehen davon geht es nicht um das Anfertigen von Bildern, sondern nur um die Veröffentlichung. Und wer ein berechtigtes Interesse hat, darf das weiterhin genauso tun wie seit Jahren auch.

So meint jedenfalls dieser sachkundige Jurist hier:

#26VerfasserHarri Beau (812872) 16 Mai 18, 22:19
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Wie gesagt, das meint auch das Innenministerium. Hoffen wir, dass die Gerichte das im Zweifel auch meinen, denn bekanntlich ist man da (ebenso wie auf hoher See und bei der Deutschen Bahn) in Gottes Hand.
#27VerfasserJanZ (805098) 16 Mai 18, 22:52
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Gestern ging durch die Medien, dass die Aufnahmen einer Dashcam bei einem Unfall verwertet werden dürfen: Das Aufnehmen selbst sei zwar eine Ordnungswidrigkeit oder gar Straftat, aber da bei einem Unfall die Beteiligten ohnehin ihre Daten angeben müssen, sei das Persönlichkeitsrecht in diesem Fall irrelevant.

Heute steckte ich im Stau, hatte den Motor abgestellt, als mein Handy dongte: Meine Tochter hatte mir ein Foto aus London geschickt. Ich war drauf und dran, ihr ein Foto vom Stau zurückzuschicken, als mir einfiel, dass in einem der Autos vor mir ein Anwalt sitzen könnte ... Ich habe dann nur ein genervt dreinblickendes Selfie geschickt. Nun habe ich den dankenswerterweise von Harri Beau verlinkten Artikel gelesen und kann morgen aus dem nächsten Stau (der bestimmt kommt) ein viel eindrucksvolleres Foto schicken. (Innerhalb der Familie herumzeigen oder per WhatsApp schicken zählt hoffentlich noch nicht als Veröffentlichung.)

Ich finde Datenschutz im Grundsatz gut. Nur trifft die Neuregelung mal wieder die Falschen: Gesetzt den Fall, ich möchte der Fadeneröffnerin einige Bücher aus dem Schulbuchverlag schicken, für den ich tätig bin. Dafür muss ich ihre Adresse aufnehmen. Eigentlich müsste ich sie zunächst über ihre Datenschutzrechte aufklären und darüber, dass ihre Daten auf Wunsch jederzeit gelöscht werden können. Und ich müsste mir das von ihr unterschreiben lassen.

/ranton/ Die ganzen schönen Regeln halten aber Spammer nicht davon ab, mein Mail-Postfach zu verstopfen. Und mindestens zwei Anrufe pro Tag, bei denen mir eine energetische Haussanierung oder eine Weinlieferung aufgeschwatzt werden sollen, sind dadurch auch nicht zu verhindern. Und es werden weiterhin Bekloppte Fotos von Unfallopfern machen und ins Netz stellen. /rantoff/
#28VerfasserRaudona (255425) 16 Mai 18, 22:55
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# 26 Harri Beau - ich habe inzwischen soviele Einschätzungen gelesen, dass mir der Kopf raucht und - eine digitale Fotografie ist bereits das Sammeln von personenbezogenen Daten. Es geht nicht nur um die Veröffentlichung. Nichts destotrotz gilt nachwievor das KuG, aber wie genau und was wo zählt, weiß niemand so richtig, egal, was die verschiedenen Kommentatoren behaupten. Das hängt nämlich auch daran, wie Kunst definiert ist (was ich nicht mal annäherungsweise versuchen möchte). Wie Gerichte das sehen, weiß noch niemand. Siehe nämlich #27 Janz.

Auch ein Effekt des neuen Gesetzes: uns wurde heute von der VHS mitgeteilt, dass wir vorsichtig sein müssen, dass keine Listen der Kursteilnehmer mit personenbezogenen Daten (z.B. Telefonnummern) herumliegen lassen. Okay, lasse ich sowieso nicht herumliegen. Aber: ich darf nun die Listen nicht mehr im Kurs zur täglichen Unterschrift (zwecks Anwesenheitsbeweis für das BAMF) rumgehen lassen, sondern muss die TN einzeln nach vorne kommen lassen, wo sie unter meiner Aufsicht unterschreiben müssen, damit niemand irgendwelche Daten klaut. Das ist absurd! Sollte sich in einem Kurs eine Lerngruppe bilden, dann ist das Austauschen von Telefonnummern erlaubt (tatsächlich!), aber ich als Kursleiterin darf das nicht initiieren. Ich vermute zwar, dass unsere VHS-Leitung da etwas über das Ziel hinausschießt, aber die Verunsicherung ist allenthalben zu spüren.
#29Verfasserthisismyknick (1117613) 17 Mai 18, 00:20
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ich habe inzwischen soviele Einschätzungen gelesen, dass mir der Kopf raucht und - eine digitale Fotografie ist bereits das Sammeln von personenbezogenen Daten. Es geht nicht nur um die Veröffentlichung.

Man sollte nicht auf jeden hysterischen Kommentator achten. Wer macht denn diese Einschätzungen, sind das Leute vom Fach oder irgendwelche selbsternannten Schlaumeier aus diversen Foren?
#30VerfasserHarri Beau (812872) 17 Mai 18, 08:54
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Re #0: the DSGVO

Belatedly (as someone corrected me in the office this morning), this should be "the GDPR" in English. And it's in LEO :-) Siehe Wörterbuch: DSGVO
#31VerfasserKinkyAfro (587241) 17 Mai 18, 11:38
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#30: Einerseits Berufsfotografen, andererseits Anwälte, die zugeben, genau so auf dem Schlauch zu stehen, aber vorsichtshalber schon mal vor den Abmahnkollegen warnen, die jede Angriffsstelle knallhart ausnutzen werden.
#32VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 17 Mai 18, 12:23
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#30: Einerseits Berufsfotografen, andererseits Anwälte, die zugeben, genau so auf dem Schlauch zu stehen, aber vorsichtshalber schon mal vor den Abmahnkollegen warnen, die jede Angriffsstelle knallhart ausnutzen werden.
#33VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 17 Mai 18, 12:23
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https://gwegner.de/blog/dsgvo-und-auswirkunge...

Es gibt noch viele ähnliche Webseiten zu diesem Thema, einfach mal "DSGVO fotografen" googeln.

Ich übersetze seit Wochen fast nur noch Datenschutzerklärungen, mit einem Mal wachen alle auf.

Ich musste mich auch wegen meiner eigenen Webseite damit auseinandersetzen, gerade für kleine Freiberufler ist das Thema fast nicht handhabbar und ich erwarte eine riesige Abmahnwelle. Die Haie liegen sicher schon in den Startlöchern.
#34VerfasserSilvia(D) (320521) 17 Mai 18, 12:40
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Die werden sich aber schnell die Zähne ausbeißen. Was konkret ist jetzt neu, was man beachten sollte? Und wie soll ich oder egal wer jemals ein Bild vom Kölner Dom machen, ohne daß im Hintergrund irgendwelche Leute herumlaufen, die mit aufs Bild kommen? Und wenn ich dieses Bild über mein Telefon an die Verwandschaft schicke, wird kein Abmahnanwalt davon Wind bekommen.
#35VerfasserHarri Beau (812872) 17 Mai 18, 12:57
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Die werden sich aber schnell die Zähne ausbeißen.

Woran genau sollten sie sich die Zähne ausbeißen? Wenn die Abmahnung auf geltendem Recht basiert, dann wird sie gemacht, weil sie ja dem Abmahnanwalt etwas bringt. Allerdings muss er schon im Auftrag der abgebildeten Person handeln, weil er ja gar nicht wissen kann, ob zwischen ihr und dem Fotografen eine Vereinbarung vorliegt. Abmahnen nach dem Gießkannenprinzip geht also nicht.

Was konkret ist jetzt neu, was man beachten sollte?

Das Innenministerium sagt: Nichts. Manche Juristen sagen: Die DSGVO geht jetzt vor dem KUG mit seiner Beiwerksausnahme, so dass Fotos mit erkennbar abgebildeten Personen immer nur mit deren ausdrücklicher Zustimmung veröffentlicht werden dürfen.

Und wenn ich dieses Bild über mein Telefon an die Verwandschaft schicke, wird kein Abmahnanwalt davon Wind bekommen.

Dann hast du sie auch nicht veröffentlicht, und es greift eine Ausnahme der DGSVO.
#36VerfasserJanZ (805098) 17 Mai 18, 13:51
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Womit die Frage aus #28 beantwortet wäre.

 Wenn die Abmahnung auf geltendem Recht basiert, dann wird sie gemacht, weil sie ja dem Abmahnanwalt etwas bringt.

Ja eben, das hätten sie schon seit Jahren tun können. Wenn sich an den Persönlichkeitsrechten nichts geändert hat, werden sie nicht damit durchkommen.

Was sind erkennbar abgebildete Personen? Wer sie kennt (also ich mich als mich, oder ein Familienmitglied) dann ist die Schwelle sehr, sehr niedrig. Wer will entscheiden, wo genau die Grenze liegt?

Wenn ich genug vergrößere, habe ich - glaube ich - meine Cousine erkannt: https://image.stern.de/6701066/uncropped-0-0/...
#37VerfasserHarri Beau (812872) 17 Mai 18, 14:13
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Ja eben, das hätten sie schon seit Jahren tun können. Wenn sich an den Persönlichkeitsrechten nichts geändert hat, werden sie nicht damit durchkommen.

Ja-ha, aber vielleicht hat sich ja was geändert, siehe oben. Ich fürchte, mit dieser Rechtsunsicherheit müssen wir leben, bis es die ersten Urteile dazu gibt.
#38VerfasserJanZ (805098) 17 Mai 18, 14:34
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Harri, ich habe mir das verlinkte Bild mal sozusagen forensisch angeschaut: Es ist in Wuppertal in der Straße Werth aufgenommen, und zwar um den 12.07.2012 herum. (Anmerkung: Ich kann mich nicht erinnern, jemals in Wuppertal gewesen zu sein, mir genügen die Informationen auf dem Bild.)

Da wird es mit dem Persönlichkeitsschutz schon irgendwie gruselig.
#39VerfasserRaudona (255425) 17 Mai 18, 15:00
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Da kommen Problematiken auf, an die denkt man als naiver Bürger gar nicht, z.B.:

#40VerfasserSilvia(D) (320521) 17 Mai 18, 15:16
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Und? Hast du meine Cousine erkannt? Nein? Kein Wunder, du kennst sie ja nicht. Also, was soll's.

Selbst wenn eine Software automatisch jedes Gesicht mit einem Verbrecherbalken über den Augen versieht, werde ich mich auf irgendwelchen Bildern wiedererkennen weil ich Kleidung und Örtlichkeit identifiziere. Das kann aber nur ich, oder jemand der mich gut kennt.

Interessant, wie sich das Empfinden wandelt. Meine Oma hätte noch stolz das Bild ausgeschnitten, wenn sie sich zufällig als Beiwerk eines Zeitungsfotos entdeckt hätte. Und ihre Enkel bekommen Paranoia, wenn sie sich auf einem Bild erkennen, was vor Jahren mal in irgendeiner Wuppertaler Fußgängerzone aufgenommen wurde.
#41VerfasserHarri Beau (812872) 17 Mai 18, 15:27
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Selbst wenn eine Software automatisch jedes Gesicht mit einem Verbrecherbalken über den Augen versieht, werde ich mich auf irgendwelchen Bildern wiedererkennen weil ich Kleidung und Örtlichkeit identifiziere.

Richtig, deswegen reicht ein Augenbalken datenschutzrechtlich unter Umständen auch nicht.

Das kann aber nur ich, oder jemand der mich gut kennt.

Natürlich können Menschen immer nur von denen identifiziert werden, die sie kennen. Aber gerade die sollen vielleicht auch nicht immer alle wissen, wo man gewesen ist. Außerdem wäre man sonst schnell fertig mit dem Persönlichkeitsrecht: Bist du so prominent, dass dich jeder sofort erkennt? Nein? Also darf ich auch beliebig Fotos von dir veröffentlichen. Das kann es ja auch nicht sein.
#42VerfasserJanZ (805098) 17 Mai 18, 15:44
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Ein Foto von mir ist aber etwas ganz anderes als ein Foto vom Kölner Dom, in dem ich am Rande zufällig erscheine.

~~

Die EU-Kommissarin Věra Jourová hat an der DSGVO mitgearbeitet. Die Hysterie kann sie nicht verstehen.
#43VerfasserHarri Beau (812872) 17 Mai 18, 15:47
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Das BMI schreibt auf seiner Homepage, dass sich durch die DSGVO für Fotografen nichts ändere:

"Für die Veröffentlichung von Fotografien bleibt das Kunsturhebergesetz auch unter der ab dem 25. Mai 2018 anwendbaren Datenschutz-Grundverordnung erhalten."



#44VerfasserJalapeño (236154) 17 Mai 18, 21:43
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Die freie Darstellung von Versammlungen gilt für alle Ansammlungen von Menschen, solange sie den kollektiven Willen haben, etwas gemeinsam zu tun. … Die Veranstaltung muss allerdings in der Öffentlichkeit stattfinden. Rein private Veranstaltungen sind nicht erfasst. (#8)
 
What about a family having a picnic in a park? Sie haben “den kollektiven Willen, … etwas gemeinsam zu tun”. But is it a “rein private Veranstaltung”?
#45VerfasserStravinsky (637051) 18 Mai 18, 06:39
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What about a family having a picnic in a park? 

Was für eine family, deine eigene oder eine fremde? Ist sie das Motiv oder nur zufällig im Hintergrund zu sehen?

Das Paar hier im Vordergrund würde ich vorher fragen. Die anderen Leute im Hintergrund kann ich nicht alle fragen und brauche es auch nicht: http://img.fotocommunity.com/liegewiese-mit-a...
#46VerfasserHarri Beau (812872) 18 Mai 18, 08:32
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Eine Fremde.
#47VerfasserStravinsky (637051) 18 Mai 18, 08:41
Kommentar
Dann ist es doch ihre Privatveranstaltung und nicht meine. Untereinander dürfen sie doch Bilder von Opa mit Enkel machen soviel sie wollen um sie danach ins Fratzbuch zu stellen. Aber das gibt mir doch nicht das Recht, mit einem Tele ebenfalls draufzuhalten und die Bilder danach zu veröffentlichen?
#48VerfasserHarri Beau (812872) 18 Mai 18, 08:51
Kommentar
Zu Link in #40:
Was ich hier nicht ganz verstehe, ist, wo der Unterschied zu einem normalen Anruf sein soll. Wenn mich ein Kunde auf dem Handy anruft, dann habe ich seine Telefonnummer auch automatisch gespeichert. Das war schon so, seit es Handys gibt. (Auf modernen Festnetztelefonen ebenso.)
#49Verfasserriffraff68 (854542) 18 Mai 18, 11:08
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Ja, du hast die Nummer dann gespeichert, aber nicht WhatsApp. Genau das ist der Unterschied.
#50VerfasserJanZ (805098) 18 Mai 18, 11:17
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WhatsApp und damit Facebook greift ja auf das Adressbuch im Smartphone des Nutzers zu, um mit den eigenen Servern abzugleichen, wer bereits ebenfalls bei WhatsApp registriert ist. Da sämtliche Kontakte geprüft werden, erhält WhatsApp Zugang zu Kontaktdaten auch von Personen, die selbst nicht Nutzer von WhatsApp sind, es landen also auch Daten von Personen bei der Facebook-Tochterfirma, die dieser Übermittlung niemals zugestimmt haben.

Privatleute, die WhatsApp installiert haben, betrifft dies nicht, Personen mit Diensthandys sehr wohl, also auch kleinere Handwerksbetriebe, Selbstständige und Freiberufler.

Rechtlich handelt es sich bei der Übermittlung des Adressbuches vom Dienstsmartphone um einen Datenaustausch zwischen zwei Unternehmen, der aber nur dann erlaubt ist, wenn zuvor alle Betroffenen ausdrücklich dieser Datenübermittlung zugestimmt haben.
#51Verfasserneutrino (17998) 18 Mai 18, 11:26
Kommentar
Stimmt, Danke für die Klarstellung.
#52Verfasserriffraff68 (854542) 18 Mai 18, 11:28
Kommentar
Man kann aber im Handy unter "Einstellungen" bei WhatsApp einstellen, auf was es zugreifen können soll. Bei mir ist "Kontakte" ausgeschaltet ...
#53Verfasserneutrino (17998) 18 Mai 18, 12:10
Kommentar
#42 JanZ
Mittlerweile ist aber Gesichtserkennung so weit, dass man Fotos gezielt nach bestimmten Personen durchsuchen kann.

#54VerfasserBlackFrank (1093052) 18 Mai 18, 12:48
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#53 Ich hatte das zuerst auch so, dann kann man aber nur auf Nachrichten antworten und keine Nachricht an eine Person schicken, von der noch nichts gekommen ist. Man kann also nicht einfach eine Telefonnummer eingeben und an diese Nummer eine Nachricht schicken - zumindest habe ich es nicht hingekriegt und deshalb zähneknirschend den Zugriff auf die Kontakte akzeptiert.
#55VerfasserNica (de) (236745) 18 Mai 18, 14:10
Kommentar
#54: Das kommt noch erschwerend hinzu (die Frage, wie gut die elektronische Gesichtserkennung im Einzelfall ist, sei mal dahingestellt, aber im Zweifel wird sie immer besser).
#56VerfasserJanZ (805098) 18 Mai 18, 14:42
Kommentar
Wenn also ein Handwerker bei mir nicht klar kommt und schickt seinem Chef über WhatsApp ein Bild der Situation um sich Rat zu holen, dann muss ich ihn erst bitten mir sein Telefon auszuhändigen um zu kontrollieren ob das Häkchen für Kontakte unter "Einstellungen" gesetzt ist oder nicht, damit ich ihn verklagen kann?

#54: Das gibt es schon seit vielen Jahren völlig gratis für Jedermann: Siehe auch: taking pictures in public in Berlin - #77
#57VerfasserHarri Beau (812872) 18 Mai 18, 14:44
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Harri, an sich schon ... WhatsApp ist böse. Darum ist es z.B. auch Lehrkräften an staatlichen Schulen untersagt, mit ihren Schülerinnen und Schülern per WhatsApp zu kommunizieren. In der Schule meiner Tochter wurde es dann so gelöst, dass Lehrkräfte bei Bedarf ("Hausaufgabe", "morgen mitzubringen", "Unterricht fällt aus" ...) eine Mail an einzelne zuverlässige Schülerinnen oder Schüler schickten, die dann die Info in ihre WA-Gruppe stellten.

Und, ja, ich nutze WhatsApp zähneknirschend auch, dabei gibt es weniger neugierige Alternativen (Kik, Telegram ...). Die nutzt aber sonst niemand aus meinem Bekanntenkreis.
#58VerfasserRaudona (255425) 18 Mai 18, 15:47
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Was ist an WhatsApp eigentlich so böse? Es ist immerhin End-to-End verschlüsselt, was man von herkömmlichen E-Mail-Programmen und ganz zu schweigen von normalen Telefonleitungen nicht sagen kann.

Wer verschickt eigentlich auf WhatsApp etwas anderes als Terminvereinbarungen, Liebesgrüße und Katzenbildchen? Irgendwie verstehe ich nicht, warum das von vielen verteufelt wird. Für mich ist das die beste Erfindung seit dem Rad.
#59VerfasserSilvia(D) (320521) 18 Mai 18, 16:19
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Ich finde WhatsApp auch super praktisch. Nur dass die Daten von völlig Unbeteiligten abgegriffen werden, finde ich halt böse.
#60VerfasserRaudona (255425) 18 Mai 18, 17:34
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Na ja, dann sollte man überhaupt keine elektronischen Medien nutzen. Alles kann irgendwie abgegriffen werden, wenn ein böser Wille bzw. kommerzieller Nutzen da ist.
#61VerfasserSilvia(D) (320521) 19 Mai 18, 18:22
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Das Problem ist, dass WhatsApp die Telefonnummern deiner Kontakte ohne deren Zustimmung auf seine Server kopiert und vermutlich auch nicht wieder löscht.
#62VerfasserJanZ (805098) 19 Mai 18, 19:20
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Eben. Beispiel: Mehrere Familienangehörige von mir besitzen nur ein klassisches Tastenhandy, mit dem sie telefonieren und SMS verschicken können. Sie können keine Apps nutzen, geben nirgends ihre Daten ein. Sobald ich aber die Telefonnummern in meinem Smartphone gespeichert habe und WhatsApp nutze, sind auch diese Leute in der Datenbank.
#63VerfasserRaudona (255425) 20 Mai 18, 13:12
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Da fragt mich gerade eine Kollegin, ob die Pflichtangabe einer ladungsfähigen Adresse in einem Impressum nicht mit der DSGVO kollidiere. Sei das nicht schon unrechtmäßige Datenerhebung, wenn ihr Klarname nebst Adresse in ihrem Blog oder in einem selbstverlegten Werk stehen müsse?
#64VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 24 Mai 18, 09:40
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#64 Das macht doch der Site-Inhaber selbst. Das ist doch keine Datenerhebung.

#Harri Beau (ich finde den Beitrag nicht mehr, wo du mich fragst). Es gab in der Gruppe von Photographen, wo ich mitlese, durchaus die Einschätzung von Rechtsanwälten, dass bereits digitales Fotografieren eine Datenerhebung bedeutet. Andere haben widersprochen. Das Schlimme - ganz generell - ist das, was auch weiter oben angesprochen wird: solange das nicht in einigen Fällen vor Gericht gelandet ist, sind das alles Einschätzungen. Man muss sich selbst entscheiden, auf welcher Seite man seine Aktivitäten in Zukunft einordnet.

Wichtig ist, dass nachwievor das KuG greift, aber manche Dinge könnten von einem Gericht heute anders beurteilt werden als zuvor. Wie Abmahnanwälte das Gesetz ausnutzen - ob sie es ausnutzen, bleibt abzuwarten. Auch hier muss ich mich auf Einschätzungen von anderen verlassen.


#65Verfasserthisismyknick (1117613) 24 Mai 18, 10:06
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#64 Das macht doch der Site-Inhaber selbst. Das ist doch keine Datenerhebung.

Und selbst wenn es eine wäre, wäre sie natürlich nach DSGVO erlaubt, da gesetzlich vorgeschrieben.
#66VerfasserJanZ (805098) 24 Mai 18, 10:14
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@64-66: genau. Erstens gibt der Seitenbetreiber ja seine eigenen Daten heraus, also ist es keine Datenerhebung durch Dritte. Ohne Impressum kein Blog etc...

Außerdem gilt Art. 6 – EU-DSGVO c): die Verarbeitung ist zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erforderlich, der der für die Verarbeitung Verantwortliche unterliegt (Hervorhebung im Original)

BTW: Ihr braucht auch nicht Morgen beim Finanzamt die Löschung der Daten verlangen, damit Ihr keine Steuern mehr zahlen müsst. Da gilt Art 6 c) oben genauso ;-)
#67VerfasserFeuerflieger (237951) 24 Mai 18, 15:12
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Wie Abmahnanwälte das Gesetz ausnutzen - ob sie es ausnutzen, bleibt abzuwarten.
Die scharen schon mit den Hufen. Da haben die Juristen unter den Gesetzgebern eine unerschöpfliche Einkommensquelle für ihre Kollegen erschaffen. Gibt's übrigens nur in Deutschland!
#68Verfasserjo-SR (238182) 24 Mai 18, 15:41
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Ich bezog mich in meiner Aussage nur auf die Befürchtungen von Hobbyfotografen (wie in meinem Ausgangspost). Dort gibt es einige Hürden (wenn ich richtig informiert bin) für Abmahnanwälte. Andere Bereiche des DSGVO kann ich schon gar nicht beurteilen.
#69Verfasserthisismyknick (1117613) 24 Mai 18, 15:48
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Gibt's übrigens nur in Deutschland!

Das ultimative Argument dafür, dass etwas großer Mist ist :-). Können die anderer Rechtssysteme Kundigen Jos Aussage bestätigen?

Ich bezog mich in meiner Aussage nur auf die Befürchtungen von Hobbyfotografen (wie in meinem Ausgangspost). Dort gibt es einige Hürden (wenn ich richtig informiert bin) für Abmahnanwälte.

Richtig. Wie schon in meiner #36 erwähnt, ist die höchste, dass sie erst mal wissen müssten, wer die abgebildeten Personen sind und dass keine Vereinbarung zwischen ihnen und dem Fotografen besteht. Da sehe ich unvollständige Datenschutzerklärungen u.Ä. auf der Website als wesentlich größeres Problem.
#70VerfasserJanZ (805098) 24 Mai 18, 16:00
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Das Bilder-Abmahnen durch solche Anwälte stelle ich mir (als Laie) auch schwierig vor. Es ist ja nicht verboten, Bilder von Menschen zu veröffentlichen, man muss ja nur deren Einverständnis haben. Da man die Einverständniserklärung meines Wissens nicht mitveröffentlichen muss, dürfte es für diese Anwälte wohl nicht rentabel sein, in großem Umfang Fotografen anzuschreiben, nur um dann festzustellen, dass die meisten brav eine Einverständniserklärung vorweisen können. Denk ich mir mal so – als Laie.
(hat sich jetzt mit #70 überschnitten)
#71Verfasserilex (764482) 24 Mai 18, 16:04
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Mal zurück zu dem Bild aus Wuppertal.

Wenn man es herunterlädt und sich die detailierten Eigenschaften anschaut, kann man eindeutig Autor, Ort, Datum und präzise Uhrzeit 12:38 der Erstellung ablesen.
Das ist Datenverarbeitung bzw. Datenspeicherung!

Nimmt man nun noch an, daß die einzeln stehende Dame links eigentlich schon um 12:30 Uhr aus der Mittagspause hätte zurück sein müssen und einen Arztbesuch vorgeschoben hat, so könnte die Veröffentlichung dieses Photos ab morgen für Herrn Rainer Hackenberg evtl. rechtliche Konsequenzen haben.

Da hilft nur noch eine Verpixelung der klar erkennbaren Personen, die nicht an einer "Veranstaltung" teilnehmen.
#72Verfassertraveler in time (757476) 24 Mai 18, 16:13
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Na ja. „Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen“ sind laut KUG von der Einverständniserklärung ausgenommen. Das trifft auf das Wuppertal-Bild m.E. zu.
#73Verfasserilex (764482) 24 Mai 18, 16:24
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Da man die Einverständniserklärung meines Wissens nicht mitveröffentlichen muss, dürfte es für diese Anwälte wohl nicht rentabel sein, in großem Umfang Fotografen anzuschreiben, nur um dann festzustellen, dass die meisten brav eine Einverständniserklärung vorweisen können.

Muss ich die irgendeinem dahergelaufenen Anwalt auf Verlangen vorweisen? Anwälte sind ja keine Hilfspolizisten. Auch eine Abmahnung ist ja nicht in jedem Fall zulässig, es muss schon ein berechtigtes Interesse vorliegen.

Nimmt man nun noch an, daß die einzeln stehende Dame links eigentlich schon um 12:30 Uhr aus der Mittagspause hätte zurück sein müssen und einen Arztbesuch vorgeschoben hat, so könnte die Veröffentlichung dieses Photos ab morgen für Herrn Rainer Hackenberg evtl. rechtliche Konsequenzen haben.

Aber nur, wenn der nicht beim "Stern" arbeiten würde, für die institutionalisierte Presse gelten nämlich nach überwiegender Meinung Ausnahmen.

Na ja. „Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen“ sind laut KUG von der Einverständniserklärung ausgenommen. Das trifft auf das Wuppertal-Bild m.E. zu.

Aber da drehen wir uns wieder im Kreis, die juristische Welt ist sich ja nicht einig, ob das mit der DSGVO noch so einfach funktioniert.
#74VerfasserJanZ (805098) 24 Mai 18, 16:26
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Re #73: Die Veröffentlichung des Bildes an sich ist nach KUG wohl kein Problem.
Es wurden aber erweiterte Daten (Datum, Uhrzeit, Ort) mit veröffentlicht. Hier greift unmittelbar die DSGVO.

Ich kenne einige Photographen, die schon seit Jahren raten die Metadaten vor der Veröffentlichung zu entfernen. Anscheinend achtet aber niemand darauf.

Mit einer einfachen Bildersuche nach der Dame könnte ich schnell ihren Namen herausfinden und hätte damit ihren Aufenthaltsort zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Das sind definitiv "personenbezogene Daten"!
#75Verfassertraveler in time (757476) 24 Mai 18, 16:35
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#73 Das ist zwar alles richtig, aber der Möchtegern-Abmahnanwalt muss sich die Mühe machen, die Dame zu identifizieren und sie anzuschreiben und von ihr das Mandat bekommen, die Abmahnung zu schreiben.
#76Verfasserthisismyknick (1117613) 24 Mai 18, 18:46
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Zu WhatsApp: Eine sehr gute Alternative ist Threema, das nutze ich seit Jahren, die sitzen in der Schweiz.
#77VerfasserFeuerbaerin77 (1191024) 25 Mai 18, 08:14
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Danke für den Tipp, Feuerbaerin, das schaue ich mir gleich mal an! Allerdings ist die Schweiz ja nicht einmal in der EU. Die nervigen Werbeanrufe, die ich fast täglich von einer angeblich in Hamburg verorteten Firma für "energetische Haussanierung" bekomme, werden von der Schweiz aus getätigt.
#78VerfasserRaudona (255425) 25 Mai 18, 09:32
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Alternativen sind nur dann praktikabel, wenn das Umfeld ebenfalls zu den Alternativen greift.

Ich würde am liebsten bei Messenger bleiben (die Einbindung in Facebook ist ja inzwischen kein Nachteil mehr gegenüber whatsapp, da ist es genauso schlecht). Der Grund: bei Messenger kann ich auch auf dem Keyboard schreiben und muss nicht mit dicken Fingern auf dem Telefon rumhacken, was bei längeren Gesprächen durchaus von Vorteil ist. Aber der Großteil meiner Kontakte benutzt Whatsapp. Und ich mag nicht noch mehr Apps für den im Prinzip gleichen Dienst benutzen.
#79Verfasserthisismyknick (1117613) 25 Mai 18, 10:11
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#74 JanZ
Muss ich die irgendeinem dahergelaufenen Anwalt auf Verlangen vorweisen? Anwälte sind ja keine Hilfspolizisten. Auch eine Abmahnung ist ja nicht in jedem Fall zulässig, es muss schon ein berechtigtes Interesse vorliegen.
 
und

#76 thisismyknick
Das ist zwar alles richtig, aber der Möchtegern-Abmahnanwalt muss sich die Mühe machen, die Dame zu identifizieren und sie anzuschreiben und von ihr das Mandat bekommen, die Abmahnung zu schreiben.
 
Genau! Und deswegen denke ich, dass Fotografen vor Abmahnanwälten keine Angst haben müssen. Nichts anderes wollte ich in meiner #73 sagen. Kam anscheinend nicht so verständlich rüber, sorry.
 
#75 traveler in time
Das mit den Metadaten ist ein guter Punkt. Aber diese zu entfernen ist ja nicht soo schwer. Das muss man sich als Fotograf halt angewöhnen und schon wieder muss man keine Angst vor Abmahnanwälten haben.
Klar, natürlich nur, wenn das KUG tatsächlich weiterhin gilt. Aber in Jalapeños Link in #44, ist es immerhin das Bundesinnenministerium, das behauptet dem wäre so. Aber gut, das Wappentier unseres neuen Innenministers ist bekanntermaßen das „Fähnchen im Wind“, insofern vielleicht doch: Nix gwiss woaß ma ned.
#80Verfasserilex (764482) 25 Mai 18, 12:54
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Aber in Jalapeños Link in #44, ist es immerhin das Bundesinnenministerium, das behauptet dem wäre so. Aber gut, das Wappentier unseres neuen Innenministers ist bekanntermaßen das „Fähnchen im Wind“, insofern vielleicht doch: Nix gwiss woaß ma ned.

Das hat weniger mit irgendwelchen Fähnchen im Wind zu tun als mit der Unabhängigkeit der Gerichte insbesondere von der Exekutive (zu der das BMI gehört). Aber ja, dafür müsste tatsächlich erst mal jemand klagen, der dazu berechtigt ist.
#81VerfasserJanZ (805098) 25 Mai 18, 13:02
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