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    Sprachlabor

    Aus USA vs. aus den USA: Articles with countries, organizations, abbreviations

    Betrifft

    Aus USA vs. aus den USA: Articles with countries, organizations, abbreviations

    Kommentar
    The question came up today in this thread

    Siehe auch: Ceiling Fans in Germany? - #28

    One poster corrected 'aus USA' to 'aus den USA'; others didn't seem to mind the usage without the article.

    In English you may very occasionally see something like 'from United States,' but to my ears it's very unidiomatic, and I tend to wonder if non-native speakers are behind most such the-less instances. So to me, it sounds wrong to omit the article in German as well, but then I'm not German.

    Are there rules about this kind of thing in German? Is it always, for example, die USA, die UNO, die BRD, die DDR, die Niederlande, die UEFA, ...?

    If the article is omitted, does it just sound more casual, or is it really wrong? Or is this a case where usage is in the process of changing?

    Or does it just vary from case to case, and if so, what other examples in German should we be aware of?

    Thanks in advance for any comments.



    Verfasser hm -- us (236141) 21 Sep. 09, 02:05
    Kommentar
    Da USA eine Abkürzung eines Namens im Plural ist, müßte es im Deutschen auch mit Plural-Artikel verwendet werden. "Aus USA" klingt für mich ein bißchen merkwürdig. Das liegt aber wahrscheinlich nicht am Plural, sondern daran, daß die USA normalerweise einen Artikel haben (analoges Singular-Beispiel: "aus dem Irak" vs. "aus Irak" - letzteres scheint erst in den letzten Jahren gebräuchlich zu werden und klingt für mich merkwürdig).
    #1Verfasser Wachtelkönig (396690) 21 Sep. 09, 02:35
    Kommentar
    Länder sind wohl ein Spezialfall hinsichtlich der Artikelfrage.

    Sonstige Abkürzungen von Namen werden wie die ausgeschriebenen Namen behandelt und haben normalerweise den bestimmten Artikel.
    Singular: Die AOK, der Mercosur, die MPAA, die NATO, die OPEC, der ÖPNV, die UNO ...
    Plural: Die USA ... (anscheinend selten, sonst fällt mir gerade kein Beispiel ein)
    Ausnahmen sind Automobil- und sonstige Firmen (kein Artikel). Sportvereine haben manchmal Artikel.

    Ist der Artikelschwund vielleicht ein Anglizismus (zumindest bei manchen Ländern)?
    #2Verfasser Wachtelkönig (396690) 21 Sep. 09, 02:51
    Kommentar
    USA ohne Artikel klingt mehr als merkwürdig und ist für mich nur denkbar, wenn man die Abkürzung nicht als Einzelbuchstaben [U-eS-A] spricht, sondern als 'Wort' [usa]. Ich hielte es für eher umgangssprachlich, begegnete ich USA ohne Artikel.
    #3Verfasser Selima (107) 21 Sep. 09, 07:58
    Kommentar
    Ich halte es nicht für einen Anglizismus - aber was würde diese 'Schubladisierung' schon über die sprachliche Wirklichkeit aussagen? Da die meisten Ländernamen ohne Artikel gebraucht werden, geht die Tendenz wohl dahin, auch Ländernamen mit Artikel den artikellosen Formen anzupassen. Ob und wann dieser umgangssprachliche Gebrauch als standardsprachlich anerkannt wird, kann man wohl schlecht vorhersagen.
    #4Verfasser manni3 (305129) 21 Sep. 09, 08:25
    Kommentar
    Länder sind wohl ein Spezialfall hinsichtlich der Artikelfrage.

    1. Die meisten Ländernamen sind sächlich und stehen ohne Artikel: England, Frankreich Amerika, ...
    2. Einige Ländernamen sind sächlich, werden aber mit Artikel verwedet: Das Kosovo, das Saarland, ...
    3. Einige Ländernamen sind weiblich. Die werden ebenfalls immer mit Artikel verwendet: Die Schweiz, die Mongolei, ...
    4. Manche Ländernamen können entweder männlich mit Artikel oder sächlich ohne Artikel verwendet werden: der Irak/Irak, der Jemen/Jemen, der Kongo/Kongo, ... Das Auswärtige Amt empfiehlt für diese Länder die artikellose sächliche Form.
    5. Wenige Ländernamen sind Plural: Die Niederlande, die Vereinigten Staaten von Amerika, ... Die brauchen immer den Artikel.

    Die USA sind - wie so oft - ein (eigentlich unlogischer) Sonderfall. Bei der Bezeichnung handelt es sich um die Abkürzung des fremdsprachlichen Ländernamens. Die Vollform United States of America verwendet man im Deutschen gar nicht, weder mit noch ohne Artikel. Andererseits kürzt man die Vereinigten Staaten von Amerika nicht mit VSA ab. Die Abkürzung hat sich mehr oder weniger verselbständigt. Insofern kann man eigentlich überhaupt nicht von einer "richtigen" oder "falschen" Verwendung sprechen. Meist wird "die USA" als pluralische Bezeichnung im Sinne von 5. mit Artikel verwendet. Manche sehen es auch als singularisch weiblich im Sinne von 3. an ("aus der USA"). Wer die Bezeichnung ohne Artikel verwendet, müsste sie konsequenterweise der 1. Gruppe zuordnen und singularisch sächlich verwenden: Ich war in USA, USA ist das drittgrößte Land der Erde, das meiste CO2 wird von USA produziert. Die letzten beiden Sätze würde aber kaum jemand so formulieren.
     
    #5Verfasserdirk21 Sep. 09, 08:38
    Kommentar
    dirk, Punkt vier, genauer die Empfehlung des AA widerstrebt mir aber sehr. Ich würde nie nach Kongo oder nach Jemen oder nach Sudan reisen, sondern immer in den Kongo und in den Jemen und in den Sudan.
    #6Verfasser Selima (107) 21 Sep. 09, 08:48
    Kommentar
    Der Duden 9 (2007) meint zu 4.:

    "Die Verwendung dieser Staatennamen mit dem maskulinen Artikel wird im allgemeinen Sprachgebrauch bevorzugt. Auch wird gelegentlich das maskuline Pronomen verwendet, selbst wenn als Bezugswort der Staatenname als artikelloses Neutrum vorausgegangen ist:
    Iran ist ein wohlhabendes Land. Es / Er verfügt auch über erhebliche Bodenschätze."


    Ich oute mich hier auch als "allgemeiner Sprachgebraucher".


    OT: Und ich habe mich auch damals geärgert, als aus der guten alten Tschechei im Rahmen der politischen Teilung der 'Tschesslowakei' das unsägliche Tschechien wurde. Aber das geschah auf Wunsch der tschechischen (oder tschechienischen?) Regierung. Sie wollen sich damit wohl von der österreichischen Kolonialzeit distanzieren ;-) Wenn's hilft ...

    Bin mal gespannt, wann die Schweiz anfängt, sich in Schwitzerland umzubenennen!
    #7Verfasser manni3 (305129) 21 Sep. 09, 09:10
    Kommentar
    Vergleichbares Phänomen, bei dem das vielleicht etwas deutlicher wird: "in 2009" statt "im Jahr 2009". Natürlich sagt man umgangssprachlich ersteres, aber im Schriftbild erweckt es einen saloppen und hingeschluderten Hudriwudri-Eindruck. Mit "in USA" ist es ähnlich.
    #8VerfasserData21 Sep. 09, 09:31
    Kommentar
    @Manni: weniger von der österreichischen Kolonialzeit (da gab es weder eine Tschechei noch Tschechien noch sonstwas, sondern ein Königreich Böhmen und eine Markgrafschaft Mähren) als vielmehr vom Dritten Reich, wo das sogenannte "Protektorat Böhmen und Mähren" zumeist als "Resttschechei" bezeichnet wurde.
    #9VerfasserData21 Sep. 09, 09:34
    Kommentar
    Naja, dass der moderne tschechische Staat lieber Tschechien heißt, kann ich verstehen. (Nehme mir aber die Freiheit, für unaussprechliche Städte weiter die alten deutschen Namen zu verwenden. :-)) Interessant immerhin, dass sie angeblich der einzige Staat sind, der auf Englisch zwar ein Adjektiv, aber kein Substantiv hat - 'Czech Republik' is ja eigentlich ka Nam'.

    Die Jahreszahlangabe "in 2009" ist allerdings einer meiner pet hates, das finde ich völlig lächerlich, ein dummer Anglizismus.

    Das Phänomen mit den artikellosen Staaten haben wir glaube ich schon öfter diskutiert bei LEO, in meinen Ohren klingt es sehr merkwürdig. Aber wenn sogar das AA das empfiehlt...?
    #10Verfassertigger21 Sep. 09, 10:01
    Kommentar
    'Republic' meine ich.
    #11Verfassertikker21 Sep. 09, 10:02
    Kommentar
    @Data #8: "in 2009" statt "im Jahr 2009". Natürlich sagt man umgangssprachlich ersteres

    Ich halte das weder für natürlich, noch sage ich das überhaupt. Das ist einfach falsch. Zumindest derzeit noch.
    #12Verfasserneutrino, nicht einegstöpselt21 Sep. 09, 10:07
    Kommentar
    @ tigger: auch für die englischs Sprache haben die Tschechen Empfehlungen ausgegeben, wie man sie nennen können möcht': http://en.wikipedia.org/wiki/Czechia#Name

    Das Phänomen haben sie sogar in ihrer eigenen Sprache. Da können sie sich nicht "cechy" nennen (erstes c mit Hatschek), denn so heißt Böhmen auf Tschechisch. Da laufen dann die Mähren und Restschlesier wieder Sturm.

    Unbefriedigende Sache das. Aber Grund ist sicher nicht, dass (wie ich auch mal gehört habe) das Suffix "-ei" herablassend wirke und sohin nicht verwendet werden solle. Oder hat sich schon mal ein Mailänder über "Lombardei" beschwert?
    #13VerfasserData21 Sep. 09, 10:20
    Kommentar
    @ Neutrino: Im meiner Umgebung sagt man umgangssprachlich fast nichts anderes mehr.
    #14VerfasserData21 Sep. 09, 10:21
    Kommentar
    OT: Wie heißen Einwohner von Mähren in der Mehrzahl?

    Sind es Mähren (daber das klingt wie Schindmähren, d. h. Pferde am Ende ihrer Karriere)?

    Oder sind es Mährer?
    #15VerfasserData21 Sep. 09, 10:22
    Kommentar
    Data, wie gesagt, die Abneigung gegen "Tschechei" hat historische Gründe. Die ist für den jungen selbständigen Staat, das moderne EU-Mitglied, verständlich. Möchten ihre Geschichte lieber selber und von vorne anfangen. Die Lombardei kann das etwas entspannter sehen.

    Die Einwohner von Mähren sind so weit ich weiß Mährer. (Tsss, meine Großmutter ist da aufgewachsen...)

    Nebenbei: Marburg liegt standardmäßig an der Drau, oder, Data? Schaun mich hier immer alle komisch an in NRW. :-)
    #16Verfassertigger21 Sep. 09, 10:27
    Kommentar
    Meines Wissens ja, schließlich gibt es auch Marburg an der Lahn.

    (OT: Aber das hättest Du lieber nicht die Slowenen in der Zwischenkriegszeit hören lassen sollen, als sie das ungefähr erste Mal in ihrer Geschichte eine eigene Gebietskörperschaft und ein wenig Nachholbedarf leider auch an einschlägigem Unfug hatten, da wurde eine deutschsprachige Zeitung, die sich "Marburger Nachrichten" oder so ähnlich nannte, dazu bestimmt, sich in "Mariboer Nachrichten" umzubenennen... Ich glaube, noch so ein Kapitel, das in der heutigen Zeit niemand mehr so recht nachvollziehen kann.)
    #17VerfasserData21 Sep. 09, 10:35
    Kommentar
    Wir hatten die Frage der (zunehmend verlustig gehenden) Länder-Artikel vor nicht allzulanger Zeit (ich glaube in New Entry) schon breiter diskutiert. Leider fehlt mir die Zeit danach zu suchen.
    #18Verfasserlunatic21 Sep. 09, 10:48
    Kommentar
    @ Data: in meiner GsD nicht. Vielleicht hast Du einfach den falschen Umgang? ;o)
    #19Verfasserneutrino, nicht eingestöpselt21 Sep. 09, 10:50
    Kommentar
    Gegenfrage: in welchem Umfeld bewegst Du dich? Unter den Angehörigen ehemals regierender Häuser, Lektoren des S. Fischer-Verlags, Kaffeehausliteraten, Herausgebern knallroter Einmannzeitungen und Bastian Sick? :-)
    #20VerfasserData21 Sep. 09, 10:53
    Kommentar
    In meinem Umfeld kommt das 'in 2006' durchaus vor, ist aber immer noch selten. Die meisten Kollegen und Mitmenschen haben noch so viel Zeit und Lust, 'im Jahr 2006' oder einfach '2006' zu sagen.
    Wenn mein Eindruck mich nicht trügt, sind es v.a. Journalisten, Politiker und Wirtschaftler, die dieses 'in 2006' gern verwenden. Verkäuferinnen, Schreiner, Geisteswissenschaftler und Bademeister sind da eher weniger verdächtig.

    #21Verfasser Selima (107) 21 Sep. 09, 11:24
    Kommentar
    Data, in der Liste finde ich meinen Umgang kaum wieder. Der besteht nur zum guten Teil aus Leuten, die der deutschen Sprache halbwegs mächtig sind ;-)

    Wobei ich mir bei meinem 13jährigen Nachwuchs da auch nicht immer sicher bin ...

    Was sind denn knallrote Einmannzeitungen ?


    #22Verfasserneutrino21 Sep. 09, 11:27
    Kommentar
    "knallrote Einmannzeitungen", hihi... das ist Datas Bett- und Magenlektüre, die Fackel. Herausgegeben und geschrieben im Alleingang von Karl Kraus. :-)
    #23Verfassertigger21 Sep. 09, 11:30
    Kommentar
    Ich bewege mich da wohl allzuviel unter den Leuten, die Selima als "Wirtschaftler" bezeichnet...
    #24VerfasserData21 Sep. 09, 11:33
    Kommentar
    Um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen (ich habe vorherige Beiträge nur überflogen) :
    aus USA hört sich sehr falsch an. Aus den USA muss es hier heißen, da die US ja durch den Zusatz "of America" definiert werden, es also ein konkret definiertes Land lassen werden. Zudem geht es auch nur so, da es ja im Plural steht. Im Singular nimmt man für gewöhnlich nur "aus": Aus Afrika, aber Aus dem Osten Afrikas (durch die Konkretisierung).
    Jedoch neige ich dazu zu sagen, die USA "ist", obwohl es eigentlich "sind" heißen müsste. Ich weiß nicht, wie viele diesen Fehler auch machen.
    #25Verfasser nick92 (511654) 21 Sep. 09, 11:52
    Kommentar
    *aufzeig* Ich auch, nick92. Hast aber Recht, muss man sich drauf konzentrieren. :-)
    #26Verfassertigger21 Sep. 09, 12:01
    Kommentar
    Ein Amerikaner (einer aus den USA) hat mir mal ein Zitat eines Politikers (aus den USA) genannt zum Thema 'the US is' vs. 'the US are': "We had a war for 'the US is' ".
    #27Verfasser manni3 (305129) 21 Sep. 09, 15:35
    Kommentar
    Für mich ist "in 2009" einfach falsch. Ich höre das eigentlich immer nur von unserem Management: "In 2009 konnten wir unsere Umsätze um sieben Prozent steigern." Mich schüttelt es jedes Mal!
    #28VerfasserCara21 Sep. 09, 21:03
    Kommentar
    Hm, ich sage das auch öfters...
    #29Verfasser nick92 (511654) 21 Sep. 09, 22:20
    Kommentar
    Es ist halt so praktisch.
    Früher, in der guten alten Zeit, begannen Geldbeträge beispielsweise mit 'eintausendneunhundert' und Jahreszahlen mit 'neunzehnhundert'. Da wir das neue Jahrtausend so überschwänglich gefeiert haben, sagt niemand 'zwanzighundert'. Und 'in' ist einfacher als 'im Jahre'. Deshalb wird es sich auch durchsetzen.
    Cara, wenn Du es nur oft genug gehört haben wirst, wird auch das Schütteln aufhören ;-)
    #30Verfasser manni3 (305129) 21 Sep. 09, 22:44
    Kommentar
    Sorry, gehört zwar nicht zum eigentlichem Thema,
    aber
    mich schüttelt es auch immer wenn ich „in 2009“ höre.
    „2009 ist der Auftragseingang rapide gesunken.“ Die 2009 in dem Satz ist eindeutig als
    Jahreszahl zu erkennen.
    Nur wenn es zu Verwechslungen kommen kann, sagt man „im Jahre 2009“.
    Kenn ich zumindest so. :-)
    #31Verfasser bibo (268371) 21 Sep. 09, 23:04
    Kommentar
    Siehe auch: der Irak

    ... und "in 2009" macht mich wahnsinnig. Das ist wie "dieses Wort meint, dass ...", was ich heute früh wieder im Radio hören musste. Grrrrrr!

    Aber das ist jetzt echt off-topic!
    #32VerfasserSophil <de> (239990) 21 Sep. 09, 23:06
     
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