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    um die Ecke?!

    Kommentar
    Meine Frage: Kann ich "Um die Ecke." auch dativisch, sprich bspw. als Antwort auf die Frage "Wo wartest du?", verwenden?? Für mich klingt's eigentlich gar nicht so dumm, aber da ich mich heut schon ein bissl länger mit dieser Frage rumgeplagt hab, scheint mittlerweile schon fast alles plausibel zu sein, oder ich bin einfach gaga.... Aber "Ich wohne um die Ecke." sieht doch recht "deutsch" aus, oder? Gibt's da syntaktische/semantische/... Unterschiede?
    Hat BITTE jemand eine Meinung dazu, oder auch 2 oder 3? ;-)
    Danke!
    Verfassermoosmutzel14 Aug. 06, 22:15
    Kommentar
    Ich würde sagen, das ist absolut richtig!
    Man sagt ja auch "ich wohne gleich um die Ecke"

    Dativistisch??? Oder Umstand des Ortes? (Ist schon so lange her...)
    #1VerfasserBubi14 Aug. 06, 22:19
    Kommentar
    Oder:
    "Wohin willst Du?" " Bring mich um die Ecke!"
    #2Verfasserjudex14 Aug. 06, 22:30
    Kommentar
    ...auf daß ich verrecke :o)
    #3VerfasserBubi 14 Aug. 06, 22:36
    Kommentar
    Hach, Bubi, ich danke dir! Das ist Balsam für mein geschundenes Sprachempfinden!! Wollte heute einen Satz wie eben bspw. "Ich stehe (gleich) um die Ecke" kreiern und wurde sofort von einer Kollegin "korrigiert", dass dies ja wohl definitiv höchstens ugs. vertretbar sei. WIE ich's nun aber hochdeutsch ausdrücken könnte, konnte sie mir auch nicht verraten. Also strapaziere ich seither unbescholtene Muttersprachler und sonstige Opfer mit dieser Frage.

    ... höhö, judex, "um die Ecke bringen" tät ich ab und an auch gern den/die eine/n oder andere/n... :-D Hübsch polysem... Man stelle sich folgenden Wortwechsel vor: Er: "Soll ich dich noch nach Hause bringen?" Sie: "Nein, nur um die Ecke."
    Das könnte wirklich missverständlich sein!
    #4Verfassermoosmutzel14 Aug. 06, 23:00
    Kommentar
    ...aber nicht ohne Decke!
    #5VerfasserBubi (schmunzel)14 Aug. 06, 23:11
    Kommentar
    ...genau, denn dann gibt's Flecke(n) von der Hecke... *griiieeen*
    Aber mal im Ernst: Angenommen, du müsstest jemandem erklären, dass es nicht "um DER Ecke" oder ähnlich heißt (immerhin Dativ von 'die Ecke', s. "Ich warte an DER Ecke.") WIE würdest du das anstellen???
    Könnte man evtl. damit argumentieren, dass es eine feste Wendung ist?
    Oder seh ich die Straße vor lauter Ecken nicht? ;-D
    #6Verfassermoosmutzel14 Aug. 06, 23:21
    Kommentar
    hmmm...I learned in school that "um" ALWAYS takes the accusative.
    durch, für, ohne, um
    #7Verfasserwpr14 Aug. 06, 23:26
    Kommentar
    Ich bin kein Germanist...
    Das Argument, daß es eine allg. geläufige Formulierung ist, würde ich bzgl. des 'Vorwurfs' anführen, es wäre zu umgangssprachlich.
    Ist 'Um die Ecke nicht ein Umstand des Ortes und kein Dativ? Könnte man nicht auch fragen 'um wen oder was'?
    Es ist schon solang her, daß ich das gelernt habe und in der Regel kann ich mich auf mein Sprachgefühl verlassen :o))
    Sonst noch was?
    #8VerfasserBubi :o)14 Aug. 06, 23:33
    Kommentar
    @ moosmutzel: "um die Ecke" ist kein Dativ, sondern eine adverbiale Ergänzung des Ortes. Wo wartest du? Um die Ecke. - Du hast doch eigentlich die richtige Frage gestellt: Wo fragt nach dem Ort, nicht nach einem Objekt.
    Wie zum Teufel kommst du darauf, dass es sich um einen Dativ handelt???
    Deine Kollegin hat im Übrigen schon recht, dass 'ich wohne um die Ecke' eher umgangssprachlich ist (aber deswegen ja noch lange nciht falsch!!!!).
    Es heißt, dass man nebenan wohnt. Dementsprechend die hochsprachliche Variante:
    Ich wohne gleich um die Ecke - Ich wohne nebenan. Hat also nichts mit irgendwelchen Ecken zu tun!
    Wenn du allerdings mit "Ich warte um die Ecke" wirklich eine Straßenecke (was genau für eine Ecke?) meinst, so müsstest du hochsprachlich sagen:
    "Ich warte hinter der nächsten Einfahrt" bzw. "an der nächsten Kreuzung" etc.

    Du fragst nach syntaktischen, semantischen Unterschieden, seh ich grade. Aber wozu? Zwischen "Ich warte um die Ecke" und ??
    #9Verfasserdoro15 Aug. 06, 00:28
    Kommentar
    @ Bubi: Ja, du hast völlig recht mit dem Umstand des Ortes. Sorry, hatte ich soeben überlesen...

    Kleine Grammatikauffrischung für wens interessieren tut:
    Frage zum Dativobjekt: WEM oder was?
    Frage zu einer Adverbialen des Ortes: WO (oder auch wohin, woher etc.)
    Das Buch gehört mir. WEM gehört das Buch? Mir ist Dativ-Objekt.
    Ich warte um die Ecke. WO warte ich? Um die Ecke ist Adverbiale des Ortes.
    #10Verfasserdoro15 Aug. 06, 00:40
    Kommentar
    @doro: Das Problem liegt darin, dass auf die Frage "wo?" immer der Dativ steht:
    Wo bist du? - In dem Wald, auf der Straße, in der Stadt, an der Ecke, ...
    Andererseits verlangt "um" als Präposition den Akkusativ.

    "Ich wohne um die Ecke" ist sowas wie "Ich wohne drei Häuser links die Straße hinunter". Statt einer Ortsangabe (im Dativ) folgt eine Wegbeschreibung (im Akkusativ). Das eigentlich keine logisch korrekte Antwort auf die Frage: "wo wohnst du?", aber zumindest umgangssprachlich wohl akzeptabel.

    Das Problem ist, dass es für den Ort, den man erreicht, wenn man um die Ecke biegt, keine Präposition gibt. Man könnte vielleicht sagen "hinter der Ecke", aber das trifft es irgendwie nicht genau.
    #11Verfasserdirk15 Aug. 06, 07:43
    Kommentar
    Dunkel war's der Mond schien helle,
    schneebedeckt die grüne Flur,
    als ein Wagen blitzeschnelle
    langsam um die Ecke fuhr.

    Drinnen saßen stehend Leute,
    schweigend im Gespräch vertieft,
    als ein totgeschossner Hase
    auf dem Sande Schlittschuh lief.
    #12Verfassergerm15 Aug. 06, 08:24
    Kommentar
    @wpr: Niemand will einen Dativ dahintersetzten.
    Es geht nur um die Bedeutung (Ort oder Richtung).
    "durhc für ohne um" - ist das der Anfang einer gereimten
    Merkregel?

    "Die Bäckerei ist gleich um die Ecke" - das ist umgangssprachlich völlig in Ordung.
    Schriftlich hieße das eher "Die Bäckerei befindet sich gleich hinter der nächsten
    Straßenecke."

    #13Verfasserwilli winzig15 Aug. 06, 10:32
    Kommentar
    @ Dirk: ach soooo. Ja, da haste recht. Ich war wohl irgedwie auf der falschen Sprachebene...
    #14Verfasserdoro15 Aug. 06, 12:49
    Kommentar
    Es gibt eine (mehr oder weniger) gereimte Merkregel, hilfreich für Deutschlerner:

    "Durch, für, ohne, um, sonder, gegen, wider schreib mit viertem Falle nieder. – Mit, nach, von, zu, seit, aus, bei fordert stets den dritten Fall. – Trotz, unweit, während, wegen, statt den zweiten Fall stets bei sich hat."
    #15VerfasserG.R.15 Aug. 06, 13:34
    Kommentar
    Or to the tune of "Twinkle twinkle little star"
    Durch, für, gegen, ohne, um (accusative)
    aus, bei, mit, nach, seit, von, zu (dative)
    and I can't (unfortunately) remember the next two lines :o(
    - can anyone else help out??
    #16VerfasserLis GB15 Aug. 06, 13:43
    Kommentar
    Dunkel war's der Mond schien helle,
    schneebedeckt die grüne Flur,
    als ein Wagen blitzeschnelle
    langsam um die Ecke fuhr.

    Drinnen saßen stehend Leute,
    schweigend im Gespräch vertieft,
    als ein totgeschossner Hase
    auf dem Sande Schlittschuh lief.

    [...]

    Kennt da jemand die anderen Strophen? Sorry 4 OT ;)
    #17VerfasserPete15 Aug. 06, 14:20
    Kommentar
    #18Verfasserdsb15 Aug. 06, 14:45
    Kommentar
    Äääh, nicht, dass ihr denkt, ich hätte mich nun komplett "umme Ecke" verzogen (oder wurde gar dorthin gebracht). Musste leider leolos arbeiten. :-(
    Erstmal ein dickes DANKE an alle - der Mond wird langsam heller! ;-) UM nun auch noch was zum Thema beizutragen:
    Das Ding mit der Adverbialbestimmung ist schon interessant, doro, aber dirk hat den Finger auf die Wunde gelegt: WO verlangt den Dativ, UM den Akkusativ und trotzdem geht's (umgangssprachlich). Außerdem denke ich, dass es schon einen semantischen Unterschied zwischen "um die Ecke" und "um die Ecke" gibt. doro, du sagst, "Ich wohne (gleich) um die Ecke." impliziere, dass die fragliche Person nebenan wohnt und diese Wendung nix mit irgendwelchen Ecken zu tun hätte. Stimmt, das ist oft so. Aber kann man in diesem Zusammenhang die wörtliche Bedeutung tatsächlich generell ausschließen? Ich denke nicht.
    "Ich warte um die Ecke.", was ja zumindest umgangssprachlich funktioniert, hat aber definitiv was mit 'ner Ecke zu tun, oder? (Die Frage, wann im wörtlichen Verständnis eine Ecke eine Ecke ist, kommt dabei noch erschwerend hinzu. Das Bsp. mit der "Einfahrt" klingt für mich nach "Toreinfahrt" und passt in meinen Augen nicht. Bei "an der Kreuzung" vermisse ich den Faktor des "Dort-Abbiegen-Müssens", den "um die Ecke" impliziert. Wenn mir willi winzig sagt: "Der Bäcker ist hinter der nächsten Straßenecke.", weiß ich dann definitiv, dass ich an dieser Ecke abbiegen müsste, um dorthin zu gelangen? Liegt das alles im Auge des Betrachters?)
    Ich frage mich nun a) Warum funktioniert es? und b) Wie erkläre ich es bspw. einem Ausländer? Ist es eine feste Wendung, oder gibt's noch eine andere Variante, die hochsprachlich genau das ausdrückt, was ich ausdrücken will? Kann ich mich irgendwie an dem Problem wörtliche vs. übertragene Bedeutung entlanghangeln? Aber spätestens an diesem Punkt der Überlegungen haben sich meine heute noch brauchbaren Gedankengänge wieder furchtbar ineinander verkeilt und ich sitze im finsteren Gedankenlabyrinth fest.. *seufz* Mich beschleicht auch das Gefühl, dass ich grad auf allen möglichen Hochzeiten gleichzeitig tanzen will, was ja auch mehr als kompliziert ist.. *doppelunddreifachseufz* Ich seh's ja ein!
    Und schon ward's wieder dunkel....

    #19Verfassermoosmutzel15 Aug. 06, 17:31
    Kommentar
    ich dachte jemand haette dich um die ecke gebracht...
    #20Verfassernoli15 Aug. 06, 18:18
    Kommentar
    wishful thinking, oder wat???
    #21Verfassermoosmutzel15 Aug. 06, 18:21
     
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