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    Überwachung in GB

    Comment
    Hallo,

    Ich mache mal ein Faß auf: Thema Überwachung in GB.

    In GB gibt es ein Netzwerk von Nummernschildscannern der Polizei, laut Wikipedia etwa 8000+ landesweit: Roadside ANPR.
    Diese Kameras sind unmarkiert, Standorte sind nicht öffentlich, Daten werden zentral für min. ein Jahr gespeichert und auf die daraus gewonnenen individuellen Bewegungsprofile gibt es kein Recht auf Auskunft. Es ist also ein geheimes Übewachungsnetzwerk, das Bewegungsprofile inklusive Bilder speichert.

    In Deutschland wurde diskutiert, ob man Autobahnmautdaten zur Verbechensbekämpfung einsetzen darf und das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, daß solch anlaßlose Überwachung verfassungswidrig ist.

    Ich vermute, in Deutschland gäbe es einen Aufstand, wenn ein 8000+ Polizei-Kameranetzwerk aufgebaut würde.
    In GB scheint diese Totalüberwachung nur Wenige zu stören, oft kommt das Göbbels-Argument „Nothing to hide“. Viele wissen aber auch gar nicht viel darüber („it‘s only to check tax and MOT“…no it isn’t!).

    Ich empfinde GB als sehr fehlertolerantes, freundliches Land, das jedem viele Möglichkeiten eröffnet. Diese Überwachung jedoch, und der Phlegmatismus darüber ist eines der wenigen Dinge, die ich als negativ empfinde.

    Was sagt das über das Verhältnis zum Staat aus?


    Anbei einige Quellen dazu:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Automatic_numbe...

    https://www.theguardian.com/uk-news/2014/jan/...

    https://www.theguardian.com/government-comput...

    Beispielkameras (wenn man weiß, wonach man sucht, findet man sie):

    Stratford upon Avon:
    https://showmystreet.com/#v2emf_-10g6f_38.d_6g43
    Stonehenge:
    https://showmystreet.com/#uh1ym_-13vj7_15.b_bg43
    A303:
    https://showmystreet.com/#uf58g_-1btny_16.i_1f43
    St Ives, Cornwall:
    https://showmystreet.com/#tw5ai_-39hi2_87.2_bh43
    https://showmystreet.com/#tw4z2_-39n36_63.4_8h43
    Beachy Head
    https://showmystreet.com/#u7ugh_5f25_4o.6_6h57
    https://showmystreet.com/#u7yub_4h48_8p.d_fh43
    Nach Selsey wird man ein- und ausgescannt:
    https://showmystreet.com/#u7loj_-gqun_2d.3_-2g32
    AuthorHO2 (1293841) 15 Aug 22, 23:34
    Comment

    Zur Frage kann ich direkt nichts sagen, aber doch einige Anmerkungen:


    1. Wahrscheinlich gehört der Faden ins Quasselzimmer.
    2. Großbritannien war, zumindest seit 9/11 (vorher war ich noch zu jung, um sowas bewusst zu verfolgen), immer wieder durch sehr strikte Anti-Terror-Gesetzgebung "aufgefallen" und diese hat auch schon öfter mal den EuGH und/oder den EGMR beschäftigt. Beispielsweise der ATCSA, Bestimmungen zur unbegrenzten(?) Festsetzen, soweit ich weiß, teilweise sogar ohne ein Recht auf einen Rechtsbeistand o.Ä., Festsetzungen im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh waren ebenfalls ein Thema,...
    3. Ob das in Deutschland so einen "Aufstand" geben würde, da bin ich mir gar nicht mal sicher. Jedoch würde politisch und juristisch intensivst darum gerungen, mindestens einmal müsste das Bundesverfassungsgericht entscheiden, und - nicht zu unterschätzen - der Chaos Computer Club oder ähnliche Organisationen würden versuchen, solche Kameras zu hacken (und es würde inen, so wie ich deutsche Digitalisierungsbemühungen kenne, wohl relativ leicht gelingen). Dann wären wieder auf mysteriöse Weise Handydaten oder E-Mails von Politiker:innen gelöscht und/oder es kämen schmutzige Deals heraus ("der Neffe von Bundestagsabgeordnetem X war zufällig in leitender Position beim Software-/Kamera-Hersteller" oder eine dubiose Ausschreibung o.Ä.; ja, das würde jahrelang immer mal wieder Thema sein.
    #1AuthorBenatarsComrade (1182552)  16 Aug 22, 00:52
    Comment

    Ich denke, dass das Thema in Land und Leute schon gut aufgehoben ist, weil es, im weiteren Sinn, um kulturelle Unterschiede geht.


    Man kann über Datensammlung des Staats durchaus diskutieren, wobei Deutschland (um Himmels Willen keine Daten, die könnten missbraucht werden) und das UK (wir sammeln Daten, und schauen dann, was wir damit anstellen) die Extrempositionen darstellen dürfen…


    Was ich interessant finde, und auch sinnvoll: Durchschnittsgeschwindigkeiten auf Autobahnen. Bei einem Tempolimit ist das deutlich effektiver (man gehe von mehr als 10 km Reisedistanz aus) als Geschwindigkeitsüberwachung an bestimmten Orten.


    Andererseits ist die Nutzung von Daten, die für diese (durchaus legitimen)!Zwecke aufgezeichnet wurden, in vielen Fällen ein Problem…

    #2AuthorWik (237414) 16 Aug 22, 07:48
    Comment

    "Germany has a strong, top-down regulatory framework for ANPR governance. It has also been the subject of parliamentary debates. However there is still low general public awareness of ANPR and the organizational practices and processes surrounding its use have been criticised for being transparent [sic].

    [...]

    In the UK ANPR is on the public agenda but some of the significant harms which have been witnessed in the UK have not been counteracted in an official level. This is partly because it is not governed by a specific law and its governance not subject to specific scrutiny. [...] In the British context, however, there is active public debate on surveillance and high public awareness of the surveillance society in general."

    Open University report from 2012

    (comparing various countries including Germany)


    Maybe you'd find this report interesting. Personally not interested in comparing whole countries' mindsets based on uninformed, anecdotal evidence of what the people in them think. Would be more interested in a discussion among experts on the topic.

    #3AuthorCM2DD (236324)  16 Aug 22, 10:39
    Comment

    Passt ganz gut, finde ich. In Köln wird seit den massenhaften sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015 vor dem Kölner Hauptbahnhof versucht, die Kameraüberwachung auszubauen, gegen Widerstand, der mir recht schwach erscheint. Vor diesem Datum oder gar vor 20 oder 40 Jahren wäre das, schätze ich, von deutlich mehr Protest begleitet worden und wurde darum wahrscheinlich nicht gemacht. Der Bahnhofsvorplatz war dann Ende 2016 der erste öffentliche Platz mit stationären Kameras, andere Bereiche der Stadt folgten.


    Jetzt gibt es seit einigen Monaten zum Beispiel auf der Hauptstraße eines Viertels in einem "sozialen Brennpunkt" und einer Nebenstraße, in der in den Wettbüros und Kneipen regelmäßig Razzien wegen des Verdachts auf Drogengeschäfte und andere Kriminalität durchgeführt werden, eine 24-Stunden-Kameraüberwachung. Die Aufnahmen bleiben 14 Tage gespeichert und werden dann gelöscht, wenn sie nicht benötigt wurden. Jeder kleine Taschendieb, der seitdem unter Verwendung der Aufnahmen gefasst wurde, bekommt natürlich eine eigene Pressemitteilung.


    Ich muss da immer an Großbritannien denken, und zum Beispiel an den Comic "V for Vendetta", in dem diese Kameraüberwachung ("CCTVs") in GB schon Anfang der 1980er Jahre thematisiert wurde (vor dem Hintergrund einer dystopische Zukunft Ende der 1990er Jahre).

    #4AuthorMattes (236368) 16 Aug 22, 10:43
    Comment

    zu #1 "diese hat auch schon öfter mal den EuGH und/oder den EGMR beschäftigt" - wird schon seinen Grund haben, warum die *$$&%#*-Tories aus der EU raus sind und auch aus der Europäischen Charta für Menschenrechte rauswollen ... Honi soit etc.

    #5AuthorB.L.Z. Bubb (601295) 16 Aug 22, 10:50
    Comment

    Ohne inhaltlich etwas beizutragen, möchte ich nur anmerken, dass HO2 - vielleicht mit Absicht - ein besonders pikantes Beispiel angeführt hat, nämlich dieses hier in Beachy Head: https://showmystreet.com/#u7ugh_5f25_4o.6_6h57


    Für alle, die es nicht wissen, Beachy Head ist einer der weltweit bekanntesten Selbstmordorte. Es kommen sogar Menschen aus dem Ausland angereist, um sich bei Beachy Head von der Klippe zu stürzen. Dort gibt es eine Chaplaincy, die 24/7 besetzt ist, um Leute am Springen zu hindern.


    Ich habe zwar keine Informationen darüber, wie die meisten Leute dorthin kommen, aber ich nehme an, viele fahren mit ihrem eigenen Auto dorthin. Insofern ist es schon ein krasser Eingriff in die Privatsphäre, wenn die Polizei dort deren Kennzeichen abliest.


    Abgesehen davon sind die Klippen dort spektakulär und auf jeden Fall einen Besuch wert. Für mich einer der schönsten Orte in England.

    #6AuthorMusicToMyEars (1360941) 16 Aug 22, 12:07
    Comment

    Insofern ist es schon ein krasser Eingriff in die Privatsphäre


    Das klingt, als fändest du das schlimmer als z.B. eine Kamera auf einer Einkaufsstraße, verstehe ich das richtig? Wenn ja, warum?

    #7AuthorGibson (418762) 16 Aug 22, 14:58
    Comment

    Kennzeichenerkennung wird auch für Maut (Dartford Crossing) und Parkplätze (im Yorkshire Sculpture Park beispielsweise, aber sicher auch anderswo) verwendet.


    Den Kameras in einem Einkaufszentrum ist es im übrigen zu verdanken, dass die Mörder des kleinen James Bulger seinerzeit gefasst wurden. Und das war schon in den 1990er Jahren.

    #8Authorpenguin (236245) 16 Aug 22, 15:04
    Comment

    Ein ziemlich aktuelles Beispiel ist die "Section Control" in Laatzen bei Hannover. Dort wird die Geschwindigkeit auf einem bestimmten Straßenabschnitt gemessen, indem das Einfahren in den Abschnitt von einer Kamera erfasst wird und dann beim Ausfahren festgestellt wird, wie viel Zeit das Fahrzeug zum Durchfahren benötigt hat - im Gegensatz zu den normalen "Blitzern", die nur die Geschwindigkeit einem bestimmten Punkt messen.


    Das Kennzeichen wird nur für die Durchfahrt gespeichert, sofern kein Geschwindigkeitsverstoß vorliegt. Trotzdem wurde die Inbetriebnahme durch eine Klage jahrelang verzögert.

    Tempoüberwachung | Service 2019 | Aktuelles | Hannover.de | Presse & Medien | Service

    #9AuthorRaudona (255425) 16 Aug 22, 15:46
    Comment

    "Den Kameras in einem Einkaufszentrum ist es im übrigen zu verdanken, dass die Mörder des kleinen James Bulger seinerzeit gefasst wurden."


    Das ist eben der typische Zielkonflikt zwischen dem Schutz der persönlichen Freiheit und der informationellen Selbstbestimmung des Einzelnen einerseits und dem Interesse nach Aufklärung, Verfolgung und Ahndung von Straftaten andererseits.

    #10AuthorB.L.Z. Bubb (601295) 16 Aug 22, 15:55
    Comment

    In Deutschland und anderswo gibt es auch schon genügend Parkplätze und -häuser, die bei der Einfahrt das Kennzeichen erfassen. merkt man daran, dass man kein Einfahrtsticket bekommt und beim bezahlen am Automaten das Kennzeichen eingeben muss. Will man nicht erfasst werden, kann man sofort nach der Einfahrt wieder rausfahren und die Daten werden gelöscht nach Aussage der Betreiber,

    #11Authordrkimble (463961) 16 Aug 22, 16:14
    Comment

    Tja, bei den Parkhäusern geht es halt um die eigene Bequemlichkeit - wie übrigens auch bei Google Maps, das besser als ich weiß, wo ich schon überall war.


    Vor ein paar Tagen ging es bei einem Workshop um Datenschutz. Da erzählte ein junger Mann, dass ein Kumpel von ihm durch die Standorterfassung ein Alibi erhalten hatte: Er war angezeigt worden, an einer Schlägerei mit einem Toten beteiligt gewesen zu sein, und hatte zwar keinen menschlichen Zeugen dafür, dass er den Abend zu Hause verbracht hatte, aber eben sein Smartphone (von dem aus er auch Anrufe getätigt hatte, es hatte also nicht ohne ihn in der Wohnung gelegen).

    #12AuthorRaudona (255425) 16 Aug 22, 17:00
    Comment
    Hallo,

    Ich versuche mal eine (wilde) Sammelantwort, da weitere Fragen aufgeworfen wurden:

    Land & Leute hatte ich in der Tat deshalb gewählt, weil ich Kulturunterschiede vermute. In einem persönlichen Gespräch hatte mir mal jemand gesagt, das wäre halt einfach eine andere Kultur. Und in Deutschland hat man sich geschichtlich 1989 einem Überwachungsstaat entledigt. Daher meine Frage zum Staatsverhältnis in GB.

    Generelle Vergleiche: Stimmt, das ist eine sehr generelle Frage, jedoch vermisse ich die Diskussion, abgesehen von gelegentlichen Artikeln in der Presse.
    Besten Dank für den Link!

    Tories: Dieses ANPR System wurde in den Folgejahren ab 2004 von Labour finanziert, jedoch ohne rechtlichen Rahmen dazu zu geben. Die Regierung Cameron hatte die Vorhaltedauer der Daten dann auf ein Jahr begrenzt, mehr aber auch nicht.

    Unterschied zur Fußgängerzonen CCTV: Kennzeichen sind weitaus persönlichere Daten. Eine Council-CCTV hat keine zentrale Datenbank, die per Suchbegriff ein Bewegungsprofil des kompletten letzten Jahres hervorbringen kann.

    Beachy Head: War Zufall. Bin dort raufgewandert und mit dem Bus zurück und hatte die Kameras dort gesehen. Hätte mich also umbringen können, ohne eine Datenspuren zu hinterlassen. Verhindern würden die im Zweifel nichts.

    Zu diesem Thema hatte ich auch mal ein kurzes Gespräch mit einem MP. Seine Antwort war nur: „It‘s to keep us all safe“.

    Unterscheidung der Systeme: Ich beziehe mich hier nur auf das Bewegungsprofil-Überwachungssystem, nicht auf „average speed cameras“, Parkhäuser oder Con-Charge Kameras zur Abrechnung. „Sektschen Kontrol“ ist m.E. auch eine sinnvolle Sache. Jedoch ist in GB auch nicht klar, ob die erhobenen Daten daraus auch in generelle Überwachung einfließen.
    Londons Bürgermeister hat versucht gerade eine Dummweltzone zu erweitern. Diese soll mit ANPR kontrolliert werden. Jedoch füttern alle Kameras die Datei der Polizei, ohne, daß es eine Konsultation dazu gab. Da gab es den seltenen Fall, daß das Schlagzeilen machte: Die Grünen haben Khan jetzt verklagt.

    Zurück zur Frage: Sind das kulturelle Unterschiede? Der Begriff „informational self-determination“ taucht in Gesetzgebung, Presse oder Dialog eigentlich kaum auf während er anderswo als Grundwert betrachtet zu werden scheint.

    #13AuthorHO2 (1293841) 16 Aug 22, 18:23
    Comment

    Unterschied zur Fußgängerzonen CCTV


    Die Frage ging ja gar nicht an dich, deshalb weiß ich nicht, ob es das ist, was Musictomyears meinte, aber ich kann es für alle Fälle auch anders vergleichen: Was ist an der Straße zu Beachy Head so besonders krasser als woanders?


    (NB: Begriffe wie "Dummweltzone" führen zumindest bei mir dazu, dass ich dich nicht ernst nehmen kann. Das ist Schwurblervokabular. Es war ja hier nur ein Wort in einem langen Text und ein Thema, um das es gar nicht geht, deshalb hoffe ich, dass es nur ein Ausrutscher war.)

    #14AuthorGibson (418762)  16 Aug 22, 18:39
    Comment

    The article I linked to is quite out of date now, obviously; Google suggests that ANPR has been in place for some years in Bavaria and elsewhere, and is currently being extended throughout Germany; is that the latest situation?


    "Self-determination" is a term that's unlikely to be used in a non-scientific context. "Informational" means "providing/containing information", and you're not talking about self-determination that contains information. You'd be more likely to find discussion on the topics of data privacy or sharing personal information.

    #15AuthorCM2DD (236324) 16 Aug 22, 18:51
    Comment

    ... Begriffe wie "Dummweltzone" führen zumindest bei mir dazu, dass ich dich nicht ernst nehmen kann. Das ist Schwurblervokabular ... (re #14) -- dem kann ich nur zustimmen ...

    #16Authorno me bré (700807) 16 Aug 22, 19:11
    Comment
    "Tories: Dieses ANPR System wurde in den Folgejahren ab 2004 von Labour finanziert, jedoch ohne rechtlichen Rahmen dazu zu geben. Die Regierung Cameron hatte die Vorhaltedauer der Daten dann auf ein Jahr begrenzt, mehr aber auch nicht."

    Das mag sein, ändert aber nichts an der Tatsache, dass es die Tories - und nicht Labour- sind, die gerade mit Eifer dabei sind, die Menschenrechte im UK großflächig zu schleifen. Edith schließt sich den Vorrednern hins. der Wortwahl an.
    #17AuthorB.L.Z. Bubb (601295)  16 Aug 22, 19:34
    Comment

    It's true, a car licence plate surveillance is a different level than a pedestrian zone surveillance. The authorities can type in a car registration number and immediately see where the car has been all this year. 

    So if a London car was at Beachy Head at an unusual time for tourists, conclusions could be drawn about the owner of the vehicle. You can think, what was the driver doing there at that hour?

    #18AuthorBubo bubo (830116) 17 Aug 22, 08:50
    Comment

    How would they know it was a London car? You think they're checking the owner's address? And what would they do with that information if they noticed?

    (Not saying that APNR is a great thing or anything! Just wondering what people think the government is up to?)

    #19AuthorCM2DD (236324)  17 Aug 22, 09:36
    Comment

    How would they know it was a London car?


    Dadurch, dass das Kennzeichen mit L anfängt: https://de.wikipedia.org/wiki/Kfz-Kennzeichen...

    #20AuthorJanZ (805098) 17 Aug 22, 09:57
    Comment

    Das "L" bedeutet aber nur, dass das Auto die Erstzulassung in London hatte, nicht, dass es dort immer noch ist:


    "Da das Kennzeichen ein Fahrzeug während seiner gesamten Lebensdauer begleitet, geben die Herkunftsbuchstaben nur den Ort der Erstanmeldung an."

    #21AuthorB.L.Z. Bubb (601295) 17 Aug 22, 09:59
    Comment

    If this car has otherwise almost always been seen in the London area during a ANPR data search, then the vehicle owner will probably live there. I would put it past any patrolman to recognise that, you don't need a crime commissioner.

    #22AuthorBubo bubo (830116) 17 Aug 22, 10:13
    Comment

    So how does this theoretical "suicide watch" scheme work, and what's it for?

    You have a camera set up at Beachy Head, and people sifting through the data on the hundreds of cars that pass it every day, checking where else those cars have been in the previous 6 months, for what purpose? To stop people committing suicide?

    #23AuthorCM2DD (236324) 17 Aug 22, 10:19
    Comment

    I don't know who needs this data and what for. But it is possible to create a movement profile. That's all I was trying to say. You can't do that with a surveillance camera in the pedestrian zone, at most in conjunction with facial recognition software. 

    #24AuthorBubo bubo (830116) 17 Aug 22, 10:25
    Comment

    Sure, you can create a movement profile. That's why many people don't like the system, as it feels like being spied on.

    Just wondering, like Gibson, why people are focusing especially on Beachy Head. It sounded as if people thought something fishy was going on there, related to the suicides, and I don't get what.


    (NB, OT: "I wouldn't put it past someone" = "I think someone could do it; it's not too hard for them")

    #25AuthorCM2DD (236324)  17 Aug 22, 10:28
    Comment

    Re: Beachy Head. Ob jemand Probleme, Depressionen oder gar Suizidgedanken hat, ist quasi Teil seiner medizinischen Akte, das sind geschützte Informationen und das geht die Polizei erst mal überhaupt nichts an. Überwachung dort ist schlimmer als in einem Einkaufszentrum, weil hier wissentlich vermehrt in die Privatsphäre vulnerabler Gruppen eingegriffen wird und ich nicht sehe, was das mit Verbrechensbekämpfung zu tun hat.


    Das Problem ist auch nicht, dass vielleicht Polizisten anfangen, einfach in den Bewegungsprofilen von irgendwem rumzustöbern, also ohne Anlass im Leben von Privatbürgern herumzuschnüffeln (wobei, Gelegenheit macht Diebe...). Ich hoffe sehr, dass das einen Regelverstoß darstellt und dass sie außerdem Wichtigeres zu tun haben.


    Es geht darum, wenn so eine Person später mal in irgendeiner Weise auffällig wird - als Opfer, Täter, Zeuge oder sonstiges - und der Polizei diese Informationen bekannt sind, kann das evtl. gegen die Person ausgelegt werden (er/sie ist depressiv und denkt nicht klar, ist impulsiv oder was weiß ich) oder auch mit nachteiligen Folgen an andere durchsickern.


    Ich denke dabei z. B. an einen Fall aus meiner Bekanntschaft, wo eine Freundin von mir als alleinige Verdächtige einer Straftat gehandelt wurde, bei der ich mit absoluter, eine-Million-prozentiger Sicherheit weiß, dass sie nicht beteiligt war. Das Verständnis des Beamten von "in alle Richtungen ermitteln", wozu sie meiner Kenntnis nach verpflichtet sind, war: "ach Frau X, jetzt kommen sie mir doch nicht mit dem unbekannten Dritten".


    Wenn jemand als Tourist in Beachy Head war, oder versichert, dass es ihm wieder besser geht, heißt das nicht, dass das auch geglaubt wird. In einer idealen Welt kann man der Polizei immer vertrauen. In der realen Welt empfiehlt sich das nicht.

    #26AuthorMusicToMyEars (1360941) 17 Aug 22, 21:37
    Comment

    Aber wenn Beachy Head ein beliebter Touristenort ist, ist es statistisch doch völlig egal, ob man dort war. Wenn dort täglich 800 Leute sind, kann ich mir auch bei einem faulen oder unterbelichteten Polizisten schwer vorstellen, dass er davon ausgeht, dass alle diese 800 ein psychisches Problem haben.


    Andererseits kann ich mir vorstellen, dass es bei der Identifizierung eines Toten sehr helfen kann, wenn man die Vermisstenmeldungen des passenden Zeitraums mit den Kennzeichen abgleichen kann, die zu der Zeit bei Beachy Head waren. Das finde ich für die Familien eher hilfreich.


    Ich will damit nichts zum generellen Thema "Kameraüberwachung" sagen - da weiß ich nicht genau, wie ich das sehe. Aber das es speziell hier besonders schlimm sein soll, sehe ich so auch nicht. (Aber danke für die lange Erklärung, und ich kann verstehen, dass persönliche schlechte Erfahrung das Vertrauen in deinen Freund und Helfer auch erschüttern kann. Darf man fragen, wie es ausgegangen ist?)

    #27AuthorGibson (418762) 17 Aug 22, 21:46
    Comment

    Statistisch ist es egal, aber wenn jemand wie ich schrieb als Einzelner auffällig wird - sich die Polizei für die anderen 799 also nicht interessiert - dann ist es u. U. nicht egal. Und wenn eine Person tatsächlich gestorben ist, dann wird das Auto wohl noch dort stehen, und damit erübrigt sich das Überwachungsgerät.


    Da meine Bekannte nicht beteiligt war, gab es natürlich auch keine Beweise, und das Verfahren wurde aus Mangel an Beweisen eingestellt. Irgendeine Kompensation für den monatelangen Stress, dass sie vielleicht unschuldig mehrere Jahre bekommt, gibt es natürlich nicht.

    #28AuthorMusicToMyEars (1360941) 17 Aug 22, 22:32
    Comment

    Und wenn eine Person tatsächlich gestorben ist, dann wird das Auto wohl noch dort stehen, und damit erübrigt sich das Überwachungsgerät.


    Oh, ja - duh. Ich werde besser kein Polizist...


     als Einzelner auffällig wird


    Was ich meine, ist, dass wenn die Polizei in der Zukunft zu jemandem sagt: "Sie waren doch im August 22 bei Beachy Head, es ist also jetzt nicht das erste Mal, dass Sie psychische Probleme haben", dann wird diese Person sagen: "Ich und 799 andere. Und die sind nach Ihrer Logik alle mental auffällig?" Und damit sollte sich diese line of inquiry erledigt haben. Die Polizei kann es natürlich versuchen, aber da lacht sich der Anwalt doch tot.


    Wie gesagt, ich bin hin- und hergerissen, was die Kameras betrifft, aber wenn man sie aufstellt, finde ich die Begründung nicht ausreichend, gerade dort keine aufzustellen. Dann hat man ganz schnell sehr, sehr viele Ausnahmen.



    Irgendeine Kompensation für den monatelangen Stress, dass sie vielleicht unschuldig mehrere Jahre bekommt, gibt es natürlich nicht.

    Das ist auch schwierig zu kompensieren, finde ich. Die Polizei kann ja nicht allen Verdächtigen, die sich später als unschuldig herausstellen, eine Entschädigung zahlen. Was allerdings angebracht gewesen wäre - und deiner Beschreibung nach vermutlich nicht passiert ist - ist eine Entschuldigung.

    #29AuthorGibson (418762) 18 Aug 22, 00:38
    Comment

    I was talking about unusual times and meant, for example, at night. This person would not be one of 800. And if he was there twice in one week? A suspect would have to be able to explain that well. Perhaps he toyed with the idea of throwing himself into the depths, but recoiled at the last moment. 

    That could be handled well in a detective story. In real life, conclusions are rarely drawn about travel destinations and mental states. 

    #30AuthorBubo bubo (830116) 18 Aug 22, 16:49
    Comment

    Hallo nochmal,

    Es scheint, daß Beachy Head ein nicht ganz so gutes Beispiel war.
    Es ging mir darum zu zeigen, wie groß die Abdeckung der Überwachung ist.
    Durch meine Tätigkeit bin ich viel unterwegs und weiß, wonach ich ausschauen muß, um diese Kameras zu erkennen (Steiler Winkel, bestimmte Modelle). Auch have ich da mit Polizisten im Ruhestand drüber gesprochen.
    Da habe ich auf Maps.me eine Übersicht der mir bekannten Kameras erstellt. Leider kann ich keine Screenshots hier einstellen, um die Überwachungsdichte zu illustrieren.
    Anbei aber ein paar Links:

    A303 i’m Nirgendwo:
    https://showmystreet.com/#uf58g_-1btny_16.i_1f43
    Selsey:
    https://showmystreet.com/#u7loj_-gqun_2d.3_-2g32
    Winchcombe:
    https://showmystreet.com/#uxhrm_-16a3o_8r.3_8i37

    Zum Fall „London car“:
    Kennzeichen sind mit dem registrierten Besitzer, als auch mit Versicherungsdetails und damit mit den zugelassenen Fahrern (und deren Adressen) verbunden, wie auch mit DVLA Daten über Steuer und MOT.
    Wenn ein Fahrzeug von London nach Beachy Head fährt, hinterläßt es eine ANPR Spur (meine Karte könnte es zeigen) und man kann es entweder gar live verfolgen, als auch bis zu einem Jahr im Nachhinein- individuell für jedes Fahrzeug, landesweit.
    Und damit weiß man natürlich auch, wo sich das Fahrzeug sonst gewöhnlich aufhält (tägliche Fahrt zu Arbeit z.B. wird gespeichert).
    Da fallen natürlich riesige Datenmengen an…

    In Deutachland ist m.W. ANPR immer in der Diskussion gewesen (Autobahnmaut usw.) aber es ist nach wie vor nicht erlaubt, anlaßlos Daten zu speichern (Toll Collect muß irrelevante Daten z.B. sofort löschen). Daher ist auch Durchschnittsgeschwindigkeitskontrolle rechtlich so umstritten, auch wenn es zweckgebunden zu Abrechnung (Parkhaus) erlaubt ist.

    Informational self-determination:
    Es gibt einen Unterschied zu „Privacy“ / Privatsphäre, in dem auch im öffentlichen Raum, das Individuum über seine Daten bestimmen können soll. https://en.wikipedia.org/wiki/Informational_s...

    Kurz am Ende noch: Dummweltzone: Ja so nenne ich die, denn sie verpflichten zum Konsum (Verschrotten und Neukaufen) im Namen der Umwelt und sind ansonsten eine Form kalter Enteignung. Mit Umwelt haben die nicht viel zu tun, mehr mit Lobbypolitik. Aber das ist ein anderes Thema.
    #31AuthorHO2 (1293841) 27 Aug 22, 14:26
     
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