| Kommentar | @athos
Das mit der "proliferazione normativa" ist schon ein Argument, aber das Rechtssystem gibt's in Italien auch und zB ist die deutsche Besteuerung sicherlich nicht weniger Trickreich.
Es ist nur so, dass wenn das Recht nicht durchgesetzt werden kann, es in D. sozusagen wieder abgeschafft wird. So erklären sich Rechtslehren wie den Anscheinsbeweis. Sonderlich gerecht ist das sicherlich nicht. Dafür aber effizienter und am Ende vielleicht im Großen und Ganzen doch gerechter.
Sizilianischer Spruch: "quannu li liggi sunu assai, ‘un si rispettanu mai" (wenn die Gesetze viele sind, werden sie nie beachtet).
Die Italiener erlassen dagegen gerne immer wieder zusätzliche Gesetze, reden gerne von "garantismo" usw. An sich eingentlich gute Vorsätze, aber auch Ernährungsboden für Gauner, die solche Begriffe unterm Volk verzerrt hineinbringen.
Es ist ja viel zu oft vorgekommen, dass die Regierung Gesetze "ad personam" erlassen hat, zulässig ist es aber auf keinen Fall gewesen und dazu benötigt man kein neues Rechtssystem, sondern die ganz gewohnliche Handschellen. Aber Demagogie war auch, einen Rücktritt aufgrund eines Ermittlungsbescheids zu verlangen. Die andere Seite der Medaille ist zu sagen, dass alle Politiker sich die Gesetze wie sie wollen drehen. Das halte ich gewissermaßen für "Qualunquismo" und das nutzt eigentlich nur denjenigen, die sowas tatsächlich machen, nach dem Motto "mal comune, mezzo gaudio".
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