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    Land und Leute

    Wie seid ihr zu eurem Beruf gekommen?

    Betrifft

    Wie seid ihr zu eurem Beruf gekommen?

    Kommentar
    Hallo ihr alle,
    als frische Schülerin an einer Übersetzer-Fachakademie würde es mich total interessieren, wie ihr zu den Sprachen gekommen seid, was und wo ihr studiert habt und wo ihr schon alles die Möglichkeit hattet, zu arbeiten...

    Noch einen schönen Nachmittag!
    VerfasserNewbie26 Nov. 08, 13:22
    Kommentar
    Geht die Frage nur an diejenigen, die Übersetzer von Beruf sind, oder an alle, die einen haben?
    #1Verfassergherkin26 Nov. 08, 13:34
    Kommentar
    Natürlich an alle, die irgendwas mit Fremdsprachen zu tun haben ;-)))
    #2VerfasserNewbie26 Nov. 08, 13:36
    Kommentar
    Ich habe was völlig anderes studiert und habe jetzt den Fremdsprachenkorrespondenz-Job eines anderen LEO-Forummitglieds.
    #3Verfasser tigger (236106) 26 Nov. 08, 13:39
    Kommentar
    Hallo Tigger,
    Woran liegts, dass du nicht in deinem wirklichen Fach arbeitest.
    Versteh mich nicht falsch : )
    #4VerfasserLilly26 Nov. 08, 13:42
    Kommentar
    @#2: Also auch an den Biologen, der regelmäßig Fachpublikationen in englischer Sprache lesen muss, den Mitarbeiter eines internationalen Konzerns in egal welcher Funktion, der gelegentlich Briefe in englischer Sprache erhält, oder den Juristen, der erfassen muss, was in einem englischsprachigen Vertrag steht? Oder dann doch nur an Übersetzer, Dolmetscher, Fremdsprachenkorrespondenten und Sprachenlehrer, die also gezielt eine oder mehrere Fremdsprachen im Rahmen ihrer Berufsausbildung ausgewählt haben?
    #5Verfasser Dragon (238202) 26 Nov. 08, 13:44
    Kommentar
    Ich kann leider nix außer ein bißchen Englisch. ;-)
    #6Verfassereastworld26 Nov. 08, 13:47
    Kommentar
    Soll ja auch brotlose Studien geben...
    #7Verfasser tigger (236106) 26 Nov. 08, 13:47
    Kommentar
    support Dragon: ich mach den job, den ich gelernt habe, mal auf Englisch und mal auf DEutsch. Dazu gehören natürlich Geschäftsbriefe, Dokumentation, Verhandlungen, direkte Gespräche mit Leuten. Man nennt es auch die Globalisierung...
    #8Verfasserkika26 Nov. 08, 13:48
    Kommentar
    @tigger

    wusstest du das vorher oder kam der Schock nach Studienende?
    #9VerfasserKika26 Nov. 08, 13:49
    Kommentar
    Sorry, Kinder, das ist kein "wie tigger zu ihrem Job kam"-Faden. Ich bin ja nicht mal Übersetzerin.
    Lasst euch doch mal spannendere Geschichten erzählen!
    Meine Pointe war schon die, dass der Job aus dem LEO-Forum kam.
    #10Verfasser tigger (236106) 26 Nov. 08, 13:53
    Kommentar
    Sorry, habe mich nur schon manches mal gefragt, ob leute gewisse Studien anfangen, obwohl sie wissen, dass sie damit später beruflich wenig anfangen können oder ob die einfach optimistisch sind. eine aus meinem Jahrgang hat irgendwie Keltologie oder so ähnlich studiert. An einer privaten Uni in Schottland. Das war also echt teuer. Ich bin damals mehr nach Perspektiven als nach Spaßfaktor gegangen :-(

    (will jetzt aber nicht implizieren, dass irgendjemand hier ein Spaßstudium absolviert hat)

    zur Ausgangsfrage: gemeinhin treffen wohl viele die Entscheidung nach dem Gesichtspunkt, wo die Interessen & Begabungen in der Schule lagen - so war es bei mir auch. Fremdsprachen kamen dann ungewollterweise dazu.
    #11Verfasserkika26 Nov. 08, 14:00
    Kommentar
    kika, macht gar nichts. Ich bekenne mich offen und gerne zu meinem Spassstudium in Physik. (Das habe ich wirklich nur gemacht, weil ich Physik studieren wollte und aus keinem anderen Grund.)

    Mit Sprachen hatte ich es eigentlich nicht so, aber das bleibt nun mal nicht aus da die Veroeffentlichungen auf Englisch sind und man also sprechen, schreiben, lesen und verstehen sollte.

    Inzwischen bin ich sogar beruflich in England und habe also noch mehr mit Sprache zu tun.
    #12VerfasserEmily26 Nov. 08, 14:06
    Kommentar
    Ich habe einfach gemacht, was mir am besten lag, d.h. womit ich mit möglichst wenig Lern- und Arbeitsaufwand einen möglichst vielseitig verwendbaren Studienabschluss bekommen konnte.
    #13Verfasserunromantische Übersetzerin26 Nov. 08, 14:09
    Kommentar
    Da muss ich ja doch noch mal antworten... :-)
    Die meisten meiner Studienkollegen haben schon irgendwie Jobs, die irgendwie mehr oder weniger mit dem Studium was zu tun haben. Unistudien vermitteln schließlich eine recht breite Bildung... und mir hilft es natürlich auch, einen Abschluss zu haben, damit kann ich immerhin nachweisen, irgendwas auf die Reihe zu kriegen, ich glaube mit Abbruch wär's schwerer.
    #14Verfasser tigger (236106) 26 Nov. 08, 14:10
    Kommentar
    @#5: Fremdsprachenkorrespondenten nennst Du in Deiner Aufzählung der Sprachfachleute, Fremdsprachensekretäre nicht.
    Ich bin beides. Die ZWISCHENPRÜFUNG nach der Hälfte der Fremdsprachensekretärinnenausbildung gilt gleichzeitig als Abschluss als Fremdsprachenkorrespondentin.
    Die Ausbildung habe ich als "Parkstudium" gemacht, weil mein Abi-Schnitt für das Traumstudium nicht reichte. Dann bin ich dabei geblieben, der Job ist interessant und macht Spaß.
    #15VerfasserEifelblume (341002) 26 Nov. 08, 14:15
    Kommentar
    A propos, das würde mich mal interessieren:
    Ist das mal wieder von Bundesland zu Bundesland verschieden in Deutschland oder kann man ungefähr sagen, wie sich diese ganzen "Fremdsprachen-hastenichtgesehn"-Berufe definieren?
    #16Verfasser tigger (236106) 26 Nov. 08, 14:18
    Kommentar
    klar lernt man etwas (z.B. Recherche, selbstständiges Arbeiten etc), wenn man studiert!!! Aber ich persönlich denke, dass die Zeit, die ich mit studieren verbracht habe, mir nicht soviel gebracht hat, wie der erste job mit sehr!!! erfahrenen Kollegen. Da habe ich vielmehr gelernt! Wenn ich mir dann vorstelle, dass ich nichtmal die 10% Fachwissen aus dem Studium nutzen könnte...Aber is ja auch egal. Hauptsache, man ist am Ende glücklich mit dem was man macht ;-)
    #17Verfasser Kika *Peace* ;-)26 Nov. 08, 14:20
    Kommentar
    Ob Sprachen oder etwas anderes, ich kann nur empfehlen, das zu studieren, was einen interessiert und nicht nach vermeintlich besseren Berufsaussichten o.ä. zu entscheiden. Letztere änderen sich unter Umständen schneller, als man mit dem Studium fertig ist, und wenn man aus Mangel an Interesse unmotiviert ist, nützen die besten Berufsaussichten wenig.
    #18Verfasser RE1 (236905) 26 Nov. 08, 14:23
    Kommentar
    Hallo,

    ich habe nach dem Abi Übersetzen / Dolmetschen studiert, hab aber nach dem Vordiplom abgebrochen, weil es wohl doch nichts für mich war. Hab dann eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin gemacht. (bei uns brauchte man für die F.Sekretärin einen Mittelschulabschluss und für die F.korrespondentin ein Abi) Zum Schluss ist doch eh alles gleich (wie auch Außenhandelskorrepondenten und das ganze Gedöns). Ich bin jedenfalls ziemlich unzufrieden. Schon allein deswegen, weil man uns in der Ausbildung das Blaue vom Himmel versprochen hat und die Meisten entweder arbeitslos waren nach der Ausbildung oder im Ausland geblieben sind oder den erstbesten Job angenommen haben, der überhaupt nichts mit der Ausbildung zu tun hatte. Wenn ich könnte, würde ich was Anderes studieren.
    #19VerfasserTabby26 Nov. 08, 14:28
    Kommentar
    To be honest, I can't think of any degree course that wouldn't be any use at all to a translator. If you've studied the mating habits of pigeons, that will help you translate an article about birds, for example.
    I studied French, and that has been very useful despite the fact that I now translate from German to English. But I guess it's hard for me to get into that mindset of "Eigentlich bin ich X aber ich arbeite als Y": most people I knew at university did not even know what they wanted to do after leaving, let alone actually achieving that. Even those who knew what they wanted to do did not expect everything would definitely go exactly as they planned. Of my closer friends studying French, one went on to study law, another became a nurse, another applied for a job as the manager of a sports complex ....
    I wonder if the atmosphere is more competitive and focused today?
    #20VerfasserCM2DD (236324) 26 Nov. 08, 14:35
    Kommentar
    Da mensch ziemlich viel Zeit mit dem Beruf zubringt, finde ich es sinnvoll da was zu tun, was auch Spaß macht.
    Und je mehr Spaß es macht, desto einfacher ist es, im Fachgebiet auf dem laufenden zu bleiben - weil es interessiert - und gut zu sein (dito). Und ja, es mag Studiengänge geben, wo es sinnvoll ist, einen Alternativplan parat zu haben, wenn sich rausstellt, dass es für die erhoffte Professorenstelle an der Uni nie reichen wird (oder der Studiengang abgewickelt wird, wenn Du so weit bist).
    Mein Erststudium war unter dem Aspekt von ziemlich sicherer Karriere geplant, und das war ein Satz mit X sondergleichen, weil die angepeilten Arbeitgeber einen Systemwechsel vollzogen hatte, bis ich fertig war, und sich ein paar hundert Leute um die Mutterschaftsvertretungsstellen gekeilt haben, die als einzige ausgeschrieben waren.
    #21VerfasserCJ unplugged26 Nov. 08, 14:38
    Kommentar
    @Eifelblume: Das sollte auch keine abschließende Aufzählung sein. Ich habe ja auch nicht diejenigen aufgezählt, die Anglistik, Romanistik , Slavistik, Sinologie oder irgendein anderes sprachenrelevantes Fach studiert haben und damit an der Uni geblieben sind oder im entsprechend passenden Land einen Job in der freien Wirtschaft gesucht haben. Abgesehen davon wußte und weiß ich, ehrlich gesagt, nicht genau, worin sich diese beiden Berufe und -ausbildungen unterscheiden.

    Ich habe Chemie studiert, und zwar, weil es mich zu dem Zeitpunkt, als ich mich für ein Studienfach entscheiden mußte, am meisten interessiert hat. Es hätte aber auch ein anderes Studienfach werden können - fast alles außer Medizin, Geschichte und BWL hätte ich für möglich gehalten, in der engeren Wahl waren aber vornehmlich Naturwissenschaften und Jura. Wichtig ist aber in jedem Fall, wie hier schon einige schrieben, dass man sich ein Studienfach (oder auch eine Ausbildung) rein nach Neigung aussucht, denn wenn man sich nicht dafür interessiert, wird man das auch nicht vernünftig durchziehen (können). Weder sollte man sich auf Versprechungen von sicheren Arbeitsplätzen mit Spitzenbezahlung verlassen noch sich seinen Beruf von Eltern, Lehrern oder anderen Menschen aussuchen lassen, das muss von einem selbst kommen.
    #22Verfasser Dragon (238202) 26 Nov. 08, 14:41
    Kommentar
    CM2DD, wie schon öfter bei LEO diskutiert, scheint es vor allem eine deutsche Einstellung zu sein, dass man immer nur das von Beruf ist, was man irgendwann mal gelernt hat. Insbesondere bei Ausbildungsberufen ist das so, weil man ja jeden Blödsinn extra lernen kann - Verkäuferin, Bäckereifachverkäuferin, Verkäuferin für Hundetrockenfutter, aber selbst bei Uniabsolventen hört man oft "aber eigentlich bin ich ja...", wenn einer Ingenieur ist und jetzt in seinem Konzern mehr ins Management gerutscht ist.

    Man kann ja auch nach einem Bachelor nicht so gut ein anderes Fach studieren wie in GB oder den US. Dort treffe ich immer wieder auf Trademark Attorneys mit einem Master's in Literatur oder Sprachen, während man in D wohl Jura von vorn bis hinten studieren müsste.
    #23Verfasser tigger (236106) 26 Nov. 08, 14:42
    Kommentar
    @tigger: ich würde gerne in einem ganz anderen Berufsfeld arbeiten (vielleicht irgendwo, was mehr mit meinen Hobbies zu tun hat). Wenn das so einfach wäre. Die Arbeitgeber schauen ja nur auf den Lebenslauf und ziehen dann ihre Rückschlüsse. Ich fühle mich ehrlich gesagt sehr gefangen in meiner Ausbildung. Und das scheint tatsächlich ziemlich deutsch zu sein. Hier muss man offensichtlich schon in der Schule ganz genau wissen, wie das komplette spätere Leben aussieht. Und ich weiß jetzt zum Teil noch nicht mal an manchen Tagen, was ich überhaupt will. Kommt vielleicht noch von früheren Generationen, die von Anfang bis Ende nur bei einem Arbeitgeber waren. Sowas kann ich mir aber nicht vorstellen.
    #24VerfasserTabby26 Nov. 08, 14:51
    Kommentar
    @ tigger: Wie Recht du hast. Bei bestimmten Berufen/Studienrichtungen muss man aber dann bei der Arbeitssuche die nötige Fantasie aufbringen. Oder hast du schon einmal ein Stellungsgesuch gesehen: "Wir suchen einen Philosophen (m/w)"?

    Bei meinem Studium, nämlich Mathematik, ist es ähnlich. Von Versicherungsmathematik abgesehen habe ich noch nie ein Stellengesuch gesehen, dass sich ausdrücklich an Mathematiker richtet. Es ist aber keinswegs schwierig, als Mathematiker Arbeit zu finden; man muss sich eben an angrenzende Stellenbeschreibungen halten.
    #25Verfasser Chris (AT) (237739) 26 Nov. 08, 14:57
    Kommentar
    Ich hab Europaeische Ethnologie und Englische Literatur studiert und wollte und will immer noch ins Museumsgebiet. Aber wie das Leben so spielt, muss man Geld verdienen, also bin ich ausgewandert und habe den erstbesten Job genommen, der Geld gebracht hat. Urspruenglich war ich fuer die Analyse von deutschen Daten zustaendig, irgendwann habe ich mal eine Uebersetzung bekommen, die *ganz* wichtig war. Und noch eine und noch eine und nun bekomme ich sie dauernd. Anscheinend war ich nicht so schlecht :o).
    #26VerfasserEilean (454348) 26 Nov. 08, 15:08
    Kommentar
    Interessanter Faden! Nach dem Abi habe ich BWL versucht, bis zur Vorprüfung gings, dann war Schicht im Schacht. Abi Note Englisch sehr gut, dann habe ich ein Studium Übersetzer und Dolmetscher spanisch und englisch (Fachakademie) aufgenommen und erfolgreich beendet. Gleich danach auf eine Anzeige beworben. Seitdem bin ich durchgehend (seit ca. 27 Jahren)in Firmen mit hohem Exportanteil beschäftigt. Mein letztes Einstellungsgespräch lief so: "Sagen Sie mal was auf Englisch" "Bla bla bla, spanisch geht genauso gut" "Hm, schön, wann könnens denn anfangen?" Ich muß allerdings sagen daß das vor 21 Jahren stattfand, da war das noch einfacher. Ich beneide die Schul- oder Studiumsabsolventen von heute nicht, das war damals sicher wesentlich einfacher einen Job aufgrund von Sprachkentnissen zu bekommen.
    #27VerfasserWoerns26 Nov. 08, 15:17
    Kommentar
    Ich habe Außenhandelskauffrau gelernt und habe in Anschluß an die Ausbildung noch die Euroschule besucht, um Fremdsprechenkorrespondentin zu werden. Die Schule hat mir aber nicht so toll gefallen, also habe ich nach 1.5 Jahren abgebrochen.

    Arbeite nun im Einkauf und kann da meine Englischkenntnisse sehr gut gebrauchen ;o)
    #28VerfasserBrittany13 (384017) 26 Nov. 08, 15:20
    Kommentar
    Hihihi... cool, Brittany, Fremdsprechen würd ich auch noch gern lernen. ;-)
    Ich halte mich übrigens erst mal an die Cambridge-Zertifikate, die kann man schön nebenbei machen um was Zeugnisartiges in die Tasche zu kriegen (nicht mal in Österreich sind sie so geil auf Zeugnisse wie in Deutschland, aber zu Hause kann ich dafür meinen Titel führen um Eindruck zu schinden :-)).
    #29Verfassertigger26 Nov. 08, 15:32
    Kommentar
    aber zu Hause kann ich dafür meinen Titel führen um Eindruck zu schinden

    Prof. Dr. tig. Tigger ;-)

    #30Verfasser Snowflake (260254) 26 Nov. 08, 15:35
    Kommentar
    Und was fuer ein Titel ist das, Grosskatze? ;o)
    #31VerfasserEilean (454348) 26 Nov. 08, 15:36
    Kommentar
    Würde mich auch interessieren, tigger. Ich hab das CPE von der Uni Cambridge. Wie darf ich mich also nennen? ;-)
    #32Verfasser Chris (AT) (237739) 26 Nov. 08, 15:49
    Kommentar
    Heißet Magistra, heißet Doktor gar?

    Nein, sie hat meines Wissens in hier Österreich srudiert, also heißt sie - frei nach E. Kishon - zumindest Privatdozentin (tit. a.a. Prof.) Magistra Doktordoktor
    #33Verfasserlate bird26 Nov. 08, 15:58
    Kommentar
    "hier in" , NICHT "in hier"
    #34Verfasserlate bird26 Nov. 08, 15:59
    Kommentar
    #29 Au ja, wir spielen beim nächsten Stammtisch Österreich und reden uns alle mit unseren jeweiligen Jodeldiplomen an *ggg*! Bei mir war es auch ein Spaßstudium (höhö), aber auch mit Blick auf spätere "Einsatzfähigkeit".
    #35Verfasser Russisch Brot (340782) 26 Nov. 08, 16:02
    Kommentar
    Ach ihr... da bin ich ja geschmeichelt, wenn ihr mir einen Doktortitel andichtet. Bin aber nur Magistra.

    CPE ist cool, Chris!! Lass dir das mindestens als Dr.habil. der Anglistik nostrifizieren... *g* Ich arbeite erst am CAE. Aber das heißt ja auch schon was für Sekretärinnen, denke ich.
    #36VerfasserMag.phil. tigger26 Nov. 08, 16:50
    Kommentar
    Darf ich auch mein AOWD führen ;-)?
    #37Verfasser Russisch Brot (340782) 26 Nov. 08, 16:52
    Kommentar
    Ich war auch auf einer Übersetzer-Akademie. Diese Wahl habe ich getroffen (vor ca. 12 Jahren), weil mich damals zu Schulzeiten Sprachen, vor allem Englisch, am meisten interessierten und ich darin auch die besten Noten hatte. Einen konkreten Berufswunsch, geschweige denn eine Vorstellung von der Praxis, hatte ich nicht.
    Geisteswissenschaftliche Fächer wie Anglistik, Soziologie usw. interessierten mich zwar auch, schienen mir aber zu praxisfern und "unsicher".
    Die Fachakademie (im Gegensatz zur Uni) schien mir aufgrund ihrer Dauer von drei Jahren eine zeitlich überschaubare, praxisorientierte Lösung.
    Ich denke aber im Nachhinein, dass man sich bei der Berufswahl nicht nur auf Interessen, die man während der Schulzeit hat, stützen sollte. Manche Interessen können sich ja auch erst im Laufe des Älterwerdens entwickeln. Mit 19 interessiert man sich vielleicht noch nicht für Wirtschaft oder Medizin, mit 30 dagegen unter Umständen schon. Und bedauert dann, dass man z. B. Erzieherin geworden ist und nicht viel verdient.
    #38Verfasserxy26 Nov. 08, 18:16
    Kommentar
    @xy: Man muss sich halt irgendwann festlegen, was man studieren will bzw. welche Berufsausbildung man haben möchte. Und wenn man mit 18 oder 19 oder 20 eben Medizin oder BWL studieren möchte, weil man sich für das Fach interessiert, dann soll man es tun, wenn man sich für Philosophie oder Informatik oder Sinologie interessiert, dann studiert man eben diese Fächer. Und wenn man eine Banklehre machen oder Erzieher werden möchte, dann bewirbt man sich entsprechend. Es ist schon sinnvoll, sich vorher zu informieren, was für einen Verdienst und was für Arbeitsbedingungen man in etwa erwarten kann, um sich zu überlegen, ob man mit diesen Bedingungen gegebenenfalls 30 oder 40 Jahre des Lebens klarkommt, und sich dann gegebenenfalls eine ALternative zu überlegen.
    Aber sich nach dem Abitur für ein Studienfach zu entscheiden, für das man sich überhaupt nicht interessiert, in der Hoffnung, dass sich dieses Interesse entwickeln wird und man das mit 30 dann toll findet, halte ich für grundverkehrt. Wenn der Interessenwandel nämlich nicht eintritt und man mit 30 merkt, dass man eigentlich doch lieber kein Arzt, sondern Erzieher, Goldschmied oder Französischlehrer geworden wäre, steht man dumm da mit einem erlernten Beruf, den mann mit Desinteresse verfolgt, und erlebt nach 5 bis 10 Jahren unter Umständen psychische Probleme wegen der ständigen unzufriedenheit oder geht in die innere Kündigung. Oder aber man macht dann noch einen Schnitt und versucht noch dorthin zu komen, wo man eigentlich hin will, muß dabei aber seitens potentieller Arbeitgeber/Ausbilder und auch seitens der Familie unter Umständen mit Schwierigkeiten rechnen, Bafög wird es dann wohl auch kaum geben. Das erfordert einen Mut, den wohl auch nicht viele haben.
    #39Verfasser Dragon (238202) 26 Nov. 08, 18:46
    Kommentar
    Allerdings gilt es auch zu bedenken, dass wenn man mal Manager einer angesehen Bank ist und man dann doch findet, seine wahre Leidenschaft gilt dem Fensterputzen, dann lässt sich das sicherlich einfacher realisieren, als wenn man mal fensterputzt und dann doch findet, dass man lieber als Bankmanager arbeiten würde.
    #40Verfasser Snowflake (260254) 26 Nov. 08, 19:05
    Kommentar
    Jein. Es gibt gesetzliche Auflagen, wer zum Führen einer Bank berechtigt ist. Fensterputzer kann man wohl auch ohne Berufsausbildung werden. ABER: wenn Du eine Fensterreinigungsfirma hättest, würdest Du dann Herrn Ackermann einstellen? Ich nicht! Das gibt nur Ärger.
    #41Verfasser Russisch Brot (340782) 26 Nov. 08, 19:11
    Kommentar
    Es gibt gesetzliche Auflagen, wer zum Führen einer Bank berechtigt ist.
    Ja, eben. Ausbildung und Leumund, würde ich da mal sagen.

    Keine Ahnung, wer Ackermann ist, aber von mir aus kann man das Beispiel auch mit Chefarzt machen.

    Da haben wir übrigens ein schönes Beispiel dazu:

    Im Jahr 2003, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, unternahm der renommierte Zürcher Herzchirurg Dr. med. Markus Studer einen spektakulären Routenwechsel. Gerade 57 Jahre alt geworden, tauschte er das Skalpell mit vierhundertsechzig Pferdestärken, den weißen Arztkittel mit einem blauen Overall, den großen Verdienst gegen einen schmalen Lohn. Seither fährt er mit einem silbernen Stern an seiner Zugmaschine kreuz und quer durch Europa.

    Voller Text: http://verlag.woerterseh.ch/index.php?option=...
    #42Verfasser Snowflake (260254) 26 Nov. 08, 19:17
    Kommentar
    Mit dem Geld, das man in ich weiß nicht wievielen Jahren als renommierter (und obendrein Zürcher) Herzchirurg erworben hat, im Rücken lebt sich's als spätberufener trucker sicher um einiges sorgloser...
    #43Verfasserlate bird27 Nov. 08, 01:06
    Kommentar
    Snowflake, du weißt nicht, wer Ackermann ist? Der Herr, der im Alleingang den Ruf der Schweizer an deutschen Stammtischen ruiniert?
    Chef der Deutschen Bank, Deutschlands berühmtester Schweizer. In Punkto Unpopularität eigentlich nur noch von Mehdorn übertroffen, dem Chef der Deutschen Bahn (aber der ist nicht Schweizer, soweit ich weiß...)
    #44Verfasserspinatwachtel27 Nov. 08, 08:16
    Kommentar
    Frage an Newbie, die diesen Faden begonnen hat: warum hast du dich für diesen Beruf entschieden und was erwartest du davon? Ich finde diese Diskussion sehr interessant.
    #45VerfasserTabby27 Nov. 08, 08:18
    Kommentar
    Sorry wenn ich den Faden jetzt mal anders nutze:

    Hier sind ja reichlich FachakademikerInnen vertreten.
    Ist zufällig jemand hier von der Fachakademie für Fremdsprachen an der Uni Erlangen? Abschluß Ende der 70er? Bei Dr. Süß? Señor Perez?
    Spanisch / Englisch. Ich war am Ende das einzige männliche Wesen unter vielen Mädels..war 'ne schöne Zeit.
    #46VerfasserWoerns (117226) 27 Nov. 08, 08:26
    Kommentar
    @40
    Dann bist Du überqualifiziert und wirst abgelehnt...als Bankmanager bei der Fensterputzfirma meine ich.
    #47VerfasserKing Rollo27 Nov. 08, 08:28
    Kommentar
    Zu meinem Beruf (Biologe) kam ich, weil ich als Kind mal in einen Mittelgebirgsbach gefallen bin ;-))

    Zu den Übersetzern kam ich, als ich in meinem Beruf (siehe oben) mal längere Zeit arbeitslos war. Über ein kleines Inserat in der Berliner Morgenpost wurden Leute für ein Kreuzberger Übersetzungsbüro gesucht. Ich musste eine Probeübersetzung anfertigen und weil die für ausreichend befunden wurde, durfte ich da arbeiten. Es ging um ein Software-Handbuch, das vom Englischen ins Deutsche übersetzt wurde (bin im "Zweitberuf" Software-Entwickler).
    #48VerfasserHandkees mit Musigg27 Nov. 08, 08:34
    Kommentar
    Nachtrag: Aktuell bin ich als "Übersetzer" für unsere englischen Publikationen zuständig; nicht weil ich so gut bin, sondern weil die Kollegen es noch weniger können ...
    #49VerfasserHandkees mit Musigg27 Nov. 08, 08:39
    Kommentar
    @ Dragon 39
    Richtig. Irgendwann muss man/frau sich entscheiden. Ich habe mich seinerzeit entschieden (siehe 46). Aber alles was danach kam war mehr Zufall als Planung. Das hat sicher auch was mit der Zeit (alt 68er) zu tun. In vielen Firmen waren Leute mit Fremdsprachenkenntnissen Mangelware, viele Chefs - insbesondere im Mittelstand - stammten aus der Vorkriegsgeneration und haben ihre Firmen aufgebaut. Dann stiegen sie peu a peu ins Exportgeschäft ein und suchten Leute mit Sprachkenntnissen, Berufserfahrung war nicht so wichtig.
    Das ist meine Erfahrung. Wie in 46 gesagt, heute ist der Einstieg für Absolventen sicher schwieriger, ich wünsche allen "Rookies" viel Glück und Erfolg.
    #50VerfasserWoerns (117226) 27 Nov. 08, 08:49
    Kommentar
    Korrektur:
    ..wie in 27 gesagt...
    #51VerfasserWoerns (117226) 27 Nov. 08, 08:53
    Kommentar
    Irgendwann muss man/frau sich entscheiden.
    Make a decision, yes. But there's nothing to stop you keeping some alternatives up your sleeve, and (these days especially) you can't act as if that's the last decision you'll ever make.
    #52VerfasserCM2DD (236324) 27 Nov. 08, 09:21
    Kommentar
    you can't act as if that's the last decision you'll ever make:

    das stimmt schon, aber erklär das mal den potentiellen Chefs, wenn sie dein CV sehen. Ich musste mir schon sowas anhören. Von wegen: "Wissen Sie denn jetzt, was sie wollen?!?" und "das sieht aber nicht gut aus in Ihrem Lebenslauf"... Da stolpert man direkt in eine tiefe Sinnkrise...
    #53Verfasser TabbyC (524313) 27 Nov. 08, 09:28
    Kommentar
    #53 Surely, unless you'd really just flitted from one unrelated job to the next, you'd be just as likely to be criticised for never stepping beyond your comfort zone and always doing the same job. People might think you lacked varied experience, were small-minded, blinkered.
    I'm just rather allergic to that "You have to know what you want" idea, as it implies that life is all very simple and unchanging with no surprises, which doesn't fit in with my experience of it!
    When I arrived in Germany and got my Aufenthaltserlaubnis I was asked "How long are you staying?" I had just started work at a company I didn't know, in a country I didn't know, and was working on a freelance basis without a fixed contract, so I truthfully replied "I don't know". The woman snapped "Im Leben muss man sich entscheiden!" as if I was an idiot, and we agreed I'd stay for two years. That was in 1992.
    #54VerfasserCM2DD (236324) 27 Nov. 08, 09:42
    Kommentar
    Mir war ab der 8. Klasse klar, dass ich was mit Englisch machen will, weil ich da einfach gut war und es mir Spaß gemacht hat. Bin auch familiär vorbelastet, meine Eltern waren beide Englischlehrer. Das war auch mein ursprünglicher Berufswunsch ... bis mir klar wurde, dass ich weder zum Lehrer tauge noch als Lehrer Spaß haben würde.

    Also habe ich nach dem Abi erst einmal ein Jahr gejobbt, weil mir der Wehr-/Zivildienst erspart geblieben ist. Anschließend habe ich eine Ausbildung als Übersetzer an einer Fachakademie angefangen und diese nach einer einjährigen Orientierungspause und Institutswechsel (zum Glück!) auch als staatl. gepr. Übersetzer abgeschlossen. Danach bin ich nach England und habe dort einen MA in Translation draufgesetzt. Direkt nach Studienende habe ich einen festen Job als Übersetzer gefunden, der dazu noch gut bezahlt war. Eine Seltenheit ...

    Trotzdem habe ich nach 2 1/2 Jahren in dieser Stelle gekündigt und mich selbständig gemacht. Ich hatte schon die letzten Jahre neben dem Studium immer freiberuflich übersetzt und nachdem in meinem letzten Jahr im festen Job das Einkommen aus den freiberuflichen Aufträgen höher war als das Jahresbruttogehalt, habe ich diesen Schritt gewagt und bisher (nach ca. 9 Monaten) nicht eine Sekunde bereut. Die Arbeit nimmt kein Ende, ich kann mir aber meine Zeit freier einteilen ...

    Zusammengefasst: Großes Glück gehabt.
    #55Verfasser Jalapeño (236154) 27 Nov. 08, 09:52
    Kommentar
    Ja, ich bin knapp 30 und will jetzt nicht wirklich das, was ich nach dem Abi wollte. Ich habe jetzt in den letzten Jahren erst gemerkt, wo wirklich meine Interessen liegen. Da kommen dann so Gedanken auf wie "ach hätt ich doch" und "was wäre, wenn damals..." Ich würde gerne ganz was Anderes machen, sogar nochmal studieren, wenn das so einfach wär.

    Es wird einem irgendwie von außen so aufgedrückt, dass man wissen muss, was man will. Geht auch vielen Freunden so. Die werden dann auch v. a. von den Eltern komisch angesehen, wenn sie mit dem, was sie machen, nicht glücklich sind und sich was Anderes suchen wollen. Wie oft habe ich den Spruch gehört: "Sei froh heutzutage, dass du überhaupt einen Job hast." Danke. Ich will nicht nur nen Job, ich möchte Freude dran haben. Dir wird von außen so Vieles aufgezwungen. Und ich werd das Gefühl nicht los, dass das nur in Deutschland so ist. Ich war ne Weile in Birmingham, ich glaube, ich hätte dort auch problemlos bleiben können und sonst einen Job annehmen können, der mir einfach nur Spaß macht. Oder seh ich das zu rosarot?
    #56Verfasser TabbyC (524313) 27 Nov. 08, 09:52
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    Ich glaube, einen Job, der einem nur Spaß macht, wird es kaum geben. Selbst wenn es der Traumberuf ist, ist er vielleicht zu schlecht bezahlt, zu stressig, sind die Kollegen blöd, der Weg zur Arbeit zu lang, bei Freiberuflern klappt's vielleicht mit der Auftragslage nicht oder die Kunden bezahlen nur schleppend. Mit irgendwelchen Frustrationen ist immer zu rechnen.
    Und dass Eltern und die Umwelt erwarten, dass irgendwann mal eigenes Geld verdient wird, ist wohl auch klar.
    #57VerfasserIngrid27 Nov. 08, 10:30
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    CMDD: The Germans still cherish the illusion that you choose a job training once and do that job for the rest of your life. Especially - for some reason - those who make decisions about who they employ. Finding out that something was a dead end and making a decision to start anew does not get your any brownie points in Germany.

    (I'm still trying to figure out how to explain that I didn't try for a Ph. D. when I had the chance. )
    #58VerfasserCJ unplugged27 Nov. 08, 10:49
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    Als Ingenieur mit Sprachtalent würde ich mich bezeichnen - mit einem altsprachlichen Abitur am "humoristischen" Gymnasium gesegnet, ohne nennenswerte Englisch- und ohne Französischkenntnisse, aber mit tollen Noten in Altgriechisch und Latein.

    Die lebenden Fremdsprachen flogen mir dann auf meiner ersten Arbeitsstelle, na ja, um die Ohren, und ich musste und durfte lernen, lernen, lernen.

    Übersetzungen machte ich nebenher in einem speziellen (natürlich technischen) Arbeitsgebiet, aber natürlich immer nur in die Muttersprache. Alles andere hat keinen Zweck; und grammatische Theoriekenntnis hab ich noch nicht mal im Deutschen...

    Nach wie vor bestimmen aber diverse Fremdsprachen mein berufliches Umfeld, das auch nur bedingt mit meiner Berufsausbildung zu tun hat. Aber jede Menge Spaß macht.

    Ergo (wie schon etliche Vorbeiträge ausdrückten): beruflich gibt es nur selbstgemachte Sackgassen. Wer wendig ist und sich bewegen will, kann viel lernen, sowie reichlich Abwechslung und Spaß haben.
    #59Verfasser weißnix (236288) 27 Nov. 08, 11:38
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    @TabbyC - Mach Dir in den Situationen, die Du in #53 ansprichst, immer klar, dass das nicht unbedingt Fragen sind, die eine "Sachantwort" verlangen, sondern (Psycho-)Testfragen, die auch Dein Stressverhalten und Dein Selbstbewusstsein durchleuchten sollen. Gerade wenn sie so ironisch oder "negativ" daherkommen: wenn die Dir solche Fragen stellen, haben sie Dich schon zur Vorstellung eingeladen, und das tun sie in aller Regel nicht aus reiner Freundlichkeit oder aus Sadismus. Da steckt schon Interesse hinter.

    Natürlich will ein eventueller Arbeitgeber von seinen Leuten, dass sie wissen, was sie wollen - aber allzu genau weiß frau/man das besser auch nicht, weil f/m sonst sehr schnell in die "unflexibel"-Ecke gestellt wird.
    Vor allem bei Gehaltsverhandlungen will KEIN Arbeitgeber, dass f/m weiß, was f/m will, selbst wenn f/m den Job normalerweise in knallharten Verhandlungen ausübt...

    Lass Dich also bloß nicht in eine Sinnkrise katapultieren, sondern beharre darauf, was Du aktuell und speziell für den Job zu bieten hast.
    #60Verfasser weißnix (236288) 27 Nov. 08, 11:47
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    TabbyC, wenn dir das nicht zu indiskret ist, starte doch einen Faden im Quasselzimmer und bitte die LEOniden um Rat, was du wohl anfangen könntest mit deiner bisherigen Ausbildung, um dich beruflich zu verändern.
    Es gab schon einige solche Anfragen, und nicht wenige Anfrager haben durch guten Zuspruch und gute Ratschläge den Absprung ins neue Berufsleben geschafft.
    #61Verfassertigger27 Nov. 08, 11:48
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    Ist es wirklich besser, wenn man mit Spaß und Begeisterung Finno-Ugristik studiert, statt vielleicht im BWL-Studium an Ödnis einzugehen? Gerade heute, wo der Arbeitsmarkt so hart geworden ist, reicht es halt doch nicht aus, mit der Haltung "Ich studiere, was ich gut kann, dann krieg ich auch einen Job" ins kalte Wasser zu springen. Besonders Frauen haben immer noch den "Hautpsache, es macht Spaß"-Ansatz bei der Ausbildung ("und dann mach ich was mit Menschen und so, irgendwie international und mit Sprachen") Natürlich hat es keinen Sinn, gegen die eigenen Neigungen zu handeln. Ich wär in einem Jura-Studium eingegangen wie eine Primel, auch wann man mit diesem Studium später ein recht weites Arbeitsfeld hat, in dem man seinen Beruf suchen kann. Es ist einfach wichtig, seinen beruflichen Werdegang zu überdenken, bevor man sich in Paläontologie einschreibt.

    Seit ich in Kanada gelebt habe, weiß ich das deutsche Ausbildungssystem (und Leute, die das tun, was sie gelernt haben und können) sehr zu schätzen. Mag für den Betreffenden ja nett sein, wenn er erst als Friseur arbeitet, dann eine Elektrofirma aufzieht und schließlich Klempner wird - aber es ist unglaublich nervig, wenn man das als Kunde ausbaden muss. Die Handwerker in Quebec sind einfach unglaublich.
    #62Verfasser Birgila/DE (172576) 27 Nov. 08, 11:53
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    Ich habe rein aus Interesse eher brotlos studiert, auch wenn es nicht ganz so abgefahren wie Finno-Ugristik war (hab ich gerade zum ersten Mal gehoert).
    Angefangen habe ich nach dem Abi mit WiWi (Wirtschaftswissenschaften. Der Plan war, das Grundstudium zu schaffen und dann sich auf Kulturmanagement zu spezialisieren.
    Allerdings bin ich da im 2ten Semester schwer depressiv geworden, weil null Interesse oder Leidenschaft sondern nur pure Langeweile und Kommilitonen, mit denen ich noch weniger als gar nix anfangen oder auch nur small/-talk halten konnte an der Tagesordnung waren.

    Also habe ich nach Interesse gewechselt zu British Cultural Studies, American Literature und Deutsch als Fremdsprache - und siehe da, ich hatte die Zeit meines Lebens und einen Abschluss mit 1.0 gemacht. :)
    Dann ging das Interesse an Cultural Studies (nein, das ist NICHT das dt Kulturwissenschaften! ) so weit, dass ich dazu in England noch einen weiteren ebenso brotlosen Master draufgesetzt habe und weil's mir auf der Insel so gut gefaellt, mein Hautjob aber bisher nicht wirklich zum Leben ausreicht, habe ich mich eines Tages auf einer Internetseite fuer Jobs mit Fremdsprachenkenntnissen eingetragen und einen Tag spaeter hat mich ein panischer und schwer verzweifelter Recruitment-Agent angerufen und gefragt, ob ich Emails auf dt schreiben und diese von dt nach engl und engl nach dt ubersetzen kann und mit Leuten aus DE am Telefon reden kann, er braeuchte gaaaaaaaaaaaanz dringend jemanden mit sehr guten dt Kenntnissen. 3 Tage spaeter habe ich angefangen und bin nun ein kleiner part-time Temp der 2mal woechentlich Emails und Telefonanrufe aus DE beantwortet und davon locker seine Miete bezahlen kann.
    Ist schon lustig irgendwie, weil frueher Englisch meine Fremdsprache #1 war und hier nun "bewundert" mich jeder dafuer, dass ich ja Deutsch kann (Muttersprache btw) und noch ein wenig Franzoesisch und Spanisch und Niederlaendisch, was in DE in meinem Umfeld eigentlich Alltag war...

    Was den anderen Hauptjob angeht, so hat mir die Finanzkrise seit letztem Wochenende einen Strich durch die Karriere gemacht und ich bin jetzt auf der Suche nach einem neuen fulltime Job.

    Bereut habe ich mein Studium nie und wuerd's wieder so machen. Einmal, weil ich persoenlich mich einfach noch nie auf "einen beruflichen Werdegang" festlegen konnte (erst recht nicht mit 19 nach dem Abi, wer da nen Plan hat, wie sein Leben die naechsten 50Jahre aussehen soll tut mir ehrlich gesagt eher leid), dafuer bin ich leider zu vielseitig interessiert und dann aber weil eben mein Studium auch dementsprechend breit genug gefaechert war, dass ich sehr viele Einblicke in sehr viele verschiedene Themengebiete bekommen habe und nun sehr breitgefaechert nach einem neuen Job suchen kann. Vorzugsweise wieder in einem internationalen Umfeld, wo man mit diversen Sprachen und Kulturen konfrontiert ist, muss aber vll auch nicht mehr, da das schon auch extrem nervtoetend sein kann... wir werden sehen...
    #63Verfasser Jools (432226) 27 Nov. 08, 13:19
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    Birgila, wie Recht du hast mit dem Frauen-Ansatz... das ist aber etwas anderes als wirklich das zu studieren was einem Spaß macht. Diese Einstellung, "später mal was mit Medien machen zu wollen", ist meist völlig idiotisch, weil genau diese Mädels sich überhaupt nicht überlegt haben, was sie wirklich können und wollen.
    Man könnte ja, wenn der jahrelange Klavierunterricht nicht in die Carnegie Hall führt, auch Tonmeister studieren... aber das wär ja was Technisches, iiih. x)
    #64Verfassertigger27 Nov. 08, 13:39
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    @Birgila/DE: Wenn einen Finno-Ugristik wirklich mehr als BWL interessiert, würde ich sagen, ja, unbedingt. Natürlich gibt es weniger Stellen für Finno-Ugristen als für BWLer, aber eben auch viel weniger Konkurrenz. Dass man nach seinen Interessen (würde ich gegenüber "Spaß" bevorzugen) entscheidet, schließt doch nicht aus, dass man sich Gedanken darüber macht, Zusatzqualifikationen erwirbt, einen "Plan B" hat, etc. Blind "irgendetwas" draufloszustudieren empfiehlt sich m.E. weder bei einem "Orchideenfach" noch bei einem Studium mit vermeintlicher Jobgarantie.
    #65Verfasser RE1 (236905) 27 Nov. 08, 13:42
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    Es gilt ja auch zu bedenken, dass man noch ein Zweitstudium machen kann. Sagen wir mal, man bemerkt, dass man nach halt doch nicht für den Lehrerberuf geschaffen ist, oder man spürt dass die beruflichen Aussichten als Altschwedischlinguist doch nicht so rosig sind, dann kann man ja noch ein Zweitstudium machen, nicht? Machste den Bachelor in Mathematik, informatik, Wirtschaft, schwups biste wieder interessant.

    Also zumindest in der Schweiz kann man lebenslang studieren.
    Ewige Studenten geniessen zwar kein sehr hohes Ansehen "Bist Du jetzt mal fertig mit studieren?!?", aber so ein Zweitstudium wir Dir wohl niemand verübeln.
    #66Verfasser Snowflake (260254) 27 Nov. 08, 13:52
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    Snowflake:
    so ein Zweitstudium kostet leider viel Geld. Und Zeit leider auch, aber das wäre zweitrangig.
    #67Verfasser TabbyC (524313) 27 Nov. 08, 14:01
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    RE1 - Dass jemand sogar Finno-Ugristik spannender findet als BWL kann ich jederzeit nachvollziehen :-)

    Zum "Spaß" kann ich nur sagen, dass man (auch) selbst dafür verantwortlich ist, ob man Spaß an einem Studium/einer Ausbildung entwickelt. Der Spaß kommt, wenn man sieht, dass man sein Wissen anwenden kann, dass das etwas man lernt, was nützlich ist, und dass sich dadurch Möglichkeiten eröffnen. Das kann in der Elektrikerlehre sein, in der mittleren Beamtenlaufbahn oder im Astrophysikstudium. (Nur nicht bei Jura. Neinnein, daran kann man einfach keinen Spaß haben ;-))

    @Snowflake - wenn die Zeit reicht, ja dann kann ich einen zweiten Anlauf sehr empfehlen (hab ich auch gemacht. Warum sich im ersten Beruf quälen, wenn man endlich weiß, was man will: nämlich was anderes. :-))
    #68Verfasser Birgila/DE (172576) 27 Nov. 08, 14:02
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    Mein Mann macht gerade ein Zweitstudium als Sozialarbeiter, mit seinem ersten Abschluss in Germanistik und Philosophie konnte er nicht viel anfangen. Er hatte einen Job bei einer Versicherung, der ihm überhaupt nicht gefallen hat.
    Finanziell kommen wir ganz gut über die Runden, da ich eine ganz gut bezahlte Stelle habe und so ein Studium heutzutage ja nur noch 3 Jahre dauert.
    Es ist aber wirklich erstaunlich, wie merkwürdig das unsere Umwelt findet. Vielleicht sind die meisten neidisch, dass es Menschen gibt, die dann doch noch mal das machen können, was sie möchten.
    Während meiner Ausbildung habe ich viele Menschen kennengelernt, die einen Beruf, der garnicht zu ihnen passt. Jungs werden Mechaniker und Mädchen Bürotante, ohne dass sie dafür irgendein Talent haben. Andersherum wäre es manchmal besser gewesen.....
    #69Verfasserlazy cat (287058) 27 Nov. 08, 14:16
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    @Birgila (#62): Meiner Meinung nach ja, eindeutig. Siehe auch Jools' Geschichte in #63.
    Klar, man kann und sollte sich schon überlegen, was man später mit dem gewählten Studium machen kann, und wenn man dann merkt, dass es für Finno-Ugristen nur einen oder zwei Jobs gibt, vielleicht darüber nachdenken, ob man eine andere Sprache studiert oder ein Nebenfach dazuwählt, das einen weiterbringen kann.
    Aber sich dann stattdessen ein Fach auszusuchen, das einen nicht interessiert und in dem man sich dann langweilt, bloß, weil dieses Fach bessere Aussichten auf einen Job verspricht, halte ich nicht für sinnvoll. Erstens, weil man in Dingen, für die man sich nicht interessiert, nur selten richtig gut werden kann, so dass man im Zweifel nur mehr schlecht als recht durchs Studium kommt und sich im Anschluß auch nicht gerade die Jobs aussuchen kann, und zweitens, weil ein solches Vorgehen meines Erachtens Streß, Frustration und möglicherweise daraus erwachsende weitere Probleme und Krankheiten fördert (soweit meine amateurpsychologische Sicht der Dinge). So war auch #39 gemeint.

    Ich finde aber auch nicht, dass dann der weitere Werdegang in Stein gemeißelt dastehen muss. Mittlerweile gibt es in sehr vielen Bereichen Quereinsteiger, und auch in Deutschland
    fängt es sich langsam an herumzusprechen, dass man auch in einem anderen als dem zum Studium oder zur Ausbildung "passenden" Beruf gut und erfolgreich sein kann. Viele sind mit 16 oder 18, wenn sie sich entscheiden müssen, zwar in der Lage zu sagen "das interessiert mich" oder "das interessiert mich überhaupt nicht", haben aber noch nicht die Selbsterkenntnis, die Erfahrung und das Selbstbewußtsein, um konkret ihr Führungsqualitäten, ihre kommunikativen Fähigkeiten oder weitere Stärken und Schwächen richtig einschätzen zu können und sagen zu können, welcher Art ihr Job sein soll. Und zumindest zu meiner Zeit wußten am Anfang des Studiums die allerwenigsten, welche Berufsbilder es gibt, die zum Studium passen. Ich hätte zu Beginn meines Studiums auch nicht gedacht, dass ich einmal das machen würde, was ich jetzt mache, schon allein, weil ich gar nicht wusste, dass das geht. Bei uns gab es noch nicht einmal diese Schülerpraktika, die man inzwischen anscheinend routinemäßig macht, so dass ich, bevor ich in den Semesterferien jobbte, nie einen Betrieb von innen gesehen hatte. So ging es einigen meiner Kommiliton(inn)en auch, aber dafür hat man ja auch im Laufe des Studiums Zeit, sich diesbezüglich weiterzubilden, ältere Semester, Assistenten usw. zu fragen, was sie nach ihrem Abschluß machen werden, Kontakte zu knüpfen usw. Und manche meiner ehemaligen Kommilitonen, Chemiker allesamt, fast alle diplomiert und meist auch promoviert (nur wenige haben's vor dem Diplom abgebrochen) sind heute IT-Fachleute, Pharma-Außendienstler oder Versicherungsmakler. In der Forschung arbeiten wohl heute noch die wenigsten.
    #70Verfasser Dragon (238202) 27 Nov. 08, 14:34
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    Siehst du, TabbyC, das meine ich. Du scheinst unzufrieden, aber auch insofern "in der Depri gefangen", weil du hauptsächlich dran denkst, wie schwierig und teuer alles wäre. (Solche Zustände kenne ich nur zu gut!) Lass dich beraten, bei LEO oder auch konkret bei der Berufsberatung des Arbeitsamtes, man muss nicht immer alles alleine entscheiden (können).
    #71Verfassertigger27 Nov. 08, 14:36
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    Tigger, es ist sehr interessant, die ganzen Erfahrungsberichte hier zu lesen. Schön, dass Newbie damit angefangen hat (sie reagiert gar nicht mehr, oder liest sie noch...?). Ganz am Anfang (ist schon länger her), dachte ich immer, ich stehe ziemlich alleine da. Viele hatten ihren Traumjob bzw. sahen meine Lage nicht so wie ich. Also dachte ich, es liegt nur an meiner falschen Einstellung. Aber es scheint sehr vielen so zu gehen. Ich lese auch gerade ein Buch, das diese ganzen Themen behandelt, sehr interessant und hilfreich. Ich sollte mich nochmal eingehender damit befassen und mal wirklich über alles nachdenken. Hier in unserer Stadt gibt es auch ein Zentrum, wo man sich dahingehend beraten lassen kann. Ich werde mal hingehen...
    #72Verfasser TabbyC (524313) 27 Nov. 08, 15:00
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    @Tabby: so ein Zentrum klingt doch gut...
    vll noch ein Tip... ich weiss nicht, wie ob das inzwischen in DE aehnlich laeuft, aber es kann helfen sich mit einem professionellen "Recruiter" zu treffen, der einem nicht nur bei der Jobsuche helfen kann, sondern eben auch damit, rauszufinden wo die eigenen Staerken und Schwaechen liegen.
    Ich meine damit nicht den ahnungslosen Onkel und die weltfremde Tante vom ehem. Arbeitsamt, sondern Personalagenturen. Ich glaube Adecco zB gibt es auch in DE, aber vll auch noch andere. (Bitte ignoriert das, falls ich keine Namen nennen darf.)
    Mit denen kann man sich, zumindest hier in UK auch einmal ganz unverbindlich treffen, dann nimmt man seinen Lebenslauf mit und die schauen da einmal drueber, ma unterhaelt sich und die geben Tips.
    Natuerlich wollen die auch, dass man sich bei denen registriert (hier ist das kostenlos), die muessen schliesslich auch ihr Geld machen, aber ich finde so ein Gespraech mit echten Profis immer recht hilfreich. Die zeigen einem dann ggf anhand der Staerken und Schwaechen, und natuerlich auch anhand der Interessengebiete, vll noch andere Berufsfelder auf, an die man selbst noch nicht gedacht hat...
    #73Verfasser Jools (432226) 27 Nov. 08, 15:10
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    @weißnix: Jetzt habe ich schon fast geglaubt, dass ich schon was in diesem Faden geschrieben hätte.

    Ingenieurin bin ich nämlich auch, und auch vom "humoristischen" Gymnasium. Allerdings mit 5 Jahren Englisch, das mir am leichtesten gefallen ist. Und weil ich spät studiert habe und auch schon alleinerziehende Mutter war, gab es halt für die Ingenierin keinen der "vielgesuchten" Jobs. Da habe ich halt mein Sprach (Formulierungs)talent zum Beruf Technische Redakteurin gemacht.

    Und jetzt setze ich noch den MSc Technische Kommunikation an der Donau-Universität Krems drauf.
    #74Verfasser Karin H. (236988) 28 Nov. 08, 16:50
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    Ich bin mit 17 ausgewandert, ohne Schulabschluss oder sonstwas. Die ersten 5 Jahre bin ich erst mal kreuz und quer durch die Welt gebummelt und dann in Los Angeles gelandet. Dort habe ich dann die Uni besucht, und weil ich auf vielen meiner Reisen eine Kamera dabei hatte und auch gerne Tagebuch führte, beschloss ich, Journalismus zu studieren. Das änderte ich nach zwei Jahren auf Geschichte um, und nach meinem Uniabschluss fand ich ein Inserat, in dem sich ein Magazinverlag nach jemandem umsah, der Deutsch sprechen konnte und was von Motorrädern verstand. So fand ich meinen ersten "richtigen" Job als Übersetzer und konnte gleichzeitig auch ab und zu meinen eigenen Senf schreiben, auf deutsch oder englisch. Vom Übersetzen hatte ich allerdings bald die Nase voll, weil mir das Fotografieren und Berichterstatten wesentlich mehr Spass macht. Knetemäßig vielleicht nicht gerade die beste Wahl, aber zum Leben reicht's, und täglich in Jeans und T-Shirt und auf der Maschine zur Arbeit fahren zu dürfen (und meine Motorräder und deren Unterhalt von den Steuern absetzen zu können), das macht's für mich auf alle Fälle wieder wett. Und so bin ich zwar kein Auslandskorrespondent für Time Magazine oder so, was ich mir damals unbedingt einbildete, aber wie gesagt, manche meiner "Perks" sind doch auch nicht ohne. :-)
    #75Verfasser dude (253248) 28 Nov. 08, 18:04
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    "Ich bin mit 17 ausgewandert, ohne Schulabschluss oder sonstwas."
    Dude, deinen Eltern muss ja der kalte Schweiß ausgebrochen sein ;-)))

    @70 - "Aber sich dann stattdessen ein Fach auszusuchen, das einen nicht interessiert und in dem man sich dann langweilt, bloß, weil dieses Fach bessere Aussichten auf einen Job verspricht, halte ich nicht für sinnvoll. " Dragon, ich auch nicht. Wie schon gesagt, gegen seine Neigungen zu handeln, bringt einen sicher nicht weiter. Doch gibt es innerhalb des Neigungsfeldes erfolgversprechende und nicht erfolgversprechende Richtungen. Wenn du Sprachen gern hast, kannst du Lehrer oder Übersetzer werden, oder aber auch Medizin studieren und ins Ausland gehen. Wenn du gerne altes Geraffel magst, kannst du Archäologe, Restaurator oder Antiquitätenhändler werden - alles mit den unterschiedlichsten Erfolgsaussichten. Sich schon am Anfang zu überlegen, wie man (und noch viel wichtiger: wie frau) finanziell auf eigenen Beinen stehen und eventuell noch jemanden miternähren kann, ist in der heutigen Zeit entscheidender als es früher war. Dudemäßig auszuwandern (siehe #75) und mal zu sehen, was kommt, ist heute schwieriger, weil es mehr Konkurrenz gibt.
    #76Verfasser Birgila/DE (172576) 29 Nov. 08, 14:06
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    deinen Eltern muss ja der kalte Schweiß ausgebrochen sein

    Nein, Birgila, ist er ihnen nicht. Ich wuchs bei meiner Großmutter auf, Eltern hatte ich keine. Meine Großmutter starb leider in jenem Jahr, und da hielt mich halt dann nichts (und niemand) mehr in dem kleinen oberbayrischen Kaff, in dem ich sowieso nur auf dem besten Weg zum Alki/Junkie gewesen war. Eine Woche nach ihrem Tod war ich weg. Die Welt, wie man so schön sagt, was my oyster, albeit on even less than a shoestring budget. :-)
    #77Verfasserdude29 Nov. 08, 15:38
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    dude, unter diesen Umständen war es eine mutige Entscheidung, die sich als gut erwiesen hat. Freut mich für dich. Ist ja auch mal beruhigend zu sehen, dass wahnsinnige Dinge nicht unbedingt immer schiefgehen müssen... :-)
    #78Verfasser Birgila/DE (172576) 29 Nov. 08, 22:18
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    Klingt cool aus heutiger Sicht, dude. Da hast du wohl das richtige Alter erwischt, alt genug um sich allein durchzuschlagen und jung genug, um unbekümmert seinen Weg zu gehen. :-)
    #79Verfasser tigger (236106) 29 Nov. 08, 22:19
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    I studied music at university; today I am volunteer organist for my church. So much for that as a profession. :-) However, I started German as part of the music curriculum, so there is the connection.

    In the meantime I studied theology and considered becoming a professor of theology. On the way to doing that I wound up with the MA in German (and lots of experience in theater - go figure).

    Finally I realized that what I truly wanted to do was teach, so I ended up as a German teacher at a high school but can also teach World History, Spanish, Music, and Religion (except that in the US we don't have religion classes at public schools).
    #80Verfasser Robert -- US (328606) 29 Nov. 08, 22:47
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    in the US we don't have religion classes at public schools


    Having read that ... what is a "professor of theology" doing?
    #81VerfasserBarnie30 Nov. 08, 15:10
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    Teaching at a private (religious) school or college/university. Many public universities do have religion departments. It's just the K-12 public schools that don't teach religion. You might get the occasional comparative religion class or "Bible as Literature" (through the English department), but certainly not enough for full-time employment.

    Or, as in my case, you wind up teaching something else entirely.
    #82Verfasser Robert -- US (328606) 30 Nov. 08, 23:27
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    I'm german and live in an English speaking country. Need to translate things for my job.
    #83VerfasserRalf01 Dez. 08, 07:52
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    lucky you!
    #84Verfassersammy01 Dez. 08, 11:16
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    Tja, ich beneide die Leute, die wenigstens wissen, was sie wollen. Ich habe das trotz Studium, Job und 30+ immer noch nicht rausgefunden. So richtig interessiert, bzw. Spaß gemacht hat (mich) leider noch nichts.
    #85VerfasserSlacker01 Dez. 08, 12:22
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    Dann leg dir doch einfach mal Kinder zu, Slacker. Vielleicht war's das was fehlt?
    #86Verfassertigger01 Dez. 08, 12:31
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    "einfach mal", tigger? Und dann gleich "Kinder" im Plural? Wäre schön, wenn's tatsächlich so einfach wäre, ich kenne aber genug Leute, bei denen es genau das nicht ist...
    #87Verfasser Dragon (238202) 01 Dez. 08, 13:18
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    @Karin H.: Wie findest Du das Masterstudium? Hatte auch mal drüber nachgedacht, und mich dann aus finanziellen wie logistischen Gründen für was anderes entschieden. Finianzierst Du das voll selbst?
    #88VerfasserCJ unplugged01 Dez. 08, 13:34
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    Draggggoooon... muss man denn hinter alles einen Smiley setzen? Slackers Aussage schreit doch einfach nach einer solchen Antwort.
    #89Verfassertigger01 Dez. 08, 14:36
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    Slackers Beitrag schreit antweder nach einer blöden Antwort oder Nichtbeachtung, da hast Du wohl recht, bloss bin ich bei dem Thema extrem dünnhäutig, sorry, tigger.
    #90Verfasser Dragon (238202) 01 Dez. 08, 14:53
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    zu 86:

    Sorry, Deine Antwort zeigt einfach nur totales Unverständnis für eine normale oder vielleicht sogar ernste Situation. Ich kenne das Problem auch und es ist nix, worüber man Spaß machen muss. Akzeptier doch einfach, dass es Leute gibt, die im Leben nach etwas anderem suchen als traute Familie + Eigenheim (auch wenn sie vielleicht noch nicht wissen, was es ist).

    Das ist nicht lustig und Kinder als Allheilmittel für diese Sinnsuche ist meines Erachtens nach den armen Kindern gegenüber nicht fair und zeigt auch eine etwas altmodische/einfache Denkweise.

    Zudem hat Slacker möglicherweise auch garnicht diese Option - soll doch vorkommen, oder? Manchmal sollte man erst nachdenken und dann schreiben.

    #91Verfasserauch ziel- und kinderlos01 Dez. 08, 15:01
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    Wieso schreit denn Slackers Meinung nach einer blöden Antwort / Nichtbeachtung? Die ganze Zeit wird doch ganz vernünftig über dieses sensible Thema diskutiert? Ich kann ihm seine Situation irgendwie nachvollziehen.

    Slacker, was hast du denn studiert / was machst du gerade?
    #92VerfasserTabbyC01 Dez. 08, 15:02
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    Weil diese Antwort, gepaart mit dem Nick "Slacker", mir ein wenig trollverdächtig vorkommt, TabbyC. (Stammst Du übrigens aus dem Rheinland?)
    #93Verfasser Dragon (238202) 01 Dez. 08, 15:08
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    Naja, man fühlt sich schnell als "Slacker" in so einer Situation. Von daher würde ich das nicht so eng sehen. Andernfalls bin ich im Forum relativ neu (bei Leo treibe ich mich aber schon länger rum) und kenne mich mit Trollen und anderen Wald- und Wiesenbewohnern nicht so gut aus.

    Ich bin nicht aus dem Rheinland, wieso fragst du?
    #94VerfasserTabbyC01 Dez. 08, 15:18
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    @TabbyC: Weil ich dieses "ihm seine", "der ihre" usw. ("ihm seine Situation") von Leuten aus dem Rheinland kenne ;o)
    #95Verfasser Dragon (238202) 01 Dez. 08, 15:23
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    Oh, das ist interessant, denn so hab ich es gar nicht gemeint. Anders formuliert: "Ich kann ihm die Situation nachvollziehen." bzw. "Seine Situation kann ich ihm nachvollziehen" Verstehste?

    (oh Gott, nein sowas sag ich ja gar nie nich, das krempelt mir ja die Fußnägel um...)
    #96VerfasserTabbyC01 Dez. 08, 15:28
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    Hallo nochmal.

    Nein, es ist kein Trollposting und auch kein Gejammer oder so, nur eine einfache Feststellung. Studiert habe ich Politikwissenschaften/Anglistik, hauptsächlich aus Interesse. Ein Informatikstudium aus Gründen der Zukunftssicherheit habe ich abgebrochen, weil es absolut nicht mein Ding war. Der Wechsel war dann richtig, die ersten Semester hat es auch Spaß gemacht, aber mit zunehmender Dauer ist die Begeisterung dann abgeflaut.
    Ich habe dann untypischerweise als Geisteswissenschaftler tatsächlich recht schnell Arbeit gefunden, gute Arbeit sogar, als technischer Redakteur in einer Softwarefirma. Hauptsächlich übersetze ich (macht Spaß) oder schreibe Anleitungen (ist eher Fleißarbeit).
    Ich gehe gerne da hin, die Kollegen sind nett, das Klima stimmt, aber es ist eben nicht das, was mir jeden Morgen ein Lächeln aufs Gesicht treibt und mir das Gefühl gibt, etwas wichtiges zu leisten.
    Und so vergeht die Zeit viel zu schnell, Tage, Wochen, Monate, alles eine Suppe.
    Ich fühle mich eben irgendwie gefangen in einer Art Zwischenwelt, es ist nicht schlimm, aber es ist auch nicht so richtig gold. So eine Art Beschäftigung, Zeittotschlagen ohne Nachhaltigkeit.
    Ja, man kann etwas ändern, aber nur, wenn man weiß, was man ändern sollte.
    #97VerfasserSlacker01 Dez. 08, 15:30
    Kommentar
    Asooo, TabbyC, das beruhigt mich insofern, als das bei mir in der Liste der "pet peeves" auch nur knapp hinter "größer wie" kommt ;o)
    Allerdings kenne ich "jemandem etwas nachvollziehen" auch überhaupt nicht, sondern nur "etwas nachvollziehen", daher hätte ich Deine Sätze jeweils ohne "ihm" geschrieben. Aber man ist ja nie zu alt zum Lernen...
    #98Verfasser Dragon (238202) 01 Dez. 08, 15:34
    Kommentar
    Grübel...

    Sagst du nie: "Ja das kann ich dir nachvollziehen"? Wenn du jmd. persönlich ansprichst?

    Aber egal, das ist jetzt hier nicht das Thema... Ich kann es Slacker jedenfalls nachvollziehen (wem kann ich es nachvollziehen...? ...Slacker!), dass es unschön ist, wenn man die ganze Woche immer nur aufs Wochenende wartet, weil der Job nicht erfüllt. Auf einmal ist dein Leben um und du denkst dir, hm, eigentlich hab ich mein ganzes Leben nur mit Warten verbracht. Klingt jetzt so, als ob ich schon knapp 80 bin, aber solche Gedanken kommen da halt manchmal.
    #99VerfasserTabbyC01 Dez. 08, 15:47
    Kommentar
    TabbyC, ich bin ziemlich sicher, dass 'Jemandem etwas nachvollziehen' umgangssprachlich ist. Manchmal geht eine derartige Wendung so in den Sprachgebrauch über, dass man denkt, es wäre Hochdeutsch! Bei mir ist es 'etwas hollen':-)
    #100VerfasserVila26 (455631) 01 Dez. 08, 15:53
    Kommentar
    @Slacker: Die Wenigsten ziehen den großen Kick aus ihrem Job. So wie Du Deine Arbeitssituation beschreibst, scheinst Du sehr gut dazustehen. Deine Erwartungen sind wahrscheinlich zu hoch.
    Ich bin sehr zufrieden mit meinem Job. Bezahlung und Arbeitsklima stimmen.
    Aber das gute Gefühl, mein Leben ist lebenswert, verschaffe ich mir mit anderen (Freizeit)aktivitäten. Jahrelang waren es die Kinder, als die größer wurden, habe ich mich in einem Verein engagiert, mittlerweile bin ich dort 1. Vorsitzende, habe in Personalunion noch einen weiteren Vorstandsposten und wenn ich irgendwo im Ort auftauche, heißt es "Hallo, der XY-Verein kommt".
    Realistisch betrachtet reiße ich mir den A... auf für einen unbedeutenden Dorfverein, welchen Sinn das einem Leben gibt, kapiert kein Mensch (außer mir und den Gleichgesinnten), werde pausenlos angemeckert, was ich alles falsch mache (natürlich nur von Leuten, die überhaupt nichts machen), leiste mindestens (hab nie gezählt) 500 unbezahlte Arbeitsstunden für den Verein, bin zwei Wochen im Jahr rund um die Uhr auf den Beinen, alles für den Sch...verein - also überleg Dir gut, ob Du Dir zusätzlich zu einem angenehmen Job noch einen Sinn des Lebens zulegen solltest ;-))

    PS.: Spaß macht mein Verein mir trotzdem
    #101VerfasserEifelblume (341002) 01 Dez. 08, 15:58
    Kommentar
    ...ja sowas wie "das hab ich gesehen gehabt" zum Beispiel. Furchtbar. Es hört nicht auf. Das wird immer schlimmer. Ich konnte es mir zum Glück wieder abgewöhnen...
    #102VerfasserTabbyC01 Dez. 08, 15:59
    Kommentar
    Interessant. Dann nehme ich meinen Troll-Vorwurf an dich zurück, Slacker, meine Studien- und Berufsgeschichte sieht nämlich ganz ähnlich aus wie deine. Auf deine Beschreibung hin verstehe ich vollkommen, welches Lebensgefühl du meinst.
    #103Verfassertigger01 Dez. 08, 16:48
    Kommentar
    Ich glaube, dieses Sinnlosigkeitsgefühl stellt sich fast unweigerlich ein, wenn man zu lange denselben Job macht. Dann hat man irgendwann das Gefühl, alles ist immer nur dieselbe Ödnis. Ich würde an Slackers Stelle mal wieder vermehrt in die Stellenanzeigen gucken - oder im Privatleben etwas ändern - oder 4 Wochen durch Australien trampen oder so ....
    #104VerfasserIngrid01 Dez. 08, 17:07
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    Ich muss richtig grinsen, wenn ich "Ödnis durch langjährigen Verbleib am Arbeitsplatz" lese. Vor Jahren schon habe ich mal einem Kollegen, der die 50 schon etwas überschritten hatte, auf sein ständiges Mosern über dies und das gesagt "Dann TUN Sie doch einfach was dran" - und kein halbes Jahr später war der weg, und wurde glücklich in seiner neuen Stelle. Ihm hat es dann zur völligen Entgeisterung der Vorgesetzten ein weiterer Abteilungsuhu (unter hundert) nachgemacht, mit ebensolchem Erfolg.

    Ich habe dann vor nicht so langer Zeit in vergleichbarem Alter auch noch einen radikalen Stellenwechsel durchgezogen und bin jetzt "angekommen", jedenfalls gefühlt. HABEN sich die Leute gewundert, als ich damals meine Kündigung einreichte... Ein innerer Vorbeimarsch, ganz ohne irgendwelche Kommentare zum warum und wieso meinerseits!

    Natürlich gelingt es nicht immer, sich durch Wechsel zu verbessern (auch ich habe zwischendurch einen Wechsel vom Regen in die Traufe erlebt). Aber das Hockenbleiben macht einen am Ende nur NOCH frustrierter - dann kommt nämlich zumindest unterschwellig auch noch die Unzufriedenheit mit sich selbst hinzu, mit der mangelnden Initiative, der "Traute", es doch wenigstens mal zu probieren.

    Wer hocken bleibt aus lauter Angst um den lieben (aber nicht geliebten) Arbeitsplatz, muss sich nicht wundern, wenn er als solcher Angsthase erkannt und dann so richtig platt und lang gemacht wird. Manche mögen ja (leider und sarkastisch gesagt) vielleicht so falsch nicht liegen, wenn sie sich selbst nichts "anderes" zutrauen...
    #105Verfasser weißnix (236288) 01 Dez. 08, 17:36
    Kommentar
    - Jahresurlaub aufsparen und eine ganz lange Reise dorthin machen, wo man immer schon mal hinwollte (#104)
    - Diese Zeit nutzen, um auf einem maximal Din-A5-großen Zettel Vor- und Nachteile des aktuellen Jobs zu notieren
    - Auf einem zweiten Zettel notieren, was man lieber machen würde und wie man das erreichen könnte
    - Nach Ablauf der Auszeit (ein Monat reicht vermutlich) ganz schnell handeln
    - Die Tatsache, dass man die 50 schon überschritten hat, hilft ungemein beim Herausschälen von wirklich Wichtigem
    #106Verfasser penguin (236245) 01 Dez. 08, 17:42
    Kommentar
    "Die Tatsache, dass man die 50 schon überschritten hat, hilft ungemein beim Herausschälen von wirklich Wichtigem"

    Wunderbar ausgedrückt, penguin.
    Man hat ja meist in dem Alter auch manche Sorgen nicht mehr, wie z. B. die "abhängigen Kinderlein", die man nicht wegen Arbeitslosigkeit des Erziehungs-, Hotel- (Hotel Mama...) und Beförderungspersonals (Taxi Mama/Papa...) hungern und Busfahren sehen möchte.

    Ohne damit einfach nur "Abwarten bis 50+" empfehlen zu wollen, nochmal ganz klar - auch in DEM Alter geht noch was. Mittlerweile haben nur noch ein paar wenige Deppen nicht begriffen, welche Arbeitskraft in hoch motivierten Uhus steckt.
    #107Verfasser weißnix (236288) 02 Dez. 08, 08:56
    Kommentar
    @CJ (88): Ich finanziere das Studium im Wesentlichen selber, wobei Vater Staat ja dann ganz nett mitfinanziert, wenn das eigene Einkommen eine entsprechende Steuerlast bedingt.

    Und interessant ist es auf jeden Fall. Das ist übrigens auch eine Methode, zu gewünschten Veränderungen im Alter 50+ zu kommen.
    #108Verfasser Karin H. (236988) 02 Dez. 08, 09:35
    Kommentar
    @Karin H: "Wenn das eigene Einkommen ..." ist der passende Qualifyer. Unterstützt Dich Dein Arbeitgeber sonst in irgendeiner Form (soll ja vorkommen, das Arbeitgeber Weiterbildung fördern)?
    #109VerfasserCJ unplugged02 Dez. 08, 10:09
    Kommentar
    Tja, es soll vorkommen, habe ich auch gehört. Nein, bei uns kam das in meinem Fall nicht vor, obwohl es am Anfang mal vorgesehen war. Aber der Geschäftserfolg hat dann einen Strich durch die Rechnung gemacht.

    Naja, ich hatte nie mit Unterstützung des AG gerechnet, somit wurde ich nicht enttäuscht, als die Pläne meines bisherigen Vorgesetzten dann so nicht genehmigt wurden.
    #110Verfasser Karin H. (236988) 02 Dez. 08, 10:42
    Kommentar
    CJ .. Du kannst beruflich bedingte Ausgaben generell steuerlich geltend machen. Die Grenze zieht hier nur die Fantasie (meist die vom Finanzbeamten;)

    Ich habe bereits nen Dipl. in Richtung technischer Redaktion und frag mich ehrlich, was man alles noch so in einem Masterstudium kennenlernen könnte.
    Speziell die Praxisrelevanz wäre für mich dabei sehr wichtig.
    Karin H. .. inwiefern ist der Inhalt deines Masters für Dich eine Erleuchtung / Erweiterung deines bisherigen Wissens?

    Richtig süss find ich einen Freund der nun seinen Doktor in Germanistik machen möchte basierend auf seinem Dipl. als Technischer Redakteur. Dinge gibts .. *gg*

    #111Verfasser la.ktho (236390) 02 Dez. 08, 10:57
    Kommentar
    @laktho: Ich weiß, aber wer eh relativ wenig Steuern zahlt, profitiert davon weniger.
    Die bisherigen Masterstudiengänge richten sich an Quereinsteiger wie Karin oder mich, Voraussetzung ist ein Natur- oder Ingenieurwissenschaftliches Erststudium. Wenn Du eh einen Dipl. in der Richtung hast, ist es für Dich nicht interessant.
    #112VerfasserCJ unplugged02 Dez. 08, 11:44
    Kommentar
    CJ: Danke. Ich hab mich nur gefragt, was all die Masterstudiengänge so machen.
    Ich haette auch nichts (???) gegen einen Master oder doktor, aber nach ausgiebigen Studium der Angebote kann ich darüber eben nur grinsen.

    Ist echt ein undankbares Feld für wissenschaftliche Arbeiten.
    Wobei ..*dunkel fies kicher*.. hast du schon einmal eine korrekte und vollständige Anlagendoku gesehen? Oder eine juristische dichte Risikoanalyse?

    .. eigentlich verdient man in .de nicht schlecht ..CJ.. wechsel doch mal;)
    #113Verfasserla.ktho02 Dez. 08, 11:59
    Kommentar
    Der Wechsel kommt grad ganz von alleine. Nach drei Jahren neben der Arbeit studieren hatte ich noch nicht wieder so weit aufgetankt, dass ich auf Jobsuche gehen wollte.

    Wenn erstmal die ersten Bachelore einen Master wollen, ist die Frage, was sie dann in den Mastern unterrichten werden.
    #114VerfasserCJ unplugged02 Dez. 08, 12:29
    Kommentar
    #85 ff.

    Don't make the mistake of thinking it's only the over-50s who don't what they want from life or how to get it. I already didn't now what I wanted when I was 21!?
    #115VerfasserXY02 Dez. 08, 12:31
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    CJ: Irgendwie muss ich immer ein wenig lästern, über die Hochschulische Ausbildung.
    An komplexe Systeme (Anlagen, verkettete Maschinen) traut sich keiner in den Vorlesungen ran. Zu schwer und zu komplex.

    Vielen, nicht allen, Lehrkörpern fehlt die praktische Erfahrung, wo die üblichen Probleme der Dokumentation liegen. Nein, Typographie ist so unwichtig wie ein Joint auf dem Mond.

    Der Versatz zwischen Hochschulbildung und den praktischen Herausforderungen kann manchmal gewaltig sein.

    XY: Der Weg ist DEIN Ziel *gg*
    #116Verfasser la.ktho (236390) 02 Dez. 08, 12:37
    Kommentar
    Wie seid ihr zu eurem Beruf gekommen?

    Meistens mit der Straßenbahn!

    ***scnr***
    #117Verfassered (D)02 Dez. 08, 13:10
    Kommentar
    @la.ktho: Wenn Du Dokumentationen für Anlagenbau erstellen kannst, hast Du andere Verdienstmöglichkeiten als ich - und mehr Verantwortung.

    Bei uns kam die Paxis daher, dass alle schon seit Jahren in dem Feld arbeiten und wir die Dozis mit "Situation ist so-und-so wie kann ich das besser/effizienter etc. lösen" genervt haben.
    Meine Textqualität und Dokumentstruktur haben sich deutlich verbessert. Und bei Softwaredokumentation B2B brauchst Du gute Typographie, sonst hast Du die Kunden nämlich ständig am Telefon, weil sie das Handbuch nicht lesen. (Heu...wä...gel...chen *schnaub*)
    #118VerfasserCJ unplugged02 Dez. 08, 13:31
    Kommentar
    @CJ: *gg* Wenn Du zufällig auch Maschinenbau-Dokus erstellen kannst .. ist der Rest eher Einarbeitungssache. Mehr als eine "komplexe" Maschine dokumentierst Du dann ja auch nicht.
    Was den Verdienst angeht, kann man vermutlich im Maschinenbau mehr Geld verdienen, als im Bereich der software-Dokumentation. Das hängt aber eher mit der Wirtschaftlage der Maschinenbauer zusammen;)
    Was Verantwortung angeht .. *sfg* .. als Technischer Redakteur hält sich diese arg in Grenzen. Deine Einflussmöglichkeiten sind zu gering, um im Schadensfall den schwarzen Peter zu erhalten;)

    Aber schon mal Glückwunsch, dass Du praxisorientiert lernen kannst. Ist meiner Meinung nach sehr wichtig, um die Erkenntnisse aus dem Studium später gezielt einsetzen zu koennen.
    Alles in allem hört sich des schon sehr gut an. Viel Spass! *gg*
    #119Verfasser la.ktho (236390) 02 Dez. 08, 13:43
    Kommentar
    Hier noch eine "wie ich zu meinem Beruf kam..."-Geschichte:

    Nach dem Abi wollte ich am liebsten Studieren (Bio und Englisch),aber für ersteres hätte ich Frösche sezieren müssen (sagte man mir und zweiteres schein meinen Eltern zu brotlos. Ich solle erst mal was "vernünftiges" lernen, studieren könne ich immer noch. So wollte ich es mit einer Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann versuchen, das scheiterte jedoch an meinem Rechnerischen können, allerdings war ich gut genug in Englisch, dass ich von einem recht großen Unternehmen einen Lehrvertrag als Bürogehilfin/Fremdsprachenkorrespondentin angeboten bekam. Danach habe ich in verschiedenen Firmen als Sachbearbeiterin/Sekretärin/Mädchen für alles gearbeitet, und habe zwischendurch meinen "staatlich gepr. Übersetzer" gemacht. Bin nach der Kinderpause auf 400 EUR-basis wieder eingestiegen, wobei man mir versicherte, für den Job wäre ich überqualifiziert. Nach einigen Monaten kopieren und ablegen bekam ich immer mehr Gelegenheit, englische Korrespondenz mit Lieferanten zu übernehmen, und arbeite mittlerweile Vollzeit als Vertriebsassistentin. Bei Messen, internen Tagungen mit Lieferanten etc. dolmetsche ich auch schon mal und mache gelegentlich übersetzungen von Bedienungsanleitungen, technischen Datenblättern etc. Daneben versuche ich gerade, mir in Teilzeit als Übersetzer ein zweites Standbein auzubauen.

    Es ist also alles noch ein weinig im Fluß.
    #120Verfasser Thusnelda (337075) 02 Dez. 08, 13:47
    Kommentar
    @la.ktho: "Was den Verdienst angeht, kann man vermutlich im Maschinenbau mehr Geld verdienen, als im Bereich der software-Dokumentation."

    Das hängt von vielen Faktoren ab. Ich bin auch im B2B-Bereich und habe mich im Jahre 2000 gut verkauft. Seitdem zwar keine dauerhaften Steigerungen mehr, aber der Bonus ist nicht schlecht, wenn es uns gut geht. (Aber nicht mit den Bonuszahlungen von Vorstandsvorsitzenden verwechseln *g*)

    @CJ: Was hast Du denn 3 Jahre studiert? Mein Professional Master hat ja nur 2 Jahre (offiziell, ich bin grade im Urlaubssemester und schreibe schon mal ein bisschen an der Master-Thesis).
    #121Verfasser Karin H. (236988) 02 Dez. 08, 14:35
    Kommentar
    Verdienst: So mit 36k anfangen .. und nach 4-5 Jahren bei 42k landen. Das halt ich für realistisch;) .. Erfahrungen sagen, um so mehr Metall und Süden, um so höher das Gehalt. Große Firmen zahlen besser als kleine.
    Kenne auch Angestellte die schon deutlich drüber liegen.

    Allerdings so mit 3000 brutto im Monat steht man wohl nicht mehr ganz unter Leidensdruck.

    KarinH.: Viel Glück .. nach meinem Studium begegneten mirr auf dem Weg zum Diplom nur noch Banalitäten. Zumindest kamen mir die so vor. Nix neues, eher nur Erlerntes wissentschaftlich untermauern. Und das Ganze zum Zwecke der Ablage .. in der Unibibliothek :o)

    Wo mein Diplom ist kann ich nur raten, aber ich hab ja ein PDF davon .. irgendwo;)

    #122Verfasser la.ktho (236390) 02 Dez. 08, 14:47
    Kommentar
    @la.ktho

    Jetzt weiss ich auch, warum die mich als Quereinsteiger als techn. Redakteur eingestellt haben....
    Die echten wollten wohl zuviel :)
    #123VerfasserJunior Senior02 Dez. 08, 14:55
    Kommentar
    Theoretisch waren es bei mir auch 2 Jahre. Ich war in einem Semester lange krank und mußte deshalb Scheine schieben, und habe kein Urlaubsemester für die Masterarbeit genommen. Schon sieht es viel länger aus (was hast Du davon? Verlangen die keine Mindestbearbeitungsdauer außerhalb des U-Semesters?).
    #124VerfasserCJ unplugged02 Dez. 08, 14:55
    Kommentar
    @Junior: Des kenne ich. Auch redet niemand von den Redakteuren über sein Gehalt.
    In der TEKOM gabs auch mal die jährliche Statistik zu Einkommen der techn. Redakteure entsprechend Größe der Firma und ???..Dinge..

    Andererseits .. bei den üblichen Problemen beim Einhalten der Unternehmensprozesse, die der Dokumentation die Arbeit überhaupt erst ermöglicht, ist jegliches Gehalt eher ein Schmerzensgeld.

    CJ: Bekommt ihr etwa die Themen der Master schon vor dem Startzeitpunkt!?? *gg*

    #125Verfasser la.ktho (236390) 02 Dez. 08, 15:04
    Kommentar
    @117
    Haha, du Scherzkeks, aber meine Frage ist wohl korrekt gestellt, denn mit der Straßenbahn fährt man zur Arbeitsstelle!

    Sonst danke für die rege Diskussion
    #126VerfasserNewbie02 Dez. 08, 15:08
    Kommentar
    Das musst Du Karin fragen, nicht mich.
    #127VerfasserCJ unplugged02 Dez. 08, 15:09
    Kommentar
    @120
    Erst sprichst du von einer Lehre zum Außenhandelskaufmann und nachher von einem Lehrvertrag als Bürogehilfin.
    Was haben die in der Lehre mit dir gemacht? ;)
    #128VerfasserKing Rollo02 Dez. 08, 15:29
    Kommentar
    @King Rollo: Dazugelernt - und zwar nicht Thusnelda!

    Habe auch so ein peinliches Zeugnis von meinem ersten Abschluss. Heutzutage bekäme ich es mit der korrekten Bezeichnung, aber da ich in dem Beruf nicht mehr arbeite, sind mir die Gebühren für die Neuausfertigung zu hoch (Erst nach meiner Beschwerde wurde das Landesgesetz - oder wars bloß eine VO? - geändert, dass die Berufsbezeichnung festlegt).
    #129VerfasserCJ unplugged02 Dez. 08, 15:32
    Kommentar
    << generell sollten alle Bezeichnungen weiblich sein >>

    Das spart uns diesen unsäglichen Schwachsinn mit den INNEN.
    Wenn dann eine Urkunde / Anzeige für Frauen und eine für Männer.
    Typographisch gesehen erinnert mich das INNEN immer an einen Wurmfortsatz.
    #130Verfasser la.ktho (236390) 02 Dez. 08, 15:38
    Kommentar
    OK, eine Urkunde/Anzeige und immer in der weibliche Form - bin ich sofort dabei. >;->>
    #131VerfasserCJ unplugged02 Dez. 08, 15:47
    Kommentar
    @King Rollo: das war noch die Zeit, in der man eine "kaufmännische Lehre" machte, aber Bürogehilfe wurden eh nur Frauen....

    Jetzt bin ich Assistent, das ist schön neutral!
    #132Verfasser Thusnelda (337075) 02 Dez. 08, 16:38
    Kommentar
    ach, wie schön war es da in England, da waren alle technicians oder engineers und man wusste manchmal selbst mit dem Vornahmen nicht, ob Mann oder Frau... ;-)
    #133Verfasserkika02 Dez. 08, 16:41
    Kommentar
    Pah, auf meiner Sponsionsurkunde steht ausdrücklich Magistra.
    #134Verfassertigger02 Dez. 08, 17:01
    Kommentar
    Was muss wer mich fragen?

    Die Themen zur Master-Thesis werden bei uns vom Studenten vorgeschlagen. Irgendwo muss sich ein Semesterbeitrag von fast 2500 € ja niederschlagen.

    Und wenn ich die hier als "gut" bezeichneten Gehälter so lese, dann muss ich doch sagen, dass meine Aussage stimmt: Ich mache mein Master-Studium, um den Wert meiner Arbeit zu erhalten.

    Will sagen, für das Geld würde ich arbeiten gehen, wenn ich denn meinen derzeitigen Job verlöre. Aber nur kein Neid, ich muss dafür eine Münchner Eigentumswohnung abzahlen.
    #135Verfasser Karin H. (236988) 03 Dez. 08, 09:30
    Kommentar
    Na, da will ich in Anbetracht des Titels dieses Fadens doch mal erzählen, wie ich an meinen Job gekommen bin.

    Ich habe um 300 nach Christus gelebt, im Gebiet der heutigen Türkei, damals ein Teil des Römischen, später des Byzantinischen Reichs. Schon als Säugling war ich so außerordentlich fromm, dass ich an Fastentagen nur einmal die Mutterbrust genommen habe.

    So war es kein Wunder, dass ich, herangewachsen, die geistliche Laufbahn einschlug. Ich wurde Bischof von Myra, das heißt heute Demre und liegt unweit dem Ferienort Antalya.

    Als Bischof machte ich mir bald einen Ruf durch diverse fromme Werke. So kam es mir einmal zu Ohren, dass ein Vater seine drei Töchter auf den Strich schicken wollte, weil er keine standesgemäße Mitgift für die drei bezahlen konnte. Auf den Strich - das durfte nicht sein! Also habe ich schnell kirchliches Gerät eingeschmolzen und so drei Goldklumpen gemacht. Am ersten Abend warf ich der ersten Tochter einen Goldklumpen durchs Fenster ins Zimmer, am zweiten Abend der zweiten. Doch als ich am dritten Tage auch der dritten Tochter einen Goldklumpen zuwerfen wollte, erwischte mich der dankbare Vater, der sich versteckt hatte, um zu sehen, wer der unbekannte Wohltäter seiner Töchter war. Mit dem Gold war nun eine standesgemäße Mitgift für die drei gesichert, und der Strich blieb ihnen erspart.

    Diese Geschichte führt dazu, dass ich meist im Bischofsornat mit drei goldenen Kugeln dargestellt werde - mein typisches Erkennungszeichen. Ich erlitt nämlich kein Martyrium, dessen Werkzeug man sonst zu meinem Erkennungszeichen gemacht hätte, sondern ich starb eines friedlichen Todes. Die Gelehrten sind sich nicht einig, in welchem Jahr das war, aber eines steht fest: es war an einem 6. Dezember.

    Ja, heute ist mein Todestag!

    Schon zu Lebzeiten war ich im Ruf der Heiligkeit gestanden, und so dauerte es nach meinem Tod nicht lange, bis ich als Heiliger verehrt wurde. Meine Gebeine ruhten zunächst in Myra, bis sie 1087 von italienischen Händlern gestohlen und nach Bari in Süditalien geschafft wurden. Solche Raubzüge, um an Reliquien zu gelangen, waren damals nichts Ungewöhnliches, und man deutete den Erfolg so, dass ich es gewollt hätte, dass ich gerade in Bari hätte meine letzte Ruhestatt finden wollen.

    Die Geschichte von den drei Töchtern und den drei Goldkugeln führte bald zu dem Brauch, an meinem Todestag den Kindern kleine Geschenke zu machen. Natürlich keine Goldklumpen, sondern "Äpfel, Nuss und Mandelkern" und ähnliche Köstlichkeiten.

    Ja, und das ist mein heutiger Beruf. Mit Knecht Ruprecht ziehe ich am 6. Dezember umher zu den Kindern. Knecht Ruprecht fragt sie zuerst noch, ob sie denn auch brav gewesen sind, droht mit der Rute und dem Sack, aber am Schluss geht ein Besuch von mir immer gut aus. Alle Kinder bekommen ihre Geschenke, keines wird mit der Rute gestraft oder gar im Sack weggeschleppt.
    #136VerfasserSt. Nikolaus06 Dez. 08, 19:11
    Kommentar
    Immerhin eine schöne Art, untot zu sein!
    #137Verfasserlate bird06 Dez. 08, 19:37
     
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