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    eine Bitte... :-)

    Kommentar

    Hallo,

    in einer meinen Deutschstunden hat ein Schüler den folgenden Satz in einem Aufsatz geschrieben:

    • Wäre dieses Lied nicht in 2022 erschienen, sondern ein Jahrzehnt früher, könnte es viele Diskussionen auslösen.

    Für mich klingt das Ende vom Satz ein bisschen komisch. Ich hätte ihn so geschrieben:

    • Wäre dieses Lied nicht in 2022 erschienen, sondern ein Jahrzehnt früher, hätte es sicher viele Diskussionen ausgelöst.

    War der Satz schon richtig, so wie er ihn geschrieben hat, oder wäre die zweite Version besser?


    Verfasser Felixmann (1386821) 29 Mär. 23, 18:41
    Kommentar

    Ich stolpere eher über das "in 2022" - entweder "Wäre es 2022 erschienen..." oder "Wäre es im Jahr 2022 erschienen..."


    Aber ja, deine Korrektur ist auch sinnvoll, denn die Diskussionen wären ja längst abgeschlossen.


    Diese Frage wäre übrigens besser im Sprachlabor aufgehoben gewesen, im Quasselzimmer gehen solche sprachbezogenen Anfragen sehr schnell unter.

    #1Verfasser penguin (236245) 29 Mär. 23, 18:53
    Kommentar

    Vorweg: Ich bin kein Grammatikexperte, meine Antwort also bitte mit Vorsicht genießen!


    Wäre dieses Lied nicht in 2022 erschienen, sondern ein Jahrzehnt früher, hätte es sicher viele Diskussionen ausgelöst.


    dürfte im Normalfall der richtige Satz sein.


    Ich stelle mir aber gerade folgenden unwahrscheinlichen Fall vor:


    A) Lied ist 2022 erschienen und es wird jetzt besprochen.


    B) Lied ist 2012 erschienen, wurde aber völlig ignoriert. Jetzt wird es wiederentdeckt und könnte gerade deshalb jetzt für Diskussionen sorgen, weil es Inhalte hat, die man den Menschen im Jahr 2012 gar nicht zugetraut hat.


    Für diesen wie gesagt sehr unwahrscheinlichen Fall könnte der Satz des Schülers korrekt sein.

    #2Verfasser harambee (91833)  29 Mär. 23, 19:04
    Kommentar

    Wie harambee schon schreibt, ist der erste Satz grammatisch möglich, aber man müsste eine recht unwahrscheinliche Situation konstruieren. Satz 2 ist viel besser, und ich würde Satz 1 auf jeden Fall verbessern, möglicherweise auch als falsch anstreichen (das hinge mit der Aufgabenstellung zusammen).


    Ich stimme auch penguin zu, dass "in 2022" ein (sich immer mehr verbreitender) Anglizismus ist.

    #3Verfasser Gibson (418762) 29 Mär. 23, 19:36
    Kommentar

    Das Thema in mit Jahreszahlen hatten wir übrigens schon im Jahr 2021:


    Siehe auch: in 2021

    #4Verfasser harambee (91833) 29 Mär. 23, 19:44
    Kommentar

    Vielen Dank!


    #5Verfasser Felixmann (1386821) 29 Mär. 23, 21:03
    Kommentar

    Das Thema mit dem unnützen "in" vor Jahreszahlen im Deutschen hatte wir wohl schon viele Male ... das Archiv müsste voll davon sein ... :-))


    PS, als kleiner Tipp für zukünfige Anfragen Siehe auch: [it-de] An Alle: Bitte gesuchten Begriff in den Betreff!

    :-)

    #6Verfasser no me bré (700807) 29 Mär. 23, 21:11
    Kommentar

    Was die Zeitform angeht, stimme ich harambee und Gibson zu: möglich ist es schon ...


    Wäre dieses Lied (über eine weltweite Epidemie) nicht in 2022 erschienen, sondern ein Jahrzehnt früher, könnte es (unter Verschwörungstheoretikern, die Zeitreisen für möglich halten,) viele Diskussionen auslösen.


    Die Abschnitte in den Klammern hinzugefügt, um für einen etwas anderen Kontext zu sorgen, und schon klappt es. Und so wild müsste man da nicht mal phantasieren, um sich den entsprechenden Kontext auszudenken. Solche Zukunftsvisionen passieren bei den Simpsons ja auch gefühlt 2 mal pro Staffel.


    #7Verfasserm.dietz (780138)  31 Mär. 23, 07:31
    Kommentar

    Is this possible:

    Wäre dieses Lied nicht in 2022 erschienen, sondern ein Jahrzehnt früher, könnte es viele Diskussionen ausgelöst haben.

    Or does it mean something quite different?

    #8Verfasser patman2 (527865) 31 Mär. 23, 23:35
    Kommentar

    Ja, patman, das wäre möglich.

    Stilistisch schöner wäre m.E. aber hätte es viele Diskussionen auslösen können.


    Die Bedeutung ist aber eben die in Satz B des OP (nach der bisherigen Unterscheidung) formulierte. Satz A ist in fast allen "Settings" falsch, da muss man schon ziemlich Kontext hinzukonstruieren, damit er wenigstens denkbar wird.

    #9Verfasser reverend (314585) 01 Apr. 23, 00:50
    Kommentar

    ... in fast allen "Settings" falsch


    Da muss ich Einspruch einlegen. Nur weil es wahrscheinlicher ist, dass die Diskussionen um das Lied zum Erscheinungszeitpunkt stattgefunden hätten, und nicht erst eine Dekade danach, sehe ich die Generalisierung als "in fast allen Settings falsch" nicht als gegeben.


    Es gibt viele Lieder, die zum Erscheinungszeitpunkt wenig diskutiert werden, bei denen im Nachhinein aber darüber diskutiert wird, ob gerade dieses Lied eine Änderung in der politischen Auffassung, sozialen Struktur oder dem "Duckmäusertum" ausgelöst hätte. Viele andere Lieder lösen Diskussionen über den Entstehungsprozess aus, weil erst Jahre später bekannt wird, dass der Künstler zu dem Zeitpunkt krank war, oder depressiv, oder sich politisch verfolgt sah, oder es bereits da schon in der Beziehung kriselte. Wieder andere werden Jahre nach Erscheinung diskutiert, weil sie angeblich zum Selbstmord aufrufen, Straftaten verherrlichen, oder Diskriminierung fördern, schlicht weil sich das soziale "Setting" geändert hat, und damit neue Interpretationsmöglichkeiten der Liedtexte bietet.


    Satz A) heißt schlicht und ergreifen, dass die Diskussion jetzt geführt wird, Satz B), dass die Diskussion vor 10 Jahren geführt worden wäre. Da ist keiner der beiden Varianten irgendein "meistens falsch" zuzuordnen.

    #10Verfasserm.dietz (780138)  03 Apr. 23, 09:02
     
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