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    Land und Leute

    Britischer / Amerikanischer Humor - British / American Humour

    Betrifft

    Britischer / Amerikanischer Humor - British / American Humour

    Kommentar
    Ich war eigentlich sicher, dass dieses Thema bereits heiß diskutiert worden sein muss - aber konnte es nicht finden.

    Mein Frage ist nicht so sehr, wie sich der Humor in den Ländern unterscheidet,
    sondern eher warum es anscheinend [i]Verständnisprobleme gibt.

    Zum Beispiel aus den - zugegeben oft sehr platten und hoffentlich nicht repräsentativen - Kommentaren bei youtube
    erkennt man deutlich ein Unverständnis gegenüber dem britischen Humor.

    Woran liegt es: die Sprache, der Mentalität oder anderen Eigenheiten?

    Was meint Ihr: Ist uns Deutschen der britische Humor näher oder geläufiger?
    Ich kann mich nicht erinnern, allzu große Verständnisprobleme gehabt zu haben.
    Vielleicht habe ich nicht bei jedem Sketch sofort laut gelacht,
    aber habe ich so nach und nach 'reingedacht
    und nur einige wenige Sachen mag ich bis heute nicht.

    Kann man denn überhaupt von DEM britischen Humor oder DEM amerikanischen Humor sprechen?
    Viele amerikanische Künstler, die ich kenne, sind eher Vetreter des jüdischen Humors.
    Ich fände es schwierig zu sagen, was typisch amerikanisch ist.

    Eure Meinungen interessieren mich - aber bitte keine wertenden Kommentare,
    welcher Humor besser ist!!!



    siehe auch aktuelle Meldung:
    "AbFab may be lost in translation in the US (8 Oktober, The Independent)

    The BBC comedy Absolutely Fabulous, about two perennially immature, champagnequaffing women, starring Joanna Lumley and Jennifer Saunders, above, is to be remade by the Fox Network for the US. The show will be based in Los Angeles, according to Variety.com. However, some believe the comedy will be lost in translation."
    VerfasserJay08 Okt. 08, 13:10
    Kommentar
    Aus dem gedächtnis zitiert: "Britain and the US are two countries divided by the same language".
    Es ist mMn nicht nur die Sprache, sondern weite Teile der Kultur, die die beiden Länder unterscheidet. Und Dein Beispiel, daß Ab Fab neu aufge- und die Handlung nach LA verlegt werden soll, zeigt mir eigentlich nur mal wieder, daß "die Amerikaner" es nicht glauben können, daß es außerhalb ihres Landes gute Comedy gibt. Oder daß den Gagschreibern nichts Neues mehr einfällt.
    #1Verfasser Electric Barbarella (244879) 08 Okt. 08, 13:28
    Kommentar
    Liebe Electric Barbarella,
    genau so ein abwertendes Dissen wollte ich eigentlich nicht lesen...

    Alle Negativ(vor)urteile gegenüber Amerikanern kenne ich schon zum Abwinken
    und klar, die Film- und TV-Industrie recycelt lieber alte Ideen, anstatt sich etwas Neues einfallen zu lassen.
    Altbekannt.

    Aber welche Kulturunterschiede machen es so schwer, den Humor zu verstehen?
    Wir, angeblich so humorlosen Deutschen, verstehen und schätzen doch oft den britischen Humor,
    obwohl wir eine andere Sprache sprechen.
    Oder ist es in Deutschland auch nur eine Minderheit
    und der britische Humor erschliesst sich weltweit gar nicht so vielen Menschen...?
    #2VerfasserJay08 Okt. 08, 13:39
    Kommentar
    Meiner Meinung nach werden so Sachen wie jetzt AbFab oder auch Little Britain (oder x andere Fernsehserien) in den USA eher deshalb nachgedreht, weil die Leute generell ungern "ausländische" Produkte konsumieren und weil sich mit eigenen Schauspielern etc. viel größere Vermarktungsmöglichkeiten ergeben als mit einer der BBC abgekauften Serie.
    Ich glaube nicht, dass es per se daran liegt, dass sie es nicht lustig finden würden.

    Ich finde es aber auch ein interessantes Thema, z.b. ist britisches und amerikanisches The office schon ziemlich verschieden, ich finde aber beide gut 8müsste man mal schauen, da gibt es bestimmt schon Studien drüber).

    Also ich weiss auch keine Antwort, ich finde eigentlich in beiden Ländern gibt es gute Comedy, aber britische mag ich alllgemein etwas lieber, ist eher verbal (slapstick etc. finde ich total blöd, aber das ist nur meine Meinung)und krasser.
    #3Verfasserpluginbaby08 Okt. 08, 14:02
    Kommentar
    This might be an interesting read, if you're up to it. It is a bit long.

    http://www.guardian.co.uk/film/2007/feb/10/co...

    An article by Simon Pegg (British comedian) about why his film Shaun of the Dead translated so successfully to US audiences. It's interesting because he disputes the same old argument that "Americans don't get [understand] irony", and argues that we're not actually that different.

    I picked a few choice paragraphs if you prefer to just read those:

    When it comes to humour, however, there is one cultural myth that just won't die. You hear it all the time from self-appointed social commentators sat astride high horses, dressed as knights who say, "Ni". They don't get it. They never had it. They don't know what it is and, ironically, they don't want it anyway. That's right: "Americans don't do irony." This isn't strictly true. Although it is true that we British do use irony a little more often than our special friends in the US. It's like the kettle to us: it's always on, whistling slyly in the corner of our daily interactions. To Americans, however, it's more like a nice teapot, something to be used when the occasion demands it. This is why an ironic comment will sometimes be met with a perplexed smile by an unwary American.

    ...

    It's not so much about having a different sense of humour as a different approach to life. More demonstrative than we are, Americans are not embarrassed by their emotions. They clap louder, cheer harder and empathise more unconditionally. It's an openness that always leaves me feeling slightly guilty and apologetic when American personalities appear on British chat shows and find their jokes and stories met with titters, not guffaws, or their achievements met with silent appreciation, rather than claps and yelps. We don't like them any less, we just aren't inclined to give that much of ourselves away. Meanwhile, as a Brit on an American chat show, it's difficult to endure prolonged whooping without intense, red-faced smirking.

    ...

    When it comes to their mainstream, America's emotional openness has often given way to a sentimentality that jars with our more guarded and cynical outlook. This is why the initially enjoyable Happy Days became blighted by saccharine lessons in family values, as Henry Winkler's originally subversive Fonzie was mercilessly appropriated by the middle-class American family, castrated by Marion Ross's Mrs Cunningham and forced to sit on it (although it's interesting to note that in outtakes from the series, Winkler and Ross would often play out an irresistible sexual tension between them with stolen gropes and kisses, solely for the enjoyment of the live studio audience, hinting at darker, more interesting themes than the show itself ever tackled). Generally speaking, sentimentality isn't easy for us. It makes us nervous and uncomfortable. We become edgy and dismissive of these brazen displays of emotion.
    #4VerfasserLime (446868) 08 Okt. 08, 14:09
    Kommentar
    Das unterschiedliche Humorverständnis kann sogar selber Ziel des Humors sein:
    Kürzlich tauchte bei den Simpsons eine englische Autorin im lokalen Buchclub auf und wurde mit den Worten verabschiedet, daß die simplen Amerikaner den subtilen britischen Humor eh nicht verstünden. Danach rannte sie zu lustiger Mr Bean-Musik sehr schnell und staksig durch die Szenerie, verfolgt von einer Reihe schlagstockschwingender Bobbies.
    #5Verfasser Sven DE (263308) 08 Okt. 08, 14:10
    Kommentar
    "... genau so ein abwertendes Dissen wollte ich eigentlich nicht lesen..."

    Es war nicht als "abwertendes Dissen" (schöne Wortschöpfung, wenn auch doppelt gemoppelt) gemeint, aber wenn man es unbedingt drauf anlegt, kann man ja alles falsch verstehen.
    #6Verfasser Electric Barbarella (244879) 08 Okt. 08, 14:12
    Kommentar
    @pluginbaby: Wenn du eine Studie oder ähnliches darüber finden solltest - her damit! ;-)
    Mich interessiert immer, warum Menschen etwas witzig finden und warum nicht.







    Immer wieder gern zitiert:
    "We have really everything in common with America nowadays except, of course, language." (Oscar Wilde)
    #7VerfasserJay08 Okt. 08, 14:20
    Kommentar
    @Electric Barbarella:
    Entschuldigung!
    Ich muss gestehen, ich hatte es wohl nicht konzentriert genug gelesen.
    #8VerfasserJay08 Okt. 08, 14:30
    Kommentar
    Meiner Meinung nach steht der deutsche Humor zu sehr in der Tradition des politischen Kabaretts mit dieser "ho ho ho, ja da hat er ja recht, der kleine mann wird ja gar nicht ernstgenommen von denen da oben"-Attitüde, immer schön mit Zeigefinger und Moral und der platten Büttenrede. Mario Barth oder diese dicke Frau aus Marzahn sind die besten bzw. schlechtesen Beispiele. Der Deutsche lacht, weil ihm jemand mit dem Holzhammer befielt, etwas lustig zu finden. (ich beziehe mich hier immer auf den mainstream, selbstverständlich gibt es auch sehr viel Gutes)

    Die Briten sind anarchisch, respektlos und absolut schmerzbefreit, das finde ich sehr erfrischend, ausserdem wissen sie sehr gut, wie man eine Situation des Fremdschämens erreicht. Hat wohl mit der Gesellschaftsstruktur zu tun. Man hat hier nicht diese Enschränkungen wie in Deutschland a lá "Darüber darf man aber nicht lachen! neinneinnein!"

    USA ist irgendwie so eine Mischung. Oft platt, aber trotzdem respektlos ohne dumm zu sein, deswegen irgendwie so ein Mittelding.


    just my 2 cents
    #9VerfasserHans Menz08 Okt. 08, 14:40
    Kommentar
    re #8, ist ok, Jay. Vielleicht habe ich es auch nur zu flapsig geschrieben. Die Sache ist die, daß Ab Fab bereits sehr erfolgreich im US-Fernsehen gelaufen war (In the United States, Absolutely Fabulous has been broadcast on Comedy Central, PBS, BBC America, and since 2003 Oxygen Network as well. In Canada, since 1994, all episodes have been broadcast on BBC Canada, the CBC and The Comedy Network. - Wikipedia) - wieso müssen die Amerikaner das nochmal neu aufwärmen??
    #10Verfasser Electric Barbarella (244879) 08 Okt. 08, 14:52
    Kommentar
    Meiner Meinung nach steht der deutsche Humor zu sehr in der Tradition des politischen Kabaretts mit dieser "ho ho ho, ja da hat er ja recht, der kleine mann wird ja gar nicht ernstgenommen von denen da oben"-Attitüde, immer schön mit Zeigefinger und Moral und der platten Büttenrede. Mario Barth oder diese dicke Frau aus Marzahn sind die besten bzw. schlechtesen Beispiele. Der Deutsche lacht, weil ihm jemand mit dem Holzhammer befielt, etwas lustig zu finden. (ich beziehe mich hier immer auf den mainstream, selbstverständlich gibt es auch sehr viel Gutes)
    Die Briten sind anarchisch, respektlos und absolut schmerzbefreit, das finde ich sehr erfrischend, ausserdem wissen sie sehr gut, wie man eine Situation des Fremdschämens erreicht. Hat wohl mit der Gesellschaftsstruktur zu tun. Man hat hier nicht diese Enschränkungen wie in Deutschland a lá "Darüber darf man aber nicht lachen! neinneinnein!"
    USA ist irgendwie so eine Mischung. Oft platt, aber trotzdem respektlos ohne dumm zu sein, deswegen irgendwie so ein Mittelding.


    BINGO!!


    Wer sich für die Unterschiede in Sachen Humor interessiert, dem sei empfohlen, einfach mal amerikanische, britische und deutsche Internetforen oder auch z. B. Youtube-Kommentare diesbezüglich miteinander zu vergleichen - zumindest ist das deutlich lebensnäher, als Humor über die jeweiligen professionell erstellten TV-Comedyprogramme oder Comedians der einzelnen Länder zu vergleichen.
    Meiner Meinung nach wird gerade daran deutlich, wie sehr sich das Humorverständnis unterscheidet.

    Wo der Deutsche es schon Humor nennt, wenn er - wie die meisten User hier - jeden einfach nur unglaublich dumm-albernen Satz mit einem Zwinker-smiley beendet (damit auch jeder wirklich weiß, dass das gerade lustig sein sollte) oder absoluten Babysprech-Blödsinn in Sternchen verpackt (a la *tunkepipimanninnutella*, *freu*), da ist britischer und amerikanischer Humor deutlich trockener und härter, innovativer, kreativer und raffinierter sowieso.

    Die Sprüche, die in US/UK-Foren durch die Gegend fliegen, treiben einem die Tränen in die Augen vor Lachen, das alberne typisch deutsche Otto-Waalkes-Geblödel in hiesigen Foren eignet sich höchstens zum Fremdschämen, wobei das LEO-Quasselzimmer in Sachen Infantilität schon so was wie einen kulturellen Tiefpunkt markiert.
    Die Welt hat schon Recht, wenn sie uns Deutsche als humorlos und peinlich bezeichnet.
    #11VerfasserDer Papst08 Okt. 08, 15:20
    Kommentar
    Äh... und, Papst? Was schlägst Du vor? Sollen wir uns alle gleich kollektiv aufhängen...?
    #12Verfasser Electric Barbarella (244879) 08 Okt. 08, 15:36
    Kommentar
    @lime: Danke für den Link, das ist sicher interessant!

    @Der Papst: Bitte dringendst um Empfehlungen, in welchen Foren es "einem die Tränen in die Augen vor Lachen" treibt!
    Die kenne ich noch nicht. Bei youtube oder anderen mir bekannt kenne ich eher das Fremdschämen...
    Aber wenn du schon LEO als "kulturellen Tiefpunkt" empfindest, hast du eventuell eine andere Wahrnehmung?
    #13VerfasserJay08 Okt. 08, 15:44
    Kommentar
    Nicht wieder der Papst, bitte...

    #14VerfasserBishop08 Okt. 08, 15:44
    Kommentar
    Ja, bitte nicht.
    #15VerfasserHenry 8th und Martin Luther08 Okt. 08, 15:50
    Kommentar
    "Die Welt hat schon Recht, wenn sie uns Deutsche als humorlos und peinlich bezeichnet."
    Genau, Selbsthass ist sicher eine gute Lösung.

    Eigentlich wollte ich auch nicht auf den Beitrag von "Hans Menz" eingehen,
    da ich nicht über den deutschen Humor diskutieren wollte...

    Aber als kleiner Versuch der Ehrenrettung:
    Wer behauptet möchte, dass der deutsche Humor (und insbesondere das politische Kabarett) platt ist
    und zum Beispiel die Sendung "Neues aus der Anstalt" und Erwin Pelzig kennt -
    also dem kann ich beim besten Willen nicht helfen!

    Das sind für mich absolut geistreiche Entertainer.
    #16VerfasserJay08 Okt. 08, 16:10
    Kommentar
    Werden Witze nicht verstanden, liegt es meist am anderen, kulturellen Bezugsrahmen.
    So kann ich mit den "knock knock" Witzen nichts anfangen. Andere Witze kann ich jedoch durchaus goutieren. In Deutschland gibt es eine Tradition des politischen Humors, die z.B. in USA meist nicht verstanden wird - ueber Politk spricht man nicht, also macht man auch keine Witze; Ausnahmen wie in der Vorwahlzeit bestaetigen die Regel.

    Witze ueber die Royals, die in Laendern, deren Staatsoberhaupt Her Majesty the Queen ist, schallendes Gelaechter hervorrufen, werden in USA oft nicht als witzig empfunden, falls sie denn verstanden werden.

    Es gibt Witze, die funktionieren in fast allen Kulturen. Es gibt aber auch sehr viele Witze, die so sehr vom kulturellen Bezugsrahmen abhaengen, dass sie selbst von Muttersprachlern mit anderem kulturellen Hintergrund nicht verstanden werden.
    #17Verfasser AGB (236120) 08 Okt. 08, 16:16
    Kommentar
    "Die Welt hat schon Recht, wenn sie uns Deutsche als humorlos und peinlich bezeichnet."
    Peinlich? Dieses Vorurteil ist mir neu.
    Humorlos: Hierzu hab ich gelesen: Dieses Vorurteil sei gar noch nicht so alt. Ein Brite hat das mal öffentlich erwähnt. Der Name stand auch dabei, leider hab ich vergessen wie er heißt. Dass das in Großbritannien seither weitverbreitet ist, und sich auch weiter nach Amerika ausgebreitet hat, ist nicht weiter verwunderlich, immerhin ist das auch ein Stilmittel in Gute-Böse Filmen. Und Deutsche sind ja öffters die Bösewichter vorallem in Kriegsfilmen. Ansonsten hat AGB ja schon gesagt woran es liegen kann als humorlos zu gelten man findet halt was ANDERES lustig. Absolut albern ist es allerdings wenn Deutsche diesen Schwachsinn nachplappern.

    Ein Unterschied zwischen britischen Humor und amerikanischen Humor ist meinem Empfinden nach, dass britischer Humor eher sinnfrei ist "just for fun". Amerikanischer Humor aber oft einem Zweck dient. Z.B. wird im Wahlkampf Humor als "Waffe" gebraucht. Bei Comedy in Serien aber auch in einigen Filmen kommt es mir so vor als ob die Erziehung zu bestimmten Werten im Vordergrund stünde und der Humor nur dazu dient dass das auch jemand anschaut. Ich finde das ist gut gelungen denn ich schau es mir gern an.




    #18VerfasserMikado09 Okt. 08, 08:17
    Kommentar
    Jay und mikado zeigen seht schön das deutsche Dilemma. Unterbewusst muss Humor immer einem Zweck dienen, gut sein, geistreich sein. Monty Python, Fawlty Towers etc. wären dann demzufolge kein guter Humor, kein wertvoller Humor. Eben das ist diese von mir erwähnte Tradition des Kabaretts, immer schön politisch korrekt.
    Man darf nicht lachen um des Lachens willen. In Deutschland eine ganzer Folge lang Behindertenwitze (IT Crowd), (zugegeben grenzwertige) Gags über Sodomie, Kindesmissbrauch, Vergewaltigungen, Abtreibung (Family Guy et al): Undenkbar in Deutschland, dann käme die Humorpolizei.
    #19VerfasserHans Menz09 Okt. 08, 10:31
    Kommentar
    @ Hans Menz: Aus welchen Kommentaren von Jay und mikado liest Du, dass Humor einem Zweck dienen muss?
    #20Verfasserbabs09 Okt. 08, 10:49
    Kommentar
    Wer behauptet möchte, dass der deutsche Humor (und insbesondere das politische Kabarett) platt ist
    und zum Beispiel die Sendung "Neues aus der Anstalt" und Erwin Pelzig kennt -
    also dem kann ich beim besten Willen nicht helfen!
    Das sind für mich absolut geistreiche Entertainer.

    ****

    Ein Unterschied zwischen britischen Humor und amerikanischen Humor ist meinem Empfinden nach, dass britischer Humor eher sinnfrei ist "just for fun". Amerikanischer Humor aber oft einem Zweck dient. Z.B. wird im Wahlkampf Humor als "Waffe" gebraucht. Bei Comedy in Serien aber auch in einigen Filmen kommt es mir so vor als ob die Erziehung zu bestimmten Werten im Vordergrund stünde und der Humor nur dazu dient dass das auch jemand anschaut. Ich finde das ist gut gelungen denn ich schau es mir gern an.

    ****

    Nochmal, das ist nicht böse gemeint und auch kein persönlicher Angriff. Ich denke nur, dass das in der deutschen Erziehung, im Unterbeweusstsein fest verankert ist, eben durch jene angesprochenen Traditionen.
    #21VerfasserHans Menz09 Okt. 08, 11:11
    Kommentar
    Hans Menz
    Du hast mich vollkommen falsch verstanden!
    Ich kann auch nicht verstehen wie du das aus meinem Kommentar rauslesen willst.
    Es ging doch um britischen und amerikanischen Humor.
    Ich mag die amerikanischen Comedy Filme/Serien obwohl ich sie als Erziehungsfernsehen empfinde. Was ich als gelungen ansehe ist dass man, mich eingeschlossen, es trotzdem gerne anschaut. Siehe Einschaltquoten.
    Eines könnte man schon falsch verstehen. Ich meine nicht dass amerikanischer Humor immer zweckgebunden ist, ich meine nur dass Amerikaner Humor gern für Zwecke einsetzen. Das ist nur EIN Aspekt und deckt nicht den ganzen amerikanischen Humor ab. Aber eben ein Unterschied zu Großbritannien denn diesen Aspekt habe ich dort eben noch nicht endeckt. Erziehungscomedy ist mir in Deutschland allerdings auch noch nicht aufgefallen.
    Ich finde nicht das Karl Valentin, Didi, Otto, Walter Giller, "Klimbim", Peter Frankenfeld, Harald Juhnke, Heinz Erhard, Anke Engelke, Willi Astor, Michael Herbig (sind jetzt nur die die mir gerade im Moment einfallen, ist keine Wertung) irgend einen Zweck hinter ihrem Humor verstecken.
    Aber (Wasser auf deine Mühlen) ich liebe Neues aus der Anstalt und Erwin Pelzig --- und den Schuh des Manitu. :-) :-) :-) und Smiles, wie schreibt man diese Dinger?

    #22VerfasserMikado09 Okt. 08, 13:55
    Kommentar
    @Hans Menz:
    Ich habe nichts in der Art behauptet und möchte mich nciht so verstanden wissen.
    Im Detail darauf einzugehen würde jetzt zu sehr von meiner eigentlichen Frage abweichen.
    Mir geht es wirklich nicht um das Humorverständnis oder die Humorfähigkeit der Deutschen im Allgemeinen -
    und sicher nicht um mein Humorverständnis.

    (In aller Kürze: Ich mag Comedy von Buster Keaton, Tati bis zu Fry & Laurie.
    Ich schätze Nonsense ebenso wie Kabarett - und teile nicht deine Ansichten über das deutsche Kabarett.)


    -------------------------
    Humorverständnis US/D
    zum Kommentar #17 von AGB:
    Diese Meldung bestätigt deine Aussage "ueber Politk spricht man nicht":


    aus der Los Angeles Times:

    "Lorne Michaels, the executive producer of "Saturday Night Live," has a message for those convinced that the program's presidential campaign sketches have a secret political agenda.

    "You know, they're jokes," he said. "And when people are confronted with jokes, quite often they will over-think it."

    But as Michaels and his cast prepare to pull off six live shows in the next four weeks -- including three prime-time specials, beginning tonight -- "SNL's" creator doesn't hold out much hope that the show's political parodies will be viewed with equanimity.

    "You see it on a partisan level now, where people have no sense of humor about the other side," he said, sitting in his 17th floor office in Rockefeller Plaza on Tuesday evening, munching on popcorn as he prepared for another late night.
    "Saturday Night Live" is feeling the blow-back keenly this year. Viewership greatly increased when the NBC program put the 2008 race center stage, skewering the fawning news coverage of Sen. Barack Obama and spoofing Alaska Gov. Sarah Palin as a cheerfully incoherent candidate.

    An average of 8.3 million people tuned in for the first three shows this fall, 48% more than during the same period last year and 13% more than during the fall of 2004. That's far more than tune into other politically satirical programs, such as Comedy Central's "The Daily Show," which has averaged 1.8 million viewers a night this year.
    But "SNL's" popular political sketches have also generated vociferous complaints from across the political spectrum. In the spring, the program was credited with helping shift public opinion in Sen. Hillary Rodham Clinton’s favor, especially after she made an appearance on the show right before the Ohio and Texas primaries. More recently, Tina Fey's doppelganger impersonation of Palin has emerged as a political Rorschach test: seen as all too true by gleeful Democrats and as a partisan hit by Republicans.

    Michaels rejects the notion that the show favors any candidate.
    "If we put on screeds, we would have no audience," he said. "If you want partisan, that's what Comedy Central is for."

    He's amused by the influence attributed to the late-night variety show.

    "We enhance the decision-making process," he said. "But I don't think people go, 'Oh, I saw that sketch, and now I'm determined to vote this way or that way.'"
    (...)

    Bei uns (oder auch in GB) haben die Komiker oder Kabarettisten definitv kein Problem damit, eindeutig politisch Stellung zu beziehen!
    #23VerfasserJay09 Okt. 08, 16:17
    Kommentar
    Für mich ist die Frage im Grunde immer noch offen:

    Warum ist es angeblich so schwer, den britischen Humor zu verstehen?

    Tun sich denn die meisten Menschen außerhalb der Insel schwer damit
    (und ich kenne womöglich nur die Ausnahmen).

    Liegt es an der Mischung aus Ironie, Sarkasmus, Nonsense und Sprachwitzen?
    Was meint Ihr, macht den britischen Humor aus?


    @AGB: Was sind "knock knock" Witze"? (Habe grad mal gegoogelt: Ist es eine amerikanische Witz-Form?)
    #24VerfasserJay09 Okt. 08, 16:37
    Kommentar
    Knock, Knock "Hallo Tower, hier sind zwei Flugzeuge mit arabischen Piloten"
    waren es diese Witze?
    #25Verfasserkehd09 Okt. 08, 16:48
    Kommentar
    @Jay: Das sind richtig alberne Witze, ich kenne sie aus GB, als Kind fand ich sie auch lustig.
    Siehe auch: Knock, knock, who's there?
    #26Verfasser Dragon (238202) 09 Okt. 08, 16:49
    Kommentar
    knock knock
    Who's there
    Boo
    Boo Who?
    don't cry
    #27Verfasser PiPaPo (314298) 09 Okt. 08, 16:50
    Kommentar
    @Jay #24:
    PiPaPo hat einen klassischen knock-knock-Witz in #27 aufgeschrieben. Der Witz funktioniert nur, wenn zwei Leute ihn spielen.

    A: knock knock
    B: Who's there
    A: Boo
    B: Boo Who?
    A: don't cry

    Die Anwort von B ist immer gleich - zuerst "who's there?", danach "[Anwort] who?". Die Anwort und wie die letzte Zeile mit der Kombination "[Anwort] who?" umgeht, sind der eigentliche Witz.
    #28Verfasser AGB (236120) 09 Okt. 08, 17:52
    Kommentar
    Also, ich bin ja eigentlich ein Fan von Britischem Humor aus Comedy Shows und Filmen und im Alltag, aber mit Knock Knock-Witzen kann ich irgendwie genauso wenig anfangen wie mit diesen unlustigen Christmas Cracker Witzen.

    Wer denkt sich die denn aus?!
    #29VerfasserRJo [de] (343577) 09 Okt. 08, 18:04
    Kommentar
    Nur so als Beispiel für einen Christmas Cracker Joke, weil wir das mal hier im Forum hatten letztes Jahr oder so:

    When's a door not a door? When it's a jar.
    #30VerfasserRJo [de] (343577) 09 Okt. 08, 18:13
    Kommentar
    hmmm, vieleicht habe ich doch zu umständlich oder komplex gefragt?

    Also mal persönlich gefragt:

    @RJo [de]: Hat sich dir der Britische Humor direkt erschlossen? Hattest du Berührungsängste? ;)
    Siehst du die Filme, Serien im OV?

    #31VerfasserJay10 Okt. 08, 16:03
    Kommentar
    Ich denke, dass jemand Schwierigkeiten mit britischem Humor hat, wenn er Dinge gern in moralische Kategorien einordnet. Britischer Humor ist oft schwarz, d.h. es wird über Tabuthemen gelacht. Das darf man zum Beispiel in Deutschland (zumindest öffentlich) nicht, weil wir Deutschen damals, Hitler, Juden, böse blabla.
    Ich habe allerdings das Gefühl, dass die Öffentlichkeit langsam auf den Geschmack kommt, weil sonst 'tabulose' Serien wie "Dr. House" keine guten Einschaltquoten hätten.

    Ein anderer Aspekt des englischsprachigen Humors sind die vielen Wortspiele, für die man natürlich gut Englisch können muss. Ein bloßes Erklären, worin der Witz besteht, hilft da auch nicht viel weiter.

    Was ich dem deutschen politischen Kabarett (Das ja meist bierernst und säuerlich rüberkommt) jederzeit vorziehe, ist Jon Stewart's "Daily Show".
    http://www.thedailyshow.com/full-episodes/ind...
    Wie der gerade die amerikanischen Wahlkämpfer durch den Kakao zieht, ist einfach Klasse.
    #32Verfasseruneingeloggt10 Okt. 08, 17:15
    Kommentar
    ...wenn ich hier meine unmassgebliche Meinung kundtun darf -ich bin 'Black-Adder'- Fan (im lockereren Sinne des Begriffes) und gerade die WW1-Teile haben mich manchmal zwischen Lachen und 'oha' schwanken lassen.
    Ich denke, gerade die Zwischentöne machen britischen Humor aus und ich liiebe die Wortspiele des Inselvolkes.
    Ach ja,und über die 'Ritter vom Ni' könnte ich mich regelmässig beeumeln!
    #33Verfassersonar10 Okt. 08, 17:57
    Kommentar
    @uneingeloggt:

    "politischen Kabarett (Das ja meist bierernst und säuerlich rüberkommt)"

    Habe da irgendwie eine ganz andere Wahrnehmung...
    Bin echt verdutzt über Eure negativen Pauschalurteile!

    "Bierernst und säuerlich" würde ich das nicht nennen,
    wenn Richling mal wieder in Kostüm & Schminke einen Politiker/Politikerin imitiert.
    Nicht immer gelungen, aber definitv nicht bierernst!
    Oder Hagen Rether (recht böse),
    oder eben die obengenannten, etc.?

    An wen speziell habt Ihr bei Euren Bewertungen gedacht?
    (und davon ab: Wie sollte man denn auf deutsche Politik Eurer Meinung nach reagieren?)
    #34VerfasserJay13 Okt. 08, 18:29
    Kommentar
    kate Fox in the much-cited anthropological work on the British Watching the English claims that English (British) humour is famed not because the British have some kind of intrinsic skill at being funny (in the genes, as it were, just like the Sherpas are better adapted to living at altitude), but because there is just so much humour around that statistically speaking, more of it is likely to be funny. The British allow and demand humour in a wider range of situations than in Germany. Look at the TV schedules any evening, and there will be several comedy shows. Some of them will be absolutely rubbish, others not bad, and a very few will be hilarious. And of course it's the very funny ones that make it abroad - Black Adder, Little Britain, Monty Python. Her point is that the British have become precisely so good at it because they spend so much time practising. The idea is that any nation becomes good at something they put a lot of energy into...I imagine there are a few exceptions to that rule though!
    #35Verfasser yackydar (264012) 13 Okt. 08, 19:05
    Kommentar
    Eine andere Theorie, die man über britischen Humor haben könnte ist, dass es bei einer Gesellschaft die nach aussen hin so "tight laced" ist und in "everything just so" zu laufen hat, inklusive "übertriebener" Höflichkeit und political correctness, es viel einfacher ist, Tabus zu brechen und dadurch Lacher zu erzeugen.
    #36Verfasser Lady Grey (235863) 13 Okt. 08, 19:14
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    @Jay

    Ich klinke mich mal wieder ein, da ich ja unter anderem das deutsche Kabarett so kritisiert habe. Richling z.B. finde ich richtig widerlich. Das ist für mich das Paradebeispiel des deutschen Oberlehrers.
    Und das ist auch mein Hauptproblem mit Kabarett, dieser Zwang, es wirklich jedem klarzumachen, was man meint, warum das lustig ist, warum dies und das so ist, und warum man dieses und jenes zu denken hat.
    Die oben angesprochene Daily Show mit Jon Steward ist wirklich grandios, aber sie funktioniert komplett anders. Einspieler, kurze Parodien, schnelle Gags. Man hat's kapiert oder nicht und lacht (oder nicht).
    Hier erschließt sich eben der politische Hintergrund von selbst, man denkt nach. Im deutschen Kabarett ist alles schön in Häppchen geschnitten, man wird gefüttert und bevormundet.

    Noch ein Tip:
    "Triumph, the insult comc dog" aus Latenight with Conan O'Brian. Gibts bei Youtube, der Besuch auf der ComicCon, beim Republikaner-Parteitag oder in Quebec ist besonders lustig :)
    #37VerfasserHans Menz14 Okt. 08, 10:55
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    Der Witz ist das Epigramm auf den Tod eines Gefühls.
    #38VerfasserFriedrich N.14 Okt. 08, 13:21
     
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