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    Sprachlabor

    Lieber Herr... vs. Sehr geherer Herr...

    Betrifft

    Lieber Herr... vs. Sehr geherer Herr...

    Kommentar
    Hallo!

    Was soll ich machen? Ich bekomme Emails von meinem Professor und er schreibt immer "Liebe Frau...", "Viele Grüße,...", aber er sagt immer "Sie" oder "Ihnen".

    Was soll ich schreiben? Sie/Ihnen/Lieber Herr Dr. .../Viele Grüße,...
    ode Sie/Ihnen/Sehr geherter Herr Dr. .../Mit freundlichen Grüße,...?
    Oder ander?

    Viele Dank
    VerfasserLola22 Jan. 08, 14:16
    Kommentar
    Nachdem ihr ja persönlichen Kontakt habt, schreib ruhig "Lieber Herr X" zurück und "Viele Grüße".
    #1Verfasser tigger (236106) 22 Jan. 08, 14:22
    Kommentar
    Und wenn Dir "Viele Grüße" unangenehm ist, dann schreib "Lieber Herr Professor, blahblahblah, BESTE GRÜSSE"

    Als Mittelweg ;-)
    #2VerfasserBacon [de] (264333) 22 Jan. 08, 14:28
    Kommentar
    Mir ist die Anrede "Lieber Herr" durchaus geläufig - auch in Verbindung mit Titel ("Lieber Herr Mag. Nachname"). Es ist nichts Anzügliches dabei; im Allgemeinen freue ich mich darüber. Wenn ich ein solches Mail bekomme, schreibe ich mit "Lieber Herr" oder "Liebe Frau" zurück.
    #3Verfasser Chris (AT) (237739) 22 Jan. 08, 14:43
    Kommentar
    Und wenn Du förmlich schreiben willst, dann bitte "geehrter", nicht geherter ;-)
    #4Verfasser runaway (de) (161651) 22 Jan. 08, 14:45
    Kommentar
    Also "Beste Grüße" ist für mich kein Mittelweg sondern ein Anglizismus, der zwar einigermaßen "trendy" ist, aber da würde ich "Viele Grüße" vorziehen.
    in diesem Sinne:
    Viele Grüße
    #5Verfasserchristiane <zz>22 Jan. 08, 14:45
    Kommentar
    Achtung, Chris, in Deutschland spricht man die Uniprofessoren wirklich nur mit "Herr Müller" und "Frau Meier" an, die würden das eher komisch finden, wie in A mit "Herr/Frau Professor" angesprochen zu werden.

    Und dein "Lieber Herr" ohne Name erinnert doch ein bisschen an "guter Mann" oder "mein lieber Herr Gesangsverein"... jedenfalls mich. :-)
    #6Verfasser tigger (236106) 22 Jan. 08, 14:47
    Kommentar
    @Tigger: es ist lustig, festzustellen, daß wir Deutsche mal in einem Zusammenhang weniger förmlich sind als andere ;-).
    Aber ganz ehrlich - mich belustigt der atische Titelwahn ziemlich....
    #7VerfasserChaja - vom System ausgestöpselt22 Jan. 08, 14:49
    Kommentar
    Tja, nachdem der Adel auch richtig abgeschafft wurde, muss man ja irgendwelche Merkmale pflegen... (allerdings war das mit dem Titelwahn schon zu k&k-Zeiten so, vielleicht kommt das ja überhaupt aus Monarchiezeiten von wegen Hoflieferant und wirklicher Hofrat und kaiserl. Schuhputzer.)

    Mag.:
    #8Verfasser tigger (236106) 22 Jan. 08, 14:51
    Kommentar
    Liebe Frau Mag. Tigger, - wie muß ich denn dann korrekt unterschreiben? mit Diplübs? oder ist meine frz. Maîtrise ein atischer Mag? Oder wie oder was?
    Ich bleibe dann doch ganz deutsch-unverschnörkelt einfach:
    #9Verfasser Chaja (236098) 22 Jan. 08, 14:53
    Kommentar
    Echt ne doofe Frage: Haltet Ihr "Beste Grüße / Mit besten Grüßen" wirklich für einen Anglizismus?
    #10VerfasserBacon [de] (264333) 22 Jan. 08, 14:55
    Kommentar
    @tigger, #6: da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Die Anrede "Lieber Herr" kommt nie isoliert daher, sondern immer gefolgt vom Namen oder Nachnamen. :)
    #11Verfasser Chris (AT) (237739) 22 Jan. 08, 15:04
    Kommentar
    #6 Das kommt sehr auf die Fachrichtung an! In der Math-Nat ist einfach Herr/Frau völlig normal. Einer meiner Matheprofs hat sich den "Herr Professor Doktor X" eines eifrigen Erstsemesters sogar mal sehr entschieden verbeten, dafür wäre er '68 nicht auf die Straße gegangen ;-). Das sehen die Mediziner meist ganz anders...
    #12Verfasser Russisch Brot (340782) 22 Jan. 08, 15:04
    Kommentar
    @ "Russisch Brot" #12: wenn mich jemand mit _allen_ meinen Titeln anreden würde, käme ich mir auch veräppelt vor. Man verwendet bei Anreden normalerweise nur den höchsten Titel; das ist der, der direkt vor dem Namen steht. Ausnahme: Universitätsprofessoren werden (jedenfalls in AT) durch die Bank mit "Professor" angesprochen.

    #13Verfasser Chris (AT) (237739) 22 Jan. 08, 15:10
    Kommentar
    Frau Mag. Tigger ist richtig, Chaja. Dipl.Übs. bin ich schon mal rein fachrichtungsmäßig nicht. :-)
    Deine Maîtrise bleibt eine, bekanntlich übersetzt man akademische Grade nicht. Tsktsktsk...

    Aber ich hatte auch Unilehrer und Profs (o.Univ.Prof., bittesehr, Professor ist Udo Jürgens auch!), die sich das verbeten haben mit Hinweis auf '68. :-)
    #14Verfasser tigger (236106) 22 Jan. 08, 15:12
    Kommentar
    @ tigger #14: "die sich das verbeten haben mit Hinweis auf '68".

    Wenn es ihnen _egal_ wäre, ob sie ohne oder mit Titel angesprochen werden, würde ich es verstehen. Aber wenn sie es sich _verbeten_, wenden sie doch genau den Mechanismus an, den sie zu bekämpfen behaupten, nur halt unter umgekehrtem Vorzeichen. Fehlt nur noch die Nonkonformistenuniform (copyright Reinhard Mey).
    #15Verfasser Chris (AT) (237739) 22 Jan. 08, 15:26
    Kommentar
    Verbitten, Chris, verbitten. :-)
    Natürlich tragen manche auch die Nonkonformistenuniform, die haben dann ein bisschen zu lang in der Basisdemokratiesuppe gekocht. *g*

    *sing*
    Annabell, ach Annabell,
    du bist so herrlich unkonventionell,
    du bist so wunderbar negativ
    und so erfrischend destruktiv!
    */sing*
    #16Verfasser tigger (236106) 22 Jan. 08, 15:31
    Kommentar
    #16: natürlich, "verbitten". Wie dumm von mir. ;-)

    Ist das von Hader? "Ich habe auf die Ansage [das Diktat] einen Einser bekommen. Daraufhin hat mich der Lehrer als 'Leistungsschwein' beschimpft und er hat mich sofort auf Klo geschickt, eine rauchen ..." (aus dem Gedächtnis)

    #17Verfasser Chris (AT) (237739) 22 Jan. 08, 15:38
    Kommentar
    Als jemand, der mit dem akademischen Betrieb in A und D gleichermaßen vertraut ist, sind mir bislang keine nennenswerten Unterschiede in der Anrede aufgefallen. Untergebene, Außenstehende und ältere Personen tendieren dazu, den Titel zu nennen, während Studenten und Mitarbeiter Professoren meist mit "Herr/Frau X" anreden. Hier wie dort bestehen die wenigsten auf einer Anrede mit Titel, einige wenige freilich schon. Es kann natürlich Unterschiede in den Fakultäten geben, vielleicht geht es in den Naturwissenschaften generell lockerer zu.

    In meiner ersten Vorlesung hat jemand den Vortragenden mit "Herr Professor" angesprochen, woraufhin der erklärt hat, dass er (a) kein Professor, sondern nur Dozent sei und (b) wir bitte "Herr X" zu ihm sagen sollten. So haben wir es dann mit allen gehalten, egal ob Dozent, Assistent, Professor oder Nobelpreiskandidat.
    #18Verfasser RE1 (236905) 22 Jan. 08, 15:43
    Kommentar
    Chris(AT), "Herr Professor" wäre wohl auch nicht viel besser angekommen, er hat ausdrücklich gewünscht, "Herr X" zu sein. Meine anderen Professoren fanden "Herr + Name" auch ganz normal. Medizinstudenten erzählten jedoch immer wieder, daß sie sich das bei ihren Professoren "nicht erlauben" könnten, an der gleichen Uni. Regional ist das dann bestimmt auch noch mal unterschiedlich und von Gepflogenheiten ist Österreich auf solche in Deutschland zu schließen oder umgekehrt, ist bestimmt gefährlich.

    Einen falschen Titel zu nehmen, ist noch viel peinlicher, als garkeinen. Es gibt Professoren ohne Doktor und nicht jeder mit Doktor, der eine Vorlesung hält, ist Professor.
    #19Verfasser Russisch Brot (340782) 22 Jan. 08, 15:43
    Kommentar
    Kürzlich bei Filmaufnahmen in einem deutschen Forschungsinstitut. Interviewt wurde ein Naturwissenschaftler ('Inhaber' eines Dr-Titels). Man diskutiert, wie man ihn vorstellt - Ergebnis: nur mit Namen, denn es verwirre den deutschen Fernsehzuschauer nur, wenn man Nicht-Mediziner mit einem Dr-Titel vorstelle. Aha.
    #20VerfasserSZ8N922 Jan. 08, 16:17
    Kommentar
    Na da hat ja jemand eine hohe Meinung vom deutschen Zuschauer... sowas Dummes.
    #21Verfasser tigger (236106) 22 Jan. 08, 16:35
    Kommentar
    Zur Ansprache: Für den ersten Kontakt bleibe ich (naturwissenschaftlicher Dr., mitte 30) in Deutschland immer sehr höflich und formell, zumindest wenn nicht klar ist was der Empfänger wünscht bzw. ich nicht weiss welcher Generation er angehört: "Sehr geehrter Herr Professor XY". Selbstverständlich Prof. auch nicht abgekürzt.
    Dann unterschreibe ich das Dokument entsprechend meinen Wünschen der Anrede, also normal auf jeden Fall ohne Dr.. Wenn formell, mit abgekürztem Vornamen X. YYYYY, wenn weniger formell mit vollem Vornamen und Nachnamen oder gleich nur mit Vornamen.
    Der Doktor, der manchmal sicher nötig ist um die Anfrage richtig einzuschätzen, steht sowieso im Briefkopf oder der Signatur des E-mails, das reicht.
    Geht der Empfänger auf das Spiel ein, Spricht er mich im nächsten Mail so an wie er es sich von mir wünscht: "Sehr geehrter" mit oder ohne Titel, "Lieber" Herr Name oder nur Vorname.
    Normal verläuft diese "Deeskalation" in einem Schritt, manchmal nähert man sich aber auch über mehrere Stufen an.
    Wenn mein Gegenüber zu vertraulich das Du und den Vornamen verwendet obwohl ich denke dass eine gewisse, professionelle Distanz nötig ist (Leute die mir etwas verkaufen wollen, Studenten die von mir geprüft werden etc.)stört mich das nicht weiter, ich werde aber stur in der von mir gewünschten Form antworten: Für eine Studentin die ich nicht näher kenne also "Sie" und "Liebe Frau XY".
    In Amerika ist die Schwelle zum Vornamen erfahrungsgemäss viel schneller überschritten und symbolisiert auch nicht die gleiche Intimität.
    Für den konkreten Fall im Faden: Man richtet sich nach dem wie man selbst angesprochen wird und wie der Betreffende unterschreibt. Ist mir das aber zu privat (z.B. Gleich der Vorname) setze ich durch meine Anrede und meine Unterschrift das Niveau hoch.
    #22VerfasserThrips (236093) 22 Jan. 08, 16:42
    Kommentar
    Zur Anrede:
    Da Dein Prof Dich mit "Liebe" anredet, kannst Du das getrost auch tun.
    Wenn Dir das aus irgendeinem Grund unangenehm ist, kannst Du natürlich auch förmlicher "Sehr geehrter" sagen.
    Mit Leuten, mit denen ich umgangssprachlicher rede, aber sie auch eher etwas distanzierter anreden möchte als mit "Lieber", würde ich "Hallo" nehmen, aber das wäre für Deinen Prof vermutlich unangebracht.

    Zu den Titeln:
    Ich meine, solange jemand einem nicht ausdrücklich gesagt hat, daß er auf die Nennung der Titel keinen Wert legt, sollte man sie doch auf jeden Fall benutzen, vor allem in geschriebener Sprache (Lieber/Sehr geehrter Herr Professor Doktor XY).
    Wenn man den Prof (ja, natürlich nicht abgekürzt verwenden! ;-) ) im Seminar mündlich anredet, ist das was anderes - da kann man die Titel eher weglassen.

    Zum Briefschluß:
    "Viele Grüße" empfinde ich nicht als unpassend.
    "Beste Grüße" klingt für mich irgendwie komisch.
    "Mit freundlichen Grüßen" ist sehr förmlich, nur für Geschäftsbriefe zu verwenden.
    In vielen Zusammenhängen und in jeglicher Art von privater Post sowieso wird es zunehmend durch "Mit herzlichen Grüßen" ersetzt.
    In privaten Briefen würde alles unter dem Level von "Mit herzlichen Grüßen" dann gänzlich als unterkühlt empfunden werden.
    #23VerfasserHillard7 (369669) 22 Jan. 08, 23:25
     
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