Werbung - LEO ohne Werbung? LEO Pur
LEO

Sie scheinen einen AdBlocker zu verwenden.

Wollen Sie LEO unterstützen?

Dann deaktivieren Sie AdBlock für LEO, spenden Sie oder nutzen Sie LEO Pur!

 
  •  
  • Betrifft

    Lieber schlecht als recht???

    Kommentar
    Stammelenglisch wird gelehrt!
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,544420,0...
    Na, wenn das kein Thema für die Leoniden ist.
    Verfasser judex (239096) 03 Apr. 08, 14:08
    Kommentar
    Habe den Artikel in der Druckausgabe gelesen.

    Für den mündlichen Umgang und für viele Leute gar keine schlechte Sache.
    #1Verfassercd_ (337571) 03 Apr. 08, 14:22
    Kommentar
    what people usually stumble on is verbal shyness - i believe the very talking - right or wrong - helps to befriend the language and in time sorts itself out. people who do not have the courage to make even lots of mistakes have a problem and face a major obstacle to learning and communication. anything to demystify a foreign language.
    #2Verfassernoli03 Apr. 08, 14:29
    Kommentar
    Finde ich nicht gut! Mir wurden in den ersten drei Schuljahren Schreibfehler nicht angestrichen. Angeblich sollte die kreative Seite beim Schreiben nicht unterdrückt werden. Mit dem Resultat, dass ich mich Jahre lang für meine mangelnde Rechtschreibung geschämt habe und nur das Nötigste schrieb. An mangelnder Intelligenz liegt's wohl nicht, hab einen Uniabschluss. Sinnvoll schreiben fällt mir aber immernoch schwer.

    Den selben Effekt gibt's wohl auch bei Fremdsprachen. Lieber richtig lernen, alles muss man ja trotzdem nicht können.
    #3Verfasserellen03 Apr. 08, 14:30
    Kommentar
    Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Vor einigen Jahren wurde Schülern im Kanton Bern (vielleicht auch an anderen Orten) auf die selbe Weise Deutschunterricht erteilt. Ihre Sprache musste verständlich, aber nicht korrekt sein. Mit der Folge, dass viele von ihnen heute noch nicht wissen, wann "das" mit einem oder zwei "s" geschrieben werden muss...

    Im Urlaub kommt es ja vielleicht nicht darauf an, ob die Aussprache richtig und die Satzstellung korrekt ist. Aber im Geschäftsleben? Zudem sind einmal gelernte (falsche) Regeln nicht mehr einfach zu korrigieren.
    #4VerfasserDan03 Apr. 08, 14:32
    Kommentar
    Finde ich ganz schwierig zu beurteilen. Für den mündlichen Umgang mag es tatsächlich okay sein - aber wenn man mal was schreiben muss? Das kann ganz schön peinlich werden, wenn es von englischen Muttersprachlern gelesen wird. Und es ist bestimmt schwer, englischlernenden Kindern die korrekte Grammatik "nachträglich" beizubringen, wenn sie erst mal die "falsche" innehaben.
    #5Verfassernuri03 Apr. 08, 14:32
    Kommentar
    Kann ich überhaupt nicht gutheißen... Wenn man das erstmal falsch drin hat, ist es schwer die Fehler wieder rauszukriegen. Außerdem, wo bleibt denn die Sprachästhetik? Und noch dazu ist ja englisch eh schon keine besonders schwere Sprache! Hoffe, diese Methodik macht nicht Schule! (im wahrsten Sinne des Wortes!):-)
    #6Verfasserlate_bird03 Apr. 08, 14:37
    Kommentar
    you all seem to overlook<. these are the rudiments of learning
    #7Verfassernoli03 Apr. 08, 14:39
    Kommentar
    according to you the mother should stand by with a notepad and spell it out when she starts with gaga, googoo - by the time they are six they talk perfectly ok
    #8Verfassernoli03 Apr. 08, 14:43
    Kommentar
    Schlimm, und doch gut. Ich bin geteilter Meinung.
    Einerseits finde ich es gut, dass er den Kindern ein einfaches englisch beibringen möchte. Den stil verbessern und den Wortschatz erweitern kann man auch später, frei nach dem Motto: "Man lernt nie aus".

    Was ich allerdings extrem schlimm finde, ist wie nuri schon sagt, dass die Kinder grammatikalisch falsches Englisch lernen. Es ist doch eine allgemein verbreitete Meinung, dass gelernte Fehler sehr schwer "um" zu lernen sind. (Weshalb tun sich wohl so viele Leute mit der Neuen RS schwer?)

    Was im Artikel gesagt wird, dass es nicht unbedingt das komplexeste Englisch sein muss bei Verhandlungen und im sonstigen Geschäftsleben, ist wie ich finde absolut richtig. Die Hauptsache ist doch, dass sich über den Inhalt geeingt werden kann. Ich denke dass da ein grammatikalisch falsches Englisch sehr bedenklich, denn es können durchaus auch (unentdeckte) Missverständnisse aufkommen. Außerdem muss der Hörer sich viel mehr anstrengen, den Sinn zu verstehen, weil er erst über die Wortzusammenhänge nachdenken muss.

    Also zusammenfassend:
    PRO: einfach
    CONTRA: falsch

    Vielleicht wäre es auch einfach damit getan, den Kindern früh richtiges und vollständiges Englisch beizubringen, denn besonders junge Kinder, wie in der zweiten Klasse haben eine enorme Auffassungsgabe, auch ohne heimisches Büffeln der Vokabeln wäre da einiges zu erreichen.
    #9VerfasserAurélien (417676) 03 Apr. 08, 14:48
    Kommentar
    the main problem is a lack of time devoted speaking... if you throw them into a school like the lycee where all lessons are exclusiverly in French, they speak French in no time at all... the problem is the bitsy learning...
    #10Verfassernoli03 Apr. 08, 14:49
    Kommentar
    Als allein seligmachendes Konzept kann ich diesen Lehransatz nicht sehen. Aber einen Teil daraus könnten sich die normalen Englischlehrer durchaus zu Herzen nehmen: ein Teil des Unterrichts sollte dem hemmungslosen Drauf-los-Quasseln gewidmet sein, bei dem über Fehler nicht gelacht werden darf. Das hilft ungemein.
    #11Verfasser Birgila/DE (172576) 03 Apr. 08, 15:49
    Kommentar
    #6: "Und noch dazu ist ja englisch eh schon keine besonders schwere Sprache!"

    Ich wage zu bezweifeln, dass Englisch nicht besonders schwierig wäre. Man hat zwar schnelle Anfangserfolge, weil man tatsächlich vergleichsweise wenig benötigt, um einfache Sachverhalte wiederzugeben. Aber wenn es ans Eingemachte geht, wird Englisch unglaublich komplex. Man denke nur an das reichhaltige Vokabular, das das des Deutschen um das Dreifache übersteigt.
    #12VerfasserWickie (AT) (423813) 03 Apr. 08, 15:53
    Kommentar
    Die Website des Lehrers ist auch fehlerhaft (z.B. schreibt er "developped", außer er hat das bereits korrigiert ...)

    Mit Einschränkungen durchaus für Grundschul-Sprachunterricht zu empfehlen, vor allem wenn es nur darum gehen soll, sich irgendwie verständlich zu machen.

    Aber meiner Meinung nach auch typisch für die junge Haudrauf-Generation vom Stamme Nimm, die hier so oft umfassende Hausaufgabenhilfe einfordert ;-)
    #13Verfasser penguin (236245) 03 Apr. 08, 16:02
    Kommentar
    Sehr viele Leute in meinem Bekanntenkreis (Jahrgänge 40er bis 60er Jahre) hatten in der Schule kein Englisch.

    Alle diese Leute tun sich sehr schwer

    - die sprachlichen Neuschöpfungen des Denglisch einzuordnen
    - mal eine Auslandsreise außerhalb der bekannten Teutonengrille zu buchen (auch wenn sie eine andere Gegend (oder gar Kontinent) brennend interessieren würde
    - da sie es im Beruf zunehmend brauchen, zumindest, wenn sie sich weiterentwickeln wollen.

    Nimmt man mal die beiden letzten Gruppen, und unterwirft die im Alter von 45 oder älter einem konventionellen Sprachkurs (sei es Volkshochschule oder von der Firma gesponsert) so ist das zum Einen recht mühsam und dauert es zum Anderen recht lange, bis erste Erfolge da sind.

    Für diese Leute würde der Ansatz aus dem Spiegelartikel völlig ausreichen. Hätten sie in ihrer Jugend einen solchen Unterricht genossen, wäre ihnen in 90% aller Fälle komplett geholfen. Ich könnte mir außerdem vorstellen, dass diese Methode auch dazu führen würde, dass nicht 80 % der Erwachsenen, die beginnen, eine fremdsprache zu lernen, dies nach kurzer Zeit wieder abbrechen.
    #14Verfassercd_ (337571) 03 Apr. 08, 16:05
    Kommentar
    bravo, cd_ !
    #15Verfasser weißnix (236288) 03 Apr. 08, 16:14
    Kommentar
    Könnt man das auch für Mathe einführen?

    1
    ∫(1/2x)dx
    0


    Also das da oben gibt ab sofort etwas zwischen -unendlich und unendlich.

    :D



    #16Verfasser Snowflake (260254) 03 Apr. 08, 16:46
    Kommentar
    Gerade bei Kindern halte ich diese Art von Unterricht fuer gefaehrlich. Fehler schleifen sich zu schnell ein und sind spaeter sehr viel schwerer wieder zu korrigieren. Ausserdem haben die wenigsten Kinder ein Problem mit dem darauflosbabbeln, weshalb Korrekturen auch nur selten negativ empfunden werden.

    Bei der Erwachsenenbildung ist allerdings dieser Ansatz m.E. aeusserst sinnvoll. Hier geht es i.a. vor allem darum, genug Englisch zu lernen, um sich verstaendlich zu machen. Und Erwachsene haben i.a. sehr viel mehr Angst davor sich zu blamieren, die erst abgebaut werden muss.
    #17Verfasser AGB (236120) 03 Apr. 08, 16:49
    Kommentar
    Könnt man das auch für Mathe einführen?

    1
    ∫(1/2x)dx
    0


    Also das da oben gibt ab sofort etwas zwischen -unendlich und unendlich.

    :D




    ... wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, würde das dann bei stark vereinfachtem Ansatz eher was zwischen 0 und 1 ergeben, was ja gegenüber Nullkenntnissen (- unendlich bis + unendlich) schon ein starker Fortschritt wäre
    #18Verfassercd_ (337571) 03 Apr. 08, 16:59
    Kommentar
    @#14: Ich denke, wenn die beschriebenen Personen in der Schule Englisch gelernt hätten, gäbe es die Situation nicht, die Du beschreibst.

    Aber der Blickwinkel von AGB ist durchaus sinnig, für Leute die nicht das Glück hatten frühzeitig Englisch zu lernen. Außerdem ist es wohl bei erwachsenen die Fehler im Nachhinein auszubessern, weil die sich nicht so schnell so tief einprägen wie bei Kindern.

    Also für erwachsene, die es noch nicht können völlig OK, aber bei Kindern meiner Meinung nach absolut nicht angebracht, sogar eher hinderlich für die Weiterbildung, weil sie dann immer mit den angelernten Fehlern zu Kämpfen haben werden.
    #19VerfasserAurélien (417676) 03 Apr. 08, 16:59
    Kommentar
    ~ bei erwachsenen leichter, die Fehler ~
    #20VerfasserAurélien (417676) 03 Apr. 08, 17:00
    Kommentar
    Ich denke, wenn die beschriebenen Personen in der Schule Englisch gelernt hätten, gäbe es die Situation nicht, die Du beschreibst.


    Meine Erfahrung sagt das Gegenteil. Auch Erwachsene, die nur 2-3 Jahre Schulenglisch hatten (und da mit der herkömmlichen Methode nach kurzer Zeit abgehängt wurden und resigniert haben), haben die gleichen wie oben beschriebenen Probleme.

    Das "richtige" Lernen könnte sich durchaus auf Mittel und Oberstufe beschränken.
    #21Verfassercd_ (337571) 03 Apr. 08, 17:04
    Kommentar
    Ich kann mir vorstellen, dass die Methode bei den Schülern den Mut zum Sprechen fördert.
    Ich kann mir auch vorstellen, dass die gemachten Fehler die Kommunikation in der Klasse kaum behindern - allerdings deshalb, weil die Schüler vermutlich weitgehend die gleiche Muttersprache haben. Die auf dem eigenen Sprachhintergrund basierenden Fehler lassen sich beim Hörer leicht kompensieren.
    Wenn Englisch dann allerdings so eingesetzt wird, wie es international am Häufigsten gebraucht wird, als Lingua Franca zwischen Nicht-Muttersprachlern, oft mit sehr unterschiedlichem Muttersprach-Hintergrund wird es schwierig.
    Meine Erfahrung in der Korrespondenz mit Südostasiaten unterschiedlicher Nationalität zeigt mir, dass die Unterschiedlichkeit der Fehler aufgrund des unterschiedlichen muttersprachlichen Hintergrundes zu kuriosen Missverständnissen führt - obwohl hier nicht einmal "Simpel-Englisch" im Spiel war, sondern alle Seiten "richtiges" Englisch zu lernen versucht haben
    #22VerfasserMo03 Apr. 08, 17:24
    Kommentar
    ich habe den Artikel auch in der gedruckten Ausgabe gelesen, da stand z.B. auch, dass auf internationalen Treffen / Symposien von nicht-Sprachkennern dieses "Globish" viel besser verstanden würde als das Englisch einer Muttersprachlerin, da dieses viel zu komplex daherkäme. Diese Beobachtung paßt auch zu den hier schon gemachten Vermutungen, dass ein solcher Sprachlernansatz am ehesten für Erwachsene geeignet ist, die Englisch nur oberflächlich brauchen (Urlaub, 1,2 Telefonate im Büro pro Monat).
    Grundschüler machen erstens sogar noch in ihrer Muttersprache Fehler (und kriegen diese korrigiert) und haben zweitens, wie schon richtig bemerkt, eine viel höhere Peinlichkeitsschwelle als Erwachsene. Und wann, außer im völlig künstlichen Raum des Unterrichts, müssen 8-jährige deutsche Kinder denn schon auf englisch "einfach so drauflos reden"?
    wie schon noli sagte, "the problem is the bitsy approach".
    #23Verfasserspinatwachtel03 Apr. 08, 19:43
    Kommentar
    Ich bin der Meinung, dass korrektes Englisch gelehrt werden soll und dass "mit Maßen" korrigiert werden soll. Wenn man immer falsches und richtiges hört, kann man doch nie mehr unterscheiden, was richtig und falsch ist.

    Die Scheu am Sprechen kann man meiner Meinung nach lindern, indem man Fehler nicht benotet. Natürlich sollen Kinder ermuntert werden, drauf los zu reden.

    Die Muttersprache lernt man nicht indem man immer korrigiert wird, aber man hört/liest/sieht laufend die korrekte Sprache.
    #24Verfasservision.at03 Apr. 08, 22:23
    Kommentar
    Ich bin auch dafür, dass man die Kinder in Maßen korrigiert, eben nicht böse (also nicht "Nein, das war falsch! So ist es richtig!"), sondern indem der Lehrer es einfach richtig wiederholt. Bsp: Schüler: "He go out the room" - Lehrer: "Yes, he goes out of the room." Wie einer meiner Vorredner sagte, wird das Kinder nicht davon abhalten, weiter drauflos zu reden.
    #25Verfassernuri04 Apr. 08, 08:36
    Kommentar
    I think it is a good system for children - I once had a German teacher who everytime we started to speak would interupt us with the word 'verb'reminding us that in German the verb came at the end.It didn't help,particularly since most of knew this and were unlikely to make that mistake.It only confused us.
    Although I,an native adult English speaker,speak grammatically correct English and use the correct pronunciation,I did not do so when i started school. These skills were built as I grew.
    #26VerfasserJGMcI (349178) 04 Apr. 08, 09:17
    Kommentar
    Grundsätzlich kann man, denke ich, den Muttersprachenerwerb nicht mit dem Erlernen einer Fremdsprache vergleichen. Aber: Klar habe ich als Kind auch nicht sofort perfektes Deutsch gesprochen, aber meine Eltern haben dann eben grammatisch falsche Sätze oder falsche Aussprachen von mir "korrigiert, indem sie es richtig wiederholt haben. Das kann man vielleicht auch auf das frühe Fremdsprachenlernen übertragen. Ansonsten ist es aber mMn etwas ganz anderes, da man, wie schon jemand anmerkte, die Fremdsprache fast nur im künstlichen Raum der Schule hört und spricht, während man die Muttersprache normalerweise immer und überall (und meistens korrekt) hört.
    #27Verfassernuri04 Apr. 08, 09:24
    Kommentar
    Was da gelehrt wird, ist kein Englisch, sondern ein Pidgin mit englischen Vokabeln. Das als Englischunterricht auszugeben, ist Scharlatanerie. Eine globale englischbasierte Pidginsprache zu etablieren, halte ich für unmöglich bis Schwachsinn. Ganz oder garnicht.
    #28VerfasserGerd (236410) 04 Apr. 08, 09:49
    Kommentar
    pidgin is a different language.

    #27 i dont agree - people develop a sense of the language - in time, in conversation, people get a sense of right and wrong because listening is learning. people who come to this forum constantly say - this does not sound right to me... can you correct. everyone does this even if it is not so pronounced as in this forum - where people have at least some schooling - the old cliche: live and learn ... you will never achieve great results in desinterested people... and about learning - of course it is well known that language acquired in childhood is learned in different parts of the brain than later on where a new area of the brain has to be engaged. talent re. languages is probably a reflection of well developed language areas. introducing the second lingo as early as possible is probably conducive for this development - and who knows at early stages the original language receptive areas might be accessed...

    i understand Sweden seems to have an examplary system - intruducing English at the kindergarden stage - i hope my recall is right on this
    #29Verfassernoli04 Apr. 08, 10:08
    Kommentar
    stimme nuri#25 zu - neuer Aspekt: Sprachen lernen soll / muss Spaß machen (da stört es auch nicht, wenn der Kinderreim grammatisch nicht ganz toll ist) - vom manchmal zwanghaften Korrekturwahn der Oberlehrer kommt der nicht...
    #30Verfasser udo (236605) 04 Apr. 08, 10:16
    Kommentar
    - etwas OT - What is 'grammatically incorrect' about "Baa, baa black sheep"? Antiquated it may well be and knowing it is unlikely to get you very far in a supermarket, for example, but incorrect?
    #31Verfasserchristina04 Apr. 08, 10:22
    Kommentar
    #27 pidgin is a different language
    Das meine ich. Was den Kindern da beigebracht wird, ist kein Englisch. Letztlich sprechen sie dann Deutsch, Englisch, und das wertlose Pidgin, das ihnen ihre vollglobalisierten Lehrer beigebracht haben.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Pidgin
    #32VerfasserGerd (236410) 04 Apr. 08, 10:32
    Kommentar
    # 29
    Ich habe jetzt nicht verstanden, inwiefern du mir widersprichst.
    #33Verfassernuri04 Apr. 08, 11:00
    Kommentar
    @Gerd: Genau! Ich finde auch, dass es verboten gehört, jemanden sprechen zu lassen, solange er/sie die entsprechende Sprache nicht perfekt kann. Vor allem kleine Kinder! Die bekommen ja oft ihre Sprache sogar von Leuten beigebracht, die sich überhaupt keine Mühe geben, Ihrem Nachwuchs erst einmal die Grammatik und Morphologie der deutschen Sprache darzulegen, bevor den Kleinen erlaubt wird, zu sprechen. Und als ob das nicht schon skandalös genug wäre kommt noch dazu, dass die meisten der sogenannten "Eltern" noch nicht einmal ihre Muttersprache studiert haben, bevor sie Kinder bekommen. So kann das ja nichts werden!
    An sich ist das ja aber kein Wunder, in der Musikpädagogik geht es ja genauso idiotisch zu. Auch dort dürfen völlig ungeübte Laien ein Instrument in die Hand nehmen, lange bevor sie die einschlägige Musikliteratur studiert haben, manche sogar, bevor sie die Stücke die sie in ein paar Jahren spielen können sollen, überhaupt einmal gehört haben!
    Die einzigen, die es begriffen zu haben scheinen, sind ja wohl die Fahrschulen. Da gibt es wenigstens ein Mindestmaß an Theorieunterricht, bevor man jemand in ein Auto lässt. So sollte es beim Sprachen lernen auch sein! Unbedingt!

    SCNR
    #34Verfasser Markus<de> (236386) 04 Apr. 08, 11:08
    Kommentar
    I had French in my primary school from age 8, and we did not write anything at the beginning, just spoke it. We were encouraged to say what we could and have fun with the language - I remember that one day, the assembly hall was set up as a "market" with desks as shops, and if we managed to say "je voudrais une glace" we actually got a real ice-cream. We even went on a five-day trip to Wissant at age 9. It was an excellent start to languages for me - much better than feeling you had to get everything exactly right - we learned that French was a way to get nice things. I'd really recommend this speech-based approach, based on my experiences as a child.

    But once children start learning to read and write French, there are ways you can correct them without interrupting them or making them feel stupid. Unfortunately, the German system, with all those marks, means there is more of a focus on right or wrong answers, which does make less sense in a language context, but there should be some space for children to learn a very important aspect of language: not feeling embarrassed! When I taught English I had many students with a dictionary-like memory for words and grammar but who could hardly complete a sentence without asking you if they had used the right preposition. In an oral exam you get extra marks for fluency, so that's a skill you need to learn for practical scholastic reasons, as well as to make conversation more fun.
    #35VerfasserCM2DD (236324) 04 Apr. 08, 11:15
    Kommentar
    #31 "Baa, baa black sheep, have you any wool?" isn't grammatically incorrect at all - I noticed that too. It's just old-fashioned: today most people (except the Irish and some others) say "Have you got any wool?" or "Do you have any wool"?, which is what you learn in school.
    #36VerfasserCM2DD (236324) 04 Apr. 08, 11:19
    Kommentar
    Ich denke, das ganze muss wohl über einen gewissen Zeitraum probiert werden. Vielleicht sogar so lange, bis diese Zweitklässler in der 5. sind und "richtig" Englisch lernen. Da stellt sich dann heraus, ob das, was sie sich falsch eingeprägt haben, wieder korrigiert werden kann. Aber Kinder sind lernfähiger und flexibler als Erwachsene. Ich glaube nicht, dass hier langfristige Fehler haften bleiben.

    So wie sich das im Artikel anhört, entspricht das Niveau dieser Schulkinder dem von Kleinkindern, wenn sie ihre Muttersprache erlenen. Auch das bessert sich doch im Laufe der Zeit, warum nicht auch das "falsche" Englisch.

    Wir Deutschen sind ohnehin nicht die Besten in Sachen Fremdsprachen, vielleicht wird es Zeit, dass wir was Neues ausprobieren.
    #37VerfasserApril04 Apr. 08, 14:15
    Kommentar
    Ich denke das Problem ist das Alter der Kinder. In der zweiten Klasse sind die naemlich fast schon zu alt um die Sprache auf Kleinkindart zu lernen. Fuer 3 oder 4 Jaehrige ist das sicher ein guter Ansatz aber mit den 7 bis 8 Jahren der zweiten Klasse sollten sie schon die Sprache richtig lernen, zwar spielerisch aber dennoch die korrekte Version.

    Ich halte es fuer grob fahrlaessig, dass der Lehrer das Falsche nicht richtig wiederholt. Er muss ja nicht von den Kindern einfordern, dass sie anstelle von "he go" das naechste mal "he goes" sagen, und kann sie trotz der falschen Grammatik loben weil sie sich verstaendlich ausgedrueckt haben, aber er darf meiner Meinung nach das falsche "he go" nicht einfach im Raum stehen lassen.

    Andererseits hat er recht und es ist leider so, dass der Trend zum "Global-Englisch" geht und BE und AE als Standard verloren gehen, wenn sich der Franzose mit dem Japaner auf Englisch unterhaelt ist es eben wichtiger, dass sie sich verstehen, als dass die Grammatik stimmt. (Und bevor ihr mich jetzt schlagt ;-) : Ich bleibe bei meinem Anspruch bei mir das BE zu perfektionieren.)
    #38Verfasser Emily Chambers (310963) 04 Apr. 08, 14:51
    Kommentar
    april - you point to something very important - many who comment forget that these are children and apply their own adult expectations and problems onto childlike learning and learning abilities - this unencumbered ability to emerge onself into something new seems pretty desirable to me... stuff falls into place...
    #39Verfassernoli04 Apr. 08, 14:54
    Kommentar
    Snowflake Ja, 1/4 liegt irgendwo zwischen -undendlich und +unendlich ;-)
    #40Verfasser Emily Chambers (310963) 04 Apr. 08, 15:03
    Kommentar
    Erst einmal:vielen Dank, judex, für den sehr interessanten Denkanstoß!

    In der Sache bin ich irgendwie zwiegespalten (soweit ich das als Laie, sowohl in linguistischer, als auch in pädagogischer Hinsicht, beurteilen kann). Einerseits widerstrebt es mir, dass Falsches gelehrt wird oder zumindest unkorrigiert bleibt, und hins. Grammatik halte ich das für besonders problematisch. Andererseits muss ich an meine Schulzeit und das Englischlernen zurückdenken: Bei uns wurden Fehler, auch "harmlose" Aussprachefehler eigentlich immer korrigiert und häufig auch in der Weise, dass uns der Satz abgeschnitten wurde. Das hat bei mir -und vielen anderen- dazu geführt, dass ich spontan eigentlich überhaupt nichts mehr gesagt habe, sondern nur noch, wenn ich aufgerufen wurde und dann nur in Worten, bei denen ich mir über die Aussprache halbwegs sicher war, oder wenn ich mir den Satz lange zurecht gelegt hatte. Ich hatte überhaupt keinen Spaß an der englischen Sprache. Geändert hat sich das erst, als ich -längst erwachsen und aus der Schule- einen Englisch-Kurse beim DAI mitgemacht habe. Die Kursleiter haben Grammatik-Fehler und grobe Aussprachefehler korrigiert, wenn man zu Ende gesprochen hat. Kleinere Aussprachefehler haben sie entweder durchgehen lassen oder das ebenfalls später angesprochen und immer in motivierender Weise.
    #41Verfasser Sille74 (272945) 04 Apr. 08, 15:20
    Kommentar
    An mir selbst musste ich feststellen, dass ich Unsinn, den ich mir als Kind als richtig erkannt und eingeprägt hatte, später nur schwer sehr los wurde. Daher befürchte ich, dass diese Kinder später große Schierigkeiten haben werden, sich Fehler wieder abzugewöhnen, insbesondere wenn sich die Kinder in ihrer subsprache so wohl fühlen, dass sie diese später neben dem richtigen Englsich weiterführen.
    Anders liegt der Fall, wenn sie von genügend richtigem Englisch umgeben sind, so dass sich Fehler auch ohne Korrektur von aussen verflüchtien.

    Ich habe Französisch und Spanisch in de deutschen Schultradition kennengelernt (nur je ein Jahr), und fast nichts behalten. Später habe ich Französich und Italienisch an Uni und Volkshochschule in einer sprechorientierten vorgehensweise gelernt und mit viel Spaß einiges gelernt.
    Kurz es gibt zwischen notenfixierter vokabelpaukerei und catch-as-catch-can auch noch Zwischenwege.

    Weiterhin will ich zu bedenken geben, dass Menschen die Neigung haben verschieden zu sein. Dies gilt für die Schüler in ihrem Lernverhalten sowie auch für die Lehrer mit ihrem Untericht. Was in einem Modellversuch klappt weil hochmotivierte Lehrer 'ihren' Untericht gestalten, kann mit unmotiviertem Personal, die das durch die Verwaltung zur Unkenntlichkeit verkorkste System anwenden, schon ganz anders ausschauen.
    #42Verfasser wor (335727) 04 Apr. 08, 17:15
    Kommentar
    Ein bisschen Scham und Peinlichkeit bevor man sinnlos drauflosbrabbelt kann aber manchmal auch recht nützlich sein (ich sag nur "Si tacuisses, ...").

    Dann passiert es einem auch nicht - wie schon vielen meiner Freunde und auch mir -, dass man bei einer schlecht ausgesprochenen und grammatikalisch falschen Anfrage in Frankreich erst angeguckt wird als wäre man ein Dämon direkt aus der Hölle und dann vollständig ignoriert wird.

    Das meine ich natürlich alles mit einem ;-)
    #43Verfasserd2f (375128) 04 Apr. 08, 17:51
    Kommentar
    Hier muss ich auch noch mal meine Meinung äußern.
    Es wurde mehrfach die Grammatik angesprochen. Ich glaube aber nicht, dass im Rahmen dieses Unterrichts irgendwelche Grammatik erklärt wird. Ich habe das als eine Art "Konversationskurs" verstanden, in dem die Kinder im learning-by-doing die Sprache bergreifen sollen.
    Gerade weil Kinder noch durch das hören der Sprache, fähig sind Strukturen derselben zu erlernen, muss der Lehrer richtiges Englisch sprechen und grobe Fehler richtig wiederholen. Das Kind kann (wie andere gesagt haben) trotzdem für die Verständigung gelobt werden.

    Was das Lernen bei Erwachsenen angeht, so habe ich von einem Prof., der auf dem Gebiet forschte, gehört, dass auch diese dazu fähig seien, wie Kinder Sprachen zu lernen. Sie müssten sich nur komplett der Sprache aussetzen. Will heißen einfach in ein Land fahren, dessen Sprache man überhaupt nicht beherrscht und sich wie die Kinder mit Händen und Füßen verständlich machen.
    #44VerfasserAurélien (417676) 04 Apr. 08, 18:36
    Kommentar
    Bitte haltet solche Pädagogen von mir fern!

    Im Englisch Leistungskurs hatten wir vor Kurzem ein ähnliches Thema.:

    Da unsere Englischlehrerin krank war, haben wir kurzzeitig bei einer Vetretungslehrerin im Nebenkurs Englischunterricht "genossen". Die Dame war der Meinung, dass Fehler während eines Englischvortrags nicht korrigiert werden sollten, um den vortragenden Schüler nicht zu verunsichern oder den Redefluss zu stören mit dem Ergebnis, dass gerade die nicht so guten Schüler hinterher (trotz "Leistungsbogens" den man ein paar Tage später erhalten hat) gar nicht nachvollziehen konnten, wo auf einmal die schlechte Note herkam. Das gute Gefühl während des Vortragens war dann auch bei der Notenvergabe ganz schnell hin.

    Wir haben uns dann, nachdem unsere reguläre Englischlehrerin wieder den Unterricht übernommen hat, über diese Problematik unterhalten. Unsere Lehrerin wollte wissen, ob wir ihre Methode (sofortige Korrektur in Maßen beim Sprechen) oder die der Vertretungslehrerin als hilfreicher empfinden. Bis auf eine Ausnahme haben sich alle für eine sofortige Korrektur ausgesprochen, da viele mit dem verspäteten Feedback nur noch wenig anfangen können.

    Persönlich würde ich mich mit Händen und Füßen gegen diese Vorgehensweise des "Drauflosquasselns" wehren. Als Schüler hat man schon genug damit zu tun den ganzen Lernstoff einmal zu pauken, ohne später Alles noch ein zweites Mal nachlernen zu müssen, weil beim ersten Mal keiner gesagt hat, dass man etwas falsch verstanden hat.

    Das Zitat von WOR spricht mir aus der Seele: "An mir selbst musste ich feststellen, dass ich Unsinn, den ich mir als Kind als richtig erkannt und eingeprägt hatte, später nur sehr schwer los wurde."

    Ich glaube, die Frage ist, ob man lieber etwas weniger aber dafür richtig beherrschen möchte, oder schnell, ganz viel und dafür fehlerhaft.
    #45VerfasserBüffelmuffel :)05 Apr. 08, 04:36
    Kommentar
    750 Wörter? Vom Ansatz her nicht schlecht, aber das sind natürlich immer noch zu viele. Heute ist Effizienz gefragt, eine schlanke Sprache ohne überflüssige Nuancen. Damit punkten gerade wir Deutschen im Ausland:

    "Where beachbar?"
    "German cars better, no?"
    "You come my room?"
    "Four legs good, two legs bad."

    So geht's doch auch! 14 Wörter, schnell gelernt, fix angewandt, basta. Der Rest ist Zeitverschwendung für Schöngeister und sonstige Spinner.
    #46VerfasserEx-Wirbelwind05 Apr. 08, 07:56
    Kommentar
    Büffelmuffel, ihr seid doch keine kleinen Kinder mehr :-) Für euch ist der im Artikel beschriebene Lernansatz ganz bestimmt nix, da hast du völlig recht.


    Wenn ich daran denke, wie kleine Kinder zu sprechen lernen ("Mama, Auto, haben!") und wie stolz sie sind, wenn ihre Sprachbrocken zum richtigen Ergebnis führen, kann ich die Methode des Lehrers im Artikel schon verstehen. Aber ganz ohne Korrekturen geht es eben nicht. Man spricht ja auch beim eigenen Kind die Sätze richtig nach ("Du willst das Auto haben? Komm, ich geb's dir.") Diese Art von Korrektur wird vom Kind nicht als störendes Verbessern empfunden, und so sollte es auch im Englischunterricht sein.
    #47Verfasser Birgila/DE (172576) 05 Apr. 08, 09:19
    Kommentar
    @Büffelmuffel: Da muss ich Birgila beistimmen. Es geht hier ja nicht um einen LEISTUNGSkurs mit Oberstufenschülern. Wobei ... , ich habe es auch als Oberstufenschülerin nie leiden können, wenn man mich in der Fremdsprache mitten im Vortrag/Sprechen unterbrochen hat wegen -wohlgemerkt- kleineren, an der Verständlichkeit nichts ändernden Fehlern. Roter Faden und Redefluss adieu ... Klar sollte dann ein Feedback nicht erst irgendwann, sondern SOFORT nach dem Vortrag kommen -und wer dann schon nichts mehr damit anfangen kann, also ich weiß nicht ...

    Übrigens, das was Birgila für das Sprechenlernen von Kleinkindern beschreibt funktioniert auch bei Erwachsenen, vorausgesetzt sie sind aufmerksam und nicht zu sehr von sich eingenommen. So war`s zumindest bei dem unten von mir beschriebenen Kurs im DAI: Man sagt etwas Falsches. Englischlehrer antwortet und flicht dabei "unauffällig" den richtigen Ausdruck/die richtige Aussprache/Grammatik ein.

    Im Berufsleben (so meine Erfahrung in meinem recht kurzen) ist es doch so, dass man -hat man nicht im engeren Sinn, z.B. als Dolmetscher, Englischlehrer o.ä., mit Sprache zu tun- eine Fremdsprache braucht, um sich in internationalen Gruppen zu verständigen oder um dort Vorträge zu halten. Reagiert man da nicht auch mal spontan und ohne Rücksicht auf evtl. Fehler, ist man schnell im Hintertreffen bzw. wird nicht beachtet. Bei Vorträgen sind die am besten, sprich erregen die diejenigen meiste Aufmerksamkeit (oder überhaupt wenigstens Aufmerksamkeit)-und darum geht`s ja, die frei und flüssig und interessant gesprochen sind. Über kleinere Fehler wird hinweggesehen. Verkrampfte, gekünstelte Vorträge werden schnell öde, auch wenn sie inhaltlich noch so gut sind.

    Langer Rede, kurzer Sinn: Ich denke, es geht hier darum, schon früh die Scheu vor dem Sprechen einer Fremdsprache zu nehmen; denn diese Scheu ist oft das größte Hindernis bei der Verständigung. Dazu kann die Methode vielleicht beitragen. Ich glaube (und hoffe) nicht, dass Fehler, insbesondere schwerwiegende, gänzlich unkorrigiert bleiben, sondern eben spielerisch korrigiert werden (in etwa so, wie es Birgila beschreibt).

    #48VerfasserSille7405 Apr. 08, 12:14
    Kommentar
    Ich glaube Ex-Wirbelwind bestätigt meine Befürchtungen.:

    "Where beachbar?"
    "German cars better, no?"
    "You come my room?"

    Wenn dir diese lieblose Herangehensweise an eine Sprache ausreicht, schön. Mir wäre dieses stümperhafte Pidgin English peinlich. Was ich damit meinem Gegenüber vermittle ist Unwissenheit, Desinteresse bis zu einem Gewissen Grad an Faulheit, sich mit der Sprache auseinander zu setzen. (Ich spreche hier nicht von Anfängerfehlern.)
    Wo kommt dieser Drang nach Mittelmäßigkeit her? Überall mittelmäßig sein aber nirgendswo gut. (Juchu, ich spreche 10 Sprachen, keine richtig, aber mein Gegenüber muss eben genau zuhören.) Ich bleibe dabei: Nicht die Masse macht es, sondern Qualität.

    Ich finde nicht, dass man beim Lernen Altersunterschiede machen sollte. Kinder müssen das Falschgelernte auch wieder umlernen, genauso wie ich in meinem Leistungskurs, hätte ich die Lehrerin aus dem Nebenkurs erwischt. (Gott bewahre!) Wer glaubt, dass ein Kind an ein paar Grammatikkorrekturen zerbricht, der hat wohl schon lange keine richtige Schule mehr von innen gesehen.

    Ich habe selbst zwei Jahre lang als Au-pair zwei Kinder in GB betreut, was mir die Augen geöffnet hat. Meine Anweisungen waren von Anfang an beide Kinder FÜR ALLES zu loben auch beim Deutschvokabeln lernen. Fehler wurden nicht korrigiert. Das Ergebnis waren zwei sehr, sehr selbstbewusste Kinder, die überhaupt keine Selbsteinschätzung in Bezug auf ihre Fähigkeiten besaßen. Da sie immer gleich Alles auf Anhieb richtig konnten, haben sie sich irgendwann auch keine Mühe mehr gegeben, da das Ergebnis ja sowieso immer super, toll und klasse war. Ohne auch mal eine Hürde überwinden zu müssen und den harterarbeiteten Erfolg zu genießen, ließ dann auch das das Interesse am Lernstoff in Mitleidenschaft geraten.

    Wenn mir meine Englischlehrerin am Montag sagen würde: "Pass mal auf deine guten Noten, die du bis jetzt bekommen hast, waren nur dazu da um dein Ego zu stärken, damit du nicht gleich am Anfang aufgibst. Jetzt wird's aber Zeit, dass wir mal mit richtigem Englisch anfangen..." dann würde ich ihr mein Englischbuch um die Ohren hauen und das Fach so schnell wie möglich abwählen.

    Ich habe nicht nur Spaß am Erfolg beim Lernen, sondern auch beim Lernen selbst und am Allerwichtigsten beim Anwenden des Gelernten. Und dabei möchte ich die Gewissheit haben, dass ich meine eigenen Fähigkeiten aufgrund des Feedbacks von meiner Umwelt, richtig einschätze. Auch Kinder haben das Recht darauf zu wissen wo sie zwischen den Anderen stehen. Mit Kritik kann man wachsen, ohne lebt man in seiner eigenen Fantasiewelt. Lernspaß kann man auch anders und besser fördern als offensichtlich Falsches stehenzulassen.
    #49VerfasserGZC5405 Apr. 08, 18:23
    Kommentar
    Ups, der Beitrag oben ist natürlich von mir. (Hab die Zeile mit dem Sicherheiscode erwischt, egal.) Mit besten Grüßen Büffelmuffel :)
    #50VerfasserBüffelmuffel :)05 Apr. 08, 18:37
    Kommentar
    Mein Vorschlag wäre, an der Einstellung zum Fehlermachen zu arbeiten, anstatt diese unter den Teppich zu kehren. Fehler zu machen ist nichts Schlimmes und sollte auch nicht als etwas Peinliches empfunden werden. Wenn man zum Beispiel einem Kind das Gefühl gibt, dass Fehler während des Lernprozesses ganz natürlich sind und überhaupt "keine große Sache" dann hat man schon viel für eine konstruktive Lernatmosphäre getan.

    Ich sehe die Sache so. Für viele ist der einfachere und bequemere Weg, die Kleinen erstmal drauflosplappern zu lassen. Macht ja auch weniger Arbeit und man sieht schneller den "Erfolg". Man möchte das Kind von negativen Assoziationen während des Lernprozesses fernhalten. Blödsinn. Auf diese Art und Weise zögert man auch nur das Verbessern und die damit verbundenen negativen Gefühle hinaus. Früher oder später muss dann eben doch korrigiert werden, da man auf dem Gelernten aufbauen muss. Gerade bei Fremdsprachen lernt man doch nicht jede Information separat von der nächsten. Hier baut Alles aufeinander auf und das Eine ist vom Anderen abhängig. Wenn dann schon die Basis nicht stimmt und wieder aufwendig umstrukturiert werden muss, hat man die Zeit, die man anfangs gespart hat schnell wieder verloren.

    #51VerfasserBM05 Apr. 08, 21:19
    Kommentar
    Ja die Scheu baut sich auf jeden Fall ab bis man merkt oder eben nicht merkt dass man Unsinn redet:
    "German cars better, no?" Wenn daraus mal nicht ein inhaltsschwerer Dialog entsteht. "What? No better?" "No! Cars good Germany!" " No cars is good Germany?" Besonders lustig wenn zwei von der Sorte aufeinandertreffen. *rofl* :D
    #52VerfasserPan-Sound05 Apr. 08, 21:35
    Kommentar
    @#49: Na, da sind ja die "sehr, sehr selbstbewussten Kinder" auf ein "sehr, sehr selbstbewusstes" Au pair getroffén. War bestimmt immer Leben in der Bude ... ;-)
    #53VerfasserSille7405 Apr. 08, 22:43
    Kommentar
    off topic: You bet. Aber das mit dem selbstbewussten Au pair trifft leider nicht zu. Lebhaft ging es bei uns trotzdem zu. Zwei sagen wir mal "willensstarke" Kinder (7 und 9) keine Vaterfigur, eine Mutter, die die Woche über meistens erst abends nach Hause kam und nachdem sie einen neuen "boyfriend" hatte manchmal auch gar nicht.
    Und dann steht das Au pair alleine da wenn: der Hund versucht die Nachbarskatze zu fressen (Nachbar ist wenig erfreut) oder das Nachbarkind beim sleep-over um zwei Uhr Morgens unbedingt nach Hause möchte weil es Heimweh hat oder sich einer der Zöglinge nachts ins Bett übergiebt oder vor dem zu Bett gehen fragt: "Where's my mom?" etc... (Bin hier nicht im richtigen Forum für eine vollständige Liste und will nur sagen, dass es auf jeden Fall eine prägende Erfahrung war.)
    #54Verfasserex au pair girl06 Apr. 08, 00:07
    Kommentar
    @Büffelmuffel, ich hab' versucht, ein bisschen altmodischen Sarkasmus ins Spiel zu bringen... Hat wohl nicht funktioniert :-)
    #55VerfasserEx-Wirbelwind06 Apr. 08, 08:02
    Kommentar
    @ex-wirbelwind: Auweia, jetzt wo du's sagst, springt es einem ja förmlich entgegen... Tut mir leid. :( LG
    #56VerfasserBüffelmuffel :)06 Apr. 08, 16:28
    Kommentar
    Gebe Sprachunterricht, Spanisch, für meist ältere Leute. Alle, ohne Ausnahme, sind dankbar für sofortige Korrektur selbst kleinster Fehler. Und nur so, meine ich, kann man eine Sprache richtig lernen. Stellt Euch mal vor, was in 50 Jahren aus einer stammelig gelernten Sprache wird. Weltweit meine ich. Niemand versteht nichts mehr. Grauenhaft!
    #57Verfasser Pepinaza (416033) 06 Apr. 08, 17:44
    Kommentar
    susie9, this not true. Everybody soon understand everything. Only English people not understand. but the rest of people okay and happy.

    ;-)
    #58Verfasser Birgila/DE (172576) 07 Apr. 08, 09:16
     
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  
 
 
 
 
 ­ automatisch zu ­ ­ umgewandelt