| Kommentar | @#31 und #32: Zölibat leitet sich von lateinisch "coelibatus" (u-Deklination) ab, und das ist maskulin, ebenso wie Prinzipat (von "principatus") und Primat (von "primatus"). Alte Lateiner, Historiker und Theologen bevorzugen deswegen die maskulinen Formen.
Dass diese drei Wörter häufig als Neutrum aufgefasst werden, liegt wohl daran, dass die meisten aus dem Lateinischen stammenden Substantive auf -at, die nicht eine Person (der Magnat, der Kandidat, der Prälat) sondern eine Sache bezeichnen, tatsächlich sächlich sind: das Referat, das Destillat, das Kondensat, das Konglomerat, das Desiderat usw. Bei Legat ist das Geschlecht bedeutungsunterscheidend: der Legat = Gesandter, das Legat = Vermächtnis.
Zum Thema Schlüsselbund: Ein Schlüsselbund ist für mich weniger ein Bündel Schlüssel wie ein Bund Schnittlauch, sondern eher der Metallring, auf den ich Schlüssel auffädeln kann, daher erscheint mir das maskuline Geschlecht einleuchtender. Das Grimmsche Wörterbuch ist zugegebenermaßen anderer Auffassung.
@bluesky: Beides gibt es im Grimmschen Wörterbuch, mit der Bedeutungsdifferenzierung wie vom DUDEN angegeben. Der Schmeller bezieht sich nur auf den Eintrag zum Maskulinum.
Das Argument mit der Pluralform -bunde hat m.E. nichts mit Logik zu tun. Unlogisch wäre ja schon, dass es überhaupt eine umgelautete und eine nicht umgelautete Pluralform von Bund gibt.
Wann der Umlaut auftritt, hat nichts mit Logik zu tun, sonst könnte man auch so argumentieren: Der Bund ist genau analog zu der Fund mit u-Ablaut zum Verb gebildet (binden, band, gebunden - finden, fand, gefunden), bei Fund wird der Plural aber nur ohne Umlaut gebildet. Die Pluralbildung im Deutschen mit den verschiedenen Endungen und Umlautung (oder fehlenden Umlautung) ist alles andere als logisch (der Hund, die Hunde; der Mund, die Münder; das Band, die Bande/die Bänder -- wieder mit Bedeutungsdifferenzierung, aber nur im Plural; der Band, die Bände ... usw.) |
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