| Kommentar | Also ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, wie man Luxemburgisch können will, ohne wenigstens halbwegs Deutsch zu können. Zumindest, wenn man in Luxemburg aufgewachsen ist. Ich meine, Deutsch wird ja in der Schule gelehrt, schriftlich verwendet, und auch dank Auslandsfernsehen dürfte man da ja Deutsch mitbekommen. Französisch als Verwaltungssprache ist ohnehin quasi ein Muss, und viele Emigranten und ausländische Arbeitnehmer tragen dazu bei.
Sprachlich würde Luxemburgisch irgendwo zwischen Schweizerdeutsch und Niederländisch ansiedeln. Jetzt nicht in Bezug auf sprachliche Ähnlichkeiten (die es nicht mit französischen Lehnwörter gibt, sondern auch ein paar in Aussprache und Lauten), sondern auf den Grad des Unterschieds zum Standarddeutschen. Der Unterschied zwischen Dialekt und Fremdsprache kann ja fliessend sein.
Würde es aber sprachlich eher als deutschen Dialekt bezeichnen. Deshalb, weil man als Deutschsprechender eigentlich nichts wirklich erstmal "hart" lernen muss, um Luxemburgisch zu verstehen. Gut, ein paar Französisch-Grundkenntnisse für die vielen Lehnwörter sind nützlich, aber ansonsten muss man sich eigentlich nur "einhören", um das ziemlich schnell zu verstehen. Wie bei deutschen Dialekten auch. Also den weiter vom Standarddeutschen entfernten, wie Schwäbisch, Schweizerdeutsch, Bayrisch, etc. Nun... zumindest mir ging es so, persönliches Empfinden mag unterschiedlich sein. Und es gibt abgesehen von vielen französischen Lehnwörtern nun wirklich (!) wenig sprachliche Alleinstellungsmerkmale, die originär Luxemburgisch sind. Nicht mehr als sie andere deutsche Dialekte auch haben. Niederländisch ist da vielleicht schon etwas weiter "weg" (auch wenn ich das als völlig ungelernter Deutscher einigermassen lesen kann).
Auf der anderen Seite Luxemburgisch allerdings wohl auch ein gewisses nationales Symbol mit identitätsstiftendem Charakter ("Nationalsprache"), was man respektieren sollte. Wenn ich es Dialekt nenne, so ist damit ja keine "Wertung" gemeint. Und der Stellenwert und Gebrauch scheint auch ein anderer als in Deutschland zu sein, da der Dialekt auch in formelleren Situationen und beispielsweise von Politikern im Radio gebraucht wird. Ähnlich wie in der Schweiz. Wohingegen in Deutschland da Dialekt ja weitgehend "verpönt" ist. Nun... wenn ich mich längerfristig in Luxemburg oder der Schweiz niederlassen wollte, dann würde ich auf jeden Fall auch die Umgangssprache zu erlernen und zu sprechen versuchen.
Mhm... nächste Woche fahre ich das erste Mal nach Luxemburg. Bin jedenfalls mal gespannt, was mich sprachlich so erwartet (ich kann französisch bestenfalls brockenweise, und einigermassen lesen). |
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