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    Unsere Umwelt Nr. 6

    Kommentar

    Unser Thema: Umweltschondend denken und leben

    Recycle

    Reuse

    Reduce


    Wir kommen von hier:

    Siehe auch: Unsere Umwelt Nr.5



    Verfasser traveler in time (757476)  06 Aug. 19, 10:15
    Kommentar

    Traveler, bevor das Durcheinander zunimmt: Ich werde Doris bitten, den von mir gestarteten Faden Nr. 6 zu löschen.

    #1VerfasserEifelblume (341002) 06 Aug. 19, 10:24
    Kommentar

    Da es hier ja um Recycle und Reuse geht, kannst du den Faden vielleicht einfach in Nr. 7 umbenennen. ;-)

    #2Verfasser traveler in time (757476) 06 Aug. 19, 10:28
    Kommentar

    Habe ich da wieder etwas dazuzulernen in Sachen Technik - oder ist das Ökoirrsinn pur:


    Die Ausflugsschiffe auf der Mosel bei Trier sollen öko werden und mit Strom fahren. Für die ganz kleinen Schiffe, die die Touristen nur ein bisschen spazierenfahren, ist das kein Problem. Aber die größeren Schiffe mit Gastronomie an Bord können gar nicht so viele Akkus laden, wie für Kühlgeräte, Kaffeemaschinen usw. nötig wären. Um ihre Betrieberlaubnis zu behalten, erzeugen sie ihren Strom an Bord mit - Dieselgeneratoren.

    #3VerfasserEifelblume (341002) 19 Aug. 19, 10:54
    Kommentar

    Dieselelektrische Schiffsantriebe sind keine Neuheit: https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Schif...

    Wenn man das jetzt mit einem Energiemanagementsystem mit Akkupufferung verknüpft, tut man sicher nicht, um auf diese Weise den Energieverbrauch zu erhöhen.

    #4Verfasser TTMM (236247) 20 Aug. 19, 09:50
    Kommentar

    "den Energieverbrauch zu erhöhen" ist ganz sicher nicht die Absicht. Aber eine Folge, die in Kauf genommen wird. Jede Umwandlung von Energie hat Verluste und ein großer Schiffsdiesel hat mit Sicherheit einen höheren Wirkungsgrad als ein kleiner dieselbetriebener Stromgenerator.

    #5Verfasser Harri Beau (812872) 20 Aug. 19, 10:52
    Kommentar

    Danke Harri.

    Genau so habe ich es auch in der Schule gelernt. Ein mittels Dieselaggregat ständig nachgeladener Elektromotor müsste einen Wirkungsgrad > 1 haben, damit die Konstruktion sich lohnt.

    #6VerfasserEifelblume (341002) 20 Aug. 19, 12:03
    Kommentar

    Die Kombination Dieselmotor ==> elektr. Generator ==> Elektromotor ist nun aber keine neue Erfindung.

    Der große Vorteil dieser Kombination besteht darin, dass der Dieselmotor bei einer konstanten bzw. je nach Leistungsbedarf optimalen Drehzahl betrieben werden kann, weil dann die Drehzahl des Motors elektrisch gesteuert werden kann, während Verbrennungsmotoren notorisch schlecht geeignet sind, wenn man einen großen Drehzahlbereich abdecken muss. Deshalb auch die lästigen Getriebe in den Autos.

    Bei Dieselelektrischen Lokomotiven wendet man das Prinzip bereits seit über 50 Jahren an.


    #7Verfasser eineing (771776) 20 Aug. 19, 13:15
    Kommentar

    So wie ich das verstanden habe, ging es nicht um einen akkugepufferten dieselelektrischen Schiffsantrieb.

    #8Verfasser Harri Beau (812872) 20 Aug. 19, 13:22
    Kommentar

    Ich verstehe den Einwand jetzt nicht ganz. Der Strom an Bord größerer Schiffe wird doch schließlich immer mit Hilfe eines Dieselmotors erzeugt. Wie sollte es auch sonst gehen, wenn der Strombedarf sinnvoll nicht aus Batterien gedeckt werden kann? Einen Atomantriebe wollen wir ja, denke ich mal, nicht ernsthaft ins Auge fassen ;).

    In sofern verstehe ich jetzt nicht so recht, worin die Besonderheit der Ausflugsschiffe auf der Mosel besteht. Wahrscheinlich besteht die Veränderung gegenüber vorher darin, dass der Dieselmotor jetzt nicht mehr direkt, d.h. mechanisch, auf die Schiffsschraube wirkt. Das scheint mir dann allerdings weder besonders revolutionär noch irgendwie unsinnig zu sein.

    #9Verfasser eineing (771776)  20 Aug. 19, 13:35
    Kommentar

    Normale Ausflugsschiffe haben einen Dieselmotor, der für Antrieb und Beleuchtung sorgt.


    Dieses Schiff fährt Grün. Also mit Strom. (Aus einem Windkraft-Braunkohle-Atomstrom-Mix). Für das Wohlergehen der Gäste, denen es nach Musik, heißem Kaffee oder einem Eis verlangt, sorgt ein kleines Diesel-Aggregat.


    Ob jetzt so oder so mehr CO² verbraucht werden, müsste man ausrechnen. Das kann ich so schnell nicht.

    #10Verfasser Harri Beau (812872) 20 Aug. 19, 13:46
    Kommentar

    Harri: Da jetzt ja auch schon Versuche laufen mit Oberleitungs-Elektro-LKWs, vielleicht könnten die Ausflugsschiffe ja auch so elektrifiziert werden.

    Gut, sieht bescheuert aus und ab und an wird mal ein höheres Schiff dagegenfahren und abfackeln.. aber für (gegen) CO² tun wir ja alles /ironie off


    Übrigens, bei Deinem Strommix hast Du den Solaranteil vergessen, dann steht es zumindest 2:2 bei der Gut/Schlecht-Kombi. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass da auch noch Gaskraftwerke beteiligt sind.

    #11Verfasser drkimble (463961) 21 Aug. 19, 08:23
    Kommentar

    .... und Wasserkraftwerke.

    #12Verfasser eineing (771776) 21 Aug. 19, 08:32
    Kommentar

    ... und Steinkohle. Ach ja, Gaskraftwerke haben wir auch noch.

    #13Verfasser Harri Beau (812872) 21 Aug. 19, 08:54
    Kommentar
    Komplett elektrische Fähren gibts in Norwegen schon seit 2015.
    vielleicht sollten die Mosel-Schiffer sich das mal ansehen?

    https://electrek.co/2018/02/03/all-electric-f...
    #14Verfasser Qual der Wal (877524) 21 Aug. 19, 17:57
    Kommentar

    Die norwegische Fähre wurde einige Fadenabschnitte zurück schon einmal diskutiert. Dabei ist zu bedenken, dass Norwegen 99% seines Stromes aus Wasserkraftwerken bezieht (der Rest wird von einigen Windkraftwerken bestritten, glaube ich) und die meiste Zeit des Jahres Strom im Überfluss erzeugt (-> Export).


    Letztens las ich einen Artikel, in dem es um den wachsenden Kostendruck bei amerikanischen Solarkraftwerken ging. Das war mir erstmal nicht klar, denn große Solarkraftwerke, wie man sie in Kalifornien findet, liefern bereits zu Kosten von ≤ 6 Cent/kWh, was mit jedem konventionellen Kraftwerk mithalten kann. Das Problem liegt in der dynamischen Preisgestaltung: Während der wenigen Stunden, in den Solarkraftwerke Strom liefern, besteht wegen des mittlerweile hohen Solarstromanteiles ein Überangebot, das die Abnahmepreise drückt, oft auf 3 bis 4 Cent/kWh und manchmal sogar in den negativen Bereich. Um kostendeckend produzieren zu können, versuchen die Solarstromerzeuger daher mittelfristig (innerhalb der nächsten zehn Jahre) auf Erzeugungspreise von 3 Cent/kWh zu kommen.

    #15Verfasser Norbert Juffa (236158) 21 Aug. 19, 19:10
    Kommentar

    vielleicht sollten die Mosel-Schiffer sich das mal ansehen?


    Speziell diese Fähre kenne ich zwar nicht, aber eine typische (dieselgetriebene) norwegische Fähre, wie ich sie in Erinnerung habe, bietet keine eisgekühlten Getränke oder heißen Kaffee für die Gäste an. Noch nicht einmal belegte Brötchen.

    So wie ich #3 verstanden habe, lag in der Gastronomie an Bord das Problem.

    #16Verfasser Harri Beau (812872) 21 Aug. 19, 20:20
    Kommentar

    Aber wieviel Energie verschlingt denn die Gastronomie? Ich kann mir momentan nicht vorstellen, dass das mehr als ein Bruchteil der Antriebsenergie ist, von daher verstehe ich nicht, dass die Elektrik für den Antrieb reicht aber nicht auch für den Fahrgastkomfort. Geht es vielleicht bei den Moselschiffen um eine Klimanlage (die Dinger fressen ja Strom wie Hast-du-nicht-gesehen)?

    #17Verfasser Norbert Juffa (236158)  21 Aug. 19, 20:31
    Kommentar

    Ich habe keine Ahnung, ich kenne mich mit Moselfahrgastschiffen nicht so aus.


    #11: Da jetzt ja auch schon Versuche laufen mit Oberleitungs-Elektro-LKWs, vielleicht könnten die Ausflugsschiffe ja auch so elektrifiziert werden.


    Das gibt es seit 100 Jahren schon: Im Königssee fahren seit 1909 elektrisch angetriebene Ausflugsschiffe und in Strausberg transportiert seit 1915 die sogenannte Strausseefähre Ausflügler bis heute mit einer elektrischen Oberleitung über den See.


    Genial: Das größte Elektrofahrzeug der Welt, ein 45 Tonnen schwerer Muldenkipper (eDumper), braucht mit seiner 600 kWh-Batterie nie an die Steckdose und fährt doch ständig herum. Der Trick dabei, er fährt leer einen Abhang hoch,lässt sich oben am Berg mit 65 t Gestein beladen und fährt damit wieder ins Tal. Seine Bremsenergie wird dabei umgewandelt (Stichwort Rekuperation) und in einer Batterie gespeichert. Kostet SFR 400.000,-


    #18Verfasser Harri Beau (812872) 21 Aug. 19, 23:26
    Kommentar

    Geniale Idee. Aber ich denke, du meinst entweder "das größte batteriebetriebene Fahrzeug der Welt" oder "das größte elektrische Straßenfahrzeug". Denn selbst die E-Lokomotiven der Deutschen Bundesbahn vor 50 Jahren brachten deutlich über 100t auf die Waage: https://en.wikipedia.org/wiki/DB_Class_103


    Rechnen tut sich das bestimmt, bei eingespartem Dieselkraftstoff im Wert von ca. 75.000 SFR pro Jahr.

    #19Verfasser Norbert Juffa (236158)  21 Aug. 19, 23:40
    Kommentar

    Dieses Energiegewinnungsmodell scheint mir ausbaufähig zu sein: Wir machen einfach die Alpen platt.

    #20Verfasser eineing (771776) 22 Aug. 19, 07:53
    Kommentar

    Aus dem verlinkten Artikel ein kleines Zitat: Hervorhebung von mir... (grins)


    Mit mehr als dem Doppelten des Gewichts, das den Hügel hinuntergeht, nimmt das regenerative Bremssystem des Tieres mehr als genug Energie auf, um den Strom wieder aufzufüllen, die der eDumper verwendet hat.



    #21Verfasser Pudelwohl (1107942) 22 Aug. 19, 08:29
    Kommentar

    Vielleicht wurde Tier geschrieben, aber Monster ist gemeint? Oder daher, weil das Ding Lynx heißt, auf Deutsch "Luchs"?


    https://www.watson.ch/wissen/umwelt/450913549...


    #19: Mit Superlativen ist das immer so eine Sache. Meint man die Größe oder das Gewicht? Oder tatsächlich nur auf Straßenfahrzeug bezogen? Jedenfalls wird es wohl der größte Elektrolaster der Welt sein. Oder zumindest Muldenkipper.

    #22Verfasser Harri Beau (812872) 22 Aug. 19, 09:10
    Kommentar

    Aber wieviel Energie verschlingt denn die Gastronomie? Ich kann mir momentan nicht vorstellen, dass das mehr als ein Bruchteil der Antriebsenergie ist


    Ich schätze mal 20-30%. Wir haben nicht mehr 1980, als so ein Ausflugsschiff zur Bespaßung der Fahrgäste einen Kühlschrank für Getränke und eine Kaffeemaschine besaß.

    Heute gibt es Klimaanlagen, insbesondere bei den großen Fensterflächen der Neubauten, vielleicht ist eine vollwertige Küche und eine richtige Musik- und Lichtanlage an Bord.

    Wenn das Schiff auch als stationäre Party-Location eingesetzt werden soll, ist ein Genset - das was oben als "kleiner dieselbetriebener Stromgenerator" bezeichnet wurde - das Mittel der Wahl.

    Elektrische Antriebe haben ja auch noch andere Vorteile: Größere Zuverlässigkeit (redundante Systeme), ruhigerer Lauf, schnellere Einsatzbereitschaft, flexiblere Raumaufteilung im Maschinenraum.

    #23Verfasser TTMM (236247) 22 Aug. 19, 11:12
    Kommentar

    @17: Aber wieviel Energie verschlingt denn die Gastronomie? Ich kann mir momentan nicht vorstellen, dass das mehr als ein Bruchteil der Antriebsenergie ist


    Ich habe keine Ahnung, wieviel Antriebsenergie so ein Ausflugsschiff benötigt. Aber ich weiß, dass ich (50 kg Lebendgewicht, untrainiert, unsportlich) ein 10-Meter-Segelboot bei Flaute schwimmend ziehen kann (also, ich schwimme auch, nicht nur das Schiff)

    #24VerfasserEifelblume (341002) 23 Aug. 19, 16:36
    Kommentar

    Darf ich fragen, welche Geschwindigkeit du dabei erreichst? :-)


    Wenn ich meinen Physikunterricht richtig in Erinnerung habe, so steigt der Leistungsbedarf linear mit der bewegten Masse, aber quadratisch mit der Geschwindigkeit. Mehr als ein paar hundert Watt bringt ein untrainierter Schwimmer nicht ins Wasser, denke ich.


    Ein Ausflugsschiff auf der Mosel fährt nun nicht besonders schnell, vielleicht 10 Knoten, da reichen dann vielleicht 400 kW Antriebsleistung? Klimaanlage dann vielleicht 15 kW, Gastronomie 5 kW? Wer echte Daten hat, nur her damit.

    #25Verfasser Norbert Juffa (236158)  23 Aug. 19, 17:22
    Kommentar

    Ich habe hier (leider ziemlich unbrauchbare) technische Daten für ein Ausflugsschiff auf der Mosel gefunden:

    https://www.merkelbach-personenschiffe.de/fah...


    Das Schiff hat zwei Antriebe (wohl Dieselmotoren) mit je 310 PS, das sind etwa 450 kW. Dann gibt es zwei Stromaggregate mit zusammen 200 kW. Ich vermute mal, dass die von den beiden Dieselmotoren angetrieben werden. Man kann vermuten, dass das Bugstrahlruder elektrisch betrieben wird, so dass man grob geschätzt davon ausgehen kann, dass für den Antrieb eine Leistung von veilleicht 300 kW zur Verfügung steht, und für die restlichen elektrischen Verbraucher des Schiffs etwa 150 kW. Das ist ja nicht nur Gastronomie, sondern auch Beleuchtung, die erwähnte Klimaanlage und wahrscheinlich auch die Heizung.

    Zu deinen sportlichen Leistungen:

    Das Segelbboot ist wahrscheinlich um einen Faktor 100 oder sogar 1000 leichter als so ein Moselschiff. Du wirst damit kaum schneller als 1 km/h unterwegs sein.

    Da der Leistungsbedarf eines Schiffes ungefähr mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit steigt, braucht man bei 10 km/h schon die tausendfache Leistung. Und 10 km/h sind wohl auch für einen gemütlichen Ausflugsdampfer nicht zu viel (zumal das Schiff ja gelegentlich auch mal flußaufwärts fahren muss).


    #26Verfasser eineing (771776) 23 Aug. 19, 17:36
    Kommentar

    Gib mir mal eben Nachhilfe, bitte: Wieso dritte Potenz?


    Von Klimaanlage und Heizung sind zu jeder Zeit wohl nur eine aktiv. Ich hatte jetzt von der häuslichen Klimaanlage hochgerechnet, bei der ein 200 qm Haus von einem 5 kW Aggregat gekühlt werden kann, und die Grundfläche beim Schiff als zwei Ebenen mit jeweils 4 x 40m angesetzt, mit zusätzlichen Verlusten wegen mangelnder Isolation (große Fenster, Metallkonstruktion).


    Interessant, dass das Schiff mit soviel Generatorleistung aufwarten kann.

    #27Verfasser Norbert Juffa (236158)  23 Aug. 19, 17:42
    Kommentar

    Der Reibungswiderstand hängt bei Bewegungen in Fluiden (Gas, Luft) quadratisch von der Geschwindigkeit ab, d.h. die aufzubringende Kraft wächst ebenfalls quadratisch. Da die Leistung aber propotional zur Kraft und zur Geschwindikeit ist, wächst die Leistung mit der dritten Potenz.

    #28Verfasser eineing (771776)  23 Aug. 19, 18:28
    Kommentar

    Danke, wird wohl wieder Zeit im Gerthsen zu lesen :-). Ich hatte nur noch im Kopf, dass eine der Formeln der Bauart ½xy² zum Einsatz kommt, aber das trifft hier auf die Kraft zu: F_w = 0.5 * c_w * ρ * A * v²

    #29Verfasser Norbert Juffa (236158)  23 Aug. 19, 19:41
    Kommentar

    Der größte Glyphosatverbraucher in Deutschland ist - die Bahn.

    Die ach so umweltfreundliche Bahn hält die Gleisanlagen mit "Giftzügen", wie der Spiegel sie nennt, unkrautfrei.

    #30VerfasserEifelblume (341002) 02 Sep. 19, 14:09
    Kommentar

    Nicht nur Unkraut, sondern jedes Grün. Auf dem Bahndamm soll nichts hochkommen, was sie Sicherheit gefährden oder in Brand geraten könnte. Letztes Jahr erst noch griff in Siegburg bei Bonn ein Böschungsbrand auf dem Bahndamm auf acht Häuser über, die total zerstört wurden.

    #31Verfasser Harri Beau (812872) 02 Sep. 19, 14:20
    Kommentar

    Heute berichten die Nachrichten, dass wieder ein Politiker das 365-€-Jahresticket gefordert hat.


    Das ist doch Populismus pur.


    Warum bitteschön sollte irgendjemand 365 € zum Fenster hinauswerfen für keinen Bus und keine Bahn?

    Sowie ein funktionierender Personentransport außerhalb der Großstädte existiert, werde ich mir so ein Ticket zulegen.

    #32VerfasserEifelblume (341002) 06 Sep. 19, 11:03
    Kommentar

    Was ist Populismus für dich?

    #33Verfasser Doris (LEO-Team) (33) 06 Sep. 19, 11:18
    Kommentar

    Wenn z.B. 50% der Münchner aufgrund des Tickets auf ein Auto verzichten darf sicherlich hier und da eine *belibigesMittelgebirgeeinsetzen*blume in einem SUV die ländliche Luft belasten und wir wären den Klimazielen dennoch deutlich näher.


    Und wenn der SUV dann noch ein elektrischer wird, weil die Firma das kostenlose Laden am Arbeitsplatz während der Arbeitszeit ermöglicht, umso besser.

    #34Verfasser traveller in time (589684) 06 Sep. 19, 11:21
    Kommentar

    @#33: Ich war zwar nicht gefragt, aber trotzdem hier eine Antwort auf deine Frage.

    Für mich ist ein Merkmal von Populismus, den Wählern permanent neue Wohltaten zu versprechen, ohne sich weiter dazu zu äußern, wie das ganze finanziert werden soll.

    Ich finde, dass das gerade in der letzten Zeit ziemlich zugenommen hat: ÖPNV-Ticket für alle zu einem mehr oder weniger symbolischen Preis, bedingungsloses Grundeinkommen, Mietpreisdeckelung, Verbot Negativzinsen an Kunden weiter zu reichen. Alles das hat seinen Preis, der aber - typisch für Populisten - nicht genannt wird.

    Dass man sich dann auf so nebensächlich Problemchen, wie die Tatsache, dass der ÖPNV in vielen Städten an seiner Kapazitätsgrenz arbeitet, und sich dieser Zustand kaum auf die Schnelle ändern ließe, selbst wenn das Gelde dafür im Überfluss vorhanden wäre, nicht weiter einlässt, versteht sich von selbst.

    So stelle ich mir Populismus vor.

    #35Verfasser eineing (771776) 06 Sep. 19, 11:49
    Kommentar

    @Doris: Populismus ist für mich, wenn supergute, erstrebenswerte Dinge gefordert bzw. versprochen werden, die zu 100 % nicht realisierbar sind.


    traveller, in München fährt die Mehrheit MVV - noch mehr passen in den Stoßzeiten gar nicht hinein. Ich vermute, dass es in anderen Großstädten nicht viel anders ist. Das 365 € Ticket ist dort auch nur in Verbindung mit viel mehr Gleitzeitarbeitsplätzen sinnvoll.


    Warum meinst du, ich sollte mir zusätzlich zu meinem Diesel Euro5 (Verbrauch <5 ltr.) einen Elektro-SUV zulegen? Das verstehe ich nciht, das wäre doch Verschwendung pur!</p>

    #36VerfasserEifelblume (341002) 06 Sep. 19, 11:52
    Kommentar

    Genau, zusätzlich. Und noch ein Cabrio für den Sommer, einen Unimog für den Wald und einen alten V8 um ab und an mal richtig ordentlich zu heizen und Benzin zu verblasen. Wohnmobil brauchst du ja nicht, aber vielleicht doch ein Kleinbus um mit Enkeln und Kindern in den Urlaub zu fahren?


    Man könnte aber auch einfach davon ausgehen, daß irgendwann jedes Auto mal ersetzt wird. Mein letzter hatte z.B. 19 Jahre gehalten bis die Reparatur teurer wurde als der Restwert. ;-)

    #37Verfasser traveller in time (589684) 06 Sep. 19, 12:17
    Kommentar

    traveller: Ich nehme an, das ist Sarkasmus. Aber ich versteh's trotzdem nicht.

    #38Verfasser eineing (771776) 06 Sep. 19, 12:26
    Kommentar

    In Wien haben wir das 365 € Ticket, es gibt mehr Jahreskartenbesitzer als registrierte Autos. Obwohl das Angebot (im Stadtkern, zumindest) prinzipiell gut ist, muss man sagen, dass es mittlerweile unter seinem eigenen Erfolg leidet. Die U-Bahnen sind eigentlich immer voll, nicht nur in der Stoßzeit.


    Ein Verlustgeschäft für die Stadt bleibt es trotzdem, aber das ist ÖNV ja immer.

    #39Verfasser Carullus (670120)  06 Sep. 19, 12:41
    Kommentar

    #37 bezog sich auf die Frage in #36 warum sich Eifelblume zum Diesel noch ein E-Auto kaufen sollte, nachdem ich in #34 schrieb 'Und wenn der SUV dann noch ein elektrischer wird...'.


    Ja, das ist natürlich kein ernsthafter Vorschlag.

    #40Verfasser traveller in time (589684) 06 Sep. 19, 13:21
    Kommentar

    eineing: Da müsstest du die Umweltfäden von Anfang an durchlesen, dann verstehst du den traveller.


    traveller: Oder ich lass die ganzen überflüssigen Zweit- und Drittfahrzeuge weg (was soll ich denn im Wald?) - und von dem gesparten Geld fliege ich mit Kindern und Enkeln in den Urlaub - oder ich mach richtig die Sau beim Geld ausgeben und fahre mit der Bahn.


    Genug geblödelt...

    Ich glaube, dass sehr viele Politiker einfach keinen Bezug zur Realität (mehr) haben. Sämtliche Forderungen, das Auto unerschwinglich für Normalverdiener zu machen, gehen irrtümlich davon aus, dass die Leute nur aus Jux und Dollerei spazierenfahren. Diese Umweltschützer verkennen, dass im ländlichen Raum praktisch niemand ohne Auto zur Arbeit kommt.


    Familien wohnen nicht mehr über Generationen hinweg im selben Dorf. Trotzdem möchte man hin und wieder seine erwachsenen Kinder und die Enkel sehen. Auch da gilt: Wenn ich mit Bus und Bahn zur Tochter fahre, geht fast das ganze Wochenende für die 50 km drauf. Sämtliche mir bekannten Vorschläge zur Reduzierung des Autoverkehrs sind unrealistisch.


    Was man wirklich weglassen könnte: Woche für Woche ein paar 100 junge Männer, die 7-stellige Einkommen haben, mit Bussen und Flugzeugen kreuz und quer durch Deutschland fahren, damit sie 1 1/2 Stunden lang in einer fremden Stadt einem Ball hinterherlaufen, obwohl sie auch zuhause genug Bälle haben. Man nennt das Bundesliga....

    Ja, ich weiß, ich meine das auch nicht ernst. Aber Hand aufs Herz: Wäre das nicht vernünftiger, als die Forderung, dass jeder Maurer oder Schlosser die Hälfte seines Einkommens für die Fahrt zur Arbeit ausgeben soll?


    Entschuldige Doris, ich hör schon wieder auf. Sicher hat auch jemand eine vernünftige UND machbare Idee.

    #41VerfasserEifelblume (341002) 06 Sep. 19, 13:42
    Kommentar

    Auch ein Beitrag zum Umweltschutz: Ich bringe mein Auto jedes Jahr zur Inspektion, obwohl es 10 Jahre alt und über 200000 km gelaufen ist.

    Nach der Inspektion braucht es fast 1 ltr./100 km weniger, der Verbrauch steigt dann bis zur nächsten Inspektion wieder an. Laut dem Kfz-Meister liegt das daran, dass bei einer vollständigen Inspektion alle Filter getauscht werden.

    Da nach Meinung vieler bei älteren Autos eine Inspektion sich nicht mehr lohnt, wird da einiges an Sprit unnötig verbraucht. Man kann also die Umweltschädlichkeit des Autos wenigstens ein bisschen reduzieren (reduce)

    #42VerfasserEifelblume (341002) 06 Sep. 19, 16:03
    Kommentar

    Ein Verlustgeschäft für die Stadt bleibt es trotzdem, aber das ist ÖNV ja immer.


    True, and many in the US use that as an excuse not to fund public transportation as well. But the question remains: When was the last time that a street or road (except, possibly, some toll roads) ended up making money--or even costing the city/county/state/country nothing? People are happy to sink taxes into concrete and asphalt but complain about using taxes to fund public transport (which can possibly, in certain cases, reduce the extra roads required by some degree).

    #43Verfasser hbberlin (420040) 06 Sep. 19, 16:17
    Kommentar

    Nota bene: traveler in time und traveller in time sind zwei verschiedene Personen ...

    #44VerfasserBraunbärin (757733) 06 Sep. 19, 16:36
    Kommentar

    Populismus ist für mich, wenn supergute, erstrebenswerte Dinge gefordert bzw. versprochen werden, die zu 100 % nicht realisierbar sind.


    You mean like this (emphasis mine)?


    https://www.nytimes.com/live/2019/democrats-c...

    Ten Democratic presidential candidates presented their plans for tackling climate change in a seven-hour CNN town hall on global warming. Almost all of the candidates have a goal of achieving carbon neutrality across the U.S. economy by 2050, but they differed in how to get there and how to pay for the plans.

    #45Verfasser Norbert Juffa (236158) 06 Sep. 19, 17:48
    Kommentar

    Ich glaube schon, dass das realisierbar wäre. Die Frage ist halt: um welchen Preis? Populistisch wäre es, wenn jemand sagt "... und ohne, dass wir uns einschränken oder unsere Lebensgewohnheiten ändern müssten."

    #46Verfasser Carullus (670120) 06 Sep. 19, 18:08
    Kommentar

    Ich wollte hier nur sicherstellen, dass ich Eifelblume richtig verstehe. Ich selbst bezeichne Aussagen wie die der demokratischen Kandidaten im jetzigen Wahlkampf als Volksverdummung. Selbst wenn wir unseren Lebensstandard auf den von vor 200 Jahren reduzieren würden, wären die USA nicht kohlenstoff-neutral.

    #47Verfasser Norbert Juffa (236158) 06 Sep. 19, 18:28
    Kommentar

    "Populistisch wäre es, wenn jemand sagt "... und ohne, dass wir uns einschränken oder unsere Lebensgewohnheiten ändern müssten."

    Das wird allerdings so gut wie nie gesagt, sondern meistens stillschweigend impliziert. Und auch das ist für mich populistisch. Das schöne daran, zumindest für Politiker, ist, dass das immer und immer wieder gut funktioniert, obwohl alle Adressaten es besser wissen könnten und auch besser wissen. Aber wenn Freibier angesagt ist, setzt der Verstand aus.

    #48Verfasser eineing (771776) 06 Sep. 19, 18:29
    Kommentar

    Hmmm, Populismus ist für mich auch, wenn man zu allgemein behauptet, Politiker würden so gut wie nie darauf hinweisen, dass das Erreichen der Klimaziele Einschränkungen erfordert. Sicherlich wird es noch nicht oft und noch nicht deutlich genug gesagt, aber nach meinem Eindruck hört man es immer häufiger. Olaf Scholz zum Beispiel wird aktuell fast täglich mit "muss etwas kosten" und "Menschen müssen sich auf spürbare Auswirkungen einstellen" zitiert. Erwartet Ihr wirklich, dass sie bei allen Reden immerzu die Kosten und Einschränkungen in den Vordergrund stellen?


    Nochmal hmmm, ich finde es ziemlich schwierig zu beurteilen, ob das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 erreichbar ist. Großbritannien hat dieses Ziel ja als erstes EU-Land postuliert und einige andere Länder sollen folgen. Hier ein im Endeffekt auch etwas vage bleibender Artikel zum UK: https://epigram.org.uk/2019/06/22/uk-carbon-n...


    Ich habe wie gesagt keinen Überblick über die Details, habe aber den Eindruck gewonnen, dass viele seriöse Wissenschaftler das Ziel für ambitioniert, aber vielleicht doch erreichbar halten (*). Warum soll das in den USA anders sein? Um das Ziel zu erreichen, muss man ja nicht auf allen gebieten den CO2-Ausstoß auf 0 bringen, man muss ja "nur" dafür sorgen, dass soviel CO2 aus der Atmosphäre herausgeholt wird wie man hinauspustet.


    (*) Als Beispiel dieser Artikel: https://www.theelders.org/news/what-carbon-ne...


    Wenn man der Ansicht ist, dass das Ziel nicht erreichbar ist - und dafür gibt es sicher gute Gründe -, dann bleibt die Frage, welches Ziel man denn stattdessen definieren sollte. Wenn man keine Zahlen nennt und nur schreibt, dass man so weit wie möglich reduzieren will, dann wird man auch nicht viel erreichen. Klar, das Gegenargument gilt auch: Wenn die Ziele völlig unrealistisch sind und jeder das weiß oder zumindest ahnt, dann geht der Schuss auch nach hinten los.


    Elektrizitätsgewinnung ist nur ein Aspekt, aber zumindest für diesen Aspekt sehen die Autoren des folgenden in Nature Communications veröffentlichten Artikels eine realistische Chance: https://www.nature.com/articles/s41467-019-08... Erneut gilt: Ich kann die Einzelheiten in dem Artikel nicht beurteilen, auch weil ich ihn nicht im Detail gelesen, sondern nur überflogen habe.

    #49Verfasser harambee (91833)  06 Sep. 19, 19:21
    Kommentar

    Es gibt da verschiedene Aspekte, wie zum Beispiel technische Machbarkeit, Kosten und politische Umsetzbarkeit.


    Eine kohlenstoff-neutrale Stromerzeugung (bei angenommenen konstantem Bedarf) ist noch am ehesten technisch machbar, wenn auch in dieser Hinsicht sehr ambitioniert. Kalifornien strebt dieses Ziel bis 2045 an. Das bedeutet: Weiterer Ausbau von regenerativen Energiequellen (technische Lösungen existeren), Aufbau massiver Speicherkapazitäten (adequate technische Lösungen noch nicht in Sicht), Ausbau des Verbundnetzes (technische Lösungen existieren, siehe z..B. China).


    Zu den Kosten kann ich nicht viel sagen. Die persönliche Erfahrung zeigt, dass der Strompreis mit steigendem Anteil der regenerativen Erzeuger rapide gestiegen ist (August 2013: 13,2 ct/kWh, August 2019: 22,4 ct/kWh). Das belastet finanzschwache Haushalte. Strom aus Stromspeichern kostet so um die 40 cent/kWh in der günstigsten Version. Zum Vergleich, Stand der Technik ("best of breed") für Erzeugungskosten heute: Wasserkraft ca. 3-8 ct/kWh, Windkraft (an Land) ca. 4 ct/kWh, Solarstrom (Photovoltaik) 6 ct/kWh. Braunkohle (in Deutschland; kommt in CA nicht zum Einsatz) ca. 5 ct/kWh.


    Bei der politischen Umsetzung sehe ich Probleme: Soll ein Staudamm erhöht werden, oder gar ein neuer gebaut werden: gerichtliche Klagen (z.B. Fische, indianische Artifakte, absaufende Wälder). Mehr Geothermie: gerichtlichte Klagen (Wasserverbrauch, Erdbebenauslösung, Abgase). Windenergieanlagen: gerichtliche Klagen (Schattenwurf, Geräuschbelastung, Vögel geschreddert). Ausbau von Stromtrassen: gerichtliche Klagen. Usw. usf. Gerichtsverfahren ziehen sich oft jahrelang, treiben die Kosten und vertreiben investoren, und etliche Projekte werden eingestampft. Angesichts dessen erscheinen mir 25 Jahre bis zum Ziel sehr ambitioniert.


    Nun ist Stromerzeugung aber ein kleinerer Teil des Gesamtenergieverbrauchs in einem westlichen Industrieland (aus dem Kopf: In Kalifornien ca. ein Drittel). Man denke z.B. an Verkehr oder Bauwirtschaft (alleine die Herstellung von Zement hat einen Beitrag von einigen Prozent). Und Kalifornien ist dem Rest der Vereinigten Staaten schon um einiges voraus, was Reduzierung der Kohlenstoffintensität seiner Wirtschaft angeht.


    Wenn Präsidentschaftskandidaten jetzt mit einem solchen Ziel (gesamte US-Wirtschaft kohlenstoff-neutral bis 2050) punkten wollen, ist das für mich Märchenstunde und Volksverdummung. Bei mir punkten sie damit auf jeden Fall nicht.


    Was Wissenschaftler angeht, so sind sie bei der praktischen Lösung der anstehenden Fragen von sehr begrenzter Nützlichkeit. Was wir brauchen sind vor allem Ingenieure. Wieviele von den FFF-Demonstranten von heute werden diesen Berufsweg einschlagen?

    #50Verfasser Norbert Juffa (236158)  06 Sep. 19, 20:18
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    Einige der demokratischen Kandidaten wetteifern anscheinend darum, wer den Zeitraum bis zu den kohlenstoff-neutralen USA am meisten verkürzen kann. Senatorin Warren verspricht jetzt das folgende, wenn man ihrem Plan folgt:


    https://medium.com/@teamwarren/100-clean-ener...

    And we will achieve:

    • By 2028, 100% zero-carbon pollution for all new commercial and residential buildings;
    • By 2030, 100% zero emissions for all new light-duty passenger vehicles, medium-duty trucks, and all buses;
    • By 2035, 100% renewable and zero-emission energy in electricity generation, with an interim target of 100% carbon-neutral power by 2030.


    Man beachte, dass ihr Ziel für Elektrizitätsversorgung der gesamten USA (bis 2035) noch einmal deutlich über das von Kalifornien gesteckte sehr ambitionierte Ziel (bis 2045) hinausgeht. Wie genau diese Ziel ereicht werden soll, und insbesondere wie man das Problem der dazu nötigen Energiespeicherung bewältigen möchte, steht da nicht.


    In Kalifornien ist bis jetzt eine Verdoppelung der Kapazität von Pumpspeicherkraftwerken (8-12 Stunden Laufzeit bei maximaler Leistung) vorläufig genehmigt (von 4000 MW auf 8500 MW). Ob diese neuen Anlagen gebaut werden können, steht auf einem anderen Blatt, da einige der Projekte bereits zehn Jahre in der Planung sind und weiterhin auf erheblichen Widerstand bei Naturschutzorganisationen und in der Bevölkerung allgemein stoßen (Beispiel: https://www.myvalleynews.com/story/2019/04/05...).


    Ansonsten plant man in Kalifornien Batterieanlagen (4-6 Stunden Laufzeit bei maximaler Leistung), momentan je um die 100 MW. Damit kann man aber nur Spitzenbedarf abfedern. Komplette Pufferung für Dunkelflauten würde bei vollständiger Dekarbonisierung und nach Abschaltung des letzten Kernkraftwerks (2025) wohl für mehrere Jahre die projektierte Weltjahresproduktion an Batterien verschlingen (momentaner Ausstoß 0,25 TWh/a, bis 2028 Steigerung auf 1,1 TWh/a)

    #51Verfasser Norbert Juffa (236158)  08 Sep. 19, 22:55
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    Sorry, aber wieviele Dunkelflauten gibt es denn in Kalifornien? Drei Tage pro Jahr? Und das Übertragungsnetz kann man vllt auch noch ausbauen und sich d3n Strom dann irgendwo herholen, wo gerade doch die Sonne scheinnt/der Wind weht.

    Ir ist nicht ganz klar, was dieses „geht alles nicht“-Gerede soll. Was ist denn die Alternative und was kostet diese? Drei „Dorians pro Jahr plus ständige Trockenheit ib Kalifornien, so dass die Wasserversorgung irgendwann zusammenbricht? Und dann? Zieht L.A. um? Was kostet das? Kommen noch mehr Flüchtlinge?

    Politiker brauchen eine Vision. Und vielleicht sollten die USA auch mal anfangen, in den Grünen Sektor zu investieren (und nicht nur in Kohle und Öl). Dann hätte man die notwendigen Speicher und sonstigen Technologien (Smart Grid) sicherlich schneller. Und genau dafür sind die Fridays for Future und Greta Thunberg so wichtig: Die Aufmerksamkeit auf das Thema Klimakrise zu lenken. Damit die Ingenieure Geld bekommen, um das Notwendige zu erfinden.
    #52Verfasser Qual der Wal (877524) 09 Sep. 19, 07:52
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    "Damit die Ingenieure Geld bekommen, um das Notwendige zu erfinden."

    Das ist der unausrottbare Kinderglaube an die Macht des Geldes. Wenn man den Ingenieuren nur genug Geld gibt, können sie alles erfinden. Also her mit dem perpetuum mobile. Am Geld soll's nicht scheitern.

    #53Verfasser eineing (771776) 09 Sep. 19, 08:15
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    Allgemein ist die Summe aus Solar- und Windenergie in Kalifornien im Frühjahr am größten, und im Herbst am kleinsten. Im Herbst gibt es auch weniger Strom aus Wasserkraft. Der Netzregulator CAISO sieht bereits jetzt (bei ca. 40+% Anteil von regenerativen Quellen an der Stromerzeugung) Bedarf für zusätzlichen Speicher, und verstärkt nach 2025, wenn das letzte Kernkraftwerk in Kalifornien wegfällt. Daher sind die Stromerzeuger zur Vergrößerung ihrer Stromspeicher angewiesen worden. Ich meine, bis Ende 2020 sollen Batteriespeicher mit einer Leistung von 2000 MW (und ~ 8000 MWh Kapazität) bereitstehen, das müsste ich aber noch einmal nachschauen, wenn zuverlässige Daten gewünscht sind.


    Die aggressivste Schätzung, die ich bisher gelesen habe, wie lange man ohne massiven Speicherausbau auskommt, war von einem deutschen Experten (der auch praktische Erfahrung mit Strombörsen hat), der meinte das müsste erst bei > 60% Anteil der Regenerativen sein. Er ging allerdings von einem zügigen Ausbau von Langstrecken-Höchstspannungsleitungen aus. China ist da Weltführer: bis zu 1.2 MV und 3000 km bei Übertragungskapazität um 10 GW. Weder in Europa noch in den USA kann man solche Trassen schnell herstellen.


    Kalifornien importiert schon jetzt einen beträchtlichen Anteil seines Stromes (aus dem Kopf: 25+%). Der Anteil der regenerativen Quellen am eingeführten Strom beträgt momentan ca. 30%. Da auch Washington und Oregon an einer Dekarbonisierung ihrer Elektrizitätsinfrastruktur arbeiten, ist nicht klar, ob Kalifornien von dort in Zukunft mehr "grünen" Strom importieren kann. Es mangelt in Kalifornien nicht an Investments in regenerative Energien. Wie es sonst in den USA in der Hinsicht aussieht, weiß ich nicht.


    Es gibt einen Unterschied zwischen "nicht machbar" und "nur sehr schwer machbar". "Nur sehr schwer machbar" ist nicht nur eine Frage des Geldes. Es kommen viele Faktoren, z.B. auch Personalbedarf (Ingenieure kann man nicht mit Geld aus dem Boden stampfen) und Umweltschutzauflagen, zusammen. Vieles davon braucht Zeit zur Lösung. Deswegen ist es Unsinn (und unehrlich), Versprechungen für eine komplette Dekarbonisierung der US-Stromwirtschaft binnen 15 Jahren zu machen, wie Frau Warren es tut.

    #54Verfasser Norbert Juffa (236158)  09 Sep. 19, 08:25
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    eineing: "erfinden" war das falsche Wort, sorry. Die meisten Dinge in diesem Bereich sind bereits erfunden, aber eben noch nicht effizient genug. D.h. es geht hier um Entwicklungsarbeit - und die ist ohne Geld eher schwierig.


    Norbert, eine Antwort auf meine Frage "was ist denn die Alternative und ihre Kosten" würde mich schon auch interessieren. Vor allem, wenn da man die Kosten von Dürre und Extremstürmen ja bereits heute erkennen kann.

    #55Verfasser Qual der Wal (877524)  09 Sep. 19, 11:26
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    Kalifornien ist doch bereits auf dem richtigen Weg. Bis man 100% regenerative Quellen bei der Stromerzeugung erreicht (erreichen kann), wird es aber einiges länger dauern, als einige Politiker (wie Frau Warren) den Leuten glauben machen wollen.


    Zu Kostenabschätzungen (wie viele Milliarden braucht so eine Umorientierung der Energiewirtschaft?) kann ich nichts sagen mangels entsprechenden Wissens, wie ich ein wenig weiter oben bereits ausführte. Nach dem was ich lese, besteht aber in Kalifornien kein Mangel an Investitionen in diesem Bereich, d.h. Geld ist genug da. Momentan zumindestens. Wie es während der nächsten Rezession aussehen wird, wird man sehen.


    Erfindungen sind auch ein Teil der Ingenieursarbeit. In der Strombranche sind viele Ingenieure und Techniker im wahrsten Sinne des Wortes alte weiße Männer, die bald in den Ruhestand gehen. Es wäre daher gut, wenn möglichst viele FFF-Demonstranten sich für entsprechende Ausbildungs- und Studiengänge entscheiden würden, damit frische und hochmotivierte Leute in die Branche einsteigen.


    Zu der Frage nach Dunkelflauten habe ich die CAISO-Daten von 2018 durchgeackert (nicht lückenlos, da ich mir nicht 365 Grafiken einzeln heranklicken wollte). Die längste von mir gefundene durchgehende Phase von Dunkelflauten fand zwischen 13. November und 21. November statt. In jeder dieser Nächte lag das Angebot an Windenergie bei lediglich 500 bis 900 MW, bei einem nach Uhrzeit variierenden Bedarf von zirka 20.000 bis 29.000 MW. Zum Vergleich: Die theoretische Gesamtleistung der kalifornischen Windkraftananlagen lag 2018 bei 5550 MW, die höchste von ihnen 2018 tatsächlich gelieferte Leistung bei 5200 MW. Im Frühjahr lieferten die Windkraftanlagen nachts meist 3.000 bis 5.000 MW.


    Auf dieser Wind-Karte der USA kann man deutlich sehen, dass die Westküste inklusive Kalifornien, im Gegensatz zu z.B. Texas, mit Windenergieresourcen nicht gerade üppig ausgestattet ist: https://aws-dewi.ul.com/about-us/overview/win...

    #56Verfasser Norbert Juffa (236158)  09 Sep. 19, 12:17
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    Gregory S. Okin, "Environmental impacts of food consumption by dogs and cats." PloS one 12, no. 8 (2017): e0181301.

    https://journals.plos.org/plosone/article?id=...


    In the US, there are more than 163 million dogs and cats that consume, as a significant portion of their diet, animal products and therefore potentially constitute a considerable dietary footprint. Here, the energy and animal-derived product consumption of these pets in the US is evaluated for the first time, as are the environmental impacts from the animal products fed to them, including feces production.


    In the US, dogs and cats consume about 19% ± 2% of the amount of dietary energy that humans do (203 ± 15 PJ yr⁻¹ vs. 1051 ± 9 PJ yr⁻¹) and 33% ± 9% of the animal-derived energy (67 ± 17 PJ yr⁻¹ vs. 206 ± 2 PJ yr⁻¹). They produce about 30% ± 13%, by mass, as much feces as Americans (5.1 ± Tg yr⁻¹ vs. 17.2 Tg yr⁻¹), and through their diet, constitute about 25–30% of the environmental impacts from animal production in terms of the use of land, water, fossil fuel, phosphate, and biocides. Dog and cat animal product consumption is responsible for release of up to 64 ± 16 million tons CO2-equivalent methane and nitrous oxide, two powerful greenhouse gasses (GHGs).

    #57Verfasser Norbert Juffa (236158) 23 Sep. 19, 12:53
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    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bunde...

    Der Pro-Kopf-Verbrauch an Papier, Pappe und Karton ist nach Angaben der Bundesregierung in Deutschland so hoch wie in keinem anderen Industrie- und Schwellenland der G20. Wie die «Saarbrücker Zeitung» (Samstag) berichtet, waren es im vergangenen Jahr 241,7 Kilogramm. Selbst die USA kamen demnach mit knapp 211 Kilogramm nur auf Platz zwei, schreibt das Blatt unter Berufung auf Angaben der Bundesregierung zu einer Anfrage der Grünen. [...]

    #58Verfasser Norbert Juffa (236158) 06 Okt. 19, 15:18
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    Nähme mich Wunder, welchen Anteil davon die Papiertiger in der Verwaltung haben.


    Wie ist eigentlich die Bilanz der Photovoltaik? Bis vor Kurzem hätte ich gesagt: klar positiv, nach 2-3 Jahren ist mehr Energie produziert worden als zur Herstellung verbraucht wurde. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Die Energiebilanz könnte sogar negativ sein! Man muss halt auch noch so Sachen wie Installation, Entsorgung, elektrische Anlagen zur Verbindung mit dem Stromnetz, durch unregelmässige Stromlieferung bedingte Zwischenspeicherung etc miteinbeziehen.


    Und jetzt? Photovoltaik verbieten?


    In besonders sonnenreichen Regionen siehts natürlich etwas anders aus.

    #59Verfasser mordnilap (835133) 06 Okt. 19, 19:21
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    Das habe ich zuletzt vor ein paar Jahren recherchiert. Die Solartechnik hat sich seit dem wenig weiter entwickelt, aber die Kosten sind weiter gefallen. Wie auch bei Autos muss man natürlich den vollen dust-to-dust cycle berücksichtigen, also von der Gewinnung der Rohstoffe bis zum Recycling/Endlagerung alter Anlagen.


    Mein Fazit damals war, dass Photovoltaik in Deutschland wenig sinnvoll ist, in Südkalifornien, wo unsere großen Solarkraftwerke stehen (ca. 3000-4000 Sonnenscheinstunden pro Jahr), dagegen schon. Hier wird energetischer breakeven in 3-4 Jahren erzielt, bei einer voraussichtlichen Betriebsdauer von ca. 25 Jahren. Ein praktisches Problem dabei ist, dass die Produktion von Solarzellen energieaufwendig ist und die meisten Solarzellen in China produziert werden, wo diese Energie noch weit überwiegend aus der Verbrennung von Steinkohle kommt (auch wenn China mittlererweile weltführend im Ausbau von Solar- und Windenergie ist).


    Für Deutschland scheint vor allem die Gewinnung von Windenergie an Land günstig. Der Aufwand (energetisch und finanziell) für Windenergieanlagen auf See beträgt ein mehrfaches derer an Land. In Kalifornien ist es dagegen meistenorts nicht windig genug, und Windenergieanlagen auf hoher See sind unsinnig wegen der großen Wassertiefe. Ein Ausbau der Geothermie wäre hier möglich und sinnvoll (da grundlastfähig), scheitert aber momentan am nötigen Investitionsvolumen und Umweltschutzbelangen, wenn ich es richtig verstehe. Die Versorger setzten daher auf weiteren Ausbau von Solaranlagen mit Unterstützung von Batterien als Speicher, wobei diese Speicher momentan aus technischen Gründen winzig im Vergleich zum Verbrauch sind.


    Die Notwendigkeit von Energiespeichern, so bald der Anteil nicht grundlastfähiger Quellen an der Stromversorgung über ca. 40% liegt, treibt die Kosten nach oben und verschlechtert die Umweltbilanz.

    #60Verfasser Norbert Juffa (236158)  06 Okt. 19, 19:43
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    #58: Der Pro-Kopf-Verbrauch an Papier, Pappe und Karton ist nach Angaben der Bundesregierung in Deutschland so hoch wie in keinem anderen Industrie- und Schwellenland der G20. Wie die «Saarbrücker Zeitung» (Samstag) berichtet, waren es im vergangenen Jahr 241,7 Kilogramm. 


    Man muss aber dazu sagen, daß der Recycling-Anteil mit ungefähr 75% sehr hoch ist und die letzen Jahre immer mehr stieg. Im Jahre 1990 betrug er weniger als 50%. Die Zahlen aus Amerika kenne ich nicht, aber man müsste den Verbrauch an Frischpapier pro Person berechnen und vergleichen.

    #61Verfasser Harri Beau (812872) 07 Okt. 19, 08:31
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    Große Papierverbraucher sind leider auch die Schulen. In der Grundschule meiner Tochter wird ein Arbeitsblatt kopiert (einseitig) und nach Bearbeitung vollflächig auf eine Heftseite geklebt. Drei Seiten Papier verbraucht für ein Ausmalbild... die Grundschullehrerin, die ich mal darauf angesprochen habe, sagte: "Ja, ich weiß schon... aber es soll ja auch schön aussehen!" Ich hoffe, dass sich da bei der jüngeren Lehrergeneration was ändert.


    Manche meiner Kollegen drucken Outlook-Kalenderelemente aus, um die nächsten 2 Besprechungen zu finden...


    Wenn man diese Verschwendung einstellen würde, könnte man der Verwaltung und den Gerichten vielleicht sogar zugestehen, alle Akten noch x-fach in Papier anzulegen...

    #62Verfasser grinsessa (1265817) 07 Okt. 19, 09:39
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    Re #61: Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich poste solche Daten eigentlich nicht zu Zwecken des "Systemvergleichs" Deutschland -- USA, sondern nur als Initialzündung für mögliche Denkprozesse bei den Lesern, da es ja in diesem Faden unter anderem darum geht, wie jeder Einzelne Teil der Lösung anstatt Teil des Problems sein könnte. Was man jetzt selbst umsetzen möchte, sollte jedem selbst überlassen sein, d.h. ich habe keinen Drang zum Missionieren.


    @grinsessa Ernstgemeinte Frage: Hat dieses Gespräch vor Beginn der FfF-Bewegung stattgefunden oder danach?

    #63Verfasser Norbert Juffa (236158)  07 Okt. 19, 10:33
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    Schwere Entscheidung: Kaufe ich mir für meinen zehn Jahre alten Akkuschrauber für 17,- € einen neuen Akku oder für 24,- € ein komplett neues Teil samt Zubehör?

    #64Verfasser Harri Beau (812872) 09 Okt. 19, 08:42
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    Ein ganz ähnliches Problem hatte ich mit der häuslichen Telefonanlage. Habe mich dann für neue Akkus entschieden. Hat sich als Fehler herausgestellt. Entweder hat man uns alte Akkus als neu untergejubelt, oder die Ladeelektronik der Anlage funzt nicht mehr richtig. Von daher empfehle ich dir Neukauf.

    #65Verfasser Norbert Juffa (236158)  09 Okt. 19, 09:28
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    Ich würde sowohl aus ökonomischer als auch aus ökölogischer Sicht für eine Neuanschaffung plädieren.


    Es altert ja nicht nur der Akku, sondern auch der Motor des Akkuschraubers.

    Mein, etwa auch 10 Jahre altes, Teil hat sich letztes Jahr mitten während der Arbeit rauchend, stinkend und brennend von mir verabschieded. Da der Li-Ionen-Akku fest integriert war, musste ich das Ding sogar in sicherer Entfernung ausbrennen lassen, bevor ich ihn fachgerecht entsorgen konnte.


    Zudem ist ein neuer Schrauber wahrscheinlich mit einer neueren, ressourcenschonenderen Technologie ausgestatten.

    Bei 24,-€ würde ich allerdings dringend abraten. Das sind meist billige Ramschteile aus China, mit veralteter Technologie, kurzer Lebensdauer und sehr umweltschädlicher Herstellung.

    Einen halbwegs vernünftigen Schrauber gibt es ab ca. 50,-€ aufwärts.

    #66Verfasser traveler in time (757476)  10 Okt. 19, 09:02
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    #65: Ladestation? Das wäre natürlich theoretisch auch möglich, daran dachte ich noch nicht. Zumindest blinkt es noch.


    #66: Der alte Schrauber ist von einer namhaften Firma und kostete - soweit ich mich erinnern kann - sogar noch deutlich mehr als 50,-

    Aber die Zeit der intensiven Nutzung ist vorbei, so oft baue ich keine Möbel mehr auf oder renoviere komplett. Ich finde es erschreckend, wie man Elektromüll produziert weil Reparatur nicht lohnt. Ich schätze mal, die meisten Leute machen sich gar keine Gedanken und kaufen sofort neu. Wenn zwei billige Schrauber immer noch billiger sind als ein einziger teurer, was gibt es da zu überlegen?


    Na ja, ich habe den Schrank gestern aufgebaut und das komplett von Hand erledigt. Mit konventionellem Schraubendreher und Muskelkraft. Wahnsinn, es funktionierte sehr gut. Vielleicht schiebe ich meinen Kauf nach hinten.

    #67Verfasser Harri Beau (812872) 10 Okt. 19, 11:57
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    Wenn es nur um den Aufbau von Schränken geht würde ich lieber in einen Ratschenschraubendreher investieren. Die besseren kosten zwar auch 10,.-€ aufwärts, aber sie sparen Energie für's Laden, erzeugen keinen Elektroschrott und brauchen keine Akkus.


    Beim Aufbau von Sichtschutzzäunen und Überdachungen, wie ich es gerade mache, holst du dir damit aber nur eine Sehnenscheidenentzündung. Da braucht es doch elektrische Hilfe.


    Und wenn der alte Schrauber ein gutes Markengerät war, lohnt sich die Investition in einen neuen Akku vielleicht doch. Einen neuer Schrauber, für den von dir genannten Preis, bekommst du allerdings nur als Ramschware an der du nicht lange Freude haben wirst.

    #68Verfasser traveler in time (757476)  10 Okt. 19, 12:37
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    Harri Beau (et al.), warum nicht bei Freunden oder, besser/näher, netten Nachbarn nachfragen, ob sie dir einen Akkuschrauber für den Tag/Nachmittag/das Wochenende leihen können?

    Es wird m.E. zu wenig daran gedacht, sich gegenseitig mit derartigem Gerät auszuhelfen.... Selbst bei gut funktionierender Nachbarschaft.

    #69VerfasserBraunbärin (757733) 10 Okt. 19, 14:17
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    In der Nachbarschaft fragen? Theoretisch ja, aber man will halt nicht so als der Schnorrer dastehen...


    Es gibt ja vereinzelt Läden, die so etwas anbieten. nennt sich dann die Borgerei, Leiladen oder Leihbar, eine Art Bibliothek der Gegenstände. Das würde mir gefallen, in zumutbarer Reichweite kenne ich jedoch keinen Laden.


    Wo sich Bürger einen Bräter für die Festgans borgen können 


    Siehe auch: Unsere Umwelt (Sammelfaden) - #195 


    Vielleicht wäre ein Repair-Café eine Möglichkeit, um das defekte Teil untersuchen und reparieren zu lassen. Aber das lohnt nur, wenn man ideologisch gefestigt ist, bei 20 Kilometern Anreise mit ungewissem Ausgang ist ein Online-Neukauf bequemer.

    #70Verfasser Harri Beau (812872) 10 Okt. 19, 15:17
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    Wer nun enttäuscht darüber ist, daß Greta Thunberg der Friedensnobelpreis doch nicht bekommen hat, dem empfehle ich mal diesen Artikel:

    https://www.achgut.com/artikel/die_thunberg_e...

    #71Verfasser traveler in time (757476) 14 Okt. 19, 09:56
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    Re #71: Was willst du uns damit sagen? Dass Menschen mit psychischen Problemen oder schwierigen Familienverhältnissen keine Preise bekommen dürfen? Dass der Klimawandel nicht so schlimm ist, wie Greta Thunberg behauptet, weil sie ihre Familienverhältnisse darauf projiziert?


    Ehrlich gesagt finde ich den Reflex Greta Thunberg schlecht zu machen, um von ihrer Botschaft abzulenken, zum Speien. Ist doch völlig egal, ob das ihre eigene Idee war oder die ihrer Eltern, ob sie das zwanghaft betreibt oder im vernünftigen Maße. Immerhin schafft sie es, einem Haufen alter, weißer Politiker ein schlechtes Gewissen zu machen, das ist doch die Hauptsache.


    Und abgesehen davon will ich gar nicht wissen, wie viele der Nobelpreisträger in Physik, Chemie usw. mehr oder weniger autistisch waren oder an diversen Persönlichkeitsstörungen litten. Um in der Wissenschaft genial zu sein, kann es durchaus hilfreich sein, wenn man sich zwanghaft mit einem Thema auseinandersetzt und einem nichts Zwischenmenschliches in die Quere kommt. John Forbes Nash litt an paranoider Schizophrenie. Warum bewundert man diese Leute, dass sie es trotzdem geschafft haben, und bei Thunberg wäre ein Asperger und eine Essstörung jetzt ein Grund gegen einen Nobelpreis?


    Ich freue mich schon auf die Erklärung.

    #72Verfasser grinsessa (1265817)  14 Okt. 19, 10:30
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    einem Haufen alter, weißer Politiker ein schlechtes Gewissen zu machen, das ist doch die Hauptsache.


    Gelingt ihr das? Ich meine, nein. Selbst wenn ihr das gelingt, bleiben die jungen und die nichtweißen Politiker. Und was sind die praktischen Auswirkungen eines etwaigen schlechten Gewissens?


    um von ihrer Botschaft abzulenken


    Ich tue mich schwer, herauszukristalisieren, was genau ihre Botschaft eigentlich ist. Das wir alle in Panik geraten sollen ("I want you to panic")? Aus Erfahrung weiß ich, dass Panik und nachhaltige Problemlösung im Widerspruch zueinander stehen.


    Zumindestens in einem demokratischen Rechtsstaat ist der Weg zur CO₂ Reduktion ein langer, mühsamer. Jedes Windkraftwerk, jedes Pumpspeicherkraftwerk, jede Höchstspannungsleitung ist einem Verfahren unterworfen, das sich oft bis zu zehn Jahre ziehen kann. Denn viele Menschen, Organisationen, Behörden haben ein gesetzlich verbrieftes Einspruchsrecht. Ergreift eine Regierung zum Wohle des Klimas Schritte, die den Wohlstand der Bevölkerung all zu sehr einschränkt, wird sie abgewählt.


    In einer Diktatur ginge es schneller vorwärts. Zum Aufbau der Infrastruktur Grundbesitz enteignen. Touristische Flugreisen verbieten. Individualverkehr verbieten. Zwei-Kind-Politik einführen. Haustiere verbieten. Internet Streaming verbieten. Fleisch, Textilien, Schuhe nur noch auf staatlichen Bezugsschein. Keine sportlichen Großveranstaltungen mehr. Dissidenten ins Umerziehungslager. Usw. usf. So käme man bis 2045 auf eine Tonne CO₂/Jahr/Mensch. Ich denke, diesen Ansatz möchten die meisten nicht.


    [Später]


    Ich habe jetzt die in #71 verlinkte Buchrezension gelesen. Ich sehe bestenfalls minimalen Bezug zu unserem Fadenthema.

    #73Verfasser Norbert Juffa (236158)  14 Okt. 19, 12:07
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    Re #72: Wer will denn Greta und ihre Ziele "schlecht machen"?????


    Der von mir verlinkte Artikel beleuchtet nur die Geschichte hinter dem "Mythos" Greta Thumberg und Fridays For Future.

    Und für einige holt es wohl auch den "Mensch Greta" wieder aus dem Pantheon heraus in den man sie erhoben hat. Denn Greta ist nicht der neue Messias, sondern einfach nur jemand der sich intensiv mit Umweltfragen auseinander setzt.

    Es gab es auch schon in der Vergangenheit viele Mahner, aber niemand hat ihre Stimmen gehört oder wollte sie hören.


    Edit meint ... wie man ja auch an diesem Faden sieht.

    #74Verfasser traveler in time (757476)  14 Okt. 19, 12:37
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    Ich bin überhaupt nicht dafür, irgendjemanden in den Himmel zu heben. Außerdem finde ich es schwierig, Menschen per Nobelpreis Vorschusslorbeeren zu überreichen, denen sie dann bitteschön in ihrem zukünftigen Handeln gerecht werden sollen. Von daher habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn Greta Thunberg keinen Nobelpreis bekommt. Aber umgekehrt stört es mich, wenn Leute von sinnvollen Ideen ablenken, indem sie den Verbreiter dieser Ideen anschwärzen. Deswegen nervt mich das Greta-Bashing und auch die Verlinkung eines Artikels über ein Buch von ihrer Mutter über ihre Familiengeschichte. Die öffentliche Greta Thunberg ist eine Symbolfigur, die für die Jugendlichen steht, die sich um ihre Zukunft sorgen. Die private Person dahinter finde ich für eine öffentliche Debatte nicht so wesentlich und ich hinterfrage die Motivation derjenigen, die sich bemüßigt fühlen, diese private Person in der Öffentlichkeit zu zerpflücken.


    Das erste Ziel einer politischen Bewegung muss erst einmal sein, Aufmerksamkeit zu erregen und eine öffentliche Meinung zu bilden. Hat sie geschafft. Klimaforscher warnen seit Jahren vor dem Klimawandel, in der Theorie haben alle gebildeten Menschen ihn als Realität akzeptiert, aber einem Jahr oder so, seit Friday for Future, bestimmt die Klimapolitik Wahlergebnisse und damit auch die Politik. Ich würde behaupten, das ist ein Resultat der Bewegung, die Greta Thunberg mit angestoßen hat. Außerdem nehme ich in meiner Umgebung wahr, dass sich das Bewusstsein für Vermeidung von Plastikmüll usw. ändert. Dass aus einer politischen Bewegung nicht innerhalb von 1, 2 Jahren umsetzbare Politik wird, ist ja wohl nicht überraschend. Aber man muss die Politik herausfordern. Wenn man seine Ziele schon von vorneherein wie in #73 relativiert, dann wird nichts draus.

    #75Verfasser grinsessa (1265817) 14 Okt. 19, 13:04
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    Norbert sagt in #73 im Wesentlichen, dass in einer Demokratie (in einem Rechtsstaat) Maßnahmen etwas umständlicher zu bewerkstelligen sind als in einer Diktatur - dass aber die wenigsten eine Diktatur wünschen dürften. Wo relativiert er da etwas? Oder missverstehe ich #75, und die Wortmeldung bezieht sich auf etwas anderes, obwohl der letzte Satz gerade mit den "Zielen" zu tun hat?

    #76Verfasser Gart (646339)  14 Okt. 19, 13:11
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    Innovativ und relativ klimafreundlich wäre es gewesen, in New York als 3D-Hologramm aufzutauchen um eine Rede zu halten. Mit dem Verzicht auf ein Flugzeug hat sie sich keinen Gefallen getan. Es kann uns unmöglich als Vorbild dienen, keiner von uns kann ein Millionärssöhnchen wie Pierre Casiraghi es ist, wie einen Droschkenkutscher heranwinken. Mit dieser Aktion hat sie es sich auf Lebenszeit untersagt, sich in ein Flugzeug zu setzen was nicht mit einer Gummiflitsche startet. Ich glaube, mit dieser Aktion hat sie sich schlecht beraten lassen.

    Die wenigsten werden freiwillig auf einen Urlaubsflug verzichten, dazu gehört der politische Wille, es durch den Preis zu regeln. Immerhin wird jetzt darüber nachgedacht. Es tut sich etwas, aber sehr zäh.

    #77Verfasser Harri Beau (812872)  14 Okt. 19, 13:30
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    Och, ich kenne zumindest viele, die früher, ob dienstlich oder privat, auch Inlandsflüge gemacht haben, Strecken wie Frankfurt-München oder von Düsseldorf-Berlin, und diese Strecken jetzt lieber mit der Bahn zurücklegen. Auch Flüge in Nachbarländer, beispielsweise nach Amsterdam oder Paris oder Prag, werden, wenigstens in meiner Blase, jetzt häufiger durch Bahnreisen ersetzt. Nach Mallorca, New York oder Shanghai wird weiterhin geflogen, das ist wohl wahr, aber mit schlechterem Gewissen und auch seltener, habe ich den Eindruck. Ich kenne schon einige, die sich ihr Urlaubsziel danach aussuchen, dass es mit der Bahn erreichbar ist. Zusätzlich die Kerosin zu besteuern und die Flugpreise zu erhöhen ist sicher sinnvoll und wünschenswert, aber es tut sich definitiv schon etwas. Das Umdenken hat vielleicht schon vor Greta angefangen, aber durch sie definitiv einiges an Fahrt aufgenommen.

    #78Verfasser Dragon (238202) 14 Okt. 19, 13:41
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    Das Klimafragen erst seit FfF in der Politik eine Rolle spielt kann global so nicht stimmen, denn hier in Kalifornien tun sie das schon seit Jahren. Mit konkreten Zielen in einigen (nicht allen) Bereichen. Ich meine mich sogar zu erinnern, das solche Fragen schon zur Gründungszeit der Grünen in Deutschland eine gewisse (wenn auch nicht herausragende) Rolle gespielt haben.


    Ich weiß nicht, was mit "Ziele relativieren" gemeint ist und wäre für eine Erklärung dankbar. Ich sehe an praktischen Beispielen aus dem wirklichen Leben, wie schwierig die Umsetzung von Ideen aller Art ist. Letztens hatte NPR erst wieder einen Beitrag, der von den Problemen der Firma Clean Line (aus dem Kopf, mag auch anders heissen) berichtete, die eine neue Höchstspannungsleitung von Kansas nach Osten bauen will, damit dort Strom aus Kohle durch Windenergie aus Kansas ersetzt werden kann. Seit sieben (?) Jahren arbeiten die schon an dem Projekt, schlagen sich mit NIMBY-Querelen herum und der Baubeginn ist noch immer nicht absehbar.


    Viele Leute machen sich gar nicht klar, was CO₂ neutral praktisch bedeutet. Da geht es nicht nur um Stromherstellung und Verkehrswesen. Es geht ums Bauen, ums Wohnen, um Bekleidung, ums Essen, und ja, auch um Bevölkerungswachstum und Migration. Die Bevölkerung der USA wächst seit 50 Jahren eigentlich nur noch durch Immigration, und je nach Herkunftsland vervielfachen viele dieser Immigranten ihren CO₂ Ausstoß mit dem Umzug. Also Immigration verbieten, dem Klimaschutz zuliebe?

    #79Verfasser Norbert Juffa (236158)  14 Okt. 19, 13:42
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    Re #78:


    https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-01/flugre...

    Deutsche fliegen so viel wie nie

    17. Januar 2019

    [...]

    Die Deutschen sind im vergangenen Sommer so viel geflogen wie nie zuvor. Laut Statistischem Bundesamt brachen im Sommerflugplan von April bis Oktober 80,5 Millionen Fluggäste von den deutschen Hauptverkehrsflughäfen auf. Das waren 2,4 Millionen oder 3 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie die Behörde berichtete.

    #80Verfasser Norbert Juffa (236158)  14 Okt. 19, 13:53
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    ich kenne zumindest viele, die früher, ob dienstlich oder privat, auch Inlandsflüge gemacht haben, Strecken wie Frankfurt-München oder von Düsseldorf-Berlin, und diese Strecken jetzt lieber mit der Bahn zurücklegen. Auch Flüge in Nachbarländer, beispielsweise nach Amsterdam oder Paris oder Prag, werden, wenigstens in meiner Blase, jetzt häufiger durch Bahnreisen ersetzt. 


    Viele?? Komisch, warum kenne ich solche Leute nicht, lebe ich in einer anderen Blase? Und verzichten sie wirklich der Umwelt zuliebe oder schielen auch auf den Zeitbedarf bei einer Flugreise von Haustür zu Haustür und einer satten Parkplatzgebühr am Flughafen? Ein Reporter am Flughafen Düsseldorf zu Ferienbeginn hatte jedenfalls nicht den Eindruck, es wären weniger dort als die Jahre zuvor.

    Flugreisen teurer zu machen trifft zum Beispiel den Hausmeister, die Putzfrau, die Krankenschwester oder Taxifahrer, die einmal im Jahr für zwei Wochen nach Mallorca wollen. Und damit einen großen Teil der Wählerschaft.


    ~~


    #80: Ich bin gespannt, was die Zahlen für dieses Jahr aussagen.

    #81Verfasser Harri Beau (812872)  14 Okt. 19, 13:58
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    Viele?? Komisch, warum kenne ich solche Leute nicht, lebe ich in einer anderen Blase?


    Vielleicht :o)


    Und verzichten sie wirklich der Umwelt zuliebe oder schielen auch auf den Zeitbedarf bei einer Flugreise von Haustür zu Haustür und einer satten Parkplatzgebühr am Flughafen?


    Man kann auch mit dem Taxi oder sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen fahren oder sich von Freunden bringen lassen, dann fallen keine Parkplatzgebühren am Flughafen an. Mit dem Taxi spart man natürlich nur Geld, wenn man nicht zu weit weg von Flughafen wohnt und/oder ausreichend lange verreist.


    Abgesehen davon und Spaß beiseite: Das wird sicher bei einigen auch eine Rolle spielen, keine Frage, der CO2-Fußabdruck wird aber durchaus auch als Begründung genannt. Und ich kenne Familien mit Kindern, da haben im Prinzip die Kinder ihre Eltern überredet, der Umwelt zuliebe mit der Bahn und nicht mit dem Flieger zu reisen. Und den Kindern sind Überlegungen zu Flughafengebühren oder Wartezeiten nach dem Check-in eher fremd, die zielen wirklich nur auf Umweltschutzaspekte ab.


    Flugreisen teurer zu machen trifft zum Beispiel den Hausmeister, die Putzfrau, die Krankenschwester oder Taxifahrer, die einmal im Jahr für zwei Wochen nach Mallorca wollen. Und damit einen großen Teil der Wählerschaft


    In meiner Kindheit sind der Hausmeister, die Putzfrau, der Krankenpfleger oder die Taxifahrerin aber auch nicht einmal im Jahr für zwei Wochen nach Malle geflogen, da waren Flugreisen nämlich noch teuer, und man musste im Zweifel länger auf so einen Urlaub sparen. Oder es war eben "nur" drin, mit dem Auto nach Holland oder Österreich zu fahren.

    #82Verfasser Dragon (238202)  14 Okt. 19, 14:14
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    Und ich kenne Familien mit Kindern, da haben im Prinzip die Kinder ihre Eltern überredet, der Umwelt zuliebe mit der Bahn und nicht mit dem Flieger zu reisen.


    Bravo! Das ist doch schon mal ein konkreter, praktischer Anfang. Jetzt müssen sie das nur noch bis an ihr Lebensende weiter durchziehen. Und solange die Bahn noch nicht CO₂-neutral wirtschaftet, wäre natürlich auch eine Reduktion von Bahnreisen anzudenken.


    Was Mallorca angeht, darf in der CO₂-neutralen Welt -- ganz unabhängig vom Einkommen -- natürlich nur der hin, der das CO₂-neutral bewerkstelligt. Es wird ja bereits an elektrischen Flugzeugen und Schiffen geforscht (einige sogar schon im Einsatz), in einigen Jahrzehnten wird ein Malle-Urlaub somit vielleicht wieder möglich sein. An Nord- und Ostsee ist es aber auch schön; die Inselfähren müssten noch elektrisch umgerüstet werden.

    #83Verfasser Norbert Juffa (236158)  14 Okt. 19, 19:10
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    Und ich kenne Familien mit Kindern, da haben im Prinzip die Kinder ihre Eltern überredet, der Umwelt zuliebe mit der Bahn und nicht mit dem Flieger zu reisen.


    Auch hier wundert mich das total. Ich kenne wirklich viele Familien, davon fliegen die wenigsten in den Urlaub. Sogar Bahnreisen sind exotisch, normalerweise ist man als Familie mit dem PKW unterwegs. Denn am Urlaubsort möchte man individuell mobil sein. Ich hörte noch nie davon, daß Kinder ihre Eltern von einer Flugreise abhielten, im Gegenteil: Viele Kinder würden liebend gerne mal irgendwohin fliegen, Zielort egal.

    Ist ja auch verlockend. Die lesen in der Reklame Flugreise nach Rom, Dublin oder Istanbul ab 19,95 €* und glauben, mehr kostet es nicht. Das ab und das Sternchen übersehen sie dabei.

    #84Verfasser Harri Beau (812872) 15 Okt. 19, 09:03
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    Was ich etwas ungeschickt mit "relativieren" meine, ist das, was Norbert vermutlich als Realismus bezeichnet. Realismus ist sinnvoll, wenn es um die konkrete politische Planung geht. Aber in vielen Bereichen des täglichen Lebens kann man vielleicht mit einer Prise Idealismus mehr erreichen. Die Kinder, die ihre Eltern von Flugreisen abhalten, sind nicht realistisch. Aber sie sorgen dafür, dass die Eltern ihr Handeln hinterfragen. (Übrigens kenne ich keine genauen Zahlen, aber vermutlich ist selbst eine nicht CO2-neutrale Bahn immer noch besser als ein Flug). Mein Sohn hat mich gestern geschimpft, dass ich das Auto genommen habe, weil ich sonst meinen Tagesablauf nicht auf die Reihe bekommen hätte. Das nächste Mal werde ich vielleicht anders planen, dann geht es auch mit dem Fahrrad.


    Konkrete Maßnahmen, die ich in meiner Umgebung innerhalb der letzten paar Monate festgestellt habe:

    • Der Caterer fürs Mittagessen im Kindergarten verwendet kein Plastik mehr.
    • Bei Aldi Süd kann man inzwischen viele Sorten Gemüse ohne Plastikverpackung kaufen, man sollte halt einen kleinen Stoffbeutel dabei haben.

    Natürlich sind das Tropfen auf den heißen Stein und es ist noch ein weiter Weg zur CO2-Neutralität. Aber dass es schwierig bis unmöglich ist, komplett klimaneutral zu werden, kann doch nicht das Argument sein, eine ganze Fridays for Future - Bewegung zu marginalisieren oder die Anstrengungen von vorneherein zu reduzieren. Und so kommt das zumindest häufig bei mir an.


    Hier noch 2 Links, die ich gefunden habe, und die zeigen, dass sich die öffentliche Meinung in D zumindest ändert:


    https://www.forschungsgruppe.de/Umfragen/Poli...

    Aktuell wird die politische Debatte vom Thema Klima und Klimaschutz beherrscht. Auch im Politbarometer sind 59 Prozent aller Befragten der Meinung, dass der Klimawandel momentan das wichtigste Problem in Deutschland ist.


    Hier muss man ein bisschen runterscrollen, aber dann findet man eine Graphik, auf der man sieht, dass das Thema Umwelt/Energiewende seit Januar 2019 sprunghaft wichtiger wurde für die Wähler. Vorher dümpelte es bei unter 10%, jetzt sind wir bei knapp 60%:

    https://www.forschungsgruppe.de/Umfragen/Poli...


    Wieviel davon Lippenbekenntnisse sind, weiß ich nicht. Aber bis dato hat die Politik irgendwelche Klimaziele verfolgt und nicht eingehalten, weitgehend am Wähler vorbei. Jetzt ist eine Mehrheit der Wähler bereit, mehr Geld fürs Fliegen zu bezahlen. Immerhin. Vielleicht sind sie als nächste bereit, ein generelles Tempolimit zu akzeptieren. Wir können uns nicht einbilden, dass wir weiterleben wie bisher und die Politik wird's schon richten. Dann bräuchten wir eine Diktatur. Aber ich behaupte immer noch, dass sich die öffentliche Debatte seit dem Aufkommen der Fridays for Future - Demonstrationen geändert hat. Mit dem unangenehmen Nebeneffekt, dass auch die Klimawandelleugner um Trump, AfD usw. (wozu ich keinen aus diesem Forum zähle, nur um Missverständnisse zu vermeiden), ebenfalls lauter werden. Aber das ist Demokratie, und das ist ja auch gut so.

    #85Verfasser grinsessa (1265817) 15 Okt. 19, 09:32
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    Zu #84: Vielleicht kennst du nicht so viele Familien? Die meisten fahren mit dem Auto, aber ich schätze, das ca 10-20% fliegen: Elternzeitmonate in Neuseeland oder Thailand, Pauschalurlaub in der Türkei, Tauchen in Ägypten, Hotel mit Kinderbetreuung auf Mallorca oder den Kanaren. Wenn das keiner machen würde, gäbe es nicht so viele Angebote für kinderfreundliche Hotels in den entsprechenden Weltgegenden. Die Zahl der Ferienflüge von Familien ist aber vermutlich wirklich nur ein kleiner Anteil im Vergleich mit Geschäftsreisen

    #86Verfasser grinsessa (1265817) 15 Okt. 19, 09:39
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    Die Kinder, die ihre Eltern von Flugreisen abhalten, sind nicht realistisch


    Sorry, ich kann nicht folgen. Was ist hier unrelaistisch. Das ist eine praktische Sache, die jede Familie durchführen kann. Ich weiß nicht, wie andere sich die CO2-neutrale Zukunft vorstellen. Vielleicht meinen sie, es wäre, mit einigen Abstrichen, in etwa so wie heute. Das wird garantiert nicht der Fall sein. Es wird eine radikal andere Welt sein, in der sich die Menschen ganz anders verhalten (müssen) als heute. In der fliegt man z.B. nur noch, wenn unbedingt nötig. Und da sich alte Leute schwer an neue Umstände gewöhnen, ist es gut und richtig wenn die jungen Leute schon jetzt diese neue Einstellung verinnerlichen.


    Das CO2-neutrale Handeln muss so automatisch erfolgen, wie der heutige Autofahrer sich erst angurtet, bevor er irgendetwas anderes mit dem Fahrzeug macht, weil er es von Anfang an nur so kennt. Die einzige Alternative wäre die bereits angesprochene Diktatur mit Zwangsmaßnahmen. Alles unter der Prämisse, dass die CO2-neutrale Welt Wirklichkeit werden soll, bevor das Klima "kippt" (wie die Wissenschafter prognostizieren).

    #87Verfasser Norbert Juffa (236158)  15 Okt. 19, 09:43
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    Mir geht dieser Hype, der um G.T. gemacht wird, tierisch auf die Nerven. Ich mag diese Absolutheit nicht, mit der sie ihre Botschaften kommuniziert. Andererseits darf man nicht vergessen, dass es zum Krankheitsbild "Asperger" gehört, so direkte Aussagen zu machen, die andere vielleicht erst mal vor den Kopf stoßen.

    Und so sehr mich diese - meiner Meinung nach extreme - Panikmache nervt, so sehr muss ich auch zugeben, dass sie es geschafft hat, dass das Thema Umweltschutz, Plastikvermeidung/-reduzierung ... täglich von fast jedem irgendwie besprochen wird. Das Thema ist in Mittagspausen alltäglich (Stichwort "Müll vom Lieferservice", Plastikschachtel des Mittagssalates aus dem Supermarkt ...). Man kommt nicht aus, und meiner Meinung nach haben die meisten Menschen angefangen, ihr Verhalten zu hinterfragen und ein bisschen zu ändern. Und das werte ich als positiven Einfluss.


    Was ich nicht mag, ist dieses "Egal, was man macht, es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein". Denn nichts schreckt meiner Meinung nach Menschen so sehr von einer Verhaltensänderung ab, als das ständige "Es langt sowieso nicht, ist immer noch viel zu wenig". Dadurch fördert man erst "Jetzt erst recht"-Reaktionen, Trotzverhalten. In Lobhudelei auszubrechen muss man nicht, aber ein "Guter Ansatz, du bist auf dem richtigen Weg" ist hilfreicher als "Du musst dich einfach noch weiter abstrampeln".

    #88Verfasser rufus (de) (398798) 15 Okt. 19, 09:46
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    Ich meine damit, dass die Kinder keine Realisten sind, sondern Idealisten. Weil sie eben nicht nachrechnen, wie viele Tonnen CO2 sie mit einer Flugreise von A nach B verursachen, wie viele eine Bahnreise auf der gleichen Strecke, immer noch kostet usw.


    Rufus, absolute Zustimmung. Greta Thunberg funktioniert als Symbolfigur, und das ist gut so. Sie ist kein Heilsbringer oder sonst irgendwas. Sie ist ein Teenager, da ist Dogmatismus doch einigermaßen normal. Aber Bewegungen machen sich an irgendeiner Figur fest, und das ist nun mal sie. Man sollte sie weder in den Himmel heben noch in den Boden treten. Man sollte ihren privaten oder gesundheitlichen Hintergrund einfach dort lassen wo er hingehört, nämlich im Privaten. Dann kann man sich völlig Thunberg-frei daran erfreuen, dass etwas ins Rollen kommt.

    #89Verfasser grinsessa (1265817) 15 Okt. 19, 09:58
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    #86: Vielleicht kennst du nicht so viele Familien? 


    Ich bilde mir ein, sehr viele Familien zu kennen, ohne jetzt genaue Zahlen zu wissen. Elternzeitmonate in Neuseeland oder Thailand finden dort nicht statt, Pauschalurlaub in der Türkei oder ähnlich schon eher. Aber viel mehr als 10% sind es gewiss nicht. Der Renner in den typischen Familien die ich so kenne ist im Augenblick eine fast 1200 km lange PKW-Fahrt nach Kroatien. Oder nach Dänemark und Schweden. Ich glaube man wird ungläubig angestarrt, wenn man mit Kind und Kegel per Bahn nach Holland an den Strand fahren wollte, rein der Umwelt zuliebe. Und ich würde schallend ausgelacht, wenn ich ihnen den Vorschlag machen würde, mit der Bahn nach Kroatien zu fahren. Oder - um die CO₂-Belastung zu verringern - an die Nordsee.

    #90Verfasser Harri Beau (812872)  15 Okt. 19, 09:58
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    Also von hier (Mittelfranken), habe ich schon eine Handvoll Familien mit der Bahn an die Ostsee abfahren sehen. Bei weitem nicht so viele wie mit dem Auto, aber ein paar.

    #91Verfasser grinsessa (1265817)  15 Okt. 19, 10:02
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    Ich stimme zu, dass eine positive Einstellung wichtig ist. Alles, was die Dinge in die richtige Richtung bewegt, ist zu loben. Die Kinder, die versuchen die Plastikstrohhalme aus den Restaurants zu verbannen. Die Bäume pflanzen. Die aus dem Rasen hinterm Haus einen Gemüsegarten machen. Die auf das Nextflix-Streamen verzichten. Die keine touristischen Flugreisen mehr machen. Die ihren Kleider- und Schuhkauf minimieren. Die das Smartphone in der Schublade lassen. Usw. usf.


    Es wird Tausende von kleinen und großen Schritten benötigen, bis eine CO2-neutrale Welt Wirklichkeit werden kann. Jetzt anfangen! Weniger labern, mehr handeln. Sich informieren, wählen gehen.


    Und ich würde schallend ausgelacht, wenn ich ihnen den Vorschlag machen würde, mit der Bahn nach Kroatien zu fahren. Oder - um die CO₂-Belastung zu verringern - an die Nordsee.


    Das perlt doch an einem kernigen Kerl wie dir ab wie einige lästige Regentropfen, oder? (Ich hoffe, dass war jetzt kein Misgendering!)

    #92Verfasser Norbert Juffa (236158)  15 Okt. 19, 10:06
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    Genau!

    #93Verfasser grinsessa (1265817) 15 Okt. 19, 10:11
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    Also wir scheinen uns einig zu sein ("in violent agreement", wie man im Englischen so schön sagt), ausser was FfF angeht? Die halte ich für massiv kontraproduktiv, dich begeistern sie anscheinend ...

    #94Verfasser Norbert Juffa (236158)  15 Okt. 19, 10:23
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    Bahnfahren mit der Familie ist leider auch eine Kostenfrage:


    Vor einigen Monaten verbrachte ich mit meinem Mann ein verlängertes Wochenende in Dresden zu zweit – wir sind mit der Bahn gefahren, was wir als sehr viel komfortabler und entspannter empfinden als mit dem Auto. Wir haben ausgerechnet, dass es uns mit dem Auto insgesamt etwa 50 Euro günstiger gekommen wäre, aber das war es uns wert.


    Ein paar Wochen später haben wir ein verlängertes Wochenende in Hamburg verbracht – aber MIT unseren Söhnen, d.h. mit VIER Personen. Ich hab das Internet von vorne bis hinten durchgekämmt und wir haben hin- und hergerechnet – aber für vier Personen wäre das Bahnfahren um ein Vielfaches teurer gewesen als die Fahrt mit dem Auto. Das Parken in der Tiefgarage des Hotels in der Stadtmitte hätte zwar auch 19 Euro die Nacht gekostet (!), aber wir haben nur kurz gehalten, um die Koffer auszuladen und mein Mann hat dann das Auto auf einen P&R-Parkplatz außerhalb weggefahren und ist mit der Straßenbahn wieder zurückgekommen. Vermutlich wäre ein Billigflug von Frankfurt nach Hamburg die günstigste Alternative gewesen (leider kein Witz, manchmal ist Fliegen tatsächlich billiger als Bahnfahren, und das kann ich überhaupt nicht verstehen).

    #95Verfasser Bellydancer (1117479) 15 Okt. 19, 10:30
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    Ich will jetzt kein Spielverderber sein, aber in einer zukünftigen CO2-neutralen Welt werden wir wahrscheinlich alle viel weniger reisen als das heute üblich ist. Und wir werden wahrscheinlich mehr Geld für die essentiellen Dinge ("needs") ausgeben und weniger für Luxusgüter ("wants"). Da ist so eine Erfahrung ein kleiner Vorgeschmack.

    #96Verfasser Norbert Juffa (236158) 15 Okt. 19, 10:38
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    Ich erfreue mich daran, dass so viele junge Leute sich für ein politisches Thema stark machen und damit der restlichen Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Sie sind dabei bunt und kreativ und reißen noch viele weitere mit. Damit holen sie den Umweltaktivismus aus der Wollpulli-Birkenstock-und-ungewaschene Haare-Ecke, um mal ein Klischee zu bedienen. Sie übermalen die alt-grünen Ideen a la Veggie-Day (das war mal wirklich kontraproduktiv), und zeigen, wie alt im Kopf viele Politiker sind, die mit "Die sollen lieber zur Schule gehen"-Sprüchen völlig an der Sache vorbeigehen. Das finde ich zusätzlich recht unterhaltsam. Dabei sehe ich eher die breite Masse bei den Demos als einzelne FfF-Stars bei der UN. Deren Wortmeldungen habe ich nicht im Einzelnen verfolgt, nur Ausschnitte in den Nachrichten.


    Edith hat die #95 gesehen: Jüngere Kinder fahren in der Bahn kostenlos. Wenn ich mit meinen dreien nach Berlin fahren würde, käme mich das vermutlich günstiger als mit dem Auto. Bahnfahren wird im Allgemeinen dann günstiger, wenn man gar kein Auto mehr besitzt, weil man dann die Abschreibungs- und andere laufende Kosten einrechnen kann.

    #97Verfasser grinsessa (1265817)  15 Okt. 19, 10:39
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    Also von hier (Mittelfranken), habe ich schon eine Handvoll Familien mit der Bahn an die Ostsee abfahren sehen. 


    Und die hatten eigentlich vor, mit dem PKW nach Kroatien zu fahren oder eine Flugreise in die Ägäis zu unternehmen, planten aber aus Umweltschutzgründen plötzlich um? Respekt.


    Ich bin begeisterter Bahnfahrer, aber mir würde es schon sehr schwerfallen, ohne PKW zwei Wochen "an der Ostsee" auszukommen. Soll ich da jeden Tag zu Fuß an einen Strand, oder mit einem Linienbus zu einem Museum? Da müsste ich schon mein Fahrrad in der Bahn mitnehmen, um vor Ort halbwegs mobil zu sein.

    #98Verfasser Harri Beau (812872) 15 Okt. 19, 10:43
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    Ich weiß nicht, was heute in den Schulen läuft. Aber zu meiner Zeit hat man da, gerade in der Oberstufe Gymnasium, doch erstaunlich viel gelernt. Und eine solide Basis, von Biologie über Erdkunde bis Physik, brauchen die jungen Leute, wenn sie rapide und wohl durchdacht die Welt umbauen wollen, mit einer realistischen road map, unter Berücksichtigung der trade offs. Unrealistische pipe dreams helfen uns nicht weiter und Ausdauer wird gefragt sein.


    Der zusätzliche Bedarf an Ingenieuren und Technikern in diesem Prozess z.B. wird massiv sein, denke ich. Da ist gute (Aus-)bildung unabdingbar. Wenn die FfF-Kids wenigstens Teach-Ins veranstalten würden, wenn sie schon der Schule fernbleiben, würde ich mich nur halb so laut beschweren.



    Da müsste ich schon mein Fahrrad in der Bahn mitnehmen, um vor Ort halbwegs mobil zu sein.


    Früher ging das. Habe ich oft gemacht, als ich in den Zwanzigern war.

    #99Verfasser Norbert Juffa (236158)  15 Okt. 19, 10:52
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    Ein Beispiel: Vierköpfige Familie aus dem Ruhrgebiet, einwöchiger Urlaub in Tirol. Sonst immer mit dem Auto, diesmal (ich weiß nicht, ob auf Initiative der Eltern oder der Kinder) Anreise mit der Bahn. Früh gebucht, was sich natürlich auf den Ticketpreis auswirkt. Am Zielbahnhof Abholung durch den Hotelbetreiber, vor Ort Wanderungen vom Hotel aus (oder durchs Hotel organisiert: Alle Mitwanderer gemeinsam in den Treckeranhänger und dann gemeinsame Fahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung). An Zwei Tagen Auto im Ort angemietet, um einen Ausflug in die weitere Umgebung zu machen; Autovermietung per Bus erreichbar. Zurück wieder "Taxidienst" durchs Hotel bis zum Bahnhof. Geht.


    Ostsee wäre vermutlich ähnlich: Wenn man vor Ort sowieso den größten Teil der Zeit mit einem Buch im Strandkorb sitzt oder mit den Kindern am Strand spielt, wozu braucht man dann ein Auto? Und wenn man etwas mobiler sein will, kann man vor Ort ein Fahrrad oder sogar ein Auto mieten oder tatsächlich mal mit dem Bus irgendwohin fahren. Ich höre so oft von Freundden, dass sie zwar mit dem Auto in Urlaub gefahren sind, aber vor Ort die Karre gar nicht mehr bewegt haben, dass ich mich frage, warum sie nicht gleich Bahn gefahren sind. 

    #100Verfasser Dragon (238202) 15 Okt. 19, 10:56
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    #97 „… Jüngere Kinder fahren in der Bahn kostenlos …“ Grins, jüngere Kinder bekommen auch im Restaurant einen kostenlosen Räuberteller – unsere Buben sind 15 und 18 und gehören trotzdem noch zur Famlie - und ich bin froh drum, dass die mit uns Alten nochmal weggefahren sind ;-)

    #101Verfasser Bellydancer (1117479) 15 Okt. 19, 10:56
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    #98: :-) Das kann ich dir nicht genau sagen. Ich nehme an, sie wären eh an die Ostsee, und sind statt Auto mit dem Zug gefahren. Aber das war dir ja sowieso klar :-b


    Wenn man mit dem Zug in Urlaub fährt, schreckt der Linienbus nicht. Den muss man übrigens auch nehmen, wenn man im Pauschalurlaub in der Türkei ist. Außer man möchte sowieso nur am Strand sein, das trifft dann aber auf die Ostsee genau so zu.

    Nach Kroatien würde ich vermutlich nicht mit dem Zug. Obwohl, es gibt einen Nachtzug von München nach Zagreb, das wollte ich schon immer mal ausprobieren. Wenn wir nächstes Jahr Zeit haben, probiere ich es mal für dich. Ansonsten könnte man nach Fernbus-Angeboten schauen. Dann muss man aber wirklich hart im Nehmen sein (und die Mitreisenden auch, je nach Alter und Temperament der Kinder). Ich glaube, da reicht die CO2-Ersparnis nicht ;-)

    #102Verfasser grinsessa (1265817) 15 Okt. 19, 11:02
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    #99: Früher ging das. Habe ich oft gemacht, als ich in den Zwanzigern war.


    Früher, da konnte man sein Fahrrad oder schwere Koffer am Abend vor der Reise bei der Gepäckaufgabe abgeben und am Zielort wieder abholen. Eine geniale Sache, ich machte oft Gebrauch davon. Das geht heute nicht mehr, Gepäckwagen wurden schon seit Jahren abgeschafft.

    #103Verfasser Harri Beau (812872)  15 Okt. 19, 11:05
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    Fortschritt :-(

    #104Verfasser Norbert Juffa (236158) 15 Okt. 19, 11:09
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    Früher gab es auch Autoreisezüge...

    #105Verfasser Dragon (238202) 15 Okt. 19, 11:12
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    Dafür gibt es inzwischen ICEs, die auch eine Möglichkeit der Fahrradmitnahme bieten.

    Da ich meinen Sitzplatz aus unerfindlichen Gründen fast immer in diesem Wagen 1 habe, in dem sich auch das Fahrradabteil befindet, sehe ich, dass das Angebot auch recht ausgiebig genutzt wird.

    #106Verfasser skye (236351) 15 Okt. 19, 11:17
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    Die ÖBB machen das schon noch, sogar Haus-zu-Haus-Zustellung, aber zu Mondpreisen ... 21 € pro Koffer, 3€ pro Paar Ski, 49 € pro Fahrrad, Zustellung am nächsten Werktag irgendwann zwischen 08:00 und 17:00 Uhr (14 € Aufpreis für ein garantiertes 5-stündiges (!) Zeitfenster, 20 € am Abend oder 35 € Samtag Vormittag, jeweils separat für Abholung und Zustellung ...), und das alles nur innerhalb Österreichs.


    Also, wenn meine Frau und ich verreisen, jeder einen Koffer und ein Fahrrad hat, und ich das am Vorabend abholen lasse sind das gute 160 € oder so an Gepäcksgebühr... das muss man mit dem Auto erst einmal verfahren.

    #107Verfasser Carullus (670120) 15 Okt. 19, 11:20
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    Zu den Zugsachen:


    Kinder bis einschließlich 14 Jahre fahren kostenlos, wenn ein Eltern- oder Großelternteil sie begleitet (Das endet womöglich an der deutsch-österreichischen Grenze, aber dann ist der Löwenanteil der Strecke vom Ruhrgebiet ja schon geschafft)


    Meiner Ansicht nach kann man bei der Bahn Gepäck aufgeben. Zumindest haben das unsere Nachbarn für die Anreise zur Mutter-Kind-Kur im Juni 2019 gemacht. Schaust du hier:

    https://www.bahn.de/p/view/service/gepaeck/ge...

    #108Verfasser grinsessa (1265817) 15 Okt. 19, 11:20
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    @106: Dafür ist die Gepäckmitnahme aber nicht unbedingt vorgesehen... Jedesmal bollern Leute mit großen schweren Koffern durch den Zug und wissen nicht wohin damit. Vor allem die von mir recht häufig genutzte Strecke mit Halt am Frankfurter Flughafen macht da richtig Spaß.   

    #109Verfasser Dragon (238202)  15 Okt. 19, 11:21
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    Kinder bis einschließlich 14 Jahre fahren kostenlos, wenn ein Eltern- oder Großelternteil sie begleitet 


    In Österreich braucht man dafür die Vorteilscard Family (kostet 19 € pro Jahr), zahlt dann aber auch als Erwachsener, der von min. 1 Kind begleitet wird, nur den halben Preis (Kinder unter 15 gar nichts.)

    #110Verfasser Carullus (670120) 15 Okt. 19, 11:25
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    Dafür gibt es inzwischen ICEs, die auch eine Möglichkeit der Fahrradmitnahme bieten.


    Ich weiß, das ist aber eher nichts für eine Familie mit Urlaubsgepäck. Einhändig radeln, mit der anderen Hand den Rollkoffer ziehen ist für Kinder nur schwer zu bewältigen.


    Ich kann jetzt leider nicht mehr sagen, was der Gepäck- oder Fahrradversand per Bahnfracht gekostet hat. Es kann nicht so viel gewesen sein oder war sogar gratis mit entsprechender Fahrkarte? "gute 160 € oder so an Gepäcksgebühr" waren es jedenfalls nicht annähernd.

    #111Verfasser Harri Beau (812872) 15 Okt. 19, 11:31
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    Dafür ist die Gepäckmitnahme aber nicht unbedingt vorgesehen...


    Das ist leider nichts Neues. Mir schien es schon immer, als seien insbesondere Fernreisezüge wie die ICEs nicht dafür ausgelegt, dass man auch Gepäck mit dabeihat. Offenbar nur für Geschäftsreisende mit Aktenköfferchen ausgelegt.

    Wobei ich finde, dass sich das in den neueren ICE-Modellen (zum Beispiel die mit dem Fahrradabteil) gebessert hat, weil es im Wagen verteilt mehrere Gepäckaufbewahrungen gibt (ähnlich wie bei den alten IC-/EC-Waggons, die sowas in der Art immer beidseitig gleich hinter den Türen zum Großraumwagen hatten). Bei voller Auslastung im Wochenend- oder Feiertagsverkehr aber meist trotzdem zu wenig.

    #112Verfasser skye (236351) 15 Okt. 19, 11:33
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    Noch zu #99: Natürlich ist Schulbildung wichtig. Ich würde behaupten, die meisten FfF-Demonstranten müssen den verpassten Stoff in ihrer Freizeit nachholen und in der nächsten Klausur genauso reproduzieren wie diejenigen, die nicht zur Demo gehen. Das Argument mit der verpassten Schulzeit ist einfach nur herablassend und vermeidet die Auseinandersetzung mit den Forderungen der Demonstranten.

    #113Verfasser grinsessa (1265817)  15 Okt. 19, 11:37
    Kommentar

    Ich weiß, das ist aber eher nichts für eine Familie mit Urlaubsgepäck. Einhändig radeln, mit der anderen Hand den Rollkoffer ziehen ist für Kinder nur schwer zu bewältigen.


    Ich hab ja auch nur gesagt, dass es die Möglichkeit gibt. Ob sie praktikabel ist, davon habe ich nicht gesprochen. ;)

    #114Verfasser skye (236351) 15 Okt. 19, 11:40
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    Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg: Man nehme den Reiserucksack anstatt des Rollkoffers (wer braucht auch so nen Schmarrn, ist im Zug sowieso maximal unpraktisch), das Gepäck der Kinder passt auch in Fahrradtaschen. Und im Zweifelsfall muss man halt das Abendkleid zu Hause lassen. Abgesehen davon: Für eine Flugreise mit Kindern könnte man auch nicht viel mehr Gepäck einrechnen als 2-3 Teile abgesehen vom Handgepäck. Da sehe ich jetzt das Problem nicht. Ins Auto passt noch mehr Krempel, aber davon braucht man am Ende typischerweise auch nicht alles.

    #115Verfasser grinsessa (1265817)  15 Okt. 19, 11:53
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    Re #113: Wait, what? Also das, was die Schüler normalerweise Freitags in der Schule bearbeiten, ist so redundant, dass sie es sich selbst erarbeiten können. Weswegen man der Schule an diesem Tag auch ohne negative Konsequenzen einfach fernbleiben kann. Wenn das so stimmen sollte (und ich bin da naturgemäß erst einmal skeptisch), ist etwas faul im Staate Dänemark, äh, Deutschland.


    Ich kann an meiner vorangehenden Äußerung übrigens nichts herablassendes entdecken. Ich habe mich, da war ich vielleicht Ende dreißig, bei meinem Gynasium sogar schriftlich bedankt, für die Grundlagen, die man mir dort vermittelt hat. Wer weiß, wo ich ohne diese solide Basis heute wäre. Bildung, und ständige Weiterbildung ein Leben lang, ist unerläßlich. Selbst wenn man 60 Stunden in der Woche arbeitet. Nimmt bei mir einen ganz hohen Stellenwert ein.

    #116Verfasser Norbert Juffa (236158)  15 Okt. 19, 11:58
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    Ich meinte nicht, dass du herablassend bist. Ich meinte die Politiker, die nicht den Willen haben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, und stattdessen über Schulpflicht reden. Damit kann man sich in einem Satz eine halbe Generation Wähler abspenstig machen.


    Und ja, ich behaupte, ich hätte mein Abitur um die Jahrtausendwende auch ohne Freitage geschafft. Ich hatte in der Oberstufe ca 36 Schulstunden in der Woche - 4-6 weniger hätten jetzt nicht den riesigen Unterschied gemacht.

    #117Verfasser grinsessa (1265817) 15 Okt. 19, 12:03
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    Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg: Man nehme den Reiserucksack anstatt des Rollkoffers (wer braucht auch so nen Schmarrn, ist im Zug sowieso maximal unpraktisch)


    Aus diesem Grunde besitze ich keinen. Ich möchte aber mal die Familie sehen, die alle mit großem Rucksack unterwegs sind. Und aus Erfahrung weiß ich: Ein Rucksack mit kompletten Urlaubsgepäck wiegt schon einiges und ist daher mit seinem hohen Schwerpunkt auf einem Fahrrad nicht ganz ungefährliche Schaukelei.


    Dieser Weg erfordert einen Willen, den nur hartgesottene Ideologen aufbringen können. Für die große Masse ist das nichts. Wozu auch, jede Familie hat heutzutage mindestens ein Auto und durch die modernen Fahrradträger auf der Anhängerkupplung ist es kinderleicht, die Räder auch noch mitzunehmen. Kann man bei Ferienbeginn ständig auf der Autobahn sehen.

    #118Verfasser Harri Beau (812872) 15 Okt. 19, 12:05
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    Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg:


    Klar, aber ob das, was theoretisch möglich ist, eben auch immer praktisch und praktikabel ist?

    Man kann zum Beispiel durchaus von Passau nach Norddeich Mole nur mit Nahverkehrsverbindungen fahren. Sprich, es ist möglich. Ob es praktisch ist, ist eine andere Frage. Und die muss jeder für sich selbst entscheiden.

    #119Verfasser skye (236351) 15 Okt. 19, 12:16
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    #100: Wenn man vor Ort sowieso den größten Teil der Zeit mit einem Buch im Strandkorb sitzt oder mit den Kindern am Strand spielt, wozu braucht man dann ein Auto? 


    Ich bin gerne am Strand und lese auch gerne und viel. Aber von morgends bis abends im Strandkorb sitzen und lesen, das empfändie ich als Strafe. Das ist natürlich Geschmacksache und ich bin nicht der Maßstab. Wie auch immer, das funktioniert nur, wenn Strand und Unterkunft max. eine halbe Stunde Fußweg auseinander liegen. Schaut man sich aber die Preise der Ferienwohnungen an, dann sind Unterkünfte für Familien in diesem Bereich unverschämt teuer oder klitzeklein.

    #120Verfasser Harri Beau (812872) 15 Okt. 19, 12:31
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    Bis unser 3. Kind geboren ist, hatten wir kein Auto. Uns hättest du regelmäßig mit Reiserucksack, Kinderwagen und Kindern im Zug getroffen. Das hatte wenig mit Idealismus zu tun. Wir hatten durchgerechnet, dass sich für uns ein Auto nicht rentiert, weil wir im Alltag in der Stadt kein Auto gebraucht haben. Wir hatten im Gegenteil sogar mehr Kosten dadurch, dass das Auto rumstand. Also sind wir mit dem Zug gefahren und bei ganz unpraktischen Strecken haben wir uns ein Auto gemietet. Mit dem 3. Kind ging das dann v.a. deshalb nicht mehr, weil wir keine 3 Hände frei hatten, um alle daran zu hindern, vor den Zug zu springen. In große Städte, z.B. zur Patentante nach Berlin, fahren wir immer noch ausschließlich Zug. Ich finde das mit Kindern sogar gemütlicher, weil man auf der Reise Karten spielen kann. Es gibt wenig, was mich mehr stresst, als quengelige Kinder im Stau. Die bildschirmbasierten Ruhigstellungsmethoden funktonieren auch nur endliche Zeit und resultieren meist in noch größerem Gemecker im Anschluss. Das Gepäck hat uns beim Zugfahren bisher noch nie vor große Probleme gestellt (Abteilplätze reservieren!).


    Und glaub mir, wenn du einen Alltag mit 2 Vollzeitstellen, Hausrenovierung und 3 Kindern meisterst, ist von früh bis spät mit Buch und zufriedenen Kindern am Strand ein Traum.


    Ich will ja gar nicht, dass jeder auf Teufel komm raus mit dem Zug in den Urlaub fährt. Aber wenn man bereit ist, etwas neues auszuprobieren und sich ein bisschen informiert, ist es kein großes Problem, auch nicht für Familien.



    #121Verfasser grinsessa (1265817)  15 Okt. 19, 13:06
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    "Wir hatten durchgerechnet, dass sich für uns ein Auto nicht rentiert, weil wir im Alltag in der Stadt kein Auto gebraucht haben."


    Ja klar, wenn man mitten in der Stadt wohnt.

    #122Verfasserzacki (1263445) 15 Okt. 19, 13:13
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    Es war keine große Stadt, 120000 Einwohner. Jetzt wohnen wir in einer anderen, ähnlich großen, aber weniger verkehrsgünstig gelegenen Stadt am Stadtrand. Da wir viel Fahrrad fahren, kommen wir bald wieder in den Bereich, wo das Auto unrentabel wird. Wir hatten damals ausgerechnet, dass es sich nicht mehr rentiert, wenn man es nur noch zum Transport von Getränkekästen und für Urlaubs-/Wochenend-/Ausflugsfahrten nutzt. Dann kommt man tatsächlich günstiger, wenn man zum Sprudelkaufen ein Taxi nimmt.


    Vom Dorf aus wird das alles komplizierter, keine Frage. Wir haben uns bewusst entschieden die höheren Wohnkosten in der Stadt zu bezahlen, um weiterhin einigermaßen kurze Wege zu haben. Wenn nur die Städter einen Anfang machen würden wären es aber schon einige Millionen. Und die Dorfbewohner säen dafür eifrig Schmetterlingswiesen und pflanzen Obstbäume.

    #123Verfasser grinsessa (1265817) 15 Okt. 19, 13:34
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    Diese Differenzierung finde ich sinnvoll, jeder sollte tun, was er kann, beim Einen mag das die Mobilität sein, beim Anderen das Essen oder das Reisen. Wir wohnen auf dem Land, fahren viel Fahhrad inzwischen (den Weg zur Arbeit eigentlich immer), allerdings sind die Wege insgesamt einfach zu weit, als dass die Kinder sie problemlos auch alle mit dem Fahrrad fahren könnten. Also haben wir trotzdem noch ein Auto zum Einkaufen, für den Schwimmkurs, zum Kinderarzt, zu Oma und Opa... Und wir pflanzen Bienenwiesen und fliegen nicht in den Urlaub. Urlaub machen wir allerdings mit dem Auto, fahren aber selten weite Strecken, die Berge liegen direkt vor der Haustür. Dafür fahren wir mit dem Auto zu Oma und Opa, das sind 3 Stunden, wären mit dem Zug aber fünf Stunden und vier Mal Umsteigen. Wir versuchen also einfach, im Rahmen der Möglichkeiten sorgsam mit den Ressourcen zu sein.

    #124Verfasser anitul (236147) 15 Okt. 19, 14:07
    Kommentar

    A few weeks ago, I listened to this segment on NPR's Science Friday (not sure whether the embedded audio recording is accessible from outside the US):


    https://www.sciencefriday.com/segments/doc-cl...

    It seems like right now, climate change is trending. And if there’s one industry out there that knows something about trends, it’s the fashion industry. Long known for churning out cheap garments and burning through resources, some fashion labels like fast fashion giant H&M are now embracing sustainable fashion trends. But can this industry — which is responsible for 8% of global carbon emissions — really shed its wasteful business model in favor of one with a lower carbon footprint?


    A couple of related tidbits:


    https://oxfamapps.org/media/press_release/fas...

    The textile industry produces more greenhouse gas emissions than the shipping and aviation industries combined.


    https://en.wikipedia.org/wiki/Environmental_i...

    The fashion industry is one of the major polluting industries in the world. The production and distribution of the crops, fibers, and garments used in fashion all contribute to differing forms of environmental pollution, including water, air, and soil pollution. The fashion industry is responsible for 10 percent of the carbon footprint of the world as well as it being the second greatest polluter of local freshwater in the world. Some of the main factors that contribute to this industrial caused pollution are the vast overproduction of fashion items, the use of synthetic fibers, and the agriculture pollution of fashion crops.

    #125Verfasser Norbert Juffa (236158) 15 Okt. 19, 22:00
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    zu #81

    Ich war mir sicher, dass ich auch schon etwas zur Entwicklung der Flugzahlen in diesem Jahr gelesen habe, kam aber nicht gleich dazu, noch einmal zu recherchieren. Ich habe jetzt Zahlen für das erste Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gefunden:


    https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitte...


    "Mehr Fluggäste, weniger Luftfracht im 1. Halbjahr 2019


    Im 1. Halbjahr 2019 stieg die Zahl der Fluggäste, die von den 24 deutschen Hauptverkehrsflughäfen abreisten, gegenüber dem 1. Halbjahr 2018 um 4,1 % auf 58,9 Millionen.

    [...]

    Gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 nahm das Passagieraufkommen ins Ausland im 1. Halbjahr 2019 um 4,5 % auf 47,3 Millionen zu. Die Zahl der Inlandsreisenden stieg um 2,3 % auf 11,6 Millionen. Die Zahl der Flugreisenden ins europäische Ausland wuchs um 4,8 % auf 37,2 Millionen. Besonders starke Zunahmen verzeichneten die Türkei mit einem Plus von 327 000 Fluggästen (darunter Antalya mit +171 000), Italien mit +266 000 und Spanien mit +195 000 (darunter die Balearen mit +180 000). Die Zahl der abfliegenden Fluggäste im Interkontinentalverkehr stieg um 3,5 % auf 10,1 Millionen."


    #126Verfasser razorbill (939369)  16 Okt. 19, 07:41
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    Danke für die Daten, razorbill. Die von FfF bei deutschen Politikern induzierte Scham scheint noch nicht zu wirken:


    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bunde...

    Der Bundestag hat am Donnerstag mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, AfD und FDP zwei Anträge der Linken und der Grünen zur Verkehrswende abgelehnt. Eine große Mehrheit der Abgeordneten sprach sich in namentlicher Abstimmung gegen die Initiative der Grünen aus, eine "allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf Bundesautobahnen" einzuführen.


    Ich war dieses Jahr viel auf deutschen Autobahnen unterwegs, und im Selbstversuch fand ich, dass beim Fahren mit max. 130 km/h ca. 10% weniger Treibstoff verbraucht wurde gegenüber dem Modus "fahre immer so schnell wie möglich". Einen großen Unterschied in der Fahrzeit hat das übrigens nicht gemacht, da ich auf langen Strecken tagsüber sowieso nur auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 90-120 km/h komme, auch wenn ich immer so schnell fahre wie möglich. Die meisten Autobahnen sind voll mit LKWs, voll mit Baustellen oder einfach voll. Oder haben bereits lange bestehende Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 120 km/h.


    Von daher bin ich mittlererweile zur Überzeugung gekommen, dass ein allgemeines Tempolimit von 130km/h auf Autobahnen sinnvoll ist und im Dienste des Klimaschutzes geboten ist.

    #127Verfasser Norbert Juffa (236158)  19 Okt. 19, 04:12
    Kommentar

    ... dass ein allgemeines Tempolimit von 130km/h auf Autobahnen sinnvoll ist und im Dienste des Klimaschutzes geboten ist.

    Wie auch die Mehrheit der Bundesbürger, wie neuere Umfragen gezeigt haben. Nur viele Politiker haben noch immer mehr Angst vor dem abgenudelten Slogan von der freien Fahrt für freie Bürger.

    :-(


    #128Verfasser Irene (236484) 19 Okt. 19, 09:06
    Kommentar

    Gibt es dazu belastbarere Zahlen als die von YouGov? Ich habe irgendwie im Hinterkopf, dass deren Umfragen qualitativ mittelmäßig sind. Irgendwie scheinen die Zahlen in der unten zitierten Nachricht darüber auch nicht zusammenzupassen, denn die Prozentzahl der Leute, die ein Tempolimit von 130 km/h oder weniger befürworten, liegt bei 31,8% +14,7% = 46,5%, also weniger als die Hälfte.


    https://www.t-online.de/auto/recht-und-verkeh...

    Soll ab auf deutschen Autobahnen ein generelles Tempolimit von 130 km/h eingeführt werden? [...] Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (56,5 Prozent) würde eine Entscheidung für ein Tempolimit begrüßen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von "mobile.de" hervor. Nur 16,8 Prozent lehnten eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen grundsätzlich ab. [...] Die Antragsteller sehen in ihrer Vorlage eine Maximalgeschwindigkeit von 130 km/h ab 1. Januar 2020 vor. Für jeden dritten Befragten (31,8 Prozent) war das auch die bevorzugte Obergrenze. Andere Teilnehmer wünschten sich eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h (12,8 Prozent), 150 km/h (10,2 Prozent) oder 160 km/h (9,2 Prozent). Immerhin 14,7 Prozent sprachen sich für ein Tempolimit von maximal 120 km/h oder sogar weniger aus.

    #129Verfasser Norbert Juffa (236158)  19 Okt. 19, 09:15
    Kommentar

    Der aktuelle Deutschland von Infratest dimap bestätigt die Tendenz:


    https://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/c...


    Dort auf Bild 3 und Bild 4 gehen. Nach der Umfrage sind 53% für ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen, 45% dagegen. Die Frage wurde letztmalig im Januar 2019 gestellt, die Zahlen damals waren nicht wesentlich anders (51% gegen 47%).

    #130Verfasser harambee (91833)  19 Okt. 19, 10:28
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    Da ich jemand bin, der nicht fliegt, wenn es sich denn vermeiden läßt, entgehen mir da auch Änderungen. Ich bin schockiert darüber, daß alles, was auf Linienflügen (bei den anderen vermutlich sowieso) angeboten wird, in Plastik daherkommt, Plastikverpackungen, Plastikgeschirr und Plastikbesteck. Alles Einmalplastik. Grauenvoll.

    #131Verfasser ulinne (894128) 21 Okt. 19, 07:21
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    Das sagt der Postillon zum Tempolimit:


    https://www.der-postillon.com/2019/10/tempoli...



    #131: Dann muss man Businessclass fliegen. Dort ist deutlich weniger Plastik im Einsatz. Zumindest war das bei einer Fluglinie so, da wurde ich mal hochgebucht..

    Bezahlt wird der Umweltschutz mit einem deutlich höheren Flugpreis.

    #132Verfasser traveller in time (589684) 21 Okt. 19, 08:56
    Kommentar

    Im Zug habe ich es mal geschafft, eine echte Tasse mit ins Abteil nehmen zu dürfen (sonst bekommt man die nur, wenn man im BordBistro bleibt). Dazu war nötig: Mein charmantestes Lächeln - und klimabewusste Kinder: Wenn ich jetzt mit einem Einwegbecher zurückkomme, bekomme ich soo einen Ärger... :-) Was soll ich sagen, hat geklappt.

    [PS: Das ist natürlich keine Lösung fürs Flugzeug]

    #133Verfasser grinsessa (1265817) 21 Okt. 19, 09:24
    Kommentar

    #132

    Dass ein Flug in der Businessclass dem Umweltschutz dient, glaube ich nicht. Auf gleichem Raum werden weniger Leute mitgenommen, weshalb der jeweilige Anteil am verbrauchten Kerosin steigt.


    Wie man's macht, man macht's verkehrt ... ;-)

    #134Verfasser He-le-na (743297) 21 Okt. 19, 10:00
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    Plastikverpackungen, Plastikgeschirr und Plastikbesteck. Alles Einmalplastik. Grauenvoll.


    Ja, das ist unschön. Allerdings ist mir gar nicht hundertprozentig klar, wie schockierend das eigentlich ist. Soweit mir bekannt ist, ist der Hauptgrund für schon erlassene und aktuell diskutierte Plastikverbote der entstehende Müll und insbesondere die ungeordnete Entsorgung (Mikroplastik in Wäldern und Weltmeeren, Export von unsortiertem, nicht sortenreinen Plastikmüll in Entwicklungsländer, ...). Wenn das wirklich der Hauptgrund ist und Energiebilanzen kein so klares Bild zeichnen, dann könnte man ja zumindest theoretisch hoffen, dass der von ulinne genannte Plastikmüll gar kein so großes Problem sein muss, weil eine gute Sortierung und Entsorgung (Recycling oder auch energetische Nutzung) möglich sein könnte. Ich weiß viel zu wenig darüber, um das beurteilen zu können.

    #135Verfasser harambee (91833)  21 Okt. 19, 10:00
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    Wie harambee ausführt, ist das Verbrennen von Plastikabfall oft die klimafreundlichste Variante der Beseitigung. Auch viel sortierter Plastikabfall endet genau so. Das ist dann im Grunde Erdöl, dass zweimal genutzt wurde. Die Mengen Plastikabfall (= Erdölprodukte), die bei einem Langstreckenflug anfallen, sind ziemlich klein, da dass alles superdünne Plastikteilchen sind. Ich schätze eine Gesamtmenge in der Größenordnung von 100 kg. Das ist verschwindend klein im Vergleich mit dem Treibstoff (= Erdölprodukt) der verbraucht wird, der liegt in der Größenordnung von 100.000 kg.


    Das Problem bei Plastik sind mehr Vermüllung in der Landschaft, Mikroplastik, und Feinstaub (bei Abrieb) als die CO2 Bilanz.

    #136Verfasser Norbert Juffa (236158) 21 Okt. 19, 11:24
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    https://www.pbs.org/newshour/science/how-more...

    How more organic farming could worsen global warming

    [...]

    A team at Cranfield University sought to expand this scope of research by predicting how far the food supply would carry if England and Wales made a switch to 100 percent organic farming. "The question was, how much could we produce using only organic methods?" Williams said. Forty percent less, it turns out.

    [...]

    "Having established that there would be a shortfall in massive production, the gap would be filled by increased imports," Williams said. This outcome could lead to a 21 percent rise in greenhouse gas emissions from England and Wales because those imports would likely be raised overseas through conventional agriculture.

    [...]

    "The real message is that if we try to have the same diet and convert to organic, we can’t really do it without expanding agricultural land demands, simply because it yields less than the current system," Williams said, adding that testing a model where consumers sought out less red meat and more plant-based foods and fish could result in lower greenhouse gas emission yields from organic farming.


    Given that overfishing is alread a serious problem today, switching from red meat to fish is not a realistic option, I think.

    #137Verfasser Norbert Juffa (236158)  23 Okt. 19, 01:12
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    Ich habe dieses Jahr meinen Urlaub am Mittelmeer in Griechenland verbracht. War das erste Mal Griechenland für mich und vermutlich auch nicht so schnell wieder.

    Ich reise sonst nicht so weit und kenne hauptsächlich den Atlantik.


    Das Mittelmeer ist tot. Mausetot. Für Sonnenanbeter muß das das Paradies sein, keine Fische, kein ekliges Kleingetier, vor großen Meeresbewohnern muß man sich auch nicht wirklich fürchten, da die ja wenig zu fressen finden.

    Das war ein Schock.

    Man fischt also wenig, hält dafür aber Ziegen. Die Ziegen fressen auf den Hängen so ziemlich alles ab, was dazu führt, daß selbst Naturschutzgebiete ausgesprochen dürr und staubig daherkommen.

    Ansonsten wird alles, was möglich ist, zugebaut mit Häusern ausschließlich für den Tourismus. Lernen wir in europa eigentlich überhaupt nichts?

    Das letzte Mal Mittelmeer war bei mir vor 20 Jahren. Da sah das definitiv anders aus.

    #138Verfasser ulinne (894128) 23 Okt. 19, 07:36
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    Wie sah es vor 20 Jahren am Mittelmeer anders aus als heute? Bezieht sich der Vergleich auf denselben Ort? Das Mittelmeer ist ziemlich groß. Ich würde erwarten, dass es deshalb große Unterschiede gibt, je nachdem wo man sich aufhält.

    #139Verfasser Norbert Juffa (236158) 23 Okt. 19, 09:42
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    Probably depends upon the kind of fish you eat. You might want to skip Tuna and eat farmed sweet-water fish like carp - if you can stomach it. But I suppose replacing 5 steaks a week with 5 portions of fish a week is not what Williams (m/w/d) intended anyway - just to state the obvious. Replacing  5 steaks a week with 1 steak, 1 portion of fish and 3 vegetable dishes might take us a long way. There's plenty of vegetables that can supply you with proteins, like lentils. They even grow very good lentils in Germany now.

    #140Verfasser grinsessa (1265817) 23 Okt. 19, 09:50
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    Es geht mir nicht um´s Essen.

    In Zonen am Meeresrand leben in der Regel Krabben, Krebse, Würmer, Schnecken, Muscheln und was sonst noch alles so kreucht und fleucht.

    Wenn ich rings um eine Insel davon überhaupt nichts mehr finde, empfinde ich das als bedenklich.

    Abgesehen davon, daß die Einheimischen selbst sagen, daß durch Überfischung, Dynamitfischerei und Schleppnetze so ziemlich alles kaputt gemacht wurde.

    #141Verfasser ulinne (894128) 23 Okt. 19, 11:10
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    Sorry, ich bezog mich auf 137. Keine Einwände zu deiner 138.

    #142Verfasser grinsessa (1265817) 23 Okt. 19, 13:30
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    @131: Ich bin schockiert darüber, daß alles, was auf Linienflügen (bei den anderen vermutlich sowieso) angeboten wird, in Plastik daherkommt, Plastikverpackungen, Plastikgeschirr und Plastikbesteck. Alles Einmalplastik. Grauenvoll.


    Wie sollen vorgefertigte Sandwiches beim Transport nicht zerdrückt werden und über mehrere Stunden frisch und appetitlich bleiben?

    Und die Lachnummer bzw. Katastrophe schlechthin wäre es, wenn potenzielle Terroristen zwar ihre Nagelfeile am Flughafen wegwerfen müssen, die Oma, die im Flugzeug ein wenig stricken wollte, muss die Nadeln aus dem Strickzeug ziehen und sie wegwerfen - und dann liefert die Stewardess Messer, Gabeln und Porzellanteller, aus denen man scharfkantige Scherben fertigen kann.


    @138: Also, ich hab noch überall im Mittelmeer Fische und Muscheln im Uferbereich gesehen. In der unmittelbaren Uferzone (Nichtschwimmerbereich) sind Bodenbewohner eher selten - die hauen vor den vielen Menschenfüßen ab.

    Griechenland ist übrigens ein bettelarmes Land. Touristisch stark frequentierte Zonen stehen etwas besser da.

    Achtung Sarkasmus: Selbstverständlich sollten die Griechen von Kleinstmengen mit der Angel gefangener Fische und organisch-biologisch-ökologisch hergestellten Orangen, Tomaten und etwas Olivenöl (auch bio) leben. Es ist unverantwortlich, dass sie die einzige Einnahmequelle für das arme Land ausbauen und Bauland für Touristenunterkünfte anstatt Naturschutzgebiete ausweisen.

    #143VerfasserEifelblume (341002) 25 Okt. 19, 09:59
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    Willkommen zurück, Eifelblume. Jetzt wird es wieder spannend in diesem Faden.


    Kleiner Einwand:

    1. es gibt durchaus noch Linienflüge, auf denen Metallbesteck angeboten wird. Keine Ahnung, wie sinnig oder unsinnig das ist.
    2. In Griechenland ist doch ein Problem, dass vielerorts ohne Baugenehmigung gebaut wird (was z.B. bei der Feuerkatastrophe Anfang des Sommers schreckliche Auswirkungen hatte). Ich stimme dir zu, dass Touristen, die im Urlaub Meerblick und Calamaris haben wollen, sich nicht zu laut über Bebauung am Meer und Überfischung beschweren sollten.
    #144Verfasser grinsessa (1265817)  25 Okt. 19, 10:13
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    Schonmal in Spanien an der Mittelmeer-Küste gewesen?


    Die Geisterstädte gesehen, die zum Großteil illegal errichtet wurden ( die Strafen dafür waren zu gering)


    Da wohnen ja auch keine Einheimischen, die sind für die Touristen gedacht.


    Gesehen: Ruinen angefangener Riesenbauten von Hotelanlagen. Nie fertiggestellt. Aber die Gegend dafür zerstört. Firma pleite, Abbau zu teuer. Steht seit Jahrzehnten da.


    Ich nehme an, daß sich Eifelblume liebend gerne in den Schatten solcher Bauruinen legt im Urlaub.

    #145Verfasser ulinne (894128) 25 Okt. 19, 13:14
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    Nein, ulinne, ich würde niemals freiwillig im Schatten liegen. Ich liege möglichst in der Sonne, wenn es geht, 16 Stunden am Tag.


    Allerdings verstehe ich jetzt nicht ganz, was illegale Bauten in Spanien mit den meist wirklich hübschen Touristenanlagen in Griechenland zu tun haben.


    Wo bist du eigentlich in deinem Urlaub untergekommen? Doch nicht etwa in einem Touristenhotel?


    Edit: Ich verstehe auch nicht, warum ulinne mich quasi verantwortlich macht für Bausünden in Spanien. Ich schwöre dir, ich war das nicht.

    Die Umgebung rund um diese Bausünden lässt auch nicht vermuten, dass dort viel "Natur" zerstört wurde - da ist doch mehr oder weniger Wüste drum herum.

    #146VerfasserEifelblume (341002)  25 Okt. 19, 13:18
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    Ich will noch mal auf das Plastikbesteck zurückkommen: Die Lufthansa hat in der A380 52 „Premium Economy- „und 371 „Economy“-Sitzplätze. Ich unterstelle einfach mal, daß diese 423 Plastik serviert bekommen. Wenn jetzt ein Plastikbesteckteil 5 g wiegt, ein stählernes dagegen 50 g, und jeder Passagier 3 Teile bekommt, sind das 45 g x 3 x 423 = 57.105 g an Gewichtsersparnis. Das entspricht schon einem (zierlichen) Passagier. Wenn man jetzt sämtlichen mitfliegenden Plastikkrempel durch Metall-, Glas- und Porzellanartikel ersetzt, kommt da ganz schön was zusammen.


    Ich habe mir erzählen lassen (bin schon ewig nicht mehr selbst geflogen und auch nur sehr selten in teuren Klassen), daß die kleinen Weinfläschchen durch normalgroße ersetzt wurden. Da hat das Personal halt mehr Arbeit beim Nachschenken, aber auch da vermute ich Gewichtseinsparung.

     

    Das Übergepäck extra kostet, ist ja auch nicht Schikane. Das Gesamtgewicht spielt beim Treibstoffverbrauch schließlich durchaus eine Rolle. Ich bin allerdings gerade zu faul, belastbare Zahlen dazu zu suchen.


    Es gab doch auch schon Überlegungen, das passagiereigene Körpergewicht in den Flugpreis einfließen zu lassen, oder?

    #147Verfasser C3PO (877869) 25 Okt. 19, 17:48
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    Ruinen angefangener Riesenbauten von Hotelanlagen. Nie fertiggestellt. [...] Abbau zu teuer. Steht seit Jahrzehnten da.


    Da war wohl jemand in oder bei Prora in Urlaub :-)

    #148Verfasser Norbert Juffa (236158)  25 Okt. 19, 18:16
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    Neuste Superbatterie (oder Brennstoffzelle?) mit mehrfach höherer Kapazität.


    Klingt zu gut um wahr zu sein. Nicht zum aufladen, sondern zum ersetzen und recyceln.

    #149Verfasser mordnilap (835133) 25 Okt. 19, 23:52
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    I have been following battery technology since the mid 1990s, when a colleague explained to me why he invested serious money into a company pushing some new battery technology. Since then, I have seen news reports about some amazing new battery technology pop up every few months. The track record is pretty unambiguous: With the exception of the lithium ion battery, there hasn't been much of a breakthrough among dozens of designs. So allow me to be ultra skeptical. Practical batteries need to be robust and maintenance free, easy and cheap to mass-produce, and (these days) sufficiently easy to recycle. That puts the bar pretty high.


    Addendum: Even when technology works as advertised, it can be difficult to build a profitable business around it, which can create issues for long-term viability of the technology. I lost a tidy sum of money with a stock investment in a technologically-leading manufacturer of solar cells and solar panels (the company is still around, now majority owned by a fossil-fuel energy giant).

    #150Verfasser Norbert Juffa (236158)  26 Okt. 19, 00:39
    Kommentar

    @Eifelblume


    Ich würde außer dem Bauherren und den Verantwortlichen keinen für so ein Desaster verantwortlich machen.

    Du hattest nur so wunderschön die Großbauten für Touristen gelobt, weil von irgendwas müssen die Leute ja leben.

    Spanien war nicht immer Wüste. Und wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, wurden die ganze Küste entlang immer wieder Feuer gelegt, damit niemand mehr das Ganze als zu schützendes Gebiet ausweisen konnte. Natürlich die Höhe der Strafen wie immer läcjherlich.


    @148 Wer sich PRORA antut ist selber schuld. Meine Meinung.

    #151Verfasser ulinne (894128)  28 Okt. 19, 11:40
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    @ulinne

     

    Meines Wissens wächst entlang der Mittelmeerküsten sowieso nicht viel, da brauchst du weder Ziegen noch Brandrodung. Im touristisch nicht genutzten Hinterland wächst auch nicht mehr als entlang der Küsten. Mediterrane Vegetation ist einfach so dürr.


    Ich habe in den 70-er Jahren, also definitiv vor Erfindung des Umweltschutzes, in der Schule gelernt, dass Griechenland ein bettelarmes Agrarland ist, das von Olivenanbau, Fischerei und Ziegenzucht lebt.


    In den riesigen Hochhaussiedlungen an der Costa Blanca wollte ich niemals Urlaub machen, aber die griechischen Anlagen sind für gewöhnlich sehr schön gemacht und die Italiener hatten in den 50-er Jahren, als Rimini und Capri boomten, noch nicht die Möglichkeit, 20 Stockwerde hoch zu bauen, sodass sich ihre strandnahen Hotelbauten höhenmäßig in Grenzen halten.

    #152VerfasserEifelblume (341002) 28 Okt. 19, 12:07
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    Ich fürchte, ein Problem der Verwüstung Spaniens ist der massive Ausbau der Bio-Landwirtschaft - massenweise Gewächshäuser und mit Folien überspannte Agrarflächen. Die Folien wehen ins Meer, normaler mediterraner Bewuchs hat keinen Platz mehr, und viel zu viel Wasser wird ohnehin verbraucht. Bio ist halt nicht gleich öko.

    #153Verfasser grinsessa (1265817) 28 Okt. 19, 13:34
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    #153 "Bio ist halt nicht gleich öko."


    Das kann man gar nicht oft genug betonen (leider)! Aber 90% der Verbraucher*innen wollen sich halt nicht so gern mal einen halben Tag lang (oder so) mit dieser Problematik auseinandersetzen. Und darum hat Greenwashing (nichts anderes ist das Bio / Öko) der Supermärkte auch so großen Erfolg.

    #154Verfasser Serendipity_4 (677936) 28 Okt. 19, 14:03
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    Was mich auf anderem Gebiet gewaltig stört: Ständig wird einem "Elektro" als umweltfreundlich angepriesen. Gestern sah ich einen etwa 10-Jährigen auf einem Kettcar-ähnlichem Gefährt. Selber treten ist mühsam, dachten sich seine Eltern wohl.


    Man könnte bestimmt ein komplettes Kernkraftwerk abschalten, wenn die Touristen wieder zu Fuß die Sehenswürdigkeiten Berlins abklappern würden, statt mit einem E-Tretroller zu fahren.


    Sehr bedenklich das Ergebnis einer Umfrage: Siehe auch: Die Dampfpfeife / the steam whistle .„¸ø... - #8 

    #155Verfasser Harri Beau (812872) 28 Okt. 19, 14:23
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    Das stimmt. Ich wohne in der Innenstadt, da liegt oder steht alle paar Meter so ein E-Roller herum. Dabei kann man eigentlich alles zu Fuß oder mit Bus und Bahn erreichen. Klar, Touristen macht es wahrscheinlich mehr Spaß, mit dem Scooter durch die Gegend zu fahren, aber ohne ginge es auch prima. Dort, wo diese Roller tatsächlich einen Zugewinn an Mobilität liefern könnten, also im Vorort oder der Kleinstadt, um die Strecke bis zur nächsten S-Bahn- oder Bushaltestelle zu fahren oder um bei der Ankunft mit der S-Bahn nicht auf den in 40 Minuten fahrenden Bus warten zu müssen, weil die Fahrpläne blöderweise nicht abgestimmt sind, werden die Roller leider nicht angeboten. Da nimmt man dann eben doch das Auto (spätestens, wenn das dritte Fahrrad am S-Bahnhof geklaut wurde oder so). Eigentlich sollte doch damit die "letzte Meile" bewältigt werden, stattdessen ist der Roller ein Spaßmobil.

    #156Verfasser Dragon (238202) 28 Okt. 19, 15:34
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    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Indus...

    Industrie braucht für Klimaziele riesige Mengen an grünem Strom

    Bis 2050 soll Deutschland klimaneutral sein, aber die Umstellung auf emissionsfreie Technologien braucht enorme Mengen Strom.

    [...]

    Um bis 2050 fast völlig klimaneutral zu produzieren, rechnet etwa der Verband der Chemischen Industrie in einer Studie für die eigene Branche mit nötigen Investitionen von 45 Milliarden Euro. Die dafür erforderliche Strommenge werde sich von aktuell 54 Terawattstunden (TWh) auf 628 TWh vervielfachen.

    [...]

    Für die deutsche Stahlindustrie bedeutet die Umstellung nach Angaben ihres Branchenverbands einen zusätzlichen Strombedarf von mindestens 130 Terawattstunden im Jahr. Rund 12.000 Windräder an Land seien nötig, um so viel grünen Strom zu erzeugen.

    [...]

    Um das 95-Prozent-Ziel zu erreichen, braucht es den Forschern aus Jülich zufolge im Jahr 2050 eine Kraftwerkskapazität von 471 Gigawatt (GW). „Zum Vergleich: Im Jahr 2018 waren rund 118 GW erneuerbare Stromerzeugungskapazität installiert.“ Folglich müssten jährlich im Schnitt rund 11,5 Gigawatt installiert werden.



    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/der-ab...

    Der Abriss alter Windräder wird zum Problem

    [...]

    Ist schon der Bau der mehrere hundert Tonnen schweren, in Beton gegründeten Stahltürme mit ihren viele Dutzende Metern langen Rotorblättern eine logistische Herausforderung, so gilt das erst recht für die umweltgerechte Demontage und das sachgerechte Recycling. Es drohten Engpässe, bei den Recyclingkapazitäten für die faserverstärkten Kunststoffe der Rotorblätter sowie Risiken für Mensch und Umwelt beim unsachgemäßen Rückbau, schreiben die Gutachter.

    [...]

    Anders sieht es aus bei den mit Kohlefasern verstärkten Rotorblättern. Die Recyclingbranche hatte hier mit dem Hinweis auf Sondermüll schon vor Jahren Alarm geschlagen. Laut Prognose für das UBA werden hier ab 2024 „relevante Mengen“ von bis zu 70.000 Tonnen pro Jahr anfallen. Sie seien nicht nur schwer zu verwerten, in ganz Deutschland gebe es auch nur eine einzige Verwertungsanlage für solche Abfälle.

    [...]

    Ein weiteres Problem könnte sein, dass den Betreibern der Windenergieanlagen das Geld für den Abriss ausgeht. Sie könnten – obwohl seit 20 Jahren von den Stromkunden mit mehr als 100 Milliarden Euro subventioniert – nicht genügend Rückstellungen für den Rückbau gebildet haben.

    #157Verfasser Norbert Juffa (236158)  01 Nov. 19, 16:51
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    Beim Aufwachen habe ich heute im Radio einen Bericht über anscheinend recht konkrete Pläne insbesondere von China gehört, in naher Zukunft in größerem Umfang Solarkraftwerke im Weltall (auch auf dem Mond) zu installieren. Hier die Transkription des Berichts:

    https://www.mdr.de/wissen/china-energie-aus-d...


    Dieses Thema ist in der Vergangenheit völlig an mir vorbeigegangen. Meine spontane Reaktion war: Schnapsidee und sicher nicht relevant für die zukünftige Energieversorgung der Erde. Jetzt bin ich aber noch etwas wacher und bin mir nicht mehr so sicher, was ich davon halten soll.

    #158Verfasser harambee (91833) 03 Nov. 19, 08:09
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    Ich meine, davon hätte ich vor zwei Jahren zum ersten Mal gehört / gelesen. Damit gäbe es Solarstrom auch während der Nacht. In China herrscht momentan offenbar die Devise "Dream big!". Ich bin bei dem Projekt in etwa so skeptisch wie beim Weltraumaufzug, also extrem skeptisch.

    #159Verfasser Norbert Juffa (236158) 03 Nov. 19, 08:20
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    @157


    Gott sei Dank ist das bei den Atomkraftwerken ganz anders!

    #160Verfasser ulinne (894128) 04 Nov. 19, 07:19
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    Whataboutism hilft uns leider nicht weiter, wenn es um die Lösung praktischer Probleme geht. Man muss realistisch bleiben und sehen, dass auch "grüne" Technologien ihre Tücken haben, wenn es um Naturschutz, Umweltschutz, usw. geht. Das man Probleme und Konflikte frühzeitig erkennt (und dann hoffentlich rechtzeitig abmildert), tut doch der grundsätzlichen Befürwortung einer Technologie keinen Abbruch.

    #161Verfasser Norbert Juffa (236158) 04 Nov. 19, 07:37
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    Die Deutschen sind ja heutzutage sehr auf Gesundheit und sportlicher Betätigung in der freien Natur bedacht. Dazu auch noch im Heimatland, wer kann denn heute noch guten Gewissens nach Mallorca fliegen?


    Eine Chance für die Kleinstadt Winterberg im Sauerland. Jahrzehntelang hatten sie im Winter drei Monate Hochbetrieb, danach versank alles im trostlosen Dornröschenschlaf. Nun ist es seit einigen Jahren anders, mit stark steigender Tendenz. Denn heutzutage ist es das ganze Jahr über attraktiv für naturverbundene Aktivtouristen: Die Skivermieter haben nun Elektrofahrräder im Angebot und Rentner oder ganze Familien kommen mit dem Auto von weit her, bringen eigene Räder mit oder mieten sich vor Ort welche. Mit dem E-MTB lässt sich nun bequem über die Langlaufloipen cruisen oder man stürzt sich downhill die Pisten hinab. Die Gastwirte bieten statt regionaler Küche nun auch eine Steckdose an, damit es gleich wieder weitergehen kann. Sport in der Natur, finde ich gut. Aber ist das umweltfreundlich??


    Wie viele Windkrafträder könnte man einsparen, wenn die Leute statt "ökologisch" E-zu-biken, einfach wieder mal mehr zu Fuß gehen würden?

    #162Verfasser Harri Beau (812872) 12 Nov. 19, 15:19
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    Zumal sich die Gegend um Winterberg eigentlich sehr gut zum wandern eignet. Das war zumindestens mein Eindruck, als ich zum bisher einzigen Mal im Leben dort war.

    #163Verfasser Norbert Juffa (236158) 12 Nov. 19, 22:11
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    Die E-MTB sind echt eine Pest. Auf manchen Wanderwegen muss man dauernd aus dem Weg springen. Und es führt dazu, dass Leute auf Berge hochkommen, die ihre Fitness ihnen sonst nicht erlaubt hatte. Dann stehen sie oben und stellen erschreckt fest, wie anstrengend es ist, ein 25kg-Rad zu bremsen...

    #164Verfasser grinsessa (1265817) 12 Nov. 19, 22:13
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    Im bayerischen Naturschutzgesetz gibt es anscheinend eine Bestimmung, nach der "Fahrzeuge ohne Motorkraft" auf Alpenwegen erlaubt sind. Dass die E-Bikes dazugehören, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Vielleicht wird aber mal nachgebessert.


    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfrats...

    #165VerfasserMr Chekov (DE) (522758)  13 Nov. 19, 15:26
    Kommentar

    Vorhin im Radio gehört:


    Eine amerikanische Studie zeigt laut DLF, daß Kleinkinder, die sich viel mit Tablets oder Smartphones beschäftigen (oder sonstigem Elektrokram, in den man alleine starren kann), eine veränderte Hirnstruktur aufweisen.

    Anscheinend setzen Eltern gerne schon die Allerkleinsten vor solche Ablenkteile, damit sie ihre Ruhe haben.

    Lösung wäre, sich als Eltern mit dem Kind zu beschäftigen, selbst unter Zuhilfenahme des Elektroteils. Aber das scheint zu viel verlangt. Lieber riskiert man Hirnschäden bei den Kleinen.

    (Die Studie sagt nichts darüber, was das Ganze mit den Großen macht).


    #166Verfasser ulinne (894128) 14 Nov. 19, 06:50
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    Habe ich auch gehört (Deutschlandfunk?). Ich höre jeden Morgen zwischen 5 und 6 Uhr Deutschlandfunk. Im Haus ist es ruhig, draußen ist es ruhig, selbst die Katze ist ruhig, wenn sie den Bauch voll hat ;-). Herrlich.


    Dass diese Bildschirmmedien für die kindliche Entwicklung nicht gut sind, ist keine neue Erkenntnis. Das wissen Hirnforscher schon länger, allen voran der durchaus umstrittene Manfred Spitzer. Hier ging es heute Morgen nun um die Ergebnisse einer amerikanischen Studie, deren Ergebnisse die bisherigen Ergebnisse stark stützen. Besonders beeinträchtigt ist demnach die frühkindliche Entwicklung des Gehirns, es war die Rede vom Zeitraum bis zum Alter von 5 Jahren. Wenn ich das noch richtig zusammen bekomme, ist die weiße Substanz im Hirn bei Kindern (das sind wohl im Wesentlichen die Nervenfasern, im Unterschied zur sogenannten grauen Masse), die häufig mit Bildschirmmedien alleine gelassen werden, weniger/geringer/dünner, was zur Folge hat, dass diese Kinder langsamer lernen und eine geringere Auffassungsgabe haben; inwiefern dies lebenslang bleibt oder auch in späteren Jahren ausgeglichen und aufgeholt werden kann, davon war heute Morgen keine Rede. Unser Gehirn ist ja ein Organ, das lebenslang zum Lernen in der Lage ist. Die Forscher, die diese neue zitierte Studie durchgeführt haben, sprechen von "erschreckenden Ergebnissen".


    Weiß jemand von Euch mehr über diese Studie? Habe jetzt keine Zeit mich darüber zu informieren, muss arbeiten :-(.

    #167Verfasser Juke (DE) (743880) 14 Nov. 19, 07:30
    Kommentar

    Es scheint sich um eine auf 10 Jahre angelegte große Studie des NIH namens ABCD zu handeln, die momentan noch nicht einmal Halbzeit (*) erreicht hat. Schlussfolgerungen auf Grund vorläufiger Ergebnisse sind daher mit absoluter Vorsicht zu genießen. Ansprechpartner für diese Studie ist Dr. Gaya Dowling.


    https://www.nimh.nih.gov/research/research-fu...

    Adolescent Brain Cognitive Development (ABCD) Study

    ABCD is a landmark study on brain development and child health supported by the National Institutes of Health (NIH). This project will increase our understanding of environmental, social, genetic, and other biological factors that affect brain and cognitive development and that can enhance or disrupt a young person’s life trajectory.


    Letztes Jahr hat das CBS Nachrichtenmagazin "60 Minutes" über diese Studie berichtet (Hervorhebungen von mir):


    https://www.cbsnews.com/news/groundbreaking-s...

    [...]

    Anderson Cooper: What is a thinning of the cortex mean?

    Dr. Gaya Dowling: That's typically thought to be a maturational process. So what we would expect to see later is happening a little bit earlier.

    Anderson Cooper: Should parents be concerned by that?

    Dr. Gaya Dowling: We don't know if it's being caused by the screen time. We don't know yet if it's a bad thing. It won't be until we follow them over time that we will see if there are outcomes that are associated with the differences that we're seeing in this single snapshot. [...]


    Zum Hintergrund der Studie gibt es eine Publikation:


    https://www.sciencedirect.com/science/article...

    Nora D. Volkov, et al., "The conception of the ABCD study: From substance use to a broad NIH collaboration." Developmental Cognitive Neuroscience, Vol. 32, August 2018, pp. 4-7


    _____________________________________________________________________________________


    (*) https://www.aera.net/Newsroom/AERA-Highlights...

    NIH to Launch Adolescent Brain Cognitive Development Study

    June 2016

    This summer the National Institutes of Health (NIH) is launching a major longitudinal study on child health and brain development that will be of interest to many in the education research field. The Adolescent Brain Cognitive Development (ABCD) Study, which examines how childhood experiences affect brain and cognitive development of adolescents, will be implemented through schools and will include teacher assessments of children in addition to child and parental interviews.

    [...]

    “Our study will be looking at many childhood experiences that affect brain, social, emotional, and cognitive development, including those that directly affect classroom behavior and academic success,” said Gayathri J. Dowling, director of the ABCD project at NIH.

    #168Verfasser Norbert Juffa (236158)  14 Nov. 19, 08:16
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    #166: Du solltest deine Kritik vielleicht etwas differenzierter formulieren:


    1. Die Eltern, die ihre Kinder viel vor Bildschirmen "parken", sind überwiegend nicht diejenigen, die DLF hören oder von solchen Studien wissen. Sie nehmen Hirnschäden/-veränderungen also nicht billigend in Kauf, sondern wissen es nicht besser.
    2. Viele dieser Programme für Kleinkinder, sei es früher im Fernsehen (Teletubbies) oder jetzt irgendwelche Apps, suggerieren den Eltern, dass ihre Kinder davon etwas lernen. Eltern können also durchaus der Ansicht sein, dass sie ihren Kindern mit den Bildschirmmedien etwas Gutes tun oder dass ihre Kinder da etwas lernen können, das sie ihnen aus verschiedenen Gründen nicht selbst bieten können.
    3. Ich vermute mal, dass in der Studie auch berücksichtigt wird, dass Kinder aus den Familien, die ich in 1 und 2 beschrieben habe, auch genetisch weniger gut fürs Lernen ausgestattet sein könnten. Das entnehme ich aber den bisherigen Zitaten nicht.
    4. Kein Elternteil dieser Welt kann sich 100% des Tages mit seinem Kind beschäftigen. Ich glaube auch nicht, dass das förderlich wäre, Bildschirm hin oder her. Es ist wichtig, dass ein Kind sich auch in irgendeiner Form kreativ selbst beschäftigen kann. Fernsehen und die meisten Apps sind natürlich nicht wahnsinnig kreativ. Aber ob das Kind auf einem Papier malt oder auf einem Bildschirm, z.B., macht vermutlich keinen so riesigen Unterschied.
    5. Generalisiertes (Eltern-)Bashing ohne den Versuch, die Umstände und Beweggründe zu verstehen, finde ich immer unangebracht. Gerade in den USA gibt es viele Familien, wo die Eltern mehrere Jobs haben, um finanziell über die Runden zu kommen. Vielleicht gibt es ein älteres Kind, das Hilfe bei den Hausaufgaben braucht, und das jüngere muss mal für eine halbe Stunde Ruhe geben, damit sich das ältere konzentrieren kann. Auch Eltern haben mal eine Pause verdient. Es gibt wichtige Telefonate mit Anwälten oder was weiß ich, wo niemand dazwischen quaken darf. Es gibt 1000 gute Gründe, weshalb Eltern evtl ihre Kinder zwischenzeitlich "ruhig stellen" wollen oder müssen. Es ist unnötig, das derartig herablassend zu behandeln.


    Und nur zur Klarstellung, meine Kinder gucken 1x die Woche Sendung mit der Maus und vielleicht 2x im Monat einen (DVD-)Film (mit mindestens einem Elternteil) und dürfen gelegentlich (im Schnitt 2x pro Woche) 20min Tablet spielen (da schaue ich nur ab und zu über die Schulter). Meistens nehmen sie die Maus-App und schauen darin Clips an oder spielen die eingebauten Spiele. Zur Zeit muss man bspw. die Bewegungsabläufe für eine Maus programmieren, damit diese von A nach B kommt, da muss man schon ein bisschen nachdenken. Die Kleine (4) füttert auch gerne ein Monster oder die kleine Raupe Nimmersatt. Früher haben sie bei einer Wimmelburg versteckte Gegenstände gesucht. Mein Sohn (6) baut gerne mit einem Lego-Designer virtuelle Legomodelle am Rechner. Meine Große (9) interessiert sich nicht weiter, spielt aber mit, wenn die anderen spielen. Letzten Winter haben sie immer Minions rennen lassen, das ist jetzt aber out.

    #169Verfasser grinsessa (1265817)  14 Nov. 19, 10:45
    Kommentar

    Re #169: Damals (TM) gab es ja auch noch Zeiten als die Kinder nach draussen geschickt wurden z.B. zum Fußballspielen, Versteckenspielen, Wald und Flur erkunden, Baumhaus bauen, usw.

    Das Problem war da eher, daß die Racker wieder rechtzeitig zum Schlafen zurück kommen.


    Na gut, das war im letzten Jahrtausend. Computer und virtuelle Welt gab es noch nicht. Fernsehen war Schwarz-Weiss und höchstens bei Dick-und-Doof und Sandmännchen für Kinder interessant. Da gab es noch "Lernen durch Erfahrung" und kein vorbereitetes Bildungsprogramm.


    Und heute könnte man die Kinder ja auch garnicht mehr alleine nach draussen lassen - reale Welt - viel zu gefährlich!

    Die könnten ja mal mit einer echten Maus spielen und sich was einfangen. SCNR

    #170Verfasser traveler in time (757476)  14 Nov. 19, 12:25
    Kommentar

    Re 170: Das ist ein bisschen überspitzt. Außerdem scheinst du deine Erfahrungen nicht aus einer direkten Anschauung zu ziehen, sonst wüsstest du, dass Kinder auch heute spielen, drinnen und draußen, und nicht alles vorgekaut bekommen oder im permanenten Bildungswahnsinn verschwinden.


    Wie gesagt. Auch heutige Kinder werden nach draußen geschickt. Aber: Nicht jeder hat einen Garten, oder wohnt im Dorf / an einer ruhigen Spielstraße / einem Fußweg. Wie weit ist es zum nächsten Wald, wenn du mitten in der Stadt wohnst? Manchmal ist es dunkel / eiskalt/ schüttet in Strömen. Außerdem geht es in der erwähnten Studie um amerikanische Kinder, da sind die Gepflogenheiten nochmal anders. In GB ließ schon in meiner Kindheit (80er/90er) keiner seine Kinder alleine zur Schule gehen. Da macht man sich vermutlich als Elternteil unmöglich, wenn man seine Kinder alleine auf die Straße schickt.


    Nur zur Klarstellung: Ich bin keinesfalls dafür, Kinder vor Bildschirmen zu parken, und selbstverständlich ist draußen spielen gesünder, in vielerlei Hinsicht. Ich finde es nur unangebracht, derart vernichtende Kritik an den (amerikanischen) Eltern zu üben, ohne sich in deren Lebenswirklichkeit hinein zu denken. Wer seine Erfahrung aus den 70er Jahren ableitet, sollte vielleicht auch über die geänderte Verkehrssituation und den Anteil der Kinder, die in Städten wohnen, nachdenken. Und wer meint, dann sollen die Kinder halt mit dem Fahrrad in den nächsten Park fahren, darf sich gern mal die "Helme für Fußgänger"-Fäden anschauen.


    Wie gesagt: Kinder sollen spielen, draußen spielen, Eltern sollen sich mit ihnen beschäftigen, ist alles richtig. Aber beim Kritisieren Augenmaß behalten. Bitte.

    #171Verfasser grinsessa (1265817)  14 Nov. 19, 12:45
    Kommentar

    Ich glaube, bei 1x in der Woche Sendung mit der Maus und ca. 2x jeweils 20 Minuten am Tablet spielen, bleiben in der Woche genug Stunden zum „Lernen ohne vorbereitetes Bildungsprogramm“.

     

    Bücher waren früher mal auch ganz schlecht, weil die Kleinen gelesen und sich nicht an frischer Luft ertüchtigt haben.


    „Sowohl als auch“ ist da wahrscheinlich (wie so oft) die sinnvolle Herangehensweise, die von vielen (nicht allen – ich weiß!) Eltern praktiziert wird.

     

    Paracelsus ist wirklich immer noch (und auch im übertragenen Sinne) aktuell:

    „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“

    (Edit: Norberts Hervorhebung in #168 finde ich da auch wichtig!) 


    Ich bin z. B. früher liebend gerne auf Bäume geklettert (die vielen Obstbäume im Garten lieferte genug Abwechslung und im Herbst konnte ich dann bei der Ernte helfen).

    Mein Sohn (Stadtkind) hat damit leider nur sehr wenige Erfahrungen. Wir haben keinen eigenen zum Klettern geeigneten Baum, die Parkverwaltung mag Klettern auf den parkeigenen Bäumen nicht (die Bäume sind in der Regel auch keine guten Kletterbäume) und im Wald sind die Bäume erst recht zu dünn oder zu hoch.

    Die Kletterhalle ist dann eine Möglichkeit, ist aber nicht an der frischen Luft, kostet Eintritt und stellt wieder "organisierte" Freizeit dar. Tja, dumm gelaufen.


    Wenn dann jemand meckert, dass "die Kinder" (Verallgemeinerungsalarm) heutzutage nicht mehr klettern könnten, frage ich mich immer, ob es sich lohnt, das als Beispiel dafür herauszustellen, dass die Verallgemeinerung auf Grund einzelner spezieller Aspekte eines Themas in der Regel in die Irre führt. Lohnt aber erfahrungsgemäß nicht!

    #172Verfasser He-le-na (743297)  14 Nov. 19, 13:11
    Kommentar

    Ergänzung zu #166 bis #168: Möglicherweise ging es auch um folgende Studie mit dem Titel


    Associations Between Screen-Based Media Use and Brain White Matter Integrity in Preschool-Aged Children


    die am 4.11.2019 on der Zeitschrift "JAMA pediatrics" veröffentlicht wurde:


    https://jamanetwork.com/journals/jamapediatri...


    Die Zusammenfassung gibt aber nicht viel her und an einen kostenlosen Volltext komme ich nicht ohne weiteres ran.

    #173Verfasser harambee (91833)  14 Nov. 19, 13:18
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    Danke für die Unterstützung, He-le-na. Wir sind als Kinder im Grundschulalter auch unbegleitet in den Wald, aber das waren 20min zu Fuß auf Feldwegen. Mein Mann durfte Ende der 80er/Anfang der 90er als Grundschulkind 30min täglich fernsehen, das war normal und wurde auch ausgeschöpft. Auf die Menge kommt in meiner direkten Umgebung kaum ein Kind, Tablet-Zeit eingeschlossen. Das ändert sich dann abrupt, wenn die Kinder Handys bekommen, scheinbar ist das meist zum Eintritt in die weiterführende Schule.


    Das Sicherheitsbedürfnis der Eltern hat sich seit meiner Kindheit schon intensiviert. Als meine Tochter in der 2. Klasse alleine vom Hort mit dem Bus in die Stadt gefahren ist, habe ich in viele ungläubige Gesichter geschaut ("gibst du ihr dann ein Handy mit?" - Tu ich nicht). Aber das Gefühl, dass die Welt gefährlicher geworden ist, kann man den Eltern ja nicht unbedingt vorwerfen. Das liegt auch an der Art, wie in Medien berichtet wird. Und ich finde nicht, dass sich irgendjemand erdreisten sollte, über die Ängste anderer Leute zu urteilen, egal wie unbegründet sie aus der eigenen Perspektive sein mögen. Man könnte sich mit den Menschen vielleicht ruhig unterhalten, wenn ihre Angst in Überwachungswahn umschlägt. Aber das ist (in meiner Beobachtung) bislang nur bei einer winzigen Minderheit der Fall.


    So, dass war jetzt sehr OT. Zurück zur Umwelt?

    #174Verfasser grinsessa (1265817)  14 Nov. 19, 13:31
    Kommentar

    Richtig OT war dieses Intermezzo doch gar nicht. Denn Smartphones und Tablets und die dafür nötige Infrastruktur (z.B. Internet, Server fürs Streamen) sind doch aus dem Blickwinkel des Klimaschutzes durchaus kritisch zu betrachten, und es erscheint mir kontraproduktiv, Kinder an solch klimaschädliche Technik heranzuführen. Was das Streamen angeht, schrieb ich vor kurzem im CC:


    Distributing a TV program to the 8 million people in the Bay Area via old-fashioned over-the-air broadcasting takes less energy than streaming it to them over the internet. KQED's big antenna on Sutro Tower in San Francisco transmits with a power of 316 kW. Which sounds like a lot until you divide by the number of viewers. KQED has 230,000 members, but it is estimated that it has about two million viewers. So that's 0.16 watts per viewer based on 2M viewers, which is significantly less than what a cable modem draws (3 to 5 watts). Even if there are just 100,000 viewers (in the wee hours of the morning, say), that's still only 3.2 watt per viewer.


    But the internet infrastructure and content delivery networks require all kinds of equipment from data storage to computers to routers to CMTS besides the cable modem. From memory, roughly 80% of all internet traffic (by volume) today is video. Data centers used for the internet alone require the same amount of energy as world-wide air travel.

    #175Verfasser Norbert Juffa (236158) 14 Nov. 19, 18:39
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    @169

    Es ging um amerikanische Eltern, um sehr kleine Kinder, also zwischen 1 und 5 Jahren. Das deutet auf alle Fälle auf Bequemlichkeit hin. Daß sich größere Kinder auch mal alleine beschäftigen und spielen steht ja auf einem ganz anderen Blatt. Heute steht aber schon der nächste Artikel zum Thema in der Rheinpfalz. Scheint also kein spezifisch amerikanisches Problem zu sein.


    Studien werden aber nicht wegen einzelner Fälle erhoben, sondern dann, wenn sich signifikant ein Trend abzeichnet.

    #176Verfasser ulinne (894128)  15 Nov. 19, 06:30
    Kommentar

    Nein, die ABCD-Studie ist viel größer angelegt, sie erforscht die Hirnentwicklung bei Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen.

    Ich wehre mich auch nicht dagegen, dass viele Kinder jeden Alters viel zu viel Zeit hirnlos auf irgendwelche Bildschirme starren. Ich wehre mich gegen diese Aussage:


    Lösung wäre, sich als Eltern mit dem Kind zu beschäftigen, selbst unter Zuhilfenahme des Elektroteils. Aber das scheint zu viel verlangt. Lieber riskiert man Hirnschäden bei den Kleinen.


    Jemandem zu unterstellen, er würde bewusst das Hirn seines Kindes schädigen, um in Ruhe einen Kaffee trinken zu können, ist eine bodenlose Frechheit.


    In deinem neuesten Post ist dieses hier frech:

    Es ging um amerikanische Eltern, um sehr kleine Kinder, also zwischen 1 und 5 Jahren. Das deutet auf alle Fälle auf Bequemlichkeit hin.

    Die Tatsache, dass es sich um Amerikaner handelt, deutet auf Bequemlichkeit hin? Die Tatsache, dass es sich um Amerikaner handelt, deutet vielleicht darauf hin, dass im Schnitt in den USA schon seit Jahrzehnten mehr Fernsehen geschaut wird als bei uns. Die Eltern behandeln ihre Kinder so, wie sie es aus ihrer Kindheit erinnern. Kein böser Wille.


    Übrigens können sich Kinder jeden Alters allein beschäftigen, nur unterschiedlich lang. 5jährige sind Vorschulkinder, also ziemlich groß.


    Noch zu Norberts Einwand: Die Medaille hat, wie die meisten, 2 Seiten. Bei uns bedeutet Streaming, dass wir uns die Anschaffung eines Fernsehers ersparen können. Und wenn man die Sendung mit der Maus über die Mediathek ansieht, ist nach der Sendung auch wirklich aus. Dass man einfach sitzen bleiben kann, weil ja noch was interessantes kommt, oder sinnlos am Fernseher rumzappt, kommt in der Erfahrungswelt meiner Kinder nicht vor. Wir gucken aber auch kein Youtube.


    #177Verfasser grinsessa (1265817)  15 Nov. 19, 06:51
    Kommentar

    Es kann (und soll) doch jeder selbst entscheiden, ob er streamen möchte, oder fernsehen, oder keines von beiden. Der Hinweis, dass die Themen Streamen, Smartphones, etc auch fadenrelevant ist, sollte hier erlaubt sein. Das sind Fakten.


    Das neuzeitliche Erscheinungen wie Smartphones für Kinder oder Elterntaxi aus dem Blickwinkel des Klimaschutzes auf Grund dieser Fakten zu hinterfragen sind, ist meine ganz persönliche Schlussfolgerung. Die kann man teilen oder auch nicht (ist mir ehrlich gesagt wurscht), aber sie ist fadenrelevant.


    Meine Beiträge hier im Faden bitte ich ausschließlich als Denkanstöße zu betrachten. Weder bewerte ich das Handeln anderer Fadenteilnehmer, noch versuche ich hier irgendjemanden von irgendetwas zu überzeugen. Das Missionieren liegt mir überhaupt nicht.

    #178Verfasser Norbert Juffa (236158)  15 Nov. 19, 08:37
    Kommentar

    Norbert, ich wollte dir gar nicht widersprechen. Im Gegenteil stimme ich deiner #178 prinzipiell zu (Elterntaxi geht gar nicht). Nur wollte ich anmerken, dass es extrem schwierig ist, eine klare Meinung pro oder contra Streaming (z.B.) zu haben, weil eben nicht nur die reine Übertragung der Daten mit eingerechnet werden sollte, sondern auch ob die Wahl Streaming/normales Fernsehen einen Einfluss auf die Dauer des Medienkonsums (auch bei Erwachsenen) hat und auf die Anzahl von Elektrogeräten mit ihrem Verbrauch an seltenen Erden usw. Ich kann das höchstens für unsere eigene Familie beantworten.


    Genau so schwer lösbare Frage: E-Book-Reader vs. Bücher - auf der einen Seite ein Elektrogerät mit Stromverbrauch. Auf der anderen Seite Papierherstellung, Druck, Transport … Was wiegt schwerer? Ich weiß es nicht. Aber die Lösung ist mir inzwischen klar geworden: Leihbücherei!


    #179Verfasser grinsessa (1265817)  15 Nov. 19, 08:53
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    Sorry, da hatte ich die Stoßrichtung deines Beitrags wohl missverstanden.


    So, wie ich die Technik verstehe, ist Video-Streamen im Internet um zirka eine dezimale Größenordung energieintensiver als terrestrisch ausgestrahltes Fernsehen. Beim jeweiligen Endgerät hält es sich ziemlich in der Waage: Ein Fernseher verbraucht mehr Resourcen bei der Herstellung und Beseitigung als ein Tablet, dafür wird das Tablet (oder Smartphone) viel häufiger gegen ein neues Gerät getauscht. Insgesamt ergibt sich vom Klimaschutz her: kein Streamen oder Fernsehen (wie in meiner Kindheit) ist besser als terrestrisches Fernsehen ist besser als Internet Streamen.


    Natürlich bietet Streamen dem Benutzer etliche Vorteile gegenüber klassischem Fernsehen, da vom Benutzer and (fast) jedem Ort und zu (fast) jeder Zeit abrufbar. Das ist convenient und somit haben wir einen klassischen trade-off, wie er auch bei der Wahl des Verkehrsmittels und vielen anderen Konsumentenentscheidungen anfällt. Wenn das Ziel aber die CO₂-Neutralität bis 2050 sein soll, dann werden wir uns schnell an weniger convenience gewöhnen müssen. Damit fängt man am besten im Kindesalter an, denn alte Knacker wie ich haben erfahrungsgemäß (im Durchschnitt!) eine geringere Flexibilität.

    #180Verfasser Norbert Juffa (236158) 15 Nov. 19, 09:46
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    Mich gruselt es regelmäßig, wenn ich kleine Kinder irgendwo sehe, die auf ein Kindertablet starren oder damit spielen (es gibt ja bereits die Kleinkindausgaben).

    Ich traue tatsächlich jedem zu zu wissen, daß das andauernde Starren auf eine Mattscheibe nicht gesund ist. Zumindest die Augen leiden, was sicher jeder bestätigen kann, der am Bildschirm arbeiten muß. Von daher finde ich auch den Vorstoß bedenklich, diie Dinger als normales Unterrichtsmittel zu verwenden.

    Aber man muß meine Meinung natürlich nicht teilen. Das tun die Wenigsten. Ist mir bewußt.

    Ich würde Gedankenlosigkeit auch nicht unbedingt als Absicht bezeichnen. Allerdings sind die Ergebnisse die Gleichen.

    #181Verfasser ulinne (894128)  15 Nov. 19, 11:06
    Kommentar

    Mich gruselt es regelmäßig, wenn ich kleine Kinder irgendwo sehe, die auf ein Kindertablet starren oder damit spielen


    Warum sollten sich ausgerechnet Kinder so viel anders verhalten als Erwachsene? OK, ein Kindertablet haben sie jetzt nicht, dafür zücken sie bei jeder Gelegenheit ihr Smartphone. Ob deren Augen bei dem 5''-Bildschirmchen weniger leiden?

    #182Verfasser Harri Beau (812872) 15 Nov. 19, 11:22
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    Zumindest die Augen leiden, was sicher jeder bestätigen kann, der am Bildschirm arbeiten muß


    Ich arbeite am Bildschirm. Da ist kein muss dabei, es ist meine freie Entscheidung.

    Meinen Augen geht es insgesamt gut, wenn man bedenkt, dass es ihnen nie wirklich gut ging, sie sich aber auch nicht am Monitor verschlechtert haben (Testgruppe: mein Vater, gleiches Augenleiden, hat im Leben wahrscheinlich 40 Stunden am Bildschirm verbracht).

    #183VerfasserDixie (426973) 15 Nov. 19, 13:33
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    Mein Augenoptikerin war der Meinung, man solle Kinder abends möglichst nicht mehr selbst lesen lassen, dann noch lieber fernsehen. Grund: Beim Lesen (Tablet äquivalent) werden die Augen mehr angestrengt, weil näher fokussiert wird. Das sei besonders problematisch, solange die Augen noch im Wachstum sind. Das beste für die Augen ist regelmäßig draußen aufhalten, weil die Augen beim Schauen in die Ferne entspannen. Das gilt aber auch fürs Vorlesen lassen (ohne Bilder) oder Hörbuch hören, die Varianten ziehe ich dann doch vor.


    Edit 15.00 Uhr:

    Ich wollte das Thema ABCD-Studie eigentlich ruhen lassen. Es ist mir aber doch ein Bedürfnis, darauf noch einmal zu antworten:

    Ulinne, deine Annahme scheint zu sein, dass das Wohlergehen ihrer Kinder einem Teil der Eltern egal ist. So verstehe ich deinen Kommentar zur Nachlässigkeit. In meinen Augen ist das falsch. Es mag auch solche Eltern geben, aber das ist ein winziger Bruchteil. Die können die Statistiken der Bildschirmzeiten von Kindern in USA, GB oder D nicht ausmachen. Ich weiß nicht, wann du zuletzt an einem Kindergarten warst. Meine Beobachtung aus den letzten 6 Jahren ist, dass es eine große Zahl an Eltern gibt, deren Bildungshintergrund nicht ausreicht, um die Konsequenzen von Medienkonsum zu überblicken. Jemand, für den das Lesen als Schüler eine Qual war, kommt nicht auf die Idee, den eigenen Kindern vorzulesen. Derjenige liest auch nicht darüber, dass Vorlesen seinen Kindern gut tun würde. Ich habe eine Freundin, deren Eltern nie gesungen haben, und die bass erstaunt war, wie sehr ihr Baby rhythmisches Sprechen genießt. Im Kindergarten hat mir mal eine Mutter erzählt, ihr Kind war am Nachmittag vor der Theateraufführung so gestresst und aufgeregt, die hat ihr so leid getan, also hat sie ihr eine Kindersendung angemacht, zur Beruhigung. In der Klasse meiner Tochter sind Kinder, die nie zu samstäglichen Klassenaktionen kommen, auch wenn es um etwas tolles geht wie Floßbauen. Begründung: Das arme Kind muss schon die ganze Woche in die Schule, es soll nicht auch am Wochenende noch hin. Als Akademiker erscheinen einem viele Verhaltensweisen merkwürdig, die aus der anderen Perspektive keinesfalls nachlässig gedacht sind. Wenn man diesen Kleinkindern mit den Kindertablets helfen will, sollte man nicht die Eltern niedermachen, sondern sie auf eine empathische Weise darin unterstützen, wie sie ihrem Kind besser helfen können.

    #184Verfasser grinsessa (1265817)  15 Nov. 19, 13:47
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    # 179: Genau so schwer lösbare Frage: E-Book-Reader vs. Bücher - auf der einen Seite ein Elektrogerät mit Stromverbrauch. Auf der anderen Seite Papierherstellung, Druck, Transport … Was wiegt schwerer?


    Für einen ordentlichen Vergleich solltest du aber dir Herstellung und den Transport auch des E-Readers einrechnen. Und da in so einem elektronischen Gerät viele Metalle verbaut werden, die wiederum unter oft menschen- und umweltschädlichen Bedingungen abgebaut werden, bin ich relativ sicher, dass man sehr sehr viele Bücher lesen muss, um an die CO2-Bilanz eines E-Readers heranzukommen.
    #185Verfasser Qual der Wal (877524) 16 Nov. 19, 13:34
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    [quote]... dass man sehr sehr viele Bücher lesen muss, um an die CO2-Bilanz eines E-Readers heranzukommen.[/quote]


    Je nach Studie zwischen 20 und 30. Öffentliche Bibliotheken sind sicher am effizientesten, aber 25 Bücher sind auch nicht direkt unerreichbar.

    #186Verfasser Carullus (670120) 16 Nov. 19, 15:05
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    Kürzlich kam eine Sendung im Radio über die Energiekosten von Internet, Streaming etc.:https://www.br.de/mediathek/podcast/iq-wissen...


    Das LRZ in Garching hat z.B. etwa 1000 Euro Stromkosten pro Stunde. Mit jeder Smarthome-App steigern wir den Stromverbrauch v.a. an Stellen, an denen es nicht zwingend notwendig ist (per App Licht anschalten, Heizung hochfahren etc.). Von Bitcoin gar nicht zu sprechen.

    #187Verfasser Selima (107) 16 Nov. 19, 15:06
    Kommentar

    I tried to edit #186, but Selima shot me down...


    ... dass man sehr sehr viele Bücher lesen muss, um an die CO2-Bilanz eines E-Readers heranzukommen.


    Je nach Studie zwischen 20 und 30. Öffentliche Bibliotheken sind sicher am effizientesten, aber 25 Bücher sind auch nicht direkt unerreichbar.

    #188Verfasser Carullus (670120)  16 Nov. 19, 15:07
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    Hättest du da mal einen Link zu so einer Studie (aus Interesse)?
    #189Verfasser Qual der Wal (877524) 16 Nov. 19, 16:24
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    Vermutlich hat sich Carullus darauf bezogen: https://www.oeko.de/uploads/oeko/oekodoc/1179...

    ... die u.a. auch hier herangezogen wurde: https://www.quarks.de/umwelt/sind-e-book-read...

    #190Verfasser Selima (107) 16 Nov. 19, 16:48
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    Es gibt verschiedene Studien, alle mit ähnlichen Zahlen. Sehr viel hängt natürlich von den persönlichen Lesegewohnheiten ab.

    #191Verfasser Carullus (670120) 16 Nov. 19, 17:08
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    Das im unten verlinkten Zeitungsartikel angesprochene Problem trifft definitiv in Kalifornien zu. Ausser, dass die Benutzung von Elektrofahrzeugen in urbanen Gegenden recht gute Fortschritte macht. In der Bay Area sind E-Autos, vor allem Teslas, trendy.


    https://www.sueddeutsche.de/politik/energie-k...

    Der jährliche Bericht der Internationalen Energieagentur zeigt, dass die Energiewende gut voran kommt. Allerdings nicht an allen Stellen.

    [...]

    Kaum Fortschritte sind bislang im Verkehrssektor zu erkennen. Nicht nur der Flugverkehr wächst rasant, auch die Zahl der Autos nimmt zu. Die wenigsten davon fahren mit Elektroantrieb. Stattdessen steigt der Anteil der SUV, die besonders viel Sprit verbrennen. Die Gesamtemissionen aller anderen Pkw sind rückläufig, der SUV-Boom dreht den Trend allerdings um.

    #192Verfasser Norbert Juffa (236158)  16 Nov. 19, 23:33
    Kommentar

    Laut DLF Nachrichten heute Morgen ist der Verpackungsmüll in D seit letztem Jahr deutlich gestieren.

    Das liegt (laut DLF) in der Hauptsache an Mitnahmebehältnissen wie Kaffeebechern oder anderen Getränkebechern sowie Plastikverpackungen für kleine Kuchenstücke, Obst, etc.


    Scheint als ob der Verbraucher da Einiges in der Hand hätte.

    #193Verfasser ulinne (894128) 18 Nov. 19, 07:26
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    Hatten wir in den Umweltfäden vor ca. einem Jahr nicht die Meldung, dass Deutschland führend sei in Europa in der Erzeugung von Verpackungsmüll pro Kopf? Und seit dem hat die Müllmenge noch einmal zugelegt? Irgendetwas scheint da schief zu laufen im Verbraucherverhalten. Ich sehe gerade, dass die Recyclingquote in den vergangenen zwei Jahren in Kalifornien rückläufig war; das Problem ist also definitiv nicht nur ein deutsches. Ich denke, dies hier wird die DLF-Meldung von Montagmorgen gewesen sein:


    https://www.deutschlandfunk.de/verpackungsmue...

    Verpackungsmüllrekord: Umweltbundesamt verlangt mehr Mehrweg

    [...]

    Das waren durchschnittlich knapp 230 Kilo pro Person. Gründe dafür sind dem Bericht zufolge unter anderem Lebensmittel und Getränke zum Mitnehmen, sowie der Trend, Waren online zu kaufen.


    https://www.saveonenergy.com/land-of-waste/

    Here are some tips to help reduce your personal waste:

    • Bring reusable bags when you go shopping, and choose reusable containers for packing meals.
    • Buy in bulk whenever possible. Beware of double packing – or individually wrapped items that are repackaged and sold as bulk.
    • Compost your food scraps and yard waste whenever possible.
    • Cut back on junk mail – you receive more than 30 pounds of it per year.
    #194Verfasser Norbert Juffa (236158)  18 Nov. 19, 07:41
    Kommentar

    In "quer" kam letzte Woche auch ein Beitrag zum Anstieg von Verpackungsmüll. Dabei wurden von einem Recycler v.a. Kartonagen genannt, bei denen die Steigerungsraten so exorbitant seien - wegen der Bestellwut der Deutschen im Internet. Versender greifen bevorzugt zu großen Verpackungen, weil sie schneller zu packen seien. Zeit = Geld, während das höhere Porto kaum zu Buche schlage. Die verbleibende Luft wird mit Polsterfolien und anderm Material ausgestopft. Und das landet dann im Müll.


    Dagegen hilft ganz einfach: in den Innenstädten einkaufen. Kleidung anprobieren und das passende kaufen. Ich hab mir diesen Sommer zum ersten und letzten Mal drei Kleider nach Hause schicken lassen und alle drei wieder zurückgeschickt, weil sie nicht gepaßt haben. So ein Schmarrn. Ich hab mich so über mich geärgert.

    #195Verfasser Selima (107)  18 Nov. 19, 08:38
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    Gründe dafür sind dem Bericht zufolge unter anderem Lebensmittel und Getränke zum Mitnehmen...


    Für meine Eltern (Ü80) ist Essen auf der Straße eine Verhaltensweise von Asozialen und Pennern.

    Ich bin da nicht mehr ganz so streng, kann aber Food-to-go nichts abgewinnen, höchstens mal eine Kugel Eis im Waffelhörnchen. Ansonsten will ich mein Essen und auch meinen Kaffee sitzend einnehmen.


    Wenn es noch als normal gälte, regelmäßige Mahlzeiten am Tisch sitzend mit Messer und Gabel einzunehmen, gäbe es kein Einwegbecherproblem.

    Ich habe oft den Eindruck, dass vor allem junge Menschen fürchten zu verhungern und zu verdursten, wenn sie beim ersten leichten Hunger- oder Durstgefühl nicht innerhalb einer Minute etwas bekommen. Sogar auf einer Beerdigung habe ich schon erlebt, dass jemand in der Aussegnungshalle während der Trauerreden eine Trinkflasche aus dem mitgebrachten Rucksack zog.

    Da müsste man - je nach persönlicher Einstellung - sich auf alte Werte besinnen bzw. die Zeit zurückdrehen.


    Edit: 195 +++1

    Zumal man für die Rücksendung am Ende in die Stadt fährt und die Pakete im Postamt abgibt, das womöglich keine 100 m von den Läden entfernt ist, wo man die Sachen direkt hätte kaufen können.



    #196VerfasserEifelblume (341002)  18 Nov. 19, 09:09
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    Ich hatte den Online-Handel unterschlagen. Der wurde auch erwähnt. Und natürlich, daß massenhaft Rücksendungen lieber zerstört als wieder in den Handel zurückgenommen werden.


    Ich stimme selten mit Eifelblume überein, hier aber voll und ganz.

    #197Verfasser ulinne (894128) 18 Nov. 19, 09:41
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    Da muss ich mich als treue Versandhauskundin seit fast 3 Jahrzehnten outen - noch lange bevor es Internet gab. Ich hab einfach nicht die Zeit und die Nerven, nur wegen was zum Anziehen in die Stadt zu fahren. Den Katalog kann ich mir in Ruhe durchblättern, dann die Sachen in Ruhe anprobieren und gegebenenfalls zurückschicken (dafür muss ich aber nicht in die Stadt fahren; ein Postamt haben wir auch vor Ort). Da ich aber z. B. ganz genau weiß, welche Jeans in welcher Größe mir bei „meinen“ Versandhäusern (hauptsächlich Bonprix, Sheego, Happysize) zuverlässig passt halten sich meine Rücksendungen eigentlich in Grenzen.

     

    Mein Beitrag zum Klimaschutz ist, dass ich nicht jede Saison neue Klamotten brauche. Ich habe T-Shirts, die älter sind als meine Kinder. Und ich bestelle auch nicht jedes Jahr neue Sachen, sondern erst, wenn ich absolut keine Jeans mehr habe, die nicht vollkommen zerschlissen ist.

     

    #198Verfasser Bellydancer (1117479) 18 Nov. 19, 09:58
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    Ich muß zu meiner Verteidigung (siehe #195) sagen, daß ich vor der Bestellung in diversen Innenstädten war und diverse Kleider anprobiert habe. Und das, obwohl Klamottenkaufen zu meinen am meisten gehaßten Freizeitverplemberungstätigkeiten gehört. Also dachte ich mir, mach ich's auch mal so wie ja offensichtlich viele andere.

    #199Verfasser Selima (107) 18 Nov. 19, 10:12
    Kommentar

    Da kann ich nur bei Bellydancer unterschreiben. Hier vor Ort kann ich nur Tartanschals und Kiltsocken kaufen (nicht so nuetzlich) , und zur naechsten Stadt fahre ich 320km (hin-und zurueck). Ich bestelle fast alles im Internet, und Verpackungsmuell und Retourentechnisch muss man halt gucken, wo man bestellt. Bei meiner Lieblingsklamottenmarke wird zum Beispiel in einem festen Papiersack geliefert, und ich schicke nur sehr wenig zurueck, weil ich weiss, was passt.

    Und ich habe zwar keine Kinder, aber auch Kleidung, die aelter als Teenager ist:-)

    #200Verfasser AK(de in uk) (236113)  18 Nov. 19, 10:15
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    Nur zur Präzisierung: Die heutige Pressemitteilung des UBA bezieht sich auf das Jahr 2017, neuere Zahlen liegen (wie gerade im Radio gehört) noch nicht vor.

     

    https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressem...

     

    Und ich habe zwar keine Kinder, aber auch Kleidung, die aelter als Teenager ist:-) Same here :-)

    #201Verfasser C3PO (877869) 18 Nov. 19, 10:17
    Kommentar

    Verpackungsmüll bei einer Retoure ist nur eins der Probleme: Der Händler kann die Ware nicht mehr als nagelneu verkaufen, nur noch als B-Ware. Ein bereits anprobiertes Kleidungsstück mit Parfümgeruch oder eine aufgerissene Originalverpackung will doch keiner haben. An B-Ware lässt sich nichts mehr verdienen, die macht nur Aufwand. Also ab damit auf den Müll.

    #202Verfasser Harri Beau (812872) 18 Nov. 19, 10:28
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    Man kann ja nicht immer allen Schwachsinn voraussehen, der verzapft wird.


    Aber wenn ich irgendwo mitbekomme, daß gar nicht wirklich recycled wird oder daß eben Rückgesendetes auf den Müll wandert, dann nehme ich doch Abstand und versuche, solche Käufe zu vermeiden.

    Mittlerweile gibt es ja sogar Supermärkte, in denen man seine Box mitbringen und sich díe Wurst da rein legen lassen kann usw.

    Es ist zwar unglaublich schwierig, Verpackungsmüll komplett zu vermeiden, aber man kann durch sein eigenes Verhalten doch eine ganze Menge weniger produzieren. Wenn bei uns Verpackungen anfallen oder Füllmaterial, versuchen wir zumindest, das wiederzuverwerten.

    #203Verfasser ulinne (894128) 18 Nov. 19, 10:42
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    #196: Ich bin da nicht mehr ganz so streng, kann aber Food-to-go nichts abgewinnen, höchstens mal eine Kugel Eis im Waffelhörnchen. Ansonsten will ich mein Essen und auch meinen Kaffee sitzend einnehmen.


    Mir ergeht es da ganz ähnlich. Ich habe - soweit ich mich erinnern kann - noch nie einen Becher Kaffee gekauft, um ihn unterwegs im Gehen oder im Auto zu trinken.

    Für Deutschland ist es soweit mir bekannt ist so, daß ein Händler Speisen mit Sitzgelegenheit nur anbieten darf, wenn er eine Toilette bereitstellt. Und das braucht Platz und schafft wieder neue Unannehmlichkeiten. Kein Wunder, daß ein Händler lieber to-go anbietet, der Müll landet ja nicht auf seinem Grundstück oder Mülleimer.

    #204Verfasser Harri Beau (812872) 18 Nov. 19, 10:45
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    Den größten Hass hatte ich mal in einer endlosen Paketstellen-Schlange bei völlig überforderten Getränkemarktangestellten am 21.12. gehabt, dass da auch noch Leute drin standen, die ihre Retouren loswerden wollten...


    Ich habe ein paar Mal Kleidung im Internet bestellt. Jedes Teil war zusätzlich in Plastikfolie eingewickelt. Es war eine absolute Müllschlacht. Fürchterlich. Nur im absoluten Notfall. Leider ist der Kinderklamotten-Laden, wo es die Hosen gab, die meiner Tochter passen und halbwegs unkaputtbar sind, geschlossen worden. Also habe ich jetzt die Möglichkeit, mäßig passende Markenjeans zu kaufen, irgendeinen Krampf bei H&M, der beim ersten Hinfallen kaputt ist, oder im Internet zu bestellen.

    Echt ärgerlich. Allerdings vermutlich wirklich ein Henne-Ei-Problem.


    Mir fällt gerade ein: weiß jemand, wie die Kleidung im Einzelhandel ankommt? Ist sie da auch stückweise in Plastik eingepackt?

    #205Verfasser grinsessa (1265817)  18 Nov. 19, 10:49
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    Da kann ich nur bei Bellydancer unterschreiben. - mich auch anschließe. In unserem Städtchen finde ich nur selten etwas für mich und ich sehe nicht ein, mich nur zum Klamottenkauf dem Stress der nächsten Großstadt zu unterziehen. Allerdings schicke ich auch selten etwas zurück.


    Versandkartons bewahre ich übrigens für meine Weihnachts- und Geburtstagspakete auf. Es gibt Versandpäckchen, die schon mehrfach den Weg zwischen Poppystadt und Poppyfreundinnen- verwandtenstädten zurückgelegt haben.


    Ein befreundeter Antiquar hat mir erzählt, es gebe eine Bücherverkaufsplatform, die verbietet (oder verboten hat) gebrauchte Versandverpackungen zu verwenden. Das finde ich schon ziemlich daneben.



    #206Verfasser Red Poppy (876587)  18 Nov. 19, 11:06
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    Selima, du musst dich nicht verteidigen. Irgendwo muss man neue Klamotten herbekommen, so lange wir noch nicht zurück auf den Bäumen sind.

    Ich erwähnte es glaube ich schon: Jeder ist da ein braver Öko, wo es Spaß macht.

    Ich bummele gern durch die Stadt und schleppe meine Beute heim - bzw. bis zum Parkhaus. Als braver Öko verursache ich keinen Versandverpackungsmüll.... Ich bin allerdings nicht öko genug, um für die 20 km zwei Stunden Anreise mit zweimal Umsteigen in Kauf zu nehmen, da nehme ich doch lieber das Auto.

    Andere ersparen als brave Ökos der Umwelt die Fahrt in die Stadt...


    Einen guten Gesichtspunkt liefert Red Poppy: Verpackungen selbst wiederverwenden.


    Mir fällt gerade ein: bei Geschenkpapier und Schleifenbändern hört mein Ökobewusstsein auf - Jute- und Baumwolltüten unterm Weihnachtsbaum wären einfach zu abscheulich.

    Kennt jemand umweltfreundliche Geschenkverpackungen, die trotzdem hübsch aussehen?




    #207VerfasserEifelblume (341002) 18 Nov. 19, 11:36
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    Kennt jemand umweltfreundliche Geschenkverpackungen, die trotzdem hübsch aussehen? - Ein Jahr habe ich zu Weihnachten meine Geschenke in braunes Packpapier gepackt, mit Juteschnur verschnürt und an die Schnur als Deko Zimtstangen, Sternanis und getrocknete Orangenscheiben gebunden. Wenn der Empfänger die Deko nicht kompostieren wollte, konnte er sie immerhin noch in den Glühwein geben :-)

    #208Verfasser Red Poppy (876587) 18 Nov. 19, 11:47
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    Hübsche Stoffreste sind gut zum Einpacken von Geschenken. Wer selber näht, hat da vielleicht ein paar Stücke.


    Aber auch die geschmähten alten Jutesäcke sind durchaus nett. Eine Bekannte hatte mal Zugriff auf alte Kaffeesäcke. Mit wenigen Stichen ein Sternchen draufgestickt oder mit Filzresten irgendein anderes Motiv darauf angebracht und eine schöne Stoffschleife dazu: Jahre ohne Geschenkpapierbedarf! Die haben auch die Beschenkten dann immer weiterverwendet, weil sie zum Wegwerfen zu schade waren.

    #209Verfasser He-le-na (743297) 18 Nov. 19, 11:51
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    Wir verpacken schon seit Jahren Geschenke häufig in Zeitungspapier. Man kann sich da ein bißchen Mühe geben und ganzseitige Fotoanzeigen, Artikelillustrationen, Überschriften etc. thematisch passend zum Geschenk oder Anlaß aussuchen. Allerdings machen wir das im Wesentlichen unter uns beiden – bei etwas ferner stehenden Menschen wird das leider manchmal als „denen bin ich ja nicht mal das Stück Geschenkpapier wert“ mißverstanden.

    #210Verfasser C3PO (877869) 18 Nov. 19, 12:01
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    Hübsche Stoffreste kann man nicht nur zum Einwickeln verwenden, sondern daraus auch jährlich wiederverwendbare Geschenkbeutel in verschiedenen Größen nähen als schönere Alternative zum Jutesack.


    Geschenke in Zeitungspapier dagegen fände ich scheußlich. Da denkt man gleich an schlechte Nachrichten (aus denen der Inhalt von Zeitungen ja überwiegend besteht) oder an sandige Salatköpfe und fettige Pommes. Dann lieber gleich ganz unverpackt.

    #211Verfasser Möwe [de] (534573) 18 Nov. 19, 12:35
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    Ich habe, als meine Kinder noch ganz klein waren, schöne Baumwollsäckchen in verschiedenen Größen genäht. Diese Säckchen gehören zur Weihnachtstradition, und so gibt es bei uns jetzt schon fast 20 Jahre unterm Christbaum keine Geschenkspapierorgien.

    #212Verfasser schwäble (951819) 18 Nov. 19, 12:54
    Kommentar

    Ich bin da völlig schmerzfrei und verwende gebrauchtes Geschenkpapier wieder, sofern es noch in Ordnung ist (Ränder zuschneiden) und mir gefällt.

    Ansonsten habe ich auch schon schlicht einfarbig ungebleichtes Papier mit diversen Verzierungen verwendet, oder Sachen in Geschirrtücher/Handtücher etc. eingepackt.

    Gut funktionieren auch Kalenderblätter, wenn sie groß genug - bzw. das Geschenk klein genug - sind (Wandkalender).

    #213Verfasser Cynara (1118057) 18 Nov. 19, 13:05
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    Packpapier mit Kartoffeldruck verzieren. Oder mit Kleinkind-Krikelkrakel. Freut sich jeder drüber. Wenn man Geschenkpapier-Reste vom Vorjahr hat, die zu klein sind um damit noch etwas einzupacken, kann man daraus auch schöne Weihnachtskarten basteln.

    #214Verfasser grinsessa (1265817)  18 Nov. 19, 13:09
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    Stirnpatsch - ich habe mindestens 5 kg Stoffreste....

    Danke für die Tipps

    #215VerfasserEifelblume (341002)  18 Nov. 19, 13:11
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    Möwe, # 211: Dann kannst Du Dich ja glücklich schätzen, daß Du von uns wohl nie ein Geschenk bekommen wirst 😋. Ein Beispiel: Stell Dir eine halbseitige Illustration zu einem Artikel über Weihnachtsbräuche in ungefähr diesem https://browse.startpage.com/do/show_picture.... Stil vor. Diese dann geschickt auf einem Päckchen für eine Familie mit zwei kleinen Kindern plaziert kam ziemlich gut an.

    #216Verfasser C3PO (877869) 18 Nov. 19, 15:00
    Kommentar

    Wir haben uns vor Jaaaaaaaahren mal teures Japanpapier gekauft. Seither verpacken wir unsere Geschenke innerfamiliär immer wieder in dieselben Bögen - ohne Klebefilm, nur mit immer denselben Bändseln zusammengebunden. Bei dem Papier sieht man die Knitter nicht.

    #217Verfasser Selima (107) 18 Nov. 19, 17:39
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    Für eine Fondue brauchte ich noch einen Fendant oder ähnliches. Interessant: Vor - sagen wir mal grob - fünf Jahren hätte ich aus Neugierde und Experimentierfreude auch einmal nach einem Wein aus Chile, Kalifornien oder Neuseeland gegriffen. Stehen sie doch lockend im Regal. Heutzutage finde ich es undenkbar. Obwohl diese Weine sicherlich nicht mit dem Flugzeug anreisten, haben sie doch mehr Kilometer zurück gelegt, als mit meinem guten Gewissen vereinbar.


    Ich habe das nicht von heute auf morgen so entschieden, es ist wohl eher das Ergebnis einer ständigen Sensibilisierung für solche Zusammenhänge.

    #218Verfasser Harri Beau (812872) 18 Nov. 19, 19:35
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    Das geht in die richtige Richtung, denke ich. Ich merke auch, dass man mit der Zeit sensibilisiert wird. Wir kaufen jetzt z.B. nur noch selten Bananen, und allgemein Obst und Gemüse überwiegend der jahreszeitlichen kalifornischen Produktion angepasst. Aber manchmal möchte ich auch im Herbst oder Winter eine Tomate essen, da ist also noch Spielraum nach oben. Und bei Kaffee gibt es keine heimische Produktion. Vielleicht entwöhnen wir uns noch, bis die globale CO₂ Neutralität kommt.

    #219Verfasser Norbert Juffa (236158) 18 Nov. 19, 20:01
    Kommentar

    Einkaufen ist momentan ziemlich anstrengend, weil ich ständig dabei bin, das Kleingedruckte zu studieren (Palmöl? Mikroplastik? Erdölprodukte? Sonstige unerwünschte Zusatzstoffe?) bzw. vorher daheim bei Shampoos und dergl. die Inhaltsstoffe zu prüfen (z.B. da: https://www.codecheck.info/). Aber wenn man dann mal jeweils ein kaufbares Produkt gefunden hat, sollte sich der Aufwand auch wieder minimieren.

    #220Verfasser Selima (107) 18 Nov. 19, 20:10
    Kommentar

    Das ist echt anstrengend, Selima, stimmt. Vor allem, weil man so gar nicht von der erwarteten Qualität des Produkts auf die Nachhaltigkeit der Zutaten schließen kann. Meine Kinder haben neulich an Halloween zwei Tüten Spekulatius eingesammelt. Die eine von Coppenrath, die andere mit dem Logo einer Supermarktkette drauf. Wir haben erst die guten von Coppenrath geöffnet und uns über den guten Geschmack gefreut. Der Blick aufs Etikett belehrt uns dann: Palmöl in der Zutatenliste an 2. oder 3. Stelle. Im Gegensatz dazu hatte die Supermarkt-Eigenmarke immerhin nur Butterreinfett zu bieten. Eigentlich ist das aber auch eklig. Wir machen die Spekulatii dieses Jahr wohl am besten selbst.


    Ich muss allerdings zugeben, dass ich bei manchen Produkten, auf die ich meine nicht verzichten zu können, bewusst nicht auf die Etiketten schaue...

    #221Verfasser grinsessa (1265817) 19 Nov. 19, 09:28
    Kommentar

    Was ist an Butterreinfett eklig? Das ist doch im Grunde nur die industrielle Version von haushaltsmäßig hergestelltem Butterschmalz, oder was sich Englischen clarified butter nennt.

    #222Verfasser Norbert Juffa (236158) 19 Nov. 19, 09:42
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    Was ist an Butterreinfett eklig? 

    Würd mich auch interessieren. Ich backe NUR mit guter Butter und brate mit Butterschmalz. Margarine find ich eklig.

    #223Verfasser Bellydancer (1117479) 19 Nov. 19, 09:49
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    Wenn einem das Palmöl im Produkt nicht gefällt, einfach mal einen kurzen Brief an den Hersteller schicken. Oder in sozialen Netzen klagen. Manchmal hilft es. Ich wunderte mich zum Beispiel letztens darüber, dass der Xylit-Kaugummi, den ich seit Jahren kaufe, nicht mehr weiß sondern leicht gelblich aussieht. Des Rätsels Lösung: In der neuen Version wird kein Titaniumdioxid mehr im Überzug verwendet. Ob dass direkt mit Beschwerden im Internet zusammenhängt, kann ich nicht beweisen, aber es gab diese Beschwerden, wie kurze Recherche zeigte.

    #224Verfasser Norbert Juffa (236158)  19 Nov. 19, 09:51
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    Selima, vielen Dank für den Link! Ich habe eben die beiden neuen festen Shampoos gesucht, die ich gekauft habe - beide unbedenklich, schön!

    Ja, es ist anstrengend, und ich habe oft das Gefühl, immer noch viel zu wenig zu tun. Aber diese Sensibilisierung ist tatsächlich so, wie Ihr es beschreibt, man schaut einfach genauer hin, kennt mehr Zusammenhänge und handelt (oft) entsprechend. Das ist schon ein ganz guter Weg, auch wenn noch viel zu tun ist.

    #225Verfasser anitul (236147) 19 Nov. 19, 09:54
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    Ich backe auch mit Butter. An Butterreinfett finde ich eklig, dass man allein durch das Wort schon darauf gestoßen wird, wie industriell das Produkt ist. Was natürlich schon logisch ist, wenn man ein abgepacktes Produkt kauft. Ekel muss ja nicht rational sein, oder? Jedenfalls verliere ich dadurch die Lust an gekauften Keksen und freue mich auf selbstgemachte. Mit Butter.

    #226Verfasser grinsessa (1265817)  19 Nov. 19, 10:38
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    Ich backe auch mit Butter. An Butterreinfett finde ich eklig, dass man allein durch das Wort schon darauf gestoßen wird, wie industriell das Produkt ist. Was natürlich schon logisch ist, wenn man ein abgepacktes Produkt kauft.


    Ich will dich jetzt mit aller Gewalt missverstehen. Ich kaufe auch Butter abgepackt. Sogar abgepackte Bio-Butter. Meine eigene Kuh konnte ich mir in meiner Stadtwohnung auf Dauer nicht halten, das wäre nicht artgerecht, weder für Tier noch für Mensch.

    #227Verfasser rufus (de) (398798) 19 Nov. 19, 11:43
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    :-) Mach ruhig, wenn's dir Spaß macht.

    #228Verfasser grinsessa (1265817) 19 Nov. 19, 11:45
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    Sobald Butterreinfett "Ghee" heißt, ist es ayurvedisch und gesund.

    #229Verfasser Red Poppy (876587) 19 Nov. 19, 11:48
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    Niemandem ist es verweigert, sein/ihr Butterschmalz selbst herzustellen und dann damit zu backen :-)

    #230Verfasser Serendipity_4 (677936) 19 Nov. 19, 11:54
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    Da wir gerade bei Butter sind – da muss ich zugeben, dass ich fast nur noch die importierte Butter aus Irland kaufe, seit eine Ernährungsberaterin mir mal erklärt hat, dass diese Weidemilchbutter viel mehr gesunde Nährstoffe enthält. Ich persönlich mag auch die Streichfähigkeit dieser Butter.

    Das ist halt auch so ein Dilemma: Klimafreundlich, also regionale Produkte kaufen, oder mit gutem Gewissen bezüglich der Haltung der Tiere kaufen (und gleichzeitig bessere QUalität bekommen)?


    Übrigens habe ich der Ernährungsberaterin meines Vertrauens einfach unkontrolliert geglaubt (und weil ich die Butter ausprobiert habe), aber für Euch habe ich kurz gekugelt und bin fündig geworden; sehr interessanter Link, biddeschön:


    https://www.worldsoffood.de/news/item/634-but...


    zwei Auszüge aus dem Artikel:

    „…Die aus Irland stammende Buttermarke Kerrygold kann sich bei Betrachten aller Inhaltstoffe deutlich von anderen Marken absetzen“, erläutert Klaus Eder die Ergebnisse der Studie. Von Vitamin E enthält sie beispielsweise 51 % mehr als der Durchschnitt aller anderen neun Buttermarken! Die positiven mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind zu einem signifikant höherem Anteil in der Weidemilch enthalten. Zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren gehören auch die Omega-3-Fettsäuren. Ihr Anteil ist über 40 % höher als in den Vergleichsmarken. Der Gehalt des gesundheitsförderlichen Beta-Carotins liegt sogar um über 70 % höher als der Gehalt der anderen untersuchten Buttermarken…“


    „… Bei der irischen Buttermarke Kerrygold, die bei der Unter-suchung am besten abgeschnitten hat, wird die Butter aus Weidemilch hergestellt. Die irischen Milchbauern halten ihre Kühe von März bis Oktober auf der Weide. Sie grasen dabei bis zu 312 Tage. Dies ist ein Wert, der in keinem anderen europäischen Land erreicht wird. Dies ist möglich, weil durch den Golfstrom ein besonders mildes Klima in Irland herrscht. Die Qualität von Weidemilch bedeutet aber auch eine geringere Wirtschaftlichkeit für die Bauern. So geben irische Kühe durchschnittlich 5.200 kg Milch im Jahr, deutsche Kühe 7.000 kg und dänische Kühe sogar über 8.500 kg (ZMB Jahrbuch Milch, 2011). „Was gut für den Profit ist, beeinträchtigt aber auch die Gesundheit der Kühe und die Qualität der Milch. Nachhaltiger ist in jedem Fall eine traditionelle Weidehaltung“, erklärt Prof. Dr. Worm….“

    #231Verfasser Bellydancer (1117479) 19 Nov. 19, 11:58
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    Poppy, den Text habe ich mir nur verkniffen;-)


    Grinessa, ernsthaft. Um Ghee wird ein ziemlicher Aufriss veranstaltet, Poppy hat mit ihrem Post nicht unrecht.

    Warum aber ist Butterschmalz wegen "abgepackt" industriell und eklig, wohingegen Butter (in den meisten Fällen auch abgepackt, selbst im Bio-Hofladen) gut ist?

    Versteh mich nicht falsch. Ich verwende zum Backen Butter, zum Kochen meistens Öl, manchmal auch Butter, je nachdem. Ich verwende kein Butterschmalz, weil ich den Geruch nicht mag.

    #232Verfasser rufus (de) (398798) 19 Nov. 19, 12:02
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    rufus, das Problem mit dem industriell hergestelten Ghee ist, dass es sehr schnell produziert wird und deshalb nicht so gesunde Stoffe im Fett zurückbleiben.


    Und es ist nicht transparent, woher die Butter kommt, aus der das Butterschmaz gewonnen wird.


    Und, ja - selbstgemachtes Butterschmalz aus Kerrygold-Butter ist wunderbar! Eine klasse Alternative ist die Butter einer mainfränkischen Molkerei.

    #233Verfasser Serendipity_4 (677936) 19 Nov. 19, 12:10
    Kommentar

    Bei allen genannten Vorzügen irischer Butter denke ich, dass es stärkere Quellen für Omega-3 Fettsäuren oder Vitamin E gibt, oder? Karotin aus Karotten, Vitamin E aus Walnüssen und Olivenöl, Omega-3-Fettsäuren aus Sardinen, Hering, Lachs. Wobei das Olivenöl (auch wenn es kalifornisches gibt) hier meist importiert ist, ebenso wie Hering (Nordatlantik, deutsche Fischerei) und Sardinen (Mittelatlantik, marokkanische Fischerei). Aber da hat meine Gesundheit Vorrang vor dem Klimaschutz. Unsere Butter kommt von glücklichen kalifornischen Kühen :-)

    #234Verfasser Norbert Juffa (236158)  19 Nov. 19, 12:14
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    Ja da hast Du eigentlich Recht, Norbert.

    Aber ich mag die Vorstellung von glücklichen Weidekühen im Gegensatz zur gepeinigten Milchsklavin mit Monstereuter einfach viel lieber... hach, denk ich dann immer, wegen meiner Butter sind keine Tiere gequält worden.

    Ob's wirklich stimmt, weiß ich ja auch nicht.

    Aber ich tauge einfach nicht als Veganerin... dafür bin ich zu großes Leckermäulchen


    #235Verfasser Bellydancer (1117479) 19 Nov. 19, 12:24
    Kommentar

    Die irischen Milchbauern halten ihre Kühe von März bis Oktober auf der Weide. Sie grasen dabei bis zu 312 Tage. Dies ist ein Wert, der in keinem anderen europäischen Land erreicht wird.


    November: 30 Tage

    Dezember: 31 Tage

    Januar: 31 Tage

    Februar: 28 Tage.


    120 Tage.

    365 minus 120 ergibt 245.

    Hm.


    glücklichen Weidekühen im Gegensatz zur gepeinigten Milchsklavin mit Monstereuter einfach viel lieber... hach, denk ich dann immer, wegen meiner Butter sind keine Tiere gequält worden.


    Bellydancer, den Gedanken kann ich nachvollziehen, mir geht es ja ähnlich. Aber dennoch kann man da dann um einiges regionaler denken, denn nicht alle Kuhrassen in Deutschland sind als "Turbokühe" gezüchtet und dafür ausgelegt. "Oberbayrisches Alpenfleckvieh" zum Beispiel. Das sind keine Turbokühe, allerdings sind die Viecher speziell an relativ karge Böden angepasst. Wir kaufen unsere Milch immer von einer relativ kleinen oberbayrischen Molkerei, bei der ich mir relativ sicher bin, dass die produzierenden Kühe lange Zeit im Jahr draußen auf der Weide stehen. Ich kenne es ehrlich gesagt nicht anders und habe daher zum Beispiel keine Veranlassung, extra auf irische Butter zurückzugreifen. Die Butter mag vielleicht etwas anders schmecken, weil die Milch durch andere Pflanzen "gewürzt" ist, aber das Argument "weil keine Turbokühe" würde ich so nicht stehenlassen. Bei dem Argument gibt es auch regionalere Lösungen.

    #236Verfasser rufus (de) (398798)  19 Nov. 19, 12:25
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    Von jener irischen Marke kann man aber auch gleich das Butterschmalz fertig kaufen, muß man gar nicht selber machen 😁.

     

    Aber was Import und lange Transportwege angeht, muß ich zugeben, daß ich gar nicht willens bin, auf alles zu verzichten. Mal willkürlich ein paar Dinge aufgezählt: Baumwolle, Kaffee, Pfeffer, Zitrusfrüchte… Nur noch härene Gewänder und Kräutertee? Och nö. Und wovon sollen die Anbauer dieser Produkte dann leben?

     

    Mein Chef hatte vor ungefähr einem Jahr Termine in Spanien, und einer seiner Gesprächspartner nahm ihn auf seine Zitrusplantage mit. Da vergammeln die prächtigsten Orangen am Baum, weil er preislich nicht mit aus Südafrika nach Mitteleuropa importierten Früchten mithalten kann. Sowas finde ich irrsinnig.

     

    Bei Weinen aus Übersee geht es uns ähnlich wie in #218 geschildert. Allerdings achten wir inzwischen darauf, daß die Abfüllung erst in Europa stattgefunden hat, denn der Transport von Glasflaschen über die Weltmeere muß ja nun nicht sein. (Und unser Verbrauch besteht hauptsächlich aus deutschen Weinen).

    #237Verfasser C3PO (877869) 19 Nov. 19, 12:40
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    Ach wie schön! Beim Wein bin ich wieder sowas von regional ;-) Da trinke am liebsten und fast ausschließlich Müller Thurgau aus der Region, meist sogar direkt von den Winzern unserer Großgemeinde :-) Absolut klimafreundlich – aber ehrlich gesagt, hauptsächlich weil der einfach saulecker ist.


    Und beim nächsten Einkauf im großen Supermarkt werde ich mal das kleingedruckte auf allen bayerischen Buttern lesen. Wenn ich eine Weidemilchbutter finde, hat die gewonnen. Versprochen!

    #238Verfasser Bellydancer (1117479) 19 Nov. 19, 12:47
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    Bis zu 312 Tage - da ist die 245 enthalten... ;-)

    (SCNR)


    Das Mehr an gesunden Inhaltsstoffen ist ja oft ein als gut empfundenes Argument, das einer genaueren Betrachtung nicht unbedingt standhält.

    Bei der Butter habe ich es mir noch nicht genauer angesehen (Norberts Anmerkungen in #234 klingen ja ganz schlüssig), aber besonders aufgefallen ist mir das vor etwa 20 Jahren*, als Himalayasalz in meinem Wohnort für ca. 50 Euro* pro kg Salz erhältlich war. Eines der Verkaufsargumente war, dass nicht durch den bösen Raffinationsprozess (der bei weniger exotischen Salzprodukten angeblich immer angewendet wird) die ganzen wertvollen Mineralstoffe entfernt worden waren.

    "Ich decke meinen Magnesiumbedarf über die Auswahl meines Speisesalzes!" Ähhh...

    (Es waren schon Euro - muss also 2002 oder später gewesen sein...)

    #239Verfasser He-le-na (743297) 19 Nov. 19, 12:52
    Kommentar

    Das Glück in einer Weinbauregion zu wohnen haben wir auch.


    Ich möchte meine Zitronenbäumchen - statt sie immer im Topf zu überweintern - mal versuchshalber ins Freie pflanzen. Immerhin wurde der Lorbeer schon höher als das Haus, Palmen wachsen einige bei Nachbarn, warum nicht auch Zitronen?

    #240Verfasser ulinne (894128) 19 Nov. 19, 12:54
    Kommentar

    Ich finde weder Butter noch Butterschmalz eklig, sondern lediglich den Begriff Butterreinfett, weil dadurch vor meinem inneren Auge Produktionsstraßen für Weihnachtsplätzchen erscheinen, die nicht meinem romantisch verklärten Bild derselben entsprechen. Rein emotional, keinerlei Bedenken ernährungsphysiologischer oder umweltpolitischer Natur.

    #241Verfasser grinsessa (1265817) 19 Nov. 19, 13:01
    Kommentar

     

    #239 - Bin ganz Helenas Meinung – mein Salz muss nicht vom Himalaya hergekarrt werden. Aber ich achte auf naturbelassenes Steinsalz ohne Rieselhilfen. Ob die jetzt wirklich so gesundheitsschädlich sind oder nicht, ich weiß es nicht. Aber naturbelassen ist mir immer lieber.

     

    Jahrzehntelang habe ich gerne Meersalz gekauft – bis vor wenigen Monaten, als ich gelesen habe, dass das Meersalz heutzutage voller Mikroplastik ist (wen wundert’s). Seufz.

     

    #242Verfasser Bellydancer (1117479) 19 Nov. 19, 13:05
    Kommentar

    „Unser“ Rheingauer Winzer war erst letzte Woche mit der diesjährigen Lieferung da.

     

    Meine Zitronenzuchtversuche waren bisher leider nicht von Erfolg gekrönt. Aber es stehen wieder 8 streichholzgroße Winzlinge im Treppenhaus. (Wir haben weder Wintergarten noch Freigelände). Jedoch dürfte die Wahrscheinlichkeit einer eigenen Ernte sehr gering sein.

    #243Verfasser C3PO (877869) 19 Nov. 19, 13:06
    Kommentar

    da ist die 245 enthalten... ;-)


    Das stimmt zwar, aber ich verstehe nicht, wie man "von März bis Oktober" auf bis zu 312 Tage kommt. Selbst wenn sie in der Zeit toujours draußen auf der Weide sind, sind das nur 245 Tage. Die restliche Zeit des Jahres im Stall? Vermutlich je nach Witterung 2 Wochen plus/minus länger draußen, aber der Satz passt für mich nicht zusammen. Entweder "von März bis Oktober" oder "bis zu 312 Tage, witterungsabhängig".

    ;-)


    #244Verfasser rufus (de) (398798) 19 Nov. 19, 13:10
    Kommentar

    @Bellydancer

    Wenn Calcium- oder Magnesiumcarbonat als Rieselhilfe drauf ist (lt. Wikipedia E170 sowie E504), dann verbessert sich doch die Mineralstoffzufuhr sogar noch. :-D

    (Auch hier gilt natürlich, dass die Menge wohl nicht hilfreich wäre - aber bei uns gab es Clown zum Frühstück.)


    Ach, Lorbeerbüsche und Zitronenbäume im Garten (zumindest versuchsweise) und Winzer in der Nähe. Da werde ich ganz neidisch...


    Edit:

    Du hast natürlich vollkommen Recht, Rufus. Ich wollte auch mehr die geringe Aussagekraft von "Bis zu" betonen. 

    #245Verfasser He-le-na (743297)  19 Nov. 19, 13:15
    Kommentar

    Okay, ich hatte nur den Anteil der Kursiv-Setzung überlesen. Wer lesen kann, und so weiter ... ;-)

    #246Verfasser rufus (de) (398798) 19 Nov. 19, 13:37
    Kommentar

    Achtung: Weinliebhaber sollten diesen Post nicht lesen!!


    Ganz egal, wie nahe der Winzer wohnt und seinen Betrieb hat, Wein ist trotzdem eine Chemikalie.


    Vor ca. 15 Jahren gab Japan eine Positivliste der in Japan zugelassenen Zusätze in Importweinen heraus. Bei den deutschen Winzern brach lautes Wehklagen aus. "Die Japaner haben ihren Markt für deutsche Weine gesperrt." Die Liste der erlaubten Zusatzstoffe war mehrere Seiten lang und enthielt hunderte erlaubte Stoffe.


    Allerdings: Wirklich "natürlicher" Wein ist nahezu ungenießbar. Der "natürliche" Anschub für eine alkoholische Gärung geht so: Einen Teil der Trauben nach und nach gründlich durchkauen und die zerkauten Trauben in den Gärbottich spucken.

    Ich würde da doch eine Reinzuchthefe aus dem Labor bevorzugen...


    Bei der Butter von Kühen, die 312 Tage auf der Weide verbringen, würde ich mich (oder noch lieber die Kühe) fragen, ob das wirklich glückliche Kühe sind. Nur in den allerkältesten Wochen des Jahres im Schutz eines Stalls, ansonsten in Regen, Frost und Sturm immer draußen. Ob die Kühe wirklich draußen blieben, wenn da eine offene Stalltür wäre?

    Hühner, die die Wahl haben, gehen bei Temperaturen von ca. 18° C und darunter nicht mehr freiwillig hinaus. Sie kuscheln sich im Stall so eng wie möglich zusammen, sie leben zumindest bei kühlen und kalten Temperaturen am liebsten wie Käfighühner. Bio-Hühner haben diese Wahl nicht; der Bauer muss jederzeit mit Kontrollen durch Tierschützer aus der Stadt rechnen, also scheucht er die Hühner in die Kälte, damit die Bio-Kontrolleure IHRE Vorstellung von glücklichen Hühnern vorfinden.

    #247VerfasserEifelblume (341002) 19 Nov. 19, 13:40
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    Du hast selber schon Hühner gehalten?

    #248Verfasser Doris (LEO-Team) (33)  19 Nov. 19, 13:56
    Kommentar

    Das Mehr an gesunden Inhaltsstoffen ist ja oft ein als gut empfundenes Argument, das einer genaueren Betrachtung nicht unbedingt standhält.


    "Mit dem Besten aus einem viertel Liter entrahmter Milch": Wer erinnert sich noch? Der Spruch auf dem Etikett wurde dem Hersteller wegen Irreführung untersagt. Denn bitte sehr, was soll das denn sein?


    ~~


    Regional einkaufen finde ich wichtig, leider geht es nicht immer. Eine typische Jeanshose soll angeblich 50.000 Kilometer gereist sein, bis sie fertig auf dem Ladentisch liegt. Leider liegen die Baumwollfelder nicht um die Ecke.


    Aber statt dem neuesten Hit auf den Skipisten, Heizsocken mit integriertem Akku, welche per App gesteuert werden können, sollte man wieder mehr den original "Schladminger Wollsocken" vertrauen. Die wärmen sogar noch wenn sie nass sind und brauchen keinen Ökostrom aus Wasserkraft.

    #249Verfasser Harri Beau (812872)  19 Nov. 19, 14:04
    Kommentar

    @Eifelblume/#247: Hast du für die 18° C-Hypothese irgendwelche Quellen? Eventuell müsste dann jemand schnell den Hühnerhaltern in DK (und nördlicher) Bescheid geben, dass sie ihre Hühner nur 2 Wochen im August rauslassen dürfen. Eine schnelle Google-Suche hat nur ergeben, dass Hühner unter Nässe und Zugluft leiden, kühle Temperaturen aber ganz gut wegstecken.

    #250Verfasser kikært (236250) 19 Nov. 19, 14:08
    Kommentar

    Kann mich rufus anschließen, zumindest fürs südlichste Bayern kann ich bestätigen, dass viele Kühe sehr viel Zeit draußen verbringen (dieses Jahr sogar bis in den November) und es gibt einige Molkereien, die die entsprechenden Produkte auch überregional vermarkten.

    Und ja, Kühe sind auch bei kalten und nassen Temperaturen gern draußen, da es hier z. T. immer mehr Laufställe gibt, könnten die auch reingehen. Früher glaubte man mal, dass es für die Kühe besser wäre, im warmen Stall zu stehen... (gilt vielleicht für Hochleistungskühe, aber die werden bei Weidehaltung eh nicht satt).

    #251Verfasser Cynara (1118057) 19 Nov. 19, 14:20
    Kommentar

    Eventuell müsste dann jemand schnell den Hühnerhaltern in DK (und nördlicher) Bescheid geben, dass sie ihre Hühner nur 2 Wochen im August rauslassen dürfen.


    Ich würde es ja schaudernd glauben wenn ich nicht schon zu oft in DK (und nördlicher) war um genau zu wissen, es hat dort öfter als nur zwei Wochen lang über 18° C.

    #252Verfasser Harri Beau (812872) 19 Nov. 19, 14:21
    Kommentar

    @248: Nein, ich habe nie Hühner gehalten, Doris.

    Ich kenne zwei Geflügelbauern, einen in der Eifel und einen in Niederbayern.

    In Niederbayern ist es eine Austraglerin, die ihre Hühner zwar professionell, aber "zum Spaß" hält.

    In der Eifel ist es ein Großbauer, der Samstags für den Hofmarkt ein paar Dutzend glückliche Hühner herumlaufen lässt.

    Beide bestätigen, dass ihre Hühner sich nur bei schönem Wetter länger draußen aufhalten. Wenn die Stalltür den ganzen Tag offen steht, sind sie mehr drinnen als draußen.


    Übrigens habe ich nicht gesagt, dass Käfighaltung mit 0,05 m² Fläche pro Huhn in Ordnung ist. Vermutlich verspürt auch das Huhn einen Unterschied zwischen "ich kann da nicht raus" und "ich wärme mich ein bisschen an meiner Schwester"

    #253VerfasserEifelblume (341002) 19 Nov. 19, 14:23
    Kommentar

    Na, wenn das mal kein Beleg für die 18° C ist.

    #254Verfasser Doris (LEO-Team) (33) 19 Nov. 19, 14:27
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    https://www.timeanddate.de/wetter/daenemark/a...


    Klar gibt es wärmere Tage, aber man kann sich anhand der Durchschnittswerte (s. Link) nicht darauf verlassen. (Ich hab Aarhus jetzt wahllos rausgegriffen, weil's einigermaßen mittig ist.)

    #255Verfasser kikært (236250)  19 Nov. 19, 14:30
    Kommentar

    Zum Durchschnitt zählt auch die Nacht-Temperatur und da sind Hühner gewöhnlicherweise immer irgendwo in einem Stall und hocken auf einer Stange.

    #256Verfasser Harri Beau (812872) 19 Nov. 19, 14:37
    Kommentar

    @kikært: Eine schnelle Google-Suche hat nur ergeben, dass Hühner unter Nässe und Zugluft leiden, kühle Temperaturen aber ganz gut wegstecken.

    Ich habe nicht behauptet, dass die Hühner sofort erfrieren, nur dass sie sich offensichtlich bei wärmeren Temperaturen wohler fühlen.


    @254: Es könnten auch 20° C sein, Doris :-)


    Der Punkt auf den ich hinauswollte, war eigentlich nicht die exakte Wohlfühltemperatur von Hühnern, sondern ich wollte grundsätzlich in Frage stellen, ob jedes seit Jahrtausenden domestizierte Tier sich immer und in jedem Fall im Freien wohler fühlt als im Stall.


    Ich wollte dazu anregen, über die Werbung mit Kühen, die 312 Tage im Jahr nicht ins Warme dürfen, kurz nachzudenken.

    Milchbauern, den ich fragen könnte, kenne ich keinen...

    #257VerfasserEifelblume (341002) 19 Nov. 19, 14:39
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    @Eifelblume, #253: Nein, du hast nicht gesagt, dass Käfighaltung mit 0,05 m² Fläche pro Huhn in Ordnung ist. Aber sie leben zumindest bei kühlen und kalten Temperaturen am liebsten wie Käfighühner ist nicht weit weg davon.


    Ich hatte nie Hühner und kenne nur Hobby-Hühnerhalter, aber dass diese Aussage so nicht haltbar ist, lässt sich wirklich schnell überprüfen. Es wird z.B. auf vielen Seiten darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass die Hühner auch im Winter Gelegenheit zum Sandbaden haben. Dieser Luxus ist Käfighühnern mit Sicherheit nicht vergönnt. Ich weiß, dass du wahnsinnig gern provozierst und meinst, die Leute damit zum Denken anzuregen. Ich sehe aber viel mehr die Gefahr, dass sich die Leute, die eh schon meinen, dass Bio nur Geldschneiderei ist, bestätigt fühlen und sich mit gutem Gefühl zurücklehnen.

    #258Verfasser kikært (236250) 19 Nov. 19, 14:44
    Kommentar

    Kikært, steht da auch wie Sandbaden im Novembermatsch, in hartgefrorenem Boden, im Schnee und auf Eis gehen soll?

    #259VerfasserEifelblume (341002) 19 Nov. 19, 14:51
    Kommentar

    Ja. In einer überdachten Sandkiste.

    #260Verfasser kikært (236250) 19 Nov. 19, 15:04
    Kommentar

    Eine typische Jeanshose soll angeblich 50.000 Kilometer gereist sein, bis sie fertig auf dem Ladentisch liegt. Leider liegen die Baumwollfelder nicht um die Ecke.


    Ob es wirklich 50.000 Kilometer sind, entzieht sich meiner Kenntnis, aber es gibt auch noch andere Schritte bei der Herstellung, die Energie verbrauchen und die Umwelt belasten. Das merken wir in westlichen Industrieländern nur nicht mehr großartig, weil das meiste dieser Aktivität weit weg von uns stattfindet, und "aus den Augen, aus dem Sinn".


    Wenn das Ziel die CO₂ Neutralität bis 2050 ist, bedeutet das wahrscheinlich das Aus für importierte Baumwollstoffe, es sei denn, wir beleben die Segelschifffahrt wieder. Elektrische Schiffe im Langstreckenverkehr funktionieren nach heutigem Stand der Technik nur mit Atomkraft. Chemische Fasern, von einer auf elektrischen Betrieb umgestellten heimischen chemischen Industrie, könnten eine Lösung sein (es stellt sich allerdings die Frage nach den Rohstoffen!). Oder wollene und leinene Textilien, wie sie früher in Deutschland gängig waren.

    #261Verfasser Norbert Juffa (236158)  19 Nov. 19, 18:49
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    Die Friedrich-Ebert-Stiftung kommt für eine Jeans auf mehr als 50 000 km.

    #262Verfasser manni3 (305129) 19 Nov. 19, 19:13
    Kommentar

    #261 "Oder wollene und leinene Textilien, wie sie früher in Deutschland gängig waren."


    ... was auch dem sehr ehrenwerten Beruf des Schäfers wieder Auftrieb geben dürfte J

    …andererseits höre ich schon die Hardcore-Veganer brüllen, die keine Wolle wollen, weil man ja mit dem Schaf nicht ausdiskutieren kann, ob es denn geschoren werden möchte. Kopf ---> Schreibtisch

    #263Verfasser Serendipity_4 (677936) 20 Nov. 19, 09:23
    Kommentar

    So viel Wolle könnten wir in unserer Landschaft gar nicht mehr produzieren, daß es reichen würde. [Ganz abgesehen davon, daß Wollkleidung für mich der Horror wäre.]

    #264Verfasser Selima (107) 20 Nov. 19, 09:43
    Kommentar

    Vielleicht kann ja Baumwolle in Südeuropa angebaut werden, und die Textilien kommen dann mit der elektrischen Eisenbahn nach Deutschland? Die USA könnten ihre eigene Baumwollproduktion wieder ausbauen. Die Anzahl der Textilien, die pro Jahr und Einwohner zur Verfügung stehen, müsste wahrscheinlich recht stark limitiert werden, damit es mit der CO₂-Neutralität wirklich klappt.


    Ich wundere mich, dass bei der klaren Vorgabe des angestrebten Endziels [*] sich noch niemand die Mühe gemacht hat, mal im Detail zu projektieren, wie denn nun die Wirtschaft des Jahres 2050 aussehen könnte. Oder habe ich eine ausführliche Studie dazu übersehen?


    [*] Drei Beispiele:


    https://www.nature.com/articles/d41586-018-06876-2

    The world would have to curb its carbon emissions by at least 49% of 2017 levels by 2030 and then achieve carbon neutrality by 2050 to meet this target, according to a summary of the latest IPCC report, released on 8 October. The report draws on research conducted since nations unveiled the 2015 Paris climate agreement, which seeks to curb greenhouse-gas emissions and limit global temperature increase to between 1.5 and 2 °C.


    https://www.npr.org/2019/11/07/777259573/new-...

    New Zealand lawmakers approved a bill Thursday that commits the country to being carbon neutral by the year 2050.


    https://www.reuters.com/article/us-france-ene...

    French lawmakers on Thursday voted into law the first article in a climate and energy package that sets goals for France to cut its greenhouse gas emissions and go carbon-neutral by 2050 in line with the 2015 Paris climate agreement.

    #265Verfasser Norbert Juffa (236158)  20 Nov. 19, 09:56
    Kommentar

    @265: Ich wundere mich, dass bei der klaren Vorgabe des angestrebten Endziels [*] sich noch niemand die Mühe gemacht hat, mal im Detail zu projektieren, wie denn nun die Wirtschaft des Jahres 2050 aussehen könnte. Oder habe ich eine ausführliche Studie dazu übersehen?


    Das wäre wirklich wünschenswert, eine objektive Studie von seriösen Wissenschaftlern, die idealerweise alle*) Parameter berücksichtigt.


    Es wird zwar wenig bis gar nichts davon eintreffen, weil völlig neuartige Entwicklungen der nächsten 30 Jahre nicht berücksichtigt werden können, trotzdem wäre das sehr interessant.


    *) Wirklich "alle" Parameter wird nicht möglich sein. Es muss jedoch darauf geachtet werden, alle bekannten Parameter zu berücksichtigen und vor allem keine ideologisch motivierte Auswahl zu treffen.

    #266VerfasserEifelblume (341002) 20 Nov. 19, 10:49
    Kommentar

    Ich würde gern noch einmal auf Selimas #220 zurückkommen (Produkte mit bestimmten Inhaltsstoffen meiden / boykottieren)


    Kannst du etwas zur Auswirkung auf das Budget eines Familienhaushaltes sagen? Ist das konsequent machbar für Normalverdiener mit Kindern im Haus, die zwar einen gewissen materiellen Verzicht für die Umwelt in Kauf nehmen, aber doch noch satt werden wollen?

    #267VerfasserEifelblume (341002) 20 Nov. 19, 15:12
    Kommentar

    Nein, kann ich nicht - ich führe kein Haushaltsbuch. Satt sind wir aber immer noch geworden.

    #268Verfasser Selima (107) 20 Nov. 19, 15:30
    Kommentar

    Danke für die Antwort. Der Unterschied ist also offensichtlich nicht so groß, dass bei Normalverdienern merkbar etwas fehlt. Gut zu wissen.

    #269VerfasserEifelblume (341002) 20 Nov. 19, 15:36
    Kommentar

    Vielleicht bin ich dafür auch kein gutes Studienobjekt. Ich kaufe zum einen generell sehr wenig verarbeitete Produkte - bei Gemüse, Mehl, Eier, Butter etc. sind eh keine unerwünschten Zusatzstoffe drin. Wenn ich dann mal eine Kekstüte oder dergl. wieder zurücklege, weil Palmöl drin ist, oder stattdessen eine ohne, dafür aber teurere kaufe (was gar nicht unbedingt der Fall sein muß, wie oben schon festgestellt), fällt beides nicht so sehr auf. Zum anderen habe ich meine Einkaufsstrategie, wie oben von anderen auch schon beschrieben, so allmählich angefangen umzustellen - je nachdem, welches Thema (Bio, fairtrade, Erdölprodukte, Palmöl, Parabene, Silikone, Mikroplastik generell, gesundheitsschädigende Inhaltstoffe, Verpackung) für mich grad aktuell wurde. Da ist das also auch schwer zu sagen, wie sehr das Einkaufsverhalten zu Buche schlägt.


    Shampoo ist grad ein noch ungelöstes Thema. Mein bisheriges hat, wie ich feststellen mußte, ein paar unerfreuliche Inhaltsstoffe. Von den "sauberen" Ökoprodukten haben mir zwei schon nicht getaugt - außerdem hätte ich gern weniger Plastikverpackungen verbraucht. Das Ergebnis mit Roggenmehl war überzeugend, aber das Gegetzel ist nichts für mich - zu umständlich. Bei der festen Haarseife muß man mit Essigwasser nachwaschen, sonst schaut man aus wie ein elektrisiertes Flusensieb - also ungenügendes Ergebnis und umständlich. Nächster Versuch werden diese Shampoo-Bars sein.

    #270Verfasser Selima (107)  20 Nov. 19, 15:53
    Kommentar

    Versuch's mal ganz ohne Shampoo.

    Kein Scherz, bei mir reicht warmes Wasser.

    #271VerfasserIgelin DE (467049) 20 Nov. 19, 16:15
    Kommentar

    Bei mir auch. Warmes Wasser und eine Haarbürste mit Wildschweinborsten. Ich fing damit an, als ich davon las und wollte sofort aufhören, wenn mich jemand darauf ansprach oder ich mich selber nicht wohl fühlte. Das Experiment währt nun schon an die fünf Jahre.


    ~~


    Siehe auch: Unsere Umwelt Nr. 2 - #264 

    #272Verfasser Harri Beau (812872)  20 Nov. 19, 16:43
    Kommentar

    Anekdotisch ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit:

    Einer meiner Söhne verkündete mir vor ein paar Wochen, er würde die Haare nur noch mit Wasser ohne Shampoo waschen, weil sie dann schöner aussähen und sich besser anfühlten.

    Optisch war gegen die Haare nichts einzuwenden, aber als Mama habe ich natürlich auch mal ganz aus der Nähe geguckt. Die Haare fühlen sich schmierig (nicht sehr schmierig aber doch - schmierig) an und riechen unangenehm.

    Sohnemann selbst fällt das natürlich nicht auf.

    #273VerfasserEifelblume (341002) 20 Nov. 19, 17:10
    Kommentar

    Vielleicht sind die Menschen mit denen ich zu tun habe höflich statt ehrlich. Das kann natürlich sein. Bemerkungen hörte ich jedenfalls noch keine.

    #274Verfasser Harri Beau (812872) 20 Nov. 19, 17:27
    Kommentar

    außerdem hätte ich gern weniger Plastikverpackungen verbraucht.


    Ein Ansatz ist, möglichst große Behälter zu kaufen. Dann ist das Verhältnis Inhaltsmenge zu Verpackung günstiger. Unser Shampoo kommt z.B. in einer 1,2l Flasche.


    Es wird zwar wenig bis gar nichts davon eintreffen, weil völlig neuartige Entwicklungen der nächsten 30 Jahre nicht berücksichtigt werden können


    Ausgehend von meiner Arbeit in der Industrie gebe ich zu bedenken, dass von einer neuen Idee bis zum industriell gefertigten Massenprodukt oft 10 bis 20 Jahre vergehen. Projektzeiten ähnlichen Ausmaßes gibt es auch bei großen Bau- und Infrastrukturvorhaben. Da es hier um einen Zeitraum von 30 Jahren geht, sollte man daher im Allgemeinen recht gute Abschätzungen machen können.

    #275Verfasser Norbert Juffa (236158)  20 Nov. 19, 18:04
    Kommentar

    Haarewaschen ab und zu nur mit heißem Wasser: Ja, das probiere ich mal aus.


    Mit Shampoo: Man kann Shampu in der Flasche verdünnen mit Wasser, dann hilft man der Umwelt - weniger Zeug im Abwasser und weniger Plastikverpackungsverbrauch. (Vllt tut es der Kopfhaut und dem Haar auch gut.) Dies gilt wohl auch für andere Reinigungsmittel. Diskussion zu Spülmittel hatten wir ja auch schon oft. Ich verwende da eh sehr wenig. Eine 500 ml Flasche (aus Biosupermarkt) hält ewig und drei Tage.

    #276VerfasserBraunbärin (757733) 20 Nov. 19, 18:45
    Kommentar
    Ich weiß nicht, wie objektiv und überparteilich ihr euch die Wissenschaftler wümscht (sollten Wissenschaftler nicht per se beides sein?); aber ich empfehle diese Studie des BDI „Klimapfade für Deutschland“.

    https://bdi.eu/themenfelder/energie-und-klima...

    Der BDI wollte wissen, ob denn eine 80 oder 90prozentige Reduzierung des CO2-Emissionen überhaupt gehen würde und wenn ja, wie..
    #277Verfasser Qual der Wal (877524) 20 Nov. 19, 19:42
    Kommentar

    Danke für den Zeiger. So eine Übersicht auf dem 64,000-Fuß-Level ist ja schon mal ein Anfang. Da ist mir aber noch zu viel "hand-waving" drin. Ich hätte z.B. gerne eine Erklärung, wie die Herstellung von Baustahl und Zement CO₂-neutral gestaltet wird, oder wie Straßen befestigt werden ohne Bitumen. Der Report spricht in dieser Hinsicht von Emissionsreduktionen, nicht null Emissionen.

    #278Verfasser Norbert Juffa (236158)  20 Nov. 19, 20:29
    Kommentar

    Wieder im DLF gehört: Hochspannungsleitungen sind mit einem Gas gefüllt (dessen Bezeichnung mir jetzt entfallen ist), das 26.000 Mal so schädlich ist wie CO2. (Ich dachte erst, ich hätte mich verhört).

    Und daß bei Herstellung der Leitungen, Verlegung derselben und auch im Normaldasein derselben eine Menge davon in die Athmosphäre entweicht. Mir war das neu. Mir scheint, sobald man sich um eine Sache so kümmert, daß auch eine Menge Menschen bei der Reduzierung mitmachen, kommt ein neues Problem auf, das einem noch nie bewußt war.

    Mir scheint desweiteren, daß alles, was man so tut, man selbst oder auch offiziell, also von Regierungsseite, reines Hinterherwischen ist. Immer nur das Nötigste wird angegangen, die größten Brocken stehen offensichtlich aus. Und auch gesetzte Ziele von offizieller Seite werden ja alles andere als konsequent verfolgt (siehe Kohleverstromung, das nächste Kohlekraftwerk - neu - geht nächstes Jahr in Produktion).


    Daraus schließe ich, daß wir bereits dermaßen viel kaputt gemacht haben in unserer Welt, daß unsere Kinder und Enkel ihre wahre Freude haben werden.

    #279Verfasser ulinne (894128) 21 Nov. 19, 06:47
    Kommentar

    Aus

    https://de.wikipedia.org/wiki/Schwefelhexafluorid


    Schwefelhexafluorid (SF6) wird als Isoliergas in der Mittel- und Hochspannungstechnik eingesetzt, beispielsweise in gasisolierten Schaltanlagen (GIS) mit Hochspannungsschaltern und bei gasisolierten Rohrleitern (GIL) in komplett gekapselten Anlagen mit Betriebsspannungen von 6 kV bis 800 kV.



    SF6-Gas ist laut Fünftem Sachstandsbericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen) das stärkste bekannte Treibhausgas. 1 kg dieses Gases ist, auf einen Zeitraum von 100 Jahren betrachtet, genauso wirksam wie 26 087 kg Kohlenstoffdioxid (CO2). Die atmosphärische Lebensdauer von SF6 beträgt ca. 3.200 Jahre.[5]



    #280Verfasser eineing (771776) 21 Nov. 19, 07:59
    Kommentar

    Hinweis: Die Verwendung von gasisolierten Rohrleitungen ist eine Alternative zu den üblichen Freileitungen oder konventionellen Erdleitungen. Es wird also keineswegs in unseren Stromnetzen flächendeckend dieses Gas verwendet, geschweige denn freigesetzt. (Quelle: RP-Energie-Lexikon https://www.energie-lexikon.info/hochspannung...)

    #281Verfasser Irene (236484) 21 Nov. 19, 08:16
    Kommentar

    @280

    Danke, ich hatte leider nicht die Zeit, das nochmal zu recherchieren.


    Bei dem Bericht ging es aber tatsächlich darum, daß doch Einiges von diesem Gas entweicht. Auf verschiedenen Wegen.

    Es hieß, man forscht nach Alternativen, aber das scheint noch in den Kinderschuhen zu stecken.


    Ich kann mich in der Tat nicht des Gefühls erwehren, man schließt ein kleines Loch und öffnet das nächste Fass.

    #282Verfasser ulinne (894128)  21 Nov. 19, 08:24
    Kommentar

    @Selima, mir wird aus deinem Kommentar nicht ganz klar, ob du das mit der Haarseife selbst probiert hast oder ob es Erfahrung aus zweiter Hand ist. Daher die vielleicht überflüssige Anmerkung, dass ich ohne Essigspülung auskomme. Ich glaube, das liegt am Härtegrad des Wassers. Keine Ahnung, welche anderen Faktoren da noch reinspielen können. Meine Haare sind etwas welliger geworden und ich muss seltener waschen. Ich mache eine Essigspülung ein paar mal im Jahr wenn sie strohig werden, dass habe ich aber auch schon gemacht, als ich noch Shampoo verwendet habe.

    #283Verfasser helga_HH (247600) 21 Nov. 19, 08:32
    Kommentar

    Es wird also keineswegs in unseren Stromnetzen flächendeckend dieses Gas verwendet, geschweige denn freigesetzt.


    In "unseren" vielleicht nicht, aber was kümmert es uns, wenn sie das in Indien, Brasilien oder China so machen? Keine Ahnung, aber wer weiß das schon so genau.


    Die deutsche bundesrechtliche FCKW-Halon-Verbots-Verordnung (FCKWHalonVerbV) von 1991 Verbot die Ozonschicht abbauenden Halogenkohlenwasserstoffe. Eine direkte Folge der Sorge vor dem Ozonloch. Eigentlich gilt ein globales Verbot, aber nicht alle halten sich daran:


    https://www.focus.de/wissen/natur/forscher-fi...

    #284Verfasser Harri Beau (812872) 21 Nov. 19, 08:32
    Kommentar

    helga, ich habe es ausprobiert, das Ergebnis war nicht gut - und ja: Unser Wasser ist sehr hart. Ich bräuchte wirklich jedes Mal eine Essigspülung.

    Nur mit warmem Wasser waschen - das probier ich mal aus, wenn ich länger Urlaub hab. Wie sind da die Erfahrungen mit der Wasserhärte?

    #285Verfasser Selima (107) 21 Nov. 19, 08:53
    Kommentar

    Gut, das mag einen Unterschied machen. Hier in der Region wird man mit seinen unter 6°dH relativ weichem Wasser versorgt, der Bundesdurchschnitt liegt bei 15°dH.

    Was für Unterschiede es gibt, lernte ich in Berlin: Dort kann man sich noch nicht einmal einen Tee kochen oder Blumen gießen.

    #286Verfasser Harri Beau (812872) 21 Nov. 19, 09:06
    Kommentar

    Hm, wir liegen bei 21°dH.

    #287Verfasser Selima (107) 21 Nov. 19, 09:39
    Kommentar

    Als Addendum zur #279:


    https://www.deutschlandfunk.de/schwefelhexafl...

    Schwefelhexafluorid: Supertreibhausgas mit Durchhaltevermögen

    [...]

    Schwefelhexafluorid dient vor allem als Schutzgas in Hochspannungsanlagen. Früher wurden auch Autoreifen und Isolierfenster damit befüllt. Da war noch nicht so geläufig, wie klimaschädlich SF6 ist.

    [...]

    Der Physiker glaubt, dass weit mehr Schwefelhexafluorid aus elektrischen Anlagen entweicht als bisher gedacht. Und dass China beim Ausbau seines Energiesystems starken Gebrauch von dem Schutzgas macht.


    Das Zeug wird also in Hochspannungsanlagen (inklusive kurzer Ausleitungen ins Freie) benutzt, nicht in den Hoch- und Höchstspannungsleitungen die im Freiland stehen, oder normalen Erdkabeln. Bei sehr hohen Spannungen aber wohl momentan unverzichtbar. Und sehr hohe Spannungen braucht man, um Strom aus regenerativen Quellen über lange Strecken verlustarm zu übertragen, also z.B. von der Nordsee nach Süddeutschland, von Kansas an die amerikanische Ostküste etc . Auf die Dichte dieser elektrischer Anlagen muss halt geachtet werden.


    Der Beitrag des SF₆ zum Treibhauseffekt ist aber momentan vernachlässigbar, bange machen gilt also nicht. Wenn ich es richtig im Kopf habe, ist die Hitparade: CO₂, Methan, Lachgas. Der Beitrag von Wasserdampf zumTreibhauseffekt ist umstritten, es ist aber der Definition nach ein greenhouse gas.

    #288Verfasser Norbert Juffa (236158)  21 Nov. 19, 09:41
    Kommentar

    Nachtrag zur #287:

    (NB: Da ich in einem Gebiet mit ähnlich hartem Wasser aufgewachsen bin, ist das für mich das einzige Wasser, das mir auch schmeckt. Ich würd's also niemals nicht enthärtet haben wollen. Da, wo ich aufgewachsen bin, tun sie das jetzt leider bereits am Brunnen - grauslig.)

    #289Verfasser Selima (107) 21 Nov. 19, 09:43
    Kommentar

    Selima, ich verwende nicht Haarseife (die macht meine Haare schmierig, selbst mit Essigspülung), sondern festes Shampoo. Da gibt es beim großen Dogeriemarkt zwei Marken, die bei mir ohne Nachspülen funktionieren und die ich ganz normal wie flüssiges Shampoo verwende. Und wir haben recht hartes Wasser.

    #290Verfasser anitul (236147) 21 Nov. 19, 10:57
    Kommentar

    Diese festen Shampoos funktionieren bei mir auch unabhängig von der Wasserhärte ganz normal. Laut Hersteller ist das im Prinzip auch nichts anderes, als herkömmliches Shampoo, dem das Wasser entzogen wurde. Dadurch kann man sich Konservierungsmittel sparen und die Pastikverpackung (meins ist in einem Papiertütchen).

    #291Verfasser Cynara (1118057) 21 Nov. 19, 11:23
    Kommentar

    Wie heißt sowas? Würde mich auch interessieren. Einfach Festshampoo?

    #292Verfasser ulinne (894128) 21 Nov. 19, 11:57
    Kommentar

    Danke :-) Probier ich aus - sogar schon vor dem nächsten längeren Urlaub.

    #293Verfasser Selima (107) 21 Nov. 19, 12:26
    Kommentar

    Bei den meisten Herstellern heißt das einfach "Festes Shampoo" oder "Shampoo bar".

    #294Verfasser Cynara (1118057) 21 Nov. 19, 12:49
    Kommentar

    Heute im Baumarkt erlebt:


    Ältere Dame um die 80 sagt: "Ich brauch noch 'ne Glühbirne" und greift zu einer Packung.

    Begleiter (vermutlich der Sohn) : "Aber das ist eine LED. Du willst doch keine LED"

    "Nee, will ich nicht. - Wo sind denn die anderen?"

    Der Mann reicht ihr eine 60-Watt-Halogenlampe.

    Eine junge Dame im Greta-Alter (vermutlich Enkelin) steht stumm dabei und sagt nichts.


    Ich - der zufällig das Gespräch mitbekam - versuche, es ihnen schmackhaft zu machen und sage ihnen: "Auch wenn die LED hier auf den ersten Blick viel teurer ist, nach spätestens einem halben Jahr ist der Preis durch die Stromersparnis wieder drin und ab dann geht alles ins Sparschwein."


    Die drei starren mich an als käme ich vom Mond, zögern kurz, nehmen die Schachtel mit der LED unschlüssig zur Hand, drehen sie hin- und her, legen sie wieder weg und packen die Halogenbirne in den Einkaufswagen.


    Ich verstehe das nicht. Die Enkelin hätte der Oma was von Umweltfreundlichkeit erzählen können und der Sohn hätte einfach mal nachrechnen sollen:


    Eine 60-Watt Halogenlampe entspricht in etwa der Strahlungsleistung einer 8-Watt-LED. Bei angenommenen drei Stunden Brenndauer jeden Tag hat man nach einem Jahr statt 18,35 € Stromkosten nur 2,45 €. Eine Ersparnis von beachtlichen 15,90 €

    Man sollte also lieber heute als morgen umsteigen und austauschen.


    Wer selber nachprüfen möchte, hier ein Stromkostenrechner: https://www.stromverbrauchinfo.de/stromkosten...

    #295Verfasser Harri Beau (812872) 23 Nov. 19, 23:02
    Kommentar

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. In diesem Fall gibt es eine einfache Lösung, z.B. so:


    “Effective beginning January 1, 2020, the Secretary shall prohibit the sale of any general service lamp that does not meet a minimum efficacy standard of 45 Lumens per Watt.” Sec. 321, 6A, Article V


    Wir haben noch drei Leuchten mit Glühbirnen, zwei mit Halogenlampen, der Rest ist mit Leuchtstoffröhren bestückt (traditionell oder kompakt). Diese werden ersetzt werden, wenn sie kaputt gehen, alles andere wäre unnütze Müllerzeugung. Sondermüll im Falle der Leuchtstoffröhren, da quecksilberhaltig.

    #296Verfasser Norbert Juffa (236158)  23 Nov. 19, 23:25
    Kommentar

    Meine Bemerkung zu Leuchtmittelkauf: Es ist schwierig, das passende zu finden, ich brauche helles Licht. Neue Lampen mit austauschbaren Leuchtmitteln gibt es kaum noch. Man bekommt 1 oder 2 Jahre Garantie, bei einem Defekt muss das ganze Teil entsorgt werden. Ich habe das sicher schon einmal erwähnt!

    #297Verfasser renateheinz (1125123) 24 Nov. 19, 20:43
    Kommentar
    Neue Lampen mit austauschbaren Leuchtmitteln gibt es kaum noch.

    Könntest du das bitte erklären? Ich kenne ausschließlich Lampen mit austauschbaren „Leuchtmitteln“.
    #298Verfasser Qual der Wal (877524) 24 Nov. 19, 20:58
    Kommentar

    Bei fertigen Deckenleuchten zB. ist das tatsächlich zunehmend so, fiel mir auch schon unangenehm auf. Das Leuchtmittel ist enthalten, kann aber nicht ausgetauscht werden.

    #299Verfasser Harri Beau (812872)  24 Nov. 19, 22:06
    Kommentar

    # 299 Danke für die Unterstützung!



    Folgefaden: Unsere Umwelt Nr. 7



    #300Verfasser renateheinz (1125123)  24 Nov. 19, 22:12
    Die Diskussion zu diesem Artikel ist geschlossen.
     
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