Kedi, danke für Deine Postings. Du sprichst mir sowat von aus der Seele :)
Nationalstolz finde ich albernst.
Darf ich meine Meinung aus einem anderen Thread zitieren, nämlich dem hier
Siehe auch: Die schöne deutsche Sprache stirbtNationalstolz ist mir in jedem Land zuwider, nicht nur in Deutschland. Wenn meine amerikanische Freundin mit bebender Stimme und Hand auf dem Herzen die Nationalhymne tränenreich schmettert, krieg ich Herpes. Wie schon gesagt, Stolz kann ich auf etwas sein, was ich vollbracht habe. Auf nicht mehr und nicht weniger. Ich bin zufällig als Deutsche geboren, ich habe holländische, dänische und französiche Vorfahren neben den deutschen Vorfahren. Zu was macht mich das denn genetisch? Warum soll ich stolz darauf sein, was im Paß meiner Eltern steht und auf den Ort, wo ich zufällig aus dem Bauch meiner Mutter gerutscht bin? Ich habe nichts dagegen, Deutsche zu sein. Aber warum sollte ich darauf stolz sein? Ich wüßte auch gar nicht, was "deutsch" ist, seit ich in einem anderen Bundesland (nämlich Bayern) wohne, als ich aufgewachsen bin (nämlich Nordrheinwestfalen). Die Menschen sind dermaßen unterschiedlich, dass man nicht so wahnsinnig viele Gemeinsamkeiten erkennen kann... Was wäre die Schnittmenge, auf die ich stolz zu sein hätte? Total schwachsinnig in meinen Augen.
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Und ja, es ist toll, was Deutschalnd als Staat teilweise macht, deswegen bin ich ja auch noch hier. Ich habe auch nie behauptet, das es mir in Deutschalnd nicht gefällt. Ich weiß nur nicht, wie da Stolz ins Spiel kommen soll und warum. "Stolz" auf mein Diplom oder mein Staatsexamen kann ich deshalb sein, weil ich mich gezwungen habe, mich durch dieses Studium zu beißen. Natürlich mit Hilfe meiner Eltern, nicht immer nur finanzieller Natur, aber selbstverständlich zum größten Teil auch das, insofern ja, ist auch dieser Stolz eingeschränkt. Aber ich bin von Stolz generell nicht entzückt. Man kann sich über etwas freuen, man kann dankbar sein, aber Stolz impliziert eben meistens ein: Ich bin in dem Moment besser als mein Nachbar. Und das ist einfach nur zum Kotzen und in der Regel verschobene Wahrnehmung.
Ich bin sehr versucht, eine Tirade gegen die USA loszulassen, gegen die Politik, das soziale System, das Gesundheitswesen, die vom Militär finanzierten Unis (und das Unvermögen deswegen unabhängige Forschung zu betreiben, nein, U-Boot-Findungs-Sonar bringt keine Wale zum Stranden, aber Geld um das zu erforschen will die Navy irgendwie nicht locker machen. Walstrandungen liegen am Vollmond! - lief gerade eine sehr schöne Doku auf Phoenix), die Überlegung, jedem Land, das "wertvoll" (Öl) ist, Demokratie und "Freiheit" zu bringen, ob es das nun will oder nicht (aber Tibet interessiert n Toten - wie war das mit Kommunismus ist tot? In China leider nicht - aber da mischt man sich lieber nicht ein, nö, da veranstaltet die Welt die Olympiade). Klar steht USA an der Spitze: Höchster Wasserverbrauch, höchster Stromverbrauch, höchster Erdölverbrauch - oder wovon reden wir?
Und ja, statt USA könnte da teilweise auch Deutschland stehen oder der Name irgendeiner Industrienation. EBEN! Nationalstolz ist einfach nur daneben.
Aber amerikanischer Nationalstolz geht mit schon unglaublich auf den Zeiger mit seiner unvergleichlichen Arroganz der Unantastbarkeit einer imaginären Spitzenposition und dem Glauben, Weltverbesserer zu sein.