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    Land und Leute

    BGH beschließt Erfolgsbeteiligung für Literatur-Übersetzer

    Betrifft

    BGH beschließt Erfolgsbeteiligung für Literatur-Übersetzer

    Kommentar
    BGH beschließt Erfolgsbeteiligung für Literatur-Übersetzer (PDF, kann leider nicht verlinkt werden)

    Karlsruhe. Soll man das einen Erfolg nennen? Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Grundsatzurteil entschieden, dass Literaturübersetzern künftig neben dem vereinbarten Seitenhonorar (pro Manuskriptseite im Schnitt rund 15 Euro) eine Erfolgsbeteiligung
    zusteht. Bei Hardcovern wurde sie auf 0,8 Prozent vom Nettopreis festgelegt (bei Taschenbüchern
    auf 0,4 Prozent) – allerdings erst ab einer Verkaufsauflage von 5000 Exemplaren.
    Was das heißt? Verkauft sich ein für 20 Euro verkaufter Roman also 10 000 Mal, bemisst sich die
    Erfolgsbeteiligung auf 800 Euro. Faktisch also ist die BGH-Regelung ein Witz. Sie ändert an der
    chronischen Finanzmisere der Übersetzer im Grunde nichts. Zumal Auflagen über 5000 alles andere
    als üblich sind. Wie der Vorsitzende des Verbandes deutschsprachiger Übersetzer (VdÜ), Hinrich Schmidt-Henkel, vorrechnet, sind allein auf Grundlage der Seitenhonorare nur Monatseinkommen um die 1000 Euro zu erzielen. Der VdÜ, der eine Erfolgsbeteiligung ab dem ersten verkauften Buch gefordert hatte, nennt das BGB-Urteil „unbefriedigend“. Es rekurriert auf ein Pilotverfahren, in
    dem mehrere Übersetzer gegen die Verlagsgruppe Random House geklagt hatten, um eine Erfolgsbeteiligung zu erstreiten. Grundlage für die neuen Vergütungstarife ist die bestehende
    Pendant-Regelung für Autoren mit zehn Prozent bei Hardcovern und fünf Prozent bei Taschenbüchern.
    Entsprechend rechnete der Senat die Sätze für Übersetzer herunter. Wenn die BGH-Entscheidung
    gestern bei Übersetzern dennoch Anklang fand, dann aus anderem Grund: Bei den Nebenrechten,
    Hörbüchern etwa, werden ihnen künftig 50 Prozent vom Nettoerlös eingeräumt. Derzeit sind fünf bis zehn Prozent üblich. Profitieren dürften auch hier nur Übersetzer von Bestsellern. cis

    VerfasserLouisa08 Okt. 09, 12:13
    Kommentar
    Gegenfrage: Wie viele Autoren kommen auf 1000 Euro im Monat (oder gar mehr)? Auch nur einige wenige Bestseller-Autoren.
    #1Verfasser Anja-CL (266686) 08 Okt. 09, 13:53
     Beiträge #2-3­ wurden gelöscht.
    Kommentar
    Na wunderbar, dann werden ja viele von Euch echt reich, oder?


    Gruss Marie




    ..."BGH beschließt Erfolgsbeteiligung für Literatur-Übersetzer (PDF, kann leider nicht verlinkt werden)

    Karlsruhe. Soll man das einen Erfolg nennen? Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Grundsatzurteil entschieden, dass Literaturübersetzern künftig neben dem vereinbarten Seitenhonorar (pro Manuskriptseite im Schnitt rund 15 Euro) eine Erfolgsbeteiligung
    zusteht. Bei Hardcovern wurde sie auf 0,8 Prozent vom Nettopreis festgelegt (bei Taschenbüchern
    auf 0,4 Prozent) – allerdings erst ab einer Verkaufsauflage von 5000 Exemplaren.
    Was das heißt? Verkauft sich ein für 20 Euro verkaufter Roman also 10 000 Mal, bemisst sich die
    Erfolgsbeteiligung auf 800 Euro. Faktisch also ist die BGH-Regelung ein Witz. Sie ändert an der
    chronischen Finanzmisere der Übersetzer im Grunde nichts. Zumal Auflagen über 5000 alles andere
    als üblich sind. Wie der Vorsitzende des Verbandes deutschsprachiger Übersetzer (VdÜ), Hinrich Schmidt-Henkel, vorrechnet, sind allein auf Grundlage der Seitenhonorare nur Monatseinkommen um die 1000 Euro zu erzielen. Der VdÜ, der eine Erfolgsbeteiligung ab dem ersten verkauften Buch gefordert hatte, nennt das BGB-Urteil „unbefriedigend“. Es rekurriert auf ein Pilotverfahren, in
    dem mehrere Übersetzer gegen die Verlagsgruppe Random House geklagt hatten, um eine Erfolgsbeteiligung zu erstreiten. Grundlage für die neuen Vergütungstarife ist die bestehende
    Pendant-Regelung für Autoren mit zehn Prozent bei Hardcovern und fünf Prozent bei Taschenbüchern.
    Entsprechend rechnete der Senat die Sätze für Übersetzer herunter. Wenn die BGH-Entscheidung
    gestern bei Übersetzern dennoch Anklang fand, dann aus anderem Grund: Bei den Nebenrechten,
    Hörbüchern etwa, werden ihnen künftig 50 Prozent vom Nettoerlös eingeräumt. Derzeit sind fünf bis zehn Prozent üblich. Profitieren dürften auch hier nur Übersetzer von Bestsellern"



    #4VerfasserMarie09 Okt. 09, 12:40
    Kommentar
    Letzten Endes sind die Übersetzer selbst an der Misere Schuld. Ich habe Jahre lang als Übersetzer gearbeitet und mich regelmäßig über die Konditionen, in die ich ja selber eingewilligt habe, geärgert. Preiserhöhungen meinerseits haben fast immer dazu geführt, dass ich vom betreffenden Auftraggeber keine Arbeit mehr bekommen habe. Anscheinend gibt es genug KollegInnen, die Bereit sind, die geforderte Qualität für 'nen Appel und 'n Ei zu liefern. Ich bin dazu nicht mehr Bereit und werde ab nächsten Monat etwas ganz anderes machen. So sehr ich auch an dem Beruf hänge, die Entscheidung aufzuhören bereue ich überhaupt nicht.
    #5VerfasserHarald09 Okt. 09, 13:00
     Beiträge #6-7­ wurden gelöscht.
    Kommentar
    die übesetzen nur die gedanken anderer und erfinden nichts neu.

    Richtig. Genau so wie
    Robert De Niro nur das vorliest, was im Drehbuch steht.
    Swjatoslaw Richter nur das spielte, was in den Noten stand.
    Christiano Ronaldo nur das was macht, in den Regeln des Fußballs steht.
    #8VerfasserHarald09 Okt. 09, 13:20
    Kommentar
    Servus,

    zwei kleine Anmerkungen von mir:

    1. Ich bin eine geübte B5Aktuell-Hörerin und musste den ganzen Tag grinsen, weil sie immer wieder meldeten, dass DOLMETSCHER jetzt deutlich besser gestellt seien ;-)

    2. @Harald:
    Das Problemerle ist meiner Meinung nach, dass es Leute gibt, die gute Literaturübersetzungen mehr oder weniger "als Hobby" ansehen und das Geld gar nicht so unbedingt brauchen...
    Ich kann mich jetzt täuschen; aber so etwas verdirbt natürlich die Preise, gell!?

    Schönen Abend,
    #9Verfasserigorella (237357) 10 Okt. 09, 22:36
    Kommentar
    Siehe auch: Use of "du" in Terry Pratchett translation

    hier noch ein Link (evtl. leicht OT) zu dem Thema ... falls Interesse besteht ...
    #10VerfasserLouisa10 Okt. 09, 22:47
    Kommentar
    Richtig, die wenigsten Autoren kommen auf 1.000 Euro Monatseinkommen. Gemessen an der Arbeit, die ein Roman macht, ist der Verdienst daran im Centbereich pro Stunde (wenn überhaupt). Die Hauptverdiener an Büchern sind die Großhändler und großen Buchhandelsketten, die teilweise über 50 % Rabatt für den Bezug der Bücher bekommen. Dabei haben sie noch nicht einmal ein großes Risiko, da sie Bücher, die sich nicht verkaufen, an den Verlag zurückgeben können.

    Ich arbeite selber als Schriftstellerin, Übersetzerin und Sprachlehrerin, wobei der Sprachunterricht, vor allem Nachhilfe, momentan den größten Teil meines Einkommens ausmacht.

    Als Schriftstellerin muss man entweder bereits berühmt sein oder unwahrscheinliches Glück haben, um damit reich zu werden, als Übersetzerin kann man meiner Meinung nach überhaupt nicht reich werden und froh sein, wenn es zum Überleben reicht. Deshalb fahre ich mehrgleisig und hoffe, in absehbarer Zeit durch die Mischung dann doch davon leben zu können.

    Die Preise werden vor allem duch solche kaputt gemacht, die eben nicht davon leben müssen. Ich kenne meine unterste Preisgrenze und weiß, wieviel ich nehmen muss, damit ich davon leben kann. Unterhalb dieser Grenze nehme ich schlichtweg keine Aufträge an, bewerbe mich deshalb auch gar nicht weiter bei Übersetzungsbüros. Die Zeilensätze, die diese an ihre freien Übersetzer zahlen, würden mir nicht reichen. Punkt.
    #11Verfasser Ambra87 (417300) 18 Okt. 09, 15:29
    Kommentar
    Richtig, die wenigsten Autoren kommen auf 1.000 Euro Monatseinkommen. Gemessen an der Arbeit, die ein Roman macht, ist der Verdienst daran im Centbereich pro Stunde (wenn überhaupt)... Hmmm- Ein Monat mit 30 Tagen hat 720 Stunden. Bei einem Monatseinkommen von €1.000 und vorausgesetzt man arbeitet den ganzen Monat 24 Stunden am Tag, kommt man trotzdem noch auf €1.39 pro Stunde...
    #12Verfasser Richard (236495) 18 Okt. 09, 16:58
    Kommentar
    That's because 950 euros of the 1000 are made doing a real job on the side. The remaining 10 euros are the reward for several hundred hours work as an author.
    #13VerfasserXY18 Okt. 09, 17:39
    Kommentar
    Richard, wenn ein Autor zwei Jahre an einem Buch schreibt, aber im Schnitt unter 1.000 Euro insgesamt daran verdient, kannst du dir glaube ich selber ausrechnen, wo der Stundenlohn liegt ...

    Wenn man im Durchschnitt 1.000 Euro Monatseinkommen hat, dann muss man schon mindestens einen Bestseller geschrieben haben, da ein Autor im Schnitt nur ca. 50 Cent an einem verkauften Taschenbuch verdient.
    #14Verfasser Ambra87 (417300) 18 Okt. 09, 18:17
     
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