| Kommentar | Richtig, die wenigsten Autoren kommen auf 1.000 Euro Monatseinkommen. Gemessen an der Arbeit, die ein Roman macht, ist der Verdienst daran im Centbereich pro Stunde (wenn überhaupt). Die Hauptverdiener an Büchern sind die Großhändler und großen Buchhandelsketten, die teilweise über 50 % Rabatt für den Bezug der Bücher bekommen. Dabei haben sie noch nicht einmal ein großes Risiko, da sie Bücher, die sich nicht verkaufen, an den Verlag zurückgeben können.
Ich arbeite selber als Schriftstellerin, Übersetzerin und Sprachlehrerin, wobei der Sprachunterricht, vor allem Nachhilfe, momentan den größten Teil meines Einkommens ausmacht.
Als Schriftstellerin muss man entweder bereits berühmt sein oder unwahrscheinliches Glück haben, um damit reich zu werden, als Übersetzerin kann man meiner Meinung nach überhaupt nicht reich werden und froh sein, wenn es zum Überleben reicht. Deshalb fahre ich mehrgleisig und hoffe, in absehbarer Zeit durch die Mischung dann doch davon leben zu können.
Die Preise werden vor allem duch solche kaputt gemacht, die eben nicht davon leben müssen. Ich kenne meine unterste Preisgrenze und weiß, wieviel ich nehmen muss, damit ich davon leben kann. Unterhalb dieser Grenze nehme ich schlichtweg keine Aufträge an, bewerbe mich deshalb auch gar nicht weiter bei Übersetzungsbüros. Die Zeilensätze, die diese an ihre freien Übersetzer zahlen, würden mir nicht reichen. Punkt. |
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