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  • Betrifft

    herunterbrechen

    Kommentar
    BEISPIEL:
    Frontal21 will es genauer wissen. Doch auch bei diesem Thema blockt Stefan Horst von der Schufa ab: "In den Score fließen alle Merkmale der Eigenauskunft ein, man kann dies nicht auf einzelne Merkmale herunterbrechen."


    Die neuerdings sehr verbreitete Verwendung des Verbs (etwas) "herunterbrechen" im Sinne von [ENGL.] "to break down (sth.)" ist mE kein korrektes Deutsch. Das wäre vor zwanzig Jahren niemand in den Sinn gekommen. Damals hätte man vielleicht an einen herunterbrechenden Ast eines Baums gedacht oder an eine Person, die nach übermäßigem Alkoholgenuß über dem Balkongelände hängend seinen Magen entleert.

    Hat der Duden die Verwendung dieses Verbs in der beschriebenen Weise inzwischen auch schon anerkannt?
    VerfasserJens-Uwe13 Jul. 04, 10:41
    Kommentar
    es muß natürlich BalkongeländeR heißen, und "ihren Magen entleert".

    Soviel zu gutem Deutsch.
    #1VerfasserJens-Uwe13 Jul. 04, 10:43
    Kommentar
    he|run|ter|bre|chen <st. V.; ist>:
    1. [ab]brechen u. nach unten fallen:
    ein Teil des Daches ist heruntergebrochen.
    2. etw. auf bestimmte Verhältnisse übertragen (4), anwenden (2):
    das lässt sich nicht auf die dortigen Verhältnisse h.
    Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch

    Die Definition verwundert mich. Ich hätte "herunterbrechen" anders verstanden, etwa "etwas übergreifendes in feinere Strukturen zergliedern" o.ä.

    Was ist so schlimm an diesem Ausdruck? Er füllt eine Lücke, denn anderweitig lässt sich dieses Konzept schwer ausdrücken. So ein Wort ist mir 1000x lieber als "downbreaken".

    Siehe auch:
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    #2VerfasserUho &lt;de&gt;13 Jul. 04, 10:57
    Kommentar
    Ich sehe das so wie Jens-Uwe: das ist wörtlich aus dem Englischen übersetztes Dummdeutsch.
    #3VerfasserIngrid13 Jul. 04, 12:17
    Kommentar
    Dass der Ausdruck dringend nötig ist, glaube ich auch nicht. Mit '(im kleineren Maßstab) anwenden' oder 'übertragen' kommt man schon recht weit.

    Ich sehe jedenfalls immer jemanden von einer Brücke k..., wenn ich 'auf etwas herunterbrechen' höre.
    #4Verfasserdagmar13 Jul. 04, 13:15
    Kommentar
    Was ich immer so lustig an diesen Diskussionen finde, ist dass aus dem Lateinischen oder Französischen übernommene Begriffe Bildungssprache sind, aus dem Englischen kommende aber ohne Beweis des Gegenteils erst mal "Dummdeutsch". Es tut so gut, sich daran zu ergötzen, dass man selbst es ja besser weiß und die andern alle so dumm sind, jeden Mist zu übernehmen. (Das ist kein Vorwurf, ich unterliege selbst mitunter dieser Versuchung.)

    Dass dieser Begriff überflüssig ist, wird vermutlich vor allem von Leuten so empfunden, die nicht im Controlling oder anderen Business-Intelligence-Bereichen arbeiten. Dort braucht man den Begriff nämlich ein Dutzend mal jeden Tag und wird das Umschreiben schnell leid. Was Stefan Horst da von sich gibt, ist schlicht und ergreifend die übliche Fachsprache -- die stößt dann evtl. außerhalb dieser Kreise auf Unverständnis.
    #5VerfasserUho &lt;de&gt;13 Jul. 04, 13:29
    Kommentar
    Herunterbrechen? Also, da dreht sich auch mir, wie dagmar, der Magen um. Jedem das Seine, aber ich find's furchtbar! Liegt aber wohl daran, dass ich nicht zu 'diesen Kreisen' gehöre, die Uho angesprochen hat. Glück gehabt! :)
    #6VerfasserFragezeichen13 Jul. 04, 14:18
    Kommentar
    Mal sachlich betrachtet ist "herunterbrechen" wohl im Sinne von "aufschlüsseln" oder "diversifizieren" gemeint.

    Leo bietet u.A. "to break down.." und "itemize" an.

    I think that will fit.
    #7VerfasserTorsten13 Jul. 04, 15:15
    Kommentar
    >Was ich immer so lustig an diesen Diskussionen finde, ist dass aus dem
    >Lateinischen oder Französischen übernommene Begriffe Bildungssprache sind, aus
    >dem Englischen kommende aber ohne Beweis des Gegenteils erst mal "Dummdeutsch"

    Als die hochnäsigen Römerkollaborateure mit den ersten lateinischen Lehnwörtern aufkreuzten ging es sicher genauso zu.

    Das Wort "herunterbrechen" finde ich übrigens zum Schießen dämlich. Aber das liegt in meinem Fall nur an den Leuten bei uns, die dieses Wort benutzen.
    #8VerfasserGerd13 Jul. 04, 22:55
    Kommentar
    @Uho:
    Warum kann die Business Intelligence die Kosten nicht nach einzelnen Posten "aufschlüsseln"? Trifft das nicht den Kern des "breaking down"?

    Es ist mir auch klar, dass "herunterbrechen" besser klingt als "downbreaken". Auch "herunterladen" klingt besser als "downloaden". Aber der Prozeß des "downbreakens" ist doch nichts Neues oder haben die Buchhalter auch vor fünfzig oder mehr Jahren so etwas nicht gemacht?
    #9VerfasserJens-Uwe14 Jul. 04, 10:44
    Kommentar
    @ Uho <de>: Wenn es Fachsprache ist, ist "herunterbrechen" natürlich legitim.
    Also mal für Dumme und Soldaten: ist "herunterbrechen" eine betriebswirtschaftlich besondere Art etwas aufzuschlüsseln (dann ist es m.E. ein Fachterminus) oder einfach nur ein Synonym für "aufschlüsseln" (dann ist es m.E. Dummdeutsch).
    #10VerfasserMark14 Jul. 04, 11:15
    Kommentar
    Es gibt Keine BWL-Fachtermini, es gibt nur BWL-Wortneuschöpfungen..und Ihr nervt mit Fragen "Was könnte es denn bedeuten?"
    #11VerfasserBWL-Troll14 Jul. 04, 11:29
    Kommentar
    "Aufschlüsseln" ist in der Tat ein Wort, dass "herunterbrechen" häufig ersetzen könnte, da hast du völlig Recht -- aber nicht immer.
    Es hat aber m.E. einen eingeschränkten Bedeutungsumfang. "Aufschlüsseln" bedeutet, dass man eine auf unbekannte Weise zustanden gekommene Summe hat, die man nun anhand eines Schlüssels auf einzelne Elemente verteilt. Das Ergebnis ist meist nur ein Näherungswert.
    Beim "Herunterbrechen" geht es meist eher um eine Summe, deren Summanden bekannt sind, und man detailliert diese Summe durch Darstellung eben dieser Summanden. Wenn man den von Stefan Horst genannten Score z.B. mit Hilfe künstlicher neuronaler Netze berechnet hat, dann könnte man ihn evtl. aufschlüsseln, z.B. anhand der Aktionspotenziale in bestimmten Knoten, aber nicht mehr herunterbrechen, da die Rechenprozesse in diesen Netzen nicht reversibel und zu komplex sind.
    Anderes Beispiel: Ich kann die Essenszuschüsse für die Kantine auf die Kostenstellen anhand der Anzahl der dort beschäftigten MA aufschlüsseln. Ich kann sie aber nicht herunterbrechen, wenn ich nicht weiß, wieviele Essen die MA jeder Kostenstelle verzehrt hat.
    #12VerfasserUho &lt;de&gt;14 Jul. 04, 11:36
    Kommentar
    Die Unterscheidung mag manchem wie Erbsenzählerei vorkommen -- und vermutlich werden die Begriffe auch nicht immer sauber angewendet. Dennoch gibt es einen. Dass die Buchhalter vor 50 Jahren so einen begriff noch nicht kannten, heißt ja nicht, dass es ohne nicht ging. Die Buchhaltung damals bestand vor allem im Summieren all der Kosten und Erträge, die Analyse spielte da eine weit geringere Rolle als heute. Neue Zeiten brauchen neue Begriffe.
    Meines Erachtens ist das ein genereller Trend, dass es in der heutigen Arbeitswelt immer mehr immer spezifischere Begriffe für abstrakte Strukturen, Prozesse und Wirkvorgänge gibt, einfach weil viel viel mehr über soclhe Dinge geredet wird als früher. Auf der Suche nach geeigneten Begriffen werden dann auch mal Anglizismen genommen -- meist sind es aber lateinische Lehnwörter. Wer wusste schon vor 100 Jahren, was "suboptimal" bedeutet oder "integriert" -- sofern es diese Begriffe überhaupt schon gab? Allenfalls eine kleine Schar äußerst gut gebildeter Leute. Heute weiß es bald jedes Kind.
    #13VerfasserUho14 Jul. 04, 11:37
    Kommentar
    Ich weiß nix!
    #14VerfasserKind14 Jul. 04, 11:39
    Kommentar
    wie laecherlich ist diese ganze diskussion denn bitte?!
    wem das wort nicht gefaellt soll es halt einfach nicht benutzen
    #15Verfassershortoflogic24 Sep. 08, 13:50
    Kommentar
    Und warum läßt Du dann den Faden nicht in Frieden ruhen?
    #16Verfassernochmehrlogic24 Sep. 08, 13:53
    Kommentar
    man kann ja ein Thema auch bis zum Er-brechen breit treten...
    Gefragt war die englische Übersetzung, aber man kann ja sooo mit seiner linguistischen Exzellenz glänzen!
    #17VerfasserPraktika09 Okt. 08, 17:55
     
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