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    Betrifft LEO

    Warum ist Leo so praxisuntauglich gestaltet?

    Betrifft

    Warum ist Leo so praxisuntauglich gestaltet?

    Kommentar

    Hallo!


    Ich finde Leo nicht alltagstauglich und wollte fragen, ob es anderen Benutzern anders geht.

    Es geht mir *ständig* so:


    Ich möchte ein englisches Wort finden, z. B. "Saugnapf".

    Das ist doch völlig klar, was ein Saugnapf ist.


    Leo bietet mir 5 unterschiedliche Vorschläge an.


    Ich weiß nicht, welches richtig sein könnte und habe auch keine Zeit, die feinen Unterschiede zu recherchieren geschweige denn im Forum zu fragen.

    Ich habe früher im Forum gefragt, und dann gab es die unterschiedlichsten Meinungen, auch unter Muttersprachlern.


    Was mir bei Leo fehlt, ist dass ganz oben diejenige Übersetzung angezeigt wird, die mit X Prozent Wahrscheinlichkeit die gesuchte Übersetzung ist.


    So, wie es jetzt ist, finde ich, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Leo wegen Praxisuntauglichkeit an Relevanz verliert.


    Wenn ich z. B. kein deutscher Muttersprachler wäre und wissen wollte, was Hund bedeutet, dann würde mir Leo bestimmt 10 Vorschläge anbieten:


    Hund (als Transportmittel beim Umzug)

    Hund (als Schimpfwort)

    Hund (als Verunglimpfung)

    Hund (als Slang im südstuttgarterischen Raum für Hundert-Euro-Schein)

    etc.


    Ich fände es gut, wenn das einfacher gemacht werden würde.


    So kann ich Leo nicht nutzen und verwende einfach deepl, da ist das Wort mit 99% Wahrscheinlichkeit gleich richtig übersetzt, auch ohne Kontext.

    Verfasser antoniaC (1274875) 27 Sep. 22, 15:11
    Kommentar

    Ich verstehe, was Du meinst, aber glaube, Du hast ein falsches Bild von dem, was LEO ist.


    Es handelt sich hier ja nicht um ein reines Alltagswörterbuch für Laien, sondern es ist auch auf die Bedürfnisse zahlreicher Fachleute ausgerichtet, die ebenfalls Übersetzungen suchen. Und was die "mit X Prozent wahrscheinlichste Übersetzung" ist, hängt eben sehr davon ab, wer zu welchem Zweck anfragt.


    Um bei Deinem Beispiel "Hund" zu bleiben:


    Für jemanden, der sich über sein Haustier unterhalten will, ist dog die wahrscheinlichste Übersetzung.

    Für einen Zoologen ebenfalls.

    Für eine Bergbaustudentin, die ihre Fachliteratur übersetzt haben möchte, ist die wahrscheinlichste Übersetzung aber tub oder sledge.


    Also muss LEO alle möglichen Bedeutungen anbieten - denn woher soll es wissen, was das Fachgebiet des jeweils Anfragenden ist?


    Auch hängt es sehr vom Kontext ab, welche Übersetzung die richtige ist. Wir haben hier im Forum oft Fälle, wo man erst mal spontan sagen würde:"Ist doch klar, die Übersetzung lautet .(soundso)" - und sich dann später herausstellt, dass es eben doch nicht so einfach ist.


    Von daher kann man gar nicht vorgeben, was "die wahrscheinlichste Übersetzung" ist.


    Übrigens habe ich nicht den Eindruck, dass LEO an Relevanz verliert. Es erfreut sich nun schon seit rund 20 Jahren bester "Gesundheit" (bzw. reger Nutzung).

    #1Verfasser Möwe [de] (534573)  27 Sep. 22, 15:47
    Kommentar

    antonia, LEO kann nicht hellsehen.


    Ich stimme Möwe [de] in allen Punkten zu; LEO und DeepL sind unterschiedliche Tools für unterschiedliche Zielsetzungen.

    #2Verfasser Serendipity_4 (677936) 27 Sep. 22, 15:52
    Kommentar

    Abgesehen davon: in meiner Erfahrung ist die wahrscheinlichste (weil häufigste) Übersetzung bei LEO in den meisten Fällen zuoberst.

    #3Verfasser Thirith (1037221)  27 Sep. 22, 15:57
    Kommentar

    Ich habe gerade ein Beispiel gefunden, bei dem eine sehr seltene Bedeutung oben steht: Mandel - LEO: Übersetzung im Englisch ⇔ Deutsch Wörterbuch Die erste Übersetzung ist "a set of fifteen or sixteen". Das ist aber trotzdem selbst für eilige Suchende kein Problem, weil auf der deutschen Seite erklärt ist, dass es sich um ein altes Zählmaß handelt.


    DeepL übersetzt mir Folgendes (English UK):

    Ich kenne mich mit alten Maßen aus, wie Gros, Dutzend und Mandel.

    -> I am familiar with old measures, such as gros, dozens and almonds.


    Just saying ...


    Ich möchte ein englisches Wort finden, z. B. "Saugnapf".

    Das ist doch völlig klar, was ein Saugnapf ist.

    Soso. Dass es fünf Übersetzungsvorschläge gibt, sollte ein deutlicher Hinweis darauf sein, dass das isolierte Wort eben nicht "klar" ist. Und dass Muttersprachler*innen verschiedene Vorschläge machen, zeigt ebenfalls, dass es 1:1-Übersetzungen selten gibt.


    Ich frage mich allerdings, was du uns sagen willst. Dass LEO für dich nicht nutzbar ist, weil du es eilig hast? Dann ist es halt nicht das richtige Tool für dich.

    #4Verfasser Raudona (255425)  27 Sep. 22, 16:33
    Kommentar

    To use your example, I see 10 Leo translations for the noun "Hund" - standing alone, not part of a phrase.

    My Collins e-Großwörterbuch has 6 translations for this. PONS has 7.

    These cover the animal, the ways you use "Hund" to describe a person, and some sort of mining vehicles.

    All of them have "dog" at the top, and you have to read through all of them to get to the mining vehicles, where it gets complicated.


    In standard dictionaries, there are often brief explanations of the context next to entries. Collins and PONS usefully point out that "hound" is usually a hunting dog, for example. That's missing from Leo, and I do think it's a bit of a failing, but the reason is that Leo was not compiled by paid experts. A lot of entries came from basic word lists. And the Leo team is still too small to start making such sweeping changes.


    If you want only a basic translation and need the brief explanations of context, you can look words up on PONS, Langenscheidt, Collins and other dictionary sites for free. They are more informative than DeepL.

    If you want 10 translations rather than 7, you can use Leo and check the context yourself if required.

    #5Verfasser CM2DD (236324)  27 Sep. 22, 17:12
    Kommentar

    da ist das Wort mit 99% Wahrscheinlichkeit gleich richtig übersetzt, auch ohne Kontext.


    Ich habe gerade kontextlos "cool" in DeepL eingegeben und völlig korrekt


    cool

    kühl

    klasse


    erhalten, ohne jede weitere Erklärung. Was ist daran jetzt genau anders als bei LEO? Auch hier musst du wissen, ob jemand übers Wetter oder den neuen Freund redet.

    #6Verfasser Gibson (418762) 27 Sep. 22, 17:42
    Kommentar

    Just put this through DeepL (the context seems very clear to me):

    Als Hundsläufer oder auch Hundestößer bezeichnete man die Bergleute, die das gewonnene Erz mit dem Hund abfördern mussten.

    --> *The miners who had to carry away the mined ore with their dogs were called dog walkers or dog pushers.


    This is not correct :)

    #7Verfasser CM2DD (236324)  27 Sep. 22, 17:52
    Kommentar

    Zu #0


    Ich benutze LEO seit 2002 für meine Arbeit als literarischer Übersetzer (Übersetzung von Romanen britischer und amerikanischer Autoren, bevorzugt SF und Fantasy); ich finde LEO so alltagstauglich, dass ich in den letzten Jahren die Benutzung von Wörterbüchern (OED, NODE, Muret-Sanders (Groß und Klein), The Oxford Illustrated Dictionary, diverse Wörterbücher für Slang und Idioms etc.) einschränken konnte. Das Suchen in LEO ist außerdem weniger zeitaufwendig als das Blättern in Wörterbüchern, und Wörter mit copy and paste übernehmen ist einfacher, als sie nach dem Finden in Büchern eintippen zu müssen.


    Außer LEO benutze ich noch die Online-Wörterbücher von Collins, Lexico und Macmillan.

    #8Verfasser MiMo (236780)  27 Sep. 22, 20:56
    Kommentar

    antoniaC, wir müssen wahrhaben, dass Wörter im Englischen und Wörter im Deutschen nicht in einem 1:1 Verhältnis stehen. Viele Wörter haben mehrere Bedeutungen und damit auch mehrere, verschiedene Entsprechungen in einer anderen Sprache. Natürlich gibt es Wortpaare (wie beim Hund) die häufiger vorkommen, aber das heißt nicht, dass dieses Wortpaar die korrekte Übersetzung darstellt. Wenn ich sage: "Aber a Hund is er scho", dann passt "dog" in keinem Fall. Sicher ist es für einen DMS schwer, die Bedeutungsnuancen der englischen Begriffe herauszufinden. Dazu braucht es Kontext, der analysiert werden muss.

    "He held a paper" bedeutet weder "er hielt ein Papier" noch "Er hielt eine Zeitung" (wie DeepL uns weiß machen möchte), wenn "Er" ein Professor ist und einen Vortrag hielt.

    Ich kenne sogar einen Fall, in dem ein Fachübersetzer Teile des Honorars aberkannt bekommen hat, weil er bei der Übersetzung einfach das im Wörterbuch an erster Stelle stehende Wort verwendet hat. Es passte einfach nicht.

    #9Verfasser WH-BY (237148) 27 Sep. 22, 21:45
    Kommentar

    Häufig wird man ja ohnehin nur dann ins Wörterbuch schauen, wenn einem bewusst ist, dass die Übersetzung, die in "99% der Fälle" passt, nicht richtig ist.

    Um beim Beispiel "Hund" zu bleiben: Wenn damit das Haustier gemeint ist, werden die meisten Menschen, die zumindest minimale Kenntnisse des Englischen haben, keine Wörterbuch brauchen um das Wort mit "dog" zu übersetzten.

    Ganz anders, wenn es um das Transportgerät im Bergbau geht. Da werden viele das englische Äquivalent nicht parat haben. Es gibt natürlich immer Anhänger der Theorie, dass man Wörter eins zu eins in eine Fremsprache übersetzen könne. Die dichten dann eben, wie DeepL, dem Bergrwerk eine Hundemeute an.

    #10Verfasser eineing (771776) 28 Sep. 22, 07:25
    Kommentar

    Hundemeute? Ins Bergwerk gehört der Grubenhund!

    #11Verfasser mbshu (874725) 28 Sep. 22, 07:29
    Kommentar

    Den Grubenhund kannte ich bisher auch nicht. Ist aber schließlich auch ein Wort aus einer Fremdsprache, wie ich aus deinem link gelernt habe.

    #12Verfasser eineing (771776) 28 Sep. 22, 07:36
    Kommentar
    Ich hätte den bis heute ausschließlich Hunt geschrieben. LEO bildet.

    Zur Sache: Es braucht ein gewisses Sprachniveau, um ein eher einfaches zweisprachiges Wörterbuch sinnvoll nutzen zu können. Wobei LEOs großer Vorteil das Forum ist, man findet dort sehr viele Anwendungsbeispiele.
    #13Verfasser tigger (236106) 28 Sep. 22, 08:08
    Kommentar

    Ich hätte den bis heute ausschließlich Hunt geschrieben.


    Ich auch.

    #14Verfasser bluesky (236159) 28 Sep. 22, 09:25
    Kommentar

    #9 Sorry to carp, but you're being unfair to DeepL. If you correctly put in "He gave a paper" you get "Er hielt ein Referat / Er hielt einen Vortrag".

    #15VerfasserHecuba - UK (250280)  28 Sep. 22, 10:41
    Kommentar

    In dem in #11 zitierten Wikipediaartikel wird auf den Unterschied zwischen dem Grubenhund/t mit d und dem mit t eingegangen.

    #16Verfasser eineing (771776) 28 Sep. 22, 10:56
    Kommentar

    Yeah, there's no need to put down DeepL (which in my experience is a huge step forward to, say, Babelfish ten years ago) in order to lift up LEO and what it does. They're tools for different (if related) tasks. For some things, I'm glad that I can use both and that they complement one other well.

    #17Verfasser Thirith (1037221) 28 Sep. 22, 10:57
    Kommentar

    DeepL is amazing, considering - I'm actually surprised that it failed on my mining sentence, as the context was there, and usually machine translators are especially good with technical terms.

    I just don't think that antoniaC can rely on it as much as she thinks - and if what she wants to do is know which words are best in her context, then conventional dictionaries actually provide more information. DeepL is more similar to Leo, in that it does not tell you which context is meant.

    #18Verfasser CM2DD (236324) 28 Sep. 22, 13:03
    Kommentar

    Seeing how machine learning is leading to near-magical results in other areas, I suspect that we'll see even more amazing software (or improvements on DeepL) in the coming years. There'll still be very odd edge cases where it seems the software is on drugs, of course.

    #19Verfasser Thirith (1037221) 28 Sep. 22, 13:19
    Kommentar

    Re #11

    @mbshu, vielen Dank für diesen interessanten Link! Ich kannte den 'Grubenhund' bisher noch nicht und fand den Wikipedia-Artikel darüber total spannend.


    Re #18

    Ich finde deepL auch amazing, insbesondere, wenn man für sich (nicht-professionell) größere, zusammenhängende Textpassagen einer Sprache, die man nicht so gut (oder gar nicht) beherrscht, übersetzen lässt. Die Wörter, die vom Sinn her nicht passend übersetzt sind, erkennt man im Normalfall relativ schnell und kann dann nachrecherchieren. Aber für einen ersten Eindruck, worum es geht, reicht deepL allemal aus (für mich als Laiin, wohlgemerkt).



    LEO finde ich überhaupt nicht praxisuntauglich, die unterschiedlichen Gründe dafür haben hier einige vor mir schon ausführlich beschrieben.


    (OT) Ich möchte an dieser Stelle auch schnell eine Lanze für das "Amateurlexikon©Rominara" brechen. Natürlich gibt es dort die eine oder andere Unzulänglichkeit, aber all in all bietet Wikipedia umfassendste, aktuelle und meist von Fachleuten/ Enthusiasten geschriebene Informationen (auch) zu den abwegigsten Themen. Ich wollte darauf nicht mehr verzichten und habe all meine mehrbändigen Allgemeinlexika entsorgt.


    Edit: #19 war eben noch nicht da.

    #20Verfasser karla13 (1364913)  28 Sep. 22, 13:32
    Kommentar

    "There'll still be very odd edge cases where it seems the software is on drugs, of course."


    Wie die Übersetzung von "Drehbeginn" - "start of rotation" ...

    #21Verfasser B.L.Z. Bubb (601295) 28 Sep. 22, 13:50
    Kommentar

    Dönerisierung des Filmgeschäfts? Sehr schön.

    #22Verfasser Dragon (238202) 28 Sep. 22, 13:53
    Kommentar

    Bezüglich #21 u.ä:

    Vor solchen Stilblüten ist man aber auch nicht sicher, wenn menschliche Übersetzer am Werk sind. Dass so etwas bei professionellen Übersetzern eher selten vorkommt, ist hoffentlich selbsverständlich.

    Hobbyübersetzer, wie sie z.B. in vielen Redaktionen sitzen, die ihre eigenen Fähigkeiten überschätzen, sind aber zuverlässige Lieferanten solcher Fehlübersetzungen. Leo bietet dafür reichlich Belege.

    #23Verfasser eineing (771776) 28 Sep. 22, 14:52
    Kommentar

    I still remember the German translation I read (a hundred years ago, when I was a teenager) of Stephen King's Carrie, which mentioned "Seifenorgien". I had no clue what they might mean, or rather, the word made me think of that Doris Day film with the soap foam. Turns out King was writing about "soap operas" in the original version. (I half suspect that DeepL might do a better job than some of those early, cheapo translations that were probably done with minimal resources.)

    #24Verfasser Thirith (1037221)  28 Sep. 22, 15:08
    Kommentar

    That example actually came up in a thread here somewhere. I'll try and find it.


    (Edit. Warst du selbst. Da wird keine Überraschung warten ;-)

    #25Verfasser Gibson (418762)  28 Sep. 22, 15:15
    Kommentar
    Sehr hübsch, die Orgien.
    Das kann DeepL selbstverständlich besser heutzutage. Ich sag ja immer, das Programm ist wirklich beeindruckend bei stark formalisierten Texten wie Patenten. Und wenn es Mist macht, war meistens der Ausgangstext schon Mist.
    #26Verfasser tigger (236106) 28 Sep. 22, 15:36
    Kommentar

    #26

    Ich frage mich eben, ob DeepL inzwischen für einen ganzen Roman (eben z.B. Carrie) ein zumindest gleichwertiges oder besseres Resultat abliefern würde als der damalige Übersetzungsschnellschuss inkl. Seifenorgien & Co.

    #27Verfasser Thirith (1037221) 28 Sep. 22, 15:48
    Kommentar

    Zurück zum OP-Anliegen: Nach vielen - durchaus zutreffenden - Bekundungen, was das Wörterbuch alles kann, ist m.E. eine Relativierung überfällig. Ich gebe der OP recht, dass LEO in einiger Hinsicht "praxistauglicher"/nutzerfreundlich sein könnte.


    In seinen Anfängen (Ende der 1990er) hatte das WB etwa 170.000 Begriffspare - heute sind es wohl weit über eine Million. Die größere Zahl von Einträgen hat einerseits die Chance erhöht, auch ausgefallenere Begriffe im Wörterbuch zu finden. Gleichzeitig sind andererseits bei weniger ausgefallenen Begriffen auch die Ergebnislisten immer länger geworden. Beispielsätze und mehrteilige Fachbegriffe (die v.a. im Englischen meist aus gewöhnlichen Einzelwörtern zusammengesetzt sind) verstärken vielfach die Umfangsexplosion der Ergebnisse.


    Das Ergebnis des Mengenwachstums ist also nur bedingt ein Qualitätswachstu: Denn viele Ergebnislisten sind heute ein unbefriedigendes Sammelsurium, in denen das Gesuchte zwar irgendwo vorhanden ist, aber vielfach von den Usern übersehen wird.


    Je länger eine Ergebnisliste ist umso wichtiger sind Gliederung und Sortierung. Natürlich haben sich die LEOs entsprechende Gedanken gemacht und auch Verschiedenes probiert, das Allermeiste ist aber auf dem Stand der Anfangszeit (ausgegeben wird eine Liste von Zweierpaarten). Den heutigen Zustand empfinde ich wie die OP als sehr unbefriedigend:

    • Es gibt lediglich die rein formale Grobsortierung "Substantive::Verben::Adjektive::Beispiele::Phrasen"
    • Eine gezielte Suche/Sortierung nach Fachgebieten ist nicht möglich.
    • Unterschiedliche Bedeutungen eines Wortes sind nicht sortiert.
    • Unterschiedliche Bedeutungen eines Wortes sind vielfach nicht einmal kursiv angemerkt.

    Im Ergebnis erhalte ich einen Riesenhaufen von Ergebnispaaren, den ich dann "händisch" in etlichen Gliederungspunkten nach den für mich tatsächlich relevanten Ergebnissen durchgucken, durchklicken & durchscrollen kann. Je "simpler" die Anfragewörter sind, umso unbrauchbarer sind (wegen der endlosen Kollateral-Treffer) LEOs Ergebnisse...


    Während die LEO GmbH offenbar primär auf Quantität setzte (ein Duzend WB, 1000 Zusatzangebote...) blieben Struktur und Qualität der Ergebnispräsentation auf dem Stand des letzten Jahrtausends. Wörterbuch-Konkurrenten von LEO (sowohl solche, die mit sehr ähnlichem Anfangswortschatz gestartet waren, als auch die Online-Angebote der Print-WB) liefern dagegen inhaltlich gegliederte Suchergebnisse, so dass unterschiedliche Bedeutungen und jeweils zugehörige Begriffe klar erkennbar sind.


    Kein Wörterbuch kann alle Wünsche erfüllen oder sämtliche Sprachschwierigkeiten wenzaubern. Aber für eine Verbesserung der Alltagstauglichkeit des LEO-Wörterbuchs sehe ich viel Raum. Die Halbierung der WB-Nutzungszahlen in den letzten drei Jahren lässt mich vermuten, dass das nicht nur antoniaC und ich so sehen.

    #28Verfasser Achim Almschreck (1359109)  28 Sep. 22, 16:09
    Kommentar

    Die Halbierung der WB-Nutzungszahlen in den letzten drei Jahren lässt mich vermuten, dass das nicht nur antoniaC und ich so sehen.

    As the dictionary layout has not changed in that time, it seems unlikely to me that any fall in numbers is due to the layout.

    It seems a lot more likely to me that more and more people have been using Google Translate and DeepL recently. Google Translate introduced neural machine translation in 2016, and DeepL was launched in 2017. It took a while for people to realise that machine translation results were no longer usually a joke, but over the past few years they have really caught on.

    #29Verfasser CM2DD (236324) 28 Sep. 22, 16:54
    Kommentar

    zu #29: As the dictionary layout has not changed in that time, it seems unlikely to me that any fall in numbers is due to the layout.


    Dass Menschen gar kein Wörterbuch mehr "brauchen", weil sie sich auf Maschinenübersetzung verlassen, spielt sicher eine Rolle. Aber du meinst ernsthaft, dass die wachsende Diskrepanz zwischen der vorsintflutlichen LEO-Struktur + ihrer Nutzungsqualität und den nun kompfortableren WB-Angeboten gar nichts mit dem Rückgang zu tun habe?

    Dass es noch weitere Konkurrenz gibt, die mehr als LEO kann, sehe ich jedenfalls nicht als Argument gegen eine (überfällige) Ertüchtigung.

    #30Verfasser Achim Almschreck (1359109) 28 Sep. 22, 17:21
    Kommentar

    #30 The other online dictionaries also haven't changed their layout in decades. So no, if there has been a change in figures recently then I'd be looking for another explanation. Do you have a link to the number of queries over time for Leo or the other dictionaries?

    Your comment #28 makes it sound as if you and antoniaC are the only ones on this thread saying that the Leo layout is a bit rubbish. But I don't think anyone is arguing with that on this thread, unless you count the point that actually, the most common translations are usually near the top.


    Who do you think should make the changes, and how will they be paid?

    #31Verfasser CM2DD (236324)  28 Sep. 22, 17:28
    Kommentar

    Re #28

    Die Halbierung der WB-Nutzungszahlen in den letzten drei Jahren

    Mal rein interessehalber gefragt: Woher stammt denn diese Information?


    Re #31

    Your comment #28 makes it sound as if you and antoniaC are the only ones on this thread saying that the Leo layout is a bit rubbish. But I don't think anyone is arguing with that on this thread.

    Who do you think should make the changes, and how will they be paid?

    +1

    #32Verfasser karla13 (1364913) 28 Sep. 22, 17:39
    Kommentar

    Die zit. LEO-Nutzungsdaten finden sich hier: https://dict.leo.org/pages/about/ende/statist...

    Weiteres gerne bei Gelegenheit.

    #33Verfasser Achim Almschreck (1359109) 28 Sep. 22, 17:49
    Kommentar

    Thanks for the link! I thought it must be somewhere on the site but couldn't find it.

    I can't see a drop in the last three years from that, though. Looks more to me like the statistics for this September are not complete.

    I find it a bit hard to read. Is this right?

    August 2020 - about 95 (thousand/million queries? Is that what the chart shows?)

    August 2021 - about 85

    August 2022 - about 75

    I can't work out how the figures on the left compare with the ones for the last 26 months

    Confusing.

    #34Verfasser CM2DD (236324) 28 Sep. 22, 18:09
    Kommentar

    Re #33


    Ah, super, danke, kannte diese Seite noch gar nicht.

    09/2022 sieht ja wirklich im Vergleich zu allen anderen 25 Vormonaten total mau aus...

    Aber immerhin war gestern der stärkste Abfragetag der letzten 30 Tage.

    Interessant ist die Abnahme von Anfragen an Sa und So im Vergleich zu Wochentagen.

    Was sind denn die Zahlen an den Vertikalen? Tsd.?


    Edit. #34 war eben noch nicht da.

    #35Verfasser karla13 (1364913)  28 Sep. 22, 18:09
    Kommentar

    It would also be more useful to see the longer-term statistics.

    What I mainly see from this is that people were using the dictionary more during lockdown :) See the summer dip?

    #36Verfasser CM2DD (236324)  28 Sep. 22, 18:15
    Kommentar

    Re #36


    I can't see a drop in the last three years from that, though.

    Stimmt.

    Looks more to me like the statistics for this September are not complete.

    Weil der September noch nicht zu Ende ist?

    I find it a bit hard to read. Is this right?

    Das habe ich auch nicht verstanden.

    I can't work out how the figures on the left compare with the ones for the last 26 months

    Ich auch nicht.

    Confusing.

    Was die kleine Zusatztabelle mit den ausgewählten Tagen aus den Jahren 2018 und 2019 betrifft, auf jeden Fall.

    #37Verfasser karla13 (1364913)  28 Sep. 22, 18:16
    Kommentar

    Die kleine Zusatztabelle links ist offenbar die Liste der Top 10 der Zugriffszahlen.

    #38Verfasser Raudona (255425) 28 Sep. 22, 18:22
    Kommentar

    Dass sich am Layout nichts geändert hat, stimmt nicht. Früher waren die Kästchen gelb.


    Man darf auch nicht vergessen, dass die Leomacher keine Linguisten sind. Sie kommen aus der Informatik. Ursprünglich war Leo eine Sammlung von Programmschnipseln. Das Wörterbuch kam erst später dazu.

    #39Verfasser bluesky (236159) 28 Sep. 22, 18:32
    Kommentar

    So the figure:

    1 - 11.04.19 - 14,910,589

    means that the highest ever number of queries on one day was 14.9 million, in 2019? The highest in Leo's history(?), in 2019?

    And the "8" in the top chart for Tuesday means 8 million queries, then?

    If the highest month 1/21 was averaging 4.5 million a day, then 8 million on Tuesday and 3.5 million on Saturday doesn't seem especially low.

    #40Verfasser CM2DD (236324)  28 Sep. 22, 18:46
    Kommentar

    Re #38, 40


    Solange wir nicht genau wissen, was die Zahlen an den Vertikalen bedeuten (Tausender, Zehntausender oder bspw. Millionen), können wir noch lange spekulieren... 😕


    1 - 11.04.19 - 14,910,589

    means that the highest ever number of queries on one day was 14.9 million, in 2019?

    Ja, das könnte man so verstehen. Aber es ist unklar, welchen Zeitraum das abdeckt, wie du ja auch schreibst.


    And the "8" in the top chart for Tuesday means 8 million queries, then?

    Ja. Falls die Vertikale Mill. bedeutet.


    Meint ihr, es wurde am 27.9. 8,8 millionenmal auf LEO zugegriffen weltweit? Das wäre ja extrem viel.


    If the highest month 1/21 was averaging 4.5 million a day,...

    13,5 Millionen, oder?


    ... then 8 million on Tuesday and 3.5 million on Saturday doesn't seem especially low.

    Das stimmt.



    Re #39

    Dass sich am Layout nichts geändert hat, stimmt nicht. Früher waren die Kästchen gelb.

    HAHA


    Man darf auch nicht vergessen, dass die Leomacher keine Linguisten sind. Sie kommen aus der Informatik.

    Aber Leute wie Doris etc., die die WB-Inhalte und Foren betreuen, sind doch keine Informatiker, oder? Ich könnte mir vorstellen, dass das größtenteils Germanisten, Anglisten, Romanisten, Slawisten etc. sind, und bestimmt auch einige Linguisten, Lexikographen etc. Oder wisst ihr als alte Hasen und Häsinnen da mehr?



    Vielleicht versteht Achim die Statistiken besser oder anders und kann uns erhellen.

    #41Verfasser karla13 (1364913)  28 Sep. 22, 19:20
    Kommentar

    "If the highest month 1/21 was averaging 4.5 million a day,...

    13,5 Millionen, oder?"

    135 million divided by 31 days = 4.35 million, sorry.


    Found a link to an old (2012) version of the statistics page, with proper chart headings.

    Top chart: Anfragestatistik der letzten 30 Tage - Abfragen in Millionen

    Left-hand chart: Top-Ten Anfragen

    Right-hand chart: Millionen Zugriffe pro Monat

    source

    In 2012 the top ten led with:

    Mo 10.11.2008 - 12 664 350

    And there were 300 million queries in several months. That's more than twice today's rate.

    #42Verfasser CM2DD (236324)  28 Sep. 22, 19:39
    Kommentar

    Re #42


    135 million divided by 31 days = 4.35 million, sorry.

    Natürlich, du hast Recht. Nicht zu Ende gedacht.


    Found a link to an old (2012) version of the statistics page, with proper chart headings.

    Super!


    And there were 300 million queries in several months. That's more than twice today's rate.

    Das ist allerdings ein Unterschied.

    #43Verfasser karla13 (1364913) 28 Sep. 22, 20:15
    Kommentar

    Aber Leute wie Doris etc., die die WB-Inhalte und Foren betreuen, sind doch keine Informatiker, oder?


    Richtig. Aber es ging ja darum, wie die Ergebnisse präsentiert werden.

    #44Verfasser bluesky (236159) 29 Sep. 22, 09:39
    Kommentar

    Zu #44


    Schon klar.


    Ich würde bloß vermuten, dass die Gruppe der Linguisten sich mit der Gruppe der Sprachwissenschaftler (noch dazu in so einem kleinen Team) austauscht, wenn es um solche Gestaltungsfragen geht.

    #45Verfasser karla13 (1364913) 29 Sep. 22, 09:44
    Kommentar

    Dass es heute weniger Anfragen gibt als vor Jahren, hängt sicherlich damit zusammen, dass für schnelles Nachschlagen heute eben diverse alltagstaugliche Tools wie die hier genannten zur Verfügung stehen. Bei E-Books kann ich mir Übersetzungsvorschläge direkt anzeigen lassen, beim Streamen von Filmen Untertitel in 20 Sprachen, da ist der Bedarf einfach weniger.


    Auch das Forum ist ja deutlich ruhiger geworden: Es ist irgendwie alles schon einmal besprochen worden. Dafür liegt der Schwerpunkt (zumindest nach meiner möglicherweise verzerrten Wahrnehmung) mehr auf dem Feilen an "perfekten" Übersetzungen und dem Herausarbeiten von Nuancen.


    EDIT: #45: die Gruppe der Linguisten sich mit der Gruppe der Sprachwissenschaftler ?? Habe ich dir da die Editiermöglichkeit zerschossen und du meintest "die Gruppe der Informatiker*innen sich mit der Gruppe der Sprachwissenschaftler*innen"?

    #46Verfasser Raudona (255425)  29 Sep. 22, 09:49
    Kommentar

    Re #46


    Habe ich dir da die Editiermöglichkeit zerschossen und du meintest "die Gruppe der Informatiker*innen sich mit der Gruppe der Sprachwissenschaftler*innen"?


    Siehst du, genau das war die Korrektur, die ich anschließend noch machen wollte. Hatte es dann tatsächlich vergessen, weil das Fon klingelte... Hatte nämlich noch kurz überlegt, ob ich Informatiker/innen oder SprachwissenschaftlerInnen schreiben soll. Gut, dass du darauf hingewiesen hast.

    #47Verfasser karla13 (1364913) 29 Sep. 22, 10:05
    Kommentar

    "Linguisten" und "Sprachwissenschaftler" sind zwei verschiedene Stämme bzw. Völker; das weiß ich, weil ich 1962 - 1968 sowohl Linguistik als auch Sprachwissenschaft studiert hatte (und dann in Sprachpsychologie meine Examensabeit machte). Allerdings bin ich 1971 ins Lager der Informatiker übergewandert und hatte danach meine früheren Stammesgenossen nicht mehr im Focus. Haben sich die beiden Stämme inzwischen versöhnt und einander angenähert?

    #48Verfasser MiMo (236780) 29 Sep. 22, 10:55
    Kommentar

    #48

    Ich vermute, dass sich das inzwischen geändert hat. Während meiner Studienzeit (ab 1995) gab es diesen Unterschied so nicht. Auf deutsch wurde Sprachwissenschaft verwendet, auf English Linguistics, aber es wurde nicht zwischen Linguistik und Sprachwissenschaft unterschieden. Und eine kurze Google-Suche findet viele Seiten, auf denen die beiden Begriffe als Synonyme füreinander verwendet werden.

    #49Verfasser Thirith (1037221)  29 Sep. 22, 11:13
    Kommentar

    Re #49


    +1

    #50Verfasser karla13 (1364913) 29 Sep. 22, 11:21
    Kommentar

    #48


    Wenn sich das geändert hat, dann freut mich das. Ich habe neben Anglistik und Germanistik auch etwas Romanistik (Italienisch) und Slavistik (Polnisch) studiert, dazu noch "Vergleichende Sprachwissenschaft" (Altirisch und Pali). Die meisten deutschen Professoren und Dozenten waren damals gegen den Begriff "Linguistik" allergisch; Linguistik war ihnen zu modern, zu technisch-sachlich, zu amerikanisch. Die englischen und schottischen Lektoren teilten diese Meinung nicht. Ich hatte mir allerhand linguistische Bücher auf Englisch angeschafft (Whorf, Sapir, Chomsky u.a.), die meine akademischen Lehrer lieber links liegen ließen. Meine Beschäftigung mit moderner Linguistik und mit formaler Logik (im Nebenstudium Philosophie) erleichterte mir später den Übergang in die Informatik.


    #51Verfasser MiMo (236780) 29 Sep. 22, 11:46
    Kommentar

    Auf meinem Magisterzeugnis von Anfang der Neunziger steht "Englische und deutsche Sprachwissenschaft", meine Fächer waren im Bereich Englisch meist "hyphenated linguistics" (sociolinguistics, historical linguistics, comparative linguistics ...), im Bereich Deutsch hatten die eher konkrete Namen ("Mittelhochdeutsch"). Dass es mal einen Unterschied zwischen Sprachwissenschaft und Linguistik gab, war mir vage bewusst, der spielte aber auch zu meiner Zeit schon keine Rolle mehr. Dafür waren Whorf, Sapir, Chomsky schwer im Schwange 😉

    #52Verfasser Raudona (255425) 29 Sep. 22, 12:16
    Kommentar

    Ich kann mir schon vorstellen, dass es immer noch unterschiedliche Schulen gibt und dass diese unter anderem auch nach Sprachgrenzen verlaufen. Zumindest während meiner Zeit in der Anglistik war es sogar so, dass die Anglistik im deutschsprachigen Sprachraum (in diesem Fall eher Literatur als Linguistik) ein eigenes Biotop war, mit nur wenig konkreten Überschneidungen mit den anglophonen English Studies. Ich hoffe, dass sich das inzwischen verbessert hat.

    #53Verfasser Thirith (1037221) 29 Sep. 22, 13:52
    Kommentar

    Ich habe die Unterscheidung in #51 noch nicht verstanden. Für mich liest es sich so, als wäre den Germanisten der Begriff "Linguistik" suspekt gewesen, also haben sie weiterhin das deutsche "Sprachwissenschaft" benutzt. Das betrifft aber doch nicht die Inhalte, beschreibt also keine verschiedenen Studiengänge. Auch ich habe als Teil der Anglistik linguistics studiert und als Teil der Germanistik Sprachwissenschaften, ebenso, wie ich Grammatik und Grammar untersucht habe [man glaubt es kaum, wenn man meine Beiträge liest... aber ich habe das tatsächlich im Tertiär mal gelernt]. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass das elementar andere Inhalte gewesen wären.

    #54Verfasser Gibson (418762)  29 Sep. 22, 22:08
    Kommentar

    #54


    Als ich Anglistik und Germanistik studierte (1962 - 1968), hießen die beiden Fächer noch "Englische bzw. deutsche Sprache (oder: Sprach- und Literaturwissenschaft)". Vor allem die Germanistik war noch sehr traditionsverhaftet; viele Professoren hatten noch Vorstellungen wie Volksseele, Volkstum, Deutschtum etc.


    Prof. Dr. Hans L. Stoltenberg (Uni Giessen) z.B. schrieb 1955 ein nettes Buch über "Die termilische Sprache Lykiens" (Das fiel an der Uni ins Fach "Vergleichende Spraachwissenschaft"). Darin versuchte er, das gesamte sprachwissenschaftliche Vokabular einzudeutschen: Eine aggluttierende Sprache nannte er "eine nachstückende Sprache", er kannte nur "Nennworte" (Substantive), Fürworte, Zeitworte, Bindworte, Umstandworte (Worte {!}, nicht Wörter); Vorsilben und Nachsilben waren bei ihm "Vorstücke" und "Nachstücke", Deklination und Konjugation waren bei ihm "Förmung". Stoltenberg war natürlich extrem, aber typisch für den Versuch "am deutschen Sprachwesen soll die Sprachwisssenschaft genesen."


    "Linguistik" klang damals irgendwie zu modern, zu nahe an der formalen Logik oder gar der Mathematik, zu nüchtern; Linguistik raunte nicht über die "Seele der Sprache", sie war zu profan, zu sehr exakte Wissenschaft. Ich befasste mich gern mit Sprachwissenschaft und lechzte doch nach den neuesten Erkenntnissen der Linguistik.


    Eine meiner linguistischen Bibeln war damals von Eugen A. Nida, Morphology, The Descriptive Analysis of Words (Ann Arbor, The University of Michigan Press, 1946/1949, 8. Auflage 1963). Darin wurden die sprachlichen Strukturen verschiedenster Sprachen weltweit morphologisch analysiert, auch Eingeborenensprachen, Indianersprachen, Kunstsprachen.


    Ich erklärte mir damals das Desinteresse der Germanisten für die Linguistik mit zwei Gründen: a) Sie konnten Englisch nicht hinreichend lesen, um so ein Werk zu rezipieren; b) sie interessierten sich nur für Deutsch und keine anderen Sprachen ...


    Aber Gottseidank ist das heute anders ...

    #55Verfasser MiMo (236780)  30 Sep. 22, 07:48
     
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