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    Die "Sieben Siebe"

    Kommentar
    Hallo,

    ich habe diesen Thread (Siehe auch: [es-de] spansich wie italienisch?) mal zum Anlass genommen auf die "sieben Siebe" aufmerksam zu machen. Quelle: http://www.eurocom.uni-frankfurt.de/basiskursrom/


    Forscher der Uni-Frankfurt haben eine Methode entwickelt, wie man ganz leicht, durch das Erlernen eines speziellen Wortschatzes (panromanischer Wortschatz), bei bereits bestehender Grundkenntnis einer romanischen Sprache, gleichzeitig andere Sprachen der selben Sprachfamilie (mit)lernen kann. Somit könnte man auf einen Schlag beispielsweise Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Französisch lernen.

    Der panromanische Wortschatz beinhaltet alle gleichen oder ähnlichen Wörter und Wortstämme aller romanischen Sprachen. Er erleichtert den Übergang von einer romanischen Sprache zu den anderen extrem. Bei diesen Wörtern handelt es sich größtenteils um solche, die zum Grundwortschatz gehören.

    Hat man einmal diesen Wortschatz gelernt, kann man andere romanische Sprachen, ohne sie jemals gesprochen zu haben, sehr gut verstehen oder gar sprechen.

    Konkreter:

    Es gibt 39 Wörter, die in allen romanischen Sprachen absolut identisch sind. Geht man jetzt nur von wenigen Sprachen aus, also beispielsweise Italienisch und Spanisch, dann wird dieser Wortschatz größer, weil die Übereinstimmung zunimmt. Leider ist dieser panromanische Wortschatz auf mehr als zwei romanische Sprachen ausgelegt. Ich suche noch nach einer Betrachtung von nur Spanisch/Italienisch oder Spanisch/Französisch. Wäre hier für Tipps auch dankbar. Soweit zur Methode, wie man diesen Wortschatz erarbeitet hat. Ausführlicher hier: http://www.eurocomresearch.net/lit/grenzg.htm

    Nun zur Herangehensweise:
    Der Wortschatz den man im Internet finden kann (http://www.eurocom.uni-frankfurt.de/basiskurs...), geht nun von nur 6 (Rumänisch, Italienisch, Französisch, Katalanisch, Spanisch, Portugiesisch) Sprachen aus.

    Die sieben Schritte (deshalb Siebe) beinhalten das Erlernen oder zumindest die Kenntnis von:

    1. Internationaler Wortschatz
    2. Panromanischer Wortschatz
    3. Lautentsprechungen
    4. Graphien und Aussprachen
    5. Panromanischer syntaktischer Transfer
    6. Morphosyntaktischer Transfer
    7. Eurofixe

    Hier noch ausführlicher: http://www.fremdsprachenwerkstatt.ch/module/2/1/4

    Hier vier verschiedene hochgradig panromanische Texte:


    Spanisch
    http://www.eurocom.uni-frankfurt.de/basiskurs...

    Portugiesisch
    http://www.eurocom.uni-frankfurt.de/basiskurs...

    Italienisch
    http://www.eurocom.uni-frankfurt.de/basiskurs...

    Französisch
    http://www.eurocom.uni-frankfurt.de/basiskurs...


    Ich fände es sehr interessant eure Meinungen dazu zu hören. Was Sprachwissenschaftler dazu sagen würde mich auch besonders interessieren. Lohnt es sich diesen Wortschatz zu lernen? Ist die Methode effektiv? Oder sollte man lieber jede Sprache von Null an lernen? Gibt es schon praktische Erfahrugnen dazu?


    VerfasserMultilingual03 Mär. 09, 19:01
    Kommentar
    Ich kann jetzt hier die Verlinkungen nicht ansehen, aber mir leuchtet die Theorie ein, dass es sich leichter eine andere Sprache erlernen kann, die zur selben "Gruppe" (hier romanisch) gehört, wenn man schon die gewissermaßen gleiche Worte kennt.
    Ich z.B. bin Muttersprachlerin Italienisch und habe innerhalb eines halben Jahres fließend Spanisch gelernt und verstehe ziemlich gut Katalanisch. Ich habe absolut keine Bücher dazu verwendet, habe allerdings ein halbes Jahr in Barcelona gelebt. Als ich nach Barcelona zog, konnte ich so gut wie kein Spanisch, geschweige denn katalanisch, aber durch die Ähnlichkeit und Gemeinsamkeiten aus dem Italienischen fiel es mir sehr leicht. Ich habe anfangs manche italienische Worte einfach so abgeändert, dass die Spanisch klangen und wenn es dann nicht wirklich Spanisch war, dann war das meistens ein katalanisches Wort und man konnte mir das spanische Wort gleich dazu sagen. War natürlich in dem Moment ein Vorteil, dass ich in Barcelona lebte.

    Wie gesagt, ich kann die Links nicht öffnen, könnte mir aber vorstellen, dass es sich lohnt, den panromanischen Wortschatz zu lernen, wobei es auch etwas auf die Sprachbegabung ankommt.

    Aber nicht nur bei mir, die perfekt Italienisch kann, ist das so. Ich gebe an der VHS Italienischunterricht und eine Teilnehmerin hat im gleichen Semester angefangen Spanisch und Italienisch zu lernen und sie kann beide Sprachen schon sehr gut. Diese Sprachen helfen Ihr gegenzeitig, obwohl sie gestern gerade sagte, dass sie manchmal aufpassen muss, nicht etwas durcheinander zu werfen.

    #1Verfasserromanaccio04 Mär. 09, 07:36
    Kommentar
    Hallo,

    entschuldigung, ich habe einen Link falsch kopiert, aber alle anderen müssten funktionieren. Hier noch einmal der Link zur panromanischen Wortliste: http://www.eurocom.uni-frankfurt.de/basiskurs...

    --
    Zitat:
    Ich habe anfangs manche italienische Worte einfach so abgeändert, dass die Spanisch klangen …
    --

    Interesant was du schreibst. Genau, auf diese Abänderungen (aber mit System) geht auch die Sieben Siebe Methode ein. Es ist sehr interessant sich das mal anzuschauen, erst recht, wenn man vor hat, mehrere romanische Sprachen zu lernen. Man spart sich damit wohl unheimlich viel Zeit beim Vokabel- und Grammatiklernen. Hier gab es mal einen Thread mit der Frage, ob man denn nicht zwei Sprachen gleichzeitig lernen könnte. Ich denke, so suggeriert mir das zumindest diese Methode, dass das mit System viel einfacher klappt.

    Nur macht mich dieses Durcheinanderwürfeln von sehr ähnlichen Wörten stuzig, vielleicht hängt das auch davon ab, ob man Muttersprachler ist, so wie du, oder ob man beide romanische Sprachen erst im Nachhinein gelernt hat. Daher, macht es nun eher Sinn, wenn man eine romanische Sprache schon fließend sprechen kann oder ergeben sich auch Vorteile, wenn man beide Sprache von Null an anfängt. Das müsste man sich dann vorher überlegen.

    #2VerfasserMultilingual04 Mär. 09, 23:02
    Kommentar
    Das ist ein ganz tolles Projekt, vielen Dank für den Hinweis. Steckt schon in meinen Favoriten.
    Aber Du irrst Dich wenn Du schreibst "Somit könnte man auf einen Schlag beispielsweise Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Französisch lernen."

    Der Knackpunkt ist, dass das Lernen einer Sprache die Kompetenzen Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben umfasst. Das will das Forschunfsprojekt nicht. Irgendwo auf den Seiten habe ich diesen Satz gefunden, finde aber den genauen Link nicht mehr:
    "Diese Methode ermöglicht sofort Lese- und Hörverstehen in den ausgewählten romanischen Sprachen."
    Irgendwo stand auch, dass man eine romanische Sprache bereits können muss.

    Man bekommt also Hinweise, wie man die Bedeutung von Wörtern in anderen romanischen Sprachen erschließen kann. Du lernst aber nicht, wie man sie spricht oder schreibt; es sind passive Fähigkeiten.
    In Deinem Hirn wird allerdings ein gute Basis dafür geschaffen, weitere romanische Sprachen schnell zu lernen.

    Ganz kurz (hoffentlich!) mein romanischer Hintergrund:
    - Französisch ab der 3. Klasse; verheiratet mit einer Französin
    - Latein ab der 7. Klasse
    - Studium Französisch und Spanisch (Spanisch habe ich erst in Intensivkursen an der Uni gelernt)
    - sechs Monate Studium in Spanien
    - Italienisch 6 Monate lang 2 Stunden pro Woche (nicht viel, also)
    Hinzu kommen einige Urlaube in Italien, viele in Spanien und ganz viele in Frankreich.

    In Französisch und Spanisch bin ich aktiv und passiv noch ganz fit; allerdings fehlt die aktive Praxis.
    Italienisch habe ich in meinen jungen Jahren recht gut verstanden. Bei Reisen habe ich mir unbekannte Wörter einfach zusammengebastelt und kam damit zurecht.
    Portugiesisch und Katalanisch habe ich nie gelernt, kann aber den Inhalt von Sachtexten sinngemäß erschließen. Bei literarischen Texten wird es schon happig.

    Bei Rumänisch, Rätoromanisch, Okzitanisch, Provenzalisch kann ich lediglich die Bedeutung vereinzelter Wörter erschließen

    Gute Nacht ;-)



    #3Verfasser parac (271522) 06 Mär. 09, 01:47
    Kommentar
    ohh, da kam ja doch noch eine Antwort - dachte schon, dass das nur wenige interessiert. Danke jedenfalls für deinen Erfahrungsbericht! Sehr interessant!

    Nun ja, Ok, es ist vielleicht wirklich etwas naiv zu glauben, dass man somit auf einen Schlag gleich mehrere Sprachen lernen könnte. Aber (!) es erleichtert zumindest den ersten Zugang schon ungemein. Sagen wir mal so, mit dem Bewustsein, dass beim Lernen einer weiteren Sprache, nicht wieder bei Null angefangen werden muss, geht man schon ganz anders an die Sache ran – wie du schon sagst, eine gute Basis wird geschaffen. Außerden verliert man vielleicht auch die Skepsis, sich mal mit exotischeren Sprachen zu beschäftigen. Ähnliche Systeme gibt es wohl auch für slavische und germanische Sprachen, irgendwo auf der Webseite wird das erwähnt ...

    Zu der Methode gibt es übrigens auch ein Buch, welches man (allerdings in der etwas älteren Ausgabe von 2000) kostenlos (!) auch runterladen kann. http://www.shaker.de/Online-Gesamtkatalog/Det...

    Im unteren Abschnitt werden einige Sprachen in sogenannten "Miniportraits" vorgestellt: Wenn man sich einen Überblick verschaffen möchte, dann ist das sehr praktisch. Die häufigsten Adjektive, Verben etc. werden in Listen vorgestellt. Alles natürlich mit Bezug auf diese Methode.

    Ich versuche mir gerade, auf Grundlage dieses Systems, eine eigene Methode zu erarbeiten. Habe da sprachwissenschaftrlich überhaupt keine Vorkenntnisse, aber das Buch ist sehr einfach und zugänglich geschrieben, also nicht nur was für Profis. Wenn's was gebracht hat, dann kann ich mich ja wieder melden - falls der Thread wieder hoch geholt wird ;) Weitere Meinungen und Erfahrungsberichte zum Thema werden natürlich gerne gelesen :)


    #4VerfasserMultilingual12 Mär. 09, 09:27
    Kommentar
    #5VerfasserMultilingual12 Mär. 09, 09:38
     
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