Als Ergänzung die Erklärung von Andi aus diesem Faden:
Siehe auch: Jetzt fällt mir auf, ...Zwischen "merken" und "bemerken" ist ein feiner aber eindeutiger Unterschied.
bemerken = direkt mit einem Sinnesorgan (meist dem Auge) wahrnehmen
merken = indirekt etwas erkennen, was nicht offensichtlich ist (klar werden); das Erkennen kann durch Sinneswahrnehmung oder Beobachtung, aber auch durch Intuition, Gefühl oder Ahnung erfolgen)
Beispiele:
a) Das rote Lämpchen hat aufgeleuchtet und ich hab es nicht bemerkt, weil ich die ganze Zeit abgelenkt war.
b) Das Telefon war kaputt und ich hab es nicht gemerkt, weil ich die ganze Woche nicht telefonieren musste.
c) Hast du bemerkt, dass er älter geworden ist? = korrekt und bedeutet: er sieht älter aus
d) Hast du gemerkt, dass er älter geworden ist? = korrekt und bedeutet, er sieht nicht unbedingt älter aus, aber er benimmt sich insgesamt anders (indirekte Anzeichen für das Älterwerden)
e) Er bemerkt das sofort, wenn Du eine andere Frisur hast!
f) Er merkt das sofort, wenn Du ihn anschwindelst.
- Ich merkte, worauf er hinauswollte.
*Ich bemerkte, worauf er hinauswollte* - das kann man nicht sagen (kein Sinnesorgan beteiligt)
- Ich habe gemerkt, wie mich das nervlich belastet.
*Ich habe bemerkt, wie mich das nervlich belastet" – geht nicht (kein Sinnesorgan beteiligt)
"bemerken" bezieht sich außerdem immer auf einen Vorgang, der im Augenblick stattfindet und dann vorbei ist, z.B. "Er hat noch nicht bemerkt, dass der Gastgeber fehlt"
"merken" ist nicht immer, aber meistens ein längerfristiger Bewusstseinsprozess, z.B. "Er hat noch nicht gemerkt, dass er betrogen wird" (langfristig, anhand verschiedener Anzeichen)
Grammatikalisch gesehen wird "merken" (soweit ich das überblicke) immer mit nachfolgendem Nebensatz konstruiert ("Er merkte, wie sehr er sie eigentlich liebte") "bemerken" dagegen nicht immer, aber meist mit Substantiven als Ergänzung ("Er bemerkte eine Ähnlichkeit zwischen den beiden Frauen").
In diesem Sinn, entspricht "to notice" im Englischen, glaube ich, in den meisten Fällen "bemerken".
Just to further complicate matters, I add three more remarks:
In den Beispielen e) und f) ist die jeweils umgekehrte Variante nicht möglich:
*Er merkt das sofort, wenn Du eine andere Frisur hast!*
*Er bemerkt das sofort, wenn Du ihn anschwindelst.*
In anderen Fällen, wie z.B. Beispiel c) und d), sind beide Varianten möglich, implizieren aber dann einen unterschiedlichen Hintergrund. So auch, wenn man im Beispiel mit der Nervenbelastung den wie-Satz durch einen dass-Satz ersetzt:
- Ich habe gemerkt, dass mich das nervlich belastet. (Mir ist das im Laufe der Zeit aufgrund verschiedener Indizien klar geworden)
- Ich habe bemerkt, dass mich das nervlich belastet. (Ich habe zu einem bestimmten Zeitpunkt konkrete körperliche Symptome wahrgenommen und diese so gedeutet. Dieser Satz ist, wie oben erwähnt, mit "wie" nicht möglich, weil "wie" = "wie sehr" ein allmähliches Bewusstwerden impliziert, dass mit "bemerken" nicht ausgedrückt wird)
Die Faustregel zum Satzbau bei den beiden Verben ist cum grano salis zu nehmen, denn "es" und "das" in den Beispielen a), und e) sind natürlich grammatikalisch gesehen Verbindungen von "merken" + Ergänzung. Bei beiden Verben kann man also nur sagen "es ist meistens so".