| Kommentar | quote anodien#42 so ungefähr... @mimo,
kann deinen Beitrag nicht wirklich einordnen, hoffe aber, dass du rawsmack nicht unterstellen wolltest, er/sie trauere der DDR nach.
Wenn ich mimo richtig verstanden habe, war das einfach nur eine schnelle Reaktion. Aus dem Bauch heraus, sie hat sich einfach nur über die idealisierte Sichtweide der Rolle der Frau in der DDR gewundert.
Es ist nun einmal ein Fakt, dass die Rolle der Frau in der DDR eine andere war, als zu gleicher Zeit im Westen. Ob das nun eine wahre Gleichberechtigung war, ist sicher eine andere Frage. Aber die Frauen sind nun einmal in der Regel voll arbeiten gegangen.Ökonomische Gründe??? Sicher blieb beispielsweise die Hausarbeit oft auch an ihnen hängenRollenverteilung??? und es gab sicher auch Familien mit eher traditioneller Rollenverteilung.
Meine Eltern waren beide berufstätig.Meine auch, ich bin allerdings im Westen aufgewachsen, das zählt dann nicht? Ich bin es gewöhnt, dass beispielsweise der Mann im Haushalt mithilft ich auch, es geht an der Stelle darum, daß man möglichst viel Zeit gemeinsam verbringen kann, hat was mit Logik zu tun... – ich kenne das nicht anders! Ich auch nicht, soll ich jetzt weinen? Und ich hätte nie meinen Vater als wichtigeren Entscheidungsträger betrachtet als meine Mutter Ich schon, mein Vater war für mich (da ich eine Tochter war) extrem wichtig. . Auch die Aufklärungsarbeit war, wie in der Zusammenfassung beschrieben eine ganz andere.
Nun, ich war aufgeklärt, bevor das in der Schule statt fand. Sexualität war nie ein Tabuthema, weder zu Hause noch in der Schule. Deswegen kann ich damit auch heute ganz ungezwungen umgehen.
Mittlerweile lebe ich in Westdeutschland und die Familie meines zukünftigen Mannes ist auch hier groß geworden. Da prallen Welten aufeinander. Am WE hatte ich gerade wieder eine Diskussion mit Schwimu zum Thema Rolle der Frau und Kinder. Ich vertrete dazu eine ganz klare Meinung, nämlich dass ich nicht zu Hause bleiben werde. Für sie gehört die Frau zu den Kindern. Dein Problem klingt füt mich mehr wie Stadt gegen Land, nicht so sehr wie Ost gegen West.
Egal wie sauer es allen aufstößt – in diesem Bereich war es nun einmal in der DDR offener. Was viele vergessen ist, dass es zwei verschiedene Kulturen gab – die in der DDR und die in Westdeutschland. Und dass es sicher Gemeinsamkeiten gab (wie größtenteils die Sprache) aber eben auch tiefgehende Unterschiede wie beispielsweise die Einstellung zu Sexualität, die Rolle der Frau und der Stand der Kirche (letzteres mehr oder weniger zwangsverordnet in der DDR). Die Einstellung zu solchen Fragen wie Sexualität, Rolle der Frau, berufstätige Mütter etc. resultiert einfach aus der Gesellschaft und dem Umgang der Gesellschaft mit solchen Themen. Und ich denke auch, dass gerade die Rolle der Kirche in Westdeutschland in diesem Fall von Bedeutung ist. Eine Rolle die sie in der DDR eben nicht gespielt hat. Und natürlich hat man dann ein anderes Verhältnis zu diesen Themen. Deswegen ist man aber nicht automatisch Kommunist, Sozialist oder trauert dieser Zeit nach.
Sorry für die Off-Topic Thematik, aber mich nervt das schon gewaltig auch heute manchmal noch als jemand hingestellt zu werden, der einfach nur im falschen Sinne erzogen wurde. Der halt nicht weiß was gut für ihn ist. Der halt ein vollkommen falsches Bild hat. Aus dem ja nichts werden konnte, weil er in den Kindergarten ging (Ausspruch meiner Schwimu zwar nicht auf mich bezogen aber auf eine Nachbarsjungen, über den sie sich wundert, dass so etwas aus ihm geworden ist – trotz Kindergarten). Als jemand der rechtsradikal ist. Als jemand für den man beten muss. Als Heide (so nannte mich ein Nachbar an Silvester weil ich ja von "drüben" komme). Usw. Sucht euch was aus. Und bloß weil jemand dann solche kulturellen Unterschiede wie rawsmack beschreibt, will derjenige dann die Mauer zurück. Oder ist ein Kommunist. Oder wählt die Linke. Oder verherrlicht die damalige Zeit.
Die DDR war ein Regime und ich würde niemals die Mauer zurückwollen. Generell fühle ich mich wohl hier wo ich bin als auch zu Hause. Aber manchmal fühle ich mich hier auch fremd, eben weil mir bestimmte Dinge unbekannt sind, weil ich so nicht groß geworden bin. Dazu gehört eben beispielsweise die Einstellung zur Kirche (ich wohne auf dem Land, da ist das noch etwas stärker aber auch ansonsten sind zumindest fast alle hier getauft), die Rolle der Frau (z.B. Problem der Kinderbetreuung, das ja jetzt angegangen wird) aber auch solche Themen wie der Umgang mit Sexualität (Einstellung zu FKK, Sauna, Körpergefühl, Schönheitsempfinden). Aber warum darf ich diesen Teil meiner Kultur nicht behalten, der ja auch mich als Person ausmacht. Warum wird so etwas immer so schnell politisiert, wenn man über diese Zeit spricht? |
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