Wie schon mehrfach vorausgesetzt, gibt es eine ganze Reihe regionaler Varianten des deutschen "r".
Am Ende dieser Seminarbeschreibung finden sich eine Reihe nützlicher Literaturangaben und eine ganze Menge Aussprache-Links:
http://www.fonetik.de/ss03xyz.htmDas Buch von László Valaczkai (Nr. 14) gibt den neuesten mir bekannten Stand der Regionalverteilung.
Darunter sind neben dem oberdeutschen Zungen-R und dem hochdeutschen Zäpfchen-R auch zahlreiche andere Varianten (z.B. im Siegerland, der Grafschaft Bentheim oder im Braunschweigischen) vertreten. Als hochsprachlicher Laut gilt aber das Zäpfchen-R.
Wenn Du das harte "ch" (wie in Bach, Loch, Buch) kannst, ist es meistens nicht schwer zu lernen. Allerdings liegt der Ort der Klangmodulation viel weiter hinten als bei allen englischen Phonemen. Du musst erst ein Gefühl dafür entwickeln, wo das Phonem entsteht; Gurgeln ist in der Tat dazu gut geeignet. Selbst der Ort des Gurgelgeräuschs ist offenbar nicht sprachunabhängig, so dass diese Beschreibung nicht immer hilft. Das Zäpfchen ist dabei nicht klangerzeugend, aber doch der gefühlte Ort der Modulation.
Vom harten "ch" ausgehend ist "nur" die Spannung etwas abzusenken und der Schwingungsort weiter nach hinten zu verlagern, ein bisschen wie entspanntes Schnarchen mit lockeren Stimminstrumenten. Der Tiger-Sound... Wenn Du erst einmal ein solches Rrrrrrrrrr absichtlich erzeugen kannst, schaffst Du (am besten in dieser Reihenfolge) auch br, pr, tr, dr, schr, schpr, str. Deutlich schwieriger sind (wegen der Nähe der Modulationsorte) gr und kr; selbst die meisten (Zäpfchen-R) Deutschen sprechen das "r" nach "k" nicht ordentlich, sondern oft wie ein etwas aufgeweichtes hartes "ch".
Kleinkinder liegen oft stundenlang und Lautieren vor sich hin. Mit weniger Zeit (auch am Stück) wirst Du es wahrscheinlich auch nicht schaffen. Manche schlafen in solchen Übungszeiten eine Weile alleine, freiwillig oder auch unfreiwillig...
;-)
Mit einer geduldigen Anleitung geht es übrigens manchmal schneller. Viel Erfolg!