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    Sprachlabor

    Gebrauch von Personalpronomen in anderen Sprachen

    Betrifft

    Gebrauch von Personalpronomen in anderen Sprachen

    Kommentar
    Mir ist in den letzten Jahren immer wieder aufgefallen, dass Personalpronomen in anderen Sprachen z.T. anders genutzt werden als auf deutsch. Manche Anwendungen finde ich extrem praktisch, so dass ich mir wünschen würde, sie auf deutsch einsetzen zu können (andere finde ich eher unpraktisch). Wem fallen andere Beispiele ein?

    In manchen Sprachen (z.B. italienisch und chinesisch) werden Personalpronomen nicht benutzt, wenn aus dem Zusammenhang klar ist, wer gemeint ist (Sono tedesca, shi deguoren - ich bin Deutsche)

    Für die formelle Anrede einer einzelnen Person werden unterschiedliche Personalpronomen genutzt:
    deutsch Sie (wie 3. Person Mehrzahl)
    englisch You (2. Pers MZ), verdrängt auch vollständig thou (2. Pers. EZ obs)
    französisch Vous (2. Pers MZ)
    dänisch/norwegisch De (3. Pers MZ), wird verdrängt durch du (2.Pers EZ)
    schwedisch ni (2. Pers MZ) fast vollständig verdrängt durch du (2.Pers EZ)
    chinsisch ni/nin (2.Pers EZ)

    Auf chinesisch gibt es zwei verschiedene Wörter für wir:
    ein inkludierendes zánmen 咱们 und ein exkludierendes wǒmen 我们 ("Wir waren gestern im Kino" heißt also unterschiedlich, abhängig davon ob der Angesprochene dabei war oder nicht)

    Außerdem wird für die Mehrzahl einfach ein "Pluralpartikel" hinter das Einzahlpronomen gehängt:
    wǒ 我 (ich) -> wǒmen 我们 (wir)
    nǐ 你 (du) -> nǐmen 你们 (ihr)
    tā 他 (er) -> tāmen 他们 (sie - männlich)
    tā 她 (sie) -> tāmen 她们 (sie - weiblich)

    Auch auf französisch kann man zwischen 3. Pers. MZ weiblich elles und 3. Pers. MZ männlich ils unterscheiden.
    Wenn mich nicht alles täuscht, wird in beiden Sprachen (und allen anderen, die ich kenne und eine Unterscheidung haben) bei gemischten Gruppen die männliche Form eingesetzt. Gibt es eine Sprache, die zusätzlich ein eigenes Wort für gemischte Gruppen hat?

    Im Finnischen dagegen gibt es keine Unterscheidung zwischen er und sie. Es heißt immer hän.

    Dafür können die Schweden bei Possessivpronomen unterscheiden zwischen seinem (eigenen) und seinem (jemanden anderes).
    Eva tvättar sin bil. - Eva wäscht ihr (eigenes) Auto.
    Eva tvättar hennes bil. - Eva wäscht ihr (z.B. Martas) Auto.

    Ich glaube, mir war noch mehr aufgefallen, aber im Moment fällt es mir nicht mehr ein.
    Wie sieht das in anderen Sprachen aus? Hat noch jemand Beispiele für (aus unserer Sicht) ungewöhnliche Anwendungen von (Personal)pronomen?
    VerfasserFindus02 Sep. 09, 18:06
    Kommentar
    In Latin one can include a pronoun, or not.
    Eg: tu es Petrus - you are Peter
    pulchra es - you are beautiful
    #1Verfasser Ecgberht (469528) 02 Sep. 09, 18:42
    Kommentar
    Da fragen euer Ehren doch ihm sein Petterson
    #2Verfasserlol02 Sep. 09, 18:44
    Kommentar
    Ich glaube, Petterson (in Schweden übrigens Pettson) spricht nur schwedisch, und jemand, der außer der Katze und den Hühnern niemanden hat, um sich zu unterhalten, wird vermutlich kein Sprachexperte sein. Aber wenn ich mal wieder einen attamatischen Kaffeeeingießer bauen will, frage ich ihn. Versprochen!
    #3VerfasserFindus02 Sep. 09, 18:49
    Kommentar
    ungewöhnlich finde ich das nicht. im deutschen waren früher ja auch andere formen der ansprache üblich, wie das erzen oder ihrzen.
    #4VerfasserF9Q4WE02 Sep. 09, 18:51
    Kommentar
    The differences in usage of personal pronouns among Indoeuropean languages fade to insignificance compared to the situation in some other language groups: Thai, for example. For a brief (and simplified) introduction, see Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Thai_language#No....
    #5Verfasser Martin--cal (272273) 02 Sep. 09, 19:16
    Kommentar
    @ Martin, so was meinte ich, danke!

    Merkwürdig übrigens, dass in Thai anscheinend ein Unterschied zwischen ich weibl./männl. (formell), aber nicht zwischen er und sie gemacht wird.

    Allerdings gehört das nicht zu den Formen, die ich im Deutschen vermisse ;-) Im Gegensatz zum chinesischen zanmen/women oder dem schwedischen sin/sitt/hennes/hans. Die fände ich echt praktisch.

    @ F9Q4WE, ungewöhnlich im Sinne von nicht gewöhnlich im täglichen/aktuellen Gebrauch. Da zählt für mich das erzen und siezen durchaus auch zu. Vor allem wenn man es mit ähnlichem Gebrauch in anderen Sprachen über die Jahrhunderte vergleicht.
    #6VerfasserFindus02 Sep. 09, 19:35
    Kommentar
    statt siezen natürlich ihrzen, sorry!
    #7VerfasserFindus02 Sep. 09, 19:36
    Kommentar
    Ich hab mal gelesen, dass es in Filipino, der Nationalsprache auf den Philippinen, auch zwei unterschiedliche Wörter gibt für 'Wir, wozu Du auch gehörst' und 'Wir, wozu Du nicht gehörst'. (Vgl. das ursprüngliche Posting von Findus.)
    Im Ungarischen gibt es für die 3. Person Einzahl nur ein Personalpronomen 'ö'; also statt 'er, sie, es' oder 'he, she, it'.
    #8VerfasserMuckantsch (468089) 02 Sep. 09, 20:07
    Kommentar
    Guckst du hier für arabische Personalpronomen (keine Zeit, das zu refererieren).
    http://www.grammatiken.de/arabische-grammatik...

    Im Türkischen unterscheidet die 3.Pers. Sg auch nich zwischen sie ,er und es (= "o"). Als höfliche Anrede wird die 2. Person Plural ("siz") verwendet, wie im Franz.
    #9VerfasserI.02 Sep. 09, 22:06
    Kommentar
    Vielen Dank an Muckantsch und I.

    Schade, ich hatte gehofft, dass sich noch mehr andersartige Anwendungen von Personalpronomen finden... kann ja nicht sein, dass das schon alle sind
    #10VerfasserFindus03 Sep. 09, 15:45
    Kommentar
    Ich denke, die Höflichkeitsform gibt noch etwas mehr her. In einigen Sprachen, wie auch schon in #9 erwähnt, nimmt man die 2. Person Plural dafür her, in anderen wiederum die 3. Person Einzahl (im Spanischen) oder die 3. Person Mehrzahl (im Deutschen). Das Ungarische kennt eine eigene Form des Personalpronomens dafür: 'Ön', die mir aus der 3. Person Singular ('ö') abgeleitet zu sein scheint. Interessanterweise hat man im Ungarischen davon auch eine Mehrzahlform: 'Önök', da 'Ön' ausschließlich Singular ist. Alternativ sagt man statt 'Ön' auch 'Maga', was eigentlich 'selbst' heißt.
    #11VerfasserMuckantsch (468089) 03 Sep. 09, 19:07
    Kommentar
    Hindi hat drei Stufen der Höflichkeit: "tu" (2. p. sg.) ist sehr persönlich, das sagt man zu den eigenen Kindern, zum/zur Geliebten oder wenn man jemanden echt beleidigen will. "Tum" (2. p. pl.) sagt man zu Freunden. "Aap" (eigenes Pronomen der Höflichkeit, konjugiert meist wie 3. p. pl.) sagt man zu Fremden oder zu den Eltern.

    Einen Unterschied zwischen er/sie/es gibt es im Pronomen auch nicht, das sieht man wenn dann in der Verb-Endung (ebenso den Unterschied sie-pl-weibl und sie-pl-männlich).
    #12Verfassershh04 Sep. 09, 16:23
    Kommentar
    Das mit den drei Stufen ist interessant. Im Ungarischen gibt es auch so eine Art 3. Höflichkeits-Stufe, die aber nur bei der Anrede von höhergestellten Persönlichkeiten verwendet wird, also z.B. bei Lehrern. Es funktioniert so, dass man entweder den Namen oder den Titel oder eine sonstige Bezeichnung desjenigen hernimmt, also in Wirklichkeit das Personalpronomen ganz vermeidet. Das hört sich dann für Leute, die Ungarisch als Fremdsprache gelernt haben, etwas seltsam und umständlich an.
    Auf deutsch wäre das etwa: 'Wohin möchte (die Dame / die Lehrerin / die Frau Molnár) gehen?'
    #13VerfasserMuckantsch (468089) 05 Sep. 09, 11:57
     
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