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    Sprachlabor

    Buch für den Deutschunterricht

    Betrifft

    Buch für den Deutschunterricht

    Kommentar
    Guten Morgen allerseits

    Wir (meine Schulklasse und ich) haben folgendes Problem:
    Wir müssen dieses Schuljahr im Deutschunterricht noch irgend ein Buch lesen. Es darf nicht zu lang sein, da das Halbjahr ja bald vorbei ist, es darf kein Drama sein, weil wir schon eins gelesen haben, es muss in irgend einer Form lehrreich sein (mein Vorschlag, etwas von Terry Pratchett zu lesen, wurde abgelehnt... ... ...) und es muss von einem deutschen Schriftsteller sein.
    Unsere Lehrerin hat bisher nur Vorschläge gemacht, mit denen wir nicht wirklich einverstanden sind, aber sie scheint auf jeden Fall mit sich diskutieren zu lassen, wenn wir vernünftige Vorschläge bringen. Wir sind 9. Klasse und wollen irgend etwas lesen, was vielleicht auch wir interessant/spannend finden und über Nationalsozialismus haben wir unserer Ansicht nach auch genug geredet und gelesen.
    Bisher haben wir Ein Schatten wie ein Leopard (Myron Levoy), Krabat (Otfried Preußler), Der Schimmelreiter (Theodor Fontane), Biedermann und die Brandstifter (Max Frisch) und Wilhelm Tell und Die Räuber (Schiller).

    Fällt irgend jemandem irgend ein Buch ein, das alle Kriterien erfüllt und (wenigstens einigen von) uns unter Umständen auch einigermaßen gefallen könnte? Ich bin für jeden Vorschlag dankbar...
    VerfasserPity10 Mai 06, 18:51
    Kommentar
    Ich empfehle Franz Xaver Kroetz: Maria Magdalena.
    #1VerfasserJan10 Mai 06, 19:16
    Kommentar
    Nur mal ganz auf die Schnelle, ohne Anspruch auf irgendwelche Systematik:

    Siegfried Lenz, Lehmanns Erzählungen (So schön war mein Markt): der teils lustige, teils spannende Bericht eines Schwarzmarkthändlers im Nachkriegsdeutschland bis zur Währungsreform.
    Heinrich Böll, Ansichten eines Clowns: Kritische Auseinandersetzung mit der Adenauerzeit.
    Uwe Johnson, Mutmaßungen über Jacob: Innenansichten aus der Frühzeit der DDR
    Christa Wolf, Der geteilte Himmel: Das Problem der beiden Deutschlands am Beispiel einer scheiternden Beziehung
    Martin Walser, Die Brandung: Der Versuch, gegen das Altern und Scheitern anzukämpfen.
    Stefan Heym, Der König-David-Bericht: Über die Konstruktion von Wahrheit und das Interesse der Mächtigen daran.

    Und die genannten Autoiren haben ja nicht nur ein Buch geschrieben ... Viel Erfolg beim Finden (und Überzeugen der Lehrerin)!
    #2VerfasserPeter <de>10 Mai 06, 19:20
    Kommentar
    Was von Dürrenmatt, z.B. Der Richter und sein Henker. (Spannend!)
    Wenn's kein Drama sein darf, kommt "Nathan der Weise" von Lessing wohl nicht in Frage ...
    #3Verfasserfirefly (de)10 Mai 06, 19:22
    Kommentar
    Hi,

    wie wäre es mit den folgenden Titeln:

    E.T.A. Hoffmann - Der goldene Topf (romantisches Kunstmärchen),

    Clemens Brentano - die Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl (romantische Novelle),

    Georg Büchner - Lenz (Erzählung aus dem Vormärz),

    Goethe - Hermann und Dorothea, die Leiden des jungen Werthers, Wilhelm Meisters Lehrjahre, Wilhelm Meisters theatralische Sendung,Wilhelm Meisters Wanderjahre, die Wahlverwandschaften usw. (Klassik/Sturm und Drang),

    Adelbert von Chamisso - Peter Schlemihl's wundersame Geschichte (romantische Erzählung),

    Joseph Freiherr von Eichendorff - Aus dem Leben eines Taugenichts (romantische Novelle),

    Theodor Fontane - Schach von Wuthenow, Effi Briest, Der Stechlin - der Schimmelreiter ist von Theodor Storm - (alle Realismus),

    Gustav Freytag - Soll und Haben (Realismus),

    Stefan Georg - der siebte Ring (Moderne),

    Franz Grillpanzer - der arme Spielmann (Realismus),

    Heinrich Heine - Deutschland ein Wintermärchen (Vormärz, Versepos),

    Hermann Hesse - der Steppenwolf (Moderne),

    Friedrich Hölderlin - Hyperion (klassischer Roman),

    Jean Paul - Siebenkäs (romantischer Roman),

    Franz Kafka - die Verwandlung, das Schloss, der Prozess (Moderne),

    Gottfied Keller - der grüne Heinrich, die Leute von Seldwyla (Realismus),

    Kleist - Marquise von O., Michael Kohlhass (Klassik/Romantik),

    C. F. Meyer - Jürg Jenatsch (realismus),

    Gustav Meyrink der Golem (Moderne),

    Mörike - Mozart auf der reise nach Prag (Romantik/Realismus,

    Novalis - Heinrich von Ofterdingen (romantischer Roman),

    Adalbert Stifter - der Nachtsommer (Realismus),

    Ludwig Tieck - Franz Sternbalds Wnderungen (romantischer Roman),

    und

    Fouché - Undine (romantische Kunstmärchen)
    #4VerfasserThacheles10 Mai 06, 19:31
    Kommentar
    Ich würde "Der Vorleser" von Bernhard Schlink empfehlen obwohl das auch ein bisschen mit dem NAtionalsozialismus in Verbindung steht. Ist aber eher ein Buch über eine ungewöhnliche Beziehung und das Verarbeiten von Schuld. Ich fand das Buch total klasse und spannend, hab selten eine Schullektüre so genossen wie dieses Buch.
    #5VerfasserLena10 Mai 06, 19:34
    Kommentar
    So viele Vorschläge schon - ich muss mehr lesen :) danke
    Ich schaue mal, ob da irgend etwas dabei ist.

    Von den Büchern, die wir bisher gelesen haben, waren die meisten nicht direkt begeistert (vermutlich, weil wir sie in der Schule gelesen und Arbeiten darüber geschrieben haben) und folglich von den Autoren auch nicht. Und da wir zum Überreden wenigstens den größten Teil der Klasse hinter uns bräuchten, scheint es mir strategisch sinnvoller, ein Buch von einem Autor zu suchen, von dem wir noch nichts gelesen haben. Und Dürrenmatt ist uns auch eher unsympatisch.
    Aber es kamen ja etliche andere Vorschläge, ich werde mir mal ein paar aussuchen, mit denen ich persönlich leben könnte und die meiner Lehrerin vorschlagen.
    #6VerfasserPity10 Mai 06, 19:39
    Kommentar
    @ Pity,

    wenn man gerade beim klassischen Lesestoff, sich gut mit den Epochen sowie mit den Schriftstellern und ihren Einflüssen (z.B. Leben) auseinandersetzt, machen diese Lektüren einen riesen Spaß, so dass man außer ihnen kaum noch etwas von heute Lesen will, denn diese in ihnen beschriebene "untergegangene Welt(en)" fesseln einen. Versuch deshalb deine Leherin zu überreden euch ausführlich in eine Epoche und deren Wirken an Hand eines spezifischen Schriftstellers einzuführen.

    #7VerfasserThachles10 Mai 06, 19:57
    Kommentar
    Hesse ist immer gut. Sprachlich schoen, als Lehrstoff durchaus anerkannt, angenehm zu lesen. Grass war mir persoenlich immer ein Graus, allein die Sprache hat mir den Spass am Lesen genommen.
    Christa Wolf hat ebenfalls gute Chancen im Unterricht nicht abgelehnt zu werden und schreibt in einer Weise, dass einem das Lesen nicht verleidet wird. "Kassandra" gehoert zu meinen Favoriten bei ihren Buechern.
    "Der Nachsommer" (ohne t :-)) von Stifter ist relativ umfangreich. Ansonsten sind Buechner, Stifter, Hoelderlin, Moerike allesamt Autoren, die eigentlich kein Problem darstellen sollten fuer die Lehrerin.
    "Wenn Du geredest haettest, Desdemona" von Christine Brueckner ist eventuell ebenfalls interessant.
    "Die Unterwerfung" von Johanna Walser mag eine weitere Moeglichkeit sein.

    Was ich hochinteressant fand, aber das war in der 11. und 12. Klasse, waren philosophische Texte - "Die Erziehung des Menschengeschlechts" von Lessing, "Die beste aller moeglichen Welten" von Leibniz.

    Je nach Bundesland und Stadt kannst Du auch mal nachschauen, was an lokalen Autoren in Frage kommt. Moerike und Hoelderlin z.B. im Schwaebischen, Gert Geiser insbesondere in Reutlingen, Storm eher an der Kueste.
    #8VerfasserAGB10 Mai 06, 20:29
    Kommentar
    Ich glaub es ja nicht!
    Da haben Neuntklässler mal die Möglichkeit sich ein Buch für den Deutschunterricht selbst auszusuchen und bitten um Hilfe und was wird ihnen empfohlen? DIE GANZEN ALTEN SCHINKEN!! Ja ist das denn die Möglichkeit? Gerade Peter und Tacheles haben da wohl die Liste mit Literaturempfehlungen für Deutschlehrer abgeschrieben. Wenn ich Pity richtig verstehe will sie das ja gerade nicht.
    Versteht mich nciht falsch, da sind einige sehr gute Bücher dabei, die ich selber sehr schätze und klar, wenn man sich mit dem Kontext befasst etc. sind die auch echt interresant. Aber die Chance ist doch sehr groß, dass diese Bücher später im Deutschunterricht noch auftauchen.
    Mein Tipp:

    - Haruki Murakami. Ok, der ist nicht deutsch, aber wenn eure Lehrerin cool ist, lässt sie sich drauf ein. Wekches Buch von ihm ist eigentlich egal, die sind alle gut, nehmt doch z.B. Gefährliche Geliebte oder Wilde Schafsjagd. Die sind spannend, kurzweilig, modern.

    - Patrick Roth: Die Nacht der Zeitlosen. Kennt eure Lehrerin vielleicht noch nicht, weil von 2005, wird sie aber begeistern. Ein tolles Buch mit viel Stoff für jeden Deutschlehrer. Euer Vorteil: man kann es in 2 Stunden durchlesen und es ist auch kurzweilig, interressant und sehr modern.

    - Wenn ihr wollt könnt ihr vielleicht auch die deutsche "pop-literatur" Versuchen, z.B. Benjamin v. Stuckrad Barre: Soloalbum. Ist nicht so mein Geschmack, aber ich kann mir vorstellen, dass einige von euch das echt klasse finden.

    Aber, um Himmels Willen: lasst euch nicht noch einen "Klassiker" aufschwatzen, davon werdet ihr noch genug zu lesen haben.
    #9VerfasserHHC10 Mai 06, 21:14
    Kommentar
    @ HHC: Kulturbanause!
    #10VerfasserUlrich10 Mai 06, 21:30
    Kommentar
    Siddhartha--Hermann Hesse (ziemlich kurz aber sehr interessant und schoen geschrieben)

    Das kunstseidene Maedchen--Irmgard Keun (ueber die Veraenderung in der Gesellschaft in der Zeit der Weimarer Republik)

    Fundbuero--Siegfried Lenz (eine nette Geschichte aber nichts tiefes)

    Iphigenie--Goethe


    #11VerfasserLena (noch eine)10 Mai 06, 21:35
    Kommentar
    Ein lehrreiches nicht zu umfangreiches Buch von einem deutschen Schriftsteller - das sind keine allzu strengen Vorgaben. Man sollte die Deutschlehrerin nicht dadurch verärgert, HHC, dass man sich auch an diese wenigen nicht hält! Was ist denn an Deinen Buchtipps lehrreich?

    Im Deutschunterricht wird vermutlich gar nicht genug Zeit für alle denkbaren "Klassiker" sein. Ob sie "genug davon zu lesen haben werden" ist also mehr als fraglich
    #12VerfasserSusi10 Mai 06, 21:37
    Kommentar
    Bitte keine Pop-Literatur. Es ist eh schon schlimm, wie es um die Bildung der Sprösslinge steht. Da haben die Lehrer auch viel versäumt. Wenn nun die Lehrer den Schülern schon die Wahl lassen, haben sie offenbar die gesamte Kontrolle verloren. Schule heißt auch, dass man Schüler bildet. Pratchett und Stuckrad-Barre? Ich bitte Euch! Warum nicht gleich Donald Duck. Was wollt Ihr den Kindern denn beibringen? Nur noch Schund? Ich habe bewusst Maria Magdalena empfohlen, weil es das Thema der Unterdrückung der Frau in Familien thematisiert, das ja in Schulen aktueller ist als jemals.
    #13VerfasserJan10 Mai 06, 21:58
    Kommentar
    Ok, das mit der Pop-Literatur ziehe ich zurück. Das war echt ein mieser Vorschlag.
    #14VerfasserHHC10 Mai 06, 22:11
    Kommentar
    HHC, dazu fällt mir nur ein weiterer (wirklicher) Klassiker ein: "Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort, das schwer sich handhabt wie des Messers Schneide." Na, Klassikerkenner?

    Zu Deiner Information: Keines der von mir vorgeschlagenen Bücher ist älter als 50 Jahre (höre ich da ein "Trau keinem über dreißig" durch?), und ich habe es nicht nötig, irgendwelche Listen einzusehen (oder gar abzuschreiben), um Bücher zu empfehlen, die mich beeindruckt haben und von denen ich glaube, daß auch Obertertianer sie mit Gewinn lesen können. Und gerade Pitys Bemerkung über die ausreichende "Versorgung" mit Literatur zu NS-Themen ließ mich darüber nachdenken, wie das dort erworbene Wissen auf Themen der Nachkriegszeit angewendet werden könnte.
    Jedenfalls dürften meine Vorschläge die von Pity gesetzten formalen Kriterien erfüllen (was man von einem Vorschlag wie Murakami ja wohl nicht ganz behaupten kann, s. a. die Ablehnung von Pratchett). Was davon als interessant (bitte mal Deine Rechtschreibung überprüfen/justieren) beurteilt wird, entzieht sich meiner (aber wohl auch Deiner) Kenntnis. Ich war allerdings so frei, jeweils einen Hinweis auf den behandelten Stoff hinzuzufügen, um Pity eine erste Orientierung zu bieten. Die einzige Hilfestellung (außer so sprechenden Epitheta wie 'interresant [sic], spannend, kurzweilig, modern'), die Du Pity angedeihen läßt, ist die Einschätzung, daß die Lehrerin ein Menge Stoff finden wird. Das ist wahrscheinlich das Allerwichtigste ...
    Ach, noch etwas: ich bin kein Deutschlehrer.
    #15VerfasserPeter <de>10 Mai 06, 22:27
    Kommentar
    Bernhard Schlink: Der Vorleser (wurde schon genannt; kann ich nur unterstützen)
    Marlen Haushofer: Die Wand (ebenfalls sehr empfehlenswert)
    Robert Schneider: Schlafes Bruder (der Autor ist allerdings aus Österreich)
    Gudrun Pausewang: Die Wolke (läuft ja auch gerade im Kino, ich weiß aber nicht, ob Ihr für dies Buch nicht schon "zu alt" sein könntet)
    #16Verfasser1710 Mai 06, 22:29
    Kommentar
    Ich weiß, das war ungerecht was ich gesagt habe. Ich bin selber ein großer Fan von Uwe Johnson und Christa Wolf. Aber diese Geschichten in Nachkriegszusammenhängen (Jakob, Geteilter Himmel, Clown, Lehmann) sind glaube ich nicht das, was sich heute 15-jährige als interessante Lektüre vorstellen. Ich selbst bin 25, ich habe diese Bücher verschlungen als ich 17 Jahre alt war. Aber schon damals, und das ist nun fast 10 Jahre her, habe ich sie mehr als Dokumente einer vergangen Zeit empfunden, die mit mir genauso viel zu tun hatten wie Kafka, Fontane, Hoffman, Goethe etc. Wie gesagt, ich schätze diese Bücher sehr und finde es wichtig, dass auch junge Menschen sie lesen. Aber sie sind nun mal alte Schinken, geschrieben von Menschen, die vor dem Krieg geboren wurden.
    Ich selbst hatte mit immer gewünscht ein Buch für den Deutschunterricht vorschlagen zu dürfen, um einmal wegzukommen von Autoren aus der Generation meiner Eltern. Deshalb war ich etwas geschockt von einer Liste mit den ganzen evergreens, die nun wirklich alle Leiblinge der Deutschlehrer sind.
    Also, bitte beschimpft mich nicht als Banausen nur weil ich alte Bücher als alt bezeichne.
    #17VerfasserHHC10 Mai 06, 22:59
    Kommentar
    @17:(der Autor ist allerdings aus Österreich)

    Ich nehme doch an, dass mit "deutscher Schriftsteller" ein Autor deutscher Muttersprache und nicht unbedingt einer mit deutschen Reisepass gemeint ist!
    #18VerfasserAndi (AT)10 Mai 06, 23:00
    Kommentar
    @Tacheles: Du schlägst allen Ernstes Werther als interessante und spannende Lektüre für Neuntklässler vor?? Der ist so ziemlich mit das schlimmste, was mir untergekommen ist... Er mag ja durchaus zu den Klassikern zählen, aber ich kenne keinen einzigen, der ihn gern gelesen hat. Das ist eher so eines von den Büchern, die einem das Lesen wirklich verleiden können. Mag sein, dass man das später mal anders empfindet, aber als Jugendlicher kann man meiner Ansicht nach mit dem Buch überhaupt nichts anfangen.

    @Pity: Was habt Ihr denn bisher von Dürrenmatt gelesen? "Der Richter und sein Henker" fand ich durchaus gut, und von "die Physiker" war ich restlos begeistert. Sonst habe ich nur an zwei Bücher aus dem Deutschunterricht gute Erinnerungen: Nathan der Weise von Lessing und eines, das so ähnlich hieß wie "Die schwarze Spinne". Von wem das war, weiss ich nicht mehr, und genau den Inhalt auch nicht, aber es war wenigstens spannend.
    #19VerfasserThea11 Mai 06, 06:10
    Kommentar
    Dié Feuerzangenbowle (Spoerl)
    Unterm Rad (Hermann Hesse)
    Der Kurgast (Hermann Hesse) :erstes Kapitel sehr humorvoll.
    #20VerfasserHans11 Mai 06, 06:33
    Kommentar
    Schachnovelle
    #21VerfasserHans11 Mai 06, 06:34
    Kommentar
    Andi:
    Wenn die Schweizer dürfen, dann dürfen die Österreicher schon lange!!!
    #22VerfasserHans11 Mai 06, 06:36
    Kommentar
    Fragen über Fragen:

    Ist der Deutschunterricht dazu da, dass einem die deutsche Literatur näher gebracht wird? Sollte man daher so viele Klassiker (ob alte oder neue, sei dahingestellt) wie möglich lesen?

    Oder soll im Deutschunterricht ganz allgemein das Interesse an Literatur geweckt werden? Dann müssten wohl eher verschiedene Epochen, Genres und Stile auf dem Programm stehen.

    Ich tendiere zu Letzterem, und auch einige (wenige) meiner Deutschlehrer waren zum Glück dieser Auffassung. Eine Referendarin ließ uns z.B. parallel den „Friedhof der Kuscheltiere“ von Stephen King und eine geniale Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe lesen. Anschließend haben wir beide analysiert und verglichen. Das war ebenso ungewöhnlich (unsere Parallelklassen konnten kaum glauben, was wir da lasen) wie beeindruckend, obwohl ich mich nie sonderlich für Horrorgeschichten begeistern konnte.
    #23Verfasserkikært11 Mai 06, 08:49
    Kommentar
    ich unterstuetze sofort Thea mit:

    "Die Physiker"

    Eine 90 Seiten Kurzgeschichte des Herrn Duerrenmatt mit sehr hintergruendiger Story. Passt in jedes System (ob Nazis, Kommunisten, etc.), weil es um die eigne Verantwortung geht.
    #24Verfasserlala11 Mai 06, 09:02
    Kommentar
    Ich finde Lenas Vorschlag 'Das kunstseidene Mädchen' sehr, sehr gut, ergänze ihn mit 'Gilgi, eine von uns', ebenfalls von Irmgard Keun. Das ist Jugendliteratur! Sehr lehrreich, fesselnd, einfach und gut geschrieben, und völlig frei von Staub und Mief.
    #25Verfasserminjong11 Mai 06, 09:10
    Kommentar
    @17:

    "Bernhard Schlink: Der Vorleser (wurde schon genannt; kann ich nur unterstützen)
    Marlen Haushofer: Die Wand (ebenfalls sehr empfehlenswert)
    Robert Schneider: Schlafes Bruder (der Autor ist allerdings aus Österreich)
    Gudrun Pausewang: Die Wolke (läuft ja auch gerade im Kino, ich weiß aber nicht, ob Ihr für dies Buch nicht schon "zu alt" sein könntet)"

    Darf ich erstens ergänzen, dass auch Marlen Haushofer Österreicherin ist, und dass das zweitens kein Makel ist ;-)
    #26VerfasserChris_791 (AT)11 Mai 06, 09:11
    Kommentar
    Patrick Süskind "Das Parfum". Ungefähr 300 Seiten und spannend wegzulesen. Mein Bruder hat es in der Schule durchgenommen und war ziemlich begeistert. Und bald kann man dann auch über die Verfilmung diskutieren.
    #27VerfasserNia11 Mai 06, 09:14
    Kommentar
    max frisch - homo faber
    ist auch klasse

    robert schneider - schlafes bruder
    nur zu empfehlen
    #28VerfasserSchnegge11 Mai 06, 09:17
    Kommentar
    @Nia: "Das Parfum. Ungefähr 300 Seiten"

    @Pity: "Es darf nicht zu lang sein, da das Halbjahr ja bald vorbei ist"

    Da wird das "Parfum" wohl auf der Strecke bleiben ....
    #29VerfasserSinn- und Kontextsucher11 Mai 06, 09:21
    Kommentar
    Ich bin ja echt erstaunt, was hier für Bücher vorgeschlagen werden! Vieles von dem hätte mich in der 9.Klasse noch restlos überfordert. Aber ich finde es schon gut, dass die "Klassiker" vorgeschlagen werden...von denen liest man leider viel zu wenig in der Schulzeit, aber wahrscheinlich merkt man das auch erst, wenn es sich leider nicht mehr ändern läßt.

    @Pity: Ich war von "Die Physiker" von Dürrenmatt auch total angetan und das liest sich auch echt schnell (weil ihr ja nicht mehr so viel Zeit habt).
    Naja, und (wie ja auch schon gesagt wurde) "Das Parfum" liest sich gut und wird den meisten auch gefallen (mir ist die Freude daran ein bisschen vergangen, weil wir es als Abithema hatten...aber die Problematik hast du ja auch schon beschrieben).
    Viel Erfolg also bei der Entscheidungsfindung =)
    #30VerfasserLittle Inny11 Mai 06, 09:25
    Kommentar
    Liebe Leute, bleibt auf dem Teppich! Es geht um eine 9. Klasse; da muss nicht das Abendland gerettet und Literatur in den Mittelpunkt gerückt werden, die zum Teil zum "Schwarzbrot der Philologie" gehört, wie es einer meiner Professoren zu formulieren pflegte und damit ihre schwere "Verdaulichkeit" gerade in jungen Jahren treffend kennzeichnete.
    Ich empfehle ein Buch, das auch meine Töchter in Klasse 9 (Gymnasium) gelesen haben und an dem sie viel Freude hatten:
    Helene Kynast, "Alles Bolereo".
    Die Autorin hat für dieses Erstlingswerk im Jahre 1997 den Oldenburger Jugendbuchpreis erhalten.
    #31VerfasserReinhard W.11 Mai 06, 10:06
    Kommentar
    #32Verfasserjo-SR11 Mai 06, 10:13
    Kommentar
    @pity: du siehst wohl inzwischen vor lauter Vorschlägen den "Bücherwald" nicht mehr ; )
    anyhow, dass Terry Pratchett abgelehnt wurde ist seeeeeeeeehr schade, aber vielleicht hättest du damit im Englisch-Unterricht mehr Erfolg?

    Mein Vorschlag: Stefan Zweig, "Schachnovelle", spannend, nicht allzu lang und eines meiner Lieblingsbücher aus dem Deutschunterricht
    #33VerfasserJade11 Mai 06, 10:33
    Kommentar
    ach ja, und "Die schwarze Spinne" wurde irgendwo genannt, ist von Jeremias Gotthelf. Seine Bücher sind etwas schwerfällig zu lesen, aber durchaus spannend...
    #34VerfasserJade11 Mai 06, 10:35
    Kommentar
    Also, "Die letzte Welt" von Ransmayer halte ich für zu schwer für die 9. Klasse. Und schnell gelesen ist das Buch auch nicht. Zu dem habe sogar ich ewig gebraucht (sonst muss ich schon Englisch oder Französisch im Original lesen, um nicht pro Woche zwei Bücher neben dem Job zu verschlingen)
    #35VerfasserKarin H.11 Mai 06, 10:44
    Kommentar
    Wow,
    bin grade auf diesen Link gestoßen und bin völlig fasziniert, wieviel, was und wer gelesen wird.
    #36VerfasserIvy11 Mai 06, 11:00
    Kommentar
    Wenn die Schüler etwas Bayernflair mit Kaiser-Dialekt wollen,
    warum nicht "Die Lausbubéngeschichten" von Ludwig Thoma?
    Übersetzungen gibt es sogar auf Japanisch! Müsste es also auf Englisch ebenfalls geben, da für Schüler der unkommentierte Text problematisch ist.
    #37VerfasserHans11 Mai 06, 11:45
    Kommentar
    Möchte hiermit meine Unterstützung für "Die Physiker" und "Der Vorleser" kundtun!

    Außerdem möchte ich ebenfalls anmerken, dass mir einige der ersten Vorschläge doch arg übertrieben für eine 9. (!!!) Klasse vorkommen. Kafka hat mich noch während meines Abiturs zur Verzweiflung gebracht, dass sollte man 14-15 jährigen einfach nicht antun.
    #38Verfassergrippie11 Mai 06, 14:00
    Kommentar
    Max Frisch: Homo Faber. Lang? Nein. Drama? Nein, Roman. Lehrreich? Sehr.
    (Und außerdem gibt es einen guten Film, den sich Neuntklässler sicher im Unterricht
    anschauen wollen, nicht Pity?)
    #39VerfasserDH11 Mai 06, 14:20
    Kommentar
    JA, ICH BIN DAS 40. POSTING IN DIESEM THREAD, UND ALLE WELT WEIß DAS JETZT!!!!
    #40VerfasserFor the Love of Posting11 Mai 06, 21:35
    Kommentar
    eh... waren die Physiker nicht ein Drama?
    #41VerfasserRaphael12 Mai 06, 09:08
    Kommentar
    also ich plädiere für homo faber. das ist das einzige schulbuch, welches ich gut finde. und ich denke es ist für die 9. klasse auch nicht zu anspruchsvoll.
    #42Verfasserleseratte12 Mai 06, 10:28
    Kommentar
    an alle Fans von "Das Parfüm":
    Ich habe es auch gelesen, fand den ersten Teil sehr spannend, den zweiten allerdings ehr befremdlich. Und nachdem es hier mehrfach positiv erwähnt wurde, frage ich mich jetzt, welche Aspekte daran ihr als lehrreich betrachtet? Gebt mir doch mal ein paar Denkanstöße!
    (nicht ironisch gemeint!)

    ... und zur eigentlichen Anfrage:
    wäre es nicht vielleicht auch interessant, einen Reisebericht/ Reisetagebuch zu lesen?
    - Die sind leicht verständlich und oft amüsant.
    - Man kann dabei eine Menge über andere Länder und Kulturen lernen.
    - Aus den dargestellten Unterschieden zur eigenen Kultur ergeben sich Ansatzpunkte für interessante Diskussionen.
    #43Verfasserceri12 Mai 06, 11:32
    Kommentar
    So, jetzt komm ich: Wie wär's mit "Helden wie wir" von Thomas Brussig?
    Das ist sehr humorvoll und vermittelt ein paar ansichten über das Leben in der DDR. Und selbst wenn man kein "Ossi" ist oder, wie ich, schon aus dem Alter raus, in dem man das erlebt hat, ist es echt spitze! Und schnell liest sich das auch! Ich hab das zwar in der 12. oder 13. Klasse im Deutsch LK gelesen, aber das macht nix :-)
    #44VerfasserQatya12 Mai 06, 11:51
    Kommentar
    "Homo Faber" ist ein gutes Buch, den Tip kann ich auch nur unterstützen.
    Was mir noch in der Sammlung fehlt, sind Bücher von Uwe Timm. So ist "Die Entdeckung der Currywurst" eigentlich ganz gut zu lesen, wenn die Handlung auch im 2. Weltkrieg spielt. Aber es ist durchaus ein Buch, das im Schulunterricht gelesen wird. Es ist allerdings genremäßig eine Novelle.
    Wenn der Text nicht unbedingt ein Roman sein muß, könnte man auch "Der Freund un der Fremde" von Uwe Timm lesen, und begleitend dazu über die 68er diskutieren.
    #45VerfasserFrog 12 Mai 06, 12:01
    Kommentar
    "Die Physiker", obwohl offenbar sehr beliebt, entsprechen nicht dem "es darf kein Drama" sein Kriterium. Ich schliesse mich trotzdem allen an, die das Buch hochloben. Wir haben es auch im Deutschunterricht gelesen und es hat uns so gut gefallen, dass wir das Stueck sogar inszeniert haben.

    wie waer's mit "Unterm Rad" von Hermann Hesse, oder "Sieben Jahre Tibet" von Heinrich Harrer.

    noch ein Vorschlag: "Kein Platz fuer Idioten" von Felix Mitterer, ist allerdings auch ein Drama.

    #46VerfasserLorelei12 Mai 06, 12:28
    Kommentar
    "Sieben Jahre in Tibet" finde ich von der Thematik her einen klasse Vorschlag!
    Wie steht's denn mit der Dicke des Buches? (Habe selbst nur den Film gesehen)
    #47Verfasserceri12 Mai 06, 12:47
    Kommentar
    Herman Hesse " das Glasperlenspiel"
    #48VerfasserBlub16 Mai 06, 03:59
    Kommentar
    Und wie wär's mit Thomas Mann? Natürlich nicht einer der großen Romane (soll ja nicht zu lang sein), sondern eine der Erzählungen oder Novellen wie z.B. "Das Eisenbahnunglück", "Mario und der Zauberer" etc.. Spezialtipp: "Die vertauschten Köpfe"
    #49VerfasserKarl-Otto16 Mai 06, 14:10
    Kommentar
    Es ist insofern schwierig, weil ich nicht weiß, was unter 'nicht zu lang' zu verstehen ist - und was euch interessiert. Müssen es auch Bücher sein, die noch im Buchhandel erhältlich sind? Dürfte es auch eine Komödie (Theater) sein oder ist das mit 'kein Drama' erschlagen? Und was ist eigentlich mit 'lehrreich' gemeint?
    Darum gebe ich einfach mal ein paar Bücher, die ich in der Zeit gerne gelesen habe - die meisten eher unterhaltsam. Allerdings habe ich zu der Zeit auch freiwillig und gerne Böll, Dürrenmatt und dergleichen gelesen ;)
    Ein paar ältere, aber schön zu lesende:
    Erich Kästner: Der kleine Grenzverkehr
    Erich Kästner: Die verschwundene Miniatur
    Alice Herdan-Zuckmayer: Die Farm in den grünen Bergen
    Erich Maria Remarque: Der schwarze Obelisk

    Anscheinend vergriffene Bücher, die ich aber trotzdem empfehlen möchte:
    Curt Goetz: Die Tote von Beverly Hills
    Curt Goetz: Die Memoiren des Peterhans von Binningen
    Leonhard Frank: Der Mensch ist gut (das ist jetzt kein unterhaltsames Buch, sondern der beste Antikriegsroman, den ich kenne)

    Komödie (vielleicht läßt die sich ja doch reinschummeln *g*):
    Curt Goetz: Dr. Med. Hiob Praetorius

    Jugendbücher (was mir spontan von meiner Jugend einfällt an deutschen Autoren):
    Christine Noestliner: Man nennt mich Ameisenbär
    Rainer M. Schroeder: Abby Lynn. Verbannt ans Ende der Welt
    Arnulf Zitelmann: Hypathia (oder sonst eins seiner historischen Romane)

    Ich hoffe mal, daß die Anfrage überhaupt noch aktuell ist ;)
    #50VerfasserLo16 Mai 06, 14:57
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    @ceri (ich glaub Du fragtest nach dem lehrreichen Gehalt des "parfüms"): Wo sonst wird die alte Kunst der Parfümherstellung besser beschrieben, ein Einblick in die Lebenswirklichkeit der Zeit gegeben (schwangere, alleinerziehende Frauen und die Folgen etc, Lebenserwartung etc) und wo sonst wird die psychologisch interessante Frage nach "richtig oder falsch" im zusammenhang mit Lust und Obsession gestellt ohne in de Sades Niederungen zu waten?
    #51VerfasserHelen16 Mai 06, 15:10
    Kommentar
    Beschreibe einen wichtigen Handlungsort oder eine Person ausführlich? Du bist eine Figur aus der Geschichte und schreibst einen Brief an eine andere Figur?
    #52VerfasserKARIMA19 Jun. 06, 15:13
     
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