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    Sprachlabor

    Nehm! Ess! Vergess! Les! Geb! Seh! etc.

    Betrifft

    Nehm! Ess! Vergess! Les! Geb! Seh! etc.

    Kommentar
    Mir fällt auf, dass immer häufiger die obigen (und ähnliche) falschen Imperative verwendet werden (statt: Nimm! Iss! Vergiss! Lies! Gib! Sieh!); gerade erst habe ich mehrere davon in einem ZDF-Film erdulden müssen.

    Woher kommt diese Entwicklung? Handelt es sich um ein regionales Phänomen? Liegt es am allgemein sinkenden Bildungs- und Sprachniveau? Geht es um den Einfluss des Prekariats? Ist es die Folgewirkung einer Jugendsprache?

    Wer weiß des Rätsels Lösung?
    Verfasser MiMo (236780) 06 Mai 08, 21:07
    Kommentar
    Möglicherweise hat es mit der zunehmenden Verbreitung (durch das Internetzeitalter) von Erikativen zu tun?:

    *nehmeinBrotessesgleichaufvergessdabeidieZeitlesdasFersehprogrammgebdirdieFernbedienungundsehTatort*
    #1VerfasserGermknödel (Ö) (427811) 06 Mai 08, 21:13
    Kommentar
    Allgemein sinkendes Bildungs- und Sprachniveau sowie die Folgewirkung der Jugendsprache. Heute ist halt alles "voll fett krass Alta".
    #2Verfassertja06 Mai 08, 21:15
    Kommentar
    Hmm, #1 könnte auch recht haben. Ich glaube mich aber daran zu erinnern, diese Entwicklung schon zu Zeiten beobachtet zu haben, als das Internet in seiner heutigen Form noch nicht existierte.
    Eine allgemeine Rückentwicklung (oder Vereinfachung) der deutschen Sprache lässt sich aber auch in anderen Bereichen feststellen (z.B. das Sterben des Genitiv: aus "wegen des Geldes" wird immer häufiger "wegen dem Geld").
    #3Verfassertja06 Mai 08, 21:21
    Kommentar
    *fadenwiederhochhol*

    Ich habe schon immer den doofen Spruch aus der Schulzeit auf den Lippen gehabt:"Iß! Imperativ singular, Befehlsform!" Wahlweise auch mit anderen Verben, so dass meine Kinder (und deren Freunde) gar nicht umhin können, diese Form richtig anzuwenden. Aber ich denke, es liegt an der ganzen e-mail/SMS (wie heisst das denn auf englisch?)-Geschichte. Dadurch haben die meisten Jugendlichen ja schon Schwierigkeiten mit der Gross- und Kleinschreibung.
    #4VerfasserEnerwe07 Mai 08, 13:29
    Kommentar
    e-mail/SMS (wie heisst das denn auf englisch?)

    das soll doch wohl'n witz sein? das IST englisch!!!
    #5Verfassertja07 Mai 08, 13:41
    Kommentar
    Sprche verändert sich nun mal. Wer sagt heute noch "Er buk einen Kuchen"? Auch im Fernsehen werden teilweise Konjunktiv-Sätze nicht richtig gebildet. Worte verändern ihre Bedeutung (siehe "geil"), neue Worte kommen dazu. "Da werden Sie geholfen" oder "Ich habe fertig" sind schon zu geflügelten Worten geworden. Auch wenn das unser Sprachempfinden aufs gröbste beleidigt - es wäre doch auch schade, wenn wir noch so reden würden wie im 17. Jahrhundert.
    #6VerfasserJuliaa (95069) 07 Mai 08, 13:46
    Kommentar
    Es gibt im Deutschen zehntausende regelmaessige und etwa 200 unregelmaessige Verben. Alle neu sich im Deutschen bildenden Verben werden regelmaessig konjugiert. Im Gegensatz dazu ist die Gruppe der unregelmaessigen Verben nicht mehr produktiv - ganz im Gegenteil, sie wird sogar immer kleiner, da viele dieser Verben inzwischen auch regelmaessig konjugiert werden koennen.
    Vor dem Hintergrund dieser allgemeinen Sprachentwicklung ueberrascht es eigentlich nicht, dass auch die wenigen unregelmaessigen Imperative betroffen sind und allmaehlich durch regelmaessige Bildungen substituiert werden. Dass die zunehmende Verwendung des Inflexivs diesen Prozess zusaetzlich beschleunigt, halte ich fuer moeglich.
    #7VerfasserLondoner(GER)07 Mai 08, 13:46
    Kommentar
    Muss wohl an der sprachlichen Verarmung der Elterngeneration liegen... kleine Kinder bilden Formen oft logisch und müssen unregelmäßige erst lernen, aber wenn ihre Eltern ihnen das nicht beibringen, wird das natürlich nix.
    (Pssst, Enerwe: "iss!" mit zwei s, dafür "Groß- und Kleinschreibung" mit einem scharfen... scnr. ;-))
    #8Verfassertigger07 Mai 08, 13:48
    Kommentar
    #5: "e-mail/SMS (wie heisst das denn auf englisch?)
    das soll doch wohl'n witz sein? das IST englisch!!!"

    Tja, englisch ist es schon, aber wir verwenden "SMS" auf deutsch falsch. SMS - "short message service" - ist schließlich die Einrichtung zur Übertragung von Textnachrichten und nicht die einzelne Nachricht. Auf englisch heißt "ein SMS schicken" "to send a text message".
    #9Verfasser Chris (AT) (237739) 07 Mai 08, 13:51
    Kommentar
    Ich denke, da kommt wohl so einiges zusammen. Einmal die angesprochene "Internet-Verständigung" und auch ein sinkendes Sprachniveau.
    Ich finde es jedenfalls schrecklich, wenn zu mir jemand sagt:
    "Nehm doch mal deine Hände da weg!" Da läuft es mir kalt den Rücken runter.
    Aber ob es in späteren Zeiten meinen evtl. Urenkeln mal ebenso geht, wage ich zu bezweifeln.
    #10Verfasser Ellen1109 (438172) 07 Mai 08, 13:52
    Kommentar
    @tja: Weiss ich auch, dass SMS englisch ist, was ich wissen will: To write a SMS? Gibt es auch ein richtiges englisches Wort für "smsen" statt dieses grässliche denglische?

    @tigger: Habe mir seit der Rechtschreibreform angewöhnt fast alle "ß" durch "ss" zu ersetzen. Natürlich nur wenn es dadurch nicht zu Mißverständnissen kommt (Masse/Maße).

    @Chris: *schnellerwaralsich* Genauso meinte ich das.
    #11VerfasserEnerwe jetzt ungestöpselt07 Mai 08, 13:58
    Kommentar
    Nachbemerkung: Beim Durchgucken der Liste der unregelmaessigen Verbenwar ich ueberrascht, a) wieviele davon schon zusaetzliche regelmaessige Formen aufweisen und b) wieviele davon praktisch nur Bestandteil meines passiven Wortschatzes sind.
    Beispiele fuer letzteres:

    - bersten
    - bewegen (im Sinne von "veranlassen")
    - dingen (was heisst das ueberhaupt?)
    - dreschen
    - duenken
    - erkiesen
    - flechten
    - gedeihen
    - genesen
    - klimmen
    - meiden
    - preisen
    - rinnen
    - schallen
    - schelten
    - schinden
    - schleissen
    - schwaeren (was heisst das?)
    - sinnen
    - speien
    - spleissen
    - stieben
    - triefen
    - verdriessen
    - weben
    - weisen
    - zeihen
    #12VerfasserLondoner(GER)07 Mai 08, 14:01
    Kommentar
    @Londoner:
    dingen = sehr altmodisch für: einen Dienstboten/Angestellten/Söldner verpflichten
    (siehe auch "sich als Dienstbote verdingen"

    schwaeren = eitern, nicht zuheilen, noch manchmal in der Bildung: "eine schwärende Wunde" benutzt
    #13VerfasserIrene07 Mai 08, 14:10
    Kommentar
    Tschuldige schon, Enerwe, aber wenn du keine Lust hast, die neuen, für Muttersprachler ganz einfachen Regeln der ss/ß-Schreibung anzuwenden, dann darfst du dich auch nicht über mangelnde Sprachbeherrschung anderer Leute beklagen. Kurze oder lange Vokale vor ss bzw. ß zu erkennen ist viel einfacher als unregelmäßige Verben (außer natürlich, du bist Schweizer und sparst dir das ß ganz).

    @Londoner: "erkiesen" ist eines meiner Lieblingsworte! Ist doch wirklich komisch, dass "erkoren" durchaus im Sprachgebrauch vorhanden ist, aber kaum einer den Infinitiv kennt. (Muss ich auch immer nachdenken.)
    #14Verfasser tigger (236106) 07 Mai 08, 14:11
    Kommentar
    @tigger: "Sprachliche Verarmung" ist m.E. eine sehr "diplomatische" Formulierung für einen Prozess, den ich eher als schleichende (oder besser gesagt galoppierende) geistige Schwindsucht, respektive Verblödung bezeichnen würde!

    Was ich allein schon bei meiner täglichen Arbeit als Fachübersetzer immer wieder an sprachlichem "Müll" auf den Tisch bekomme, lässt daran leider wenig Zweifel - dabei ist der fachliche "Anspruch" der Texte erstaunlich oft umgekehrt proportional zur sprachlichen "Qualität" ...
    #15Verfasserwoody07 Mai 08, 14:11
    Kommentar
    Enerwe: simsen = to text
    #16Verfasser penguin (236245) 07 Mai 08, 14:15
    Kommentar
    @Juliaa:"Er buk einen Kuchen." sagt man wahrscheinlich so selten, weil wir für die Vergangenheit fast ausschließlich zusammengesetzte Zeitformen benutzen; zumindest im Alltag.
    Er hat einen Kuchen gebacken. oder Er hatte einen Kuchen gebacken.

    @Enerwe: Ich habe auch keinen größeren Durchblick bzgl. der neuen Neuen Rechtschreibung, aber Masse und Maße kann man doch gar nicht verwechseln, wenn man sich einfach merkt, dass bei schnell gesprochenen Wörtern "ss" und bei langen "ß" geschrieben werden muss.

    Ansonsten liegt das Problem von Nehm!, Ess! usw. wohl an den immer schwächer werdenden Grammatikkenntnissen bei den heutigen Schülern.
    #17VerfasserAnjaF (384742) 07 Mai 08, 14:16
    Kommentar
    Das gebetsmühlenartige Wiederholen des angeblichen Sprachverfalls finde _ich_ schrecklich, auch wenn mich das eine oder andere selbst stört. Oh tempora, oh mores! Ich bezweifle ernsthaft, daß das Niveau, was Rechtschreibung und Grammatikkenntnisse allgemein angeht, tatsächlich sinkt. Es gab schon immer, d.h. seit Einführung der allgemeinen Schulpflicht, einen gewissen Teil in der Bevölkerung, der mit Rechtschreibung und Grammatik nicht auf sonderlich freundschaftlichem Fuße stand. Leider gehört mein Sohn zu diesem Teil der aktuellen Bevölkerung und das, obwohl ihm jeden Abend stundenweise vorgelesen wurde, seine Eltern sich um gutes Deutsch bemühen und wir noch immer keinen Fernseher haben.
    Ein gewisser Herr Wustmann, der den Sprachverfall vor gut 100 Jahren laut und vor Empörung heiser anprangerte (natürlich im übertragenen Sinne), war der Meinung, daß seine Zeit einen Sprachverfall sondersgleichen erlebe. Demnach müßten wir ja langsam im negativen Bereich angekommen sein.

    Vermutlich ist das so wie mit dem Sittenverfall bei Jugendlichen. Nie war die Jugend so schlecht! liest und hört man einen Teil der Erwachsenen zu allen Zeiten schimpfen.

    (Trotzdem knirscht's mir jedes Mal im Ohr, wenn ich 'wegen + Dativ' höre - aber damit komme ich zurecht:-)

    Londoners Erklärung klingt für mich überzeugend.
    #18Verfasser Selima (107) 07 Mai 08, 14:17
    Kommentar
    Jede Generation ist aus der Sicht der vorigen die schrecklichste aller Zeiten. Das wussten schon die alten Griechen. :-)
    #19Verfasser tigger (236106) 07 Mai 08, 14:24
    Kommentar
    AnjaF und Enerwe,
    Das mit Masse und Maße ist seltsamerweise ein Beispiel was immer wieder faellt, obwohl sich die Schreibweise von Maße im Deutschen nicht geaendert hat.
    In der Schweiz ist das ß, soweit ich weiss, glaenzlich abgeschafft worden, so dass Masse und Maße dort beide als Masse geschrieben wird.
    Ausserdem verstehe ich nicht, warum man sich darueber aufregt, die deutsche Sprache hat doch schon genug Teekesselchen, auf eins mehr oder weinger kommt es da doch auch nicht an, oder?
    #20VerfasserEmily07 Mai 08, 14:24
    Kommentar
    Ein kleiner Trost ist es vielleicht, dass die "gesunden" Bonbons immer noch "Nimm 2" und noch nicht "Nehm 2" heißen. Aber wer weiß, wann das noch geändert wird?

    Wir haben uns als Kinder übrigens manchmal sogar neue unregelmäßige Formen ausgedacht, zum Beispiel "er schwog" statt "er schwieg" oder "er lus" statt "er las". Da lassen sich sehr nette Sachen mit anstellen. :-)

    OT:
    Gibt es außer mir eigentlich noch jemanden, den die Verwendung von weil + Hauptsatz, also ohne Verbendstellung, total nervt?
    #21Verfasser paper-clip (376261) 07 Mai 08, 14:24
    Kommentar
    @Ellen1109 # 10
    Was sind denn "evtl. Urenkel"?
    Will sagen, wir alle machen spezifische Fehler, gemessen an der Standardsprache, je nach Sprachraum, Herkommen, Sozialisierung, sprachlicher Familientradition etc.
    #22Verfasser judex (239096) 07 Mai 08, 14:27
    Kommentar
    @paper-clip OT: Ooooh ja - allerdings!!!
    #23Verfasserwoody07 Mai 08, 14:30
    Kommentar
    @Emily: Natürlich haben sich Masse und Maße nicht geändert. Aber an dem Beispiel kann man prima erklären, dass die beiden eigentlich nicht verwechselbar sind bzgl. der Schreibung.
    Ich finde die aktuelle Regelung auch viel einleuchtender und einfacher zu lernen für Kinder oder Leute, die Deutsch lernen wollen.

    Mit dieser Regel braucht man nun nicht mehr rätseln, ob nun Fluss mit "ss" oder "ß" geschrieben wird. Genial.

    @Selima: Klar beschwert sich jede Generation, dass die aktuelle Jugend schlechter wäre usw.
    Aber hört man sich die Sprache in den Medien der letzten 20 Jahre an, so bemerkt man, dass sich in den 80ern noch halbwegs gewählt ausgedrückt wurde (Sprecher, Moderatoren usw.) und heute ist beinahe alles erlaubt.
    Die Grenze zwischen angenehmer Lockerheit und völlig unmöglichen Formulierungen wird da oft arg strapaziert (oft auf den Privaten).
    Manchmal bin ich doch froh, dass es ARD und ZDF gibt. :-)
    #24VerfasserAnjaF (384742) 07 Mai 08, 14:39
    Kommentar
    Anja F., da kann ich allerdings so gut wie gar nicht mitreden, weil ich eben so gut wie gar nicht fernsehe :-)
    #25Verfasser Selima (107) 07 Mai 08, 14:44
    Kommentar
    @Selima: Was macht ihr in der Zeit, wenn man normalerweise TV gucken würde (wenn zu dunkel für Garten und Sport)?
    Viel lesen? Erzählen? Spielen?

    Ich hatte auch mal eine mehrjährige TV-Pause - der Bücherverschleiß war schon bedenklich. :-)
    #26VerfasserAnjaF (384742) 07 Mai 08, 14:48
    Kommentar
    Kann man "Sprache-verändert-sich-Juliaa" (#6) und "geistige-Schwindsucht-woody" (#15) gleichermaßen Recht geben?

    Ja!

    Man braucht ja nur zu unterscheiden, wer da falsch spricht und schreibt.
    Wenn man in einem Gespräch "backte Kuchen" hört, zuckt man allenfalls zusammen, wird nicht korrigieren und schließlich Juliaa zustimmen.
    Wenn man im Fernsehen (in der Werbung, in Zeitungen, in der Radiomoderation) einen Fehler bemerkt ("gedachte dem Genitiv"), hat dieser nichts mit Sprachänderung, dafür aber viel mit Sprachverachtung zu tun (Primat der Ungebildetheit/Schnelligkeit/Geldgier über die Sorgfalt).

    Der Einfluss der Medien ist so groß, dass jeder ihrer Fehler (insb. die bewusst gemachten aus der Werbebranche) rasend schnell in den Sprachgebrauch übernommen wird.
    Da kann man kaum noch unterscheiden, wer mit einem Fehler angefangen hat - "die Straße" oder nicht? Einen Hinweis geben jedoch die unerhörte Bräsigkeit und Selbstgerechtigkeit der meisten Medien.
    Jedenfalls fände ich es schön, wenn tatsächlich die Jugend für Sprachveränderung zuständig wäre und wir uns darüber kräftig aufregen könnten. Wie immer schon.
    #27Verfasser Wrdlbrmpfd (327914) 07 Mai 08, 14:50
    Kommentar
    Ähm, ausgiebig kochen und essen (jeden Abend), noch etwas arbeiten (meistens), ansonsten nach Gusto und Verfügbarkeit Spiele spielen, lesen, ratschen, einander tief in die Augen sehen, mit Freunden und/oder Verwandtschaft zusammensitzen, in den Biergarten gehen.
    #28Verfasser Selima (107) 07 Mai 08, 14:54
    Kommentar
    @Wrdl...:

    Ja, ich mache durchaus einen gewissen "Unterschied" zwischen bestimmten Bevölkerungsgruppen, von denen man sozusagen "nichts anderes zu erwarten hat" und sogenannten Wissenschaftlern bzw. Akademikern, die ganz offensichtlich nicht in der Lage sind, auch nur einen einzigen deutschen Satz grammatikalisch und orthographisch "unfallfrei" zu formulieren!
    #29Verfasserwoody07 Mai 08, 14:59
    Kommentar
    Sicher haben sich Sprache und auch Rechtschreibung immer schon verändert.."und das ist auch gut so", sonst würden wir immer noch Thor und Thür schreiben. Dass aber jede Sprachschluderigkeit einer breiten verdummten Masse gleich als tolle Sprachevolution in den Duden Eingang finden sollte und somit für gut befunden werden sollte, ist meines Erachtens nicht der richtige Weg.
    Trotz aller Neuerungen, die sich durch neue technische Möglichkeiten (smsen, Airbag, Laptop)ergeben und aller fremdsprachlichen Einflüsse (Recycling> etwas wird recycelt o.ä.) sollten wir doch versuchen, unser Sprachniveau nicht dem von Werbung und sonstigen Unsäglichkeiten anzupassen.

    F5: Im Übrigen stimme ich Wrdlbrmpfd voll zu..
    #30Verfasser Waringham (384862) 07 Mai 08, 15:06
    Kommentar
    Ich könnte mir vorstellen, dass die Verwendung von "Nehm" etc. damit zusammenhängt, dass das "normale" Verb (in diesem Fall nehmen) sich ähnlich anhört. Und da die meisten Leute von sich ("Ich nehme") ausgehen, wird der Imperativ halt kurzerhand in "Nehm" umgewandelt, auch wenn dabei eigentlich von "Du nimmst) ausgegangen werden sollte. Es könnte damit zusammenhängen, dass bei SMS alles verkürzt wird, das glaube ich aber eher nicht, weil es das Phänomen auch schon vorher gab.
    #31VerfasserRose07 Mai 08, 15:09
    Kommentar
    Waringham, die verdummte Masse und die Wrdl...s Akademiker und Wissenschaftler also ... Hm! Fragt sich, wer denn dann noch gut und korrekt schreibt? Die verdummte Masse nicht, die Akademiker und Wissenschaftler nicht, die Jugend nicht, die Werbenden nicht, die Medien nicht ... Da bleibe ja eigentlich nur meine Oma übrig :-)
    #32Verfasser Selima (107) 07 Mai 08, 15:11
    Kommentar
    Nicht jeder Veränderung ist ein Verfall. Und wenn sich die Sprache dahingehend verändert, dass sie einheitlicher wird, so ist doch dagegen nichts einzuwenden. Und mit grammatikalischer Bildung hat das rein gar nichts zu tun. Als Muttersprachler verwendet man Sprache ohne Kenntnis von irgendwelchen Grammatikregeln.

    Und natürlich fällt auch sofort wieder die "voll krass"-Generation. Die Sprache dieser Generation ist eben deren "Dialekt". Sich darüber aufzuregen ist ebenso daneben als würde man sich über Dialektsprecher aufregen. In beiden Fällen ist es nur wichtig, zwischen Umgangssprache und Schrift- bzw. Standardsprache unterscheiden und beides in den gegebenen Situationen anzuwenden. Und der Anteil derer, die dies können, ist ebenso hoch oder niedrig wie vor 20, 30 oder 50 Jahren.

    Und mit gesprochenem Standarddeutsch würde man in solchen Kreisen ebenso lächerlich aussehen wie umgekehrt. (Ich glaube für Verwendung vom Genitiv bekommt man direkt auf's Maul.)

    Also:
    Präpositionen weglassen.
    Artikel weglassen.
    Pronomen sind immer neutral.
    Weiches "ch" wie in wird zu "sch"

    Beispiel:

    Hey, gehn wir Kino?
    Was für Film?
    Terminator.
    Nee, das hab isch schon gesehen.
    #33VerfasserVinx (424414) 07 Mai 08, 15:13
    Kommentar
    Waringham:
    Ich habe zwar noch nie "Thür" geschrieben, aber dem Delphin und dem Elephanten trauere ich tatsächlich hinterher.
    Und wenn mir jemand weißmachen wollte, mein Nebenfach sei "Filosofie"...

    Und was den Duden angeht: da der ja nur den aktuellen Sprachgebrauch dokumentiert, wird man den Einzug sämtlicher neu-jugend-slang-deutscher Wortkreationen wohl kaum verhindern können. Megacool, oder? Das steht übrigens auch drin. :-)
    #34Verfasser paper-clip (376261) 07 Mai 08, 15:19
    Kommentar
    Der Zusammenhang, der hier in einigen Kommentaren zwischen der zunehemenden Verbreitung regelmaessig gebildeter Imperative und einem angenommenen Sprachverfall hergestellt wird, ist empirisch schlichtweg unangebracht. Spaetestens seit dem Mittelhochdeutschen (d.h. zeitlich seit dem Mittelalter) geht im Deutschen die Zahl der starken Verben zurueck.

    Ja, ja, die Jugend des 13., 14., 15., 16., 17., 18., 19. und 20. Jahrhunderts waren ganz schoen schlimme Finger mit ihrem Sprachverfall! Schlechte Erziehung, wohin man guckt! Und diese ganzen Ungebildeten auf der Strasse waehrend der Aufklaerung! Und dann auch noch der Buchdruck und andere neumodischen, technischen Erfindungen! Ich sage Euch, im 10. Jahrhundert war jedenfalls noch alles anders, da gab es SO etwas noch nicht!

    (Moeglicherweise gab es das sogar auch schon im 10. Jahrhundert; ich weiss nicht genau, ab wann die Zahl der starken Verben anfing abzunehmen.)
    #35VerfasserLondoenr(GER)07 Mai 08, 15:30
    Kommentar
    @Selima: Du und ich..so hoffe ich. Bin zwar Akademiker, traue mir aber durchaus zu, klare und korrekte Sätze von mir zu geben. eBmühe mich auch stets, so wenig unnötiges Fachvokabular wie möglich zu verwenden..

    @Paper-clip: Mir tut auch Fantasie immer wieder weh..

    @Vinx: Du scheinst aber auch nicht zu der "voll krass"-Generation zu gehören. Das von Dir gegebene Kinobesipiel kann ich ja sogar verstehen.. was "die Jugend" auf der Straße sagt, meist nicht.. Obwohl es sich um deutsch zu handeln scheint.
    Ansonsten hast Du natürlich Recht und jede Jugend ein Anrecht auf ihre eigene Sprache, Musik, Frisur und ihren eigenen Kleidungsstil.. Der Ausspruch "Junge, wie läufst Du denn wieder rum" dürfte so alt sein wie die Menschheit..

    #36Verfasser Waringham (384862) 07 Mai 08, 15:33
    Kommentar
    Manche neuen Worte finde ich ziemlich kreativ wie z.B. Warmduscher oder Sauna-unten-Sitzer.
    Dass Warmduscher dann direkt in den Duden übernommen wurde, hat mich aber schon überrascht.
    #37VerfasserJuliaa (95069) 07 Mai 08, 15:34
    Kommentar
    Vielleicht ist ja eine entscheidende Frage dabei auch, welchen Zweck Benutzer von Sprache eigentlich verfolgen. Geht es um Kommunikation, die fast unabhängig vom sprachlichen Niveau stattfinden kann (wahrscheinlich hat jeder verstanden, worum es in dem Terminator-Beispiel geht), oder geht es darum, die eigene Bildung (am besten humanistisch...), Intelligenz, oder was auch immer, darzustellen. Das kommt sicher auf die Person und die Situation an.

    Ich glaube im übrigen nicht, dass die Menschheit, oder zumindest die deutschsprachige Bevölkerung immer mehr verdummt und deswegen auch die Sprache immer "schlechter" wird, sondern dass heute ein viel größerer Anteil der Menschen an die globalen Kommunikationsmedien angeschlossen ist und grade im Internet, in SMS usw. dabei auch produzierend agiert. Vor hundert Jahren hat es einfach niemand gemerkt, wenn ein Bauer nicht lesen und schreiben konnte, weil er es schlicht nicht getan hat. Heute sieht sich auch der Dümmste damit konfrontiert, seinen Freunden SMS zu schreiben oder in Internetforen seine Meinung über jugendliches Suchtverhalten bei Online-Spielen kundzutun.
    #38VerfasserLala07 Mai 08, 15:34
    Kommentar
    Häufig paßt man Sprachebene und Wortwahl ja seinem Gegenüber an, um verstanden zu werden und eine Kommunikation überhaupt erst zu ermöglichen.

    #39Verfasser penguin (236245) 07 Mai 08, 15:46
    Kommentar
    @Judex:

    Ich weiß doch heute noch nicht, ob ich mal welche haben werde, deshalb eventuelle Urenkel.
    #40Verfasser Ellen1109 (438172) 07 Mai 08, 15:49
    Kommentar
    @33: Absolut grauenvoll, aber leider schon teilweise Realität.
    #41VerfasserEifelblume (341002) 07 Mai 08, 15:56
    Kommentar
    Danke für #18

    Ich finde diese ganzen (Achtung) Postings über die Verdummung der Gesellschaft schlicht dreist. Zu keiner Zeit haben vergleichbar große Teile der Bevölkerung so viel Bildung genossen wie Heute.

    Und wer das Fernsehen als Beispiel für diese Entwicklung verwendet schaut im Zweifel selbst zuviel.

    Außerdem ist die Sprache nur ein Instrument in einer Gesellschaft und wird zu jeder Zeit an die Bedürfnisse angepasst. Sie ist kein Wert an sich!
    #42VerfasserEddy07 Mai 08, 16:14
    Kommentar
    @Ellen1109
    "eventuell" ist fast immer Adverb. Nur in ganz bestimmtem Kontext kann es adjektivisch benutzt werden und selbst dann ist es stilistisch unschönes Deutsch.
    Siehe die "eventuelle Beschädigung" in:
    http://de.wiktionary.org/wiki/eventuell
    #43Verfasser judex (239096) 07 Mai 08, 16:14
    Kommentar
    #34: "[...] weißmachen [...]" Entschuldigung, ich konnte einfach nicht widerstehen ;-)

    Ich trauere weder dem Elephanten, noch dem Telephon, noch dem Bureau nach. Beim "Ketschup" stört mich, dass man auf halber Strecke stehen geblieben ist. Was soll diese halbe Eindeutschung? Warum nicht "Ketschap"? Hat da jemandem auf halber Strecke der Mut verlassen?
    #44Verfasser Chris (AT) (237739) 07 Mai 08, 16:18
    Kommentar
    #44: Den Grund hätte ich auch gerne Erfahren. Ist für mich absolut unverständlich.

    Vielleicht hat sich das Gremium gewisse Konstruktionen vorgenommen, anstelle bestimmter Wörter. Also z. B. alle Ph in F umgewandelt, außer wenn sie am Wortanfang stehen. (Und warum dann nicht?!) Und die Umwandlung von U in A hat nicht in den Rahmen gehört.

    Oder es war ein Kompromiss. Der eine wollte Ketchup lassen, der andere Ketschap. Und so haben sie sich auf Ketschup geeinigt.

    Oder es liegt daran, dass es Leute gibt (hab's schon gehört), die das U wie ein U aussprechen.

    Alle drei Ideen kommen mir irgendwie nicht vernünftig vor. Vielleicht hat jemand bessere Vorschläge?!
    #45VerfasserVinx (424414) 07 Mai 08, 16:29
    Kommentar
    #34 Uups.. naja, für den Fall, dass es jemand lieber in weiß hätte.. ;-)

    Über Schikoree, aufwändig, Majonäse und Portmonee könnte man sicher genaus so wie über den Rest der Rechtschreibreform ewig diskutieren. Meine Meinung dazu: Sprache ist ein Kulturgut und unterliegt zwar auf natürliche Weise ständiger Veränderung, sollte aber nicht kontrolliert "verlogischt" werden. Denn was sich natürlich entwickelt hat, ist eben nicht immer logisch.
    Und dass mir nun einige der neuen Wörter die Tränen in die Augen treiben oder ich Delphine eben viel hübscher finde als Delfine, hat damit eigentlich nur am Rande zu tun. :-) (Genauso übrigens wie die Rechtschreibreform mit dem Ursprungsthema, sorry dafür)

    Ein schönes Beispiel für Probleme mit unregelmäßigen Verben ist übrigens noch winken:
    Wer sagt nun lieber gewinkt und wer gewunken?
    #46Verfasser paper-clip (376261) 07 Mai 08, 16:33
    Kommentar
    Man sollte auch nicht vergessen, dass die Kids die vor 4-5 Jahren "echt krass, weisst Du" geredet haben, inzwischen älter sind und auch wieder Sätze von sich geben, die nicht mit "Ey", "Alter" oder "Ischwöerdir" anfangen. Man wird halt älter und reifer. Lasst doch die Kids reden, wie sie wollen, das geht vorbei.
    #47VerfasserJay07 Mai 08, 16:35
    Kommentar
    Zum Thema Sprachverfall:
    Machen wir doch ein kleines Experiment mit all der hier versammtelten Sprachintelligenz - schlagen wir Grimms Wörterbuch an einer beliebigen Stelle auf und schauen uns all die Wörter an, die heute schon niemand mehr kennt.

    http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/wo...

    Vielleicht wäre es an der Zeit für ein Museum der Deutschen Sprache...
    #48VerfasserAM<de>07 Mai 08, 16:37
    Kommentar
    Zu #39:

    Nein, ich glaube, in den allermeisten Fällen ist Kommunikation möglich, auch wenn die Sprachebenen nicht angepasst werden. Sie fällt dann vielleicht schwerer, aber sie ist nur selten unmöglich.
    #49VerfasserLala07 Mai 08, 16:42
    Kommentar
    #46: Die anderen Änderungen sind für mich mehr oder weniger nachvollziehbar. Nur bei "Ketschup" fehlt mir eine vernünftige Erklärung.
    #50VerfasserVinx (424414) 07 Mai 08, 16:43
    Kommentar
    Zu #48:

    Wie fast immer gilt: Gibts schon :-)

    http://www.wortmuseum.com/
    #51VerfasserLala07 Mai 08, 16:44
    Kommentar
    #46: "Wer sagt nun lieber gewinkt und wer gewunken?"

    Ich sage "gewinkt". Es heißt schließlich "winken-winkte-gewinkt" und nicht "winken-wankte-gewunken" ;-)
    #52Verfasser Chris (AT) (237739) 07 Mai 08, 16:49
    Kommentar
    *wink*
    So, jetzt habe ich Euch alle zu gewunken und mache Feierabend!
    #53Verfasser Waringham (384862) 07 Mai 08, 16:51
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    Grr: allen
    #54Verfasser Waringham (384862) 07 Mai 08, 16:51
    Kommentar
    #52: In meinen Ohren klingt "gewunken" irgendwie besser, auch wenn es eigentlich nicht richtig ist. Im Duden steht es aber trotzdem, weil es einfach so oft gebraucht wird. Es gibt auch einen Zwiebelfisch dazu, der mich dann überzeugt hat: schließlich rollen sich ja auch bei "ich habe mich geschmunken" oder "ich habe gehunken" die Zehennägel auf... Die entsprechenden Infinitive zu finden sei dem geneigten Leser als Übungsaufgabe überlassen. ;-) ;-)
    #55Verfasser paper-clip (376261) 07 Mai 08, 16:55
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    gewunken!
    Und wisst Ihr was? Laut Duden ist das falsch! Das stört mich eigentlich am meisten: der Duden legt einfach mal fest, daß Delphin jetzt Delfin heißt, statt die Schreibung freizugeben und zu warten, was sich durchsetzt.

    Ich sehe auch ein Problem drin, dass keine Hochsprache mehr verbreitet wird. Nicht nur das Fernsehen, auch die Zeitungen verbreiten sprachlichen Dünnschiss. Dass klein Fritzchen auf der Straße nicht korrekt spricht, kann ich zur Not akzeptieren. Aber Fritz Großmaul in Radio/TV/Zeitung sollte vielleicht doch Deutsch können - woher soll Fritzchen das sonst lernen?
    #56Verfassersimon, Füßiker07 Mai 08, 17:01
    Kommentar
    simon, wenigstens solltest Du Füsicker richtig schreiben (können)!
    #57Verfasser judex (239096) 07 Mai 08, 17:03
    Kommentar
    @Lala, 51: Online ist ja gut und schön - ich dachte aber mehr an ein richtiges Museum. Sowas in der Art wie ein Naturkundemuseum, nur das unter Glas keine getrockneten Schmetterlinge liegen, sondern ausgestorbene Wörter. Vielleicht mit kleinen Schaubildern und natürlich den Herleitungen.
    #58VerfasserAM<de>07 Mai 08, 17:05
    Kommentar
    Zu 'winken': Die Formen werden genauso gebildet, wie beim verwandten Wort 'wanken'. Also wanken - wankte - gewankt und winken - winkte - gewinkt. Früher gab es auch noch den Begriff 'wenken', der ist aber ausgestorben. Alle 3 kommen aus derselben Wurzel (sagen jedenfalls die Grimms).
    #59VerfasserAM<de>07 Mai 08, 17:19
    Kommentar
    @simon, #56. Entspann dich mal! Weil "gewunken" so haeufig ist, hat der Duden WEGEN DIESER EINEN FORM das Wort "winken" extra in die Liste der unregelmaessigen Verben aufgenommen. Und bei dem "Delphin" sind meines Wissens beide Schreibweisen gestattet. M.a.W: Der Duden hat doch gar nichts gegen dich. Deine Vorwuerfe treffen ins Leere. (Abgesehen davon, dass der Duden die Rechtschreibreform gar nicht veranstaltet hat.)
    #60VerfasserLondoner(GER)07 Mai 08, 17:35
    Kommentar
    @ 56 - Hallo simon füßiker:" der Duden legt einfach mal fest, daß Delphin jetzt Delfin heißt,"

    Es ist nicht der Duden, sondern der Rat für deutsche Rechtschreibung und Duden, Wahrig etc. haben sich nach dessen Vorgaben zu richten. Und in dessen Wörterliste steht "Delfin, Delphin", d.h. beide Formen sind amtlich korrekt - also genau so, wie Du Dir das wünschst :-))
    #61Verfasser manni3 (305129) 07 Mai 08, 17:44
    Kommentar
    @Londoner
    RE: Abgesehen davon, dass der Duden die Rechtschreibreform gar nicht veranstaltet hat.

    Nein, aber er hat die mit der Rechtschreibreform beabsichtigte Deregulierung durch eine Fülle von erfundenen, neuen Regeln in ihr Gegenteil verkehrt, was dazu geführt hat, daß er in Hessen seinen Status als Referenz für die Schulen verloren hat.
    #62Verfasser judex (239096) 07 Mai 08, 17:46
    Kommentar
    @judex. Schreib mal bitte ein Beispiel.
    #63VerfasserLondoner(GER)07 Mai 08, 18:02
    Kommentar
    @Londoner
    Ich hatte die Information seinerzeit aus erster Hand aus dem Kultusministerium. Um welche Regeln es im Einzelnen ging, weiß ich nicht, es kommt aber wohl auch nicht darauf an.
    #64Verfasser judex (239096) 07 Mai 08, 18:13
    Kommentar
    Ich glaube vor allem, es kommt deshalb nicht darauf an, weil im gesamten Bundesgebiet der Duden seit der Rechtschreibreform 1996 seine bindende Wirkung verloren hat, da zusammen mit der Rechtschreibreform das Dudenmonopol durch die amtlichen Rechtschreibregeln ersetzt wurde.
    #65VerfasserLondoner(GER)07 Mai 08, 18:20
    Kommentar
    @Londoner
    Wie man es liest. Er hat halt nicht (nur) die amtlichen Regeln abgedruckt, sondern diesen eine Fülle von eigenen hinzugefügt, was zu dem Verdikt führte. Ist schon stimmig.
    #66Verfasser judex (239096) 07 Mai 08, 18:24
    Kommentar
    @judex: Ich will mich nicht streiten, aber es erscheint mir nicht in der Tat stimmig, da dein obiges Posting suggeriert, dass du sagen wolltest, dass der Duden NACH der Rechtschreibreform mit neuen Regeln gekommen ist, die die Reform verwaessern. Was eben technisch schlecht moeglich ist, es sei denn, der Duden wuerde Schreibweisen als "verbindlich" angeben, die den amtlichen Rechtschreibregeln widersprechen. Das halte ich aber fuer abwegig.

    Das einzige, was der Duden macht, ist bei mehreren erlaubten amtlichen Schreibweisen ZUSAETZLICH eine eigene EMPFEHLUNG fuer eine Schreibweise anzugeben - in der Hoffnung, dadurch zu einer Vereinheitlichung der Schreibweisen beizutragen.

    Und damit erscheint mir die obige Dudenkritik (kam nicht von dir) als voellig an den Haaren herbeigezogen.
    #67VerfasserLondoner(GER)07 Mai 08, 18:30
    Kommentar
    @Londoner
    Wenn ich mich recht erinnere, ging es im wesentlichen um Interpunktion.
    #68Verfasser judex (239096) 07 Mai 08, 18:47
    Kommentar
    Das eigentlich Interessante ist doch, dass die i- oder ie-Imperative bei vielen auf dem Rückzug sind, nicht aber die analog gebildeten Formen 2. und 3. Pers. Sg.
    "seh her!" habe ich schon gehört, "er seht" aber noch nie. Insofern glaube ich, dass das Wenigerwerden der starken Verben sich nicht im Imperativ spiegelt. Den e-Imperativ findet man sowohl bei inzwischen auch schwachen Verben (fecht!) als auch bei solchen, die sich als stark (ess!) behaupten (und wohl auch weiterhin behaupten werden).
    Das ist sicher nicht unbedingt ein Sprachverfall, aber dass es vielfach als störend empfunden wird, ist doch völlig normal.
    #69Verfasserttt07 Mai 08, 18:49
    Kommentar
    "fecht! ess!"?
    Nie gehört. Was beim ersten Beispiel darn liegen mag, dass es insgesamt in der Alltagssprache keine Rolle mehr spielt.
    Aber auch das zweite kenne ich zumindest aus den süddeutschen Raum nicht. Iß! ist eher ein sehr deutliches Beispiel dafür, dass sich gerade bei viel benutzen Wörtern die unregelmäßigen Formen erhalten.


    Ich war voller Gedanken, also bin ich gewesen.
    #70Verfasser Irene (236484) 07 Mai 08, 18:59
    Kommentar
    Oh, und die neue Rechtschreibung...
    Es muss natürlich heißen:
    Iss!
    #71Verfasser Irene (236484) 07 Mai 08, 19:01
    Kommentar
    Vielen Dank für die vielen Beiträge!

    Und gerade habe ich wieder eins gehört im Fernsehen: "Versprech mir!" Arrrg!
    #72Verfasser MiMo (236780) 08 Mai 08, 01:23
    Kommentar
    @Waringham, woody und mittelbar simon: Danke für die Zustimmung zur "täterorientierten" Sichtweise. Quod licet bovi, non licet Iovi *hämischgrins*!

    @selima: "Wer spricht eigentlich noch richtig?" Meine Hochachtung ist jedem gewiß, der sich ein bißchen Mühe gibt. Das kann ein Kind sein, dass sich bemüht, nicht immer wieder vom "Einzigsten" zu sprechen. Es zählt also nicht so sehr das Ergebnis wie die Mühe die man sich gibt. Die "Zeit" durfte deswegen - ohne dass ich tollwütig geworden wäre, weil sie sich ansonsten Mühe gibt - das Wort "derem" (als Beugung von "deren") verwenden.

    Kitzlig wird die Angelegenheit natürlich in diesem Übersetzerforum (und ich bin kein Übersetzer) dadurch, dass auch die professionellen Übersetzungen nicht fehlerfrei und manchmal auch grausig sind. Dass immer schlampiger lektoriert und redigiert wird, weil dafür anscheinend jeder zeitliche und finanzielle Aufwand zu hoch ist, kann ich nicht durch Zahlen belegen (ein Maß wäre die Anzahl Lektoren/Redakteure je Gigabyte).
    Aber im letzten Jahr habe ich ein flammneues Taschenbuch in den Müll gegeben, o Schande, das hervorragend gestaltet und gebunden war und wunderbares, obwohl sehr dünnes Papier hatte, aber dafür eine ziemlich blöde Geschichte beinhaltete (space opera), die genauso blöde übersetzt war, und niemand hatte korrigiert. Vor den Tonnen stehend fragte ich mich, ob es sich um Papier- oder Sondermüll handelt....
    #73Verfasser Wrdlbrmpfd (327914) 08 Mai 08, 09:01
     Beiträge #74-75­ wurden gelöscht.
    Kommentar
    Vielen Dank an alle, die mir die neue ss-ß-Regel nähergebracht haben! Eins noch: Auch Rechtschreibreform: "bißchen"? Ich habe in der Schule gelernt: "bischen" denn es hat ja nichts mit "beißen" zu tun? Ach ja, mein Deutschlehrer hatte auch noch so einen schönen Spruch, wenn es um die Fälle ging: "Wen ist die Fahrrad in Hof?" "Ich!" "Und der Mofa?" "Ich auch!"
    #76VerfasserEnerwe08 Mai 08, 09:32
     Beiträge #77-83­ wurden gelöscht.
    Kommentar
    Wort vs. Wörter:
    Juliaa: Wenn du schreibst, daß einige Worte ihre Bedeutung verändern, und dann einzelne Wörter(!) als Beispiel nennst, dann ist der Einsatz von "Worte" an der Stelle falsch.
    Worte = eine Aussage, ein Satz, eine Äußerung
    Wörter = einzelne Wörter (Baum, geil, Bach, Mutter usw.)
    #84VerfasserDarth08 Mai 08, 10:19
    Kommentar
    wrdl..., das oben hatte ich doch nicht ernst gemeint ;-)

    Bei mir beobachte ich übrigens eine abnehmende Formulierungsflexibilität im Deutschen. Seit Jahren finden alle Konferenzen in meinem Fachgebiet auf englisch statt, Artikel werden auf englisch geschrieben und alles, was ich in den letzten 8 Jahren in meinem Arbeitsgebiet gelesen habe, war auf englisch. Jetzt sitze ich an einem deutschen Artikel - und mir fehlen oft die richtigen Worte. Ich schreib's auf englisch hin und muß dann überlegen, wie man das in gutem Deutsch ausdrücken könnte. Man kommt schon wieder rein. Aber erschreckend war das schon :-)
    #85VerfasserSelima08 Mai 08, 10:23
    Kommentar
    Mir geht es auch manchmal so, daß ich zusammenzucke, weil ich wieder irgendeine unmögliche Formulierung gehört habe, dann aber echt nachdenken muss, um heraus zu finden, wie es richtig heißen müsste.
    (Von Euch ß/ss-Spezies.. könnte da mal einer gucken, ob ich Fehler in meinen Sätzen habe?)

    Habe übrigens wieder ein Stilblüte gefunden (bei Rossmann)
    Deo Reis Dry..
    Herrlich: Drei Sprachen in grade mal 10 Buchstaben.
    #86Verfasser Waringham (384862) 08 Mai 08, 10:42
    Kommentar
    ... so, daß ich ...
    #87VerfasserVinx (424414) 08 Mai 08, 10:57
    Kommentar
    (Danke, passiert mir immer wieder..)
    #88Verfasser Waringham (384862) 08 Mai 08, 11:04
    Kommentar
    Den Infinitiv mit zu von Verben, die man im Infinitiv zusammenschreibt, schreibt man auch zusammen.

    -> herausfinden
    --> herauszufinden

    Miss Superschlau:
    #89Verfassertigger (unpl.) :-))08 Mai 08, 11:09
    Kommentar
    In meiner aktuellen Lektüre bin ich übrigens auf das Wort 'Stimmelodien' gestoßen und habe es hartnäckig als 'Stimmel-Odien' gelesen und hatte keine Ahnung, was das sein solle. Müßte man das nach NRS nicht Stimmmelodien schreiben? Aber ob ich's dann auf Anhieb kapiert hätte?

    Das Buch (al-Aswami, Der Jakubihan-Bau), oder besser die Übersetzung, ist aus dem Jahr 2007.
    #90Verfasser Selima (107) 08 Mai 08, 11:17
    Kommentar
    Danke tigger..
    Da ich sie in der Schule nicht mehr gelernt habe, kann ich die neue Rechtschreibung nicht besonders gut..War auch zu faul, sie zu lernen..und lasse normalerweise Rechtschreibprogramme drüberlaufen. Da ich aber an diesem PC vorwiegend English schreibe, ist auch nur ein englisches Korrekturprogramm drauf. (sic!)

    *regelnotier*
    #91Verfasser Waringham (384862) 08 Mai 08, 11:19
    Kommentar
    Danke tigger, dito.
    Selima, abnehmende Formulierungsfähigkeit im Deutschen aufgrund von Fremdsprachen-Umzingelung ist ja verständlich. Eltern haben öfter das analoge Problem, dass sie sich eine Kindersprache erfinden, die nur ein einziges Verb ("machen" + Präp.) kennt. So umzingeln sie sich selbst, ha!
    Ich befinde mich glücklicherweise in einer komplett denglischen Umgebung. Um diesem Reich des Bösen (Reffjuh, Kick-Out, Am Ende des Tages, ...) zu entfliehen, bin ich gezwungen, elaborierte LEO-Beiträge zu verfassen. Das hilft, nicht wahr :-) ?
    #92Verfasser Wrdlbrmpfd (327914) 08 Mai 08, 11:21
    Kommentar
    @Selima: Ganz recht - nach der "neuen Rechtschreibung wären hier in der Tat 3 m erforderlich.
    Dessen ungeachtet kann in solchen Fällen ein Bindestrich an der Wort- bzw. Morphemgrenze die Verständlichkeit ganz erheblich verbessern ...

    Mir ging es z.B. bei Post #21 von paper-clip so - hab mich einen Augenblick lang allen Ernstes gefragt, was denn wohl mit "Verbend-Stellung" gemeint sein könnte :-)

    #93Verfasserwoody08 Mai 08, 11:25
    Kommentar
    Kommt auf den Verlag an, Selima, ziemlich viele weigern sich, die neue Rechtschreibung zu verwenden.

    Waringham, ich habe auch nix zum Thema in der Schule gelernt, aber mich dann eigentlich verpflichtet gesehen, 2003 meine Magisterarbeit nach neuen Regeln zu schreiben. Hat mich einige Diskussionen mit meiner Professorin gekostet... ("Das schreibt man jetzt wohl so!!")
    Reine Übungssache jedenfalls, mittlerweile stutze ich eben bei "daß", "Fluß" und "im allgemeinen".
    #94Verfassertigger08 Mai 08, 11:40
    Kommentar
    woody, die Verbend-Stellung hatte mich auch ein, zwei Gedankengänge gekostet :-)

    tigger, aber gerade. Der Verlag ist in der Schweiz ansässig und hat auch alle ß eliminiert, was mir beim Lesen überhaupt nicht aufgefallen war. Na ja. Das ist auch nicht wichtig.
    #95Verfasser Selima (107) 08 Mai 08, 11:51
    Kommentar
    ...blöde Frage, hat die Schweiz abgesehen vom für sie nicht notwendigen ß eigentlich die übrigen Neuregelungen übernommen? *malwikiweißallespediabefragengeh*
    #96Verfasser tigger (236106) 08 Mai 08, 11:53
    Kommentar
    Davon war ich stillschweigend ausgegangen. Die blödsinnige NRS-ARS-Diskussion konnte es doch nur in Dtl. geben, oder?
    #97Verfasser Selima (107) 08 Mai 08, 11:56
    Kommentar
    Konnte nicht den ganzen Faden lesen, aber ein interessantes Phänomen beim Imperativ ist, dass der Umlaut der in der 2. Person Singular bei unregelmäßigen Verben mit "a" als Stammvokal noch da ist, regelgemäß im Imperativ verschwindet:

    du fährst --> fahr
    du schläfst --> schlaf

    Nur so ein Gedanke: Vielleicht hat diese Rückgängigmachung etwas damit zu tun, dass analog auch das "i" von "sieh/nimm/lies..." wieder zum Stammvokal "e" des Infinitivs wird?

    @ # 21 OT

    Hab neulich mal eine sprachphilosophische Diskussionsrunde im Fernsehen verfolgt, in der Weil-Sätze ohne Verbendstellung zum Teil (wohlgemerkt, nicht immer) als eigenes Ausdrucksmittel, das die Sprache bereichert, dargestellt wurden, ja bei denen die Verbendstellung sogar falsch ist:

    Er ist nicht mehr da, weil - sein Mantel ist weg. [Beim Sprechen ist da eben nicht immer eine Pause.]
    #98VerfasserIngeborg08 Mai 08, 12:05
    Kommentar
    *Kommaeinfüg* nach dem ersten "Umlaut"
    #99VerfasserIngeborg08 Mai 08, 12:07
    Kommentar
    Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen:

    Mir geht es keineswegs um so etwas wie ein "100% korrektes oder Standard-Deutsch" - fast jede Bevölkerungsgruppe hat quasi naturgemäß ihre ganz "eigene Sprache" (Jugendsprache, Fachjargon, etc.).
    Trotzdem sollte man m.E. - bei entsprechender Schulbildung, versteht sich - in der Lage sein, sich zumindest schriftlich einigermaßen korrekt und verständlich auszudrücken. Dies erfordert natürlich die Beherrschung der elementarsten Grundregeln der Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.

    Wer sich partout "originell" ausdrücken möchte, dem bietet die deutsche Sprache auch bei Einhaltung dieser Regeln durchaus reichlich Spielraum für Kreativität - und ich bin sicherlich der Letzte, der ein "gelungenes" Wortspiel oder eine wirklich originelle Wort-Neuschöpfung nicht zu schätzen wüsste!

    #100Verfasserwoody08 Mai 08, 12:12
    Kommentar
    @Vinx, #87: Nach der neuen Rechtschreibung aber:

    ... so, dass ich ...
    #101Verfasserneutrino08 Mai 08, 12:16
    Kommentar
    Ingeborg, Ähnliches hat kürzlich auch hier im Forum jemand ausgeführt (Londoner?). Das las sich für mich sehr eingängig. Beispiel aus der Erinnerung: Es regnet, weil, die Straße ist naß. Hier wäre die Umstellung zur Verbendstellung unsinnig. Wenn, dann müßte es lauten: Es regnet (wohl), denn ich sehe, daß die Straße naß ist.
    #102Verfasser Selima (107) 08 Mai 08, 12:17
    Kommentar
    Ingeborg: Stimmt, ich selbst benutze es auch manchmal so (auch wenn ich mich dann trotzdem hinterher immer ärgere, es benutzt zu haben :-) ). Allerdings scheint es mir über diesen stilistisch sinnvollen Einsatz mittlerweile doch weit hinauszugehen...

    # 93 und 95 (woody und Selima): Freut mich, dass ich Euch damit zum Innehalten und Grübeln anregen konnte, hehe. Wenn ihr die Verbendstellung nun herausbekommen habt, macht euch das "Münsterländer-Spiel" ja sicher auch keine Problem, oder?

    MÜNSTERLÄNDER
    HINSTERBENDER
    BENEBELTER

    :-)

    #100 woody: Der Kabarettist Hagen Rether hat seinem Publikum zum Schluss seines Programms noch mit auf den Weg gegeben, man solle sich doch mal wieder ein wenig um die deutsche Sprache bemühen: "Benutzen Sie doch öfter mal 'ne pfiffige Konjunktion!"
    #103Verfasser paper-clip (376261) 08 Mai 08, 12:22
    Kommentar
    @ #103

    paper-clip, da hast du sicherlich Recht, dass eben auch bei den echten Begründungen das Verb zumindestens in der gesprochenen Sprache meistens nicht am Ende steht.

    Sprachwandel? Bin mit der Bewertung lieber stille, weil ich es auch oft genug so mache.

    @ #102

    Selima, genau, dieses Phänomen ist ein "Shortcut" für: Ich schließe das daraus, dass ...// Ich nehme das an, weil ich sehe, dass ...
    Insofern ein ganz praktisches Redemittel.
    #104VerfasserIngeborg08 Mai 08, 12:33
    Kommentar
    @neutrino, #101:

    Gut aufgepasst, aber Waringham wollte nur die Fehler wissen. Diesen eigenständig korrigieren zu können, habe ich einfach mal unterstellt.
    #105VerfasserVinx (424414) 08 Mai 08, 12:34
    Kommentar
    @paper-clip: Dann kensst Du doch auch den:

    ERBLASSER

    oder?
    #106VerfasserEnerwe08 Mai 08, 12:35
    Kommentar
    Oh wie schön, der ergibt ja sogar in beiden Lesarten Sinn! :-)
    Ich kenne nur noch die Blumentopferde, aber die machen ja eigentlich nur gesprochen Spaß.
    #107Verfasser paper-clip (376261) 08 Mai 08, 12:39
    Kommentar
    Einen habe ich noch!

    Ausgesprochen: bresering -> Brathering

    hat unsere Englischlehrerin in den Wahnsinn getrieben...
    #108VerfasserEnerwe08 Mai 08, 12:45
    Kommentar
    Der/das B/brathering ist natürlich auch ein Lieblingswort unserer native speakers unter den LEOniden.

    Díkurantebíssifihl índi férti fúng!
    Wollte ich nur gesagt haben.
    #109Verfasser tigger (236106) 08 Mai 08, 13:00
    Kommentar
    Dikurante hatte ich schon fast vergessen...*g*
    #110VerfasserEnerwe08 Mai 08, 13:02
    Kommentar
    @Enerwe:

    Jaaa - genau, das meine ich:

    Der Brathering ist (nach meinem Geschmack) auf Englisch ebenso "köstlich" wie auf Deutsch!! :-D

    @paper-clip:

    Richtig, es gab (und gibt) durchaus etliche Kabarettisten, die immer wieder einen geradezu genialen Wortwitz an den Tag legen - u.a. Heinz Erhardt, Willy Astor, ... bei Live-Auftritten gerade des Letztgenannten verläuftReaktion des Publikums typischerweise nach dem Schema "Hä?? - Ach sooo ..."

    Hagen Rether ist mir bisher (leider) nur vom Namen her bekannt ... ich überlege gerade fieberhaft, was er wohl so "beispielshalber" mit den "pfiffigen Konjunktionen" gemeint haben könnte ...
    #111Verfasserwoody08 Mai 08, 13:05
    Kommentar
    Diekuhliefumdenteich *gg*
    #112Verfassernorth0108 Mai 08, 13:12
    Kommentar
    Enerwe:
    Ähem, ich bin leider nicht besonders gut im Malen aber:
    Ein so ähnliches Ding wie das dort unten wurde ja letztens in Köln ausgegraben. Mit der rätselhaften Inschrift:
    DATIS
    NEPIS
    POTUS
    COLONIA
    __________
    C| D
    \ /
    \______/



    woody: leider liegt der besagte Auftritt schon 2 Jahre zurück und ich erinnere mich nicht mehr genau an seine Kommentare zum Sprachgebrauch, er hatte nämlich noch mehr "Tipps" auf Lager. Mal sehen, vielleicht gibt youtube ja was her. Ich glaub's aber eher nicht, weil es nämlich Bestandteil der Zugabe der Zugabe der Zugabe war... Hagen Rether macht auch eigentlich eher böses, zynisches, politisches Kabarett, lohnt sich auf jeden Fall!
    #113Verfasser paper-clip (376261) 08 Mai 08, 13:13
    Kommentar
    Argh. SO sollte das ganz sicher nicht aussehen. Eher so eine Topf/Napf-Form mit Henkeln.
    #114Verfasser paper-clip (376261) 08 Mai 08, 13:14
    Kommentar
    Derkuhliefumdenteich *gg*
    #115Verfassernorth0108 Mai 08, 13:16
    Kommentar
    Das hat doch schon Bastian Sick thematisiert!

    Vermutlich war das im zweiten Buch, denn im ersten finde ich es nicht.

    #116Verfassercoder08 Mai 08, 13:19
    Kommentar
    Nachtrag: mit "das" meinte ich die falschen Imperative "lese dir das mal durch" und "werf den Ball zu mir".

    (Der Faden ist ja schon etwas aus dem Thema gehüpft)
    #117Verfassercoder nochmal08 Mai 08, 13:24
    Kommentar
    @Coder: Hast ja Recht...
    @paper-clip: *prust* Ich habe es auch ohne Zeichnung herausgekriegt, den kannte ich noch nicht.
    #118VerfasserEnerwe ab jetzt im Feierabend08 Mai 08, 13:42
    Kommentar
    @north01:

    Hä? Wie meinen??

    Das erinnert mich aber an einen Titel, der mir kürzlich in einer Buchhandlung auffiel: "Der Coup, die Kuh, das Q" - eine wohl ebenso vergnügliche wie lehrreiche Betrachtung der Tücken unserer Sprache ...

    Auch das "Lexikon der bedrohten Wörter" von Bodo Mrozek (soweit ich weiß, sind inzwischen sind bereits 2 Bände erschienen) gefällt mir übrigens ganz gut - eine wahre Fundgrube an teilweise "liebenswert-antiquierten" Wörtern, die man m.E. ruhig dann und wann mal wieder gebrauchen kann.
    #119Verfasserwoody08 Mai 08, 13:49
    Kommentar
    @woody

    Ist bloß ein alter Kinderwitz:
    Wie heißt es richtig?
    Derkuhliefumdemteich
    Diekuhliefumdenteich oder
    Daskuhliefumdenteich

    Mir war gerade so, ob des akademischen Gefasels hier. *gg*
    #120Verfassernorth0108 Mai 08, 13:55
    Kommentar
    @north01:

    Ach so - verstehe - das kommt schon dann und wann mal vor ...

    Und wenn das Vieh im Winter dem Esel nachrennt, dem zu auf einmal zu wohl wurde, dann kann man hinterher zusehen, wie man den/die/das blöde Kuh wieder vom Eis kriegt ...

    Und ehe man sich's versieht, ist auch schon mal ein ganzer Faden so mir nichts, dir nichts irgendwo hingehüpft - ts, ts, ts ...

    Man hat's halt nicht leicht - aber umso leichter hat's einen, gell ;-)
    #121Verfasserwoody08 Mai 08, 14:25
    Kommentar
    ... umso leichter hat's einen:

    quod erat demonstrandum - da hab ich doch bei der tierisch eisigen Eselei glatt das eine oder andere "zu" zu viel dazugedichtet ... au weia!!!
    #122Verfasserwoody08 Mai 08, 14:36
    Kommentar
    @AnjaF
    "Manchmal bin ich doch froh, dass es ARD und ZDF gibt. :-)"
    Bei denen man sich in der Tagesschau von Tagesschau-Sprecher mitlerweise auch anhören muss "In 2002 wurde ...." [vor etwa zwei Wochen - ich bin fast aus dem Sessel gefallen (was man ja auch als positives Zeichen werten kann)]
    #123VerfasserGeoemyda08 Mai 08, 14:43
    Kommentar
    ... kommt nach Österreich, da reden alle ganz normal ...
    #124VerfasserAsterix08 Mai 08, 15:12
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    Naja, Asterix, selbst die Zeit im Bild ist nicht mehr das, was sie einmal war. (Obwohl die Sprecher dort ihre Nachrichtentexte tatsächlich oft selbst schreiben und das größtenteils auch können.)
    #125Verfassertigger08 Mai 08, 15:22
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    Hier im Faden wird ja des öfteren auf die (aussterbenden?) starken Verben hingewiesen, hatte jemand schon einen Link zu einer Liste angegeben? Falls nicht, hier: http://www.duden.de/produkte/downloads/duden0...

    Bin beim googeln darübergestolpert, als ich die Vergangenheit von "fragen" suchte - um crossposting zu vermeiden, Siehe auch: antworte jmdn. oder jmdn.?
    #126Verfassermm08 Mai 08, 16:34
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    Ein weiteres Phänomen unter den Jugendlichen ist das Ignorieren der "Pronominaladverbien". (Ok, nicht nur unter Jugendlichen, auch im Fernsehen... - habe es übrigens auch in "Leben des Galilei" gelesen.)
    Da wird aus "worüber" plötzlich "über was", oder aus "wobei" wird "bei was"; analog dazu "darüber" --> "über das", "dabei" --> "bei dem".
    Und wie Bastian Sick so schön meint: "Zu was haben wir eine Grammatik?" ;)
    #127VerfasserCera304 Feb. 09, 17:44
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    Cera, da färben die Dialekte ab. Im Bayerischen zum Beispiel gibt es keine derartigen Adverbien. Deshalb sage ich als Süddeutsche ohne mit der Wimper zu zucken im Alltag "Für was brauchst du das", "Bei was soll ich dir helfen" oder "Über was lachst du". Schriftlich verwende ich diese Formulierungen nicht. Es würde mir nicht im Traum einfallen, meine "Sprechsprache" durch Schriftsprache zu ersetzen. Zu was auch :-)
    #128VerfasserBirgila/DE04 Feb. 09, 18:11
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    @Birgila: "Diss iss denn abba kein richtiches Hochdeutsch, ne!" -- "Oiso zwengs meiner basst des scho aso."

    Nachdem ich die Erfahrung gemacht habe, dass man schon mit einem harmlosen "heuer" Deutsche nördlich der Mainlinie nachhaltig irritieren kann, streue ich ganz gern einmal "wega dem" oder "durch des, dass" ein ... von "fei" ganz zu schweigen. ;-)

    PS. Bitte "Bairisch", nicht "Bayerisch". :-) http://de.wikipedia.org/wiki/Bairische_Sprach...
    #129Verfasser Frank FMH (236799) 05 Feb. 09, 01:20
     
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