| Kommentar | Ich weiß gerade nicht so recht wohin mit meiner Frage, deswegen hoffe ich, dass das hier passt. Also, ich sitze gerade vor einem Text von M. Martinez und M. Scheffel zu "Unzuverlässigem Erzählen". Ich bin nun bei dem Satz: "Für unzuverlässiges Erzählen bieten sich besonders Texte mit einem -dramatisierten- oder intradiegetischen Erzähler (d.h. einem Erzähler, der ein Bewohner der erzählten Welt ist) an, weil ein Erzähler, der als Figur an der erzählten Welt teilnimmt, gegenüber den anderen Figuren nach dem logischen System der literarischen Fiktion nicht privilegiert ist."
Meine Frage lautet nun, ob es denn hier nicht "homodiegetischer Erzähler" anstatt "intradiegetischer Erzähler" lauten müsste? Ein Erzähler, der gleichzeitig Teil der Diegese ist, ist schließlich nach Genette ein "homodiegetischer" Erzähler. Intradiegetisch bedeutet m.E. nur, dass es ein Erzähler auf zweiter Ebene ist (also ein Erzähler in einer vom extradiegetischen Erzähler erzählten Welt; ja, ich weiß.. viel "erzählen"), bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass dieser homodiegetisch sein muss, da es auch intra-heterodiegetische Erzähler gibt. Und auch in allen anderen Texten, die ich bisher zu unzuverlässigem Erzählen gelesen habe, wird stets der "homodiegetische" (oder z.T. auch autodiegetische) Erzähler als die optimalste und häufigste Form für unzuverlässiges Erzählen genannt.
Kann mir also evtl. jemand bei diesem Satz hier helfen und meine Verwirrung evtl. ein bisschen auflösen? ;)
Vielen Dank schonmal |
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