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  • Betrifft

    "Boigen" / "Borgen"

    Kommentar
    Ich bin Däne und habe Deutsch in der Schule gelernt. Da hatte ich einen Lehrer, der ständig z.B. "boigen" statt "borgen" sagte. Jetzt bin ich einfach neugierig geworden: Wo in Deutschland spricht man es so aus?

    Danke!
    VerfasserRete16 Mär. 07, 19:33
    Kommentar
    Meiner Meinung nach hatte der einen Sprachfehler. Wir jedenfalls hatten einen Geschichtslehrer mit einer ähnlichen Aussprache. Bei dem war das ein Sprachfehler. Er konnte kein -r- sprechen. Stattdessen sagte er einen Laut zwischen -i-, -u-, -ü- und -w-, also: 'das wömische Weltweich eibeutete weiche Beute'.
    #1Verfasser Selima (107) 16 Mär. 07, 19:40
    Kommentar
    Hmm ja, könnte sein, aber er spricht perfekt Dänisch, so das macht kein Sinn. Ich glaubte, dass er es irgendwo in Deutschland gehört hätte. Aber na ja, vielleicht nicht. Keine Ahnung..
    #2VerfasserRete16 Mär. 07, 19:47
    Kommentar
    DAnn hoffe ich, daß die dialektal und linguistisch gebildeten LEOniden entweder noch online sind oder der Faden am Montag noch oben auf ist. Vielleicht weiß von denen einer mehr :-)
    #3Verfasser Selima (107) 16 Mär. 07, 19:53
    Kommentar
    @Rete:
    Bist Du sicher, dass Du boigen und nicht boagen hoerst? In Teilen Norddeutschlands wird r nach einem Vokal zu a verschliffen.
    #4Verfasser AGB (236120) 16 Mär. 07, 19:58
    Kommentar
    Das "R" ist ein schwieriger Laut. Es soll sogar deutsche Landstriche geben, in denen es wie ein stimmhaftes "ch" gesprochen wird ;-)
    #5Verfasser manni3 (305129) 16 Mär. 07, 20:43
    Kommentar
    @ manni3, #5: Und wo, bitte, wäre das ? . . .

    (Holsteinische oder Sächsische SCHWEIZ ???) . . . ;-)
    #6VerfasserDaddy16 Mär. 07, 21:20
    Kommentar
    So weit ich weiß, wird das r am Ende einer Silbe als Vokal ähnlich dem a gesprochen, wenn es einem Vokal folgt. Also "boagen", "Spielea" etc. Dies wird sowohl im Norden als auch im Süden dort so gehandhabt, wo man das r nicht als Zungenspitzen-r spricht. Auch Schauspielschülern wird es so beigebracht, wenn ich mich jetzt nicht ganz täusche. Ich denke nicht, dass es irgendwo im deutschen Sprachraum ernstgemeint in solchen Fällen wirklich wie ein r ausgesprochen wird, außer es klingt dann schon eher nach Spocht, statt nach Spoat. Bin gespannt, ob es einige so machen!
    #7VerfasserJan16 Mär. 07, 21:26
    Kommentar
    Du meinst, das -r- in Sport? Aber hallo. Natürlich sprechen wir da ein -r-. Oder meintest Du nur diejenigen, die kein Zungenspitzen-r sprechen können?
    #8Verfasser Selima (107) 16 Mär. 07, 21:33
    Kommentar
    Ich meinte ja: diejenigen, die sowieso das Zungenspitzen-r sprechen, die sprechen es auch in Sport. Die anderen (also die meisten) sprechen dort m. E. das r als Vokal.
    #9VerfasserJan16 Mär. 07, 21:40
    Kommentar
    @ Selima, #8: Danke für Deinen Kommentar! - Ich fing schon an zu zweifeln, ob hier überhaupt von dem Land die Rede ist, in dem ich meine Muttersprache gelernt habe! . . . ;:-)

    (Bei allem Respekt für Mundarten und Dialekte . . .)
    #10VerfasserDaddy16 Mär. 07, 21:56
    Kommentar
    Selima, kommst du denn aus einem schwäbisch-alemannischen Gebiet? Im Süden habe ich das "r" in Sport nur bei Schwaben gehört - sei es das Zungenspitzen-r im Allgäu oder gegurgelt bei Ulm . Man kann sich auch selber leicht täuschen, weil man das "r" liest aber "Spoat" spricht.
    #11Verfasser manni3 (305129) 16 Mär. 07, 22:24
    Kommentar
    also ich sage weder Spoat noch Spocht, spreche auch kein Zungenspitzen-r, das r in Sport findet irgendwo ziemlich weit hinten im Hals statt und ist kaum zu hören (es rollt also nicht richtig hörbar dort hinten im Hals), aber es ist schon vorhanden. Ähnlich ist es auch bei Mord, wird, hart, Sorte etc.
    So was wie "boigen" statt borgen hab ich aber auch noch nirgends gehört. Aus'm Süden ist es jedenfalls nicht.
    #12Verfassersawehe (246331) 16 Mär. 07, 22:25
    Kommentar
    Manni, Treffer versenkt. Rollendes Nordschwaben-r :-)
    #13Verfasser Selima (107) 16 Mär. 07, 22:27
    Kommentar
    Selima, versenkt täte mir sehr leid -hoffentlich kannst Du schwimmen :-)

    Vor einigen Jahren tobte eine Schlacht im Leserbriefteil der Münchner Abendzeitung über die Verhunzung der Deutschen Sprache durch das norddeutsche Idiom, bes. das "r". Den Bayern war gar nicht bewusst, dass in dem Satz "Der Peter wird das warme Bier nicht mehr trinken." im Bairischen nur das "r" bei Trinken gesprochen wird, alle anderen liegen irgendwo zwischen e-r-a. Vielleicht gibt´s ja auch eine Region, wo es in Richtung r-e-i geht, wie Rete gehört hat.
    #14Verfasser manni3 (305129) 16 Mär. 07, 22:45
    Kommentar
    Hoi. Da hast Du recht. Der Baier spricht: Da Peda wead as woame Bia need trenga. Der Nordschwabe hingegen sät: Dr Bädr werd's warme Biar ned drengka. (Und ein jedes geschriebene -r- wird mit Genuß gerollt :-)

    #15Verfasser Selima (107) 16 Mär. 07, 22:51
    Kommentar
    Hey Selima - a so a Frrrreid.
    #16Verfasser manni3 (305129) 16 Mär. 07, 22:52
    Kommentar
    Scho, odr?
    #17Verfasser Selima (107) 16 Mär. 07, 22:54
    Kommentar
    Ein Schwede (Johanson?? ich finde das Büchlein grad ums Verrrrecken nicht) hat vor ca. 50 Jahren eine Untersuchung gemacht über die Lautentwicklung beim kindlichen Lauterwerb. Dieser beginnt mit dem Gegensatz offen-geschlossen mit a-p oder a-m, weshalb mama oder papa die ersten Worte sind, und schreitet weiter in Gegensatzpaaren. Das "r" kommt am Ende. Manche Sprachen gehen gar nicht bis zum "r", andere differenzieren nicht mehr "r-l" wie z.B. im Japanischen: Es ist kein "Harakiri" und kein "Halakili", sondern liegt irgendwo dazwischen.

    Die Frage von Rete ist aber immer noch: gibt´s eine "Jegion" mit "boig mij das Messej oder das Schwejt füj Hajakji." - oder ist es doch eine individuelle Aussprachevariante?
    #18Verfasser manni3 (305129) 16 Mär. 07, 23:13
     
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