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  • Betrifft

    benutzen vs. verwenden

    Kommentar
    Hello,

    Can somebody please explain to me what the difference between benutzen and verwenden is?

    Thanks!
    Verfasserkk30 Aug. 07, 20:23
    Kommentar
    None, different words, same meaning. And benutzen is a northern German variant, the much nicer version is benützen with ü.
    #1Verfasserholger (236115) 30 Aug. 07, 20:25
    Kommentar
    Widerspruch zu Holger. Die Verwendung überschneidet sich, ist aber nicht identisch.

    Siehe auch: nutzen und verwenden
    #2VerfasserRock o'Co.30 Aug. 07, 20:32
    Kommentar
    Ich vergaß den Verweis auf den Duden:
    http://www.duden.de/suche/index.php?begriff=b...

    kk hat völlig recht, die übliche hochdeutsche Form ist "benutzen".
    #3VerfasserRock o'Co.30 Aug. 07, 20:34
    Kommentar
    @Rock o'Co --- Of course, nutzen and benutzen have different meanings, but that's an entirely different question.

    And benützen is equally hochdeutsch as benutzen.
    #4Verfasserholger (236115) 30 Aug. 07, 20:43
    Kommentar
    ... and from the Duden link you see that benützen is used in three different countries, whereas benutzen only in the northern part of just one.
    #5Verfasserholger (236115) 30 Aug. 07, 20:46
    Kommentar
    Holger, if you followed the link, you saw that I also talked about "benutzen" (and "verwenden" of course) in this thread.

    And lets hope that kk understands your irony...
    #6VerfasserRock o'Co.30 Aug. 07, 20:54
    Kommentar
    OT

    @Rock o'Co. --- ich verstehe nicht auf was Du hinauswillst. Dein verlinkter Faden hat nichts mit der Ausgangsfrage zu tun und meine Beiträge waren alle ernst gemeint.
    #7Verfasserholger (236115) 30 Aug. 07, 21:07
    Kommentar
    @ Rock o'Co.

    Aus DUDEN 9 (2007) S.658:

    "Nutzen/nützen und auch die entsprechenden Verben mit Präfix oder Verbzusatz (...benutzen/benützen ...)kommen jeweils in zwei Varianten vor, die von den Sprechern nicht im Gebrauch unterschieden werden. Die umgelauteten Formen werden besonders in Süddeutschland, in der Schweiz und in Österreich gebraucht."

      Siehst Du da Ironie?
    #8Verfasser manni3 (305129) 30 Aug. 07, 21:19
    Kommentar
    Dann tut's mir leid, Holger, dann muß ich eben ganz klar sagen: Nein, "benützen" ist nun einmal nicht Standardsprache (wenn auch verbreitet, wie Du sagtest), und "benutzen" das übliche hochdeutsche Wort.

    Was den anderen Faden angeht: Tut mir leid, bei noch einmal Nachlesen merke ich, daß er wirklich nicht sehr klar ist. Was dort immerhin steht ist, daß "benutzen" im Sinne von "verwenden" benutzt werden kann. "Verwenden" ist aber ein höheres Sprachniveau, weshalb das Wort in der gesprochenen Alltagssprache selten benutzt wird. (Selbst in der Schriftsprache kann das Wort manchmal etwas gestelzt wirken.)
    "Benutzen" (im Süden gern auch "benützen") ist dagegen das typische Wort in der Alltagssprache (ist aber auch Schriftsprache).

    Insofern kann man zwar beide Wörter mit "to use" übersetzen, sie werden im Deutschen aber nicht identisch gebraucht. q.e.d.

    (Ich würde vermuten, daß es auch Situationen gibt, in denen das eine Wort benutzt und das andere inhaltlich ungewöhnlich bis sogar falsch ist - abgeleitet von der unterschiedlichen Benutzung der Subjektive: der Benutzer [vom "Verwender" spricht man, glaube ich, nie]; und "Benutzung" und "Verwendung" scheinen auch nicht ganz deckungsgleich... Aber das ist, wie gesagt, nur eine Vermutung.)
    #9VerfasserRock o'Co30 Aug. 07, 21:26
    Kommentar
    manni3, Dich habe ich zu spät gesehen:

    Ich habe mich auf die von mir verlinkte Online-Ausgabe bezogen, wo einfach steht: "be|nut|zen, (südd., österr. u. schweiz. meist:) benützen"

    Daraus folgere ich, daß
    - "benutzen" (als Haupteintrag) die üblichere Variante ist
    - selbst in südlichen Breiten "benutzen" existiert
    - "benutzen" nicht norddeutsch ist (es gibt außer Süddeutsch und Norddeutsch auch noch weitere Sprachräume in Deutschland)
    - "the much nicer version" weder die eine noch die andere ist, weil es eben rein davon abhängt, wo jemand herkommt

    Deine Dudenstelle besagt übrigens nichts über Hochdeutsch. Mag ja durchaus sein, daß ich mich in dem Punkt irre - aber Dein Zitat sagt dazu jedenfalls nichts. Denn der Gebrauch "besonders in Süddeutschland, in der Schweiz und in Österreich" spricht nicht gerade für die Standardsprache...

    Auf Deine Frage nach der Ironie des Dudens gehe ich mal lieber nicht ein. Wer so etwas fragen muß, sucht meist nicht nach Antworten. Kannst mich gern berichtigen, wenn ich Dich falsch einschätze.
    #10VerfasserRock o'Co30 Aug. 07, 21:35
    Kommentar
    @Rock o'Co --- "q.e.d." kann man hinter einen schönen Beweis schreiben, aber nicht hinter eine persönliche Einschätzung oder eine quellenlose Behauptung.

    Allerdings stimme ich Dir zu, daß man in der Schriftsprache tendenziell eher verwenden benützt und beim Sprechen eher benützen oder benutzen verwendet. Aber egal was man benützt, die Bedeutung ändert sich nicht und es passen normalerweise beide Verben gleich gut (abgesehen von der Stilebene).
    #11Verfasserholger (236115) 30 Aug. 07, 21:43
    Kommentar
    @ Rock o'Co #10

    Die Frage nach der Ironie bezieht sich auf Deine Äußerung in #6. Aber darauf hat ja holger schon geantwortet.

    Ich verstehe den Duden so, dass beide Versionen als "Hochdeutsch" und "standardsprachlich" gelten. Das kommt ja öfter vor, dass zwei Formen nebeneinander als korrekt gelten.
    #12Verfasser manni3 (305129) 30 Aug. 07, 21:49
    Kommentar
    #14VerfasserdasArchiv30 Aug. 07, 22:10
    Kommentar
    Danke, Archiv! Stimmt, die scheinen grossenteils unter "ü" zu liegen. Honni soit...

    Ohne Deine Verweise bisher alle komplett gelesen zu haben, fand ich folgenden Beitrag spannend:

    "be|nut|zen (bes. nordd.), be|nüt|zen (bes. südd., österr. u. schweiz.) (Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch)"

    Klingt so, als sei "benutzen" früher also "bes. nordd." gewesen und es hätte sich (nach Ansicht des Dudens) mittlerweile geändert auf allgemein "benutzen", wobei "benützen" weiterhin nur "bes." in südlichen Gefilden existiere. Was angesichts der üblichen Sprachentwicklung nicht verwundert, aber immerhin.


    PS @ Manni3: Genau darauf bezog sich meine Antwort. Aber es gibt spannendere Themen.
    #15VerfasserRock o'Co30 Aug. 07, 22:35
    Kommentar
    @Rock o'Co: ich gehe davon aus, dass Du Deine Behauptung, dass eine in Österreich absolut korrekte und offiziell verwendete Form - "benützen" - nicht "hochdeutsch" und nicht "standardsprachlich" sei, durch entsprechende Belege unterstützen kannst und dies auch kurzfristig tun wirst.

    Sollte dies nicht der Fall sein, erspare ich uns beiden eine weitere Kommentierung dieser Aussage.
    #16Verfasser Ulrich05 (236177) 30 Aug. 07, 22:40
    Kommentar
    Oh Graus! kk wollte doch bloß wissen ob es einen Unterschied zwischen benutzen und verwenden gibt. Das war nur als Zusatzinformation gedacht, die ü-Version.
    #17Verfasserholger (236115) 30 Aug. 07, 22:44
    Kommentar
    @Rock&Co: Zunächst muss man einmal klarstellen, dass deine Aussage, wonach man in Österreich und Deutschland nicht deutsche Standardsprache spricht, falsch ist. Ich würde dir die Lektüre des "Variantenwörterbuchs der deutschen Sprache" empfehlen. Es gibt in allen deutschsprachigen Ländern hochsprachliche Varianten, die alle gleichwertig sind. Die Vorstellung, nur das in der Bundesrepublik Deutschland gesprochene Deutsch sei echtes Hochdeutsch bzw. Standard ist längst überholtes Nationalismusdenken.

    Also: benutzen und benützen gehören beide der Standardsprache bzw. Hochsprache an. Ihr Gebrauch ist regional verschieden. Aus österreichischer Sicht kann ich sagen:

    benützen wird hier als Schriftsprachenstandard empfunden, benutzen einen Tick hochgestochener, "wissenschaftlicher". Verwenden ist etwas umgangssprachlicher, aber nicht Dialekt.

    @kk: Es gibt aber nicht nur einen Unterschied im Sprachgebrauch, sondern auch einen inhaltlichen: "verwenden" bezeichnet einen längerdauernden Gebrauch, "benutzen" hingegen eine zeitliche begrenzte Aktion. Ein Beispiel: Ich "verwende" mein Handy zu diesem und jenem Zweck (aber nicht "ich benutze es für diesen Zweck"), dagegen: "Während meines Urlaubs habe ich mein Handy nicht "benutzt".
    #18VerfasserAndi (AT)30 Aug. 07, 22:51
    Kommentar
    Kleine Korrektur: Ich wollte natürlich sagen: ... wonach man in Österreich und der SChweiz nicht deutsche Standardsprache spricht ....
    #19VerfasserAndi (AT)30 Aug. 07, 22:53
    Kommentar
    Manchereiner scheint abends wirklich gute Laune zu haben... mag man mir's verzeihen, dass ich keine Lust habe, länger auf gewisse sachlich berechtigte, aber vom Ton her fragwürdige Beiträge zu antworten. Da ist Schlafen einfach schöner... (Vielleicht haben wir morgen alle mehr Geduld?) Das gilt übrigens auch für den Kommentar zum Nationalismus. Wer zwischen Unterschieden zwischen Norddeutsch und Süddeutsch Nationalismus wittert, braucht entweder mal ein Wörterbuch oder eine Landkarte. Und Ängste nichtdeutscher Deutschsprecher, von der Deutschland-deutschsprachigen Mehrheit unterdrückt zu werden, kann ich zwar gut verstehen, aber werde mir ihretwegen nicht diesen Abend um die Ohren schlagen. (Und falls jemand ab diesem Kommentar aggressiv wird, habe ich wenigstens Verständnis... wenn ich auch empfehlen würde, den Satz mal langsam zu lesen.)


    Und für den Fall, dass doch noch jemand mehr an Sprache als an Regionalismus-Streit interessiert sein sollte, weise ich mal zuguterletzt noch auf die Beiträge 85, 88 und 89 im vom Archiv gesponserten Verweis hin:
    https://dict.leo.org/forum/selectThreadByDate...

    Ich glaube sogar, daß ich vor einigen Jahren mit anderen Sprachlaien schon einmal etwas Ähnliches (natürlich viel niveauloser :-)) diskutiert habe. Schön, wenn die Festplatte mehr Platz hätte... (Falls Haralds Darstellung stimmt, kann übrigens keins der beiden Wörter 100%ig mit "verwenden" übereinstimmen, weil es dort die Unterscheidung nicht gibt. Womit wir immerhin wieder bei der eigentlichen Frage wären.)
    #20VerfasserRock o'Co30 Aug. 07, 23:22
    Kommentar
    Ich bin noch ganz neu hier, bin aber angesichts eurer niveauvollen Diskussion geneigt, mich sofort wieder abzumelden. -
    Nur ein kleiner Hinweis: natürlich sind benutzen und verwenden unterschiedliche Begriffe, auch wenn in einigen Fällen beide Begriffe gleich gebraucht werden können.
    Also, benutzen passt z.B. nicht beim Anwendungstechniker oder auch wenn sich "jemand für etwas verwendet" usw.
    #21VerfasserBaropi (362703) 30 Aug. 07, 23:38
    Kommentar
    @Rock o'Co: ich erwarte von Dir weiter nichts als die Belege, die Deine Behauptung unterstützen. Alternativ ein kurzes Statement, dass Du dieselbe nicht mehr aufrecht erhältst.

    Oder lass es auch einfach bleiben.

    Ich habe kein Wort von Nationalismus gesagt. Allerdings bin ich es leid, alle paar Wochen von einem neuen "Experten" belehrt zu werden, dass die in Österreich gesprochene Sprache keine Standardsprache sei.

    Bevor ich etwas behaupte, versuche ich, mich zu informieren. Ich denke, das kann ich auch von Anderen erwarten. Auch wenn sie sich selbst für "Sprachexperten" und alle Anderen für "Sprachlaien" halten.
    #22Verfasser Ulrich05 (236177) 31 Aug. 07, 00:00
    Kommentar
    ...mal ganz abgesehen davon, dass in der Schweiz die Leute üblicherweise "brauchen" (i.S. von "gebrauchen") sagen. "Ben[u|ü]tzen" wird es allenfalls dann, wenn es schriftlich wird.

    Mein Gefühl sagt mir, das ein Material (zb Stoff, Paper) "verwendet" wird (also mitverarbeitet und im Endprodukt aufgeht), ein Werkzeug eher "benutzt", dieses steht nach der Prozedur wieder zur Verfügung. Aber die Unterschiede sind fliessend. Wie irgendow weiter oben stimme ich der Bedeutung von "verwenden" im Sinne eines "etwas zu diesem Behufe üblicherweise benutzen" zu.
    #23Verfasser Ben (.ch) (320541) 31 Aug. 07, 00:18
    Kommentar
    Ulrich05, Du verwunderst mich etwas in diesem Faden. In anderen schätze ich Deine ruhige Analyse, aber hier höre ich nur Überempfindlichkeit. Da werden dann (nicht nur von Dir, s.o.) Antworten offenbar nur grob gelesen (ansonsten sind die Antworten wirklich nicht mehr nachzuvollziehen), und die Frage geht sowieso einfach völlig unter. Ich habe keine Probleme damit, Fehler zuzugeben (siehe z. B. oben, aber auch noch expliziter - und ich habe auch kein selbsterklärtes Expertentum zu verlieren, siehe ebenfalls oben), aber mich nervt dieser in LEO-Diskusionen allzu verbreitete aggressive Ton in den Beiträgen. Mal ganz davon abgesehen, dass es dabei gleich um "Expertentum" usw. geht (was mir, wie gesagt, egal sein kann - was aber in einem Sprachforum anscheinend die stärkste Währung ist, in der man gewöhnlich heimzuzahlen hofft). Worauf willst Du hinaus? Die eingangs gestellte Frage zu lösen? Oder von mir irgendeine Dich befriedigende Antwort zu hören? Aber hast Du die wirklich nötig, wenn Du mich eh für einen niveaulosen geistigen Tiefflieger hältst!?

    Vielen Beiträgen zufolge schreiben in LEO vor allem erwachsene und womöglich sogar studierte (sprich: vielleicht an rationale Debatten und Gegenargumente gewöhnte?) Menschen. Aber hier geht's mitunter wie bei den Sextanern zu. Da habe ich - bewusst bissig ausgedrückt - irgendwann auch keine Lust mehr, irgendwem die Genugtuung nachzutragen, die er für seine regionale oder nationale Identität gerade braucht.

    Wie gesagt, vielleicht ist mir morgen wieder geduldiger zumute, um all die liebevollen Einträge nett und wohlwollend zu beantworten. (Allerdings ist da Stress angesagt, und nach dem Wochenende ist dieser seltsame Faden hoffentlich schon in den Tiefen des LEO-Archivs verschüttet.) Vielleicht ja auch Dir. Dann können wir uns gern zurück auf ein sachliches und nettes Niveau begeben. Und wenn das beinhaltet, dass ich mich belehren lasse - immer gern, wenn ich alles wüsste und alles richtig wüsste, würde ich vermutlich selten Zeit in einem LEO-Forum verbringen.

    Gueti nacht!
    #24VerfasserRock o'Co.31 Aug. 07, 02:53
    Kommentar
    Der ewige Streit - in diesem Fall ausgelöst durch holgers provokanten Beitrag #1 - zwischen Nord- und Süddeutschen um die reine Sprachwahrheit kann ja ganz amüsant sein, solange er nicht in Rechthaberei ausartet.

    Fakt ist, dass der Fall benutzen/benützen zu den wenigen gehört, bei denen die Standardsprache zwei Varianten gleichberechtigt erlaubt. Welche die weiter verbreitete ist, zeigt diese Karte ziemlich eindeutig:

    http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstueh...
    #25Verfasser dirk (236321) 31 Aug. 07, 06:11
    Kommentar
    durch die "Nebendiskussion" habe ich es vielleicht überlesen, aber es wäre noch zu erwähnen, dass ich Personen nur benutzen kann (beinahe im Sinne von "ausnutzen") und nicht verwenden.

    Beispiel:
    Sie hat ihn nur benutzt (um eine Beförderung zu erreichen etc) und niemals wirklich gemocht.
    #26Verfasserkangmi31 Aug. 07, 06:33
    Kommentar
    @kangmi:
    Natürlich kann man Personen verwenden. Das klingt oft freundlicher als benutzen, weil es nicht den Anklang von ausnutzen hat:

    Wir verwenden Herrn Meyer vornehmlich als Fahrer.
    Wir können Sie in unserem Betrieb leider nicht verwenden.
    Darf ich dich als Boten verwenden?
    #27Verfasser dirk (236321) 31 Aug. 07, 06:59
    Kommentar
    Hallo an alle, die immer noch diese Diskussion hier verfolgen, die so amüsant ist, dass ich nun auch etwas zu benutzen und benützen beitragen muss.

    Wenn man mit nicht eindeutigen Definitionen nicht weiterkommt, nimmt man oft weiter "Hinweise" oder Indizien" um zu einer Entscheidung zu gelangen.
    1) Im Duden steht für benützen eine Fußnote "Südd. österr. u. schweiz. meist so.". Abgesehen davon, dass ich das Kürzel "so." nicht gefunden habe, kann man z.B. in Englisch-Deutsch-Lexika nach "benützen" suchen und dort feststellen, dass es als Dialekt gekennzeichnet ist (z.B. im PONS aus dem Klett-Verlag, der für das Wörterbuch mit HarperCollins zusammenarbeitet). Diese Kategorisierung mag die Österreicher, Schweizer und Süddeutschen stören, basiert aber darauf, dass der Raum Hannover und Umgebung (also Norddeutschland) als sogenannter Hochdeutscher Sprachraum bezeichnet wird ("Hoch-" bedeutet nicht umbedingt "besser") Viele Verlage wiederum nehmen nun das Hochdeutsche als Grundlage für ihre Wörterbücher.
    2) Man kann aufgrund der räumlichen Verbreitung nicht auf Standard oder Nicht-Standardsprache schließen und es gibt keine offizielle Stelle, die so etwas verbindlich definiert. Der Duden nimmt weniger die räumliche Verbreitung sondern, wenn man so will, die Häufigkeit und die Quellen (mit einer gewissen Gewichtung: Bildzeitung wiegt z.B. weniger als Zeitschrift für Germanistik, gleich aber etwas aus durch die Häufigkeit ;-) als Grundlage für die Aufnahme in den Duden und seine Deklaration als (z.B.) Dialekt. Wörter, die keinen besonderen Zusatz haben, werden dann vom Leser als Standard angesehen und verwendet. Da es keine offizielle Standardisierung gibt, hat sich der Duden als Referenz etabliert ohne dass er jemals den Anspruch erheben wird, die Standardsprache zu "definieren". Ein weiteres Referenzwerk "der Wahrig" verfährt ähnlich.

    Gruß

    #28Verfasserporgato31 Aug. 07, 10:46
    Kommentar
    Ben (CH) ... dass in der Schweiz die Leute üblicherweise "brauchen" sagen. "Ben[u|ü]tzen" wird es allenfalls dann, wenn es schriftlich wird.

    Dazu muss man sagen, dass es in der Schweiz im Gegensatz zum österreichischen Deutsch keinen fließenden Übergang zwischen Dialekt und Hochsprache gibt. Deswegen ist "brucha" (brauchen) in der Schweiz immer Dialekt und gesprochen und "benutzen/benützen" immer Hochsprache und geschrieben. Zwischenstufen gibt es nicht.

    Ein Satz wie "I ha mis Natel i de Ferie net bruchet"
    (Ich habe mein Handy im Urlaub nicht benutzt) ist in der Schriftsprache für Schweizer sogar eine ausgemachte Falle. Wenn Sie wörtlich formulieren "Ich habe mein Handy im Urlaub nicht gebraucht" gibt das einen ganz anderen Sinn (ich bin ohne ausgekommen, es wäre überflüssig gewesen).
    #29VerfasserUrs31 Aug. 07, 11:25
    Kommentar
    @porgato: Ich weiß nicht, woher du das Konzept des hochdeutschen Sprachraums um Hannover hast (weil dort Wörterbuchverlage angesiedelt sind?), aber es ist jedenfalls veraltet. Für alle die sich kompetent informieren wollen, sie folgende Lektüre empfohlen:

    Ammon, Ulrich; Bickel, Hans; Ebner Jakob et al.: "Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol." Verlag Walter de Gruyter, Berlin 2004. ISBN 3-11-016575-9 Gebunden, ISBN 3-11-016574-0 Taschenbuch.

    Das Variantenwörterbuch beschreibt erstmals die regionalen (nicht nationalen!) Varietäten der deutschen Standardsprache. Als plurizentrische Sprache sind die Standardsprachen in Ländern mit Deutsch als Amtssprache gleichwertig.

    z.B. "den Rahm abschöpfen" ist im gesamten deutschen Sprachraum in dieser Form verbreitet, obwohl in Deutschland Rahm und Sahne synonym sind.

    Unterschiede gibt es aber z.B. bei "es ist Feuer auf dem Dach" (D), "es ist Feuer am Dach" (A) und "es ist Feuer im Dach" (CH). Keine dieser Wendungen ist aber deswegen schlechteres Deutsch oder nicht "Hochsprache" (nach deiner Definition).
    #30VerfasserDirk31 Aug. 07, 11:44
    Kommentar
    @dirk: "Wir verwenden Herrn Meyer vornehmlich als Fahrer."
    "Darf ich dich als Boten verwenden?"

    Diese Sätze klingen in meinen Ohren falsch und erheiternd. In welcher Region des deutschen Sprachraums sind solche Formulierungen normal?

    Ich kennn höchstens: "Wir haben für Sie keine Verwendung", aber niemals, "wir können Sie nicht verwenden".
    #31VerfasserOlga31 Aug. 07, 11:53
    Kommentar
    @Olga:

    Soweit Personen das Objekt sind, stehen sich die Bedeutungen 2 und 3 sehr nahe; man sollte daher benutzen vermeiden, wenn nur gemeint ist, dass man eine Person für eine bestimmte Aufgabe einsetzt. Hier sagt man besser verwenden (oder einsetzen): Er verwendete ihn als Boten.
    © Duden - Richtiges und gutes Deutsch. 5. Aufl. Mannheim 2001. [CD-ROM].

    So steht's im Duden. Nich dass das die ultimative Antwort auf alle Fragen wäre, aber es zeigt doch, dass "verwenden" im Zusammenhang mit Personen nicht nur von mir verwendet wird.

    PS: Der "Dirk" aus #63 ist nicht mit mir identisch.
    #32Verfasser dirk (236321) 31 Aug. 07, 12:16
    Kommentar
    As kk asked (in English), I'd like to come back to his question and try to find a (slight) difference:

    benutzen focuses (IMHO) on the object/tool
    verwenden focuses on the aim

    So "Ich benutze den Hammer" is complete, but "Ich verwende den Hammer" needs a "what for".

    If the object is a person, the difference is bigger, as others mentioned, especially if used without a "um... zu" : "Ich benutze Klaus" means "ich nutze Klaus aus",
    "Ich benutze Klaus, um mehr über ... zu erfahren" is far less negative, and makes Klaus a means to an end.
    "Ich verwende Klaus" is associated with the tasks he is assigned to as part of his job. "Verwendung einer Person" sounds military to me.
    #33VerfasserHartmutN (361797) 31 Aug. 07, 14:10
    Kommentar
    @HartmutN: Bravo! You've hit the nail on the head!
    #34VerfasserBettina01 Sep. 07, 11:32
    Kommentar
    Thanks everyone for the help! I never really understood when I should be using each one but you've all made it more clear to me. Thanks!
    #35Verfasserkk01 Sep. 07, 14:26
    Kommentar
    > So "Ich benutze den Hammer" is complete, but "Ich verwende den Hammer" needs a "what for".

    ... seht Ihr das alle so? Ich würde, wenn es nicht so schriftsprachlich wäre (s.o.), wohl auch "Ich verwende den Hammer" sagen. Sonst niemand?
    #36VerfasserRock o'Co.03 Sep. 07, 17:55
    Kommentar
    @Rock o'Co:
    Ich finde, ob benutzen oder verwenden, ohne ein (zumindest implizites) "wofür?" klingt das immer etwas komisch:

    Was machst du heute nachmittag? - Ich benutze/verwende meinen Hammer!

    Wenn aber klar ist, wofür, dann geht m.E. beides:

    Wie soll ich den Nagel in die Wand kriegen? - Benutz den Hammer!
    Wenn Sie einen Nagel in die Wand schlagen wollen, verwdnden Sie am besten einen Hammer.
    #37Verfasser dirk (236321) 04 Sep. 07, 07:50
    Kommentar
    @dirk: Der erste Beispielsatz klingt aber reichlich gespreizt. Normalerweise würde man sagen:

    Nimm den Hammer!

    Der zweite Satz ist hingegen stilistisch in Ordnung, hier geht es um geschriebene Sprache und eine formelle Bedienungsanleitung.
    #38VerfasserElke04 Sep. 07, 09:49
    Kommentar
    'Use' in comparison to 'operate'
    #39VerfasserAndy04 Sep. 07, 10:14
    Kommentar

    The original question was...


    Hello,

    Can somebody please explain to me what the difference between benutzen and verwenden is? Thanks!


    This was likely asked by an English speaker who, like me, was trying to improve their proficiency in your beautiful but complicated language.

    It's a rarity to receive answers that are as simple and as concise as the question asked. After 38 responses, I'm frustrated that I still have no clear solution to my own dilemma:


    Is there a difference if I say...

    "Verwende ich diese Floskel richtig in meinem Satz?

    ..or:

    "Benutze ich diese Floskel richtig in meinem Satz?

    ..or are the two verbs fairly interchangeable in this example? Do both sound auf unauffällige Weise korrekt?


    I have an inkling that verwenden might sound slightly more 'scientific', 'exact', 'deliberate' or 'elevated' than benutzen.

    Can someone tell me if my impression is right or not?

    Or is the difference between the two negligible in everyday speech?


    Thank you in advance!

    #40Verfasser eclectus (1173200) 20 Jul. 18, 18:02
     
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